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Aktuelle Berichte aus Bella Italia........Italienische News

 

Italien und Frankreich fördern Digitalfernsehen
Eine Kooperation soll auf alle EU-Länder ausgeweitet werden

Frankreich und Italien haben eine wirtschaftliche Kooperation zur Verbreitung digitalen Fernsehens beschlossen. Wie die französische Tageszeitung Le Monde berichtet, besteht die Kooperation aus neun Zielen, darunter die Etablierung eines einheitlichen Standardformats sowie die Ausweitung der Förderung des Digitalfernsehens auf andere EU-Staaten.

Die französische Regierung hat für den Launch der kostenpflichtigen Digitalsender das Format MPEG4 beschlossen. In Italien, wo digitales Fernsehen schon vor Frankreich auf den Markt gekommen ist, wurden bereits eine Million Decoder verkauft. Die Kooperation setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Etablierung einer Digital-TV-Industrie in der gesamten EU.

In Deutschland und Österreich soll die vollständige Digitalisierung von TV- und Radioprogrammen bis 2010 abgeschlossen sein http://www.digitalfernsehen.de . In Österreich wurde im 1.Halbjahr 2004 ein Digital-TV-Projekt in Graz gestartet http://www.rtr.at . Ab 2006 ist in der Alpenrepublik der zügige Ausbau des Regelbetriebs angestrebt. Analoge Fernseh- und Radiogeräte können nicht auf Digitalempfang umgestellt werden.


 

Konsortium will italienischen Telekomprovider
Verkauf von Wind soll Elektrizitätskonzern Enel bis zu zwölf Mrd. Euro bringen

Ein internationales Konsortium um den italienischen Großindustriellen Cesare Romiti will den zweitgrößten Telekomprovider Italiens, Wind Infostrada http://www.wind.it/eng/index.php , übernehmen. Ein entsprechendes Angebot soll dem Elektrizitätskonzern Enel bereits in der kommenden Woche unterbreitet werden, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Montag. Der Verkauf von Wind könnte Enel zwischen zehn und zwölf Mrd. Euro bringen.

Dem Konsortium gehören neben Romiti unter anderem der US-Milliardär Wilbur Ross, der ägyptische Telekomkonzern Orascom Telecom sowie einige italienische Investmentfirmen an, schreibt das WSJ. Die Gruppe will Wind nach der Übernahme an die Börse bringen. Laut WSJ hat Enel in diesem Jahr bereits ein Angebot von Romiti und Orascom abgelehnt. Enel will sich in Zukunft wieder mehr auf sein Kerngeschäft konzentrieren und sich von seiner Telekomsparte trennen.

Ein großer Deal bahnt sich auch beim größten italienischen Telekomkonzern an. Wie das WSJ ebenfalls heute, Montag, berichtet, will die Telecom Italia http://www.wind.it/eng/index.php ihre Mobilfunktochter TIM vollständig übernehmen. Das Angebot für die restlichen 44 Prozent der TIM-Anteile soll sich auf rund 20 Mrd. Euro belaufen. Der Handel mit beiden Aktien ist bis Mittwoch ausgesetzt.


 

Identifikations-Smart-Card für Italien
"Carta con Tutti" - Eine Karte für alle Fälle

Eine Identifikations-Smart-Card soll Italienern künftig den Umgang mit den Behörden vereinfachen. Auf der so genannten CIE (Carta d'Identia Elettronica) sind mehrere Funktionen integriert, für die bisher verschiedene Karten notwendig waren. So kann die CIE als Ausweis zur amtlichen Identifikation, als Krankenversicherungskarte oder als Zugangsberechtigung für öffentliche Einrichtungen verwendet werden.

Zusätzlich beinhaltet die Karte biometrische Daten des Users wie elektronische Fingerabdrücke oder Gesichtsmerkmale. Mit der Smart-Card können Nutzer notwendige administrative Vorgänge wie Steuererklärungen vom eigenen PC und auf digitalem Weg erledigen. Damit entfallen zeitraubende Behördengänge und die Verwaltung wird entlastet.

Das Betriebssystem der Smart-Card wird von Siemens Business-Service http://www.siemens.de geliefert und ist vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) http://www.bsi.bund.de mit dem Zertifikat "ITSE E4 hoch" ausgezeichnet worden. Laut Siemens ist es gegen alle bekannten Hacker-Attacken resistent. Die Anwendungen der Smart-Card sind, durch einen modularen Aufbau, jederzeit erweiterbar. Sogar die Möglichkeit zur elektronischen Stimmabgabe bei der Wahl soll zukünftig integriert werden. Nach Angaben der Regierung in Rom sollen in den nächsten fünf Jahren mehr als 50 Mio. Menschen die Karte nutzen.


 

Silvio Berlusconi für Zensur "ausgezeichnet"
Index on Censorship würdigt Journalisten im Dienste der freien Meinungsäußerung
 

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat nach Ansicht der Jury der "Freedom of Expression Awards" eine "noch nie da gewesene Macht der Zensur in die Praxis umsgesetzt". Bei der von "Index on Censorship" http://www.indexonline.org/ in London veranstalteten Preisverleihung drückte die Jury ihre Besorgnis darüber aus, dass in der Person von Italiens Staatschef Medien und Regierung vereint sind. Die "Freedom of Expression Awards" wurden in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben, die Zeitschrift "Index on Censorship" macht sich seit 30 Jahren um das Aufzeigen von Zensurmaßnahmen verdient.

Der Preis für die "mutigste Verteidigung der freien Meinungsäußerung" ging an die russische Journalistin Anna Politkovskaia. Damit wurde die Korrespondentin der "Novaya Gazeta" http://www.novayagazeta.ru/ für ihre Reportagen über Menschenrechtsverletzungen der russischen Armee in Tschetschenien gewürdigt. "Obwohl sie von russischen Soldaten misshandelt wurde, trotz unzähligen Drohungen gegen ihre eigene Sicherheit und die ihrer Kinder und offiziellem Druck auf ihre Zeitung kehrt sie regelmäßig nach Tschetschenien zurück", heißt es seitens des "Index on Censorhip" über die Journalistin.
 

Für die "beste Umgehung von Zensur" wurde Sanar Yurdatapan ausgezeichnet. Der türkische Komponist hat eine Kampagne initiiert, um berühmte Schriftsteller und Künstler seines Landes als Co-Herausgeber für umstrittene Büchern zu gewinnen. Damit soll es der türkischen Regierung erschwert werden, die tatsächlichen Herausgeber zu verhaften. Ein weiterer Preis wurde dem zu neun Jahren Haft verurteilten, chinesischen Journalisten Jiang Weiping zugesprochen, der in einer Artikelserie für das Boulevard-Blatt "Front Line" Korruptionsfälle der Regierung aufzeigt hat.
 

Das im Zweimonatsrhythmus erscheinende Magazin "Index on Censorhip" wurde 1972 von Stephen Spender mit dem Ziel des Schutzes der freien Meinungsäußerung gegründet. Zusätzlich zu Analysen, Reportagen und Interviews enthält jede Ausgabe einen Länderliste mit den jeweiligen Verstößen gegen dieses Grundrecht. Unter den Autoren und Unterstützen von "Index on Censorhip" finden sich so prominente Namen wie Vaclav Havel, Nadine Gordimer, Salman Rushdie, Doris Lessing, Arthur Miller, A S Byatt, Noam Chomsky, Julian Barnes und Umberto Eco.
 


 

Tanz auf dem Vulkan
Vulkanologen prophezeien weitere heftige Ausbrüche des Ätnas
 

Der sizilianische Vulkan Ätna gibt wieder kräftige Lebenszeichen von sich und hat heute, Freitag, die bisher schwersten Schäden verursacht. Nach Berechnungen des Nationalen Instituts für Vulkanologie http://www.ingv.it/ könnte der Ätna hingegen noch heftiger toben, sagte Institutsleiter Enzo Boschi in einem Interview mit der Tageszeitung "Sicilia". Der Magmaherd im Inneren des Vulkans habe im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten "unübliche Dimensionen".
 

Eine besondere Attraktion übt der tobende Vulkan derzeit auf Schaulustige aus, die zahlreich in die Nähe von Catania strömen. Aus Sicherheitsgründen wurden ab 1000 Meter alle Zufahrten gesperrt. Trotzdem schaffen es viele die Absperrungen zu umgehen. Einige haben den Schauplatz zu Füßen des Vulkans als Ort für Hochzeiten, Tauf- oder Sponsionsfeiern ausgewählt. 120 geladene Gäste stießen in gefährlicher Nähe zu den glühenden Lavaströmen auf die Zukunft eines sizilianischen Hochzeitspärchens an, wie die Turiner Tageszeitung "La Stampa" berichtete. http://www.lastampa.it/Search/Giornale/home.asp?PG_ID=205834&TxT=feste
 

Ein Sprecher der Zivilschutzbehörde wies auf die Gefahr hin, dass heiße Lava unter den bereits erkalteten Lavaschichten durchfließen und in tieferen Lagen an die Oberfläche gelangen könnte. In der Vergangenheit sei dieses Phänomen oft erst Wochen nach einem Ausbruch von Europas aktivstem Vulkan aufgetreten. Daher sei mit neuen Schäden zu rechnen.
 


 

Ätna in Aktion
Stärkste Erdstöße seit zehn Jahren
 

Ätna, der im Osten von Sizilien gelegene Vulkan, ist wieder aktiv. In der Nacht zu heute, Mittwoch, hat sich eine neue Spalte geöffnet. Seit 1893 sei historischen Aufzeichnungen zufolge aus dieser Stelle keine Lava mehr geflossen. Laut Experten des vulkanischen Kontrollinstituts INGV (Istituto nazionale di Geofisica e Vulcanologia) bestehe für umliegende Siedlungen derzeit keine Gefahr. http://www.ingv.it/
 

Die Vulkanologen arbeiten derzeit rund um die Uhr auf Hochtouren, um die Situation vor Ort unter Kontrolle zu behalten. Bei der neuen Öffnung, die sich in 2.100 Meter Höhe befinde, handele es sich jedoch um eine Spalte, nicht um einen neuen Krater, erklärten Experten gegenüber italienischen Medien. Eine weitere Öffnung befinde sich im südöstlichen Teil des Vulkans in rund 2.700 Meter Höhe. Vergangene Nacht erreichten die intensiven, feurig-flüssigen Lavaströme mit einer Länge von zwei Kilometern ein unbewohntes Talgebiet (Valle del Bove).

Der mehr als 3300 Meter hohe Ätna ist der aktivste Vulkan Europas und wird rund um die Uhr überwacht. Seit einer Woche wird eine Serie von kleineren Erdbeben registriert. Laut Vulkanologen habe es eine derartige Häufung von Erdstößen wie in den vergangenen Tagen seit zehn Jahren nicht mehr gegeben. Bisher sei größeren Ausbrüchen in der Geschichte häufig eine ähnliche Serie von Erschütterungen vorausgegangen.
 

Bereits 1991 waren umliegende Siedlungen und Bergdörfer in Gefahr. Damals gelang es durch Sprengungen die Lavamassen umzuleiten, die so weit entfernt von Dörfern und Siedlungen ins Tal fliessen konnten.
 


 

Italienische Polizei hebt Hacker-Gruppe aus
Hi-Tech Hate protestierte gegen Globalisierung
 

Bologna/Ravenna (pte, 16. Januar 02/16:09) - Die italienische Finanzpolizei, die auch für die Aufklärung von Computerverbrechen zuständig ist, hat sechs Mitglieder der Hackergruppe "Hi-tech Hate" festgenommen. Wie die Tageszeitung La Republica berichtet, haben die Hacker Webseiten von Organisationen in mehr als 62 Staaten entstellt. http://www.repubblica.it/online/tecnologie_internet/techate/indagati/indagati.html
 

Die Finanzpolizei nahm ihre Ermittlungen auf, nachdem die Hacker während des G8-Gipfels in Genua zahlreiche italienische Webseiten veränderten. Den sechs Jugendlichen drohen jetzt bis zu drei Jahren Haft. Allerdings glaubt selbst der zuständige Staatsanwalt Gianluca Chiapponi wegen dem geringen Alter der Verhafteten nicht, dass es soweit kommt. "Ihre Taten waren ein Protest, sie zielten nicht auf einen wirtschaftlichen Gewinn ab", zitiert die Zeitung Chiapponi.
 

Hi-Tech Hate protestierten mit ihren Nachrichten gegen Unterdrückung, Globalisierung und Waffen zur Massenvernichtung. Unter den Opfern der Gruppe befanden sich in Italien unter anderem die Homepage des italienischen Verteidigungsministeriums, des Senats, der RAI und des Gesundheitsministeriums. International knackten die Hacker die Webseiten der NASA, des Pentagons sowie unterschiedlichen Regierungen wie von Großbritannien, Schweden, Australien, Portugal, Pakistans oder Bahrein.
 


 

Berlusconi: Auf dem Weg zum Geächteten, Von Thomas Mayer - Der Standard

Silvio Berlusconi darf ganz beruhigt schlafen. Das Verfahren wegen eines Verstoßes gegen die europäischen Grundwerte, das drei Fraktionen des EU- Parlaments (mit rund vierzig Prozent der Abgeordneten in Straßburg) dem italienischen Ministerpräsidenten angedroht haben, kann ihm nicht wirklich gefährlich werden.

Der neue, in Nizza im vergangenen Dezember verabschiedete EU-Vertrag wird vermutlich erst gegen Ende 2002 ratifiziert sein. Und ohne diese vertragliche Basis hat das Europäische Parlament keine Handhabe für Strafmaßnahmen gegen ein Mitgliedsland. Es kann solche nicht einmal im Ansatz auf den Weg bringen.

Aber auch im (praktisch gesprochen) nicht sehr wahrscheinlichen Fall, dass das EU-Parlament nach 2002 tatsächlich ein Verfahren in Gang bringen sollte, wäre es bis zur Verurteilung noch sehr, sehr weit. Zuvor müsste die EU-Kommission tätig werden, über deren Bericht die Staats- und Regierungschefs zu befinden hätten. Nur wenn dann alle Regierungschefs einstimmig den Daumen über Italien (und nicht Berlusconi) senken würden, wäre es für Rom an der Zeit für Konsequenzen.

Angesichts der durchschnittlichen politischen Überlebenszeit von italienischen Regierungschefs ist es viel wahrscheinlicher, dass Berlusconis Rechtsallianz in Rom eher von sich aus zerbricht, als dass die europäischen Partner ihr schwere Probleme bereiten könnten. Das spiegelt aber nur die sehr formale Seite der Affäre.

Die politischen Implikationen hingegen sind vor allem für das EU-Mitgliedsland Italien (und weniger für Berlusconi persönlich) schon heute nicht ganz zu unterschätzen. So wie der Medientycoon gestrickt ist, kann man davon ausgehen, dass er für die Haltungen seiner Exkollegen in Straßburg (wo er bis zum Regierungseintritt selbst EU-Abgeordneter war) vermutlich nur Spott und Hohn übrig hat. Kritiker waren für ihn meist nur "Kommunisten", die linkes Geschwafel verbreiten. Worin die Gefahr für das Land, das er regiert, besteht, hat die angesehene International Herald Tribune, ein amerikanisches Weltblatt mit Erscheinungsort Paris, in einem Kommentar indirekt so ausgedrückt: "Die globale Allianz führt keine Auseinandersetzung gegen den Islam. Sie bekämpft diejenigen, die, aus welcher religiösen Überzeugung auch immer, Waffen gegen Zivilisten in die Hand nehmen. Den Blick auf diesen Unterschied zu verlieren bedeutet, die Aufforderung Osama Bin Ladens zum Heiligen Krieg zu akzeptieren."

Diese Einschätzung gibt auf den Punkt genau wieder, warum das Entsetzen in den Regierungszentralen der westlichen Welt über den Ausfall Berlusconis so groß ist, auch wenn man (um den Schaden in der Welt nicht noch zu vergrößern) die Sache nach Kräften herunterzuspielen versucht.

Berlusconi selbst, die italienische Regierung und Italiens Diplomatie stehen schon jetzt, ohne jedes Verfahren - seit der inzwischen berüchtigten Pressekonferenz Berlusconis in Berlin - informell unter strenger Beobachtung. Rom kann sich auch nicht den geringsten Schnitzer in Bezug auf die arabische und die islamische Welt leisten.

Sonst wird das Land sehr rasch die kalte Schulter der Partner - auch jener im Mittelmeerraum - spüren. Die europäischen Partner, die in einer kritischen Phase der Weltpolitik gerade dabei sind, ihr gemeinsames Gewicht gegenüber den USA und im Nahen Osten neu zu definieren, werden einen zweiten italienischen Schuss ins eigene Knie nicht ohne gröberen Widerspruch hinnehmen.

Das bestätigt sich auch im Lager der europäischen Konservativen, die alle Berlusconi-Ausfälligkeiten bisher tapfer runtergeschluckt haben, denen die jüngsten Entgleisungen aber mehr als peinlich sind. Nicht zuletzt Jörg Haider (der ihn bewundert) könnte Berlusconi dabei als warnendes Beispiel dienen: Hat man den Kredit auf internationaler Ebene einmal verspielt, folgt der Einbruch auf nationaler Ebene auf dem Fuß.
 


 

Weinetiketten mit Hitler-Konterfei als Verkaufsschlager in Italien

Verwundert ist die Vorsitzende der KPÖ-Wien, Waltraud Stiefsohn, über einen gestern in der Harald-Schmidt-Show gezeigten Bericht, dass in norditalienischen Städten Weinetiketten mit Hitler-Konterfei der Verkaufsschlager sind.

Stiefsohn: "Bekannte, die kürzlich in Italien auf Urlaub weilten, bestätigten mir, dass solche Verkaufspraktiken kein Einzelfall sind. Die Regale sind in oberitalienischen Städten voll mit Weinen, auf deren Etiketten Fotos von Hitler und Eva Braun abgedruckt sind, und die als 'Führer Wein', 'Hitler-Wein' oder mit der Parole 'Ein Volk, ein Reich, ein Führer' angepriesen werden. Während GlobalisierungskritikerInnen verhaftet werden, ist Werbung mit einem Verbrechensregime zwecks Erhöhung der Verkaufszahlen offenbar nicht anstößig. Ich meine, die Medien, das EU-Parlament und Österreichs PolitikerInnen wären gut beraten, wenn sie sich mit dieser Causa befassen würden. Ich frage mich, wieviele solcher Weine mittlerweile Österreich's Grenzen passiert haben?"

 


Franz West vor den Toren Roms
Heimische Kultur ist bei Sommerfestivals in Italien vertreten
 

An diesem Wochenende wird im "Castello di San Giorgio" in Maccarese eine Skulpturen Ausstellung namhafter österreichischer Künstler eröffnet. Das kulturelle Event hat die Innsbrucker Galerie Thoman in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Kulturinstitut organisiert. Die Werke von Franz West, Werner Feiersinger, Brigitte Kowanz, Willi Kopf, Erwin Wurm etc. sind bis Ende September in dem ehemaligen Landgut in der Nähe von Rom zu sehen. Das norditalienische Bekleidungsunternehmen Benetton erwarb das antike Kastell und funktionierte es im Rahmen des Kultursponsorings zur Ausstellungsplattform um.
 

Franz West wird in Italien als einer der bekanntesten Vertreter zeitgenössischer österreichischer Kunst gefeiert und ist häufiger Gast. Seinen guten Ruf bei den südlichen Nachbarn verdankt West unter anderem mehreren Ausstellungen in der Villa Medici, wo das französische Kulturinstitut untergebracht ist.
 

"Im Sommer flüchten die Römer aus der Stadt und so verlagern auch wir unsere Aktivitäten nach draußen," erzählt Sylvia Meier-Kajbic, Vizedirektorin des österreichischen Kulturinstituts in Rom, im Gespräch mit Pressetext.austria. "Wir versuchen uns dem Rhythmus anzupassen und vermeiden schwere Musik oder anstrengende Buchpräsentationen," so die Kulturbeauftragte. http://www.austria.it

Kultur light lautet die Devise. Dementsprechend luftig, aber nicht weniger qualitativ, präsentiert sich das kulturelle Marketing-Programm Österreichs. In Italien werden während der Urlaubszeit vielerorts Kulturfestivals veranstaltet. In Città di Castello, unweit der umbrischen "Jazzhauptstadt" Perugia, findet dieses Jahr ein musikalischer Österreich-Schwerpunkt statt. Ende August werden in der "Chiesa di San Domenica" sowie im Freien Konzerte mit Musik von Haydn, Mozart, Beethoven und Bach aufgeführt.


 

Telecom Italia verkauft Pay TV-Anteile an Murdoch
Beteiligung an Telemontecarlo nun offiziell

Telecom Italia (TI)-Chef Robert Colaninno und der australische Medientycoon Rupert Murdoch haben eine Einigung getroffen: TI gibt seinen 50-prozentigen Anteil an dem italienischen Pay-TV-Sender Stream an die News Corporation ab. Als Alleinaktionär von Stream will Murdoch nun die Fusion mit Tele+, das von der französischen Gruppe Vivendi kontrolliert wird, in Angriff nehmen.

Dafür ist allerdings noch die Zustimmung der EU-Medienbehörde erforderlich, die prüfen muss, ob ein alleiniges Pay TV für den gesamten italienischen Markt den Regeln des freien Wettbewerbs entspricht. Sollte der Bescheid negativ ausfallen, geht die 50-Prozent-Quote wieder an TI zurück. http://www.cnnitalia.com

Die Telecom Italia behauptet die Stellung am TV-Markt. Über die Tochtergesellschaft Seat hält sie Anteile an Telemontecarlo (Tmc). Im Konkurrenzkampf mit RAI und Mediaset will Tmc als dritter "Fernsehpol" in Italien seinen Zuschaueranteil von 2,5 auf fünf Prozent steigern. Die italienische Kommunikationsbehörde in Neapel hat die Streitigkeiten, wonach sich TI als einstiger Telefon-Monopolist nicht am Fernsehgeschäft beteiligen darf, beigelegt und offiziell ihre Zustimmung gegeben.

 


Medienkonzern Fininvest erneut unter Beschuss
Berlusconis TV-Unternehmen steht im Verdacht des Steuerbetrugs

 Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi sorgt mit seiner Medienholding Fininvest wieder einmal für Schlagzeilen. Gemeinsam mit seinem Bruder Paolo und mehreren Top-Managern steht er unter dem Verdacht mutmaßlicher Steuerhinterziehung. Angeblich sei das Medienunternehmen in den Jahren von 1989 bis 1996 der Staatskasse mindestens 800 Mio. Euro schuldig geblieben, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" http://www.repubblica.it .

Die Mailänder Staatsanwaltschaft habe laut Medienberichten bereits den Prozessantrag gegen Berlusconi eingereicht. Ermittelt soll auch gegen den Mediaset-Präsidenten Fedele Confalonieri werden, der als Berlusconis "rechte Hand" gilt. Die drei TV-Sender Canale 5, Rete 4 und Italia 1 sind unter der Fininvest-Subholding Mediaset zusammengefasst.

Die TV-Gruppe des italienischen Staatschefs sorgt seit langem sowohl in Italien als auch im Ausland für Diskussionen. Abgesehen von dem "Interessenskonflikt", der besonders nach dem Wahlsieg Berlusconis dringend einer Lösung bedarf, reißt die Kette der Polemiken nicht ab. Nachdem der Medientycoon und Politiker vom Vorwurf der Korruption im Zusammenhang mit der Übernahme der Verlagsgruppe Mondadori freigesprochen worden war, durchsuchte die Steuerpolizei in dieser Woche auch die Mediaset Zentrale. Das Motiv ist auch hier ein vermuteter Steuerbetrug.

 


Italienische Nachrichtenagentur Ansa streikt
Redaktion protestiert gegen Verstoß von Gewerkschaftsregelungen

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa ist seit heute, Freitagmorgen, in einen 48-stündigen Streik getreten. Auslöser für die Arbeitsniederlegung von Seiten der Redaktion, seien die Versuche des Vorstands die Gewerkschaften bei wichtigen Entscheidungen zu übergehen. Der Protest richte sich vor allem gegen den Personalmangel in einigen Redaktionen, Versetzungen und die zunehmende Beschäftigung von freien Mitarbeitern.

Ansa Präsident Boris Biancheri wurde aufgefordert, sich persönlich für eine korrekte Wiederherstellung guter gewerkschaftlicher Beziehungen und arbeitsrechtlicher Abmachungen einzusetzen. http://www.ansa.it

Die Führungsebene der Ansa kritisiert die einseitig getroffene Entscheidung des Redaktionskomitees. Die Nachrichtenagentur sei derzeit mit neuen redaktionellen Initiativen und Entwicklungen beschäftigt. Außerdem fällt der Streik genau auf das Wochenende, an dem in Italien mit der Einsetzung der neuen Regierung von Silvio Berlusconi, der vor vier Wochen die Parlamentswahlen gewonnen hat, gerechnet wird.



 

Journalistenorganisation besorgt um Medienfreiheit in Italien
Staatspräsident Ciampi aufgefordert, ein klares Signal für Pressefreiheit zu senden
 

Ein Signal, das auf die Lösung des "Interessenskonflikts" hoffen lässt, wünscht sich die italienische Medienorganisation "Informazione senza frontiere" (Isf) http://www.italian.it/isf/ in einem offenen Brief von Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi. Auch zwei Wochen nach seinem Wahlsieg hat Neo-Premier Silvio Berlusconi noch keine Lösung des Problems, in seiner Doppelfunktion als Politiker und Medienunternehmer, in Aussicht gestellt.
 

In jedem Land sei eine monopolartige Medienkonzentration eine Bedrohung für die Demokratie, erklärt die Organisation, die 1998 mit Hilfe der italienischen Journalistengewerkschaft gegründet wurde. Laut Isf seien durch die derzeitige Mediensituation in Italien Pluralismus und Informationsfreiheit stark gefährdet.
 

Isf schließt sich damit der von Osze, Reporter ohne Grenzen und internationalen Journalistengewerkschaften geäußerten Sorge um die Unabhängigkeit italienischer Medien an. Die Organisation habe bereits mehrfach auf die Problematik, die durch eine Konzentration öffentlicher und privater Medien auf eine einzige Person entstehe, hingewiesen.


 

Mediaset startet Web-Nachrichtenkanal Tgcom.it
Zielgruppe sei laut Vizedirektor Carelli ein fernsehorientiertes Publikum

Die italienische Mediaset-Gruppe startet diese Woche den eigens für das Internet konzipierten Nachrichtenkanal Tg.com http://www.tgcom.it (in Kürze aktiv). Es handle sich dabei um ein visuell orientiertes Produkt mit Animationen und Video-Installationen. Zielgruppe sei ein breites Publikum, das aus dem Fernsehbereich komme, erklärte Tgcom.it-Vizedirektor Emilio Carelli auf Anfrage von pressetext.austria.

Gestartet werde mit einer zehn Mann/Frau Redaktion, die bis Ende des Jahres auf 20 Redakteure aufgestockt werden soll. Es gebe, sagte Carelli, Verträge mit großen Nachrichtenagenturen und Kooperationen mit Outsourcing-Partnern. Dazu zählen das italienische Unternehmen "affari italiani" für die Wirtschaftsredaktion und "datasport" im Sportbereich.

Das Produkt orientiere sich eher am Fernsehen, als an anderen Internet-Nachrichtendiensten. Viele der Webportale seien zwar interessant und gut gemacht, dennoch zu sehr auf IT-Content spezialisiert, erklärte Carelli. Laut Fedele Confalonieri, Präsident der Berlusconi gehörenden Mediaset-Gruppe http://www.mediaset.it , soll einer der europaweit umfangreichsten News-Kanale im Web installiert werden.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:06
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