Bluthochdruck steigt
weltweit dramatisch
Bis 2025 mehr als 1,5 Mrd. Menschen betroffen
Mehr als 1,5 Mrd. Menschen werden bis zum Jahr
2025 unter hohem Blutdruck leiden. Am meisten betroffen werden mit
Zweidrittel der Patienten die ärmsten Länder der Welt sein. Zu
diesem Ergebnis ist eine Studie der Tulane University
http://www2.tulane.edu gekommen. Werden nicht entsprechende
Behandlungsverfahren und Präventionsstrategien entwickelt, sterben
Mio. Menschen an Herzanfällen und Schlaganfällen, schreiben die
Forscher in dem Fachmagazin The Lancet.
http://www.thelancet.com Sie machen Veränderungen in der
Ernährung und das Ansteigen der Trägheit für diese Entwicklung
verantwortlich. Bis jetzt war Bluthochdruck vor allem in reicheren
Ländern ein Problem.
Das Team um Jaing He sammelte die Daten von 30 verschiedenen Studien
mit mehr als 700.000 Teilnehmern aus allen Teilen der Welt. Im Jahr
2000 litten 972 Mio. Menschen unter hohem Blutdruck. Ein Drittel der
Betroffenen lebte in Entwicklungsländern und zwei Drittel in der
westlichen Welt. Basierend auf Trends gehen die Forscher davon aus,
dass die Verbreitung des Bluthochdrucks bis 2025 um 60 Prozent auf
1,56 Mrd. Menschen ansteigen wird. Der größte Anstieg, 80 Prozent,
wird in der Dritten Welt, stattfinden. Für die westliche Welt wird
nur ein Anstieg von 24 Prozent vorhergesagt. Am stärksten betroffen
werden China und Indien sowie Regionen Lateinamerikas und der
Karibik sein. He erklärte, dass kardiovaskuläre Erkrankungen
weltweit derzeit für 30 Prozent der Todesfälle verantwortlich seien.
In Zukunft sei eine weltweite Epidemie von Schlaganfällen und
Herzanfällen vorstellbar. Die für 2025 errechneten Schätzungen seien
wahrscheinlich noch zu optimistisch. |

Sonnenlicht senkt hohen Blutdruck
Entdeckung erhielt Arnold-Rikli-Preis
UV-Strahlung senkt hohen Blutdruck. Das haben Wissenschaftler der Freien
Universität Berlin
http://www.fu-berlin.de festgestellt. Sie bestrahlten Hypertonie-Patienten
im Verlauf von sechs bis zehn Wochen wiederholt mit natürlichen, also dem
Sonnenlicht entsprechenden UV-Spektren. Die während dieser seriellen
Lichttherapie erzielte Senkung des systolischen und diastolischen Blutdrucks
war sogar noch bis zu neun Monaten nach der Behandlung messbar.
Wird durch die Haut ausreichend Sonnenlicht aufgenommen, regt das die
Vitamin-D-Produktion im Körper an. Vitamin D beeinflusst das Immunsystem und
den Knochenstoffwechsel. Darüber hinaus ist es an der Herz-Kreislaufregulation
beteiligt. Einer Studien-Kontrollgruppe verabreichten die Forscher allerdings
ausschließlich Vitamin-D-Tabletten und verzichteten auf eine Bestrahlung mit
UV-Licht. Doch obwohl dadurch vergleichbar hohe Vitamin-D-Konzentrationen
erreicht wurden, blieb der blutdrucksenkende Effekt aus. Die biologische
Wirkung basiert demnach auf der UV-Strahlung. Die Entdeckung erhielt den mit
12.000 Dollar dotierten Arnold-Rikli-Preis 2001.

Bluthochdruck-Gene entdeckt
Neue Medikamente in Sicht
Ein Forscherteam unter der Leitung von Richard P. Lifton
http://www.hhmi.org/news/lifton4.html hat zwei neue Gene entdeckt, die den
Blutdruck beim Menschen steuern. Identifiziert wurden die für
Pseudohypoaldosteronismus Typ II (PHAII) verantwortlichen Gene WNK1 und WNK4.
Diese Krankheit führt durch gesteigerte Salzresorption der Nieren und
beeinträchtigte Sekretion von Kalium und Wasserstoff-Ionen zu Bluthochdruck.
Die Ergebnisse könnten neue Ziele für Blutdruck-Medikamente auf molekularer
Ebene bieten, berichtet Science www.sciencemag.org
Obwohl PHAII auf eine bisher unbekannte Ursache von Bluthochdruck
hinzuweisen schien, gestaltete sich laut Lifton das Aufspüren der genetischen
Wurzeln in betroffenen Familien schwierig. "Patienten mit dieser Krankheit
bekommen Bluthochdruck eher als Erwachsene und die abnormalen Kalium- und
Säurewerte sind variabel. Das erschwerte die Forschungsarbeiten zusätzlich."
In der Folge identifizierte das Team zwei Familientypen, einen mit einer
Genmutation auf dem Chromosom 12 und einen anderen mit einer Mutation auf dem
Chromosom 17. Damit waren die für die Lokalisierung der mutierten Gene
notwendigen Informationen vorhanden. Bei der Analyse der genetischen Daten des
ersten Familientyps konnte nachgewiesen werden, dass die Erkrankung auf die
Löschung eines DNA-Segments in einer großen Region des Chromosoms
zurückzuführen ist.
Von Bluthochdruck ist weltweit rund ein Viertel aller Erwachsenen
betroffen. Er gilt als wichtiger Risikofaktor bei Schlaganfällen,
Herzerkrankungen und kongestivem Herz- und Nierenversagen. Details:
http://www.hhmi.org/research/investigators/lifton.html
