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MAK kämpft gegen Kostenspirale
Noever: "Kampf ums ökonomische Überleben im Dienst an der Kunst"

"Als Effekt der Privatisierung und der Übernahme privatwirtschaftlicher Methoden laufen Kunst- und Kulturinstitutionen hierzulande Gefahr, im Kampf ums ökonomische Überleben den Dienst an der Kunst aus den Augen zu verlieren", erklärte Peter Noever, Direktor des Museums für Angewandte Kunst (MAK), heute, Dienstag, anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz 2004. Da die Basisabdeckung des Bundes seit der Ausgliederung aus dem Bundesbudget mit acht Mio. Euro gleich geblieben ist, kämpft Noever mit sinkenden Budgets für den laufenden Ausstellungsbetrieb, da Fixkosten wie Gehälter oder Mieten indexiert sind und damit ständig steigen. http://www.mak.at/service/f_service_presse.htm

Allein die Personalkosten beliefen sich im Vorjahr auf 46 Prozent des Gesamtbudgets. Insgesamt hatte das MAK 2004 ein Budget von 9,8 Mio. Euro zur Verfügung, davon wurden 1,5 Mio. Euro für Ausstellungen ausgegeben. "Wäre die Basisabgeltung seit der Ausgliederung mit zwei Prozent valorisiert gewesen, würden dem MAK im Jahr 2005 rund 830.000 Euro mehr an Geldmitteln zur Verfügung stehen", moniert Noever. Immerhin konnte die Anzahl der Besucher im Vorjahr um zehn Prozent auf 190.000 gesteigert werden, konkrete Angaben zu den Einnahmen aus Eintrittsgeldern machte Noever jedoch nicht. Im Jahresbericht findet sich jedoch der Hinweis, dass allein die eintrittsfreien Samstage im Vorjahr 43.000 Besucher zählten und damit wohl für einen Großteil des Besucherzuwachses verantwortlich sind.

"Das MAK hat nicht mehr genug Geld um die Flächen zu nutzen, eröffnet aber den Contemporary Art Tower", kritisiert Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, in seinen kürzlich vorgestellten "Vorschläge zur Neuordnung der Bundeskunst- und -kulturenmuseen". (Details siehe: http://www.gruene.at/themen.php?tid=30974&wo=1&kat=kultur&kid=33 ) Seit 2001 entwickelt entwickelt das MAK das Projekt CAT - Contemporary Art Tower, das die Umwandlung des Gefechtsturms Arenbergpark in ein internationales Zentrum für zeitgenössische Kunst vorsieht. Kerngedanke des CAT ist es, Künstlern die Möglichkeit zu geben, im Laufe von etwa fünfzehn Jahren vor Ort an Objekten und Rauminstallationen zu arbeiten. Noever: "CAT ist die Lösung zur Finanzierung einer international einzigartigen unverrückbaren Sammlung - ohne Einbeziehung des Kunstmarkts, sondern als Resultat der in unterschiedlichsten Formen für den speziellen Raum verwirklichten künstlerischen Positionen."

Laut Noever ist es dem MAK trotz schwieriger Rahmen- und Umfeld-bedingungen sowie schwieriger finanzieller Voraussetzungen auch für das Jahr 2005 gelungen, ein komplexes Ausstellungsprogramm sicherzustellen. Anlässlich des 50. Jahrestags der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags präsentiert das MAK unter dem Titel ZUSTANDSANALYSEN ein 10-teiliges MAK NITE© special-Programm. Zehn österreichische Künstler werden im Zeitraum von Mai bis Oktober 2005 jeweils einzelne Teile und Artikel des Staatsvertrags unter die Lupe nehmen und auf ihre Aktualität, Erfüllung und Nichterfüllung prüfen.
 

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:14
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