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Hongkong - Drehscheibe für den China-Handel profitiert von WTO-Beitritt Chinas

"Die österreichischen Exporte nach Hongkong haben im Schnitt der letzten drei Jahre um 50 Prozent zugelegt", stellt Martin Glatz, Handelsdelegierter in Hongkong fest. "Da dieser Anstieg auch auf eine große Einmallieferung im letzten Jahr zurückzuführen war, hat niemand mit einer Fortsetzung dieses positiven Trends gerechnet. Dennoch sind bis August 2001 die österreichischen Ausfuhren weiterhin um fast ein Viertel gestiegen. Hongkong, seit 1997 Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, hat damit wesentlich dazu beigetragen, dass China in der Zwischenzeit deutlich vor Japan zum wichtigsten asiatischen Absatzmarkt für österreichische Produkte geworden ist", so Glatz.

Österreichs Exporte nach Hongkong sind von einer breit gefächerten Warenstruktur geprägt. Die Lieferungen von Glasprodukten haben sich besonders gut entwickelt und mit einem Plus von 50,9 Prozent einen Gesamtwert von 35,3 Millionen Euro (485,7 Millionen Schilling) erreicht. Stark zugelegt haben auch die Lieferungen von Nachrichtengeräten (+35,6 Prozent) und elektrischen Maschinen (+66,4 Prozent). Der relativ starke Branchenmix macht die österreichischen Ausfuhren insgesamt weniger anfällig für sektorale Einflüsse.

China ist in die WTO aufgenommen worden. Nach übereinstimmender Meinung der meisten Experten wird dadurch das Wachstum der chinesischen Wirtschaft weiter beschleunigt. Nach dem Wegfall von Einfuhrbeschränkungen wird es zu einer merklichen Steigerung der Importe kommen. Andererseits werden Hongkongs Vorteile wie die Konvertibilität der eigenen Währung, die gut entwickelte Infrastruktur, das solide Rechts- und Finanzsystem, das transparente geschäftliche Umfeld und schließlich auch die hohe Lebensqualität gegenüber dem Festland noch über Jahre hinaus bestehen bleiben. Hongkong, traditionell eine Drehscheibe für den China-Handel, dürfte also mittelfristig von der Mitgliedschaft Chinas in der WTO profitieren.

Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang Hongkongs dynamisches "Hinterland", die südchinesische Provinz Guangdong. In Guangdong werden fast 40 Prozent der chinesischen Exportprodukte hergestellt. Nahezu 30 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in China entfallen auf diese Provinz. Auch österreichische Firmen produzieren in Guangdong wie zum Beispiel Elin Transformatoren oder die Firma Andritz Pumpen. Die Firma Neuman Aluminium hat in Guangdong eine Produktionsstätte für Aluminiumbutzen errichtet. Die Außenhandelsstelle Hongkong hat dieser Entwicklung schon vor Jahren Rechnung getragen und in Kanton (Guangzhou) ein Zweigbüro errichtet.

"Auch wenn die Kaufkraft in den größten Städten Chinas weiter rasant wachsen wird, ist das Prokopfeinkommen Hongkongs mit 25.400 US-Dollar bei weitem das höchste in der Region. Konsumgüter der oberen Preisklasse werden wohl auch in Zukunft in Hongkong einen aufnahmefähigen Markt finden", so der Handelsdelegierte. Das gilt für die gerade in Hongkong äußerst beliebten Kristallfiguren aus dem Haus Swarovski genau so wie für österreichische Tischkultur. So haben etwa Augarten-Porzellan und Gläser der Firma Lobmeyr anlässlich einer mehrtägigen Wien-Präsentation im renommierten Jockey Club im Oktober dieses Jahres reges Käuferinteresse gefunden.

Hong Kong sagt UMTS-Versteigerung ab
Zu wenig Bieter – vier Lizenzen werden zum Mindestpreis vergeben
 

Die Regierung Hong Kongs http://www.info.gov.hk/eindex.htm hat die Versteigerung von UMTS-Lizenzen wegen zu wenigen Bietern abgesagt. Anstelle einer Auktion wurden die Lizenzen zum Mindestpreis an die vier bietenden Unternehmen vergeben. Eine Auktion wäre erst bei mindestens fünf Bietern durchgeführt worden, so Carri Yau, Hong Kongs IT- und Rundfunkministerin. Die vier Lizenzen gingen an Hutchison 3G, SmarTone 3G, CSL und Sunday Communications , die kleinste von insgesamt sechs Mobilfunkunternehmen in Hong Kong. Als Preis wurden fünf Prozent des jährlichen Mobilfunkumsatzes Hong Kongs festgesetzt. In den ersten fünf Jahren müssen allerdings mindestens 50 Mio. Hong Kong Dollar (6,4 Mio. Dollar) an die Regierung abgeliefert werden.
 

Die Lizenz wurde auf 15 Jahre befristet. Die vier Unternehmen mussten sich verpflichten, mindestens 30 Prozent ihrer Netzkapazität auch anderen Mobilfunkunternehmen zugänglich zu machen. Laut Yau hatten die Terroranschläge in den USA keinen Einfluss auf den unglücklichen Verlauf der "Doch-nicht-Auktion". In Hong Kong haben fast 80 Prozent der sechs Mio. Einwohner ein Mobiltelefon. Schon im Vorfeld der Versteigerung hatten Analysten Zweifel gehegt, ob das Marktpotenzial groß genug sei, die hohen Kosten für einen UMTS-Netzaufbau zu rechtfertigen. Auch in Singapur beteilgten sich Anfang des Jahres nur die Mindestbieterzahl bei der UMTS-Auktion.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:02
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