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Kanada mischt sich in
BlackBerry-Streit ein
Regierung ergreift Partei für IT-Aushängeschild
des Landes
Die kanadische Regierung hat sich im Patentstreit
rund um den BlackBerry-Produzenten Research in Motion (RIM)
http://www.rim.net
hinter "ihr" Unternehmen gestellt. Das kanadische
Justizministerium forderte in einem jetzt bekannt gewordenen Brief
an das US-Berufungsgericht in Washington, dass RIM seine Argumente
nochmals den Richtern vortragen könne. Ein US-Gericht hatte im
Dezember in elf von 16 Klagspunkten gegen RIM entschieden und dem
US-Unternehmen NTP Recht gegeben. NTP beansprucht mehrere
BlackBerry-Patente für sich. pte berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=041215053
NTP ist mit RIM seit 2002 in einen heftigen Patentstreit verwickelt.
Die von NTP beanspruchten Patente betreffen vor allem die
Push-Funktion der BlackBerrys, durch die E-Mails auf den Handheld
kommen, ohne dass der User extra nach neuen Nachrichten checken muss.
2003 war RIM bereits zu einer Strafe von 8,8 Mio. Dollar zusätzlich
zu einer 2002 verhängten Zahlung von 23,1 Mio. Dollar verurteilt
worden. Darüber hinaus hatte eine niedere Instanz bereits ein
Verkaufsverbot der E-Mail-PDAs für die USA ausgesprochen. Diese
Entscheidung war aber ausgesetzt worden, bis endgültig über einen
Einspruch RIMs dagegen entschieden worden ist.
Kanada sieht nun in dem Vorgehen des US-Gerichtes einen Anschlag auf
eines der IT-Aushängeschilder des Landes. Dies könne einen negativen
Effekt auf die Innovationen im Lande haben, heißt es. Das
Justizministerium des Landes warnt davor, dass die Entscheidung des
US-Gerichtes in einer "unangemessenen extraterritorialen bzw.
diskriminierenden Art angewendet wird". RIM steht auf dem
Standpunkt, dass US-Patentgesetze auf kanadischem Territorium nicht
gültig sind. Auch der ISP EarthLink, der einer der Wiederverkäufer
von BlackBerry-Services in den USA ist, hat in einem so genannten "Friend
of the Court"-Brief seine Unterstützung für die Haltung RIMs
kundgetan. |

Kanada stellt 80 Millionen kanad.
Dollar (umgerechnet ca. 48,5 Millionen Euro) zur Verfügung, um den Ländern
in der Krisenregion in Süd- und Südostasien zu helfen
Der kanadische Premierminister Paul Martin kündigte am 2. Jänner 2005
an, dass Kanada nach der verheerenden Erdbeben- und Flutkatastrophe in Süd-
und Südostasien die folgenden Hilfsmaßnahmen einleiten wird, um den
betroffenen Ländern zu helfen:
- Kanada wird die für die Katastrophen-Soforthilfe angekündigten 40
Millionen kanadische Dollar auf 80 Millionen (umgerechnet ca. 48,5 Millionen
Euro) verdoppeln. Damit zählt Kanada zu den weltweit größten finanziellen
Hilfeleistern. Die Hilfsgelder kommen direkt der von der Katastrophe
betroffenen Bevölkerung zugute und werden für kurzfristige Hilfsmaßnahmen
sowie langfristige Wiederaufbautätigkeiten verwendet;
- Die kanadische Regierung gewährt bis 11. Jänner Steuerbegünstigungen
für private Spenden und verdoppelt diese, um die finanzielle
Hilfsbereitschaft der Kanadier zu unterstützen;
- Verteidigungsminister Bill Graham verlautbarte am 3. Jänner, dass
Kanada sein nationales Katastropheneinsatzteam DART (Disaster Assistance
Response Team) nach Ampara in Sri Lanka, einer der von der Flutkatastrophe
am schlimmsten betroffenen Regionen, verlegen wird;
- Kanada wird einen großen Teil seiner nationalen Notstandsreserven zur
Verfügung stellen. Dazu zählen auch nicht-medikamentöse Hilfsgüter wie z.B.
Taschenlampen und Decken;
- Die kanadische Polizei (RCMP) entsendet ein Team von 10
Gerichtsmedizinern nach Thailand, um bei der Identifizierung von
Katastrophenopfern zu helfen;
- Bestehende Anträge auf unbegrenzte Aufenthaltsvisa von aus der Region
stammenden Familienangehörigen kanadischer Staatsbürger sowie Angehöriger,
die einen festen Wohnsitz in Kanada haben, werden bevorzugt behandelt. Dies
gilt vor allem für Eheleute, Lebensgefährten und Kinder. Die
Bearbeitungsgebühren für neue Anträge wurden aufgehoben. Reguläre
Sicherheits- und medizinische Checks bleiben aufrecht;
- Gesundheitsminister Ujjal Dosanjh wird in Indien und Sri Lanka mit
einem kanadischen Team vor Ort zusammentreffen;
- Aussenminister Pierre Pettigrew und die Ministerin für Internationale
Kooperation, Aileen Carroll, werden Kanada bei der Geldgeberkonferenz der
südostasiatischen Länder in Jakarta am 6. Jänner vertreten;
- Am 8. Jänner wird in Kanada eine nationale Trauerzeremonie für die
Opfer der Katastrophe stattfinden. Bis dahin bleiben alle Flaggen an
kanadischen Regierungsgebäuden auf Halbmast.
Ständig auf den neuesten Stand gebrachte Informationen über kanadische
Hilfsmaßnahmen finden Sie auf der Homepage des kanadischen Außenministeriums
unter www.fac-aec.gc.ca.

Kanadisches Fernsehen
ohne Eishockey
Krise für den Werbemarkt
Der Wegfall der Eishockey-Übertragungen im
kanadischen Fernsehen stürzt die Werbewirtschaft in Kanada in eine
Krise, berichtet die New York Times
http://www.nytimes.com . Viele Unternehmen, wie zum Beispiel
Molson, eine Brauerei in Montreal, verlieren durch den Wegfall die
beste Gelegenheit ihre Zielgruppe, nämlich Männer, zu erreichen. "Es
gibt sonst nichts dergleichen", sagte James Villeneuve, Vize
Präsident von Labatt Breweries. Der Präsident der Canadian
Broadcating Corporation (CBC)
http://www.cbc.ca
, Robert Rabinovitch, sagte bei einer Anhörung im Parlament, dass
eine verlorene Eishockey-Saison den Sender 20 Mio. Kanadische Dollar
(12,6 Mio. Euro) kosten könnte.
Im kanadischen Eishockey wird seit einiger Zeit gestreikt. Die NHL
und die Teambesitzer wollen eine feste Regelung für Gehaltszahlungen
und Budgets. Die Spielergewerkschaft (NHLPA) und die Spieler lehnen
dies jedoch ab. Bisher war es so, dass die Teams den Spielern zahlen
konnten, was sie wollten. Die Gehälter wuchsen damit ins
Unermessliche.
Die Hockey Night in Kanada war seit 52 Jahren eine der Hauptstützen
der CBC. Einer Studie von Nielsen Media Research
http://www.nielsenmedia.com zufolge erreichte diese Sendung etwa
1,2 Mio. Zuschauer im englisch-sprachigen Kanada. Davon waren 56
Prozent Männer. Viele Alternativen dafür bieten sich den Werbeleuten
nicht. Die kanadische Fußball-Saison ist bereits seit über einer
Woche abgelaufen. Die Raporters, das nationale Basketballteam von
Toronto, lockt nicht viele Leute vor den Fernseher.
Die gesamten Auswirkungen der Krise sind dabei noch nicht spürbar.
"Im Herbst können wir den Schaden noch abwenden. Aber wenn in den
nächsten zehn Tagen kein Ergebnis kommt, sieht es schlecht aus. Die
Zusammensetzung des Publikums beim Hockey ist schwer anders zu
erreichen", sagte Sunni Boot, Präsident von Zenith Optimedia Canada,
einer kanadischen Medien-Gruppe. Die Debatte über die Zukunft des
Hockey zieht sich wohl noch bis in den Dezember und ein Ergebnis ist
nicht in Sicht.
Am Samstag hat CBC die Eishockey-Übertragung durch eine Movie Night
ersetzt, in der sechs Stunden lang Filme gezeigt werden. Dafür wurde
der Sender jedoch kritisiert, weil er seine eigenen Grundsätze
bricht. Denn anstatt nur kanadische Programme zu senden, werden
jetzt Hollywood-Produktionen wie Monsters Inc. und A.I: Artificial
Intelligence ausgestrahlt. Die Filme erreichen zwar die gleiche
Menge an Publikum. Dieses ist aber sehr viel gemischter. Der Sender
konnte auch einige der traditionellen Hockey-Sponsoren behalten, wie
Tim Horton´s Doughnut-Kette. Doch viele sind auch abgesprungen. |

Kanada mit neuem
Mobilfunkriesen Rogers Wireless übernimmt Microcell
In den kanadischen Mobilfunkmarkt kommt durch die
Fusion zweier Provider Bewegung. Rogers Wireless Communications
http://www.rogers.com
übernimmt um 1,4 Mrd. Kanadische Dollar (890
Mio. Euro) Microcell Telecommunications
http://www.microcell.ca
und wird Marktführer in dem
nordamerikanischen Land. Das kombinierte Unternehmen wird über insgesamt
5,1 Mio. Kunden verfügen, berichtet das Wall Street Journal heute,
Dienstag.
Um Microcell hatte auch der Telekommunikations-Konzern Telus aus
Vancouver geworben, der im Mai 1,1 Mrd. Kanadische Dollar (696 Mio.
Euro) geboten hatte. pte berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=040514033
Das Angebot von Telus, des
zweitgrößten kanadischen Telekommunikationskonzern, wurde jedoch von den
Microcell-Managern abgelehnt. Diese empfahlen ihren Aktionären, Rogers
Offert anzunehmen. Nach Angaben von Rogers passen beide Unternehmen gut
zusammen, da beide ein GSM-Netz betreiben.
Microcell befindet sich derzeit in einigen Schwierigkeiten und hat im
ersten Halbjahr einen Nettoverlust von 25,9 Mio. Kanadische Dollar (16
Mio. Euro) bei einem Umsatz von 306,7 Mio. Kanadische Dollar (194 Mio.
Euro) ausgewiesen. Das Unternehmen bietet eine Flatrate für eine
unbegrenzte Zahl von Lokal-Gesprächen an, hat aber diesen populären
Service nie in Gewinne ummünzen können. Rogers Wireless wird vom Kabel-
und Telekomprovider Rogers Communications kontrolliert. Dieser hat erst
kürzlich einen 34-Prozent-Anteil von AT&T Wireless an seiner Tochter
aufgekauft. |

Kanada nimmt
Filesharer ins Visier Musikindustrie will "Uploader" vor Gericht
bringen
Auch die kanadische Musikindustrie nimmt nun die
Aktivitäten von Internet-Usern ins Visier, die illegal Musikstücke
tauschen. Wie der Branchendienst Cnet berichtet, bereitet die
Canadian Recording Industry Association (CRIA)
http://www.cria.ca/
Klagen vor, um hinter die Identität von 29
Filesharern zu kommen. Fünf kanadische Internet Service Provider (ISP)
sollen Namen und Anschrift der unbekannten Online-User bekannt
geben.
"Das sind Personen, die illegal hunderte, wenn nicht tausende,
Musikstücke vertreiben", begründete CRIA-Präsident Brian Robertson
das Vorgehen seiner Interessensvereinigung. "Diese Leute beuten auf
eklatante Art die Karrieren von Künstlern und ihre Musik aus und
scheren sich keinen Deut darum woher in Zukunft die Musik kommen
soll", kritisierte Robertson.
Das Vorgehen der kanadischen Musikindustrie ähnelt dem des
US-Branchenverbandes RIAA
http://www.riaa.org
, der voriges Jahr Klagen gegen mehr als 900
User eingebracht hat. pte berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=030626007
Anders als die RIAA geht
die CRIA allerdings nur gegen "Uploader" vor, also jene User, die
auf Tauschbörsen Songs zum Herunterladen anbieten. "Downloader",
also User, die Lieder von den Tauschbörsen herunterladen, bleiben
dagegen verschont. Dies dürfte auf die spezielle kanadische
Gesetzeslage zurückzuführen sein. So hat im Dezember das "Copyright
Board of Canada"
http://www.cb-cda.gc.ca
eine Entscheidung veröffentlicht, wonach
das Herunterladen von Songs auf Tauschbörsen legal sei.
Shaw Communications
http://www.shaw.ca
, einer der betroffenen ISPs, will sich gegen
das Ansinnen der CRIA zur Wehr setzen. "Wir haben gravierende
Bedenken, was unsere Verantwortlichkeit bei diesen Fällen betrifft",
kritisierte Shaw-Manager Peter Bissonnette. Sein Unternehmen habe
aber auch Schwierigkeiten, anhand der Logfiles genau zu sagen, wann
welcher User von welchem Account aus welche Songs angeboten hat. |

Napster-Start in Kanada
Angebot entspricht dem im UK
Der Online-Musikstore Napster ist gestern, Mittwoch, auch in
Kanada gestartet. Napster
http://www.napster.ca
bietet somit als erster einen legalen
Downloadservice in Kanada an. Als Partner agiert die kanadische Brauerei
Molson, wie The Register
http://www.theregister.co.uk
berichtet.
Napster liegt damit einen Schritt vor dem US-Konkurrenten Apple, dessen iTunes
bis dato nur in den USA verfügbar ist. Vergangene Woche wurde Napster in
Großbritannien gelauncht (pte berichtete
http://www.pte.at/pte.mc?pte=040521005
), dort sind 500.000 Songs zum
Download verfügbar. Momentan sind in Kanada nur 300.000 Lieder erhältlich,
diese Zahl soll sich aber bald erhöhen. Napster hat Lizenzen der fünf großen
Musiklabels, aber auch mehrere von unabhängigen Plattenfirmen.
Auch in Kanada bietet Napster sein Service für sieben Tage gratis zum
Probieren an. Bei Interesse kann dann zwischen einem monatlichen Entgelt von
9,95 kanadischen Dollar (5,98 Euro) oder 1,19 (71 Cent) kanadische Dollar pro
Song bzw. 9,95 pro Album gewählt werden. Neben Song-Downloads können auch
diverse Radiostationen gehört werden. Das kanadische Headquarter befindet sich
in Richmond Hill in der Provinz Ontario, wo sich auch der Sitz des
Partnerunternehmens Roxio befindet.

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