Med.TV gewinnt an Ärztepraxen
Susanne Takats: "Verdopplung des Mediums in Wartezimmern im
November möglich"
In Österreich ist kürzlich das Gesundheitsprogramm für die Arztpraxis
Med.TV http://www.medtv.at
gestartet. "Das Feedback ist enorm. Ab November ist mit rund 200 mit Med.TV
ausgerüsteten Wartezimmern zu rechnen", sagte die Herausgeberin des neuen
Mediums Susanne Takats im Gespräch mit pte. Ziel der Chefredakteurin und
ehemaligen Geschäftsführerin der österreichischen Krebshilfe ist es Prävention
zu betreiben.
"Es ist schwer, Gesundheit in die Medien zu bringen", weiß Takats aus
Erfahrung. Aber gerade Prävention interessiere die Bevölkerung. Daher
konzentriert sich Takats vorerst auf solide Themen. "Patienten, die die
Arztpraxis verlassen, sollten etwas mitnehmen, ohne dass sie mit erhobenem
Zeigefinger belehrt werden". Die einzelnen Beiträge der 60-Minuten-Videos sind
kurz gehalten. "Den Wartenden soll einerseits nicht langweilig werden bzw. die
Wartezeit nicht zu kurz sein, um sich den Beitrag vollständig anzusehen", so
die Med.TV-Initiatorin weiter. Die Beiträge werden derzeit von einem
fünfköpfigen wissenschaftlichen Beirat aus medizinischen Experten und
Ernährungswissenschaftlern unterstützt. Für das Drehbuch ist Takats selbst
verantwortlich, ein Filmteam sowie eine professionelle Sprecherin werden für
die monatliche Produktion hinzu gezogen.
In einem halben Jahr kann sich die Chefredakteurin vorstellen, in
Fachbereiche zu intensivieren. "Die Reaktionen von Krankenhäusern und
Ambulanzen sind enorm". Die Beiträge müssten allerdings länger gestaltet
werden. Auch sozialen Randthemen wie Menschen, die auf der Straße leben, will
sich Takats nach der Etablierung verstärkt widmen. "Aber erst soll eine solide
Basis geschaffen werden, denn die Produktionen müssen wirtschaftlich tragbar
sein". Die Kosten des ersten Videos belaufen sich auf einen siebenstelligen
Betrag. Den Break-Even hält Takats in zwei Jahren für möglich. "Lauft alles so
gut wie jetzt, steht auch einer Expansion nichts mehr im Wege". Die
Med-TV-Betreiberin kann sich allerdings nicht vorstellen, ein TV-Sender der
Pharmafirmen zu werden. "Natürlich gibt es Beiträge über neue Produkte, aber
das Video muss eine gute Mischung sein", bekräftigt Takats.
Auf die Frage, ob Patienten Fernsehen im Wartezimmer überhaupt
akzeptierten, meinte Takats: "Die Bedenken wurden vorab durch Befragungen
beseitigt. Personen wurden befragt, was sie wollen". Vieles wusste sie auch
aus vorangegangener Berufserfahrung. ORF-Drehs in Wartezimmern hätten erst
kürzlich gezeigt, dass Patienten durchaus positiv eingestellt sind. Die
Beiträge würden nicht als belästigend empfunden. "Die Wartezeit in Arztpraxen
soll sinnvoll verkürzt werden. Dies vor dem Hintergrund, dass in Österreich 30
Mio. Mal jährlich ein Arzt aufgesucht wird", so Takats. Darüber hinaus kommt
jeder Patient rund 2,5 Mal je Quartal zum Arzt. Für Takats ist Med.TV eine
Mission. "Das Risiko dabei ist allerdings nicht unwesentlich".