Ferienflieger LTU vorerst gerettet
NRW unterzeichnet Bürgschaft für 100-Mio.-Euro-Kredit
Der angeschlagene Ferienflieger LTU
http://www.ltu.de kann vorerst
weiter in die Luft gehen. Die Landesregierung
http://www.nrw.de unterzeichnete
am Freitag in Düsseldorf die Landesbürgschaft für einen Bankenkredit in Höhe
von 100 Mio. Euro mit einer Laufzeit von zwölf Monaten, der sofort fließen
kann. Damit ist eine Insolvenz des Unternehmens zunächst abgewendet und der
Weg frei für ein Sanierungskonzept. Gesucht wird aber weiterhin ein Investor,
der den Anteil von 49,9 Prozent der ehemaligen LTU-Muttergesellschaft Swissair
übernimmt. Deren Konkurs hatte die LTU in Turbulenzen gebracht.
Zu dem vom Land verbürgten LTU-Kredit steuern die Stadtsparkasse Düsseldorf
und die Westdeutsche Landesbank (WestLB) jeweils 50 Mio. Euro bei. Weitere 20
Mio. Euro schießt der Handelskonzern Rewe dazu, der außerdem für eine Summe in
gleicher Höhe bürgen wird. Der Unterzeichnung der Bürgschaft, für die die
EU-Kommission am Donnerstag grünes Licht gegeben hatte, war in der Nacht ein
hartes Ringen mit den kreditgebenden Banken über die Einzelheiten des
Kreditpakets vorangegangen.
"Es waren schwierige, auch vom Scheitern bedrohte Verhandlungen", hob
Nordrhein-Westfalens Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hervor. Auslöser
seien kurzfristig aufgetretene Unstimmigkeiten darüber gewesen, in welcher
Höhe das Land für die Kredite bürgen solle. Nach der jetzt getroffenen
Vereinbarung sichert das Land die Kredite zu 90 Prozent ab. Die Banken hatten
zunächst 100 Prozent verlangt. Die Dresdner Bank sei dem Finanzkonsortium "von
der Fahne gesprungen", weil sie einer 90-prozentigen Kreditabsicherung nicht
habe zustimmen wollen, so Steinbrück.
Der Finanzminister zeigte sich erleichtert über die Lösung. Bei einer
Insolvenz wäre die LTU am Standort Düsseldorf "kaputt" gewesen und hätten
Stadt und nordrhein-westfälische Tourismusindustrie Schaden genommen. Nach
Angaben von Landeswirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) fliegt allein der
Düsseldorfer Flughafen rund 20 Prozent seiner Einnahmen mit der LTU ein, die
2.300 Beschäftigte zählt. Insgesamt hängen an der Fluggesellschaft zwischen
4.000 und 5.000 Arbeitsplätze.
Mit der Gewährung des Kredits kann die LTU nun ihr angekündigtes
Sanierungsprogramm umsetzen und für einen neuen Investor werben. Durch
Lohnkürzungen und Einschnitte bei Sachkosten will der nach der
Lufthansa-Tochter Condor zweitgrößte Ferienflieger Deutschlands bis 2004 rund
200 Mio. Mark einsparen und seine Verluste reduzieren.
Steinbrück zeigte sich zuversichtlich, dass die LTU mittelfristig wieder in
die schwarzen Zahlen kommt und im nächsten Jahr einen Investor findet. Die LTU
sei ein "Ferienflieger mit exzellentem Ruf", dem "in den nächsten Jahren
Vertrauen geschenkt werden" dürfe. Das ehemalige Anteilspaket der Swissair
soll jetzt bei einer Düsseldorfer Anwaltsozietat geparkt werden, nachdem die
Stadtsparkasse Düsseldorf nicht mehr als Treuhänder fungieren wollte.

Neue Chance für angeschlagene LTU
Sparkasse Düsseldorf übernimmt Swissair-Anteile
Für die stark angeschlagene Charterfluggesellschaft LTU
http://www.ltu.de gibt es eine
neue Chance: Die Stadtsparkasse Düsseldorf übernimmt zunächst treuhänderisch
die 49,9 Prozent der Anteile am zweitgrößten deutschen Ferienflieger, die
bisher von dem faktisch in Konkurs befindlichen Hauptanteilseigner Swissair
gehalten wurden. Das teilte die Düsseldorfer Landesregierung am Samstag nach
einer hochkarätig besetzten Runde zur Rettung der Traditionsfluglinie in der
Staatskanzlei mit.
Unter Leitung von Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) waren LTU-Chef
Sten Daugard, West-LB-Vorstandsvorsitzender Jürgen Sengera und der
Vorstandschef des zu 40 Prozent an LTU beteiligten Handelskonzerns Rewe, Hans
Reischl, zu der mehrstündigen Krisensitzung zusammengekommen.
Nach Angaben der Staatskanzlei lag den Teilnehmern ein Untersuchungsbericht
der Wirtschaftsprüfergesellschaft PWC Deutsche Revision zum LTU-Businessplan
2001-2004 vor. Demnach gibt es Aussichten für eine Rettung der Fluglinie.
Mitentscheidend sei das Engagement der Belegschaft, die auf zehn Prozent des
Gehalts und bis zum Jahr 2003 auf das Weihnachtsgeld verzichtet.
Die Stadtsparkasse Düsseldorf wolle die Anteile von 49,9 Prozent so lange
halten, bis ein dauerhafter Investor gefunden ist, hieß es weiter. Der
Rewe-Konzern kündigte an, zusätzliches Eigenkapital aufzubringen. Das Land
stellte eine Landesbürgschaft in Aussicht. Über deren Höhe wurde vorerst
nichts bekannt.

LTU auf Pleitekurs
Ferienflieger angeblich nur noch bis November zahlungsfähig
Die Charterfluggesellschaft LTU
http://www.ltu.de ist nach Informationen der Financial Times Deutchland
http://www.ftd.de nur noch bis
November zahlungsfähig. Inzwischen bestätigte ein Sprecher des Unternehmens,
dass sich die Finanzlage zwar weiter verschlechtert habe, die Spekulationen um
Zahlungsunfähigkeit wollte er jedoch nicht kommentieren.
Die Financial Times Deutschland schreibt in ihrem Bericht, dass der LTU der
Konkurs drohe, weil sich die REWE-Gruppe entschieden habe, ihre Beteiligung an
dem Ferienflieger nicht aufzustocken. Die REWE-Guppe hält 40 Prozent der
Anteile an LTU und ist damit zweitgrößter Gesellschafter . Der erste ist die
inzwischen unter Nachlassverwaltung stehende Swissair mit 49,9 Prozent. Für
ihren Anteil wird ein neuer Investor benötigt, der bereit ist, die anteiligen
Verluste der LTU in seine Bilanz aufzunehmen. Ende der Woche seien außerdem
Gespräche zwischen den Banken und dem Land Nordrhein-Westfalen geplant, auf
denen über weitere Kredite für die Fluglinie beraten werden soll.

LTU von drohender Swissair-Insolvenz vorerst nicht
betroffen
Unternehmen sieht Kapitalbedarf für dieses Jahr gesichert
Die LTU Lufttransport-Unternehmen GmbH & Co KG
http://www.touristikgruppe-ltu.de sieht sich derzeit von der drohenden
Insolvenz ihrer Muttergesellschaft Swissair Group
http://www.swissair.com
nicht betroffen. Alle Flüge von LTU würden planmäßig starten, sagte ein
Sprecher des Unternehmens am Montag. Sollte Swissair künftig ihren
vertraglichen Verpflichtungen gegenüber LTU nicht mehr nachkommen können,
werde das Unternehmen zusammen mit den übrigen Gesellschaftern, Politik und
Wirtschaft nach einer Lösung suchen.
An der LTU sind die Swissair mit 49,9 Prozent, der Handelskonzern Rewe mit
40 Prozent und die Immobilienfondsgesellschaft CKA mit 10,1 Prozent beteiligt.
Hinter der CKA stehen das Bankhaus Sal. Oppenheim und die Axa Colonia Konzern
AG. Swissair hat sich gegenüber den Mitgesellschaftern von LTU verpflichtet,
den gesamten Kapitalbedarf der Düsseldorfer Gesellschaft bis 2005
sicherzustellen.
Nach LTU-Angaben ist der Kapitalbedarf für dieses Jahr gesichert. Im
kommenden Jahr werde allerdings die kommende Swissair-Zahlung in Höhe von 100
Mio. Schweizer Franken - 132 Mio. Mark - fällig. Im vergangenen Jahr musste
LTU bei einem Umsatz von 2,23 Mrd. Euro einen Verlust von 224 Mio. Euro
hinnehmen