Tanz auf dem Vulkan
Vulkanologen prophezeien weitere heftige Ausbrüche des Ätnas
Der sizilianische Vulkan Ätna gibt wieder kräftige Lebenszeichen von sich
und hat heute, Freitag, die bisher schwersten Schäden verursacht. Nach
Berechnungen des Nationalen Instituts für Vulkanologie
http://www.ingv.it/ könnte der
Ätna hingegen noch heftiger toben, sagte Institutsleiter Enzo Boschi in einem
Interview mit der Tageszeitung "Sicilia". Der Magmaherd im Inneren des Vulkans
habe im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten "unübliche Dimensionen".
Eine besondere Attraktion übt der tobende Vulkan derzeit auf Schaulustige
aus, die zahlreich in die Nähe von Catania strömen. Aus Sicherheitsgründen
wurden ab 1000 Meter alle Zufahrten gesperrt. Trotzdem schaffen es viele die
Absperrungen zu umgehen. Einige haben den Schauplatz zu Füßen des Vulkans als
Ort für Hochzeiten, Tauf- oder Sponsionsfeiern ausgewählt. 120 geladene Gäste
stießen in gefährlicher Nähe zu den glühenden Lavaströmen auf die Zukunft
eines sizilianischen Hochzeitspärchens an, wie die Turiner Tageszeitung "La
Stampa" berichtete.
http://www.lastampa.it/Search/Giornale/home.asp?PG_ID=205834&TxT=feste
Ein Sprecher der Zivilschutzbehörde wies auf die Gefahr hin, dass heiße
Lava unter den bereits erkalteten Lavaschichten durchfließen und in tieferen
Lagen an die Oberfläche gelangen könnte. In der Vergangenheit sei dieses
Phänomen oft erst Wochen nach einem Ausbruch von Europas aktivstem Vulkan
aufgetreten. Daher sei mit neuen Schäden zu rechnen.

Ätna in Aktion
Stärkste Erdstöße seit zehn Jahren
Ätna, der im Osten von Sizilien gelegene Vulkan, ist wieder aktiv. In der
Nacht zu heute, Mittwoch, hat sich eine neue Spalte geöffnet. Seit 1893 sei
historischen Aufzeichnungen zufolge aus dieser Stelle keine Lava mehr
geflossen. Laut Experten des vulkanischen Kontrollinstituts INGV (Istituto
nazionale di Geofisica e Vulcanologia) bestehe für umliegende Siedlungen
derzeit keine Gefahr.
http://www.ingv.it/
Die Vulkanologen arbeiten derzeit rund um die Uhr auf Hochtouren, um die
Situation vor Ort unter Kontrolle zu behalten. Bei der neuen Öffnung, die sich
in 2.100 Meter Höhe befinde, handele es sich jedoch um eine Spalte, nicht um
einen neuen Krater, erklärten Experten gegenüber italienischen Medien. Eine
weitere Öffnung befinde sich im südöstlichen Teil des Vulkans in rund 2.700
Meter Höhe. Vergangene Nacht erreichten die intensiven, feurig-flüssigen
Lavaströme mit einer Länge von zwei Kilometern ein unbewohntes Talgebiet (Valle
del Bove).
Der mehr als 3300 Meter hohe Ätna ist der aktivste Vulkan Europas und wird
rund um die Uhr überwacht. Seit einer Woche wird eine Serie von kleineren
Erdbeben registriert. Laut Vulkanologen habe es eine derartige Häufung von
Erdstößen wie in den vergangenen Tagen seit zehn Jahren nicht mehr gegeben.
Bisher sei größeren Ausbrüchen in der Geschichte häufig eine ähnliche Serie
von Erschütterungen vorausgegangen.
Bereits 1991 waren umliegende Siedlungen und Bergdörfer in Gefahr. Damals
gelang es durch Sprengungen die Lavamassen umzuleiten, die so weit entfernt
von Dörfern und Siedlungen ins Tal fliessen konnten.

Italienische Polizei hebt Hacker-Gruppe aus
Hi-Tech Hate protestierte gegen Globalisierung
Bologna/Ravenna (pte, 16. Januar 02/16:09) - Die italienische
Finanzpolizei, die auch für die Aufklärung von Computerverbrechen zuständig
ist, hat sechs Mitglieder der Hackergruppe "Hi-tech Hate" festgenommen. Wie
die Tageszeitung La Republica berichtet, haben die Hacker Webseiten von
Organisationen in mehr als 62 Staaten entstellt.
http://www.repubblica.it/online/tecnologie_internet/techate/indagati/indagati.html
Die Finanzpolizei nahm ihre Ermittlungen auf, nachdem die Hacker während
des G8-Gipfels in Genua zahlreiche italienische Webseiten veränderten. Den
sechs Jugendlichen drohen jetzt bis zu drei Jahren Haft. Allerdings glaubt
selbst der zuständige Staatsanwalt Gianluca Chiapponi wegen dem geringen Alter
der Verhafteten nicht, dass es soweit kommt. "Ihre Taten waren ein Protest,
sie zielten nicht auf einen wirtschaftlichen Gewinn ab", zitiert die Zeitung
Chiapponi.
Hi-Tech Hate protestierten mit ihren Nachrichten gegen Unterdrückung,
Globalisierung und Waffen zur Massenvernichtung. Unter den Opfern der Gruppe
befanden sich in Italien unter anderem die Homepage des italienischen
Verteidigungsministeriums, des Senats, der RAI und des
Gesundheitsministeriums. International knackten die Hacker die Webseiten der
NASA, des Pentagons sowie unterschiedlichen Regierungen wie von
Großbritannien, Schweden, Australien, Portugal, Pakistans oder Bahrein.

Berlusconi: Auf dem Weg zum Geächteten, Von Thomas Mayer
- Der Standard
Silvio Berlusconi darf ganz beruhigt schlafen. Das Verfahren wegen eines
Verstoßes gegen die europäischen Grundwerte, das drei Fraktionen des EU-
Parlaments (mit rund vierzig Prozent der Abgeordneten in Straßburg) dem
italienischen Ministerpräsidenten angedroht haben, kann ihm nicht wirklich
gefährlich werden.
Der neue, in Nizza im vergangenen Dezember verabschiedete EU-Vertrag wird
vermutlich erst gegen Ende 2002 ratifiziert sein. Und ohne diese vertragliche
Basis hat das Europäische Parlament keine Handhabe für Strafmaßnahmen gegen
ein Mitgliedsland. Es kann solche nicht einmal im Ansatz auf den Weg bringen.
Aber auch im (praktisch gesprochen) nicht sehr wahrscheinlichen Fall, dass das
EU-Parlament nach 2002 tatsächlich ein Verfahren in Gang bringen sollte, wäre
es bis zur Verurteilung noch sehr, sehr weit. Zuvor müsste die EU-Kommission
tätig werden, über deren Bericht die Staats- und Regierungschefs zu befinden
hätten. Nur wenn dann alle Regierungschefs einstimmig den Daumen über Italien
(und nicht Berlusconi) senken würden, wäre es für Rom an der Zeit für
Konsequenzen.
Angesichts der durchschnittlichen politischen Überlebenszeit von italienischen
Regierungschefs ist es viel wahrscheinlicher, dass Berlusconis Rechtsallianz
in Rom eher von sich aus zerbricht, als dass die europäischen Partner ihr
schwere Probleme bereiten könnten. Das spiegelt aber nur die sehr formale
Seite der Affäre.
Die politischen Implikationen hingegen sind vor allem für das EU-Mitgliedsland
Italien (und weniger für Berlusconi persönlich) schon heute nicht ganz zu
unterschätzen. So wie der Medientycoon gestrickt ist, kann man davon ausgehen,
dass er für die Haltungen seiner Exkollegen in Straßburg (wo er bis zum
Regierungseintritt selbst EU-Abgeordneter war) vermutlich nur Spott und Hohn
übrig hat. Kritiker waren für ihn meist nur "Kommunisten", die linkes
Geschwafel verbreiten. Worin die Gefahr für das Land, das er regiert, besteht,
hat die angesehene International Herald Tribune, ein amerikanisches Weltblatt
mit Erscheinungsort Paris, in einem Kommentar indirekt so ausgedrückt: "Die
globale Allianz führt keine Auseinandersetzung gegen den Islam. Sie bekämpft
diejenigen, die, aus welcher religiösen Überzeugung auch immer, Waffen gegen
Zivilisten in die Hand nehmen. Den Blick auf diesen Unterschied zu verlieren
bedeutet, die Aufforderung Osama Bin Ladens zum Heiligen Krieg zu
akzeptieren."
Diese Einschätzung gibt auf den Punkt genau wieder, warum das Entsetzen in den
Regierungszentralen der westlichen Welt über den Ausfall Berlusconis so groß
ist, auch wenn man (um den Schaden in der Welt nicht noch zu vergrößern) die
Sache nach Kräften herunterzuspielen versucht.
Berlusconi selbst, die italienische Regierung und Italiens Diplomatie stehen
schon jetzt, ohne jedes Verfahren - seit der inzwischen berüchtigten
Pressekonferenz Berlusconis in Berlin - informell unter strenger Beobachtung.
Rom kann sich auch nicht den geringsten Schnitzer in Bezug auf die arabische
und die islamische Welt leisten.
Sonst wird das Land sehr rasch die kalte Schulter der Partner - auch jener im
Mittelmeerraum - spüren. Die europäischen Partner, die in einer kritischen
Phase der Weltpolitik gerade dabei sind, ihr gemeinsames Gewicht gegenüber den
USA und im Nahen Osten neu zu definieren, werden einen zweiten italienischen
Schuss ins eigene Knie nicht ohne gröberen Widerspruch hinnehmen.
Das bestätigt sich auch im Lager der europäischen Konservativen, die alle
Berlusconi-Ausfälligkeiten bisher tapfer runtergeschluckt haben, denen die
jüngsten Entgleisungen aber mehr als peinlich sind. Nicht zuletzt Jörg Haider
(der ihn bewundert) könnte Berlusconi dabei als warnendes Beispiel dienen: Hat
man den Kredit auf internationaler Ebene einmal verspielt, folgt der Einbruch
auf nationaler Ebene auf dem Fuß.

Weinetiketten mit Hitler-Konterfei als Verkaufsschlager in Italien
Verwundert ist die Vorsitzende der KPÖ-Wien, Waltraud Stiefsohn, über einen
gestern in der Harald-Schmidt-Show gezeigten Bericht, dass in
norditalienischen Städten Weinetiketten mit Hitler-Konterfei der
Verkaufsschlager sind.
Stiefsohn: "Bekannte, die kürzlich in Italien auf Urlaub weilten, bestätigten
mir, dass solche Verkaufspraktiken kein Einzelfall sind. Die Regale sind in
oberitalienischen Städten voll mit Weinen, auf deren Etiketten Fotos von
Hitler und Eva Braun abgedruckt sind, und die als 'Führer Wein', 'Hitler-Wein'
oder mit der Parole 'Ein Volk, ein Reich, ein Führer' angepriesen werden.
Während GlobalisierungskritikerInnen verhaftet werden, ist Werbung mit einem
Verbrechensregime zwecks Erhöhung der Verkaufszahlen offenbar nicht anstößig.
Ich meine, die Medien, das EU-Parlament und Österreichs PolitikerInnen wären
gut beraten, wenn sie sich mit dieser Causa befassen würden. Ich frage mich,
wieviele solcher Weine mittlerweile Österreich's Grenzen passiert haben?"

Franz West vor den Toren Roms
Heimische Kultur ist bei Sommerfestivals in Italien
vertreten
An diesem Wochenende wird im "Castello di San Giorgio" in Maccarese eine
Skulpturen Ausstellung namhafter österreichischer Künstler eröffnet. Das
kulturelle Event hat die Innsbrucker Galerie Thoman in Zusammenarbeit mit dem
österreichischen Kulturinstitut organisiert. Die Werke von Franz West, Werner
Feiersinger, Brigitte Kowanz, Willi Kopf, Erwin Wurm etc. sind bis Ende
September in dem ehemaligen Landgut in der Nähe von Rom zu sehen. Das
norditalienische Bekleidungsunternehmen Benetton erwarb das antike Kastell und
funktionierte es im Rahmen des Kultursponsorings zur Ausstellungsplattform um.
Franz West wird in Italien als einer der bekanntesten Vertreter
zeitgenössischer österreichischer Kunst gefeiert und ist häufiger Gast. Seinen
guten Ruf bei den südlichen Nachbarn verdankt West unter anderem mehreren
Ausstellungen in der Villa Medici, wo das französische Kulturinstitut
untergebracht ist.
"Im Sommer flüchten die Römer aus der Stadt und so verlagern auch wir
unsere Aktivitäten nach draußen," erzählt Sylvia Meier-Kajbic, Vizedirektorin
des österreichischen Kulturinstituts in Rom, im Gespräch mit
Pressetext.austria. "Wir versuchen uns dem Rhythmus anzupassen und vermeiden
schwere Musik oder anstrengende Buchpräsentationen," so die Kulturbeauftragte.
http://www.austria.it
Kultur light lautet die Devise. Dementsprechend luftig, aber nicht weniger
qualitativ, präsentiert sich das kulturelle Marketing-Programm Österreichs. In
Italien werden während der Urlaubszeit vielerorts Kulturfestivals
veranstaltet. In Città di Castello, unweit der umbrischen "Jazzhauptstadt"
Perugia, findet dieses Jahr ein musikalischer Österreich-Schwerpunkt statt.
Ende August werden in der "Chiesa di San Domenica" sowie im Freien Konzerte
mit Musik von Haydn, Mozart, Beethoven und Bach aufgeführt.

Telecom Italia verkauft Pay TV-Anteile an Murdoch
Beteiligung an Telemontecarlo nun offiziell
Telecom Italia (TI)-Chef Robert Colaninno und der australische Medientycoon
Rupert Murdoch haben eine Einigung getroffen: TI gibt seinen 50-prozentigen
Anteil an dem italienischen Pay-TV-Sender Stream an die News Corporation ab.
Als Alleinaktionär von Stream will Murdoch nun die Fusion mit Tele+, das von
der französischen Gruppe Vivendi kontrolliert wird, in Angriff nehmen.
Dafür ist allerdings noch die Zustimmung der EU-Medienbehörde
erforderlich, die prüfen muss, ob ein alleiniges Pay TV für den gesamten
italienischen Markt den Regeln des freien Wettbewerbs entspricht. Sollte der
Bescheid negativ ausfallen, geht die 50-Prozent-Quote wieder an TI zurück. http://www.cnnitalia.com
Die Telecom Italia behauptet die Stellung am TV-Markt. Über die
Tochtergesellschaft Seat hält sie Anteile an Telemontecarlo (Tmc). Im
Konkurrenzkampf mit RAI und Mediaset will Tmc als dritter "Fernsehpol"
in Italien seinen Zuschaueranteil von 2,5 auf fünf Prozent steigern. Die
italienische Kommunikationsbehörde in Neapel hat die Streitigkeiten, wonach
sich TI als einstiger Telefon-Monopolist nicht am Fernsehgeschäft beteiligen
darf, beigelegt und offiziell ihre Zustimmung gegeben.

Medienkonzern Fininvest erneut unter Beschuss
Berlusconis TV-Unternehmen steht im Verdacht des
Steuerbetrugs
Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi sorgt mit seiner
Medienholding Fininvest wieder einmal für Schlagzeilen. Gemeinsam mit seinem
Bruder Paolo und mehreren Top-Managern steht er unter dem Verdacht mutmaßlicher
Steuerhinterziehung. Angeblich sei das Medienunternehmen in den Jahren von
1989 bis 1996 der Staatskasse mindestens 800 Mio. Euro schuldig geblieben,
berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" http://www.repubblica.it
.
Die Mailänder Staatsanwaltschaft habe laut Medienberichten bereits den
Prozessantrag gegen Berlusconi eingereicht. Ermittelt soll auch gegen den
Mediaset-Präsidenten Fedele Confalonieri werden, der als Berlusconis
"rechte Hand" gilt. Die drei TV-Sender Canale 5, Rete 4 und Italia 1
sind unter der Fininvest-Subholding Mediaset zusammengefasst.
Die TV-Gruppe des italienischen Staatschefs sorgt seit langem sowohl in
Italien als auch im Ausland für Diskussionen. Abgesehen von dem
"Interessenskonflikt", der besonders nach dem Wahlsieg Berlusconis
dringend einer Lösung bedarf, reißt die Kette der Polemiken nicht ab.
Nachdem der Medientycoon und Politiker vom Vorwurf der Korruption im
Zusammenhang mit der Übernahme der Verlagsgruppe Mondadori freigesprochen
worden war, durchsuchte die Steuerpolizei in dieser Woche auch die Mediaset
Zentrale. Das Motiv ist auch hier ein vermuteter Steuerbetrug.

Italienische Nachrichtenagentur Ansa streikt
Redaktion protestiert gegen Verstoß von
Gewerkschaftsregelungen
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa ist seit heute, Freitagmorgen, in
einen 48-stündigen Streik getreten. Auslöser für die Arbeitsniederlegung
von Seiten der Redaktion, seien die Versuche des Vorstands die Gewerkschaften
bei wichtigen Entscheidungen zu übergehen. Der Protest richte sich vor allem
gegen den Personalmangel in einigen Redaktionen, Versetzungen und die
zunehmende Beschäftigung von freien Mitarbeitern.
Ansa Präsident Boris Biancheri wurde aufgefordert, sich persönlich für
eine korrekte Wiederherstellung guter gewerkschaftlicher Beziehungen und
arbeitsrechtlicher Abmachungen einzusetzen. http://www.ansa.it
Die Führungsebene der Ansa kritisiert die einseitig getroffene
Entscheidung des Redaktionskomitees. Die Nachrichtenagentur sei derzeit mit
neuen redaktionellen Initiativen und Entwicklungen beschäftigt. Außerdem fällt
der Streik genau auf das Wochenende, an dem in Italien mit der Einsetzung der
neuen Regierung von Silvio Berlusconi, der vor vier Wochen die
Parlamentswahlen gewonnen hat, gerechnet wird.

Journalistenorganisation besorgt um Medienfreiheit in
Italien
Staatspräsident Ciampi aufgefordert, ein klares Signal für
Pressefreiheit zu senden
Ein Signal, das auf die Lösung des "Interessenskonflikts" hoffen lässt,
wünscht sich die italienische Medienorganisation "Informazione senza frontiere"
(Isf)
http://www.italian.it/isf/ in einem offenen Brief von Staatspräsident
Carlo Azeglio Ciampi. Auch zwei Wochen nach seinem Wahlsieg hat Neo-Premier
Silvio Berlusconi noch keine Lösung des Problems, in seiner Doppelfunktion als
Politiker und Medienunternehmer, in Aussicht gestellt.
In jedem Land sei eine monopolartige Medienkonzentration eine Bedrohung für
die Demokratie, erklärt die Organisation, die 1998 mit Hilfe der italienischen
Journalistengewerkschaft gegründet wurde. Laut Isf seien durch die derzeitige
Mediensituation in Italien Pluralismus und Informationsfreiheit stark
gefährdet.
Isf schließt sich damit der von Osze, Reporter ohne Grenzen und
internationalen Journalistengewerkschaften geäußerten Sorge um die
Unabhängigkeit italienischer Medien an. Die Organisation habe bereits mehrfach
auf die Problematik, die durch eine Konzentration öffentlicher und privater
Medien auf eine einzige Person entstehe, hingewiesen.

Mediaset startet Web-Nachrichtenkanal Tgcom.it
Zielgruppe sei laut Vizedirektor Carelli ein
fernsehorientiertes Publikum
Die italienische Mediaset-Gruppe startet diese Woche den eigens für das
Internet konzipierten Nachrichtenkanal Tg.com http://www.tgcom.it
(in Kürze aktiv). Es handle sich dabei um ein visuell orientiertes Produkt
mit Animationen und Video-Installationen. Zielgruppe sei ein breites Publikum,
das aus dem Fernsehbereich komme, erklärte Tgcom.it-Vizedirektor Emilio
Carelli auf Anfrage von pressetext.austria.
Gestartet werde mit einer zehn Mann/Frau Redaktion, die bis Ende des Jahres
auf 20 Redakteure aufgestockt werden soll. Es gebe, sagte Carelli, Verträge
mit großen Nachrichtenagenturen und Kooperationen mit Outsourcing-Partnern.
Dazu zählen das italienische Unternehmen "affari italiani" für die
Wirtschaftsredaktion und "datasport" im Sportbereich.
Das Produkt orientiere sich eher am Fernsehen, als an anderen
Internet-Nachrichtendiensten. Viele der Webportale seien zwar interessant und
gut gemacht, dennoch zu sehr auf IT-Content spezialisiert, erklärte Carelli.
Laut Fedele Confalonieri, Präsident der Berlusconi gehörenden
Mediaset-Gruppe http://www.mediaset.it
, soll einer der europaweit umfangreichsten News-Kanale im Web installiert
werden.
