Auf der Medica 2005: Schnelltest entlarvt Zytostatika vor Ort
Aus der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) mit BMWA-Förderung
Zytostatika, zu denen auch bestimmte Antibiotika und Hormone zählen,
werden zur Behandlung von Krebs, aber auch bei rheumatischen und
weiteren Erkrankungen eingesetzt. Der jährliche Verbrauch in
Deutschland beträgt rund zehn Tonnen. Da die Substanzen bei nicht
sachgerechtem Einsatz schwere Gesundheitsschäden hervorrufen können,
müssen medizinische, technische und Pflegekräfte vor dem direkten
Kontakt mit ihnen geschützt und ihre Arbeitsplätze überwacht werden.
Dazu werden bislang Wischproben von möglicherweise kontaminierten
Flächen genommen, in Laboratorien transportiert und dort teuer und
zeitaufwändig analysiert. Mit Unterstützung der AiF haben
Wissenschaftler des Instituts für Energie- und Umwelttechnik in
Duisburg und der Hochschule Niederrhein in Krefeld einen
immunchromatographischen Wischtest zur schnellen Vor-Ort-Detektion von
Verunreinigungen durch Zytostatika auf abwischbaren Flächen
entwickelt. Die Analyseergebnisse liegen nicht nur deutlich schneller
vor, sondern die Kosten liegen auch wesentlich niedriger als bei den
etablierten Verfahren.
Die bisherige Technik zur Bestimmung von Zytostatikakontaminationen
auf Oberflächen besteht aus zwei zeitlich und räumlich getrennten
Arbeitsschritten, die der neue Test in einem Arbeitsgang vereint. Die
Forscher haben für häufig angewandte Zytostatika Antikörper entwickelt
und in das Schnelltestformat implementiert. Das Ergebnis erhält der
Anwender direkt am Ort der vermuteten Verunreinigung. Er wischt die
Oberfläche ab, setzt dem Teststreifen eine Flüssigkeit zu, die den
Analyseprozess in Gang setzt, und erfährt nach etwa 30 Sekunden, ob
und wie stark die Fläche verunreinigt ist. Dieses Prinzip lässt sich
auch zur Identifikation anderer Schadstoffe nutzen.
Während eine Einzelmessung mit instrumentellen analytischen Methoden
zwischen 100 und 150 Euro kostet, wird der Verkaufspreis des
Wischtests voraussichtlich bei 10 bis 15 Euro liegen. Diese deutliche
Senkung der Kosten ist besonders relevant, wenn, wie zu erwarten, das
routinemäßige Umgebungsmonitoring in Deutschland eingeführt wird, wie
es schon in anderen Ländern der Fall ist.
Weltgrößte
Medizinfachmesse in Düsseldorf Ausstellung und Kongress im Rahmen der MEDICA 2004
Von 24. bis 27. November findet in Düsseldorf die
weltgrößte Medizinmesse statt. Über 4.000 Aussteller aus 67 Nationen
präsentieren neueste Produkte, Verfahren und Dienstleistungen für den
Bereich der ambulanten und stationären Versorgung. Das Angebot der
MEDICA 2004 http://www.medica.de
umfasst Labortechnik und Diagnostika,
Physiotherapieprodukte und Bedarfsartikel, Elektromedizin,
Medizintechnik, Informations- und Kommunikationstechnik für
Gesundheitseinrichtungen, Raumeinrichtung und Themen des Facility
Managements.
Neben der Fachmesse findet auch der MEDICA-Kongress mit über 200
Seminaren und Kursen statt. Dieser versteht sich als Fort- und
Weiterbildungsforum für alle medizinischen Berufsgruppen. Aber es werden
auch Info-Veranstaltungen für allgemein Interessierte, Patienten und
Angehörige abgehalten. Parallel veranstaltet die Zulieferindustrie die
ComPaMed, die ein Aussteller-Plus gegenüber dem Vorjahr von rund 40
Prozent aufweist. Im Rahmen der ComPaMed werden beispielsweise
Mikro-Motoren oder feinste Sensoren für die in der Chirurgie oder
Diagnostik eingesetzten Geräte und hautverträgliche und elastische
Materialien für Medizinalprodukte vorgestellt.
"Die Gesundheitswirtschaft ist Arbeitgeber Nummer 1 in Deutschland. 4,2
Mio. Menschen sind hierzulande im Dienste der Gesundheit tätig",
unterstrich Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der
Messe Düsseldorf die Bedeutung der Branche als "Job-Motor". Verglichen
mit anderen Wirtschaftszweigen erzielten die Hersteller von
Medizinprodukten und -technik ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum
von vier Prozent (Gesamtmarkvolumen: 19 Mrd. Euro). |
MEDICA 2001 schließt mit Besucherrekord
Weltgrößte Medizinmesse als Innovationsbarometer der Branche
Die weltgrößte Medizinmesse MEDICA 2001 ist nach vier Tagen heute, Samstag,
in Düsseldorf zu Ende gegangen: 127.500 Fachbesucher (Vorjahr: 126.000) kamen
an den Rhein, um sich über die neuesten Produkte und Dienstleistungen für den
gesamten Bereich der ambulanten und stationären Versorgung zu informieren. Gut
ein Viertel waren internationale Besucher, der Anteil von Delegationen aus den
arabischen Ländern war auffallend hoch, teilte die Messe Düsseldorf mit.
http://www1.medica.de
"Nach den jüngsten weltpolitischen Ereignissen hatten wir mit rund 120.000
Besuchern kalkuliert. Dieses Ziel ist nun deutlich übertroffen worden", so
Horst Klosterkemper, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf
http://www.messe-duesseldorf.de . Insgesamt 3.637 Aussteller aus 58
Ländern zeigten markante Entwicklungssprünge zum Beispiel bei den bildgebenden
Verfahren, insbesondere den Ultraschallgeräten. Diese werden einerseits immer
kompakter und damit für den mobilen Gebrauch anwendbar und andererseits
erreichen bestimmte neu vorgestellte Geräte eine bislang nicht vorstellbare
Präzision, zum Beispiel bei der Gefäßdarstellung. Weitere exemplarische
Messeneuheiten waren das kleinste, leichteste Langzeit-EKG-Gerät der Welt oder
auch besonders pfiffige, patientennahe Lösungen wie ein elektrotherapeutischer
Stift zur Herpesbehandlung, das Thermometer für die Stirn oder interaktives
Rückentraining mit Ball und PC.
Ebenfalls guter Resonanz erfreute sich das MEDICA-Kongressprogramm mit
seinen insgesamt rund 10.000 Teilnehmern. Dabei wurden mitunter thematisch
heiße Eisen angepackt. "Sexueller Missbrauch von Kindern" war eines der
brisanten Themen des MEDICA-Kongresses oder z. B. die zum Teil schwierigen
diagnostischen Methoden und Möglichkeiten der kinder-gynäkologischen aber auch
der forensisch-psychologischen Diagnostik. Sehr international war das Publikum
bei den Vorträgen des parallel zum MEDICA-Kongress durchgeführten
Weltkongresses für Laboratoriumsmedizin der WASPaLM - World Association of
Societies of Pathology and Laboratory Medicine. Darüber hinaus eingebunden in
die Veranstaltungen des MEDICA-Kongresses war die Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für neurologische Rehabilitation, die Neuro-Reha 2001.