Peinliche Partner
"Presse"-Glosse" von Martina Salomon
Gunnar Prokop und Christine Vranitzky wären ein Traumpaar: Der eine brachte
gerade seine Innenminister-Gattin mit dem Spruch "Die Frauen gehören in die
Kuchl" in höchste Verlegenheit. Inhaltlich deckungsgleich, aber
golfplatztauglicher äußerte das vor zehn Jahren auch Kanzler-Frau Christine
Vranitzky ("Ich halte nichts davon, dass Frauen Kinder kriegen, die sie um
sieben Uhr früh abgeben, nur um dann vielleicht vier- oder fünftausend
Schilling zu verdienen.") Die um Kalmierung bemühten Pressesprecher sind in
solchen Fällen wahrlich nicht zu beneiden. Die Moral aus der Geschicht? Wer
ein hohes politisches Amt anstrebt, sollte einen schweigsamen Gespons wählen
oder vielleicht überhaupt Single bleiben. Peinliche Partner kommen bei
Politikerinnen besonders häufig vor: vom (erschossenen) Bankräuber-Gatten
der Magda Bleckmann über den in finanzielle Nöte geratenen
Vizekanzlerin-Gemahl Passer bis zu diversen höchst profanen Aussagen des
adligen Angetrauten der jetzigen Frauenministerin Rauch-Kallat ist die Liste
beliebig erweiterbar. Frauenministerinnen scheinen überhaupt anfällig für
Problemmänner zu sein. Man erinnere sich nur an den Ehemann von
Ex-Ministerin Barbara Prammer, der wegen angeblicher (aber nicht erwiesener)
sexueller Belästigung in die Schlagzeilen geriet. Man kann verstehen, wenn
da manche - wie Frau Prammer - die Reißleine ziehen.

Zum Tage...........von Elisabeth Wendl
So wenig man davon auch in den Medien hört, die
Widerstandsbewegung gibt es immer noch, die Botschaft besorgter
Bürgerinnen und Bürger steht bereits seit mehr als einem Jahr am
Ballhausplatz und viele Menschen können der Regierung noch immer nichts
abgewinnen.
Die Donnerstagsdemonstranten
marschieren weiterhin und dann und wann kommt es auch noch zu konkreten
Aktionen.
Diesmal war das vielzitierte
Journalistengesetz, dass offiziell gar keines ist und eigentlich dem
Schutze Dritter dienen soll Anlaß Anlaß den Pallas Athene Brunnen vor dem
Parlament zu erklimmen und sich festzuketten. Unter den Akteuren fand sich
auch der bekannte Anti-Opernball Aktivist Hubsi Kramer.
Am selben Tag wurde auch eine
Protestresolution mit Unterschriftenlisten an einen Mitarbeiter des
Bundespräsidenten übergeben, die ein Einschreiten Klestils im rechten
Unrechtsstaat fordert.
Neben schaulustigen Touristen,
interessierten Passanten, schimpfenden aber auch begeisterten Menschen,
fanden sich wie sooft WEGA und Polizei ein und auch der spektakuläre Einsatz
für Recht und Ordnung blieb nicht aus.
So konnte man etwa bestaunen, wie
eine junge Frau unsanft am Arm gepackt und gegen die Wand gedrückt wurde,
weil ein Exekutivbeamte sich nicht fotografieren lassen wollte. Als die Frau
meinte, sie würde Beschwerde einlegen, konterte man wortgewaltig und in
breitem Dialekt Ham´s Schwellungen, an blauen Fleck, Prellungen? Na? Na
was wollens dann?
Die Aktion wurde einige Stunden
später friedlich beendet.
