HPV-Infektionsrisiko verzehnfacht sich mit neuem Partner
Langzeitstudie untersucht Human Papilloma Virus
Mehr als die Hälfte der jungen Frauen wird mit dem Human Papilloma Virus (HPV)
infiziert, wenn sie über einen Zeitraum von drei Jahren sexuell aktiv bleibt.
Zu diesem Ergebnis ist eine Langzeitstudie der University of California http://www.ucsf.edu
gekommen. Das Infektionsrisiko verzehnfacht sich dabei mit jedem neuen
Partner. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass eine HPV-Infektion nicht
unbedingt zur Entwicklung von LSIL (leichte squamöse intraepitheliale
Verletzungen) führt. Cancer Research Champaign http://www.crc.org.uk
Rund 30 Prozent der Teilnehmerinnen zeigten innerhalb von fünf Jahren
diese gutartigen Veränderungen in den Zellen des Gebärmutterhalses. Weder
das Ausmaß der sexuellen Aktivität noch das Vorhandensein anderer sexuell übertragbarer
Krankheiten steigerte dabei das LSIL-Risiko. Die HPV-Infektion war selbst die
identifizierbare Hauptursache, die durch tägliches Rauchen zusätzlich gefördert
wurde. Journal of the American Medical Association (JAMA) http://jama.ama-assn.org/issues/current/abs/joc02174.html
Seit mehr als zehn Jahren begleitet die Wissenschaftlerin Anna-Barbara
Moscicki mit ihrem Team eine Gruppe junger Frauen und Heranwachsender. Seit
den Anfängen ihrer sexuellen Aktivitäten werden häufig medizinische
Untersuchungen und Labortests durchgeführt. Ziel ist das Nachzeichnen der
Entwicklungsgeschichte von HPV und der von dieser Infektion verursachten
gutartigen und fallweise krebsartigen Verletzungen. "Wir wissen wenig über
die Progression von HPV zu Gebärmutterhalskrebs. Diese Langzeitstudie erlaubt
uns die Anfänge diese Entwicklung zu erkennen. Unsere Daten weisen nach, dass
einige biologische und verhaltensbedingte Risiken, die mit LSIL in Verbindung
gebracht werden, tatsächlich Risiken für das Entstehen von HPV sind. Zusätzlich
zeigt diese Studie, dass HPV notwendig aber allein nicht ausreichend ist, um
diese Verletzungen zu verursachen. Andere verhaltensbedingte und biologische
Faktoren müssen beteiligt sein, am wahrscheinlichsten das Fortbestehen der
viralen Infektion und die Immunreaktion der Frau selbst." http://www.eurekalert.com/releases/ucsf-lts061501.html
Die Neuigkeiten zu HPV-Infektion und LSIL sind laut Moscicki gut und
schlecht zugleich. Innerhalb von 36 Monaten wurden 55 Prozent der
Teilnehmerinnen infiziert. Die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln kann das
Infektionsrisiko halbieren. Andere Studien haben jedoch einen Zusammenhang
zwischen einer Langzeiteinnahme und zervikalen Verletzungen nachgewiesen.
Infektionen mit Herpes simplex steigerten das Risiko ebenso wie das
Vorhandensein von Vulvawarzen. Andere sexuell übertragbare Krankheiten können
die Immunantwort beeinflussen oder Verletzungen verursachen, die eine
HPV-Infektion wahrscheinlicher machen. Die Risiko des Entstehens von LSIL ist
im ersten Jahr nach der Infektion am größten und bleibt im zweiten und
dritten Jahr hoch. Nach dem vierten Jahr pendelt es sich wieder ein.
Nähere Informationen zu HPV finden sich im Internet unter http://obgyn.uihc.uiowa.edu/Patinfo/Adhealth/hpv.htm
