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Das Herz kann sich doch selbst regenerieren
Vorläuferzellen verfügen über Fähigkeit zur Reproduktion

Das Herz enthält Zellen, die sich nach der Geburt teilen und reifen können. Damit könnte es diesem Organ doch möglich sein, sich zu regenerieren. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California http://www.ucsd.edu gekommen. Diese überraschende Entdeckung macht die Transplantation dieser Zellen in durch einen Herzanfall geschädigte Organe denkbar. Ein Herzanfall zerstört viele Zellen im Herzen. Diese Zellen werden durch Narbengewebe ersetzt, das aus Fibroblasten besteht. In der Folge werden Bereiche des Herzens schwächer und erfüllen ihre Funktion nicht mehr optimal. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature http://www.nature.com veröffentlicht.

Da sich voll entwickelte Herzzellen nicht teilen, gingen Experten bisher davon aus, dass das Organ nicht in der Lage ist, sich nach einer Verletzung zu regenerieren. Das Team um Kenneth Chien suchte nach Vorläuferzellen aus den frühen Entwicklungsstadien des Herzens, die noch über die Fähigkeit zur Reproduktion verfügen. Sie forschten nach Zellen, die die Produkte des Gens islet-1 enthielten, das in diesen Vorläuferzellen exprimiert wird. Durch das Verfolgen von Zellen bei sich entwickelnden Mäusen brachte das Team erwachsene Zellen, die islet-1 exprimieren, mit einer Population von embryonalen Stammzellen in Zusammenhang, die die Entstehung des Herzmuskels zur Folge haben. Die Forscher wiesen diese Zelltypen auch im menschlichen Herzen nach.

Laut Chien handelt es sich um sehr seltene Zellen. Das erkläre auch, warum sie bisher nicht entdeckt wurden. Nur wenige Hundert Vorläuferzellen sind nach der Geburt noch vorhanden. Ihre Anzahl sinkt mit dem Fortschreiten des Alters. Im Labor produzierten einige Hundert Vorläuferzellen, die den Tieren nach der Geburt entnommen wurden, Millionen von Herzmuskelzellen. Die Vorläuferzellen kommen hauptsächlich in den Herzkammern vor. Anders als Stammzellen, die über eine uneingeschränkte Fähigkeit zur Selbsterneuerung verfügen, durchlaufen die Vorläuferzellen nur eine begrenzte Anzahl von Teilungen. Beide Zellarten verfügen über ein Potenzial für den Einsatz der Heilung von Schädigungen des Herzens. Laut den Wissenschaftern verfügen die Vorläuferzellen über einen erheblichen Vorteil. Sie lassen sich ohne chemische oder hormonelle Stimulierung leicht in Herzmuskelzellen verwandeln.
 


 

Funktionierendes Herzgewebe im Labor gezüchtet
Hoffnung auf neuen Ansatz zur Behandlung von Herzschäden

Wissenschafter des Massachusetts Institute of Technology http://web.mit.edu haben kleine Stücke Herzgewebe geschaffen, die auf die gleiche Art und Weise schlagen wie das gesamte Organ. Das Team hofft, dass diese Forschungen zu neuen Ansätzen bei der Heilung von Herzschäden führen werden. Das neue Gewebe entstand aus einigen Herzzellen von Ratten, die auf einem künstlichen Gerüst platziert und anschließend mit elektrischem Strom stimuliert wurden. Die Ergebnisse der Forschungen wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.

Herzmuskelzellen können sich nach einer Verletzung nicht neu bilden. Dadurch wird die Effektivität bestehender Behandlungsansätze eingeschränkt. Zusätzlich sind Herzzellen mit herkömmlichen Verfahren nur schwer herzustellen, da sie dazu neigen, ihre Form zu verlieren und nicht mehr zu funktionieren. Laut der leitenden Wissenschafterin Gordana Vunjak-Novakovic wurde versucht, ein Gewebestück zu schaffen, das über die gleichen Eigenschaften wie das natürlich entstandene Herzgewebe verfügt. Das aus Herzzellen von Ratten geschaffene neue Gewebe wächst auf einem dreidimensionalen Polymergerüst, das sich langsam abbaut, während sich die Zellen zu Gewebe entwickeln. Die Zell-Gerüst-Einheiten, die etwas kleiner als ein Penny Stück sind und ungefähr gleich dick, wurden in einem Medium gebadet, das es mit Nährstoffen und Gasen versorgte. Schließend wurden elektrische Signale genutzt, um ein echtes Herz zu imitieren.

Es war laut BBC jedoch nicht vorauszusehen, ob dieser Ansatz realisierbar sein würde. Es zeigte sich, dass die elektrische Stimulierung für die Entstehung von voll funktionsfähigem Herzgewebe entscheidend war. Nach nur acht Tagen hatten sich einzelne Zellen in ein Gewebe mit einem bemerkenswerten Ausmaß von struktureller und funktioneller Organisation verwandelt. Laut dem ebenfalls beteiligten Wissenschafter Robert Langer besteht der wirkliche Forschritt in der gelungenen Nachahmung des Körpers. Die Forscher gehen davon aus, dass die elektrische Stimulation die Konditionierung der Zellen dahingehend unterstützt, dass sie effektiv miteinander kommunizieren und auf synchronisierte Art und Weise kontrahieren. In einem nächsten Schritt sollen Gewebestücke geschaffen werden, die für den Einsatz als Transplantate geeignet sind. Entscheidend dafür wird sein, dass die Zellen ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.


 

Herzrhythmus arbeitet tagesrhythmisch
Ursache für Infarkte zu bestimmten Zeiten gefunden

Wissenschaftler der Harvard Medical School haben entdeckt, dass es bestimmte Tageszeiten gibt, in denen Herzprobleme häufiger auftauchen. In Studien ist dann klar geworden, warum Herzattacken besonders häufig um 10 Uhr Vormittag passierten. Dies hat mit einem Tagesrhythmus des gesamten Herzens zu tun und dieser betrifft auch gesunde Menschen, berichten sie im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org .

Steven Shea und sein Team haben Probanden im Alter von 20 bis 33 Jahren über einen längeren Zeitraum untersucht. Die Freiwilligen hatten sich bereit erklärt in individuellen Suiten zu leben und hatten ihren gewohnten Lebensrhythmus umgestellt. Über einen Zeitraum von zehn Tagen wurden die Probanden genau beobachtet und mit Hilfe eines Elektrokardiogramms wurden die spezifischen Schlafrhythmen und Wachzustände genauer untersucht. Die Forscher interessierte insbesondere der "Scaling-Exponent", jener Messwert, der die zeitliche Korrelation in der Herzschlagdynamik charakterisiert.

Demnach konnten die Forscher feststellen, dass dieser Exponent um etwa zehn Uhr in der Früh stark ansteigt. Genauer gesagt, konnten die Wissenschaftler einen Anstieg der Herzschläge im 24-Stunden-Rhythmus zwischen neun und elf Uhr erkennen. Dies war nicht abhängig von den täglichen Aktivitäten. Die Forscher leiten daher ab, dass der Herzmechanismus offensichtlich eng an ein endogenes tagesrhythmisches Schrittmachersystem gebunden ist. Weitere Untersuchungen sollen folgen. Möglicherweise kann damit in Zukunft Risikopatienten geholfen werden.


 

EKG-Messung per Handy
Präventives Herz-Kreislauf-Monitoring gegen Überlastung

Der Spezialist für telemedizinische Lösungen, Vitaphone, http://www.vitaphone.de hat auf der ispo, der Fachmesse für Sportartikel in München, das erste GPS-Handy für EKG-Messungen vorgestellt. Ein EKG-Shirt misst die Herzfrequenz mit Hilfe von Sensoren und übermittelt die aufgezeichneten Daten per Funk über eine Bluetooth-Verbindung zum Vitaphone-Mobiltelefon. Dort werden die Daten entweder gespeichert oder an ein medizinisches Service Center zur Auswertung weitergeleitet.

Die Shirt-Handy-Kombination ermöglicht Freizeit- und Profi-Sportlern gezieltes Herz-Kreislauf-Monitoring unter ärztlicher Aufsicht. Damit soll das Risiko der Überlastung reduziert und die Belastungsgrenze frühzeitig erkannt werden. Die mit dem EKG-Shirt erhobenen Daten sind wesentlich aussagekräftiger als die der herkömmlichen Pulsuhren.

Über eine Notfalltaste können Verbindungen zum medizinischen Service-Center aufgebaut, Daten gesendet oder Informationen abgerufen werden. Das Service-Center kann den Handy-User mit einem Geoinformationssystem bis auf 15 Meter genau orten und die Daten im Notfall an jede Rettungsleitstelle weitergeben. Damit soll bei Rettungseinsätzen wertvolle Zeit gewonnen werden.


 

Morphium nach Herzanfall erhöht Todesrisiko
Wissenschafter raten zum Einsatz von Nitroglyzerin

Die lange gehandhabte Praxis, Patienten nach einem Herzanfall mit Morphium zu behandeln, kann letale Auswirkungen haben. Eine Studie des Duke Clinical Research Institute http://www.dcri.duke.edu/index.jsp hat jetzt ergeben, dass die Betroffenen dadurch einem fast um 50 Prozent erhöhten Todesrisiko ausgesetzt sind. Die Wissenschafter fordern die Durchführung einer klinischen Studie zur Bestätigung dieser Ergebnisse. Sie raten Kardiologen bis zum Vorliegen dieser Studie die Behandlung eher mit Nitroglyzerin als mit Morphium zu beginnen.

In der Analyse der klinischen Daten und Ergebnisse von mehr als 57.000 sehr gefährdeten Herzanfallpatienten zeigte sich, dass jene, die Morphium erhielten, über eine Todesrate von 6,8 Prozent verfügten. Bei der Behandlung mit Nitroglyzerin lag dieser Wert bei 3,8 Prozent. 29,8 Prozent aller Teilnehmer erhielten in den ersten 24 Stunden im Krankenhaus Morphium. Die Erhöhung der Todesrate blieb auch nach der Berücksichtigung anderer grundlegender klinischer Risikofaktoren bestehen. Morphium wurde bei Herzanfällen erstmals 1912 eingesetzt. Nitroglyzerin wurde mehr als 130 Jahre lang zur Erleichterung von Schmerzen im Brustbereich verabreicht.


 

Vibrierende Hosen zur Behandlung von Angina pectoris
Enhanced External Counterpulsation verbessert Blutfluss

In Großbritannien wird Patienten mit Angina pectoris mit der so genannten Enhanced External Counterpulsation (EECP) ein neues Behandlungsverfahren angeboten. EECP beruht auf der Verbesserung des Blutflusses zum Herzen. Lange aufblasbare Manschetten werden um die Waden, Schenkel und das Gesäß der Patienten gewickelt. Die Manschetten blasen sich mit jedem Herzschlag auf und entleeren sich wieder und drängen so das Blut in Richtung Herz. Ein EKG überwacht während dieses Vorganges den Herzschlag. EECP wird in Großbritannien von Vasogenics http://www.vasogenics.com vertrieben.

Es sind vor allem jene Patienten, bei denen alle konventionellen Behandlungsmethoden versagen, die laut BBC von der Behandlung mit EECP profitieren könnten. Die einmalige Behandlung besteht aus einstündigen Sitzungen an fünf Tagen der Woche über einen Zeitraum von sieben Wochen. Während jeder Sitzung liegt der Patient mit den aufblasbaren Hosen auf einem speziellen Bett. Ruht das Herz, bläst sich die Hose auf und entleert sich vor jeden neuen Herzschlag wieder. Die Aneinanderreihung dieser Bewegungen verbessert den Blutfluss und fördert das Wachstum winziger neuer Blutgefäße im Umfeld der blockierten Arterien. Der Kardiologe Chris Morley von der Yorkshire Clinic, die eine Behandlung mit EECP anbietet, erklärte, dass man in den vergangenen 18 Monaten rund 30 teilweise schwerkranke Patienten mit erstaunlichen Erfolgen behandelt habe.
 


 

Defibrillatoren für den US-Hausgebrauch
Elektroschock-Behandlung bei Herzrythmusstörungen in eigenen vier Wänden
 

Die US-Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov hat den ersten Defibrillator zur Elektroschock-Behandlung bei Herzrythmusstörungen für den Hausgebrauch zugelassen. Die Genehmigung gilt als umstritten. Einige Experten befürchten, dass die speziell entwickelten Geräte Leben nicht retten, sondern mitunter kosten werden. Es könnten wertvolle Minuten verloren gehen, wenn verzweifelte Familienmitglieder den Versuch starten, den Defibrillator anzuwenden. Die FDA hofft aber, dass das Gerät die Todesrate infolge eines Herzstillstandes reduziert. Allein in den USA sterben jährlich 250.000 Menschen an einem Herzstillstand. Laut Studie hört in mehr als 70 Prozent der Fälle das Herz in den eigenen vier Wänden unerwartet auf zu schlagen.
 

Kommen Defibrillatoren in den ersten paar Minuten nach dem Herzstillstand zum Einsatz sind sie "sehr erfolgreich", erklärte Megan Moynahan, biomedizinische Ingenieurin der FDA. "Patienten, die innerhalb von fünf Minuten eine Elektroschock-Behandlung erhalten, haben eine Überlebenschance von 50 Prozent", erklärte die Generalmanagerin von Philips Medical Systems in Andover/Massachusetts, jenem Unternehmen, das das Gerät vertreibt.
 

Die Defibrillatoren sind einfachere Versionen als jene, die Philips bereits für die Verwendung an öffentlichen Orten verkauft. Der Heim- Defibrillator ist aber dennoch nur mit ärztlicher Verschreibung erhältlich. Der Defibrillator ist vor allem an die Zielgruppe der 45- bis 65-Jährigen gerichtet und kostet in etwa 2.295 Dollar. Die Vermarktung steht unmittelbar bevor, geplant sind u.a. Print- und Internet-Werbekampagnen. Auch über Ärzte soll das Gerät angeboten werden.


 

Automatischer Bluttest für chronische Herzinsuffizienz-Diagnose
Roche erhält Zulassung in den USA – Einführung in Japan für 2003 geplant
 

Der Pharmakonzern Roche http://www.roche.com erhält die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA http://www.fda.gov für den laut eigenen Angaben ersten automatisierten Bluttest zur Diagnose der chronischen Herzinsuffizienz. Innerhalb von 18 Minuten können Labors Testresultate bereits an den Arzt liefern. Der "Elecsys- proBNP-Test" soll durch die frühzeitige Diagnose eine rasche Behandlung ermöglichen. In Europa wird die Häufigkeit von chronischer Herzinsuffizienz auf zwei Prozent der Bevölkerung geschätzt.
 

Der Automatisierungsgrad der Untersuchung verringert sowohl den Zeitaufwand für das Laborpersonal als auch die Gefahr menschlicher Fehler, so das Unternehmen in einer Aussendung. Gleichzeitig liefert der Test präzise Angaben zu den erhöhten NT-proBNP-Werten bei chronischer Herzinsuffizienz ohne Störeinflüsse durch gewisse medikamentöse Therapien. Das natriuretische Peptid vom B-Typ (BNP) wird von der linken Herzkammer ausgeschüttet, wenn die Förderleistung des Herzes vermindert ist. BNP bewirkt eine Erweiterung der Blutgefäße und fördert die Ausscheidung von Natrium und Wasser. Dadurch verringert sich die Flüssigkeitsbelastung des Herzens und verbessert sich dessen Leistung.
 

Da bei der Bestimmung des BNP-Spiegels der Arzt nicht unbedingt zwischen medikamentös erhöhten BNP-Konzentrationen und einem Anstieg der BNP-Werte aufgrund einer Funktionsstörung der Herzkammer unterscheiden kann, wird mit dem Test das so genannte N-terminale proBNP (NT-proBNP) gemessen. Dieses wird freigesetzt, wenn sich BNP von seiner Vorstufe proBNP abspaltet. Erhöhte NT-proBNP-Werte im Plasma weisen auf eine Herzinsuffizienz hin und spiegeln deren Schweregrad wider: Je höher die NT-proBNP-Konzentration im Blut, desto schwerer die Herzinsuffizienz. Der Elecsys proBNP Test ist seit diesem Jahr auch in Europa erhältlich. Für das nächste Jahr ist die Einführung in Japan geplant.
 


 

Entwarnung: Viagra belastet nicht das Herz
Keine verminderte Blutversorgung durch Potenzmittel
 

Das Potenzmittel Viagra wirkt sich bei Männern mit leichten Herzproblemen nicht negativ aus – vorausgesetzt das Mittel wird nicht an Patienten verabreicht, die zusätzlich ein nitrathaltiges Medikament einnehmen. Dies behaupten Kardiologen der Mayo Clinic in Rochester im Fachmagazin Journal of the American Medical Association JAMA (2002;287:719-725) http://jama.ama-assn.org . Nach der Einführung stellte sich neben Jubelmeldungen auch die Frage, ob Viagra bei Männern mit Herzproblemen alle Sicherheitskriterien erfüllt. In Kombination mit nitrathaltigen Medikamenten führte es laut Studie u.a. zu einer Blutdrucksenkung.
 

Das Forscherteam um die Kardiologin Patricia Pellinkka verabreichte 105 Testpersonen mit angegriffenen Herzkranzgefäßen Viagra und unterzogen diese eine Stunde später einem Belastungs-EKG. Während sich die Männer auf einem Standrad körperlich betätigen mussten, wurde der Blutfluss des Herzens mit Ultraschallbildern beobachtet. "Bei den Patienten hatte der Viagra-Wirkstoff Sildenafil keine negative Auswirkung auf den Herzrhythmus oder auf die Dauer der Übung", betonte Pellinkka. Im Vergleich zur Kontrollgruppe, die kein Viagra sondern eine Zuckerpille schluckte, behinderte das Potenzmittel die Blutversorgung des Herzens nicht.
 

"Die Studienergebnisse gelten für Menschen mit leicht angegriffenen Herzkranzgefäßen. Bei ihnen erhöht Viagra das Herzanfall-Risiko nicht", so die Studienleiterin. Es müssten allerdings erst Studien mit einer größeren Probandenzahl durchgeführt werden, um absolut sicher zu gehen, dass Viagra die Herzfunktion nicht beeinträchtigt.
 

http://jama.ama-assn.org/issues/v287n6/rfull/joc11314.html



 

Virtuelles Herz simuliert Arrhythmien
3D-Modell soll Behandlung von Risikopatienten verbessern
 

Wissenschaftler der University of Leeds unter der Leitung von Richard Clayton http://www.cbiol.leeds.ac.uk haben eine neue 3D-Computersimulationstechnologie des Herzens entwickelt http://www.iop.org . Es soll vor allem die Behandlung von Patienten, die zu einem Herzstillstand neigen, verbessern. Das Modell simuliert Herzrhythmusstörungen und kann den Zeitpunkt der Arrhythmie wiederholen, um die bestmögliche Behandlung zu finden. Zudem kann das Computermodell in einen virtuellen Torso eingebaut werden, um ein simuliertes Elektrokardiogramm zu erhalten.
 

"Bei einem gesunden Herzschlag geht eine Welle der elektrischen Aktivität durch den Herzmuskel. Diese bewegt sich durch das Innere an die Oberfläche des Herzens und führt zu dessen Kontraktion", erklärte Clayton. Bei einem Herzstillstand ist dieses Schlagmuster verändert. Die elektrische Aktivität ebbt nicht ordnungsgemäß ab, bewegt sich um den Muskel und führt letztendlich zu Arrythmien. "Das detaillierte biophysikalische sowie ein anatomisches Modell können diese Aktivität simulieren. Mit dieser Unterstützung können verschiedene pharmakologische und physikalische Behandlungen getestet werden, um den Patienten optimal zu versorgen", erklärte Clayton.
 

Die Simulation erfordert massive Computerunterstützung und selbst mit einem Hochgeschwindigkeits-Equipment dauert es 24 Stunden, um nur eine Sekunde der Herzaktivität zu simulieren. Letztendlich präsentiert sich das Farbbild des schlagenden Herzens, welches die elektrische Aktivität zeigt und Forschern ermöglicht, die Auswirkungen verschiedener Therapien zu visulisieren. "Zum selben Zeitpunkt können elektrische Signale, die ein externer Monitor aufgezeichnet, simuliert werden. Dadurch sei es möglich zu zeigen, wie sich ein bestimmter Zustand des Herzen im Elektrokardiogramm verhält. Die Entwickler hoffen, dass dank der Simulationstechnologie Informationen für die tägliche Behandlung erhältlich sind. Vorteile sollen sich insbesondere für jene Patienten ergeben, die nach einer Herzattacke zur Kammerflimmern neigen.


 


 

EKG für die Tasche
FDA erteilt Zulassung für australisches Herzüberwachungs-Minigerät
 

Die US-Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov hat das nach eigenen Angaben erste EKG-Gerät in Taschenformat zugelassen. Das PocketView EKG soll genauso leistungsfähig sein wie Elektrokardiographen in Originalgröße. Die hand-held computergestützte medizinische Vorrichtung spiegelt den zunehmenden Trend hin zur Minimierung medizintechnischer Geräte wider. Sie wurde vom australischen Unternehmen MicroMedical Industries http://www.micromed.com.au entwickelt und basiert auf einem PDA von Compaq.
 

Für die Mini-Version wurde die PDA-Software und die Hardware herkömmlicher EKG-Geräte minimiert. Das Gerät zur Messung der Herzströme für die Diagnose von Herzanfällen, unregelmäßigen Herzschlägen und anderen kardiologischen Problemen soll medizinischem Personal helfen, Patienten ortsunabhängig zu untersuchen, so Donna-Bea Tillman von der FDA. Ärzte könnten sich EKG-Aufnahmen direkt auf dem PDA-Screen ansehen. Werden PocketView-EKG-Untersuchungen in Ambulanzen durchgeführt, könnten die Ergebnisse auf Computer von Ärzten übertragen werden oder durch den Anschluss an einen Drucker übliche EKG-Auswertungen schwarz auf weiß liefern.
 

Die Kosten für das PocketView-EKG stehen noch nicht fest. Auf der MicroMedical-Industries-Website wird ein "äußerst konkurrenzfähiger" Preis versprochen. US-Herzexperten betonen, dass der Preis dafür ausschlaggebend sein wird, ob das im Gesundheitsbereich tätige Personal das Mini-EKG annehmen wird.


 


 

Weiterer Beweis für Herzstammzellen geliefert
Einfache Zellen in Spenderorganen entdeckt - Selbstreparatur des Herzens wahrscheinlich
 

Ein italienisch-amerikanisches Forscherteam hat einen weiteren Beweis dafür geliefert, dass sich das Herz selbst reparieren kann. Bei Patienten mit einer Herztransplantation entdeckten die Wissenschaftler, dass einfache Zellen zum verpflanzten Organ wandern und dort neue Blutgefäße bilden. Bereits im letzen Jahre wurde über die erfolgreiche Vermehrung von Herzmuskelzellen nach einer Herzattacke berichtet.
 

Für diese im New England Journal of Medicine http://content.nejm.org publizierte Studie untersuchten die Mediziner acht Männer, denen Frauenherzen implantiert worden waren. Nach dem Tod der Patienten entnahmen die Forscher Gewebeproben des Spenderherzens und die Überreste des alten Organs, die während der Verpflanzung nicht entfernt wurden. Dabei entdeckten sie einfache Zellen mit Stammzellen-Charakter. "Es gab bereits Hinweise aus Tierversuchen, dass die Zellen wandern", erklärte John Fakunding vom National Heart, Lung and Blood Institute http://www.nhlbi.nih.gov . Die Herzmuskel- und Blutgefäße bildeten sich bereits rasch nach der Transplantation. Die Forscher schätzen, dass sich ein Fünftel des Spenderherzens durch die eigenen Zellen des Empfängers erneuerte. "Dies zeigt eindeutig, dass sich das Herz selbst regenerieren kann", betonte Roberto Bolli von der University of Louisville.
 

"Es scheint, als verfüge das Organ über kardiale Stammzellen", so Piero Anversa, der die Kooperationsstudie des New Yorker Medical College in Valhalla http://www.nymc.edu , der Universität von Udine http://web.uniud.it und der Universität von Parma http://www.unipr.it leitete. Er hält diese einfachen Zellen für die zukünftigen "Mechaniker" kranker Herzen. Anversa arbeitet zurzeit an der Identifikation vermeintlicher Herzstammzellen und will diese bei erfolgreicher Suche so manipulieren, dass sie für eine Herzreparatur einsetzbar sind. Die Forschungen werden sich nach Angaben des Forschers allerdings über Jahre ziehen.
 


 

Zweiter Kunstherz-Patient gestorben
74-jähriger "AbioCor"-Empfänger stirbt an Multiorganversagen
 

 Nur 56 Tage nach der Verpflanzung des Kunstherzes "AbioCor" ist ein weiterer 74 Jahre alter Patient an einem Multiorganversagen gestorben, so eine Stellungnahme des Unternehmens Abiomed Inc. http://www.abiomed.com .Von jenen sechs Patienten, denen das Kunstherz aus Titan und Plastik in den USA eingesetzt wurde, sind noch drei am Leben. Der Patient zeigte sich auf eigenen Wunsch zur Wahrung der Privatsphäre nie der Öffentlichkeit. Erst am 30. November ist der erste "AbioCor"-Empfänger Robert Tools im Alter von 59 Jahren an Magenblutungen gestorben.
 

"Trotz des bedauerlichen Todesfalles sind wir zuversichtlich, dass sich AbioCor als ideales Ersatzherz erweisen wird", sagte Abiomed-CEO, David M. Lederman. Das Herz besitzt keine Verbindungen zu einer äußeren Energiequelle. Die Vorteile liegen laut Abiomed im kompletten Ersatz des natürlichen Organs. Die künstliche Pumpe wird dem Patienten gemeinsam mit einer Batterie implantiert. Zwei externe Batterien laden das Kunstherz durch elektronische Signale auf, die an das Körperinnere weitergeleitet werden. Durch den Verzicht auf Röhren und Schläuche sei die Infektionsgefahr stark eingeschränkt und eine große Bewegungsfreiheit möglich. AbioCor wurde von der FDA nicht für den kommerziellen Vertrieb genehmigt. Auch der Verkauf und die Anwendung, abgesehen von den ursprünglich gestatteten klinischen Tests, ist nicht erlaubt.
 


 

Mäusezellen in Herzmuskelzellen verwandelt
Herzrhythmusstörungen in der Petrischale simuliert
 

 Wissenschaftler der Universität Magdeburg http://www.uni-magdeburg.de haben erstmals Krebszellen von Mäusen in schlagende Herzmuskelzellen umgewandelt. Die Forscher wollen mit ihnen die Ursachen weit verbreiteter Herzerkrankungen aufklären. "Die Zellkulturen sind praktisch unerschöpflich, so dass auf Tierversuche weitgehend verzichtet werden kann", sagte Uwe Lendeckel vom Institut für Experimentelle Innere Medizin der Universität Magdeburg. Ihre Eigenschaften seien mit denen embryonaler Stammzellen zu vergleichen. Unter kontrollierten Laborbedingungen beginnen sie wie die Zellen des Herzmuskels im regelmäßigen Rhythmus zu schlagen.
 

"Wir haben eine Methode der elektrischen Stimulation entwickelt, um die Schlagfrequenz zu steuern", erklärt Andreas Götte von der Universitätsklinik für Kardiologie. Dadurch sei es nun möglich, die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen, das so genannte Vorhofflimmern, unter kontrollierten Bedingungen in der Kulturschale zu simulieren.
 

Rund fünf Prozent der über 60-Jährigen und mehr als 15 Prozent der über 80-Jährigen leiden unter Vorhofflimmern. Aus bislang noch unverstandenen Gründen gerät dabei die geordnete Aktivität der Herzmuskelzellen durcheinander, was die Gefahr von Schlaganfällen deutlich erhöht. Eine Behandlung mit Medikamenten sei bislang nur sehr eingeschränkt möglich, sagte Götte.
 

Langfristiges Ziel der Wissenschaftler ist es, einen Zellersatz für defekte Herzmuskelzellen erkrankter Menschen zu schaffen. Sie könnten in Zukunft vielleicht den Einsatz von Herzschrittmachern überflüssig machen.
 

An den Experimenten sind Forscher der Magdeburger Universitätsklinken für Kardiologie und für Herzchirurgie sowie des Instituts für Experimentelle Innere Medizin beteiligt. Bei der Entwicklung der Zellkulturen erhielten sie Unterstützung von der Stammzellforscherin Anna Wobus vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben und von Wissenschaftlern der Emory-Universität in Atlanta.


 

AbioCor-Kunstherz fordert Todesopfer
Patient verstirbt an inneren Blutungen
 

Beim Einsetzen eines "AbioCor"-Kunstherzens ist erstmals ein Patient gestorben. Der Mann erlag schweren inneren Blutungen, wie der Entwickler des Systems Abiomed http://www.abiomed.com in einer Aussendung mitteilte. Dem Patienten ist am Dienstag das Kunstherz am Texas Heart Institute in Houston eingepflanzt werden. Bisher wurde AbioCor fünf Mal erfolgreich eingesetzt. Das System hat nach der Einpflanzung keine Verbindung zu einer Stromquelle nach außen.
 

"Das Kunstherz war seine einzige Chance", sagte der operierende Chefchirurg Howard Frazier. Wegen seines labilen Gesundheitszustandes (er hatte einen Herzfehler) und früherer Operationen habe der Patient blutverdünnende Mittel erhalten. Daher sei es zu den inneren Blutungen gekommen. Das "Abiocor"-System hätte einwandfrei funktioniert. Mehr als 20 Stunden haben Ärzte versucht, die Blutungen zu stoppen.
 

Der erste "AbioCor"-Patient Robert Tools erlitt am elften November einen Schlaganfall mit anschließenden Hirnblutungen. Sein Zustand ist laut Ärzten wieder stabil. Der jetzt operierte sechste "AbioCor"-Patient litt unter chronischem Herzversagen.
 


 

Telemedizin-Event bei "Cardiologie 2001"
Kardiologen diskutieren aktuelle Entwicklungen
 

Unter dem Titel "Cardiology 2001 E Mayo & Vienna" findet in der Wiener Hofburg von 18. bis 20. Oktober eine internationale Konferenz rund um das Thema Herz statt. Führende Kardiologen aus Europa und den USA diskutieren die neuesten Behandlungs- und Diagnosemethoden im Bereich der Kardiologie. Das Symposium wird von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Uniklinik für Innere Medizin II des AKH http://www.akh-wien.ac.at in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kardiologie an der Mayo Clinic in Rochester http://www.mayo.edu/mcr organisiert.
 

Aufgrund der hohen medizinischen Standards ist die Uniklinik Wien jenes Zentrum, mit dem die Mayo Clinic die engste Partnerschaft innerhalb Europas eingegangen ist. Zwei Studien in Kooperation mit der Wiener Uniklinik sind gerade in Vorbereitung. Schwerpunktthemen der Konferenz sind innovative Ansätze für Patienten mit schwerer Angina pectoris, Herzklappenerkrankungen, neue Medikamente, Schrittmacher und Katheter bei Vorhofflimmern. Eine eigene Diskussionsveranstaltung ist dem Thema "Neue Hoffnungsgebiete in der Kardiologie" gewidmet. Die Veranstaltung präsentiert Möglichkeiten der Gentherapie und der Stammzellenforschung bei der Stimulierung des Gefäßwachstums (Angiogenese). Die Abteilung Gerald Maurers, Vorstand der Uniklinik für Innere Medizin II, plant zu beiden Forschungsgebieten wissenschaftliche Projekte.
 

Im Rahmen von Cardiology 2001 findet auch eine Satelliten-Konferenz über koronare Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz statt. Die Konferenz wird heute, Donnerstag, von 18.30 bis 20.00 per Web an über 1.200 Orte weltweit übertragen. Der Telemedizin-Event kann im Internet unter http://www.mayo.edu/webcasts/1018schedule.html mitverfolgt werden.
 


 

Herz schlägt zwölf Stunden außerhalb des Körpers
System zur Aufbewahrung von Transplantationsorganen getestet – Entwickler zufrieden
 

Chirurgen des University of Pittsburgh Medical Centers http://www.upmc.edu ist es gelungen, ein menschliches Herz außerhalb des Körpers schlagen zu lassen. Getestet wurde dabei die Arbeitsweise eines medizinischen System namens POPS (TM) für Organtransplantationen. Das Herz, das vom Unternehmen TransMedics entwickelt wurde, schlug rund zwölf Stunden. Ähnliche Untersuchungen für Nieren und tierische Organe sind bereits abgeschlossen.
 

"Dank der Technologie können Organe aus dem Körper entnommen werden, ohne dass ihre Funktion verloren geht", erklärte Robert Kormos, Direktor des Programmes für Thorax-Transplantationen und künstliche Herzen am Medical Center. Ärzte hätten nun unter anderem mehr Zeit, um im Fall einer Transplantation potenzielle Empfänger in das Krankenhaus zu ordern, so Kormos. Für die Untersuchung wurde das Herz eines bereits gehirntoten Patienten entnommen und mit sauerstoffreichem Blut und Elektrolyten versorgt. Das Demonstrationsorgan war allerdings nicht für eine Transplantation vorgesehen.
 

Dem an die Maschine angeschlossenen Herz ging bereits ein Versuch mit einer Niere an der University of Chicago in diesem Sommer voraus. Ihre physiologische Funktion konnte rund 24 Stunden aufrecht erhalten werden. Das System wird derzeit an verschiedenen US-Krankenhäusern getestet. Waleed Hassanein, Geschäftsführer von TransMedics, hofft, dass die Maschine Ende 2002 auf den Markt kommen wird. In den USA warten zurzeit 78.000 Patienten auf eine Transplantation. Die Listen beinhalten rund 50.000 Personen, die auf eine Spenderniere, und 4.000 Patienten, die auf ein Herz warten. Rund 6.000 Menschen sterben jährlich, da zu wenige Organe zur Verfügung stehen.
 

Bei herkömmlichen Methoden zur Aufbewahrung von Transplantationsorganen müssen die Organe in mit Eis und Speziallösungen gefüllten Kühlungen aufbewahrt werden. Die sichere Aufbewahrung beschränkt sich auf eine limitierte Zeitdauer, die vom Organ abhängt. Das Herz weist dabei die kürzeste Überlebenszeit auf. Nach der Entnahme vom Spender und ohne Blutversorgung hat das Herz eine Überlebensdauer von rund sechs Stunden.
 


 

Herzoperation via ISDN-Telefon live übertragen
Zuschauer waren 300 Studenten, Ärzte und Journalisten
 

Eine Bypass-Operation ist erstmals via ISDN-Leitung von Deutschland nach Japan übertragen worden. Die Operation wurde von 300 Studenten, Ärzten und Journalisten der Toin Universität in Yokohama gesehen. Für die Übertragung wurden drei ISDN-Leitungen genutzt, die sechs Kanäle ergaben. Die Zeitverzögerung betrug eine Sekunde. Die Operation am 57-jährigen Patienten gelang erfolgreich.
 

Kazutomo Minami, Oberarzt in der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen http://www.hdz-nrw.de hatte nach der Operation eine Fernvorlesung für die Japaner gehalten. "Die Operation selbst war Routine", so Minami. Es war interessant, den Zuschauern in Japan das europäische Know-how vorzustellen. In Japan selbst sei die Herzchirurgie auf rund 400 Krankenhäuser verteilt, so der Mediziner. Der Wissenschaftler glaubt, dass es in Zukunft nicht nur weitere Live-Übertragungen geben wird, sondern auch Ferndiagnosen geben könnte.
 


 

Herzschrittmacher erhöhen Risiko von Staphylokokken-Infektionen
Forscher empfehlen den Austausch des Geräts bei Bakteriennachweis im Blut
 

Für Patienten mit Herzschrittmacher kann sich eine normalerweise unproblematische Infektion mit Staphylokokken lebensbedrohlich entwickeln. Wenn die Bakterien in den Blutkreislauf gelangen, setzen sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit am implantierten Gerät fest und lassen sich dann mit Antibiotika oft nicht mehr vollständig abtöten. Über die Ergebnisse ihrer Studie berichten Wissenschaftler der Duke University http://www.duke.edu in der Fachzeitschrift "Circulation" http://intl-circ.ahajournals.org .
 

Anna Lisa Chamis und ihre Mitarbeiter hatten 33 Herzschrittmacher-Patienten untersucht, bei denen Staphylococcus aureus im Blut nachgewiesen wurde. Ursache dieser so genannten Bakteriämie war in den meisten Fällen nicht das Implantat, sondern eine Wundinfektion an einer anderen Stelle des Körpers. Bei 15 dieser Patienten erwies sich auch der Schrittmacher als infiziert. Kam es im ersten Jahr nach der Einpflanzung zur Infektion, waren sogar 75 Prozent der Geräte mit Bakterien besiedelt. "Unser wichtigstes Ergebnis ist, dass in den meisten Fällen eine Infektion des Schrittmachers nicht erkennbar war", sagte Chamis. Es kam dabei weder zu Hautrötungen an der Implantationsstelle noch ließen sich typische Ablagerungen an Geräteteilen nachweisen. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass mit Implantaten assoziierte Bakterien sehr widerstandsfähig gegen eine antibiotische Behandlung sind. Unabhängig davon, ob eine bakterielle Besiedlung des Geräts eindeutig nachweisbar ist, empfehlen die Wissenschaftler daher, bei einer Staphylokokken-Infektion generell den Herzschrittmacher auszutauschen.
 

Jeder fünfte Patient mit Herzschrittmacher muss damit rechnen, dass es zu einer Infektion seines Implantats kommt. Auch von Gelenksprothesen und Dauerkathetern ist bekannt, dass Infektionen mit ähnlicher Häufigkeit auftreten.
 


 

System für raschere Erkennung von Herzproblemen entwickelt
Detektor mit 80 Sensoren soll herkömmliche EKGs ersetzen
 

 Forscher des Unternehmens Meridian Medical Technologies http://www.meridianmeds.com haben einen Detektor entwickelt, der Herzprobleme schneller erkennen soll. Im Gegensatz zu traditionellen Elektrokardiogrammen (EKG), die mit zwölf Sensoren die elektrischen Signale der Patienten-Herzen messen, verfügt das Gerät namens Prime-System über 80 Sensoren, die am Körper befestigt werden. Eine Computer-Software übersetzt die Herzfunktion in ein Farbbild, mit dem Ärzte Abnormitäten einfach feststellen können, so ein Bericht der Washington Post http://www.washingtonpost.com .
 

Das Gerät wurde zwei Jahren lang getestet und in klinischen Studien an rund 800 Patienten in fünf verschiedenen Staaten der USA sowie in Großbritannien erprobt. Obwohl die letzten Ergebnisse noch nicht veröffentlicht wurden, gibt sich das Unternehmen optimistisch, dass das System signifikant besserer Vorhersagen ermöglicht als Standard-EKGs. Schätzungen zufolge versagen die derzeit eingesetzten Messgeräte in 60 Prozent der Herzinfarkt-Fälle, da sie Schäden in bestimmten Herzregionen nicht erkennen.
 

Das Gerät besitzt derzeit erst die Zulassung in Europa, wo bereits umfangreiche Marketing-Kampagnen gestartet wurden. Mit Genehmigung der Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov soll Prime System in den nächsten sechs Monaten auch in den USA auf den Markt kommen. Juan Noble, Börsenanalyst der New Yorker Investmentbank Fahnestock & Co. erwartet die Freigabe durch die FDA, da Meridian nur die gleiche Wirkung wie ein Standard-EKG beweisen müsse. Wesentlich aufwendiger werde es sein, Krankenhäuser vom Umstieg auf ein neues und auch teureres System zu überzeugen.
 

Das an der Nasdaq notierte Unternehmen schätzt, dass der anfängliche Marktwert des Systems rund zwei Mrd. Dollar beträgt. "Kann die diagnostische Überlegenheit des Detektors bewiesen werden, könnte Meridian in den nächsten Jahren den Markt signifikant durchdringen", so Noble. Meridian Medical Technologies wurde 1996 gegründet und hat sich mit rund 360 Mitarbeitern in Columbia, St. Louis und Nord-Irland als Anbieter für Technologien für die Medizin und cardiopulmologische Diagnostik etabliert.


 


 

Schwere Depressionen verdoppeln Sterberate bei Herzversagen
Risikofaktor von Alter und Schwere der Erkrankung unabhängig
 

Forscher des Duke University Medical Center http://www.mc.duke.edu haben herausgefunden, dass schwer depressive Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz (CHF) doppelt so häufig innerhalb eines Jahres sterben oder wieder ins Krankenhaus eingewiesen werden. Nachdem fast die Hälfte der Patienten mit klinisch signifikantem Herzversagen innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose stirbt, fordert die leitende Wissenschaftlerin Wei Jiang, dass alle CHF-Patienten auf schwere Depressionen hin getestet werden. Schwere Depressionen gelten in diesem Fall als ein von Alter und Schwere der Erkrankung unabhängiger Risikofaktor, berichten die Archives of Internal Medicine http://archinte.ama-assn.org/issues/cpsychiatriurrent/abs/ioi00610.html
 

Im Vergleich starben schwer depressive CHF-Patienten 2,5-fach häufiger innerhalb von drei Monaten nach ihrer Einlieferung als nicht depressive Betroffene. Ein Jahr später lag die Rate bei 2,23-fach. Wiedereinweisungen waren bei dieser Risikogruppe innerhalb von drei Monaten 1,9-fach häufiger, nach einem Jahr 3,07-fach. Von den 357 Teilnehmern an der Studie zeigten 35,3 Prozent innerhalb des 15 monatigen Beobachtungszeitraumes Symptome einer Depression, 13,9 Prozent einer schweren Depression. Nichtdepressive Patienten wiesen nach drei Monaten eine Sterberate von 5,7 Prozent und 13,7 Prozent nach einem Jahr auf. Bei Teilnehmern mit schweren Depressionen stiegen diese Werte rapide auf 13 respektive 26,1 Prozent. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Wiedereinweisungen ins Krankenhaus: Nach drei Monaten wurden 36,5 Prozent im Vergleich zu 52,2 Prozent wieder eingeliefert, nach einem Jahr 52,2 Prozent zu 80,4 Prozent.
 

Laut Jiang sei der notwendige nächste Schritt herauszufinden, ob das Behandeln der Depressionen einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Herzerkrankung habe. Bis jetzt seien keine derartigen Studien durchgeführt worden. "Ein weiteres Problem besteht darin, dass diese Patienten bis zu acht verschiedene Medikamente einnehmen müssen und es mit den derzeit auf dem Markt befindlichen Anti-Depressiva zu unerwünschten Wechselwirkungen kommt." Sie betonte ebenfalls, dass es sich bei schweren Depressionen um weit mehr als um verständliche Reaktionen angesichts einer lebensbedrohlichen Erkrankung handle. Details: http://news.mc.duke.edu/news/article.php?id=2621
 


 

Test findet Herzschaden innerhalb von sechs Stunden
24-stündiger Aufenthalt im Krankenhaus nicht mehr nötig
 

Ärzte des Manchester Royal Infirmary haben einen Test entwickelt, der einen Herzschaden innerhalb von sechs Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus ausschließen kann. http://www.nwota.demon.co.uk/rotation/hospitals/mri.html Der neue Test soll die Identifizierung von Risiko-Patienten erleichtern und rascher eine vielleicht lebensrettende Behandlung ermöglichen. Zusätzlich könnten nichtgefährdete Patienten deutlich früher entlassen werden. Der derzeit für die Abklärung eines möglichen Herzschadens eingesetzte Test macht einen 24-stündigen Krankenhausaufenthalt notwendig. Bis zu vier Prozent aller Patienten klagen in der Notaufnahme über Brustschmerzen. British Medical Journal http://www.bmj.com
 

An der aktuellen Studie nahmen 292 Patienten teil, die mit Brustschmerzen in die Notaufnahme des Manchester Royal Infirmary eingeliefert wurden. Der neue Test ergab bei 53 Patienten ein positives Ergebnis. Diese Teilnehmer wurden in der Folge stationär aufgenommen. Alle anderen wurden in die Pflege ihrer Hausärzte entlassen und gebeten zwei Tage später wiederzukommen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass nur bei einem der Entlassenen ein Risiko bestanden hatte.
 

Derzeit wird das Herzrisiko mittels mehrerer Elektrokardiogramme innerhalb von 24 Stunden und entsprechende Bluttests ermittelt. Der neue Test beruht ebenfalls auf Elektrokardiogrammen, die allerdings von einem Computer alle 30 Sekunden durchgeführt werden. Die durchgeführten Bluttest sind ebenfalls entscheidend schneller und entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Frühere Studien hatten laut BBC nachgewiesen, dass der derzeitige Standard-Test nur bei 25 Prozent der Betroffenen durchgeführt wird. Bei sechs Prozent der Nichtgetesteten stellte sich heraus, dass ihre Entlassung nicht gerechtfertigt war.
 


 

Vollständige Regeneration von Herzgewebe bei Mäusen nachgewiesen
Aufklärung molekularer Prozesse könnte zu neuen Therapien führen
 

 Experimente mit einem ungewöhnlichen Mäusestamm (MRL) haben gezeigt, dass Säugetiere zu einer umfangreichen Regeneration von zerstörtem Herzgewebe fähig sind. Durch eine gesteigerte Zellteilungsrate bildeten sich bei den Tieren neue, funktionstüchtige Herzmuskelzellen. Dabei blieb die normalerweise ausgeprägte Narbenbildung minimal. Darüber berichten amerikanische Forscher des Wistar Institute http://www.wistar.upenn.edu in der Online-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org/ .
 

Auf Schädigungen des Herzmuskels, wie sie zum Beispiel durch einen Infarkt entstehen, reagieren Säugetiere durch eine eher notdürftige Reparatur. Dabei entsteht aus Bindegewebszellen ein Narbengewebe. Die Arbeitsgruppe von Ellen Heber-Katz konnte nachweisen, dass im Gegensatz dazu MRL-Mäuse zu einer echten Regeneration fähig sind: Sie ersetzten die zerstörten Zellen durch funktionstüchtige Herzmuskelzellen. "Nach zwei Monaten sah das zerstörte Gewebe wieder normal aus und konnte seine Funktion wieder übernehmen", sagt Heber-Katz. Eine solche Regenerationsleistung war bisher nur von niederen Wirbeltieren wie Amphibien bekannt. Jetzt suchen die Forscher nach den Genen, die für die Regenerationsfähigkeit verantwortlich sind. Wäre eine Aktivierung dieser Gene durch Wirkstoffe möglich, könnte vielleicht auch beim Menschen eine ähnliche Form der Selbstheilung zu therapeutischen Zwecken bewirkt werden.
 

Die ungewöhnliche Eigenschaft des Mäusestamms MRL war eine Zufallsentdeckung. Zu Markierungszwecken hatte Heber-Katz den Tieren Löcher in die Ohren gestanzt. Überraschenderweise verheilten diese ohne Narbenbildung. Durch weitere Untersuchungen wurde dann die große Regenerationsfähigkeit der Tiere nachgewiesen.
 


 

Hightechpuppe simuliert Herzerkrankungen
"Harvey" hilft bei der Ausbildung von Studenten und Ärzten
 

An der Göttinger Universität ist seit kurzem die High-Tech-Puppe Harvey als Lehrmittel für Medizinstudenten und zur Weiterbildung von Ärzten im Einsatz. Die Gummipuppe ist mit einer komplexen Mechanik ausgestattet und hat ein elektronisches Innenleben. Sie kann atmen, ihr Puls ist messbar und sie kann 27 verschiedene Herzerkrankungen simulieren. Mehr als 60 Studenten können gleichzeitig krankheitstypische Herztöne und Herzgeräusche hören.
 

Harvey gleicht einem männschlichen Oberkörper und ist auf einem 1,80 Meter langen Bett fixiert. In dem Bett befinden sich außerdem Mechanik, Hydraulik und Elektronik. Mit Hilfe von Zahlencodes werden die unterschiedlichen Krankheitsbilder und die entsprechenden Herzgeräusche erzeugt. Bei der Diagnose sollen außerdem EKG-Befunde, Röntgenaufnahmen und Laborwerte helfen, die auf einer CD mitgeliefert werden.
 

Die Studenten können sich mit Hilfe der High-Tech-Puppe auch auf Notfallsituationen vorbereiten, in dem sie die einzelnen Rettungsschritte wie Blutdruckmessen, Überprüfung von Arterien- und Venenpuls üben. Im akuten Notfall dürfen solche Untersuchungen nur von bereits ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden.

Harvey wurde von Michael Gordon von der School of Medicine der University of Miami http://www.med.miami.edu entwickelt und kostet rund 200.000 Mark. Die High-Tech-Puppe ist fast so robust wie ein Mensch, allerdings auch genauso empfindlich, heißt es im Universitätsblatt der Göttinger.
 


 

Studie untersucht Risiko von Herzkathetern
Forscher fordern Neueinschätzung des Verfahrens zur Herzüberwachung
 

 Verfahren zur Herzüberwachung scheinen bei größeren, nicht kardialen Operationen laut einer Studie des Brigham and Women´s Hospital in Boston http://www.brighamandwomens.org unnötig zu sein. Forscher behaupten, dass dafür verwendete rechte Herzkatheter das Risiko einer Herzattacke während eines Eingriffes sogar um das Dreifache erhöhen können. Katheter, dünne und biegsame Röhren, die in eine Halsvene eingesetzt und in die rechte Herzseite geleitet werden, sind bereits seit 30 Jahren zur Überwachung des Sauerstoffgehaltes und des Blutdrucks im Einsatz. Forscher fordern, dass das Verfahren neu bewertet wird. Die Studie wurde in der aktuellen Ausgabe des Journals der American Medical Association (JAMA) http://jama.ama-assn.org veröffentlicht.
 

Noch ist unklar, ob die Katheterisierung selbst das Problem verursacht oder die Informationen, die durch das Monitoring erhalten werden, zu übermäßigen und aggressiven Korrekturmaßnahmen führen, die dem Patienten schaden, erklärte der Studienleiter Thomas Lee von der Harvard Medical School. Routinierte Operateure würden immer wieder beobachten, dass hauptsächlich jüngere Kollegen überreagieren und kleine aufgezeichnete Veränderungen sofort behandelten. Laut Lee ist es allerdings auch möglich, dass Patienten, die einen Herzkatheter erhalten, einfach von vorne herein kränker sind.
 

In die Studie wurden 4.059 Patienten, die älter als 50 Jahre waren, einbezogen. Von den zu operierenden Personen hatten 221 eine Katheterüberwachung. Derzeit gibt es keine besseren Methoden zur Überwachung der Herzfunktion als Katheter, erklärte Lee. Die Alternative ist, einfach mit herkömmlichen Methoden einen Überblick über Blutdruck, der Sauerstoffsättigung und der Herzfrequenz zu behalten.


 

Ultrafeine Stäube in der Luft erhöhen Herzinfarkt-Risiko
Mediziner empfehlen Einschränkung von Aktivitäten im Freien an heißen Tagen

Forscher des US-amerikanischen Beth Israel Deaconess Medical Center http://www.bidmc.harvard.edu und der Harvard School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu haben in einer gemeinsamen Studie festgestellt, dass ultrafeine Staubpartikel aus Industrie- und Autoabgasen das Risiko für einen Herzinfarkt erhöhen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt im Fachblatt "Circulation" http://circ.ahajournals.org der American Heart Association.

Wie die Forscher herausfanden, stellen insbesondere winzige Staubteilchen in der Luft, die so genannten Partikelemissionen PM2,5 - sie besitzen einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer - eine Gefahr dar. Zwei Stunden bevor bei den im Rahmen der Studie beobachteten Patienten Herzinfarkt-Symptome einsetzten, wurden besonders viele PM2,5-Teilchen in der Luft gemessen. Stieg die PM2,5-Konzentration in diesen zwei Stunden um 25 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, erhöhte sich das Herzinfarkt-Risiko um 48 Prozent. "Die Staubteilchen sind so klein, dass sie durch normale Abwehrreaktionen des Körpers in den Lungen nicht herausgefiltert werden und tief in die Verästelungen der Lunge und die Alveoli gelangen", erklärt Douglas W. Dockery, Koautor der Studie, von der Harvard School of Public. Auch innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden nach den erhöhten PM2,5-Werten blieb das Herzinfarktrisiko höher als normal. Die Forscher gehen davon aus, dass dies durch eine verzögerte Reaktion des Körpers auf die Luftschadstoffe bedingt ist.

Dockery und Murray A. Mittleman vom Beth Israel Deaconess Medical Center hatten von Januar 1995 bis Mai 1996 772 Herzinfarkt-Patienten aus dem Bostoner Raum über den Zeitpunkt ihres Herzinfarkts und ihre Symptome befragt und die Informationen mit dem täglichen Schadstoffgehalt der Luft verglichen. "Unsere Studie ist die erste, die sich mit den Kurzzeitauswirkungen von Luftschadstoffen auf das Herzinfarktrisiko befasst", erklärt Murray A Mittleman. Für eine Einschätzung, welche medizinischen Behandlungsmethoden bei durch Feinstaub-Inhalation verursachten kardiovaskulären Erkrankungen in Frage kämen, sei es noch zu früh. Weitere Studien sollen Klarheit bringen. Vorerst empfehlen die beiden Mediziner an heißen Tagen, wenn das Schadstoffniveau besonders hoch sei, Aktivitäten im Freien einzuschränken und dies nicht nur in der Stadt. "Obwohl meistens angenommen wird, dass Feinstäube nur ein Problem von Großstädten sind, können sie durch den Wind auch in großem Umfang in ländlichen Gegenden getragen werden. Einige der höchsten PM2,5-Konzentrationen wurden weitab von Großstädten gemessen", so Dockery.

 


Zellen regenerieren sich nach Herzinfarkt doch
Mikroskop macht Nachweis möglich

Wissenschaftler des New York Medical College http://www.nymc.edu haben bewiesen, dass sich die Muskelzellen des menschlichen Herzens nach einem Infarkt wieder regenerieren. Das Team um Piero Anversa konnte eine umfangreiche Nachbildung von Muskelzellen in zwei Bereichen des Herzens nachweisen und zusätzlich mehrere Schlüsselindikatoren für Zellregeneration identifizieren. Damit wird jene zentrale These in Frage gestellt, dass nach einer Schädigung des Herzens die Zellen des Herzmuskels sich nicht regenerieren und der durch einen Herzinfarkt entstandene Schaden bleibend ist. New England Journal of Medicine http://content.nejm.org

Das Team untersuchte Muskelzellen der Herzen von 13 Patienten zwischen vier und zwölf Tagen nach ihrem Infarkt und von zehn Patienten, die unter keiner Erkrankung der Herzklappen litten. Proben wurden vom Randbereich nahe des Infarkts und von einem entfernteren Bereich des beschädigten Gewebes entnommen. Mittels eines hochauflösenden konfokalen Mikroskops konnten die Forscher die Expression des Proteins Ki67 messen, das im Kern von sich teilenden Herzmuskelzellen vorkommt. Ki67 spielt bei allen Phasen des Lebenszyklus einer Zelle eine Rolle und gilt als starker Indikator für Zellteilung. http://www.eurekalert.com/releases/nih-sft060401.html

Zusätzlich wurden Bilder von der mitotischen Teilung hergestellt und weitere Beweise für eine Nachbildung von Myozyten gefunden, wie die Bildung der mitotischen Spindel und des kontraktilen Rings. Wichtige Beweise für die Regeneration der Muskelzellen lieferte der Mitoseindex, der das Ausmaß der Teilung der Muskelzellen angibt. Bei den kranken Herzen war die Anzahl der sich vermehrenden Muskelzellen in der Randzone siebzigmal und in der entfernteren Herzmuskulatur vierundzwanzigmal höher als bei den gesunden. Die nächste Herausforderung sei laut Anversa, die Herkunft der sich teilenden Myozyten zu erforschen. "Handelt es sich bei diesen Zellen um eine Untergruppe von bekannten Zellen, die die Fähigkeit zur Teilung bewahrt haben oder sind es sich vermehrende Zellen von im Herzen vorhandene Stammzellen erzeugt werden?"



 

Europaweite Herzstudie startet in Österreich
Ziel ist die optimale Behandlungsmethode von Patienten mit Herzschwäche

In mehr als 100 Herzzentren in zwölf europäischen Ländern ist die Care HF Studie implementiert worden. Die auch in Österreich startende Herzstudie soll die Wirksamkeit einer Kombination von implantierbarem Gerät und optimaler Medikamentenverabreichung bei Herzschwäche zeigen.

Am Universitätsklinikum Graz wurde dafür jüngst dem ersten Patienten ein Gerät, das Insync ™ von Medtronic http://www.medtronic.com , implantiert, das die Pumpwirkung des Herzens verbessern soll. In Österreich nehmen Werner Klein, LKH Graz, Franz Leisch, AKH Linz, und Richard Pacher, AKH Wien, teil. 400 Patienten werden im Lauf der Studie durch eine optimale Medikamententherapie behandelt und weiteren 400 wird zusätzlich das Gerät zur kardialen Resynchranisation implantiert. "Mehrere Studien haben die positive Wirksamkeit der kardialen Resynchronisationstherapie bereits bewiesen. Nun muss gezeigt werden, dass diese Therapie mit InSync eine wichtige Rolle in der Langzeitbehandlung spielt", erklärte Werner Klein, Mitglied der internationalen Studienleitung.

Die kardiale Resynchronisationstherapie soll schwer herzschwachen Patienten helfen, bei denen die Herzkammern nicht synchron arbeiten. Dies führt zu einer Reduzierung der Pumpfunktion, die in der Folge auch die Organe beeinträchtigen kann. Um dies auszugleichen, sendet das implantierte Gerät schwache elektrische Impulse an das Herz. Die Kontraktionen laufen wieder synchron ab. Da das Blut wieder effizienter durch den Körper gepumpt wird, gehen die Forscher von einer Verbesserung der Beschwerden aus. Europaweit stellt Herzschwäche mit 6,6 Mio. Betroffenen eine der häufigsten Todesursachen dar.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:07
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