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Außenministerin Plassnik: Bestürzung über Todesurteil im Iran

"Ich verurteile die Vorgangsweise der iranischen Justiz im Fall Leyla M. Ich bin bestürzt über dieses schockierende Beispiel der Missachtung der Menschenrechte im Iran", sagte Außenministerin Plassnik heute zum Fall einer geistig behinderten Frau, die im Iran wegen angeblicher Vergehen gegen die Keuschheit zum Tode verurteilt worden ist.

   Österreich werde bei der zuständigen Arbeitsgruppe des EU-Rates eine Demarche zum Fall einfordern, um den internationalen Druck in dieser Angelegenheit zu erhöhen. Der Fall werde von Österreich genauestens verfolgt.

   Als Vertragspartei des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte habe sich der Iran verpflichtet, niemanden für Taten hinzurichten, die im Alter von unter 18 Jahren begangen werden. "Das Vorliegen eines de facto Moratoriums zur Todesstrafe für jugendliche Straftäter wurde uns erst unlängst von den iranischen Behörden bestätigt, umso enttäuschender ist es, dass neuerlich einem jungen Menschen dieses Schicksal droht", so die Außenministerin weiter.

   Österreich verfolgt die Situation der Menschenrechte im Iran schon seit Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Falles von Leyla M. wurde die österreichische Botschaft in Teheran zur Berichterstattung aufgefordert. Österreich setzt sich für ein gemeinsames Vorgehen der EU gegenüber den iranischen Behörden ein, um die Aussetzung der Todesstrafe für Leyla M. zu erreichen.
 


 

Iran entwickelt sich zu einem der wichtigsten überseeischen Märkte Österreichs

"Heuer werden die österreichischen Exporte in den Iran erstmals die 3 Mrd Schilling-Grenze übersteigen. Mit diesem Ergebnis wird der Iran zu den wichtigsten überseeischen Märkten der österreichischen Exportwirtschaft", berichtet Oskar Smrzka, österreichischer Handelsdelegierter in Teheran anlässlich des neuen Rekordwertes für die österreichische Exportwirtschaft auf diesem Markt. "Die österreichischen Exporteure haben die guten politischen Beziehungen, die in einer regen Besuchsdiplomatie ihren Ausdruck finden, gut genützt und sind mit 17 Niederlassungen und 165 Vertretern im Iran präsent.

Nach dem Einbruch der Erdölpreise in den Jahren 97/98 profitierte vor allem die erdölabhängige Wirtschaft von dem Wiederanstieg der Preise. Das Wirtschaftswachstum stieg von 2,4 auf 5,9 %. Präsident Khatami bemühte sich, das Land aus der selbstauferlegten Isolation während der postrevolutionären Zeit herauszuführen und sein Image in der westlichen Staatengemeinschaft zu verbessern. Die von ihm eingeleiteten Wirtschaftsreformen erlauben wieder westlichen Konzernen Erdöl- und Erdgas-Förderprojekte, bedeutende Explorations- und Entwicklungsprojekte wurden vornehmlich mit europäischen Unternehmen abgeschlossen, da sich die USA durch die verhängten Sanktionen bisher selbst ausgeschlossen hat. Parallel dazu werden in den Ausbau der Petrochemie gewaltige Summen investiert.

Zahlreiche Abkommen und Vereinbarungen auf staatlicher Ebene sowie die positive Haltung der Österreichischen Kontrollbank sind die Folge ausgeprägter Besuchsdiplomatie, sodass österreichische Exporteure ausgezeichnete Rahmenbedingungen vorfinden. Das Abkommen über wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit z.B. sieht jährlich stattfindende Gemischte Wirtschaftskommissionen auf Ministerebene vor. Ein Investitionsschutzabkommen, das noch der Zustimmung der Parlamente bedarf wurde ausverhandelt,, ein Doppelbesteuerungsabkommen wird derzeit verhandelt und zusätzlich gibt es zahlreiche Protokolle über Kooperationen auf dem Technologie- und Umweltsektor.

Traditioneller Schwerpunkt der österreichischen Exporteure ist der ehrgeizige und langfristige Ausbau der elektrischen Energie, einhergehend mit der Errichtung von Staudämmen und Wasserstollen. Hier sind die österreichischen Firmen Elin, Voith, ABB-Österreich und Ast-Holzmann stark vertreten. Die Voest Alpine Industrieanlagenbau ist am Ausbau des iranischen Stahlsektors engagiert, die Siemens Verkehrstechnik hat sich auf dem Eisenbahnsektor stark engagiert. Derzeit wird ein Großauftrag über die Lieferung und späteren Zusammenbau von Triebwagen abgewickelt, weiters bemüht man sich um Metroprojekte in Teheran und in größeren Provinzstädten wie Masshad und Isfahan. Plasser & Theurer ist mit seinem gesamten Programm an Bahnbaumaschinen präsent, die VAE liefert seit Jahren Schienen und Weichen, die Fa. Getzner Werkstoffe liefert Dämmmaterial an die iranische Eisenbahn.

Auf dem Umweltsektor haben sich die Firmen AVL und Komptech engagiert. AVL hat zahlreiche Prüfstände für Motoren geliefert und arbeitet mit der lokalen Autoindustrie und Umweltbehörde zusammen, um die verheerende Luftverschmutzung zu kontrollieren. Die Fa. Komptech hat mit einem lokalen Partner ein einfaches aber marktgerechtes Müllverwertungskonzept entwickelt und produziert in der Stadt Kermanshah bereits Kompost. Die OMV eröffnete kürzlich eine Niederlassung, nachdem ein Auftrag über ein Erdöl-Entwicklungsprojekt unterschrieben wurde. Miba unterhält seit Jahren eine Kooperation mit einem iranischen Partner und Andritz hat zusammen mit der Fa. Frings bereits die dritte Hefefabrik in Betrieb genommen.

Im Bereich Wassermanagement ist ebenfalls großes Marktpotential vorhanden. Das führende österreichische Konsulentenunternehmen ILF erhielt einen Auftrag für die Überwachung des Großprojektes Abwasseranlage Teheran Süd. Großprojekte, insbesonders für die petrochemische Industrie, hat die Fa. WABAG an Land gezogen. Die Firmen Datentechnik und Siemens Österreich leisten ihren Beitrag zum rasanten Ausbau der Telekommunikation. Maschinen liefern vor allem die Firmen Starlinger, Cincinnati, Engel und Greiner.

"Weltweit gibt es nur mehr wenige Länder, die sehr stark von staatshandelsähnlichen Strukturen geprägt sind, auf den Iran trifft das zu 80 % zu" so Smrzka. Privatisierungen sind Teil der Wirtschaftsreform und bereits voll im Gange. Smrzka: "Im Iran fällt dem Handelsdelegierten bzw. der Außenhandelsstelle eine besondere Vermittler-Funktion zu und oft die Rolle eines "Türöffners" zu Behörden. Der vom Handelsdelegierten gegründete "Austrian Businessmen’s Club", an dem die wichtigsten Leiter der Niederlassungen in Teheran und mitunter deren Gäste aus Österreich teilnehmen, hat sich in diesem Land mit oft schwer durchschaubaren Entscheidungsstrukturen als wichtiges Instrument erwiesen, um Projekte zu selektionieren, die Bildung von Konsortien zu prüfen und ausländische Konkurrenz zu orten."


 

Iran droht den USA: US-Kampfflugzeuge werden bei Überflug abgeschossen

Im Zuge der Vorbereitungen für einen Militärschlag der USA gegen die Taliban machte Iran seine Position deutlich und drohte den USA mit Gegenattacken. Sollten die US-Kampfjets den Iran überfliegen, werden sie angegriffen.

Dies teilte der iranische Verteidigungsminister Ali Schamchani unmissverständlich mit. Er gab ausserdem bekannt, dass die afghanische Opposition, die 'Nordallianz', vom Iran logistisch unterstützt werde.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:05
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