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Gesundheitsinfos im WWW stecken noch in Flegeljahren
Viele fehlerhafte Websites und belanglose Links
Gesundheitsinformationen im Internet sind schwer zu finden und
unvollständig. Das geht aus Untersuchungen von 25 Websites in englischer und
spanischer Sprache zu den Themen Brustkrebs, kindliches Asthma, Depression und
Übergewicht hervor. Auch Suchmaschinen führen häufig zu irrelevanten
Informationen. Nur einer von fünf Links führte zur Website mit den gesuchten
Schwerpunkten trotz zehn eingesetzter englischsprachiger Suchmaschinen. Die
von der California HealthCare Foundation
http://www.chcf.org initiierte
Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Journal of the American Medical
Association (JAMA)
http://jama.ama-assn.org veröffentlicht.
Englischsprachige Websites sind gemäß der Studie nur zwischen 75 und 91
Prozent fehlerfrei. Zusätzlich untersuchten verschiedene Ärztegremien, ob die
Informationen alle abzudeckenden "klinischen Elemente" beinhalten.
Spanischsprachige Gesundheitsinformationen schnitten noch schlechter als
Websites in englischer Sprache. Zwei Drittel aller wesentlichen klinischen
Elemente über Depression wurden nicht aufgeführt. Zudem enthielten die
Websites häufig widersprüchliche Aussagen.
Im Durchschnitt fehlen laut Ärzten bei relevanten Seiten zum Thema
Übergewicht 35 Prozent der wesentlichen medizinischen Infos. Besser schnitten
die drei anderen Krankheiten ab. So fehlten z.B. bei Seiten zum Thema
Brustkrebs nur 16 Prozent der klinischen Angaben zur Erkrankung.
"Gesundheitsinformationen im Internet haben sich vom frühen Kindesalter zu den
Flegeljahren hin entwickelt. Sie gewinnen an Reichweite, aber nicht an
Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit", so der Sprecher der California
HealthCare Foundation, Sam Karp.
Ein weiterer ebenfalls im JAMA publizierter Artikel schlägt Richtlinien für
"surfende" Patienten vor. So sollen Gesundheitsinfos im Internet kein Ersatz
für Arztbesuche sein. Außerdem sollten Mediziner ihr Urteil zu relevanten
Websites abgeben und die Empfehlungsschreiben jener Personen überprüfen, die
im Internet publizieren. Dadurch könnte festgestellt werden, ob
Website-Betreiber dazu befugt sind oder nur versuchen, einen
Online-Produkthandel zu betreiben.

Gesundheitsportale haben Reichweite verdoppelt
Nutzer von Gesundheitsangeboten meist kinderlos
Das Online-Marktsegment "Gesundheit" hat in Deutschland seine Reichweite in
den letzten zwölf Monaten verdoppelt. Dies zeigen die Ergebnisse aus dem
monatlich erscheinenden Digital Media Report vom Marktforschungsunternehmen
Jupiter MMXI. Während die Angebote im Web rund um das Thema Gesundheit im
April vergangenen Jahres 4,3 Prozent aller deutschen Surfer besuchten, waren
es im April dieses Jahres bereits 8,7 Prozent.
Auf Platz Eins rangiert mit 2,2 Prozent Reichweite und 292.000 Besuchern
(Internetnutzung von zu Hause aus) das Gesundheitsnetz almeda.de, Newcomer
dieser Kategorie ist das Online-Angebot der Zeitschrift Fit for Fun
http://www.fitforfun.de ,
das im Januar dieses Jahres zum ersten Mal die Ein-Prozent-Reichweitenhürde
schaffte.
Die Daten zeigen, dass knapp dreiviertel aller Besucher von
Online-Gesundheitsangeboten keine Kinder haben und knapp die Hälfte in Ein-
oder Zwei-Personen-Haushalten leben. Rund 60 Prozent verfügen über ein
Haushaltsnettoeinkommen von über 4.000 Mark, was in etwa dem Durchschnitt der
deutschen Surfer entspricht. Besonders Männer über 50 Jahre nutzen die
Angebote rund um das Thema Gesundheit häufig. Knapp 14Prozent aller Besucher
dieser Sites sind Männer, die älter als 50 sind. Aber auch die über 30-
jährigen Männer sind überdurchschnittlich stark daran interessiert, sich
online zum Thema
Wellness und Gesundheit zu informieren.
Zu den Gesundheitsinformationen gelangen viele Surfer über Portale und
Suchmaschinen. So waren knapp 50 Prozent der Besucher von almeda.de
http://www.almeda.de vorher
beim Portal web.de http://www.web.de
, rund 13 Prozent kamen von google.de
http://www.google.de .
