Gebärdensprache
erklärt Entstehung von Grammatik
Sprachen entwickeln rasch Konventionen
US-Wissenschaftler haben anhand einer
Gebärdensprache bewiesen, dass neue Sprachen innerhalb einer
Generation bereits grundlegende Regeln der Grammatik entwickeln. Die
Forscher der University of California in San Diego haben die
Al-Sayyid-Beduinen in der israelischen Negev-Wüste untersucht. Eine
beträchtliche Zahl der Beduinen ist taub, berichtet das
Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Von den 3.500 Beduinen, die in einer abgeschlossenen Gemeinschaft
leben, die vor rund 200 Jahren gegründet wurde, sind etwa 150
taubstumm. In den vergangenen 70 Jahren haben die Wüstenbewohner
eine Gebärdensprache entwickelt, die sich sozusagen ohne äußere
Einflüsse gebildet hat. Die Sprache folgt der Wortanordnung Subjekt,
Objekt und Verb (SOV). Ein Satz würde lauten: Ich Apfel geben". Die
in Israel gesprochenen Sprachen Hebräisch und Arabisch, ebenso wie
Englisch, folgen aber der Wortanordnung Subjekt, Verb und Objekt (SVO).
"Wir haben nicht erwartet, dass sich die Anordnung der Worte so
schnell verändern kann", meint Studienleiter Carol Padden. Die
Entdeckung legt nahe, dass Grammatik sich bei Gebärdensprachen
relativ schnell bildet. Bei geschriebenen Sprachen dauert dies zum
Teil Jahrhunderte.
Schnelle Sprachentwicklungen bei Zeichen- und Gebärdensprachen sind
den Sprachforschern schon länger bekannt. So entwickelten Taubstumme
in Nicaragua in den vergangenen 25 Jahren eine separate
Gebärdensprache (pte berichtete:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040917021 ) Einzigartig an
den Beduinen ist aber die Tatsache, dass sich ihre Sprache ohne
Einflüsse von außen entwickelt hat. Auch andere Experten wie etwa
der Linguist Steven Pinker von der Harvard University sehen in der
Studie sensationelle Erkenntnisse. "Die Ergebnisse machen deutlich,
dass das menschliche Gehirn das Motiv hat, eine expressive,
grammatikalische Sprache ohne lange Entwicklungsgeschichte zu
schaffen", so Pinker, der von der Geschwindigkeit der
Sprachentwicklung beeindruckt ist. Die Stellung der Worte
beeindruckt den Forscher allerdings weniger, da viele Sprachen
während ihrer Geschichte die Positionierung von Subjekt, Prädikat
und Objekt verschoben haben. Die einfache Strukturierung der
Beduinensprache ist eine wichtige Konvention, die einen späteren
Feinschliff ermöglicht, erklärt der Experte.
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Auswertungs-Tool für
Schriftsachverständige
DocuWare erfasst biometrische Merkmale
Der deutsche Spezialist für elektronische
Archivierung DocuWare
http://www.docuware.com hat ein Dokumenten-Management-System
präsentiert, mit dem sich Handschrift-Signaturen visuell auswerten
lassen. In der neuen Version 4.6a unterstützt "DocuWare" die
handschriftliche Signatur am Tablet-PC.
Der Stift des Tablet-PCs aktiviert dazu den Stempel für
Handschriften-Signaturen und der Anwender unterschreibt an der
angeklickten Stelle auf einem Dokument. Anschließend kann die
Unterschrift laut DocuWare automatisch mit dem Rahmen des Stempels
und weiteren Informationen wie dem Datum ergänzt werden.
Biometrische Informationen wie Aufdruckstärke und
Schreibgeschwindigkeit kann das neue System zusammen mit dem Stempel
abspeichern. Biometrische Merkmale lassen sich anschließend als
separate Kurvenverläufe oder als 3D-Grafik am Bildschirm darstellen.
Mit der neuen Lösung können Schriftsachverständige die verschiedenen
Ausprägungen mit einer Referenzsignatur abgleichen und die Identität
desjenigen, der die digitale Handschrift-Signatur angebracht hat,
prüfen.
"Der Hype der elektronischen Signatur liegt hinter uns. Ihr Einsatz
im täglichen Geschäftsleben nimmt inzwischen kontinuierlich zu",
erklärt DocuWare-Vorstand Jürgen Biffar. Mit seinen Lösungen möchte
DocuWare vor allem mittelgroßen Organisationen mit 20 bis 200 PCs
oder 50 bis 500 Mitarbeitern ein umfassendes und integriertes
Dokumenten-Management bieten. |

Trendige Vokabel im Netz
Die
aktuelle Wörter-Szene in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch
Durch die
neuen Medien entstehen vermehrt ortsunabhängige Gemeinschaften, was die
Entstehung neuer Wörter und vor allem deren Verbreitung beschleunigt. Das
Tempo der Sprachveränderung bereitet vielen Menschen schon in der eigenen
Sprache Schwierigkeiten. Wenn es um fremdsprachige Vokabel geht wird es noch
viel schwieriger Schritt zu halten. Somit sind auch die Wörterbuch-Verlage
gezwungen, auf die neuen Medien zu setzen.
Die grünen Pons-Wörterbücher
http://www.pons.de sind das wohl bekannteste Produkt des Ernst Klett
Verlages
http://www.klett-verlag.de . Auf der Pons-Website selbst findet sich eine
laufend aktualisierte Liste aktueller Wortkreationen aus allen
Sprachbereichen. Die "Wörter-Szene aktuell"
http://www.pons.de/aktiv/neuwort/neuwort.php?sprache=englisch ist neben
Englisch auch in Französisch, Spanisch und Italienisch zu finden. Auch im
neuen Jahr sind schon je fünf Vokabel hinzugekommen. Das laufende Jahrzehnt
wird, so kann man erfahren, im Englischen mit "noughties" bezeichnet. Etwas
naheliegender sind das spanische "ingeniería genética" für Gentechnik, oder
das italienische "Mafiocrazia" für die Herrschaft der "ehrenwerten
Gesellschaft". Auch dass ein Globalisierungsgegner in Frankreich als "antimondialiste"
bezeichnet wird, ist noch relativ leicht verständlich. Was aber ist ein "principiante"
(italienisch) oder eine "flor de invernadero" (Spanisch)? Was sind "branchitude"
(Französisch)? Und was widerfährt jemandem in England, dem "props" gegeben
werden?
Nachzulesen und nachzulernen gibt es diese und viele weitere neue Vokabel, die
in kaum einem gedruckten Wörterbuch am heimischen Bücherregal zu finden sein
werden, unter
http://www.pons.de/aktiv/neuwort/neuwort.php?sprache=englisch .

"Unwort des Jahres" zum elften Mal gesucht
Einreichungen bis 7. Januar 2002
Bereits zum elften Mal wird das "Unwort des Jahres"
http://www.unwortdesjahres.org gesucht. Eine unabhängige Jury hat
aufgerufen, "sprachliche Missgriffe" der öffentlichen Kommunikation
einzusenden, die in diesem Jahr besonders negativ aufgefallen sind, weil sie
"sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde
verletzen". Im Vorjahr war dies "national befreite Zonen" (vgl. pte:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=001028016 ). Letzter Einsendetag ist
der 7. Januar 2002, die Jury-Entscheidung wird am 22. Januar bekannt gegeben.
Bei den Einsendungen kann es sich um einzelne Wörter oder um Formulierungen
handeln, die in der Politik oder Verwaltung, in Kulturinstitutionen oder
Medien, in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik oder in einem anderen Bereich
öffentlich verwendet wurden. Vorschläge können von allen Deutschsprachigen im
In- und Ausland gemacht werden, eine Quellenangabe wird dabei erbeten.
Neben Horst D. Schlosser von der Goethe-Universität in Frankfurt
http://www.rz.uni-frankfurt.de/fb10/schlosser/ gehören der Jury drei
weitere Sprachwissenschaftler verschiedener Universitäten an. Als zwei weitere
Juroren fungieren in diesem Jahr die Fernsehjournalisten Klaus Bresser
(vormals ZDF) und Maybrit Illner (Redakteurin des Magazins "Berlin Mitte").
Zum "Jahrhundert-Unwort" wurde im letzten Jahr "Menschenmaterial" gekürt.

Netzwerk Deutsche Sprache. Tagung vom 14.09.2001
Entschliessung von Bern zum Stellenwert der Deutschen
Sprache in Europa
Das internationale Netzwerk Deutsche Sprache hat am 14. September 2001 auf
seiner dritten Tagung in Bern die folgende Entschliessung zum Stellenwert der
Deutschen Sprache in Europa verabschiedet.
Europa lebt von seiner kulturellen Vielfalt. Ein "Europa für Alle" kann nur
entstehen, wenn die darauf aufbauende kulturelle Identität und schöpferische
Motivation seiner Bürger, mit der sprachlichen Vielfalt als deren sichtbarster
Ausdruck, geachtet und gefördert werden.
Leider setzt sich die englische Sprache als alleinige Arbeitssprache der EU
immer stärker durch. Dies hat in den unterschiedlichsten Bereichen negative
Auswirkungen auf Status und Entwicklungspotential aller anderen Sprachen. Wenn
dem nicht gegengesteuert wird, drohen sie unter der Vorherrschaft des
Englischen zu Minderheitssprachen zu werden und großen Schaden zu erleiden.
Die Osterweiterung der EU ist ein geeigneter Anlass, ein neues Miteinander
aller Sprachen in Europa herzustellen. Die Sprachvereine im Internationalen
Netzwerk Deutsche Sprache streben vor allem an, dass die Sprache der mit
Abstand größten Sprachgemeinschaft Europas endlich einen institutionellen
Status in der EU bekommt, der dem politischen, wirtschaftlichen und
demographischen Gewicht des deutschen Sprachraums angemessen ist. Die
überkommene arbeitssprachliche Dreiheit Englisch/ Französisch/ Deutsch ist
faktisch weder in sich ausgeglichen, noch in der Lage, die Zukunft der anderen
Sprachen in der EU positiv zu beeinflussen. In der um Länder Osteuropas
erweiterten EU muss deshalb eine slawische Arbeitssprache dazukommen. Dies
kann nach Lage der Dinge nur das Polnische sein, die Sprache des
Beitrittslandes mit der grössten Bevölkerungszahl. Als weitere Arbeitssprachen
sollten Italienisch und Spanisch hinzugenommen werden.
Damit dieses Konzept funktionieren kann, sollten alle europäischen Beamten
verpflichtet werden, zwei Fremdsprachen aktiv zu sprechen und zwei weitere
passiv zu verstehen.
