Stenzel: Nordkoreas Haltung
besorgniserregend
Offenlegung des Atomprogrammes unerlässlich - ansonsten EU- Hilfe auf
Sparflamme
Als besorgniserregend und bedrohlich bezeichnete heute, Freitag, die
Vorsitzende des parlamentarischen Korea-Ausschusses, ÖVP-Delegationsleiterin
MEP Ursula Stenzel, die jüngsten Entwicklungen in Nordkorea. Mit der
Feststellung, ihr nukleares Aufrüstungsprogramm zu forcieren, hatte
Nordkorea die ganze Welt geschockt - zu einer Zeit, in der alle die Hoffnung
in die Wiederaufnahme der Abrüstungsgespräche gesetzt hatten.
Wie Ausschussvorsitzende Stenzel nachdrücklich betonte, ist niemand an
einer Destabilisierung dieser Region interessiert. Deshalb dürfe die
provokante Haltung Nordkoreas jetzt auch nicht dazu führen, die Zielsetzung
konstruktiver 6er-Gespräche (zwischen Nordkorea, Südkorea, Russland, Japan,
China und den USA) aus dem Auge zu verlieren. Auch wenn im Moment alles
darauf hindeutet, dass Nordkorea offensichtlich bezweckt, nur noch bilateral
mit den USA zu verhandeln, um die USA zu zwingen, dieses Regime eben durch
solche Verhandlungen anzuerkennen.
Zahlreiche Konsultationen - auch seitens der EU
Zurzeit würden jedenfalls zahlreiche Konsultationen - auch seitens der
EU mit Verantwortungsträgern aus Korea geführt. MEP Ursula Stenzel stellte
diesbezüglich fest, dass es unterschiedliche Signale von Nordkorea gebe, wie
sie die Isolation durchbrechen wollen - vor allem auch in Richtung EU. Dazu
sei aber zweifellos unerlässlich, dass Nordkorea u.a. Kontrollen zulasse und
sein Atomprogramm offenlege.
Kohärente Strategie
Bei allen Bemühungen der EU, durch geeignete - auch wirtschaftliche -
Kooperationen positiv auf die Situation einzuwirken, muss laut
Ausschussvorsitzender Stenzel im Zentrum aller Anstrengungen das Bestreben
sein, eine kohärente Strategie mit den USA zu haben. Das empfinde sie,
Stenzel, als außerordentlich wichtig. Ebenso, dass alles unternommen wird,
dass ein atomares Wettrüsten vermieden und wieder Problemlösungskompetenz am
Verhandlungstisch bewiesen wird.

LG zieht in
PDP-Patentkrieg nach
Südkorea verhängt Einfuhrstopp gegen
Matsushita-Panels
Der südkoreanische Elektronikkonzern LG
Electronics (LG)
http://www.lge.com hat im schwelenden Plasma Display
Panel(PDP)-Streit mit Japans Matsushita
http://www.panasonic.co.jp nachgezogen und einen Einfuhrstopp
für die Panels des Konkurrenten nach Südkorea erwirkt. Wie das Wall
Street Journal (WSJ) heute, Montag, berichtet, hat das
südkoreanische Wirtschaftsministerium einen entsprechenden Antrag
von LG akzeptiert und das Einfuhrverbot verhängt.
Im Zuge der Entscheidung wird es Matsushitas Südkorea-Tochter,
Panasonic Korea, verboten, PDP-Produkte zu importieren oder
existierende Produkte zu verkaufen, so lange noch keine endgültige
Entscheidung in dem Fall getroffen ist. Noch ist allerdings nicht
klar, wann genau der Einfuhrstopp beginnen soll, schreibt das WSJ.
Südkoreas Wirtschaftsministerium wird die Zollbehörden bitten, bei
der Durchsetzung des Verbots behilflich zu sein.
In die seit August 2003 anhaltenden Patentstreitigkeiten war
Bewegung gekommen, nachdem erst vor kurzem die Verhandlungen über
eine gegenseitige Lizenzierung gescheitert waren. Als Matsushita
Anfang November 2004 wegen Verletzung einer patentierten Technologie
zur Wärmeregulierung bei der Herstellung von PDPs vor Gericht zog
und einen Einfuhrstopp nach Japan forderte, eskalierte der Streit.
LG antwortete kurz darauf mit einer Gegenklage und einem eigenen
Antrag auf Einfuhrstopp (pte berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=041103027 ). Laut WSJ hat das
Tokioter Zollamt im Laufe dieses Monats bereits dem
Matsushita-Antrag, LGs PDP-Produkte an der Grenze aufzuhalten,
entsprochen. |

Koreaner launchen
Fingerprint-Handy Pantech bringt Klappschalen-Telefon mit eingebautem
Sensor
Fingerprint-Handys sind langsam aber sicher im Kommen,
die Vorreiter sind dabei asiatische Konzerne. Die koreanische Pantech
http://www.pantech.com/
hat ein Klappschalen-Mobiltelefon gelauncht,
das über einen eingebauten Fingerprint-Sensor verfügt. Über die
Fingerabdruckerkennung wird der Zugang zum Adressbuch, zu Games und zum
Versenden von SMS-Nachrichten gesteuert.
Das GI100-Handy gibt es vorerst nur in Hongkong und Taiwan. Danach soll
das Gerät auch in Malaysia und auf den Philippinen vermarktet werden,
berichtet der asiatische IT-Dienst DigiTimes. Schließlich sollen die
Highend-Märkte in Europa und dem Nahen Osten in Angriff genommen werden.
Das GI100 verfügt über eine eingebaute 1.3-Megapixel-Digitalkamera, hat
ein 262.144-Farb-Display und ermöglicht 30 Minuten Videoaufnahme. Der
Preis für das Mobiltelefon beträgt umgerechnet 585 Dollar.
Bereits vor einem Jahr hatte der japanische Mobilfunkriese NTT DoCoMo
ein Java-fähiges Handy mit Fingerprint-Sensor auf den Markt gebracht.
Das 505i kann bis zu zehn Fingerabdrücke speichern. Um das Handy in
Betrieb zu nehmen, braucht der User nur mit dem "gespeicherten" Finger
auf den Sensor zu tippen. pte berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=040607003
|

Nordkorea ist James Bonds echter Feind
Aufforderung an die USA Agenten-Thriller zurückzunehmen
Das
nordkoreanische "Komitee für die Friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes"
hat die USA aufgefordert, den neuesten James Bond-Film
http://www.jamesbond.com
unverzüglich zurückzunehmen. "Another Day", in der deutschen Version
"Stirb an einem anderen Tag" sei eine Beleidigung für alle Koreaner. Der Film
ist nach Ansicht des Komitees eine "schmutzige und verwünschte Posse, durch
die Nordkorea verleumdet wird", berichtet das Newsforum Free-Republic
http://www.freerepublic.com
.
Außerdem zeige der Film, dass die Vereinigten Staaten ein "Reich des Bösen"
und Hauptquartier für die "Verbreitung von Abnormalität, Degeneration, Gewalt
und korrupter Sex-Kultur" sei. James Bond alias Pierce Brosnan steuert im 20.
Film ein Luftkissenfahrzeug durch die schwer bewachte koreanische Grenze. Bond
wird daraufhin von den Nordkoreanern gefangen genommen und gefoltert und erst
nach mehr als einem Jahr bei einem Gefangenenaustausch freigelassen. Der
Bösewicht, der Nordkoreaner General Moon, plant eine Invasion in Südkorea und
in Japan.
Doch nicht nur die nordkoreanische Führung kritisiert den neuesten James Bond
Streifen. Mehr als 230 Professoren an der südkoreanischen Universität haben
zum Boykott der Amerikaner aufgerufen, nachdem im Juni zwei amerikanische
Soldaten in einen Unfall mit zwei Schülerinnen verwickelt waren, die getötet
wurden, berichtet die koreanische Zeitung Chosun
http://www.chosun.com .
Systematische anti-amerikanische Bewegungen sind bei der koreanischen
Cyber-Civic Group bekannt geworden, die erst vergangene Woche zum Boykott von
Coca Cola, McDonalds und James Bond aufgerufen hatte. Auf heftige Kritik stieß
auch die Sex-Szene in einem buddhistischen Tempel. Der Film ist in Korea noch
nicht angelaufen, wird aber von zahlreichen Medien schon jetzt wegen seiner
Ignoranz der koreanischen Kultur kritisiert. Zugleich startete die
Cyber-Community ein Online-Spiel, bei dem es für das Erschießen eines
amerikanischen Soldaten die doppelte Punkteanzahl gibt.
Außer Acht gelassen wurde bei der koreanischen Kritik aber, dass James Bond im
Geheimdienst ihrer Majestät der Königin von England verpflichtet und damit der
Film ein Exporthit der britischen Filmindustrie ist.

Korea pumpt 5,2 Mrd. Dollar in Aktienmarkt
Kospi verliert seit Anschlägen in den USA 14 Prozent
Korea will seinem ins Schleudern geratenen Aktienmarkt wieder auf die Beine
helfen. Dies soll mit einer Finanzspritze im Ausmaß von 5,2 Mrd. Dollar
gelingen. Hintergrund dafür ist, dass der Orientierungswert Index Kospi seit
den Anschlägen auf das World Trade Center am vergangenen Dienstag 14 Prozent
eingebüßt hat. Das Versicherungsunternehmen Korea Deposit will Obligationen im
Wert von rund 3,5 Mrd. Dollar veräußern. Die Regierung wird vier staatliche
Rentenfonds bitten, für heuer geplante Aktienkäufe zu forcieren. Damit sollen
1,7 Mrd. Dollar in die Aktienmärkte gepumpt werden.
http://www.kse.or.kr/en_index.html
Infolge dieser Nachricht legte der Kospi um 3,5 Prozent zu. "Die Regierung
erweckt damit den Eindruck, rasch auf die Situation zu reagieren", erklärte
Investmentbanker Kim Young Joon den vorsichtigen Optimismus. Allerdings könnte
die Regierung seiner Ansicht nach mehr tun, indem beispielsweise die Steuern
gesenkt werden. Die Investoren sind nicht zuletzt aufgrund einer drohenden
Rezension und eines anhaltenden Militärkonflikts beunruhigt.
Zudem wird die Regierung das tägliche Limit von einem Prozent für
Unternehmen, die eigenen Aktien zurückkaufen wollen, aufheben. Die neue
Regelung soll ab nächster Woche in Kraft treten. Die Unternehmen Hanvit
Securities http://www.hanvitsec.co.kr/ , STX
http://www.stx.com und Korea
Electric Terminal http://www.connector.co.kr erklärten bereits heute, Dienstag, innerhalb
der nächsten sechs Monate ihre Aktien zurückkaufen zu wollen.
"Wir sind zutiefst beunruhigt von der Möglichkeit, dass unser Aktienmarkt
seine fundamentalen Funktionen verlieren könnte, weil die Investitionslaune
übermäßig geschrumpft ist", erklärte Koreas Finanz- und Wirtschaftsminister
Jin Nyum. Alle relevanten Organisationen hätten beschlossen, bei der
Stabilisierung des Finanzmarktes zusammenzuarbeiten.
