REGIO-PRESS-MEDIEN

Berlin - Wien - New York - Düsseldorf - München

Automobil Finanzmarkt Foren Gaestebuch Gesellschaft Grusskarten Horoskop Kontakt Int.-Versions Journalismus Justiz Kontaktanzeigen Kultur Links Literatur Medizin Mitarbeiter Models News Österreich PC u. Technik Politik Sport Stellenmarkt Suchen WAP Wissenschaft

Medien-Gesetz

 


 

 

Home
Nach oben  

REGIO-PRESS ist Mitglied im Journalisten-Ring
<< Info Alle >>

REGIO-PRESS-Medizin, Passwortgeschützter Bereich für medizinische Berufsgruppen!

 

     Voting.. Top-99 Site

        

                       

 

Mediengesetze im Parlament beschlossen (Update)
Debatte von gegenseitigen Interventionsvorwürfen geprägt

Die Reform des ORF-Gesetzes ist heute, Donnerstag, mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ im Nationalrat beschlossen worden. Dem Privatfernsehgesetz stimmte auch Grün-Abgeordneter Peter Pilz zu; der Richtlinie, die jene nationalen Ereignisse festlegt, die verpflichtend im Free-TV übertragen werden müssen, die gesamte grüne Fraktion. Die Opposition kam der Bitte der Regierung, den geplanten Stiftungsrat mit Zwei-Drittel-Mehrheit in den Verfassungsrang zu heben, nicht nach. Mit 101 Pro- gegen 77 Contra-Stimmen erhielt der Antrag nicht die erforderliche Mehrheit. Die Anträge der Grünen, den ORF gesetzlich zum Betrieb von Radio Österreich International (ROI) sowie zur Ausstrahlung von Minderheitenprogrammen zu verpflichten, blieben in der Minderheit.

"Mit den Gesetzen wird ein wichtiges Kapitel des Regierungsprogramms erfüllt", so Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Nun beginne eine interessante Zukunft, die neben der Qualitätssicherung in den ORF-Programmen auch mehr Vielfalt und Wettbewerb ermögliche. Die Opposition kritisierte vor allem die Neugestaltung des ORF. Diese gefährde die Unabhängigkeit der Berichterstattung und die wirtschaftliche Existenzfähigkeit.

Die Parlamentsdebatte stand in weiten Teilen im Zeichen von gegenseitigen Interventionsvorwürfen. "Aus dem ORF soll ein Staatsfunk werden", meinte SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Das Weisungsrecht des Generaldirektors diene der Beschränkung journalistischer Freiheiten. "Cap kann mit einem unabhängigen Medium nichts anfangen", konterte ÖVP-Klubobmann Andreas Khol. Einen "Rotfunk" werde die ÖVP nicht weiter dulden. Ähnlich auch FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler, der der SPÖ vorwarf, den ORF als sozialistisches Propagandainstrument missbraucht zu haben. "Ich habe über 50 Interventionen dokumentiert, die veröffentlicht werden". Schüssel räumte Interventionen zwar ein ("Niemand ist keusch, der hier sitzt"), aber die erstmalige Festschreibung der Rechte und Pflichten der ORF-Journalisten würde künftig Unabhängigkeit garantieren.

Auch SP-Abgeordneter Peter Schieder gab zu, dass es politische Interventionen seitens der SPÖ gegeben habe, aber die Art und Weise sei eine andere gewesen. Er kritisierte die Besetzung des künftigen Stiftungsrats. "Die kleinste Partei, die jemals den Bundeskanzler stellte, hat den stärksten Einfluss im ORF, den es je gegeben hat". Der Stiftungsrat werde, so Cap, mehrheitlich von der Bundesregierung besetzt und werde daher in ihrem Sinn entscheiden. "Die Journalisten werden im Stiftungsrat der Prüfung von ÖVP und FPÖ unterzogen". Das Organ entscheide weiters über die Qualität von Sendungen. "Dies kann zu Zensur führen", warnte Cap.

"Nicht der Stiftungsrat wird Sendungen auswählen, sondern der Generaldirektor bzw. die Programmintendanten", erwiderte Khol. Mit dem Gesetz werde die österreichische Note im Programmauftrag noch mehr zum Tragen kommen. Der Auftrag sei präzise gefasst und auch einklagbar. "Bisher war das Programm immer an der Grenze zur Rechtswidrigkeit". Genau dies bezweifelte Grün-Mandatarin Madeleine Petrovic. Der öffentlich-rechtliche Auftrag sei zu wenig präzisiert. Jeder habe beispielsweise eine andere Auffassung darüber, was die Begriffe "in der Regel" und anspruchsvoll" bedeuten. "Ein Gummiparagraf, über den die Mehrheit der Stiftungsräte entscheidet". Ein Mehr an qualitativen Pogrammen forderte die freiheitliche Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer ein. "Mit ihren Gebühren haben die Seher ein Recht auf gutes österreichisches Programm". Es werde nicht für ein Kommerzprogramm gezahlt, sondern für den Bildungs-, Kultur- und Informationsauftrag. "Taxi Orange darf der ORF senden, aber keine Gebühren dafür verwenden", stelle Riess-Passer klar.

Zu den von der Opposition befürchteten wirtschaftlichen Problemen des ORF stellte Westenthaler fest, dass der ORF bei drei Mrd. Schilling an Rücklagen und Milliarden an Gebühreneinnahmen nichts zu befürchten habe. Ähnlich der Bundeskanzler, der feststellte, dass der ORF nicht geschwächt, sondern stärker werde. "Ich stehe 100 Prozent hinter den Werbebeschränkungen. Jeder, der eine Schwächung behauptet, kann keine Bilanz lesen". Legenden, dass der ORF ausgehungert werde, seien falsch und würden nicht eintreten. "Ist eine Führung, die sagt, sie sei dem internationalen Wettbewerb nicht gewachsen, wirklich die Richtige", fragte Schüssel.

Der Vorwurf, dass es Versäumnisse in der Medienpolitik gegeben habe, sei wahr, räumte Schüssel ein. Mit dem Privat-TV-Gesetz werde es aber mehr Anbieter und somit mehr Vielfalt geben. "Der Austausch der ewig gleichen Argumente, warum der Status Quo erhalten werden muss, ist nun vorbei", ergänzte Medienstaatssekretär Franz Morak (ÖVP). Die beiden Gesetze seien ein positiver Schlusspunkt nach einer jahrzehntelangen Diskussion, ein Akt der Befreiung und die Herstellung der Normalität. Morak sprach von einem Schritt ins 20. Jahrhundert im 21. Jahrhundert. Für Peter Pilz, der als einziger Oppositioneller dem Privat-TV-Gesetz zustimmte, ist es sinnvoll, private Konkurrenz zuzulassen. "Die Absicht, RTL3 zu installieren, ist jedoch sichtbar".

 



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



This site is powered by the ICQ2Go Panel © 2002 ICQ Inc. All Rights Reserved. Use of ICQ2Go Panel is subject to the ICQ Terms of Service.

Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:15
Copyright REGIO-PRESS-MEDIEN
© 1998 - 2007
V.i.S.d.P. CR Joerg W. Baur
 
Diese Seiten sind optimiert für: IE 7 u. Netscape 8.1
sowie Mozilla Firefox 2 & Opera 9
Empfohlene Bildschirmauflösung : 1280 x 1024  

 

           WEBCounter by GOWEB 


Bitte stimmen Sie für diese Homepage ab.
Wählen Sie einfach den entspechenden Punkt.
naja... gut sehr gut zu empfehlen TOP SITE