Jüdisches Museum: Ausblick auf
zukünftige Ausstellungen 2006
Von Lorenzo da Ponte über Felix Salten bis zu den jungen Phantasten
Neben den beiden laufenden Ausstellungen "Endstation Schein-Heiligenstadt.
Eric Zeisls Flucht nach Hollywood" (bis 26. März) und der jüngst erst
eröffneten Schau über das Leben und Wirken des Intellektuellen Manès
Sperbers ("Die Analyse der Tyrannis", bis 10. März) widmet sich das Jüdische
Museum Wien ab Ende März dem Mozart-Zeitgenossen Lorenzo da Ponte (22. März
bis 17. September). "Lorenzo da Ponte - Aufbruch in die neue Welt. Il poeta
di Mozart", so der Titel der Schau im Rahmen des heurigen Mozart-Jahres,
erinnert nicht nur an das bewegte Leben des Zeitgenossen Mozarts mit
Stationen in Venedig, Wien, London und zuletzt New York, sondern auch an
dessen große Engagement für Literatur und Oper in den USA, in denen er die
letzten 33 Jahre seines Lebens verbrachte. Ein weiterer Teil widmet sich
auch der unterschiedlich gelaufenen Rezeptionsgeschichte der beiden
außergewöhnlichen Männer der Aufklärung.
Mehr als "Bambi": Das Werk Felix Saltens
Einem ebenso ungewöhnlich vielfältigen Mann widmet das Jüdische Museum
von 9. Juli bis 22. Oktober eine Schau: Die Rede ist von Felix Salten (1869
- 1945), der in der Nachwelt vor allem als Erfinder der Tierfigur "Bambi" in
Erinnerung geblieben ist. Salten, der auch den deutschsprachigen
Erotik-Klassiker "Josefine Mutzenbacher" verfasst hat, wirkte auch
Operetten-Librettist, Reiseschriftsteller, Drehbuchautor und
Kabarett-Schriftsteller. Die Schau, deren endgültiger Titel derzeit noch
nicht fest steht, widmet sich aber nicht nur dem unbekannten Leben Saltens,
sondern verhandelt anhand seiner Person auch Themen wie Erotik, Etablierung
urbaner Kultur oder Zionismus.
Erinnerung an die jungen Phantasten
Für den Herbst ist weiters eine Schau über die jungen Phantasten (11.
Oktober bis 14. Jänner 2007) geplant. Die mit den Maler-Namen Ernst Fuchs,
Arik Brauer, Wolfgang Hutter, Anton Lehmden und Rudolf Hausner verbundene
Stilrichtung entwickelte ihr größte Wirkung in den Jahren zwischen 1955 und
1970.
Kaum mehr bekannt: Wirken des Architekten Oskar Strnad
Das Ausstellungsjahr beschließen wird eine Schau, die sich dem Wirken
des Architekten Oskar Strnad (1879 bis 1935) widmen wird. Neben seinem
Doppelhaus in der Werkbundsiedlung machte sich Strnad vor allem einen Namen
als Bühnenbildner des Wiener Volkstheaters. Ebenso arbeitete er auch als
Innenarchitekt bei so bekannten Filmen, wie etwa "Maskerade" und "Episode".
Die Schau über Oskar Strnad - der eigentliche Ausstellungstitel steht noch
nicht fest - wird zwischen 8. November und 11. Februar 2007 zu sehen sein.
o Details auch unter: www.jmw.at/

Jüdisches Museum Wien: "Franz
Schreker. Grenzgänge, Grenzklänge"
"Mit "Grenzgänge, Grenzklänge" setzt das Jüdische Museum Wien seine
Serie von Ausstellungen unter dem Obertitel "Musik des Aufbruchs" fort, die
mit Continental Britons: Hans Gál und Egon Wellesz heuer im Frühjahr
begonnen wurde. Schreker zählt zu jenen Komponisten, die derzeit eine
Renaissance erleben und wir haben uns vorgenommen, diese durch den
Nationalsozialismus verdrängten Komponisten wieder mehr ins Licht der
Öffentlichkeit zu rücken" sagte Direktor Dr. Karl Albrecht-Weinberger
anlässlich der Ausstellungseröffnung im Jüdischen Museum Wien.
Franz Schreker. Schreker (1878-1934) war mit Werken wie Der ferne
Klang, Die Gezeichneten, Der Schatzgräber und Irrelohe einer der
bedeutendsten Opernkomponisten seiner Generation. Seine betörende Klangwelt
eröffnete Perspektiven, die erst Jahrzehnte später, etwa in der Musik Witold
Lutoslawskis oder György Ligetis weiterentwickelt wurden. Schrekers gewagte
Operndramaturgie nimmt die Bildsprache des Films vorweg. Der in Monaco
geborene Sohn eines jüdischen Hoffotografen aus Böhmen und einer Mutter aus
einer Adelsfamilie begann seine Laufbahn als Schüler von Robert Fuchs und
Arnold Rosé in Wien und war Dirigent der Uraufführung von Arnold Schönbergs
Gurreliedern. Zu Schrekers Schülern gehörten die Komponisten Ernst Krenek,
Karol Rathaus und Alois Haba sowie die Dirigenten Jascha Horenstein, Josef
Rosenstock und Hans Schmidt-Isserstedt. 1920 wurde er zum Direktor der
Berliner Musikhochschule ernannt, 1933 entfernten ihn die
Nationalsozialisten aus allen Ämtern und verboten die Aufführung seiner
Werke - er starb kurz darauf an einem Schlaganfall.
Die Ausstellung bietet einen Blick in die Musik- und Operngeschichte am
Scheideweg zwischen Jugendstil in Wien und Neuer Sachlichkeit in Berlin,
zwischen Romantik und Moderne - in die Kulturgeschichte einer bewegten
Epoche. Erstmals gezeigt werden große Teile seines Nachlasses wie
Partituren, Handschriften, persönliche Dokumente und Fotos historischer
Aufführungen. Ein kostenloser Audioguide macht den Rundgang auch zum
akustischen Erlebnis.
"Franz Schreker. Grenzgänge, Grenzklänge" ist von 15. Dezember 2004 bis
24. April 2005 im Jüdischen Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) zu sehen.
Das Jüdische Museum Wien ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, an
Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt: 5 Euro/ 2,90 Euro
ermäßigt. Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und
eine kostenlose Führung. Detailinformationen zur Ausstellung und zum
Begleitprogramm sind auch im Internet unter
www.jmw.at/ zu finden.

Jüdisches Museum Wien verlängert
Ausstellung
Wegen des großen Publikumsinteresses verlängert das Jüdische Museum
Wien seine Ausstellung "Alexander Rodtschenko - Moskau" bis 30. Jänner
2005. Die kleine Dokumentation wurde anlässlich des Monats der Fotografie
gestaltet und zeigt Rodtschenkos Postkartenfotografien seiner Heimatstadt
Moskau aus der Sammlung des Museums "Moskauer Haus der Fotografie". 1932
beauftragte der Verlag "Isogis", Herausgeber der Fotobildbände und der
berühmten Zeitschrift "Die UdSSR auf der Baustelle", den Künstler, Designer
und Fotografen Alexander Rodtschenko mit Aufnahmen von Moskau. Rodtschenko
hatte die Stadt bereits früher fotografiert: Die ersten perspektivisch
verkürzten Aufnahmen entstanden 1925, als er mit einer "West Pocket Kodak"
vom Balkon und vom Dach seines Hauses auf der Mjasnitzkaja-Straße
fotografierte. Während seiner Arbeit als Künstler für die Aufbauten zum Film
"Moskau im Oktober" (1927) wählte er sehr sorgfältig für Freiluftaufnahmen
geeignete, ausdrucksvolle Plätze in der Stadt aus und als Fotoreporter der
Zeitschriften "Dajosch!", "Smena" sowie der Zeitung "Wetschernjaja Moskwa"
machte er Fotoreportagen über Neubauten. Ein Bereich, der Rodtschenko
besonders interessierte, war der städtische Alltag, das dynamische
städtische Lebens und all das, was von den meisten seiner Zeitgenossen kaum
wahrgenommen wurde. Anhand seiner Fotografien kann man heute darüber
urteilen, wie sich die Menschen zu Ende der zwanziger, Anfang der dreißiger
Jahre kleideten, wie sie sich auf den Straßen bewegten, in Autobusse oder
Straßenbahnen einstiegen, welche Aushängeschilder über den Ladeneingängen
hingen, was und wo die Menschen zu Mittag aßen, wie sie die Pflasterdecke
der Straßen erneuerten. So entstanden vollendete, eigenwillige, integre,
ausdrucksvolle Aufnahmen. Sie alle wirken wie Postkarten - jede Fotografie
kann für sich allein stehen, unabhängig von den anderen, als eigenständiger
Fakt des städtischen Lebens. Sie sind nicht monoton, weil das Modell
Rodtschenkos - Moskau - vielgesichtig ist. 1932 erschienen die
Moskau-Aufnahmen dann tatsächlich als Postkartenserie. Es war eine der
ersten autorisierten Fotoserien in der Geschichte der sowjetischen
Fotografie. Heute sind diese Arbeiten Rodtschenkos zu Raritäten geworden,
nicht einmal in Archiven kann man sie mehr finden. Deshalb kam es zu der
Idee, sein Projekt dem heutigen Betrachter zugänglich zu machen als
Geschichte einer alten, sich vor aller Augen verändernden Stadt und als
Geschichte der russischen Fotografie. "Alexander Rodtschenko - Moskau"
stammt aus der Sammlung des Museums "Moskauer Haus der Fotografie" und wird
nunmehr noch bis 30. Jänner 2005 im Jüdischen Museum Wien gezeigt. Das
Museum (1010 Wien, Dorotheergasse 11) ist von Sonntag bis Freitag von 10 bis
18 Uhr, sowie an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Schulklassen in
Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine kostenlose Führung.

Jüdisches Museum Wien präsentiert "ceija
stojka.leben"
"Mit dieser Präsentation widmet das Jüdische Museum Wien erstmals
eine Ausstellung einer Angehörigen einer österreichischen Volksgruppe, deren
Schicksal, Kultur und Tradition bisher zumeist im Verborgenen geblieben
ist", sagte Direktor Dr. Karl Albrecht-Weinberger anlässlich der Eröffnung
der Ausstellung "ceija stojka.leben" im Museum Judenplatz, zu der auch
zahlreiche Angehörige und Freunde der Familie Stojka gekommen waren. Vor
mehreren hundert Ehrengästen verwies Weinberger auf den Umstand, dass in der
Öffentlichkeit nur allzu oft verdrängt werde, dass neben der Verfolgung und
Vernichtung der jüdischen Bevölkerung auch Sinti, Roma und andere Gruppen
der Gesellschaft marginalisiert, ausgegrenzt und verfolgt wurden. Ceija
Stojka zeigte sich tief gerührt und erfreut, dass die Präsentation ihrer
Arbeiten im Museum Judenplatz verwirklicht werden konnte. Höhepunkt der
stimmungsvollen Eröffnung war die Lesung von Texten Ceija Stojkas durch ihre
Schwiegertochter Nuna, die musikalisch begleitet wurde von Amenza Ketane.
Ceija Stojka - eine starke Frau
Ceija Stojka wurde am 23. Mai 1933 in einem Gasthaus in Kraubarth in
der Steiermark als fünftes von sechs Kindern geboren. Vater und Mutter waren
fahrende Rom-Lowara aus dem Burgenland. 1941, im Alter von acht Jahren,
wurde sie gemeinsam mit ihrer Familie nach Auschwitz deportiert. Sie
überlebte und wurde am 15. April 1945 in Bergen-Belsen von der britischen
Armee befreit. Von ihrer über 200 Personen zählenden Großfamilie überlebten
neben ihr nur die Mutter und vier ihrer Geschwister. Nach 1945 nahmen sie
ihr ursprüngliches Leben wieder auf, unbeachtet und am Rande der
Gesellschaft, in einem Land, wo ihre Volksgruppe von Bevölkerung und
Behörden weiterhin diskriminiert wurde. 1988 trat Ceija Stoijka mit ihrem
Buch "Wir leben im Verborgenen" als erste Romni an die österreichische
Öffentlichkeit und berichtete über ihr Schicksal, ihr Überleben und den Mord
an den österreichischen Roma und Sinti im Holocaust. Damit gab sie den
Anstoß für eine Roma-Bewegung, die erstmals ihr Schicksal, aber auch ihre
Geschichte und Kultur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machte. In
dieser Zeit begann Ceija Stojka auch das Liedgut der Rom-Lowara zu
präsentieren und zu malen. In ihren Bildern verarbeitet sie die auf ihr
lastende Vergangenheit, das Leiden und Sterben in den Vernichtungslagern des
Nationalsozialismus. Dennoch ist ihre Arbeit nicht nur vom Entsetzen über
die Grausamkeit der Menschen und von der Trauer um die Ermordeten geprägt,
sondern strahlt auch Kraft und Lebensfreude aus, voller Erinnerungen an das
freie Sein auf Wanderschaft, das ungebundene Herumreisen und die Schönheiten
der Natur und des Lebens. Es sind Bilder, die eine brutale, traurige, aber
auch eine herrliche, wunderbare Welt zeigen, die die Kraft einer Frau atmen,
die trotz aller Schicksalsschläge Mut zur eigenen Tradition und zum Leben
hat. In den wenigen Jahren ihrer künstlerischen Tätigkeit erschuf die
Autodidaktin ein erstaunlich reifes Werk, das sich zunehmend auch der
Abstraktion zuwendet und eine tiefe Ursprünglichkeit und Ehrlichkeit
aufweist.
Das Jüdische Museum der Stadt Wien zeigt von 2. Dezember 2004 bis 6.
März 2005 im Museum Judenplatz (A-1010 Wien, Judenplatz 8, Öffnungszeiten:
Sonntag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr und Freitag von 10 bis 14 Uhr) im
Rahmen der Ausstellung "ceija stojka.leben" eine Auswahl der Bilder von
Ceija Stojka. Die Präsentation wurde von Gerhard Milchram kuratorisch
betreut und von Conny Cossa gestaltet. Weitere Informationen zu den
Begleitveranstaltungen finden Sie unter
www.jmw.at/ .

Jüdisches Museum Wien erinnert an
Geschichte der Familie Lieben
Im Rahmen eines Mediengespräches am Mittwoch präsentierte der
Direktor des Jüdischen Museum, Karl Albrecht-Weinberger, die große
Herbstschau seines Hauses, die sich vom 11. November bis 3. April 2005 mit
der Wiener Familiengeschichte der Liebens auseinander setzt.
"Die Liebens. 150 Jahre Geschichte einer Wiener Familie" erinnert an
eine der bedeutendsten Bankier-Familien des Wiener Großbürgertums, welche
vor allem im 19. und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts das
Wissenschafts- und Kulturleben Wiens mitprägten. So zählte etwa der von der
Familie gestiftete Ignaz-L.-Lieben Preis zwischen 1863 und 1937 als einer
der wichtigsten Auszeichnungen für Naturwissenschaftler in Österreich.
Weiters machten sich Familienmitglieder, wie Robert von Lieben, auch einen
bedeutenden Namen in der Radiogeschichte. Kulturell wird u.a. auch an
Marie-Louise von Motesiczky, einer Urenkelin von Ignaz L. Lieben, erinnert,
die zu den wichtigsten Malerinnen des 20. Jahrhunderts zählt. Das Jahr 1938
brachte eine tiefe Zäsur für die Familie: Exil, Vertreibung und Tod in den
Konzentrationslagern der Nationalsozialisten folgten. In der Schau wird die
Geschichte aber bis in die Gegenwart hineingezogen: Fotos aus der Gegenwart
zeigen Familienmitglieder, die heute u.a. in den USA oder in Australien
leben. Der Ignaz L- Lieben-Preis wird übrigens heuer zum ersten Mal wieder
verliehen, dank der großzügigen Unterstützung des amerikanischen Chemikers
und Unternehmers Alfred Bader. Zur Ausstellung wurde auch ein
wissenschaftliches Begleitbuch, erschienen im Böhlau-Verlag, aufgelegt
(Kosten: EUR 24,50). Das Ausstellungsteam umfasst Gabriele Kohlbauer-Fritz,
Evi Fuks (Kuratoren), Gustav Pichelmann (Architektur) und Maria-Anna Friedl
(Grafik).
"Alexander Rodtschenko - Moskau" nennt sich eine weitere Ausstellung im
Jüdischen Museum, die von 11. 11. bis 12.12. gezeigt wird. Basierend auf
einer Kooperation mit dem "Moskauer Haus der Fotografie" zeigt die Schau in
einer bemerkenswerten Zusammenstellung Bilder von Moskau aus den späten 20er
Jahren des letzten Jahrhunderts.
o Jüdisches Museum Wien
Dorotheergasse 11
1010 Wien
Öffnungszeiten: So-Fr: 10.00 bis 18.00 Uhr, Do: 10.00 bis
20.00 Uhr

Ausstellungseröffnung im Jüdischen
Museum Wien
"Wir betrachten es als eine wichtige Aufgabe des Jüdischen Museums,
die zahlreichen ermordeten und vertriebenen österreichischen Musiker
jüdischer Herkunft der Vergessenheit zu entreißen. Viele von ihnen wurden
von den politischen Kräften der neu erstandenen Zweiten Republik Österreich
nicht zurückgeholt und fanden im kulturellen Leben Österreichs bis in die
siebziger Jahre kaum Beachtung. Erst in den letzten 30 Jahren werden sie
immer mehr der Vergessenheit entrissen und auch für die Österreicher wieder
entdeckt", sagte Direktor Dr. Karl Albrecht-Weinberger anlässlich der
Eröffnung der Ausstellung "Continental Britons: Hans Gál und Egon Wellesz",
die als Auftakt einer Reihe von Musikausstellungen gezeigt wird und von den
Kuratoren Michael Haas und Marcus G. Patka erarbeitet und von Thomas Geisler
gestaltet wurde.
Die Tochter von Hans Gál, Eva Fox-Gál, eröffnete die Ausstellung und
dankte dem Museum für die Umsetzung der Ausstellung, die eine späte
Anerkennung der Arbeit ihres Vaters bedeutet. In der Ausstellung werden
neben Partituren, Handschriften und persönlichen Dokumenten auch zahlreiche
Fotografien historischer Aufführungen gezeigt. Zur Ausstellung ist ein reich
illustriertes Buch erschienen, das zwei CDs mit Musik von Hans Gál und Egon
Wellesz enthält. Der Preis für den im Mandelbaum Verlag erschienenen Katalog
beträgt 24,90 EUR. "Continental Britons: Hans Gál und Egon Wellesz" ist von
25. Februar bis 2. Mai 2004 im Jüdischen Museum zu sehen. Das Jüdische
Museum Wien (A-1010 Wien, Dorotheergasse 11) ist Sonntag bis Freitag von 10
bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Eintritt: EUR 5/EUR
2,90 ermäßigt. Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben freien
Eintritt und eine kostenlose Führung. Ein umfangreiches Musikprogramm
begleitet die Ausstellung. Detailinformationen zum Musikprogramm und zur
Ausstellung sind auch im Internet unter
www.jmw.at/ zu finden.

"Judaica Wien 2002": Vorstellung der Objekte
"Mit diesem Wettbewerb soll eine Tradition wieder belebt werden, die bis 1938
in Österreich und Deutschland Judaica hervorgebracht hat, die neben ihrer
religiösen Funktion heute weltweit zu begehrten Sammlerobjekten zählen. Mit
der Zerstörung der jüdischen Gemeinde Wiens durch die Nationalsozialisten ist
viel von dieser Tradition verloren gegangen, viele Ritualgegenstände aus der
Zeit von 1938 sind heute nur noch in Museen, so auch im Jüdischen Museum Wien,
zu sehen", sagte Direktor Dr. Karl Albrecht-Weinberger Dienstag Abend bei der
Präsentation der Arbeiten des Judaica-Wettbewerbs "Judaica Wien 2002" im Simon
Wiesenthal-Raum des Museums auf dem Judenplatz.
Das Jüdische Museum Wien hatte im Jahr 2001 mit der Akademie der bildenden
Künste einen Wettbewerb für Judaica ausgeschrieben um die künstlerische
Auseinandersetzung mit dem Thema und die Herstellung von jüdischem Kultgerät
in Österreich wieder zubeleben. Thematisch wurde der Wettbewerb insofern
eingeengt, als es Vorgaben bezüglich der zu erstellenden Objekte gab. So waren
weniger Objekte für den synagogalen, sondern hauptsächlich für den
häuslich-familiären Gebrauch zu entwerfen: Chanukka-Leuchter, Besamim-Büchsen,
Seder-Teller und als einziges Objekt für den synagogalen Gebrauch Tora-Mäntel.
Um für die Studenten die Möglichkeit zu schaffen sich intensiv mit den
Funktionen, Materialien und der Entwicklungsgeschichte dieser Gegenstände
auseinander zu setzen, gab das Jüdische Museum den jungen KünstlerInnen eine
intensive Einführung in die Thematik.
Die Jury des Wettbewerbs setzte sich aus Mitgliedern des Jüdischen Museums
Wien und aus Mitgliedern der Akademie der bildenden Künste zusammen. Insgesamt
wurden Preisgelder im Wert von EUR 7.994 (= ATS 110.000) an die jungen
KünstlerInnen in den verschiedenen Kategorien vergeben. Es beteiligten sich 21
StudentInnen, wobei der hohe Frauenanteil (15) auffällt. TeilnehmerInnen waren
(in alphabetischer Reihenfolge): Karin Altmann, Eva Buchhammer, Malgorzata
Bujnicka, Conny Cossa, Roberta Erkinger, Michael Herbst, Su Jang, Andrea
Kalteis, Eva Lausegger, Elanit Leder, Klaus Mayr, Judith Mues, Margot Josefa
Pernerstorfer und Janis Tillinger, Raimund Pleschberger, Nikola Sanjek, Nina
Stalzer, Nora Stalzer, Barbara Slivova, Sandra Steiger, Julia Trenkwalder,
Magdalena Vetter. Die Preisträger sind in der Kategorie Chanukka-Leuchter:
Elanit Leder; Tora-Mantel: Margot Pernerstorfer und Janis Tillinger;
Besamim-Büchse: Judith Mues, Karin Altmann, Klaus Mayr; Gesamtsieger wurde
Conny Cossa.
Die prämierten Objekte und die anderen Arbeiten der jungen Künstler sind vom
19. März bis 26. Mai im Simon Wiesenthal-Raum im Museum Judenplatz (Wien 1,
Judenplatz 8) während der Öffnungszeiten des Museums (So bis Do 10 bis 18 Uhr,
Fr 10 bis 14 Uhr) zu sehen.
Weitere Informationen auch im Internet unter www.jmw.at/ .

Jüdisches Museum: "Paul Celan in Wien 1947/48"
Ein halbes Jahr war der Dichter Paul Celan von Dezember 1947 bis Mitte 1948 in
Wien. Hier trat er in Kontakt mit der damaligen Literaturszene der Stadt um
Hans Weigel, lernte Ingeborg Bachmann kennen und lieben und schrieb einige
Gedichte, die vor allem diesem Umfeld gewidmet waren. Das Jüdische Museum der
Stadt Wien stellt nun in der Ausstellung "Displaced - Paul Celan in Wien
1947/48" (14. November 2001 - 24. Februar 2002) diese für Celans Leben und
Werk durchaus bedeutenden Monate dar und gibt darüber hinaus ein anschauliches
Bild des intellektuellen Wien dieser Zeit, geprägt von der Befreiung und
zugleich den Nachwehen des Nationalsozialismus, Nachkriegsnöten und erstem
Aufbruch. Damit greift die Ausstellung auch ein vielfach vergessenes und
verdrängtes Kapitel der österreichischen Kulturgeschichte der Nachkriegszeit
auf. Mit dem preisgekrönten Film von Adolf Opel aus dem Jahr 1977, der sich
mit Celans "Todesfuge" auseinander setzt und dem Grafik-Zyklus von Rainer
Wölzl, der ebenfalls dieses Gedicht um das Grauen der Judenvernichtung zum
Thema genommen hat, gibt die Ausstellung auch einen Eindruck der Wirkung, die
Celans Lyrik in diesem und auch anderen Gedichten ereichte.
Hans Weigel und sein Kreis im Cafe Raimund, Ingeborg Bachmann, Milo Dor,
Reinhard Federmannn, Ilse Aichinger, Hilde Spiel und andere Autoren und
Künstler bildeten das geistige Umfeld, in dem sich Paul Celan nach seiner
Flucht aus Bukarest in Wien bewegte.
Mit Fotos, Büchern, Bildern und bibliophilen Raritäten aus Privatbesitz
ersteht in der Ausstellung das kulturelle und politische Panorama einer
zerrissenen Zeit in einer Stadt, die dem heimatlosen Dichter keine dauerhafte
Bleibe bieten konnte. Auch sein Umfeld zerstreute sich: Der "Plan" musste
schon 1948 Konkurs anmelden. Edgar Jené und Ingeborg Bachmann verließen Wien,
die Agathon Galerie wurde 1951 geschlossen, da ihrem Betreiber die
Veruntreuung des Vermögens des Vorbesitzers des Geschäftslokals am Opernring
19 vorgeworfen wurde - hierbei handelte es sich um Heinrich Hoffmann, Hitlers
Leibfotograf. Den Abschluss der Ausstellung bilden einige Grafiken von Gisèle
Celan-Lestrange, die zuletzt 1976 in Wien ausgestellt wurden, sowie die
Auseinandersetzung zweier österreichischer Künstler mit der "Todesfuge": die
filmische Adaptierung von Adolf Opel sowie der Grafik-Zyklus von Rainer Wölzl.
"Displaced - Paul Celan in Wien 1947/48" ist von 14. November 2001 bis 24.
Februar 2002 im Jüdischen Museum Wien (1., Dorotheergasse 1) zu sehen.
Das Jüdische Museum ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen
von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen in deutscher Sprache:
sonntags um 11 und um 14 Uhr und donnerstags um 18.30 Uhr. Durch die ständigen
Ausstellungen des Museums gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine Führung.
Eintritt: 70 Schilling/5 Euro, 40 Schilling/2.90 Euro ermäßigt.
Anmeldung für Sonderführungen (auch in Fremdsprachen) unter Tel:
535 04 31.
Details zum Angebot des Museums finden Sie auch im Internet unter
www.jmw.at/
.

Ausstellung über Paul Celan im Jüdischen Museum Wien
Von 14. November 2001 bis 24. Februar 2002 präsentiert das Jüdische Museum
Wien eine Dokumentation über eine der wichtigsten Persönlichkeiten der
deutschen Literatur des 20. Jahrhunderts - Paul Celan. Unter dem Titel "Displaced
- Paul Celan in Wien 1947/48" wird ein wichtiger Lebensabschnitt Paul Celans,
der mit seinem Gedicht "Todesfuge" das unaussprechliche Grauen der
Judenvernichtung in lyrische Worte fasste und dadurch weltberühmt wurde,
dokumentiert. Die Ausstellung widmet sich seinem künstlerischen Umfeld in
diesem bislang kaum erforschten Lebensabschnitt von sechs Monaten.
Die Eröffnung mit Milo Dor findet am 13.11. am Abend um 19 Uhr statt.

Jüdisches Museum Wien präsentiert Ludwig Meidner
"Ludwig Meidner ist in Österreich nur wenigen Spezialisten bekannt.
Germanisten kennen ihn als expressionistischen Lyriker, Kunsthistoriker vor
allem als einen jener Künstler, die in der Propaganda-Ausstellung des
Naziregimes über Entartete Kunst, wie es damals hieß, sehr prominent
vertreten waren", sagte Direktor Dr. Karl Albrecht-Weinberger am Donnerstag
bei der Pressepräsentation der Ausstellung über den deutschen Expressionisten
Ludwig Meidner. Unter dem Titel "Im Nacken das Sternenmeer" präsentiert das
Jüdische Museum Wien von 5. Oktober bis 20. Jänner 2002 einen selektiven
Querschnitt aus dem Schaffen dieses Malers und Grafikers, der zu den
bedeutenden Vertretern des deutschen Expressionismus zählt. In Österreich ist
der Zeitgenosse Kokoschkas und Oppenheimers kaum bekannt.****
Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Schlesien fühlte bereits in
jungen Jahren die Berufung zur Malerei in sich. Erstmals der Öffentlichkeit
präsentierte sich Meidner in der Berliner Galerie "Der Sturm" von Herwarth
Walden, wo er 1912 ausstellte. Die von Futurismus und Kubismus geprägten
Arbeiten aus seiner expressionistischen Zeit zwischen 1912 und 1916 gelten als
seine wichtigsten. Mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Otto Mueller
entstand ein reger Kontakt. Den Italiener Arnedeo Modigliani hatte Meidner
schon 1906/07 in Paris während eines Studienaufenthaltes kennen gelernt. Diese
Eindrücke aus Paris und seine ersten Jahre in Berlin finden in den Bildern
seiner expressionistischen Zeit ihren Niederschlag: Bilder apokalyptischer
Landschaften und zerstörter Städte spiegeln die düstere Vorahnung einer
untergehenden Gesellschaft wider: "Im Nacken das Sternenmeer" verarbeitet
diese Weltsicht und die explosive Stimmung der Zeit auch literarisch.
1922 brach Meidner mit seinen bisherigen politischen Idealen, suchte Trost in
der Bibel. Naturalistische Darstellungen treten immer stärker in den
Vordergrund, begleitet von einer Rückkehr zum Glauben, die eine Hinwendung zu
Themen jüdischer und christlicher Mystik mit sich bringt. Die Nazis zwangen
den Künstler in die Emigration. 1939 flüchtete er mit seiner Familie; nach
bitteren Jahren des Exils in England kehrte Meidner in seine "Heimat"
Deutschland zurück, wo er 1966 in Darmstadt starb.
Im Mittelpunkt der Retrospektive im Jüdischen Museum Wien stehen neben
wichtigen Ölbildern aus seiner expressionistischen Phase zahlreiche grafische
Arbeiten, u.a. Städteansichten und Innenansichten aus der Berliner Metropolis,
daneben weitere Arbeiten aus der Periode der Hinwendung zu religiösen Themen
sowie ein repräsentativer Querschnitt aus seinem Spätwerk.
"Im Nacken das Sternenmeer. Ludwig Meidner, ein deutscher Expressionist" ist
von 5. Oktober 2001 bis 20. Jänner 2002 im Jüdischen Museum Wien (1.,
Dorotheergasse 11) zu sehen. Das Jüdische Museum ist Sonntag bis Freitag von
10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose
Führungen in deutscher Sprache:
sonntags um 12 und um 15 Uhr und donnerstags um 18.30 Uhr. Durch die ständigen
Ausstellungen des Museums gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine Führung.
Eintritt: 70 Schilling/ 5 Euro, 40 Schilling/2.90 Euro ermäßigt. Schulklassen
in Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine kostenlose Führung.
Für diese Sonderausstellung wird vom museumspädagogischen Team ein auf alle
Altersstufen abgestimmtes Vermittlungsprogramm angeboten. Anmeldungen dafür
und auch für Sonderführungen (auch in Fremdsprachen), Preis: 450
Schilling/32.70 Euro unter Tel. 535 04 31. Details zum Angebot des Museums
auch im Internet unter www.jmw.at/ .

Ausstellung im Jüdischen Museum zum "Laubhüttenfest"
Das siebentägige Laubhüttenfest (Sukkot), das heuer mit dem 2./3. Oktober
beginnt, wird vom Jüdischen Museum Wien mit der Rauminstallation "Walls of
Paradix" der israelischen Künstlerin Rivka Potschebutzky gewürdigt. Die
Installation "Walls of Paradix" ist inspiriert von den Laubhütten, den
temporären Behausungen während der Dauer des Sukkotfestes. Sukkot erinnert an
die vierzigjährige Wüstenwanderung des Volkes Israel, erläuterte Felicitas
Heimann-Jelinek, die Chefkuratorin des Museums. Die aus Tel Aviv stammenden
Künstlerin Rivka Potchebutzky betonte, ihr gehe es bei der Behandlung des
Themas um den Aspekt des Antagonismus von Flüchtigkeit und Beständigkeit,
außerdem wolle sie die eigene Familiengeschichte reflektieren.
Mit der Kunstinstallation "Walls of Paradix" setzt das Jüdische Museum Wien
seine Serie von Themenausstellungen zu den Jüdischen Feiertagen fort - im
vergangenen Jahr wurde eine Installation zu Rosch ha-Schana, dem jüdischen
Neujahrsfest, gezeigt. Während des Laubhüttenfestes bleibt das Museum
geöffnet. Das Jüdische Museum ist Sonntag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, an
Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen in deutscher
Sprache: Sonntag um 12 und um 15 Uhr und Donnerstag um 18.30 Uhr. Durch die
ständigen Ausstellungen des Museums gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine
Führung. Eintritt: 70 Schilling / 5 Euro / 40 Schilling /2.90 Euro ermäßigt.
Schulklassen in Begleitung eines Lehrers haben freien Eintritt und eine
kostenlose Führung.

Feiertagssperre des Jüdischen Museums
Das Jüdische Museum der Stadt Wien in der Dorotheergase und das Museum auf dem
Judenplatz bleiben wegen hoher jüdischer Feiertage am Dienstag, 18. und
Mittwoch, 19. September (Rosch ha-Schana) bzw. am Donnerstag, 27. September (Jom
Kippur) geschlossen. Das Museum auf dem Judenplatz bleibt zusätzlich am 17.
und 26. September nur bis 16 Uhr geöffnet.
