Medikament gegen
Brustkrebs verringert Herzrisiko
Tamoxifen schützt während der gesamten Einnahme
Frauen mit Brustkrebs, die Tamoxifen einnehmen,
unterliegen einem deutlich geringeren Risiko einen Herzanfall zu
bekommen oder Stressreaktionen des Herzens wie Angina zu erleiden.
Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Boston University School of
Public Health
http://www.bu.edu/dbin/sph gekommen. Dieser Effekt erfährt
innerhalb von zwei Jahren eine deutliche Ausprägung und bleibt
während der gesamten Einnahme erhalten. Die Ergebnisse der Studie
wurden in dem Fachmagazin Cancer
http://www.interscience.wiley.com/cancer-newsroom
veröffentlicht.
Das Team um Brian D. Bradbury analysierte die Daten von 3.030
Brustkrebspatientinnen, die mit Tamoxifen behandelt wurden und von
4.233 Patienten mit anderen Krebserkrankungen, die dieses Medikament
nicht eingenommen hatten. Die Frauen der ersten Gruppe waren weniger
gefährdet Symptome einer Herzerkrankung zu entwickeln. Die weitere
Untersuchung ergab ein deutlich verringertes Risiko einer
Herzerkrankung. Dieser Effekt wurde bei Frauen nachgewiesen, die
weniger als zwei Jahre der auf fünf Jahre ausgelegten Behandlung
absolviert hatten. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die
Behandlung mit Tamoxifen zusätzlich das Risiko einer Herzerkrankung
verringern kann. |

Schlechte Nachrichten
brechen das Herz
Große Mengen von Stresshormonen wirken betäubend
Wissenschafter der Johns Hopkins University
http://www.jhu.edu
haben nachgewiesen, dass das Erhalten einer schlechten Nachricht
einem Menschen wirklich "das Herz brechen" kann. Betroffene leiden
unter tagelangen Schüben von Adrenalin und anderen Stresshormonen,
die das Herz betäuben. Laut der im New England Journal of Medicine
http://content.nejm.org veröffentlichten Studie können diese
Symptome fälschlicherweise für einen Herzanfall gehalten werden.
Diese gebrochenen Herzen heilen jedoch. Der durch den Stress
hervorgerufene Schaden ist vorübergehend und hält laut BBC meist nur
einige Wochen an.
Die Forscher untersuchten 19 Patienten, die mit herzanfallähnlichen
Symptomen ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Dabei handelte es sich
um Schmerzen im Brustbereich, Flüssigkeitsansammlungen in den
Lungen, Kurzatmigkeit und Herzversagen. Bei der Untersuchung der
überwiegend älteren Frauen konnten keine Blockierungen der zum
Herzen führenden Arterien oder andere klinische Symptome eines
Herzanfalls diagnostiziert werden. Bei der weiteren Untersuchung
zeigte sich, dass die Betroffenen über große Mengen von
Stresshormonen im Blut verfügten. Besonders hoch waren die
Adrenalin- und Noradrenalinwerte.
Diese Werte waren zwischen sieben und 34 Mal so hoch wie bei einer
Gruppe von untersuchten Herzanfallpatienten. Stresshormone können
das Herz vergiften und es so laut den Wissenschaftern tatsächlich
betäuben. Die gestressten Patienten verfügten zusätzlich über
erhöhte Werte des Herzhormons Brain Natriuretic Peptide (BNP), das
anzeigt, dass das Herz schwerer arbeitet als normal.
Echokardiogramme und Elektrokardiogramme zeigten zusätzlich ein
charakteristisches Muster, das sich von den Ergebnissen nach einem
Herzanfall deutlich unterschied. Alle 19 Teilnehmer hatten einige
Stunden vor dem Einsetzen der Symptome einen schweren emotionalen
Schock erlitten. Rund die Hälfte hatte vom Tod ihres Partners oder
eines Verwandten erfahren. Andere Auslöser waren ein bewaffneter
Raubüberfall, ein Auftreten in der Öffentlichkeit und eine Aussage
vor Gericht sowie Überraschungsparties. Die Patienten erholten sich
jedoch rasch und wiesen nach zwei Wochen keine Symptome mehr auf.
MRI-Scans bestätigten in der Folge, dass keiner der Betroffenen
einen irreversiblen Muskelschaden erlitten hatte.
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Zusammenhang zwischen
Infektionen und Herzanfällen nachgewiesen
Risiko eines Herzanfalles erhöht sich um das
Fünffache
Verbreitete Infektionen der Atem- und Harnwege
spielen eine Rolle beim Auslösen von Herzanfällen und
Schlaganfällen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des University
College London
http://www.ucl.ac.uk gekommen. Infektionen wie Bronchitis,
Lungenentzündung und Blasenentzündung erhöhten während der
Krankheitsdauer das Risiko eines Herzanfalls um das Fünffache, das
eines Schlaganfalls um das Dreifache. Die Forscher halten es für
möglich, dass die Infektionen eine Entzündung verursachten. Die
Ergebnisse der Studie wurden im New England Journal of Medicine
http://content.nejm.org veröffentlicht.
Es zeigte sich, dass das Risiko eines Herzanfalls oder Schlaganfalls
in den drei Tagen nach einer Infektion der Atemwege deutlich höher
war. Die Wahrscheinlichkeit einen Anfall zu erleiden, nahm in den
folgenden Wochen schrittweise wieder ab. Die aktuellen Forschungen
zeigten, dass der Zeitpunkt eines Herzanfalls nicht immer zufällig
ist. Der leitende Wissenschafter Patrick Vallance erklärte gegenüber
BBC News, dass nach dem 50. Lebensjahr bei den meisten Menschen eine
gewisse Gefährdung der Arterien gegeben sei. "Während einer
Infektion können vorhandene Ablagerungen destabilisiert und lose
werden. So kann es zu Blockierungen kommen, die zu einem Herzanfall
oder einem Schlaganfall führen." Es sei aber durchaus nicht so, dass
das individuelle Risiko eines Patienten gleich bliebe. Vielmehr
verändere es sich dauernd. Das Team untersuchte zusätzlich, ob die
Verabreichung von Impfungen gegen Grippe und Tetanus das Herzrisiko
erhöhten. Eine derartige Risikoerhöhung konnte nicht nachgewiesen
werden.
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Herzleiden:
regelmäßige Medikamenteneinnahme obligat
Placebos wirkungsvoller als sporadische Einnahme
von aktiven Medikamenten
Im Fall von Herzleiden ist es offenbar nicht so
entscheidend, welches Medikament der Betroffene einnimmt, sondern
vielmehr wie regelmäßig die Einnahme erfolgt. Diese Erkenntnis
impliziert, dass, solange sich der Patient an seine tägliche Ordnung
hält, ein Placebo genauso gut wirkt. Bradi Granger von der Duke
Universität
http://www.duke.edu/ in Durham, North Carolina, und ihre
Kollegen analysierten die Ergebnisse eines klinischen Versuchs an
7.600 Herzpatienten, an denen ein experimenteller Angiotensin
Rezeptor Blocker (ARB) getestet wurde, der die Blutgefäße lockert
und den Blutdruck senkt. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin
Nature
http://www.nature.com .
Patienten, die ihre Pillen jeden Tag einnahmen, halbierten das
Risiko bis zum Ende der Studie zu sterben, im Vergleich zu jenen,
die immer wieder Pillen ausließen, gleichgültig ob sie ein aktives
Medikament oder ein Placebo nahmen. Jene, die an der verordneten
Dosis festhielten, waren auch weniger gefährdet ins Krankenhaus zu
kommen. Experten vermuten, dass jene, die an ihrer Medizin
festhalten, sich auch eher an bestimmte Aktivitäten halten, die gut
fürs Herz sind, wie sportliche Aktivitäten, ausgewogene Ernährung
und Verzicht auf Rauchen und Trinken. Diese Gewohnheiten allein
gleichen wahrscheinlich den physiologischen Effekt des Medikaments
aus.
Wenn Ärzte diejenigen Patienten identifizieren könnten, die ihre
Medikamente nicht regelmäßig nehmen, könnten diese mit
entsprechenden Ausbildungsprogrammen oder sozialer Unterstützung
dazu ermutigt werden, einem gesünderen Lebenswandel zu folgen. "Es
geht um die Richtung, die die Menschen einschlagen", sagt Hayden
Bosworth, der Patientenmotivation am Durham Veterans Affairs Medical
Center in North Carolina studiert. Beispielsweise untersuchen einige
Forscher ob man mit biochemischen Tests verlässlich nachweisen kann,
ob Menschen ihre Medikamente regelmäßig nehmen.
Das Medikament in der aktuellen Studie ist als Candesartan cilexetil
bekannt und wird in den USA von AstraZeneca
http://www.astrazeneca.com/ unter dem Namen Atacand vermarktet.
Dieses und viele andere Präparate derselben Medikamentenklasse
werden routinemäßig zur Behandlung von hohem Blutdruck verwendet.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, darunter hoher Blutdruck, Herzinfarkt
und Schlaganfall, machen fast 30 Prozent der Todesursachen auf der
ganzen Welt aus. Zwei frühere Studien haben auch gezeigt, dass
Patienten mit Herzleiden von der regelmäßigen Einnahme von Placebos
profitieren, die dem Effekt von Beta-Blockern oder Lipid-senkenden
Medikamenten entsprechen. Die Experten konnten bislang aber nicht
erklären, was den Unterschied ausmacht zwischen den Patienten, die
den Instruktionen ihres Arztes folgen, und jenen, die sich darüber
hinwegsetzen. Eine andere Implikation der neuen Ergebnisse ist, dass
die Menschen, die bei der Einnahme ihrer Medikamente sehr
gewissenhaft sind und einen gesunden Lebenswandel führen, denselben
Nutzen erlangen, wenn sie die Dosis reduzieren oder von einem
aktiven Medikament auf ein billigeres Placebo umsteigen. "Das wäre
definitiv eine Studie wert", so Granger. |

Distanz zum Krankenhaus nach Herzanfall entscheidend
Überlebenschance steigt bei rechtzeitiger Einlieferung um
das Vier- bis Fünffache
Patienten, die rechtzeitig nach einem Herzanfall in ein
Krankenhaus eingeliefert werden, haben eine vier bis fünf Mal höhere
Überlebenschance. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Cornell University
http://www.cornell.edu gekommen. Jede zusätzlichen fünf Minuten Distanz
vom Krankenhaus verringern die Chancen um 1,25 Prozent. Die Ergebnisse der
Studie wurden in dem Fachmagazin Health Care Management Science
http://www.kluweronline.com/issn/1386-9620/contents veröffentlicht.
Der leitende Wissenschaftler Liam O'Neill konzentrierte seine Untersuchung auf
Patienten, die das Krankenhaus nicht umgehend erreichten. Personen, die weiter
entfernt von medizinischen Einrichtungen lebten, waren laut O'Neill bisher in
Studien unterrepräsentiert. Ihre Daten stehen normalerweise nicht zur
Verfügung oder sind unvollständig. Der Forscher entwickelte ein
Bewertungsmodell für jene Todesfälle, die außerhalb des Krankenhauses
verzeichnet wurden. Das Modell basierte auf den Daten von 22.000 Patienten von
228 Krankenhäusern in Pennsylvania.
"Unsere Forschungen haben gezeigt, dass nach einem Herzanfall die Entfernung
vom Krankenhaus für Patienten einen entscheidenden Einfluss auf ihren Zugang
zu medizinischer Versorgung und die Folgen hat." Das Modell kann dafür
eingesetzt werden, um die Auswirkungen des Schließens von medizinischen
Einrichtungen auf die lokale Bevölkerung abzuschätzen. "Rund 60 Prozent der
Patienten, die einen Herzanfall erleiden, sterben bevor sie das Krankenhaus
erreichen oder kurz danach. Bereits eine geringe Senkung dieses Prozentsatzes
würde helfen, jährlich Tausende Todesfälle zu verhindern."

Bonner
Forscher: Herzinsuffizienz wegen Vitamin D-Mangel
15 Mio.
Menschen leiden weltweit unter Herzschwäche
Wissenschaftler der Universität Bonn
http://www.uni-bonn.de
haben in Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oeynhausen nach den Ursachen der
Herzinsuffizienz gesucht und sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen:
Eine Unterversorgung mit Vitamin D trägt zur Entstehung der Krankheit bei. Die
Forschungsergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des "Journal of the
American College of Cardiology" publiziert.
"Bei einer Herzinsuffizienz ist der Hohlmuskel so geschwächt, dass er nicht
mehr genügend Blut durch den Körper pumpen kann, um Organe und Muskulatur
ausreichend zu versorgen. Die Patienten ermüden nach der geringsten
Anstrengung, der Puls jagt, die Luft wird knapp. Aufgrund der schlechten
Durchblutung versagen die Nieren ihren Dienst und können den Körper nicht mehr
ausreichend entwässern", berichtet Studienleiter Armin Zittermann,
Ernährungswissenschaftler der Universität Bonn. Die Folge sind
Wassereinlagerungen im Gewebe, so genannte Ödeme. Das Herz reagiert mit der
Ausschüttung des Hormons ANP, das die Flüssigkeitsausscheidung fördert. "Eine
erhöhte ANP-Konzentration im Blut ist daher ein verlässlicher Hinweis auf eine
Herzinsuffizienz. Und zwar bereits im Frühstadium, wenn die Erkrankung kaum
Symptome verursacht", so der Wissenschaftler.
"Es ist bereits bekannt, dass das Vitamin D in Zellkulturen die Produktion des
Entwässerungshormons ANP hemmt", erklärt Zittermann. In Versuch mit Hühnern
verschwand die Herzschwäche, sobald Vitamin D mit dem Futter verabreicht
wurde. Auch in Herzmuskelzellen von Ratten konnten Wissenschaftler zahlreiche
"Andockstellen" (Rezeptoren) für Vitamin D finden. In Versuchen mit Patienten
konnte der Bonner Forscher gemeinsam mit seinen Kollegen die Theorie des
Vitamin-Mangels bestätigen. "Der Schweregrad der Erkrankung korrelierte mit
dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels. Das sind starke Hinweise darauf, dass eine
unzureichende Versorgung mit Vitamin D bei der Entstehung der chronischen
Herzschwäche eine Rolle spielen könnte", meint Zittermann. In weiteren Studien
verabreichen die Forscher Herzpatienten Vitamin D und kontrollieren, ob sich
der Gesundheitszustand verbessert.
Vitamin D spielt unter anderem auch bei der Regulation der
Kalzium-Konzentration im Körper eine Rolle, indem es die Kalzium-Aufnahme aus
dem Darm verbessert. "Es scheint aber auch den Kalzium-Umschlag in den
Herzzellen beeinflussen zu können", so der Forscher. Damit sich der Muskel
zusammenziehen kann, muss die Kalziumkonzentration kurzfristig stark
ansteigen. Dazu zapft das Herz einen innerzellulären Kalzium-Speicher an, den
es bei der Entspannung mit Hilfe kleiner "Pumpen" wieder füllt. Vitamin D
scheint die Aktivität dieser Minipumpen zu beeinflussen. Wenn sie aber nicht
richtig funktionieren, kann der Herzmuskel nicht vollständig kontrahieren.
"Der Mensch bildet sein Vitamin D selbst. 75 bis 90 Prozent entstehen bei
UVB-Bestrahlung in der Haut, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf",
erklärt der Ernährungswissenschaftler. "In Industrieländern ist Vitamin
D-Mangel ein häufiges Phänomen. Die Forscher warnen aber vor intensiver
Sonnenbestrahlung, da diese große Gefahren in sich birgt. Nicht schaden könne
aber der regelmäßige Genuss Vitamin D-reicher Kost. In nennenswerten Mengen
ist die Substanz aber nur in Fisch enthalten.
Weltweit leiden 15 Mio. Menschen unter einer Herzinsuffizienz, allein in
Deutschland sind zwischen ein und drei Prozent betroffen. Die Prognosen der
Herzinsuffizienz sind jedoch düster: Jeder zweite Patient stirbt innerhalb der
ersten fünf Jahre, nachdem die Erkrankung diagnostiziert wurde.

Stress: Fett bleibt länger in Blutbahn
Triglyceride werden langsamer abgebaut und erhöhen Risiko
für Hererkrankung
Wissenschaftler der Ohio State University
http://www.osu.edu haben
erstmals bewiesen, dass durch kurze psychologische Stressphasen
herzschädigende Fette länger in der Blutbahn bleiben. Die Ergebnisse sind für
die Studien-Co-Autorin Catherine Stoney ein weiterer Beweis dafür, dass es
einen Zusammenhang zwischen Stress und Herzerkrankungen gibt. Die Studie wurde
im Journal Psychophysiology publiziert.
Für die Studie wurden 70 Personen mittleren Alters untersucht, die in zwei
Gruppen, männlich und weiblich, geteilt wurden. Eine Hälfte war zwischen 40
und 48 Jahre alt, die andere zwischen 54 und 61 Jahre. Jede Person wurde
zweimal getestet. Beide Male wurde ihnen eine Triglycerid-Lösung intravenös
injiziert äquivalent zu 100 Kalorien. Dabei sollte jener Vorgang simuliert
werden, der Stunden nach der Aufnahme einer fetthaltigen Nahrung im Blutstrom
stattfindet. Während sich eine Gruppe ausruhte und ihr Triglycerid-Spiegel
alle 40 Minuten kontrolliert wurde, versetzten die Forscher die zweite Gruppe
in eine Stresssituation. Sie mussten eine Rede vorbereiten und anschließend
vortragen, psychomotorische Tests absolvieren, Spiegelbilder zeichnen und
Rechenbeispiele lösen. "Im ausgeruhten Zustand sank der Triglycerid-Spiegel im
Durchschnitt um 3,2 Prozent pro Minute. Bei gestressten Personen lag die
Absenkung bei 2,8 Prozent in der Minute", erklärte Stoney. Dies bedeute, dass
Stress zu einer Verschlechterung der Fettmetabolisierung führe.
"Genießt jemand ein fettreiches Essen in einer Stresssituation, zirkuliert
das Fett länger als gewöhnlich im Blut", so die Co-Autorin. Daher könnten sich
Fette mit einer größeren Wahrscheinlichkeit in den Arterien ablagern und das
Risiko einer Herzerkrankung erhöhen. Dass der Triglycerid-Spiegel bei einigen
Teilnehmern sehr heftig auf Stresssituationen reagierte, bei einigen die
Reaktion sehr schwach ausfiel, erläuterte die Forscherin: "Es gibt
individuelle Unterschiede, wie Menschen Fett verwerten. Aber es ist eindeutig,
dass sich Stress auf jeden Fall negativ auf den Abbau der Triglyceride
auswirkte."
http://www.osu.edu/units/research/archive/cholblod.htm

Leberenzym prognostiziert Risiko für Herzerkrankungen
Neu entwickelte Medikamente sollen Produktion der
Leberlipase erhöhen
Wissenschaftler der Universität Heidelberg
http://www.uni-heidelberg.de haben in dem Enzym Hepatic lipase (Leberlipase:
HL) ein mögliches Vorhersageinstrument für Herzerkrankungen erkannt. Steigt
die Aktivität des Enzyms, entwickeln laut Klaus Dugi Patienten weniger häufig
eine koronare Herzerkrankung. Das Enzym spaltet den Fettanteil (Triglyceride)
in Lipoproteinen ab. Derartige Proteine transportieren Cholesterin im Körper,
so ein Bericht der BBC
http://news.bbc.co.uk . Zu viel Cholesterin im Blut gilt als Risikofaktor
für die Entwicklung von Herzkrankheiten.
Die Forscher analysierten die Aktivität von HL bei 200 Männern. Bei den
Versuchspersonen wurden Tests durchgeführt, die eine Gefährdung für den
Verschluss der Arterien feststellen sollten (in der Fachsprache: Angiogramm).
Die Ergebnisse zeigten, dass die Hepatische Lipase so genanntes "schlechtes
Cholesterin" (LDL) aufspaltet und damit das Risiko einer Herzerkrankung
reduziert. "LDL transportiert Cholesterin von der Leber in die Blutzellen",
erklärte Belinda Linden von der British Heart Foundation (BHF)
http://212.67.212.10 . "Gutes
Cholesterin" (HDL) transportiert überschüssiges Cholesterin zur Leber zurück,
um es weiter zu verarbeiten. Es ist bereits bekannt, dass LDL die Entwicklung
von Herzkrankheiten fördert.
Nach Ansicht von Dugi soll die Messung der Enzymaktivität, Medizinern eine
Risikoerhebung ermöglichen und jene Personen zu lokalisieren helfen, die mit
hoher Wahrscheinlichkeit eine Herzerkrankung entwickeln. Auch könnten
Medikamente folgen, die die Enzymproduktion vorantreiben.
Linden unterstreicht allerdings, dass es sich lediglich um eine wenig
umfangreiche Studie handelt. Forscher selbst wissen, dass in diesem Bereich
noch verstärkt Forschung mit Risikogruppen betrieben werden muss.
Weiterführende Studien sollen nun zeigen, ob eine niedrige
Leberlipase-Aktivität mit einem höheren Herzanfall-Risiko verbunden ist. Die
Studie wurde in "Circulation"
http://circ.ahajournals.org
, dem Magazin der American Heart Association publiziert.

Totes Meer lindert Herzbeschwerden
Hohe Sauerstoffkonzentration und Mineraliengehalt auch
wirksam bei Cystischer Fibrose
Israelische Forscher des Technion-Israel Institute of Technology
http://www.technion.ac.il
haben nachgewiesen, dass die sauerstoffreiche Umgebung des Toten Meers
positive Auswirkungen auf Herzpatienten besitzt. In einer zweiten Studie
stellte der Technion-Wissenschaftler Eldar Berkovits fest, dass die Umgebung
auch den Gesundheitszustand Cystischer-Fibrose-Patienten günstig beeinflusst.
Edward Abinader von der medizinischen Fakultät untersuchte 24 Patienten,
zwölf davon litten an Herzbeschwerden, in Haifa und anschließend in der
Umgebung des 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Toten Meeres.
Abinader stellte fest, dass sich der Zustand der Patienten mit Herzbeschwerden
besserte. Mitunter liefen die Patienten in der Umgebung des Toten Meeres
schneller und länger auf Laufbändern. "Ursprünglich sollte in der Studie
festgestellt werden, ob das Tote Meer für Menschen mit Herzproblemen schädlich
ist", sagte Abinader. Laut dem Forscher ist die Atmosphäre am Toten Meer
ungewöhnlich reich an Sauerstoff, Magnesium, Brom. Dies sind Mineralien, die
den Sauerstofftransport zum Herzen und zu den Lungen verbessern.
Berkovits, der die Wirkung des Toten Meeres an 73 Patienten mit Cystischer
Fibrose untersuchte, entdeckte, dass der hohe Sauerstoffgehalt und der
Mineralienreichtum einen positiven Effekt hatten. Die genetisch bedingte
Erkrankung verursacht in Teilen der Lunge eine Schleimbildung, die eine
chronische Lungeninfektion auslösen kann. Laut der Gesellschaft für Cystische
Fibrose
http://www.cff.org/facts.htm sind allein in den USA rund 30.000 Kinder und
Erwachsene von der Krankheit betroffen. "Der hohe Sauerstoffgehalt des Meeres
bedeutet auch eine verstärkte Konzentration im Blut und verbessert die
Atemleistung", erklärte Berkovits. Hinzu komme der außergewöhnlich hohe
Mineraliengehalt im Schlamm, den Schwefelteichen, den thermonuklearen Quellen
und der Umgebungsluft des Toten Meeres.
Berkovits, der die Studie auf einer internationalen Konferenz in den
Niederlanden präsentierte, bezeichnet das Tote Meer aufgrund der
vielschichtigen Wirkung als "Multifaktor-Umwelt". Im nächsten Schritt will der
Forscher die Langzeitwirkung für Cystische-Fibrose-Patienten untersuchen.

Insulin wirkt auch bei Herzerkrankungen
Hormon ist entzündungshemmend
Insulin verfügt auch über ein Potenzial zur Behandlung von
Herzerkrankungen. Eine Studie der University at Buffalo
http://www.buffalo.edu hat
erstmals nachgewiesen, dass dieses Hormon eine entzündungshemmende Wirkung
haben kann. Die Konzentration von entzündlichen Komponenten im Blut wird
verringert. Dafür erhöht sich die Konzentration von Komponenten, die helfen
eine Entzündung und eine Schädigung der Zellen zu verhindern, die das Innere
der Blutgefäße auskleiden, berichtet The Journal of Clinical Endocrinology and
Metabolism
http://intl-jcem.endojournals.org
Der leitende Wissenschaftler Paresh Dandona erklärte, dass es sich um eine
absolut neue Eigenschaft von Insulin handle. Im klinischen Test wurde Insulin
in einer Glukoselösung zehn übergewichtigen Freiwilligen verabreicht.
Blutproben wurden vor der Infusion sowie zwei, vier und sechs Stunden später
abgenommen. Die festgestellten Veränderungen weisen laut Dandona die
entzündungshemmenden Eigenschaften eindrucksvoll nach. Er ist überzeugt, dass
Insulin sich auf lange Sicht auch bei Erkrankungen wie Atherosklerose als
wirksam erweisen wird. Details:
http://www.buffalo.edu/news/execute.cgi/article-page.html?article=53050009

Mikrokatheter erlaubt Diagnose und Therapie in einem
System
Verfahren erstmals in der Praxis eingesetzt
Einen Mikrokatheter, der die Kombination von Diagnose und Therapie in einem
Kathetersystem erlaubt, haben Bonner Mediziner
http://www.uni-bonn.de
Anfang der Woche weltweit zum ersten Mal in der Praxis - zur Behandlung eines
49-Jährigen mit Vorhofflimmern - eingesetzt. Bei dem Verfahren wurde nur ein
einzelner Katheder zu dem erkrankten Vorhof des Herzens vorgeschoben. Die
Ärzte konnten dabei nicht nur das geschädigte Gewebe untersuchen und über
elektrische Signale den Erkrankungsherd bestimmen. Sie konnten diesen auch
gleich mit einem Hochfrequenzstrom veröden. Bislang waren dazu zwei oder mehr
Katheder notwendig.
Das Konzept birgt für den Patienten zahlreiche Vorteile. "Dadurch, dass nur
noch ein Katheter durch die Vorhofscheidewand in den Vorhof des Herzens
eingeführt werden muss, gibt es weniger Komplikationen", so Prof. Dr. Berndt
Lüderitz. "Zudem könnte die Erfolgsquote der Verödungstherapie bei
Vorhofflimmern deutlich erhöht werden." In einem einjährigen
Nachsorgeprogramm, an dem der 49-Jährige teilnimmt, wollen die Ärzte nun
Aufschluss über den langfristigen Erfolg der Therapie gewinnen.
Herzerkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in den
Industrieländern. Unter den Herzrhythmusstörungen ist das Vorhofflimmern die
häufigste Form: Allein in Deutschland gibt es mehr als eine halbe Mio.
Betroffene. Beim Vorhofflimmern kommt es zu einer ungeordneten Tätigkeit der
Vorhöfe des Herzens, die sich normalerweise rhythmisch zusammenziehen. Die
Folge ist eine unregelmäßige Schlagfolge der Herzkammern. Ursachen für
Vorhofflimmern sind organische Herzerkrankungen wie Herzinfarkt oder verengte
Herzkranzgefäße. Charakteristische Symptome sind unregelmäßiger Herzschlag,
Herzrasen, Herzklopfen, Luftnot und Schmerzen hinter dem Brustbein.

Viagra bei Pulmonaler Hypertonie vielversprechend
Tests mit Freiwilligen und Mäusen erfolgreich
Viagra könnte ein neuer Behandlungsansatz für lebensbedrohende Herz- und
Lungenerkrankungen werden. Zu diesem Ergebnis sind laut der BBC Forscher des
Hammersmith Hospital
http://www.hammersmithresearch.org und des kirgisischen National Center
for Cardiology gekommen. Pulmonale Hypertonie, Bluthochdruck in den Arterien
der Lungen, ist relativ verbreitet und kommt häufig auch bei Bewohnern großer
Höhenlagen vor. Eine Erkrankung schränkt die Lebensqualität deutlich ein,
verringert die körperliche Belastbarkeit und die Lebenserwartung. Tests mit
freiwilligen Teilnehmern und Mäusen haben positive Ergebnisse erbracht.
Circulation
http://circ.ahajournals.org/cgi/content/abstract/104/4/424
Hervorgerufen wird die Pulmonale Hypertonie durch Herzklappenerkrankungen,
Lungenemphyseme, Bronchitis oder Gerinnsel in den Lungenarterien. Das Team um
Martin Wilkins testete zehn gesunde Freiwillige, die für die Dauer von 30
Minuten sauerstoffarme Luft atmeten um eine Pulmonale Hypertonie
herbeizuführen. Die Folge war eine Steigerung des Arteriendrucks in der Lunge
um 56 Prozent. Bei der Wiederholung des Tests nach der Einnahme von Viagra
blieb der Arteriendruck nahezu normal. Viagra scheint die Blutgefäße zu
entspannen und so das Zusammenziehen zu verhindern, das einen Mangel an
Sauerstoff begleitet.
Laborversuche mit Mäusen haben diese Ergebnisse bestätigt und weisen darauf
hin, dass die positive Wirkung auch bei einer Langzeiteinnahme aufrecht
bleibt. Normale Mäuse und gentechnisch bedingt erkrankungsanfälligere Tiere
profitierten von den Viagradosen in ihrem Trinkwasser. Wilkins erklärte, dass
diese Ergebnisse gekoppelt mit einzelnen Krankengeschichten darauf hinwiesen,
dass Viagra eine sinnvolle Behandlungsalternative sein könne. "Allerdings sind
kontrollierte Studien mit Patienten notwendig, bevor an einen Einsatz gedacht
werden kann."
