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Biodiversität und
Klimawandel in der Ostsee
Neue Erkenntnisse über Belastbarkeit von
Lebensgemeinschaften
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für
Limnologie in Plön
http://www.mpil-ploen.mpg.de und des Leibniz-Instituts für
Meereswissenschaften in Kiel haben gezeigt, dass genetische Vielfalt
die Widerstandsfähigkeit von Lebensgemeinschaften gegenüber globaler
Erwärmung erhöhen kann. Die Forscher hatten die Untersuchungen in
der Ostsee durchgeführt, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des
Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS
http://www.pnas.org
.
Zu den zentralen Fragen beim Klimawandel und der damit verbundenen
Häufung von Extremereignissen wie Hitzewellen, Stürmen und
Überflutungen zählen die Reaktionen der Populationen und
Lebensgemeinschaften auf diese klimatischen Extreme. Bei ihren
Experimenten in Seegraswiesen der Ostsee profitierten die Forscher
von der ungewöhnlichen Hitzewelle im Sommer 2003, die zu
großflächigem Absterben vieler Lebewesen im Flachwasser geführt
hatte. Allerdings konnten die Experten feststellen, dass sich
genetisch vielfältige Wiesenabschnitte deutlich schneller erholten
als genetisch gleichförmigere. Am Ende des Sommers wiesen diese mehr
Biomasse und eine höhere Pflanzendichte auf. Völlig unerwartet waren
für die Wissenschaftler auch die Auswirkungen auf die Nahrungskette.
In den vielfältigen Flächen waren nämlich, trotz der nahe an der
Letalgrenze liegenden Wassertemperaturen, auch mehr Muscheln, Krebse
und Schnecken zu finden.
In früheren Forschungsberichten haben Wissenschaftler festgestellt,
dass die Artenvielfalt für die Produktivität und Stabilität von
Ökosystemen eine wichtige Rolle spielt. Unbekannt war allerdings,
wie Lebensgemeinschaften, die nur von wenigen Pflanzenarten
dominiert werden, darauf reagieren. Die Seegraswiesen bestehen
nämlich in der Regel nur aus ein oder zwei Arten und bilden trotzdem
eine der produktivsten Pflanzengemeinschaften auf der Erde. Sie sind
Grundlage für marine Lebensgemeinschaften, indem sie Nährstoffe
umsetzen, Lebensraum für Fische und Wirbellose bieten und die
Küstenerosion einschränken. Die wenigen Arten in einer solchen
Population verfügen allerdings über eine enorme Vielfalt an so
genannten Genotypen, das sind Individuen mit unterschiedlicher
genetischer Ausstattung, berichtet die Max-Planck-Gesellschaft
http://www.mpg.de
. |

Taifune haben Kontakt
zueinander
Zwillingszyklone wirken bis 2.000 Kilometer
aufeinander
Wissenschaftler des Naval Research Laboratory in
Monterey haben festgestellt, dass tropische Zyklone, die zeitgleich
an verschiedenen Orten auftreten, sich gegenseitig beeinflussen. Die
Forscherinnen Melinda Peng und Carolyn Reynolds konnten sogar
nachweisen, dass Wirbelstürme, die bis zu 2.000 Kilometer
voneinander entfernt waren, Auswirkungen aufeinander hatten. Das
erschwert demnach auch eine genaue Vorhersage, in welche Richtung
sich die Zyklone bewegen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Derzeit nutzen die Meteorologen Computerprogramme, um Wirbelstürme
vorherzusagen bzw. ihre Richtung zu bestimmen. Niedriger
atmosphärischer Druck deutet daraufhin, dass sich ein solcher
Wirbelsturm bilden wird. "Wenn aber ein anderer Zyklon in der Nähe
ist, weichen die Vorhersagen ziemlich davon ab, was zwei Tage später
passiert ", so die Forscherin. Solche Zwillingsstürme beeinflussen
sich über weite Distanzen. Bisher hatten Wissenschaftler angenommen,
dass Entfernungen von 1.500 Kilometern das äußerste seien.
Peng und Reynolds haben anhand der beiden Wirbelstürme Katsana und
Parma, die im Oktober 2003 im westlichen Pazifik tobten, ihre
Berechnungen gemacht. Die beiden Stürme waren mehr als 1.500
Kilometer voneinander entfernt und kamen sich einmal bis 1.300
Kilometer nahe. Parma schien den wesentlich stärkeren Sturm Katsana
nicht zu beeinflussen. Umgekehrt ergaben Messungen, dass geringe
Abweichungen, 500 Kilometer vom Zentrum des Wirbelsturms entfernt,
den Weg des zweiten Zyklons deutlich beeinflussen.
Doppelzyklone wie sie die Forscherinnen untersucht haben sind keine
Seltenheit. Im Pazifik treten solche drei Mal alle zwei Jahre auf,
im Atlantik ungefähr alle drei Jahre. Die Ergebnisse der
Untersuchungen der Wissenschaftlerinnen haben eine positive Wirkung
auf zukünftige Sturmvorhersagen: Interaktionen von Zyklonen werden
nunmehr mithilfe von Vektor-Diagnosen durchgeführt. Über die
Forschungsarbeit wurde im Fachmagazin Geophysical Research Letters
http://www.agu.org
berichtet. |

Salzseen wirken auf
das Klima
Mikroorganismen produzieren chlorhaltige
Luftschadstoffe
Ein internationales Forscherteam hat festgestellt,
dass Salzseen einen größeren Einfluss auf den Klimawandel haben als
bisher angenommen. Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums
Leipzig-Halle (UFZ)
http://www.ufz.de haben gemeinsam mit Kollegen aus Österreich,
Russland und Südafrika entdeckt, dass Bakterien in Salzseen
Substanzen produzieren, die als Treibhausgase wirken und die
Ozonschicht zerstören. Dies ist ein natürlicher Faktor für
Wüstenausbreitung, berichten sie im Fachjournal Geophysical Research
Letters
http://www.agu.org .
Bei den Substanzen handelt es sich um so genannte leichtflüchtige
halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW), die sich weltweit über die
Atmosphäre ausbreiten und auch die Vegetation schädigen. Bisher
waren die Forscher davon ausgegangen, dass die LHKWs fast
ausschließlich durch industrielle Prozesse entstehen. Im Süden
Russlands konnte das Team, dem unter anderem auch der Forscher Erich
Putz vom Institut für Geophysik, Astronomie und Meteorologie der
Universität Graz
http://www.kfunigraz.ac.at angehört, feststellen, dass es neben
industriellen auch natürliche Quellen geben muss. Die Forscher
hatten nämlich bereits vor Jahren im Antarktiseis erhöhte
Konzentrationen an LHKW-Abbauprodukten entdeckt, die über 250 Jahre
alt sind. Damals gab es jedoch noch keine Industrie.
Die Forscher um Ludwig Weißflog vom UFZ konnten nun erstmals die
natürliche Bildung einiger dieser Verbindungen durch salzliebende
Mikroorganismen in Salzseen nachweisen. Diese Mikroorganismen zählen
zu den ältesten und widerstandsfähigsten Lebewesen und können
Temperaturen von minus 25 Grad bis 35 Grad Celsius überleben. Auch
Vakuum oder UV-Strahlung können sie nicht zerstören. Lebensnotwendig
ist lediglich die Konzentration an Salz und Wasser. Die
Luftschadstoffe verbreiten sich über die Atmosphäre innerhalb
einiger Tage weltweit. Sie sind in der Lage, die Vegetation zu
zerstören bzw. schwere Schäden an den Pflanzen anzurichten. Nach
Ansicht der Forscher gelangen diese Stoffe zwar schon seit längerer
Zeit in die Atmosphäre, der prognostizierte Klimawandel verstärkt
jedoch ihre schädigende Wirkung weiter. Besonders betroffen sind
Trockengebiete, da die Vegetation dort sensibler auf Luftschadstoffe
reagiert.
Derzeit wächst die Fläche der Steppengebiete allein im Süden
Russlands jährlich um 500 Quadratkilometer. Die Wissenschaftler
rechnen damit, dass sich etwa der eurasische Steppengürtel zwischen
Österreich und China weiter ausdehnt. Auch Teile von Deutschland wie
Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen werden zunehmend trockener.
Die bereits jetzt in der Atmosphäre befindlichen Schadstoffe werden
durch den Klimawandel künftig noch stärker wirken und so die
klimarelevanten Prozesse beschleunigen, so die Forscher. Kenntnisse
über das Verhalten von Umweltschadstoffen bei veränderten
Klimabedingungen sind eine wichtige Voraussetzung, um Strategien zur
Eindämmung der Folgen des Klimawandels entwickeln zu können. Die
Erkenntnisse werden in die praktische Umsetzung der UN-Konvention
zum Kampf gegen die Wüstenausbreitung einfließen. |

Klimawandel
unterminiert Armutsbekämpfung in Afrika
Bis 2080: Weitere 80 bis 120 Mio. Hungerleidende
weltweit
Ein Experte der nigerianischen Universität Jos
warnt in einer Studie vor den Auswirkungen der Klimaveränderung auf
die Verbreitung von Krankheiten, die Ernährungs- und
Einkommenssituation. Die Studie ist bei der derzeit stattfindenden
Climate Change Conference
http://www.stabilisation2005.com in Exeter vorgestellt worden.
Besonders in Ländern wie Nigeria gibt es Auswirkungen auf soziale
und ökonomische Entwicklungsmöglichkeiten sowie auf den
Gesundheitssektor, berichtet die Umweltorganisation WWF
http://www.wwf.at
, die die Studie in Auftrag gegeben hat.
"In Entwicklungsländern müssen erfolgreiche Naturschutzarbeit und
Armutsbekämpfung immer Hand in Hand gehen. Die Auswirkungen des
weltweiten Klimawandels auf Mensch und Natur werden noch viel weiter
gehen als bisher angenommen", so Studienautor Anthony Nyong Nyong.
Auch andere Experten warnen davor, dass eine Erwärmung von bis zu
zwei Grad Celsius dramatische Auswirkungen auf die reichhaltigen
aber fragilen Ökosysteme haben wird. "Durch den Verlust der
natürlichen Ressourcen werden aber auch die Lebensgrundlagen von
Millionen Menschen bedroht", warnt auch WWF-Österreich-Klimaexperte
Markus Niedermair.
Nach der Studie werden Wetterextreme und Naturkatastrophen wie
Fluten, Hitzeperioden und Dürre weiter zunehmen. Diese Faktoren
stehen auch in direktem Zusammenhang mit der Verbreitung von
Krankheiten. Für Südafrika wird etwa eine Verdoppelung der
Malariagebiete prognostiziert. Gleichzeitig wird das Aussterben von
Pflanzenarten erwartet, die in der traditionellen Medizin Verwendung
finden. Nach Angaben der WHO ist diese traditionelle Medizin für 80
Prozent der Menschen die wichtigste Heilquelle.
Nach den ersten Schätzungen werden bis zum Jahr 2080 werden weitere
80 bis 120 Mio. Menschen in Folge des Klimawandels durch Hungersnöte
gefährdet sein, 70 bis 80 Prozent davon in Afrika. In erster Linie
wird die Armut die Chance auf Schulbildung bei Frauen und Mädchen
nehmen, da sie für die Versorgung der Familien zuständig sind.
Hungersnöte werden zu einer weiteren Intensivierung der
Landwirtschaft und daraus resultierend zu noch mehr Kahlschlägen
führen. Die Wege zur Brennholzbeschaffung und Trinkwasserversorgung
werden noch länger werden. Zeit für Schulbildung bleibt den Mädchen
dann keine mehr.
Auch die britische Umweltministerin Margaret Beckett forderte bei
der Eröffnung der Konferenz eiligst Schritte gegen die globale
Erwärmung zu treffen. Radikale Veränderungen in der Art und Weise
wie Energie erzeugt und auch verbraucht werde, wären notwendig.
Kyoto sei nur ein erster Schritt in die richtige Richtung, so die
Ministerin. |

Zehn Jahre bis zur
Klimakatastrophe
CO-Konzentration soll unter 400ppm bleiben
Etwas mehr als zehn Jahre stehen zur Rettung vor
der Klimakatastrophe noch zur Verfügung. Zu diesem Urteil kommen die
Experten der International Climate Change Taskforce in einem nun
veröffentlichten Bericht. Demnach müssen alle Verantwortlichen dafür
Sorge tragen, dass die Temperaturen nicht mehr als um zwei Grad
Celsius über die im vorindustriellen Zeitalter ansteigen, berichtet
BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .
Die Taskforce wurde vom Institute for Public Policy Research
http://www.ippr.org.uk und dem Centre for American Progress und
dem Australian Institute eingesetzt. Die Forscher und Politiker sind
sich einig darüber, dass eine stärkere Zunahme dieser Temperaturen
zu extremen Schäden auf der Erde führt. Betroffen von einem
stärkeren Anstieg der Temperaturen wäre etwa die Landwirtschaft.
Höhere Temperaturen würden auch zu irreversiblen Schäden an
Korallenriffen und tropischen Regenwäldern führen. Außerdem
befürchten die Experten das großflächige Abschmilzen von Inlandeis
in Grönland und in der westlichen Antarktis. Das führe zu einem
massiven Anstieg des Meeresspiegels. Ein weiteres Horrorszenario
wäre das Versiegen des Golfstromes.
In dem Bericht der Taskforce wird das Maß von zwei Grad Celsius mit
der maximalen atmosphärischen CO2-Konzentration von etwa 400ppm
gleichgesetzt. Derzeit liegt die Konzentration bei 380ppm CO2.
Dieser Wert steigt jedes Jahr um mehr als zwei ppm. Der
wissenschaftliche Experte der Kommission Rajendra Pachauri, der auch
Vorsitzender des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC
http://www.ipcc.ch
ist, sieht insbesondere den CO2-Anstieg der vergangenen Jahre
als problematisch. Zu den von der Taskforce vorgeschlagenen Lösungen
gehören etwa die Erhöhung der erneuerbaren Energieanteile um 25
Prozent bis 2025 und die Erweiterung der G8 auf eine G8+
Klimagruppe.
Weitere Informationen:
http://www.theclimategroup.org |

Böden als Verstärker
der globalen Erwärmung
Rätsel um Kohlenstoff im Boden gelöst
JEin internationales Wissenschaftsteam hat in
einem Modellversuch nun erstmals zeigen können, auf welche Weise der
Erdboden weltweit auf eine mögliche Klimaerwärmung reagieren würde.
Demnach reagiert Bohlenkohlenstoff sensibler auf Klimaerwärmung als
bisher erwartet und liefert zusätzliches Treibhausgas in die
Atmosphäre, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Das Forschungsteam vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena,
der Universität Bristol, England, und des Nationalen Zentrums für
Atmosphärenforschung in Boulder berichtet darüber, dass sich
weltweit so viel Kohlenstoff in den Böden befindet, dass sich bei
einer plötzlichen Freisetzung der Gehalt an Kohlendioxid in der
Atmosphäre sofort verdrei- oder sogar vervierfachen würde. Ein solch
abruptes Szenario sei allerdings extrem unwahrscheinlich, meinen die
Forscher. In jüngster Zeit hatten sich Berichte gehäuft, wonach sich
die für die Kohlenstoffzersetzung im Boden verantwortlichen
Mikroorganismen allmählich an die wärmeren Bedingungen gewöhnen und
die Abbaurate dabei an die höheren Temperaturen anpassen würden.
Eine Folge davon wäre, dass das CO2 dann in konstanten Raten
freigesetzt würde. Solche Vorhersagen widersprechen allerdings
Gesetzen der physikalischen Chemie, nach denen zusätzliche Wärme die
Abbaurate chemischer Prozesse stets beschleunigt.
Dem internationalen Team ist es gelungen, nachzuweisen, dass der
scheinbar simple biologische Anpassungsmechanismus im Boden simplen
Regeln der Physik folgt. Dabei hat es sich gezeigt, dass der
scheinbar rätselhafte Verlauf des Kohlenstoff-Abbaus bei Erwärmung
auf die enorme Bandbreite chemischer Eigenschaften des organischen
Bodenkohlenstoffs zurückzuführen ist. Dessen Eigenschaften reichen
von zuckerähnlichen labilen Verbindungen bis zu kohleartigen
stabilen Komplexen, die für Mikroorganismen schwerer abbaubar sind.
Diese extreme Mischung ganz unterschiedlich stabiler Verbindungen
hatte bisher die Interpretation der Laborergebnisse erschwert,
berichtet die Max-Planck-Gesellschaft
http://www.mpg.de
.
Die Forscher wollen nun die neuen Erkenntnisse in komplexe globale
Klimamodelle einzubauen und die Auswirkungen eines beschleunigten
Abbaus des Bodenkohlenstoffs auf die Klimaerwärmung berechnen.
Bisher haben Klimasimulationen nur die leichter messbaren
Eigenschaften des Bodenkohlenstoffs gemessen. Die Experten schätzen,
dass etwa 90 Prozent des weltweit in den Böden enthaltenen
Kohlenstoffs in der chemisch stabilen Variante vorliegt. |

Kombinierte Modelle
versprechen verbesserte Hurrikan-Forschung
Berechung von Welleninteraktionen und Einfluss
des Windes
Das Verständnis, wie sich Luft und Meer während
eines Hurrikans gegenseitig beeinflussen, ist entscheidend für die
Vorhersage der Sturmbahn, seiner Intensität, der Sturmfluten und des
Epizentralgebiets der Wellen. Wenn Wissenschaftler Computermodelle
entwickeln, um die Parameter eines Hurrikans zu berechnen, müssen
sie nicht nur die atmosphärischen Bedingungen des Sturms beachten,
sondern auch jene des Ozeans, einschließlich des Alters und der
Frequenz der Wellen. Il-Ju Moon, Isaac Ginis und Tetsu Hara von der
Universität Rhode Island
http://www.uri.edu/
haben Forschungspapiere veröffentlicht, die untersuchen, wie
Oberflächenwellen und Wind die Dynamik des aufbäumenden Meeres unter
extremen Bedingungen beeinflussen.
Die Forscher bedienten sich einer Kombination aus drei
Computermodellen. Das NOAA WAVEWATCH III-Modell stützt sich auf
Wind, die Interaktion zwischen den Wellen sowie die Verteilung von
Schaumkronen und die Welle-Boden-Interaktion. Das
Gleichgewichtsspektrum-Modell schätzt den Effekt des Windes auf den
Ozean, wobei es den Druck durch die Wellen berücksichtigt. Das
Wellengrenzschicht-Modell kalkuliert das oberflächennahe Windprofil,
sowie den Oberflächenwiderstand der Wellen. Im Rahmen der ersten
Studie sagte das kombinierte Modell den Effekt der Wechselbeziehung
zwischen Wind und Welle vorher, indem es berechnete, wie die Wellen
zu der Dynamik eines sich aufbäumenden Meeres beitragen. Die zweite
Studie konzentrierte sich auf die Auswirkungen von Oberflächenwellen
auf den Luft-Meer-Austausch bei tropischen Wirbelstürmen.
Die Forscher entdeckten, dass die Größe und das Auftreten der Wellen
ebenso wie Windgeschwindigkeit und -richtung und ihr wechselseitiger
Einfluss verschiedenste Bedingungen schaffen, die die Bahn und die
Intensität eines Hurrikans beeinflussen. Das Team erkannte außerdem,
dass die Koppelung des Oberflächenwellenmodells mit einem
Hurrikanmodell für genauere Prognosen von Kurs und Intensität
notwendig ist. Diese Erkenntnis gilt als signifikant, weil die
Wind-Wellen-Interaktion von derzeitigen Hurrikan-Vorhersage-Modellen
völlig ignoriert wird. Die aktuelle Kombination dieser Modelle hat
den Wissenschaftlern dabei geholfen, die Interaktion zwischen
Atmosphäre und Ozean besser zu verstehen. Sie bedienten sich
Parameter, die die Wellen unter extremen Windbedingungen
beschreiben. Zusätzliche Faktoren, wie der Effekt brechender Wellen
und der Gischt, könnten ebenfalls eine wichtige Rolle in der
Luft-Meer-Interaktion spielen. Die Forscher glauben, dass die
Hinzunahme von Parametern ihre Ergebnisse bestätigt.
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Klima-Katastrophe
steht schon 2050 an
Temperatur steigt um 3,5 Grad
Hitzewellen, wie die im Jahr 2003, die 15.000
Menschen in Europa tötete und die Temperatur in England erstmals auf
über 38 Grad Celsius trieb, könnten im Jahr 2050 Normalität werden.
Das sagt das Hadley Centre for Climate Change
http://www.metoffice.com voraus. Aus seinem Report "Uncertainty,
Risk and Dangerous Climate Change", der heute, Dienstag, auf der
Klimakonferenz in Buenos Aires vorgelegt wird, geht hervor, dass die
durchschnittliche Temperatur um 3,5 Grad Celsius ansteigen wird.
Dieser Wert liegt weit über den zwei Grad Celsius, die die EU als
Obergrenze für die Vermeidung von katastrophalen Folgen aus der
globalen Erwärmung angesetzt hat.
Außerdem sagt der Bericht, dass die Grönland-Eismassen durch den
Temperaturanstieg verschwinden könnten und dadurch der globale
Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen wird. Jährlich würde er
weiter um 5,5 Millimeter ansteigen, was in kurzer Zeit weite Teile
Großbritanniens, einschließlich der Londoner Docklands, gefährden
würde. Sei dieser Prozess einmal in Gang gesetzt, sei er nicht mehr
umzukehren oder aufzuhalten. Die britische Regierung ist bereits
seit längerem besorgt über die Auswirkungen der schwindenden
Eismassen auf das britische Klima. 20 Mio. Pfund (29 Mio. Euro) gibt
sie daher für Studien aus.
Das Wasser, das von dem geschmolzenen arktischen und grönländischen
Eis kommt, würde den Golfstrom, der warmes Wasser in den
Nordatlantik bringt, stoppen. Wenn der Golfstrom nicht mehr
existiert, werden die Winter-Temperaturen in Großbritannien
innerhalb von zehn Jahren absinken und dann eine konstante
Temperatur von minus zehn Grad Celsius haben. Niels Reeh vom
dänischen Polar-Institut studiert die Eismassen in Grönland seit 20
Jahren. Nach seiner Aussage haben die Eismassen zwischen 1995 und
1999 bereits etwa 50 Kubikkilometer jährlich verloren, genug um den
globalen Meeresspiegel um 0,13 Millimeter im Jahr zu heben.
Auf der Konferenz in Buenos Aires wird entschieden werden wie man in
der Frage um die Treibhausgase nach 2010, dem Ende der
Kyoto-Vereinbarungen, fortfahren will. Doch sind sich alle einig,
dass die weitere Reduzierung von CO2-Emissionen dringend nötig ist
und dass die USA, China und Indien sich unbedingt anschließen
müssen. Doch weiß keiner so recht, wie man das bewerkstelligen soll.
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Tiefsee-Wirbel als
Klimaindikator
Pendant zu atmosphärischen Hurrikanes entdeckt
Wissenschaftlern des Kieler Leibniz-Institut für
Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR)
http://www.ifm-geomar.de haben in der Tiefsee vor dem
südamerikanischen Kontinent große Wirbel entdeckt. Nach Angaben des
Instituts sind diese Wirbel ein Pendant zu atmosphärischen
Wirbelstürmen. Aufgrund der Tatsache, dass sie so tief im Meer
passieren, stellen sie keine Gefahr für die Schifffahrt dar. Die
Wirbel könnten allerdings ein wichtiger und verhältnismäßig einfach
messbarer Indikator für Klimaveränderungen sein.
"Der klimarelevante Teil des atlantischen Strömungssystems ist die
meridionale Umwälzzirkulation. Sie beinhaltet sowohl den Transport
von warmem Wasser in den oberen Bereichen des Atlantiks nach Norden
als auch den Rückfluss von kaltem Tiefenwasser nach Süden",
berichtet das Institut. Dabei wird Tiefenwasser mit dem westlichen
Tiefenrandstrom befördert, der dem Verlauf der amerikanischen
Kontinentalabhänge folgt. Bisher haben die Forscher angenommen, dass
der Tiefenrandstrom weitgehend ruhig und kontinuierlich dahin
fließt. Nun hat das Geomar-Team entdeckt, dass die Strömung vor der
Küste Brasiliens in riesige Wirbel zerfällt, die regelmäßig etwa
alle 60 Tage entstehen.
Diese Wirbel, die auch Eddies genannt werden, ziehen den
Kontinentalabhang entlang in Richtung Süden. Die Modelle der
Forscher zeigen auch, dass die Eddies nur dann entstehen können,
wenn der Zustrom des Tiefenwassers aus dem Nordatlantik stark genug
ist. Wäre der Zustrom schwächer, würden die Wirbel ausbleiben.
Daraus schließen die Wissenschaftler, dass die Eddies daher ein
wichtiger Indikator für Veränderungen der Umwälzzirkulation und
damit auch des Golfstroms sind.
Die Auswertung der vor vier Jahren installierten Strömungsmesser am
Meeresgrund südlich von Recife hat ergeben, dass die Wirbel in 2.000
Meter ihr Maximum haben. In dieser Tiefe sind sie etwa 300 Kilometer
breit. Die Strömungen sind im Vergleich zu atmosphärischen
Wirbelstürmen mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 150 Metern pro
Stunde relativ langsam. Unbekannt bleibt bisher wie lange und bis
wohin die Wirbel ihre Form behalten. |

CO2-Gehalt nähert sich
historischem Höchststand
Ozeane passen sich nur langsam an Veränderungen
an
Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und -gas
ist der CO2-Gehalt heute höher als er vor 430.000 Jahren war, warnt
Daniel P. Schrag von der Harvard University
http://www.harvard.edu . Wenn es keine Verringerung des
CO2-Ausstoßes gebe, werde er bald so hoch sein wie seit 30 Mio.
Jahren nicht mehr. CO2 sei zwar nicht der einzige Grund für die
globale Klimaveränderung, doch es sei der Hauptgrund. Die
CO2-Emmission zu reduzieren sei ein notwendiger Schritt um einer
katastrophalen Zukunft zu entgehen. Viele Länder haben sich
ehrgeizige Ziele gesetzt um ihre Treibhaus-Gase zu reduzieren. Doch
seien nachhaltige und effektive Maßnahmen nicht möglich ohne die
Beteiligung der USA. Auch Entwicklungsländer wären so nicht an einer
Teilnahme zu bewegen.
Aufgrund der langen Anpassungszeit von Ozeanen und Gletschern werde
man die katastrophalen Auswirkungen der Klimaveränderungen nicht
mehr aufhalten können wenn sie einmal eintreten. Kein
Wissenschaftler wisse genau welcher CO2-Level sicher sei, um eine
Katastrophe aufzuhalten. Doch sicher sei, dass die Erde sich auch
dann weiter erwärme, wenn sich der CO2-Ausstoß heute stabilisiere.
"Die Ozeane und die Eismassen passen sich nur allmählich über
Jahrzehnte und Jahrhunderte an ihre neuen atmosphärischen
Bedingungen an", so Schrag.
"Es ist natürlich gut, dass viele Länder das Problem zusammen
angehen wollen. Doch ich fürchte, dass das Kyoto-Protokoll unsere
größte Herausforderung nicht angeht, nämlich Energie aus Kohle zu
gewinnen, ohne CO2 in die Atmosphäre zu entlassen", so Schrag. Kohle
verursacht am meisten CO2. Außerdem ist es der billigste
Energie-Lieferant. Auch mit der Expansion von erneuerbaren
Energiequellen werde Kohle die Haupt-Energiequelle bleiben, vor
allem in den Ländern mit dem höchsten Energiebedarf. Es sei also
nicht die Frage ob China, Indien und die USA ihre riesigen
Kohle-Vorkommen nutzen, sondern wie sie diese nutzen.
Alternativen gäbe es, sagt Schrag. So zum Beispiel eine
Kohle-Vergasungstechnik, die einen konzentrierten CO2-Ausfluß
produziert, der einfacher einzufangen und unterirdisch zu lagern
sei. Ein Szenario wären für Schrag bilaterale Vereinbarungen
zwischen den USA und China, dass die USA amerikanische
Energie-Unternehmen, die in China CO2-frei produzieren, finanziell
unterstützt. Als Gegenleistung sollte China seinen schnell
wachsenden Energie-Markt öffnen. Doch welche Strategie auch immer
vereinbart werden sollte, die Zeit zu handeln sei jetzt, warnt
Schrag. |

Klimaschwankungen bisher
unterschätzt
Wissenschaftler streiten über die Methode
Die Klimaschwankungen waren in der Vergangenheit viel
beträchtlicher als aus bisherigen Untersuchungen von Baumschnitten und
Eiskernen hervorgeht. Wissenschaftler um Hans von Storch vom GKSS
Forschungszentrum
http://www.gkss.de/ in Geesthacht haben die Daten des vergangenen
Millenniums simuliert und ihre Ergebnisse provozieren eine erhitzte
Debatte.
Während manche Wissenschaftler argumentieren, dass die Methoden
fehlerhaft sind, warnen andere davor, dass die Ergebnisse
Klimaänderungen in der Zukunft implizieren, die dramatischer sind als
bisher angenommen. Aktuelle Klimarekonstruktionen beziehen sich auf
Temperaturaufzeichnungen, die aber nur ein Jahrhundert zurückgehen und
auf den Jahresringen von Bäumen basieren.
Von Storch und seine Kollegen verwendeten ein hochentwickeltes
Computermodell, um das Klima der Erde über ein Jahrtausend zu
simulieren. Aus den entsprechenden Daten rekonstruierten sie die
Temperatur der nördlichen Hemisphäre für jedes Jahr der tausendjährigen
Simulation. Dabei verwendeten sie eine statistische Methode, die auch
von anderen namhaften Forschern eingesetzt wird, darunter Michael Mann
von der Universität von Virginia in Charlottesville.
"Einer der Schlüsse, die wir ziehen, ist, dass die Sensibilität des
Klimas höher ist als ursprünglich angenommen, weshalb die Veränderungen
des Klimas in der Zukunft größer sein werden", sagt Timothy Osborn, ein
Experte für Klimaschwankungen an der Universität von East Anglia
http://www.uea.ac.uk/ in Norwich, Großbritannien.
Laut Mann ist die Studie fehlerhaft, weil die Simulation am laufenden
Band Klimaveränderungen produziert, die nach Ansicht vieler
Wissenschaftler nicht begründet sind. Thomas Crowley, ein Professor für
Geowissenschaften an der Duke Universität
http://www.duke.edu/ in North Carolina, meint: "Der wichtige Punkt
liegt in der Erkenntnis, dass es unterschiedliche objektive Wege gibt,
die Methodologie zu testen." Die Debatte über die Stichhaltigkeit der
Ergebnisse werde weitergehen. |

Klimaforscher warnen vor Kälteeinbruch in Europa
Erste Hinweise deuten auf eine Schwächung des Golfstroms hin
Erste Anzeichen für eine Schwächung des Golfstroms vermuten Wissenschaftler
des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung
http://www.pik-potsdam.de
gefunden zu haben. Wie sie auf einer Klimafachkonferenz in Amsterdam
berichteten, drohe Europa ohne Golfstrom-Einfluss eine drastische Abkühlung.
Wie das Magazin "New Scientist"
http://www.newscientist.com
berichtet, halte der Golfstrom Europa rund zehn Grad wärmer als andere
Regionen auf der gleichen geografischen Breite.
Die Ursache für einen möglichen Ausfall dieser geologischen Zentralheizung
Europas liegt in einer schwächeren Zirkulation im Nord-Atlantik. "Bis vor drei
Wochen hätte ich das für eine rein theoretische Berechnung gehalten. Aber nun
zeigen Daten, dass die Strömung seit 1950 um 20 Prozent abgenommen hat", sagte
Klimaforscher Stefan Rahmstorf gegenüber dem Magazin "New Scientist". Durch
die globale Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten könnte die Eisbildung im
Nordatlantik zurückgehen. Diese bildet jedoch eine Grundlage für die
Nord-Atlantik-Zirkulation, zu der auch der Golfstrom gerechnet wird. Denn je
mehr Eis gefriert, desto mehr salzhaltiges und dichtes Wasser bleibt zurück.
Dieses sinkt ab und warmes Wasser aus den Tropen kann nachströmen. Gefriert
wegen der globalen Erwärmung weniger Wasser in den Polregionen, ist dieser
Kreislauf gestört und der Warmwasserstrom wird geschwächt.
Zudem warnten andere Wissenschaftler davor, einen Klimawandel als eine rein
kontinuierliche und langsame Änderung in ihren theoretischen Modellen zu
betrachten. Vielmehr sei bei diesen komplexen Abläufen ein schneller Wechsel
zwischen zwei stabilen Zuständen möglich, die sich deutlich voneinander
unterscheiden. So sei die Sahara vor rund 6.000 Jahren noch stark bewaldet
gewesen und wandelte sich innerhalb nur weniger Jahrzehnte zur Wüste. Da die
heutigen globalen Temperaturen mit denen vor 6.000 Jahren vergleichbar seien,
halten Experten einen erneuten Wechsel zurück zu einer Waldregion für die
Sahara für möglich.

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