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Milzbrand

 


 

 

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Anthrax
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Aktuelles aus der Milzbrandforschung - Anthrax

 

Detektor erkennt Milzbrand-Sporen binnen Minuten
Sensor weist Fettsäure-Methylester in den Zellwänden des Anthrax-Bakteriums nach
 

Wissenschaftler der Sandia National Laboratories http://www.sandia.gov haben einen Detektor entwickelt, der innerhalb von fünf Minuten Milzbrand-Sporen erkennen soll. Der Handheld-Prototyp weist Fettsäure-Methylester in den Zellwänden des Anthrax-Bakteriums nach. Bisher benötigten Forscher mehrere Stunden zur Identifizierung.
 

Das Gerät sammelt Partikel aus der Luft und erhitzt diese. Dabei verdampfen die Fettsäuren in den Anthrax-Zellwänden und die Fettsäure-Methylester werden freigesetzt. Sie stellen einen einzigen Fingerabdruck des Bakteriums dar. Der Detektor misst die Konzentration der Fettsäure-Methylester. Ein Computerprogramm setzt die Masse jedes emittierten Esters in den analysierten Gasen zu einem bestimmten Zeitpunkt (in der Fachsprache Elution) mit bereits kategorisierten Elutions-Peaks, die Milzbrand-Erreger anzeigen, in Bezug.
 

Die Methode soll laut Forschern im Gegensatz zu bestehenden Geräten energie-effizienter sein und statt 130 Watt 150 Milliwatt benötigen. Ermöglicht wurde die Energieersparnis durch die von Sandia selbst hergestellten Mikroelemente, die separat getestet wurden. Zurzeit befindet sich der Detektor noch im Versuchsstadium.
 


 

Anthrax: Struktur aller Toxine vollständig aufgeklärt
Molekularer Aufbau des Ödemfaktors soll Entwicklung eines Gegenmittels erleichtern
 

Wissenschaftler des Boston Medical Research Institute http://www.bbri.org und der University of Chicago http://www.uchicago.edu haben die 3D-Struktur des Ödemfaktors, einer Komponente des tödlichen Milzbrandtoxins, aufgeklärt. Somit ist nun der molekulare Aufbau aller drei Bestandteile des Toxins bekannt. Die Kenntnisse der Molekülstruktur des Giftstoffs soll die Entwicklung eines Gegenmittels erleichtern. Zurzeit gibt es noch kein Medikament gegen Milzbrandtoxine.
 

Eine Milzbrandinfektion kann im frühen Stadium mit Antibiotika behandelt werden, bei fortschreitender Toxinfreisetzung wird es zunehmend schwieriger, den Verlauf der Erkrankung mit Antibiotika zu stoppen. Der Ödemfaktor gilt so lange als harmlos, bis sich das Protein mit dem Botenstoff Calmodulin verbindet. Das Protein ist zuständig für zahlreiche kalziumabhängige Prozesse im Körper. Die Forschergruppe konnte nun nachweisen, dass die Verbindung zur Veränderung der Molekülform führt. Dies führt in der Folge zu einer Überproduktion des Signalstoffs AMP, das zum Tod der Zelle führt.
 

Mit den Kenntnissen der vollständigen Struktur soll die Suche nach Wirkstoffen, die diese Bindungsstelle blockieren, vorangetrieben werden. "Noch vor drei Jahren, beim Start des Projekts, war Bacillus anthracis ein obskures Pathogen in der Landwirtschaft. Jetzt steht Anthrax an vorderster Front des medizinischen Interesses und innerhalb weniger Monate nach dem ersten Bioterrorismus-Fall ist es bereits gelungen, die Struktur aller drei Toxine aufzuklären. Wir hoffen, dass diese Arbeit rasch zu neuen Therapien führen wird", erklärte Studiendirektor Wei-Jen Tang von der University of Chicago.
 

Anthrax-Bakterien produzieren drei Toxine, die sich in ihrer Wirkweise ergänzen: das Schutzantigen, den Letal- sowie den Ödemfaktor. Während das Schutzantigen den beiden anderen Faktoren den Eintritt in die Zellen ermöglicht, zerstört der Letalfaktor Zellen des Immunsystems. Der Ödemfaktor führt zur Flüssigkeitsansammlung in der Lunge und anderen Organen, mit der Konsequenz, dass die tödliche Wirkung des Letalfaktors um das Zehn- bis Hundertfache verstärkt wird.
 


 

Waneck: Anthraxhotline startet am Montag - 0800/20 20 82



"Kommenden Montag (17.12.)startet erneut die Anthrax- Informationshotline des Staatssekretariates für Gesundheit", gab heute FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck bekannt. Unter der Gratisnummer 0800/20 20 82 können Fragen zu Anthrax gestellt werden. Die Hotline ist Werktags von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr besetzt.

"Es besteht kein Grund zur Panik oder Überreaktion", betonte Waneck angesichts der bislang gemeldeten Verdachtfälle von Anthrax. Österreich sei hervorragend vorbereitet, sollten wider Erwarten Fälle von Milzbrand auftreten, betonte Waneck. Auch beim aktuellen Fund von Milzbranderregern in der amerikanischen Botschaft in Wien, seien zu keinem Zeitpunkt Österreicher gefährdet gewesen, so Waneck.

"Hamsterkäufe von Antibiotika sind absolut unnötig und unbegründet. Auch die selbständige vorbeugende Einnahme von Antibiotika ist gefährlich", warnte Waneck, da so Resistenzen gegen diese Medikamente entstünden, und die gewünschte heilende Wirkung im Bedarfsfall ausbleibe".


 

Anthrax-Erbgut entschlüsselt
Diskussion über Veröffentlichung des Genoms – FBI entscheidet
 

US-Forscher des privaten Institute for Genomic Research (Tigre) http://www.tigr.org haben das Erbgut des Milzbranderregers entschlüsselt. Mit den Informationen sollen sowohl Diagnose- und Therapie-Möglichkeiten einer Anthrax-Infektion verbessert, als auch die Suche nach dem Absender der Milzbrand-Briefe unterstützt werden, so ein Bericht der New York Times http://www.nytimes.com . Die Arbeit löst Diskussionen darüber aus, ob die Genom-Daten veröffentlicht werden dürfen oder nicht.
 

Wissenschaftler um die Direktorin des Tigre-Institutes Claire Fraser entzifferten den so genannten Ames-Stamm des Bakteriums. Laut amerikanischen Behörden ist er in den Briefen, die in Florida auftauchten, versendet worden. Da die Forscher sowohl den Laborstamm als auch die Bakterien aus den ersten Milzbrand-Briefen sequenzierten, soll der Vergleich Hinweise auf die Herkunft liefern. Ein Teil des Anthrax-Erbguts wurde bereits vor einiger Zeit entschlüsselt. Forscher entdeckten acht Bereiche, die den so genannten Fingerabdruck bilden. Die Identifizierung weiterer Fingerabdrücke im entschlüsselten Erbgut könnte neue Hinweise liefern, aus welchem Labor der Stamm seinen Ursprung hat. Mit Hilfe des Fingerabdrucks konnte auch der Ames-Stamm aus den US-Labors als ursprüngliche Quelle der Milzbranderreger in den Briefen ausgemacht werden.
 

"Wir wollen das Genom veröffentlichen", sagte Frazer. Das Institut rechnet noch Ende dieses Monats mit dem Gang an die Öffentlichkeit. Das FBI wolle die Forschungsergebnisse allerdings noch unter Verschluss halten. Es gebe zwar nichts zu verheimlichen, aber man wolle deutlich machen, dass das FBI eine Verantwortung trage.
 


 

Erste Milzbrand-Alarmfälle in Deutschland / Hautmilzbrand durch Früherkennung therapierbar

Die aktuellen Milzbrandfälle in den USA sorgen
auch in Deutschland für Angst und Unruhe. Hintergrundinformationen zu
Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten einer möglichen
Hautmilzbrand-Infektion sowie Antworten auf die am häufigsten
gestellten Fragen, bietet das Internet-Portal zum Thema Haut
www.hautstadt.de.
  
   Hautmilzbrand beginnt mit einer juckenden Papel, ähnlich einem
Insektenstich, bei der das umliegende Gewebe sich rötet und
anschwillt. In den darauffolgenden Tagen bildet sich eine Blase, die
sich zu einem schmerzlosen Geschwür weiterentwickelt.
Charakteristisch ist das schwarze, abgestorbene Zentrum dieses
Geschwürs.
  
   Bei Verdacht muss sofort ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht
werden. Denn die Früherkennung der Krankheit und eine adäquat
angelegte Therapie sind die Grundvoraussetzung für eine Heilung.
Vorbeugende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Einnahme von Antibiotika,
ohne konkreten Verdacht sich infiziert zu haben, sind sinnlos.



 

Roche lanciert Anthrax-Schnelltest
Test weist Erreger innert Stundenfrist nach
 

Die Division Diagnostics des Pharmakonzerns Roche http://www.roche.com will in den USA einen neuen Test zur Verfügung stellen, der Anthrax-Erreger (Milzbrand) in kürzester Zeit nachweisen kann. Der von der Mayo-Klinik http://www.mayo.edu entwickelte DNA-Test erlaubt den Nachweis beim Menschen und in Umweltproben innert Stundenfrist. Zunächst soll der Test kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Der Pharmakonzern beabsichtigt, den Test weltweit anzubieten.
 

Franklin R. Cockerill III, Mikrobiologe an der Mayo-Klinik, entwickelte den Test für die Anwendung mit dem "LightCycler" von Roche, einem Instrument für Tests auf der Basis der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Der "LightCycler" wird in über 400 Labors in den USA und in rund 1500 Labors weltweit eingesetzt. Um den Test in grosser Menge zur Verfügung stellen zu können, hat Roche die Produktion der benötigten Reagenzien massiv erhöht.
 

Ab nächster Woche werden in den USA rund zwei Dutzend Labors den neuen Test durchführen können. Roche arbeitet eng mit der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA zusammen, um die Bedingungen für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für den Test festzulegen.
 


 

BMSG: Wirksamkeit des Anthax-Sprays nicht sicher
Waneck: "Kein endgültiger Beweis der Wirksamkeit" - Untersuchungsreihen laufen
 

Wissenschaftlern des Wiener AKH ist möglicherweise die Entwicklung eines Sprays gegen Milzbrandbakterien (Anthrax) gelungen. Die Substanz wurde bereits monatelang gegen Krankenhausbakterien eingesetzt. Laut Entwickler Apostolos Georgopoulos vernichte der Spray die Bakterien sofort, ohne Nebenwirkungen auszulösen. Der AKH-Experte betont allerdings, dass der Wirkstoff kein Antibiotikum sondern ein Desinfektionsmittel ist. Gesundheits-Staatssekretär Reinhart Waneck http://www.bmsg.gv.at warnt vor einer verfrühten Euphorie.
 

"Es handelt sich hier um einen Bericht über die Untersuchung eines antimikrobiell wirksamen Präparates auf Anwendbarkeit gegen Anthraxsporen. Es wird in der Ölbohrindustrie verwendet, um Bohrrohre vor mikrobiellem Wachstum zu schützen. Erste Ergebnisse haben gezeigt, dass eine gewisse Wirksamkeit zu erwarten ist. Eine sichere Aussage darüber, ob dieser Spray einen Fortschritt gegenüber den bisher verwendeten Desinfektionsmitteln darstellt, ist noch nicht möglich", so Waneck. Die bereits entstandenen Erwartungshaltungen müssten erst verifiziert werden.
 

Diesbezügliche Untersuchungsreihen werden im Zusammenwirken zwischen dem Klinischen Institut für Hygiene der Universität Wien und Georgopoulos von der Klinischen Abteilung für Infektionen und Chemotherapie am AKH sowie externen Partnern durchgeführt. "Wir alle hoffen, dass sich die Vermutungen bestätigen und ein Mittel gefunden wurde, mit dem Milzbrandbakterien wirksam bekämpft werden können. Bis zur endgültigen Bestätigung werden wir allerdings noch einige Zeit warten müssen", so Waneck abschließend.
 

Der Spray wurde von Georgopoulos gemeinsam mit dem Grazer Labor für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene entwickelt. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Deseinfektionssprays sei, dass der Spray nicht giftig und für die Behandlung von Menschen geeignet sei. Langzeitversuche stehen allerdings noch aus.
 


 

Bisher gibt es keine Milzbrandfälle in der Schweiz
Universität Zürich testet verdächtige Substanzen
 

Die Schweizer Bevölkerung ist wegen der Milzbrandfälle in den USA weiter verunsichert. Das Biologische Sicherheitslabor des Instituts für Veterinärbakteriologie der Universität Zürich http://www.unizh.ch erhielt bisher rund 20 Proben von verdächtigen Substanzen. Wegen der Besorgnis der Bevölkerung hat sich das Labor diese Woche ganz auf das Prüfen dieser Proben verlegt. Heute Donnerstag wurden die ersten, 72 Stunden dauernden Test abgeschlossen, wie die Universität Zürich mitteilt. Resultat: Wie in allen anderen Fällen in Europa wurden keine Milzbrandbakterien gefunden.
 

"Ich wäre sehr froh, wenn die Leute realisieren würden, dass in Europa bisher kein einziges der verdächtigen Briefe und Päckchen wirklich Milzbranderreger enthielt", betont Max M. Wittenbrink, Direktor des Instituts für Veterinärbakteriologie. Viele würden aus übersteigerter Furcht vor Milzbrand alles Mögliche und Unmögliche in ihrer Post verdächtigen. So läuteten bei einem besorgten Bürger bereits die Alarmglocken, als er eine Werbesendung in seinem Briefkasten vorfand, die etwas weiches enthielt. Im Labor der Universität entpuppte sich die verdächtige Substanz als Gummibärchen. Laut Wittenbrink besteht kein Grund zur Panik. Alle wichtigen Instanzen seien informiert. Und bei sachgerechtem Verhalten könne hierzulande wirksam gegen Milzbrand vorgegangen werden.
 


 

Milzbrand: Ärztekammer informiert

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hält ein gehäuftes Auftreten von Milzbrand-Infektionen in Österreich zur Zeit für unwahrscheinlich, doch müsse man auf der Hut sein und alle Vorsorgemaßnahmen einleiten, stellte ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta Donnerstag in einer Aussendung fest. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die österreichischen Ärzte für die Behandlung von Anthrax-Erkrankungen bestens gerüstet seien.

"Bei rechtzeitiger Behandlung sind alle Formen des Milzbrandes mit vielen gängigen Antibiotika sehr gut beherrschbar", sagte der Ärztepräsident. Bei erhöhtem Fieber insbesondere in Kombination mit Atemwegsbeschwerden sollte man jedenfalls und unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Der Vorstand des Institutes für Hygiene und Sozialmedizin an der Universität Innsbruck, Univ. Prof. Dr. Manfred Dierich, erläutert die Vorgehensweise in Verdachtsfällen: Noch bevor durch entsprechende Laboruntersuchungen eine Milzbrand-Infektion widerlegt oder bestätigt würde, könne eine Medikation, die bei diesen Symptomen Standard ist, die Risken der gefährlichsten Art des Milzbrandes - des Lungenmilzbrandes - weitgehend bannen.

Vorsicht angebracht

Die Österreichische Ärztekammer mahnt allerdings zu Aufmerksamkeit. Sie empfiehlt zu vorsichtigem Umgang mit ungewöhnlichen Substanzen oder Objekten, die staubversetzt oder pulverförmig seien. Bei verdächtigen Briefsendungen zum Beispiel sollte man die Manipulation unterlassen und sofort die Behörden verständigen. Darüber hinaus ist, so Dierich, ein bedächtiger und kontrollierter Einsatz von Lüftungssystemen und Klimaanlagen an Orten mit erhöhter Personenfrequenz anzuraten. Davon betroffen sind etwa öffentliche Gebäude, Büros, Bahnhöfe oder Flughäfen. Straßenstaub und Hausstaub sind, soweit sie nicht mit außergewöhnlichen Umständen in Zusammenhang stehen, unbedenklich.

Ansteckungsformen und Symptome

Milzbrand kann im normalen Alltag nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Für eine Ansteckung ist der direkte Kontakt mit dem Erreger erforderlich. Sie erfolgt über Einatmen, über die Haut oder durch Verschlucken. Demgemäß unterscheidet man auch drei Formen des Milzbrandes: den Lungen-Milzbrand, den Haut-Milzbrand und den Darm-Milzbrand. Am häufigsten ist der sogenannte Haut-Milzbrand mit rund 95 Prozent aller Fälle. Der Erreger tritt über die Haut ein, es kommt am Infektionsherd zu eitrigen Pusteln (Karbunkeln). Unbehandelt kann diese Form zu Blutvergiftungen führen. Bei Lungen-Milzbrand zeigen sich nach ein bis fünf Tagen grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber, Schwäche, trockenem Husten und Atembeschwerden sowie möglicherweise auch Schmerzen in der Brust. Der Darm-Milzbrand entsteht durch den Genuss von infiziertem Fleisch oder Milch, sowie durch den Kontakt mit infizierten Fellen und Tierhäuten. Diese Form der Erkrankung zeigt sich in Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Bauchschmerzen und schwerem Durchfall.

Bei den jüngst in Amerika aufgetretenen Fällen handelt es sich um Lungen- und Haut-Milzbrand. ÖÄK-Präsident Pjeta und Hygiene-Experte Dierich weisen darauf hin, dass eine erfolgreiche Behandlung der Erkrankung nur dann möglich ist, wenn der Arzt sofort aufgesucht wird und die Therapie unverzüglich beginnt. "Sobald Symptome auftreten, sollte man daher zur Sicherheit sofort mit seinem Arzt Kontakt aufnehmen", sagte Pjeta abschließend.


 

Milzbrand - Sind auch wir gefährdet?

Nach den Milzbrand-Fällen in den USA und den
Vorkommnissen in europäischen Ländern stellt sich die Frage, ob auch
wir gefährdet sind. Institutionen in Europa haben Drohbriefe
erhalten, die zum Teil puderartige Substanzen enthielten. Der
liechtensteinischen Landespolizei wurden in den letzten Tagen zwei
verdächtige Postsendungen gemeldet. Eine der Postsendungen stellte
sich in der Zwischenzeit als harmlos heraus. Aber: Wie soll man mit
verdächtigen Postsendungen umgehen? Was ist Milzbrand überhaupt?
Diese und weitere Fragen werden nachfolgend beantwortet. 
  
  Was ist Milzbrand?
 
   Milzbrand ist eine natürliche Bakterie, die im Boden vorkommt. Das
Bakterium Bacillus anthracis, respektive seine Sporen, können
Infektionen des Verdauungstraktes, der Lunge oder der Haut
hervorrufen. Das geschieht, wenn das Bakterium geschluckt, eingeatmet
oder in angegriffene Haut oder Wunden gerieben wird. Milzbrand kann
aber nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, eine
flächendeckende Epidemie ist nicht möglich.
  
  Eine Erkrankung mit Milzbrand kann bei frühzeitiger Erkennung gut
mit Antibiotika behandelt werden. Die Heilungsschancen betragen fast
100 Prozent. Ohne Behandlung, speziell bei Lungen- Milzbrand, kann
die Krankheit zum Tod führen. Personen, die mit verdächtigen
Substanzen in Kontakt gekommen sind, werden wie in der Schweiz
prophylaktisch mit Antibiotika behandelt. Liechtenstein verfügt
jedoch über ein bestens ausgebautes Gesundheitssystem, und das ist
der sicherste Schutz.
  
   Wie können verdächtige Postsendungen erkannt werden?
 
   Für einen aufmerksamen Umgang mit den täglichen Postsendungen 
können die nachfolgenden Informationen dienen. Verdächtige Briefe 
oder Pakete können beispielsweise Charakteristiken aufweisen wie:
  
   - Handgeschriebene oder schlecht getippte Adressen
   - Verwendung falscher Titel
   - Kein Absender
   - Unförmiger oder unebener Briefumschlag
   - Markierungen wie «Persönlich» oder «Vertraulich»
   - Marken oder Stempel, die nicht mit dem Absender übereinstimmen
   - Verfärbungen oder Geruch
   - Übermässig verwendetes Sicherheitsmaterial wie Klebeband oder 
     Schnüre
  
   Wie geht man mit verdächtigen Postsendungen um?
 
   - Den Inhalt einer verdächtigen Postsendung nicht schütteln und 
     nicht ausleeren.
   - Die Postsendung in einen Plastiksack oder ein anderes 
     verschliessbares Behältnis geben oder, wenn kein Behältnis 
     verfügbar ist, mit Stofftüchern, Papierkorb o.ä. abdecken.
   - Fenster und Türen schliessen, den Raum verlassen und 
     abschliessen.
   - Hände mit Wasser und Seife waschen.
  
  Über die Notrufnummern die Landespolizei informieren!
 
   Als nächster Schritt ist die Landespolizei über die 
Notrufnummern 112 oder 117 zu informieren. Die Polizei wird alle 
notwendigen Vorkehrungen und Massnahmen treffen und die 
medizinische Prophylaxe in die Wege leiten. Der Polizei sollte 
eine Liste mit allen Personen, die bei der Entdeckung der 
verdächtigen Postsendung anwesend waren, zur Verfügung gestellt 
werden.
  
   Was tun, wenn Pulver aus einer Postsendung ausgeschüttet wurde?
 
   - Den Kontakt des Pulvers mit der Haut vermeiden.
   - Ventilatoren oder Klimaanlagen ausschalten.
   - Staub oder Pulver nicht aufputzen.
   - Pulver abdecken, z.B. mit Stofftüchern, Papierkorb o.ä.
   - Fenster und Türen schliessen, den Raum verlassen und 
     abschliessen.
   - Hände mit Wasser und Seife waschen.
   - Sind Kleidungsstücke mit dem Pulver in Kontakt gekommen, diese 
     vorsichtig ausziehen und in Plastiksäcke oder andere 
     verschliessbare Behältnisse geben.
   - Vorgesetzte und Sicherheitsverantwortliche im Betrieb 
     orientieren.
   Wiederum gilt: Die Polizei informieren: Notrufnummern 112 und 117.

   Zuhanden der Polizei eine Liste mit allen Personen erstellen, 
   die anwesend waren oder mit dem Pulver in Kontakt gekommen sind.
  
   Hohe Strafen für «Trittbrettfahrer»
  
   Es kommt immer wieder vor, dass sogenannte «Trittbrettfahrer»
solche Vorkommnisse wie in Amerika zum Anlass nehmen, Ängste und
Verunsicherungen zu schüren. Bei den beiden Fälle in Liechtenstein
handelt es sich zwar nicht um Trittbrettfahrer. Dennoch ist darauf
hinzuweisen, dass Trittbrettfahrer in Liechtenstein aufgrund der
Strafbestimmungen, beispielsweise wegen des Straftatbestandes der
gefährlichen Drohung, mit Gefängnisstrafen bis zu 3 Jahren zu rechnen
haben.
  
   Weitere Informationen zum Thema
  
   Weitere Informationen zum Thema sind beim Landesphysikus (Tel. 
236 75 60), bei seinem Stellvertreter (Tel. 392 38 33) oder bei 
der Landespolizei (über die Notruf- und Einsatzzentrale, Tel. 112 
oder 117) erhältlich.

 


 

Impfstoff gegen Milzbrand entwickelt
DNA-basierte Vakzine schützt Labormäuse vor "Bacillus anthracis"
 

Forscher der Ohio State University http://www.osu.edu haben einen Impfstoff gegen Milzbrand entwickelt. Die Vakzine schützt den Körper nicht direkt vor dem Erreger, sondern vor den tödlichen Giftstoffen des Bazillus. In Tierversuchen überlebten geimpfte Mäuse die fünffache Dosis einer normalerweise tödlichen Giftmenge. Die Ergebnisse wurden im Journal Infection and Immunity http://iai.asm.org veröffentlicht.
 

"Bacillus anthracis" lässt sich mit Antibiotika einfach tilgen. Der Erreger hat oftmals allerdings bereits so viel Gift in den Körper entlassen, dass der Patient trotzdem stirbt. Der Milzbrand-Erreger entlässt sein Gift in zwei Einzelteile zerlegt, die sich erst im Körper des Opfers zur tödlichen Substanz zusammen lagern. Der neue Impfstoff sensibilisiert den Körper gegen beide Teile des Giftes und soll deshalb besonders effektiv wirken. Zusätzlich hält der Schutz nach Ansicht des Mikrobiologen Darrell Galloway von der Ohio State University länger als ein Jahr an.
 

Der Impfstoff zielt auf jene Gene ab, die das bakterielle Toxin produzieren. Die Gene sondern drei genetische Faktoren, den Letalfaktor (LF), den endemischen Faktor (EF) sowie das protektive Antigen (PA) ab, die in Kombination für die tödliche Wirkung von Anthrax verantwortlich sind. Mäuse wurden drei Mal innerhalb von zwei Wochen mit dem genetischen Material geimpft. Anschließend ermittelten die Forscher die Antikörper-Produktion. "Die Wirkung des Impfstoffes ist abhängig von der mengenmäßigen Kombination des Letalfaktors und des protektiven Antigens", erklärte Galloway. Die Forscher behaupten, dass die Ergebnisse ein wesentliches Argument für die Verwendung einer auf DNA-basierten Immunisierungsstrategie gegen Milzbrand sind.
 


 

Weitere Fälle von Milzbrand in den USA
Webseiten reagieren auf die Anthrax-Allarm
 

Medienberichten zufolge hat sich nach drei Milzbrandfällen in Florida nun offenbar auch eine Mitarbeiterin des US-Senders NBC News http://www.nbc.com in New York mit der lebensgefährlichen Krankheit infiziert. Wie die Financial Times Deutschland berichtet, ermitteln die US-Bundespolizei FBI und das Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC), ob ein Zusammenhang zwischen den Infektionen in Florida und in New York besteht. Die betroffene Mitarbeiterin habe sich über die Haut angesteckt. In Florida erfolgte die Infektion über die Atemwege. Die Angestellte bei NBC werde bereits mit einem Antibiotikum behandelt und schwebe nicht in Lebensgefahr. Ein inzwischen in Nevada aufgetauchter fünfter Verdachtsfall sei noch ungeklärt. Das FBI vermutet den Angaben zufolge einen kriminellen Hintergrund. Ein Zusammenhang mit den Terroranschlägen in den USA sei allerdings nicht auszuschließen.
 

Nach Angaben von medizin-worldwide http://www.m-ww.de handelt es sich beim Milzbranderreger um ein grampositives, aerob lebendes, also Sauerstoff verbrauchendes und sporenbildendes Stäbchen, den Milzbrandbazillus Bazillus anthracis. Der Milzbrandbazillus ist auf Grund einer speziellen Eiweißkapsel in der Lage, wichtigen Abwehrmechanismen der menschlichen oder tierischen Zellen zu entgehen. Er bildet vor allem bei seiner Zerstörung Giftstoffe, die an die Umgebung abgegeben werden. Diese Giftstoffe schädigen die Blutgefäße bis in die Kapillaren, so dass die Gefäße für rote Blutkörperchen durchlässig werden. Die Folge davon sind sowohl eine Entzündungsreaktion als auch eine Blutung. Bevorzugt betroffen sind die Lunge, der Darm und die Haut. Lungen- und Darmmilzbrand verlaufen ohne oder bei verspäteter Therapie meist innerhalb von 2-3 Tagen tödlich.
 

Wie gefährlich diese Erkrankung allerdings für den Menschen sein kann, zeigt die Tatsache, dass schon frühzeitig von den Militärs mit Milzbrand als biologischer Waffe experimentiert wurde (Siehe auch: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=011002067 ). Nach den jüngsten Milzbrandfällen wächst die Angst vor Anschlägen mit Biowaffen nicht nur in den USA. Die Webseiten reagieren ebenfalls auf die Anthrax-Allarm. Das US-Verteidigungsministerium hat bereits unter http://www.anthrax.osd.mil/ aktuelle Informationen zur Verfügung gestellt und mehrere nützliche Links wie etwa http://www.medwebplus.com/subject/Anthrax angefügt. Informationen bietet auch das deutsche Auswärtige Amt unter http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/gesundheitsdienst/merkblatt/milzbrand_html . Die Universität in Iowa http://www.lib.uiowa.edu/hardin/md/anthrax.html informiert ebenfalls ausführlich über die Anthrax-Gefahr.
 

Die deutschsprachige Website http://www.milzbrand.de ist "aufgrund der aktuellen Anlässe vom Netz". Ein Link verweist auf die Homepage der Nürnberger Apotheker-Gruppe Büger http://www.bueger.de/prima/infos/milzbrand.htm . Eine der meist aufgesuchten Internet-Adressen ist nach den jüngsten Milzbrandfällen die Homepage des Robert-Koch-Instituts http://www.rki.de . Obwohl auch in Deutschland auf Milzbrand verdächtige Briefsendungen aufgetreten waren, wurden bei Untersuchung bis heute nach Angaben des Instituts keine Erreger nachgewiesen. Dem Informationsbedürfnis von Fachleuten wie von medizinischen Laien wolle das Robert Koch-Institut mit einem Merkblatt zu dieser Bakterieninfektion Rechnung tragen. Weitere Informationen zum Thema Bioterrorismus seien in Vorbereitung. Für weitergehende Informationen, insbesondere zu den Erregern, ihrer Symptomatik, den diagnostischen Möglichkeiten oder auch den Therapien, sei im Robert Koch-Institut eine zentrale Informationsstelle eingerichtet worden.
 

In Deutschland sind Impfstoffe gegen die Erreger von Milzbrand, Pest und Pocken weder zugelassen noch kurzfristig verfügbar. Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen hat in den letzten Tagen erneut recherchiert, ob derartige Impfstoffe aus dem Ausland bezogen werden können. Das Ergebnis dieser Recherche ist unter http://www.rki.de/AKTUELL/PRARCHIV/ARCHIVPR.HTM?/PRESSE/PD/PD2001/PD01_24.HTM&1 nachzulesen.
 


 

Gen gegen Milzbrand-Erreger entdeckt
Bestimmte Variante weist Resistenz gegen tödliches Bakterium auf
 

 Wissenschaftler der Harvard Medical School http://www.hhmi.org haben ein Gen entdeckt, das höchstwahrscheinlich eine zentrale Rolle bei der Milzbrand-Infektion spielt. So sind gewisse Mäusestämme gegen das tödliche Toxin des Bakteriums namens Bacillus anthracis resistent. Das hochansteckende Bakterium, das auch als biologischer Kampfstoff eingesetzt werden kann, führt bei einer Infektion über die Atemwege häufig zum Tod. Ein Impfstoff ist derzeit nur in geringen Mengen vorhanden.
 

Das Gen macht Mäuse gegen den Giftstoff weniger empfindlich. Die Ursuche liegt laut dem Genetiker William Dietrich auf dem Chromosom elf, wo eine Variante des so genannten Kif1C-Gens die Mäuse schützt. Das in vier Varianten auftretende Gen scheint bei Makrophagen, weißen Blutkörperchen, die Schädlinge vernichten und einen Infektionsschutz darstellen, zu einer heftigen Reaktion zu führen. Das Kif1C-Gen produziert demnach ein Protein, das innerhalb der Makrophagen als Transportmolekül fungiert. "Wahrscheinlich nutzen Milzbrand-Erreger die Proteine und vernichten so die Makrophagen", erklärte Dietrich. Die Forscher spekulieren, dass bestimmte Varianten des Gens diesen "Diebstahl" verhindern. Der exakte Weg, wie das Gen das Bakterium bekämpft, ist den Genetikern noch unklar. Dennoch hoffen die Wissenschaftler durch die Erkenntnisse eine Basis für die Bekämpfung von Milzbrand-Infektionen gefunden zu haben. Im nächsten Schritt sucht das Team um Dietrich nach Variationen dieses Gens beim Menschen.
 

Milzbrand ist eine übertragbare Krankheit mit weltweiter Verbreitung. Der Krankheitserreger bildet außerordentlich resistente Sporen, die sich in der Umwelt jahrzehntelang halten. Das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch ist gering. In den USA werden Soldaten aufgrund des Einsatzes von Milzbrand als biologische Waffe geimpft. Experimente des Militärs haben dazu geführt, dass die schottische Insel Guida mit dem Erreger heute noch so verseucht ist, dass auch nach über 50 Jahren das Betreten lebensgefährlich und daher strikt verboten ist. Hier wurden im 2. Weltkrieg von den Briten entsprechende Versuche mit dem Milzbranderreger vorgenommen, so ein Bericht in medizin-worldwide http://www.m-ww.de .
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:16
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