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Digitaler Spiegel lässt auf Knopfdruck altern
Dorian Gray wird Wirklichkeit

Die Accenture Technology Labs http://www.accenture.com haben einen digitalen Spiegel entwickelt, der zeigt, wie man in fünf Jahren aussehen wird, wenn man keinen Sport betreibt, zuviel ungesundes Essen in sich hineinstopft und zu viel Alkohol trinkt. Die Forscher verbanden einen flachen LCD-Fernsehbildschirm mit einer Reihe von Kameras und einem leistungsstarken bildverarbeitenden Computer. Zu Beginn funktioniert das System wie ein sehr guter Spiegel, der das aufgenommene Bild wiedergibt. Sein Hauptzweck ist jedoch, laut dem leitenden Wissenschafter Martin Illsey, ein computergeneriertes Bild der Auswirkungen von übermäßigem Genuss auf Knopfdruck sichtbar zu machen.

Der Computer erstellt mittels einer Vielzahl von hoch auflösenden Kameras, die im Haus angebracht werden, ein Profil des Lebensstils. Diese Webcams geben Bilder aus dem täglichen Leben an eine Computersoftware weiter, die verschiedene Verhaltensmuster erkennen kann. Sie kann zum Beispiel erkennen, ob man den Großteil des Tages auf dem Sofa verbracht hat anstatt auf den Hometrainer. Besuche am Kühlschrank für Getränke und Zwischenmalzeiten werden ebenfalls erhoben. Der Computer fragt in diesem Fall nach, was konsumiert wird. Die Ehrlichkeit der Antworten bleibt dabei allerdings dem Benutzer überlassen.

Hat der Computer das Profil erstellt, ermittelt eine andere Software, wie dieses Verhalten das Gewicht auf lange Sicht beeinflussen wird. Ist der Rechner der Meinung, dass zuviel gegessen wird, berechnet er, wie viel Kilos er dem Bild des Betrachters vor dem Spiegel hinzufügen muss. Ein weiteres Programm konzentriert sich auf das Gesicht. Zuviel Alkohol führt zu frühen Falten und einer fleckigen Haut. Die Technik kann laut Illsey ziemlich überzeugende Bilder liefern. "Es gibt mehrere Optionen für das visuelle Feedback, das der User bekommt. Die Palette reicht von mehr Gewicht über Veränderungen des Hauttons bis zur Vertiefung der Ringe unter den Augen." Er hofft laut NewScientist, dass ein Prototyp des Spiegels bis zur Mitte dieses Jahres fertig gestellt werden kann. Ziel ist eine Darstellung in Echtzeit, um dem Betrachter den Eindruck eines wirklichen Blicks in einen Spiegel zu ermöglichen. Oscar Wildes "Bildnis des Dorian Gray" scheint damit Wirklichkeit zu werden.

 


 

Skurrilste Webseite in Deutschland gesucht
Internetgemeinde kürt Sieger

Der Deutsche Multimedia Kongress (DMMA) http://www.deutscher-multimedia-award.de und der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) http://www.bvdw.de suchen erstmals die skurrilste Homepage Deutschlands. Internetbenutzer sind aufgerufen ihre Vorschläge bis zum 1. Mai einzureichen. "Mit dem Publikumspreis soll der Unterhaltungswert des Mediums dokumentiert werden", so DMMA-Sprecher Christoph Salzig. Gesucht werden Websites jenseits der Norm. Die Vorschläge werden nach dem 1. Mai von einer Jury gesichtet, die die zehn besten Vorschläge aussucht. Über einen Zeitraum von vier Wochen kann die Internetgemeinde ihren Favoriten küren. Der Gewinner wird bei der Preisverleihung des Deutschen Multimedia Award am 28. Juni in Berlin bekannt gegeben.

Auch die Ausschreibung zum Deutschen Multimedia Award, die ebenfalls vom BVDW veranstaltet wird, läuft noch bis zum 2. März. Dieser Preis wird seit 1996 an herausragende Online-, Offline- und Terminalanwendungen, die wegen ihrer Innovationskraft und Leistungsfähigkeit herausstechen, vergeben. Agenturen, Dienstleister und Auftraggeber können ihre Arbeiten in neun Kategorien einreichen. Die Gewinner im vergangenen Jahr waren in der Kategorie Verkauf/E-Commerce http://www.quelle.de und in der Kategorie Werbung/PR http://www.jaegermeister.de , http://www.olympus-pro.de/e1sim/e1bde.html und http://www.ogilvy-interactive.de/awards/dmma2004/funanyone . Den Sonderpreis für Kreativität erhielten die österreichischen Werber von Demler, Merlicek und Bergmann http://www.dmb.at . 2004 musste die Jury aus 423 Einreichungen die Gewinner ermitteln.


 

Standbild-Krieg zwischen Puls TV und ORF
Gassi gehen oder kleine Prinzen zeugen statt "Wien heute"

Puls TV http://www.pulstv.at hat dem ORF den "Standbild-Krieg" erklärt. Den Wiener Stadtsender ärgert, dass der ORF nach seiner Sendung "Wien heute", die von 19 bis 19.25 Uhr das Puls TV-Programm unterbricht, ein Standbild sendet. Das Standbild fordert die Zuseher zum Umschalten auf einen ORF-Kanal auf, wo in Kürze die ZiB folgt. Da der ORF "diesen Unfug" nicht abstellen wollte, antwortet Puls TV nun mit einem eigenen Standbild.

"Ab sofort senden wir täglich jeweils 30 Sekunden vor Beginn von 'Wien heute' ein eigenes Standbild", verkündet Puls TV-Geschäftsführer Helmut Brandstätter. "Und im Gegensatz zum ORF ist unseres origineller!", so Brandstätter weiter. Wer darin kindische Liebenswürdigkeit eines jungen Senders erkennen kann, der wird auch den Slogans der Standbilder einen gewissen jugendlichen Humor nicht absprechen können. So fordert ein Standbild beispielsweise auf "Gehen Sie jetzt mit ihrem Hund Gassi - Um 19.25 sendet Puls TV wieder!" (Bild). Andere Anregungen zum Zeitvertreib während "Wien heute" läuft sind "Plündern Sie jetzt den Kühlschrank" oder "Zeugen Sie jetzt kleine Prinzen". Und das soll nur die erste Auswahl sein.

 


 

Bestattung im Weltraum: US-Unternehmen lässt Asche in den Orbit schießen

Wer ein extravagantes Ende mag, kann seine Asche ins All schießen lassen - und einige Zeit später als Sternschnuppe heimkehren. Das berichtet die aktuelle Ausgabe des Magazins GEO WISSEN zum Thema "Die Geheimnisse des Universums". Die US-Firma Celestis hat bereits die Asche von 100 Verstorbenen in den Orbit befördert, darunter die von Gene Roddenberry, Erfinder der Serie "Star Trek", Eugene Shoemaker, Mitentdecker des Kometen Shoemaker-Levy und die des LSD-Propheten Timothy Leary; auch Japaner, Niederländer und neun Deutsche gehören zum Kundenkreis.

   Die meisten Starts fanden bislang in Vandenberg, Kalifornien, statt, oft unter den Augen von Hinterbliebenen. In diesem Jahr ist erstmals eine Mission vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur geplant. Die Miniatur-Urnen enthalten jeweils sieben Gramm Asche und werden zusammen mit Satelliten in 550 bis 800 Kilometer hohe Umlaufbahnen geschossen. Da den Urnen ein Antrieb fehlt, kommen sie der Erde langsam wieder näher und verglühen durch die Reibungshitze schließlich wie Sternschnuppen.

   11 000 Euro verlangt der deutsche Celestis-Repräsentant Manfred Lessing für eine Bestattung, inklusive Gedenk-Video vom Raketenstart, aller Formalitäten und ordnungsgemäßer, anonymer Entsorgung der Restasche auf Erden. In den USA kostet der Transport der üblichen sieben Gramm 5300 Dollar. Weniger Betuchte lockt das Unternehmen mit einem Sonderangebot: Für 995 Dollar wird ein Gramm Asche ins All expediert - Ratenzahlung ist möglich.
 


 

DVD soll Vierbeiner glücklich machen
US-Besitzer geben jährlich 32,4 Mrd. Dollar für ihre Haustiere aus

 

In den USA verspricht eine neue DVD mit dem Titel "Dog on Television" Non-Stop-Unterhaltung für Hunde 60 Minuten lang. Produziert und vertrieben wird die DVD von BowWow TV http://www.bowwowtv.com . Das Ziel dieses Unterhaltungs-Videos ist die Hunde bei Laune zu halten, während der Besitzer unterwegs ist. Die DVD kostet inklusive Porto 19,95 Dollar. Und die jährlichen Ausgaben für US-Haustiere lassen auf großen Absatz hoffen. Im vergangenen Jahr gaben Konsumenten 32,4 Mrd. Dollar für ihre Haustiere aus. Davon gingen alleine 2,2 Mrd. Dollar in Dienstleitungen wie Therapien und Massagen. Und die Haustiere sind zahlenmäßigen der US-Bevölkerung überlegen: 378 Mio. Tiere kommen auf 290 Mio. Einwohner, berichtet AdAge.com.

Die Haustiere zu beschäftigen ist mittlerweile ein großes Geschäft im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Pet Sitters International spricht von 6.000 Mitgliedern in 50 Bundesstaaten und der Markt für Haustier-Bedarf verzeichnet enorme Zuwächse. TV, Musik, Gourmet Snacks und sogar knochenförmige Pools werden den Konsumenten für ihre Lieblinge angeboten.

15,2 Mrd. US-Amerikaner haben im vergangenen Jahr Geld für den Veterinärmediziner und medizinischen Haustier-Bedarf ausgegeben. Dog on Television soll nicht nur als Unterhaltungs-DVD am Markt positioniert werden, sondern auch als Faktor, der das Wohlbefinden steigert. Denn Hunde, die das Video konsumieren, sind viel glücklicher und zufriedener, wenn sie alleine zu Hause gelassen werden, so Nick Loren von BowWow TV. Außerdem würden die Tiere auch mit ihren Herrchen zufriedener sein.

Der Inhalt der DVD ist zur Gänze auf "Hunde-Unterhaltung" zugeschnitten. In der Handlung sind meist Close-ups von Hundeschnauzen zu sehen und Vierbeiner, die schnüffelnd herumlaufen. Einige werden auch dabei gefilmt, wie sie sich im Dreck wälzen. Unterstützung für BowWow TV kommt von prominenter Seite. Barbra Streisand und Oprah Winfrey würden die DVD lieben. Beide hätten Loren ein Dankesschreiben geschickt, verfasst in der Person ihrer Hunde.
 
 


 

Mail aus dem Jenseits
Zehn letzte Grüße um 15 Euro

 

Sich nach seinem Tod per Mail von seinen Angehörigen zu verabschieden, dieses Service bietet eine spanische Internet-Firma an. Auf der Website von Global Spectrum http://www.thelastemail.com/main.aspx kann man seine letzten Gedanken und Wünsche online hinterlassen. Für zehn Mails muss man allerdings der Firma noch im Diesseits 15 Euro vermachen. Eine vorher bestimmte Vertrauensperson des Verstorbenen informiert dann, im Falle des Falles, die Firma über den eigenen Tod.

Ein Einschreibeformular online auf"El ultimo Email" (Das letzte Mail) ausfüllen und schon erhält man per elektronischer Post seinen persönlichen Identifikationscode, der es einem erlaubt seine persönlichen Mails zu verfassen. Absolute Anonymität sei durch ein persönliches Passwort mit 128-bit und einen verschlüsselten Algorithmus gesichert. Nur der Kunde, und nicht die Webbetreiber hätten drauf Zugriff, heißt es von Seiten des Unternehmens. Man kann seine Botschaften noch jederzeit ändern und Musik, Fotos, Videos und andere Applikationen hinzufügen. "Die Menschen finden Computer intimer und privater als Briefe und sie fühlen sich freier ihre wahren Gefühle auszudrücken", ist der Geschäftsführer der Firma Alberto Iriarte
überzeugt.

Das Service der Firma reicht von einer einzigen -kostenlosen- letzten Botschaft bis zum so genannten Masterplan, der unbegrenzten Speicherplatz, 5 MB für Fotos oder Videobotschaften enthält. Die Kosten für diesen Vip-Service können allerdings bis zu 200 Euro betragen. Die Preise variieren generell pro Datenmenge. Sie bewegen sich pro Jahr zwischen 8,99 und 18,99 Euro. Für zehn elektronische Grußbotschaften mit Dateianhängen im Umfang von insgesamt zwei MB werden beispielsweise 15 sehr irdische Euro verlangt.

Seit der "Letzte Gruß" im Jänner 2004 online ist, haben sich schon 300 Kunden eingeschrieben, sagt Iriarte. Die meisten davon aus Spanien, Brasilien und den USA. Verfügbare Sprachen für die Botschaften aus dem Jenseits sind dementsprechend spanisch, englisch und portugiesisch. "Manche Leute behaupten, dass wir versuchen aus dem Tod Kapital zu schlagen, aber so ist es nicht. Wir versuchen vielmehr über den Schmerz hinweg zu helfen", betont Iriarte.
 
 


 

Pizza gegen Herzinfarkt
Nach französischem Nahrungsmittel-Paradoxon folgt das italienische

Häufiger Genuss von Pizza soll nach einer jüngsten Studie das Herzinfarkt-Risiko gewaltig senken. Und das Erstaunliche an der Studie ist die Tatsache, dass sogar weniger als vier Pizzas im Monat Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen bieten. Die Studie der italienischen Forscher aus Mailand wird von Kollegen im Ausland allerdings unter anderen Gesichtspunkten betrachtet, berichtet etwa das British Medical Journal http://bmj.bmjjournals.com .

Die Mailänder Studie mit mehr als 900 Personen zwischen 25 und 79 Jahren, darunter 478 Herzinfarkt-Patienten, machte deutlich, dass das individuelle Risiko eines akuten Herzinfarkts umso niedriger war, je häufiger die Befragten Pizza konsumierten. Die Studie erinnert frappant an jene vor wenigen Jahren, bei der der französischen Küche trotz cholesterinreicher Nahrung bessere Werte ausgestellt wurden, als manch anderer. So erleiden in der südfranzösischen Metropole Toulouse nur 53 von 100.000 Einwohnern pro Jahr einen Herzinfarkt während es in Glasgow mehr als 330 sind, berichtet der Spiegel.

Kritiker sehen in den Studien allerdings verschiedene andere Aspekte, die für den hohen Gesundheitswert verantwortlich sind: die traditionelle Pizza wird in einer Pizzeria verspeist und der Konsum von "Fast Food Pizzas" ist eher unüblich. Zusätzlich dazu ist der durchschnittliche Nährwert einer Pizza mit 500-800 Kilokalorien relativ niedrig. 100 Gramm Pizza enthalten 20 Gramm Tomatensauce, 20 Gramm Mozzarella-Käse, vier Gramm Olivenöl und zwei Gramm Hefe. Erklärungen für den positiven Gesamteffekt der flachen belegten Hefescheiben lieferten die Autoren nicht. Der beschriebene positive Gesundheitswert der Pizza stellt jedenfalls jedes Herz-Kreislauf-Medikament in den Schatten, denn nach den Ergebnissen würde eine Pizza-Diät das Herzinfarktrisiko um die Hälfte senken. Das schafft bis jetzt kein Medikament.


 

Freispruch in Prozess um sarkastisches Online-Posting
Behörde unterschlägt "Disclaimer" - Ermittlungen gegen T-Online laufen

Knalleffekt in Münster. In dem viel beachteten Prozess um ein sarkastisches Posting im Forum des telepolis-Magazines http://www.heise.de/tp ist der Angeklagte Holger Voss freigesprochen worden, nachdem sich auch die Staatsanwaltschaft dem Plädoyer des Angeklagten angeschlossen hatte. Dies meldet der Heise Verlag, Herausgeber des telepolis-Magazines, in seinem Newsticker http://www.heise.de/newsticker . Offenbar hatten die Ermittlungsbehörden der Staatsanwaltschaft das inkriminierte Posting http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=1916234&forum_id=30631 des Users nur unvollständig übermittelt. Der Disclaimer "Wer Sarkasmus findet, der/die möge ihn bitte weiterverwenden." war in den Handakten des Staatsanwaltes nicht enthalten, weshalb dieser auch "sanfte Kritik an der Vorarbeit der Ermittlungsbehörden übte", wie der Heise Verlag schreibt.

pressetext.austria hatte am Dienstag über den Fall berichtet http://web.pressetext.at/show_md.php?pte=030107005 . Der Prozess hatte bereits im Vorfeld für Aufsehen und viele Diskussionen gesorgt. Bei vollständiger Übermittlung des Mitteilungsinhaltes an die Staatsanwaltschaft, die sich offensichtlich nicht selbst im Forum umgesehen hat, wäre es aber wahrscheinlich gar nicht zu dem Prozess gekommen. Auch heute hatten die Behörden die Brisanz des Verfahrens unterschätzt und einen viel zu kleinen Verhandlungssaal gewählt. Der nun freigesprochene Holger Voss hatte, wie berichtet, auch seinen Provider T-Online kritisiert. Dieser hätte die Verbindungsdaten, auf deren Basis sein Computer als Absender des Textes eruiert wurde, illegal gespeichert, so Voss, der sich dabei auf eine Reihe von Rechtsexperten beruft. Nach dem deutschen Teledienstedatenschutzgesetz dürfen Verbindungsdaten vom Provider nur zu Abrechnungszwecken gespeichert werden. Der genutzte T-Online-Anschluss wird aber auf Flat-Fee-Basis bezahlt, die Speicherung der Verbindungsdaten ist also für Abrechnungszwecke nicht erforderlich.

"T-Online speichert Daten lediglich im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen." meint T-Online-Pressesprecher Michael Schlechtriem auf den Vorwurf angesprochen gegenüber pressetext.austria. "Die dynamischen IP-Adressen werden zu Abrechnungszwecken im Sinne der gesetzlichen Grundlagen gespeichert." Diese Auffassung hat aber nicht nur in Juristenkreisen wenig Anhänger. Wie pressetext.austria in Erfahrung bringen konnte ermittelt die zuständige Aufsichtsbehörde gegen T-Online wegen des Verdachtes der illegalen Verbindungsdatenspeicherung.


 

Strafprozess nach sarkastischem Online-Posting
T-Online soll Beweisdaten illegal gespeichert haben

Ein Münsteraner muss morgen, Mittwoch, vor dem Amtsgericht seiner Stadt erscheinen. Er hat gegen einen Strafbescheid über 1.500 Euro Rechtsmittel ergriffen und kann nun seinen Standpunkt zum Vorwurf der Billigung von Straftaten darlegen. Im Diskussionsforum zu einem im Juni 2002 bei telepolis http://www.heise.de/tp erschienenen Artikel über ein Massaker an 5.000 Taliban http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/12758/1.html hatte ein unter dem Nickname "Engine_of_Aggression" schreibender Unbekannter den Terroranschlag vom 11. September 2001 gebilligt. Der nun im Fadenkreuz der Justiz stehende User hatte in einer Weise auf diesen Beitrag reagiert, die er selbst als "sarkastisch und ironisch überspitzt" bezeichnet.

Er schrieb dabei unter anderem: "Engine_of_Aggression, Du hast völlig Recht: Die Aktionen vom 11.09.2001 waren ein hervorragender Schritt, um das Böse in dieser Welt auch in unserer überkritischen Zeit auszureißen. Danke für Deine klaren Worte! Ach ja: Wer Sarkasmus findet, der/die möge ihn bitte weiterverwenden." http://www.heise.de/tp/foren/go.shtml?read=1&msg_id=1916234&forum_id=30631 Was folgte, war eine anonyme Anzeige per E-Mail und ein Strafbescheid über 1.500 Euro.

Der Beschuldigte ist sich keiner Schuld bewusst, sieht er sich doch als absoluten Kriegsgegner. Außerdem verweist er auf "illegale Beweismittel". Der Heise Verlag, Herausgeber des telepolis-Magazins, war vom Gericht gezwungen worden, die IP-Daten des Postings herauszugeben. Aufgrund der vom Provider T-Online gespeicherten Verbindungsdaten konnte der Computer des Münsteraners als Absender eruiert werden. Doch T-Online hätte die Verbindungsdaten gar nicht speichern dürfen, meint der Beschuldigte und beruft sich auf eine Reihe von Rechtsexperten. Nach dem deutschen Teledienstedatenschutzgesetz dürfen Verbindungsdaten vom Provider nur zu Abrechnungszwecken gespeichert werden. Der genutzte T-Online-Anschluss wird aber auf Flat-Fee-Basis bezahlt, die Speicherung von Verbindungsdaten ist also für Abrechnungszwecke nicht erforderlich.

Der Prozess wird sowohl von Seiten der Datenschützer als auch der Verfechter freier und auch sarkastischer Meinungsäußerung gespannt verfolgt werden. Der Justiziar des Heise Verlages, Jörg Heidrich, erklärt in einer Aussendung, dass der Verlag im vergangenen Jahr bei zehntausenden von Postings nur drei Mal von Gerichten zur Herausgabe von Daten gezwungen worden ist, und meint: "Die Anschuldigungen gegen Herrn Holger Voss empfinde ich persönlich als rechtlich haltlos. Würden wir hier eine strafrechtlich relevante Äußerung sehen, so hätten wir den Beitrag gelöscht, was jedoch bewusst nicht geschah. Insofern wünschen wir Herrn Voss gutes Gelingen bei der Verhandlung am Mittwoch und erwarten einen Freispruch."

Termin: Mittwoch 08. 01. 2003, 9 Uhr, Amtsgericht Münster, Gerichtsstr. 2, Raum 185, 48149 Münster


 

Britischer Professor will erster Cyborg sein
Implantierter Chip erfasst Nerven-Signale für Bewegungen und Sinneswahrnehmungen
 

Ein britischer Cybernetics-Professor der Universität von Reading will als erster Mensch einen direkten Kontakt zwischen Mensch und Maschine herstellen. Wie die Universität heute, Freitag, mitteilte, ließ sich Ken Warwick einen Mikrochip in seinen Arm implantieren, der direkt an den Median-Nerv seiner linken Hand angeschlossen ist. Von dem Projekt versprechen sich Warwick und seine Kollegen vor allem Vorteile für Menschen mit Rückenmarksverletzungen. Langfristig wollen die Wissenschaftler leistungsfähige Mensch-Maschine-Schnittstellen für Cyborgs entwickeln. http://www.rdg.ac.uk/UnivRead/vr/Information_office_web/Publish/press_releases
 

Der Chip mit drei Millimeter Kantenlänge verfügt über 100 Kontakte, die unmittelbar mit der Nervenbahn von Warwick verbunden sind. Damit registriert das Gerät die Signale in den Nerven und übermittelt diese an einen Sender, den Warwick an der Außenseite seines Armes trägt. Die Informationen werden danach per Funk an einen Computer gesendet.
 

Das System soll dabei nicht nur die Nerven-Befehle für die Bewegung der Hand aufzeichnen, sondern auch Nervenaktivitäten in Reaktion auf Stimuli wie Hitze, Druck oder Vibrationen. Gleichzeitig wollen die Wissenschafter die Muskeln der Hand von außen anregen.
 


 

Inzzide III - SO 15 Bunker Sektion ZZoo
700 Computerexperten verbarrikadieren sich drei Tage in einem Atomschutzbunker

Vom 13.-15. Juli findet die größte Computerparty von Berlin und Brandenburg statt. Über 700 Spielbegeisterte treffen sich, um 40 Stunden in einem Atomschutzbunker direkt am Ku’damm gegen- und miteinander spielen zu können. Ein massives Medieninteresse und 1.200 Anmeldungen lassen die Party zu einem Mega-Event werden.

Die Firma Inzzide, die zum dritten Mal die Computerspielszene nach Berlin lockt, hat es sich zum Ziel gesetzt, innovative, atmosphärische und begeisternde Computerparties zu organisieren. Auf Grund der großen Nachfrage, wurde die Teilnehmerzahl dem "Bedarf" angepasst. Auf 3.500 qm bietet der Atomschutzbunker am Kurfürstendamm Platz für über 700 Freaks.

Durch die gute Zusammenarbeit mit der Ausstellung "Story of Berlin", die die Räume für dieses Event zur Verfügung stellt, ist dieses Riesenspektakel überhaupt erst durchführbar.

Der 1974 eröffnete Bunker diente zum Schutz der Zivilbevölkerung gegen atomare Angriffe im Keller eines Parkhauses. Ca. 3.500 Menschen sollten dort im Ernstfall eine Zuflucht finden.

Die zentrale Lage am Berliner Kurfürstendamm trägt sehr zur Attraktivität dieser Location bei. Das Motto der Party lautet deshalb: "inzzide III - SO15 Bunker Sektion Zzoo", wobei die 15 für die alte Postleitzahl steht.

Natürlich wird sich auf der Lanparty nicht alles um atomare Ernstfälle und den "Kalten Krieg" drehen, aber die engen Gänge, die kalte, fast schon unangenehme Atmosphäre des Bunkers lassen die 3 Tage zu einem unvergessenen Erlebnis für alle Teilnehmer und Besucher werden.

Des Weiteren wird auch wieder für das leibliche Wohl durch professionelles Catering gesorgt. Weitere Infos unter http://www.inzzide.com .


 


Neuer Fall von Rinderwahnsinn in Österreich
Skandal: BSE kann auch im Internet übertragen werden

Trotz schärfster EU-Kontrollen und Auflagen des Landwirtschaftsministeriums ist in Österreich ein Fall von Rinderwahnsinn aufgetaucht. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, handelt es sich dabei auch noch um eine völlig neue Art, die sich rasant über das Internet ausbreitet. Offizielle Stellen schweigen noch über die Herkunft, es dürfte aber erwiesen sein, dass ein Stall in Eibiswald (Steiermark) der Ausgangspunkt ist.

Ein Betroffener, der Nebenerwerbsbauer und Webmister Josef Melker: "Ich kann es noch nicht fassen. Gestern war mit meiner Kuh, der Resi, noch alles in Ordnung, aber heute ist alles anders!" In der Nacht hat der Rinderwahnsinn also wieder zugeschlagen und zwar im Internet bei kuh.at - http://www.kuh.at - dem verrücktesten Muhgazin der Welt. Verantwortlich dafür ist die Web-Agentur Factory - http://www.factory.cc -, die das neue Design für den Relaunch dieser einzigartigen Web-Site erstellte.

Bei kuh.at dreht sich - Sie haben es längst erraten - alles um das liebe Rindvieh. Besucher können beim I-Kuh-Test ihre Intelligenz testen oder im "Kuhrier" verrückte Nachrichten lesen. Eine neue Rubrik der Site ist der "Ochskar". Die Surfer können unter drei Prominenten wählen. Dem Sieger wird der "Ochskar des Monats" verliehen. Diesmal stehen Muhgarete Schreinemuhkers, Dieter Bohlen und Silvio Berluhskuhni zur Wahl. Im "Muhgazin" werden "kuhriose" Geschichten veröffentlicht. So ist kuh.at z.B. davon überzeugt, dass die Vegetarier daran Schuld haben, dass die Dinosaurier ausgestorben sind.

Bei so vielen Kühen auf einem Internet-Fleck kann es natürlich vorkommen, dass man leicht vom Wahnsinn gepackt werden kann. Dann wendet man sich am besten an Frau Dr. Kassandra, einer ausgezeichneten Psychologin, die die Kuhmmerecke leitet. Ihre interessantesten Fälle werden auch im Web vorgestellt. Oder man holt sich bei http://www.kuh.at/muhgazin/bse/ alle Informationen über Rinderwahnsinn und BSE.

Abschließend möchten wir sehr davon abraten, das Schimpfwörter-Lexikon von kuh.at anzusehen, da man sonst eventuell auf unflätige Gedanken kommen könnte. Rund 1.500 Schimpfwörter aus verschiedensten deutschen Dialekten haben die Besucher schon eingetragen. Alle Schimpfwörter kann man übrigens auch per E-Mail verschicken. Nun, höflichere Menschen verschicken lieber Kuh-Postkarten im Kuhkarten-Center.

 

Über kuh.at

Das Erfolgsrezept von kuh.at ist einfach erklärt: Man nehme möglichst viele Kühe, mische guten Humor dazu, stecke das Ergebnis in eine Web-Site - fertig ist das verrückteste "Muhgazin" der Welt. Im Frühjahr 1999 ging kuh.at online, mittlerweile wurde sie von über 1,1 Mio. Kuh- und Comedy-Freunden besucht. Im Durchschnitt verzeichnet die Site 350.000 page views pro Monat, Tendenz weiter steigend. Produziert wird die Web-Site vom Verlag Franz, weitere Informationen sind bei http://www.kuh.at/kuhstall.php zu finden. Die Vermarktung der Werbeflächen wird von Active Agent - http://www.active-agent.com - durchgeführt.

 

 

 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:11
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