Aktuelle Informationen aus dem Bereich der Hals-Nasen-Ohren Heilkunde
Taubheit mit
biologischer Methode geheilt
Versuche mit Meerschweinchen erzielten gute
Ergebnisse
Einem neuen, Bahn brechenden Ansatz in der
Gentherapie ist es gelungen, Taubheit bei Meerschweinchen zu heilen.
Laut Wissenschaftern der University of Michigan
http://www.umich.edu besteht Hoffnung, dass dieser Ansatz eines
Tages auch beim Menschen zum Einsatz kommen kann. Der leitende
Wissenschafter Yehoash Raphael erklärte, dass damit erstmals das
Hören eines Tieres auf biologische Art und Weise wiederhergestellt
worden sei. Der Behandlungsansatz fördert das erneute Wachstum der
wichtigen Haarzellen in der Innenohrschnecke. Bei der Cochlea
handelt es sich um jenen Teil des Innenohres, der für was Wahrnehmen
von Geräuschen entscheidend ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in
Nature Medicine
http://www.nature.com veröffentlicht.
Nach der Behandlung setzten die Wissenschafter sensorische
Elektroden um die Köpfe der Tiere ein, um zu beweisen, dass die
Hörnerven der behandelten Tiere Geräusche wieder wahrnahmen. Eine
Einsatzmöglichkeit sieht Raphael bei der Verbesserung des Hörens von
Menschen, die bereits Implantate in der Cochlea tragen. Zukünftige
Tests werden sich unter anderem auf diesen Einsatzbereich
konzentrieren. Für die durchgeführten Versuche wurden
Meerschweinchen Antibiotika verabreicht, die die Haarzellen im
Innenohr zerstörten. Der entstandene Schaden wurde in der Folge
durch die Injektion gentechnisch hergestellter Adenoviren wieder
rückgängig gemacht.
Die Viren wurden harmlos gemacht und dazu verwendet das Gen Atoh1 in
die Zellen zu schmuggeln, die den Schneckengang auskleiden. Dabei
handelt es sich um den zentralen Bereich der Cochlea, der die
Haarzellen enthält. Atoh1 auch bekannt als Math1 produziert ein
Molekül, das für die Entwicklung von Haarzellen bei Embryos
entscheidend ist. Die erzielten Ergebnisse übertrafen laut
NewScientist die Erwartungen der Wissenschafter bei weitem. Laut
Raphael konnten bei den behandelten Ohren 50 bis 80 Prozent der
Hörkraft wieder hergestellt werden. Überraschend war zusätzlich,
dass sich die Haarzellen aus Zellen bildeten, die den Schneckengang
auskleiden. Diese Zellen sollten eigentlich nicht in der Lage sein,
sich in andere Zellen zu verwandeln.
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Neue Haarzellen gegen
altersbedingten Hörverlust
Entferung des Retinoblastoma-Gens entscheidend
Wissenschafter hoffen, dass ein altersbedingter
Gehörverlust durch die Stimulierung des Wachstums von neuen
Haarzellen im Innenohr behandelt werden kann. Das Team unter der
Leitung der Harvard Medical School
http://hms.harvard.edu/hms/home.asp hat entdeckt, dass die
Entfernung eines bestimmten Gens, des Retinoblastoma-Gens (pRb), zur
Bildung neuer Haarzellen führen kann. Der Verlust von Haarzellen ist
die am häufigsten verbreitete Ursache für Gehörverlust bei älteren
Menschen. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science
http://www.sciencemag.org veröffentlicht.
Die Forscher untersuchten die Genaktivität während der embryonalen
Entwicklung des Innenohres und kamen zu dem Schluss, dass ein Gen
ein Protein herstellt, das die Regeneration von Haarzellen auf Dauer
blockiert. Vor allem das Retinoblastoma-Gen (pRb) schien besonders
aktiv zu sein. Mäuse, die ohne dieses Gen gezüchtet wurden, hatten
Probleme mit der Funktion ihres Innenohres, da sie über zu viele
Haare verfügten. Weitere Analysen zeigten, dass sie über mehr
Haarzellen verfügten als normale Tiere und dass sich diese Zellen
aktiv vermehrten. Tests ergaben, dass diese Zellen normal
funktionierten. Anschließend deaktivierten die Wissenschafter das
Retinoblastoma-Gen in Innenohrzellen von erwachsenen Tieren. In der
Folge begannen die Zellen wieder sich zu vermehren. Laut David Corey
seien aber weitere Untersuchungen notwendig, um das Verfahren zu
verfeinern. Die reine Deaktivierung des Gens könnte zu einem
unkontrollierten Zellwachstum und später zur Entstehung einer
Krebserkrankung führen könnte. Entscheidend wird laut BBC sein, das
Gen genau so lange zu deaktivieren, bis wieder ausreichend
Haarzellen vorhanden sind.
Die Haarzellen in der Cochlea entdecken Töne durch Vibration als
Reaktion auf Schallwellen. In der Folge werden Nervenimpulse
ausgelöst, die ihrerseits in das Gehörzentrum im Gehirn gelangen.
Normalerweise werden Menschen mit einem Komplement von rund 50.000
Haarzellen geboren. Da sich diese Zellen nicht regenerieren, führt
die ständige Verringerung ihrer Anzahl, die den Alterungsprozess
begleiten kann, bei rund einem Drittel der Bevölkerung bis zum 70.
Lebensjahr zu einem deutlichen Verlust des Hörvermögens. Es wird
geschätzt, dass mehr als 50 Mio. Menschen in der westlichen Welt und
den Vereinigten Staaten betroffen sind. Der Verlust von Haarzellen
kann durch Krankheit, bestimmte Medikamente und Geräuschbelastungen
des Ohres verursacht werden. |

Geheimnisse des Hörens
entschlüsselt
Protein TRPA1 ist für normales Hören entscheidend
Ein Team der Harvard Medical School
http://hms.harvard.edu/hms/home.asp hat ein Protein tief im Ohr
entdeckt, das entscheidend für normales Hören zuständig ist. Seit
Jahrzehnten versuchen Wissenschafter herauszufinden, wie Töne in jene
Nervenimpulse verwandelt werden, die das Gehirn auswertet. Entscheidend
soll das Protein TRPA1 sein, das sich an den Spitzen der Haarzellen des
Innenohres befindet. Bei der Untersuchung von Mäuseembryos zeigte sich,
dass das Auftreten von TRPA1 während der Entwicklung mit der Fähigkeit
der Haarzellen Vibrationen wahrzunehmen zusammenfiel. Es wird
angenommen, dass das Protein Poren bildet, die sich synchron mit den
Schallwellen öffnen und schließen. Damit wird ermöglicht, dass Ionen wie
Natrium und Kalzium in die Zellen gelangen und die Vibrationen in
elektrische Signale verwandeln können. Die Ergebnisse der Studie wurden
in Nature
http://www.nature.com veröffentlicht.
Es war nicht bekannt, wie die mikroskopisch kleinen haarähnlichen
Strukturen des Innenohres die Schallwellen in elektrische Signale
umwandeln, die an das Gehirn weitergegeben werden. Experten hatten
vermutet, dass an diesem Vorgang eine Art von Pore oder Kanal beteiligt
ist, der der elektrischen Ladung ermöglicht, in die Zellen zu gelangen,
die die Haare tragen. Das Team um David Corey geht jetzt davon aus, dass
das Protein TRPA1 bei diesem Vorgang eine entscheidende Rolle spielt.
Die Wissenschaftler erforschten die Rolle und Position des Proteins bei
Mäusen und Zebrafischen. Es zeigte sich laut BBC, dass TRPA1 sich an den
Spitzen der Haarzellen des Innenohres befindet. Ohne dieses Protein
waren Zellen nicht länger in der Lage, elektrische Signale als Reaktion
auf die Vibration zu erzeugen.
Es ist bereits bekannt, dass für das Hören Schallwellen den Gehörgang
entlang bis zum Trommelfell gelangen und es zum Vibrieren bringen.
Dieses Vibrieren versetzt drei kleine Knochen hinter dem Trommelfell,
die Gehörknöchelchen, in Bewegung. Diese Knöchelchen geben die
Vibrationen an eine dünne Gewebeschicht am Eingang zum Innenohr, an das
ovale Fenster weiter. Die Bewegung dieses Fensters führt in der Folge zu
wellenähnlichen Bewegungen in der Cochlea. Diese Innenohrschnecke
enthält Tausende von winzigen Haarzellen, die mit Nerven in Verbindung
stehen, die die Impulse an das Gehirn weitergeben, das die Töne
interpretiert. |

Hörfehler: Früherkennung enorm wichtig
Durchschnittlich drei von 1.000 Neugeborenen kommen mit einem schweren
Hörfehler zur Welt. Mit einer flächendeckenden Gehöruntersuchung für Babys
setzen Niederösterreichs Spitäler daher auf Früherkennung. Um eine genaue
Diagnose zu erzielen, wurde an der HNO-Abteilung des Kremser Krankenhauses
eine spezielle Ambulanz eingerichtet, die mit modernster Technologie
ausgestattet ist.
Die Ärzte der HNO-Abteilung des Schwerpunktkrankenhauses mit Primarius Dr.
Heinz Jünger sind nach einer Erprobungsphase nun in der Lage,
Höruntersuchungen auf höchstem Niveau wie etwa die Messung mechanischer
Schwingungen im Innenohr per Computer oder die Erfassung der elektrischen
Aktivität der Hörbahn mittels Hirnstammaudiometrie durchzuführen. Dabei wird
ohne Mitwirkung der - meist jungen - Patienten deren Hörleistung exakt
gemessen. So kann auch beim schlafenden Neugeborenen oder Säugling in wenigen
Minuten dessen Gehör getestet werden.
Durch beidseitige Innenohrschwerhörigkeit etwa besteht die Gefahr, dass bei
diesen Kindern die normale Sprachentwicklung verzögert wird oder im
schlimmsten Fall völlig ausbleibt. Daher ist es wichtig, eine Hörstörung
möglichst frühzeitig festzustellen, um geeignete Maßnahmen wie Hörgeräte oder
operative Eingriffe schon im Kindesalter durchführen zu können.
Nähere Informationen und Terminvereinbarungen beim HNO-Sekretariat des
Krankenhauses Krems unter der Telefonnummer 02732/804-242 bzw. per e-mail
unter hno.sekretariat@khkrems.at.

Größere Nasen riechen
besser
Nasenhöhlen als Maßeinheit der Geruchswahrnehmung
Köln (pte, 14. September 2004 14:33) -
Wissenschaftler der Universität Köln
http://www.uni-koeln.de haben festgestellt, dass die Form der
Nasenhöhlen die Geruchswahrnehmung beeinflusst. Die Studienleiterin
Julia Vent von der Klinik für Hals- Nasen- und Ohrenheilkunde kommt
zum Schluss, dass Menschen mit größeren Nasenhöhlen ein besseres
Riechvermögen haben.
Vent hat festgestellt, dass nicht nur Form und Größe des äußeren
Teils der Nase unterschiedlich ist, sondern auch die Nasenhöhlen in
ihrer Größe schwanken. Bei gesunden Menschen wirkt sich das auf die
Qualität des Geruchssinnes aus, denn die Geruchsnerven liegen in der
Riechschleimhaut. Dort befinden sich mehr als zehn Mio. Riechzellen.
Wie gut jemand riecht, hängt vor allem von der Form des oberen
Nasenganges und des Naseneinganges ab. "Wenn durch die Form der
Gänge zu wenig Moleküle die Riechschleimhaut erreichen, dann
schränkt das die Geruchswahrnehmung ein", so die Expertin.
Vent hat festgestellt, dass die rechte Seite der Nase häufig besser
riecht als die linke. Bisher wurde dieser Unterschied auf die "Händigkeit"
zurückgeführt. Dies sei aber nicht nachzuvollziehen, meint die
Forscherin, die vermutet, dass das Übergewicht der rechten
Nasenseite mit der Dominanz der rechten Seite des menschlichen
Gehirns zusammenhängt. Denn dort ist auch das Riechzentrum besser
ausgebildet.
Die Wissenschaftlerin betont, dass der Geruchssinn maßgeblich zur
Lebensqualität beiträgt. Er schützt auch davor, verdorbene Speisen
zu sich zu nehmen. Zusätzlich liefert die Nase den Menschen soziale
Informationen. Die Geruchszellen sind verbunden mit Gehirnarealen,
die Düfte mit Emotionen und Affekten verbinden. Der Geruch trägt
sowohl zum Gefühl einer heimischen Atmosphäre bei als auch zum
Unbehagen gegenüber manchen anderen Personen bei. So hängt es
tatsächlich mit der Geruchswahrnehmung zusammen, wenn zwei Personen
sich "nicht riechen können".
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Mittelohr-Implantate bieten höhere Klangqualität!
Durchwegs gute Erfahrungen mit "Vibrant Soundbridge"
Adliswil, 26. Februar 2002. Wo die Leistungen konventioneller Hörgeräte an
Grenzen der Klangtreue, der Tonqualität und der Verständlichkeit stossen,
erweisen sich Mittelohr-Implantate in vielen Fällen als wertvolle Alternative.
Dies zeigen Erfahrungen ergeben mit dem Einsatz von Vibrant Soundbridge
Mittelohr-Implantaten bei Schwerhörigen aus vielen europäischen Ländern.
Vibrant Soundbridge ist ein aktives Implantat zur Kompensation mittlerer bis
schwerer Hörverluste, welches die Schallwellen in Form von Mikrovibrationen
direkt auf die Gehörknöchelchenkette überträgt.
Die Vorteile dieser Versorgungsart liegen vor allem in der sehr hohen
Klangqualität bei minimalen Verzerrungen und bester Trennschärfe, im hohen
Tragkomfort bei freibleibendem Gehörgang sowie im Umstand, dass sich bei
diesen Geräten keine Rückkoppelungen bilden. Zugleich hat sich der
Operations-Aufwand dank der Routine, die die Chirurgen bei den Eingriffen
erreicht haben, beträchtlich reduziert: Die mikrochirurgische Operation kann
heute sogar ambulant durchgeführt werden.
Eine Umfrage unter den rund 500 Personen, die bisher in Europa mit dem
neuen System ausgerüstet wurden, hat die in die neue Technologie gesetzten
Erwartungen vollauf bestätigt: Übereinstimmend sagten die Patienten aus, dass
die Klänge voller und natürlicher, die akustischen Wahrnehmungen
differenzierter geworden seien. Zugleich seien die Klangbilder umfassender und
reichhaltiger, die leisen Töne besser hör- und unterscheidbar als mit
konventionellen Hörgeräten.
Manche Patienten berichteten, dass sie sich dank ihrer Mittelohr-Implantate
völlig normal bewegen und eine praktisch uneingeschränkte Konversation führen
können. Viele gaben an, dass sie sich gar nicht mehr bewusst seien, eine
Hörhilfe zu tragen. Dies einerseits dank der hohen klanglichen Leistung,
anderseits dank des Umstands, dass die Implantate nicht als Fremdkörper,
sondern als integrierte Teile des Gehörs empfunden werden.
Dieser Effekt hat sich noch verstärkt, seit bei den
Vibrant-Soundbridge-Geräten die neuen Siemens Signia-Sprachprozessoren
eingesetzt werden. Diese haben unter anderem die Fähigkeit, die Artikulation
der menschlichen Sprache zu verstärken und damit deren Verständlichkeit
nachhaltig zu verbessern. Der oft postulierte Übergang von Hör- zum
Verstehgerät ist damit für manche Patienten Realität geworden.

Tinnitus: Ohrgeräusche ignorieren
Computerprogramm soll Weg in die Klinik ersparen
Wissenschaftler der Universität von Trier haben für Patienten mit Tinnitus
eine neue ungewöhnliche Therapie entwickelt. Sie sollen die chronischen
Ohrgeräusche einfach ignorieren. Das Forscherteam um den Trierer Psychologen
Friedemann Gerhards lernte den Betroffenen zunächst körperliche
Entspannungsübungen zum Stressabbau. Dadurch sollen sie durch angenehme
Vorstellungen vom Dauerton im Ohr abgelenkt werden.
Nach der Entspannung durch autogenes Training und anderen Lockerungsübungen
wurden die Patienten auf eine Fantasiereise geschickt. Sie hörten eine
Geschichte und sollten sich die Bilder im Geiste vorstellen. An passenden
Stellen wurde die Vorstellung durch reale Sinnesreize unterstützt: Wenn in der
Geschichte die Sonne durch die Wolken brach, wurden die Patienten mit Licht
bestrahlt. "Die Belastung durch den Tinnitus konnte durch das Training
nachhaltig gemindert werden", kommentiert Gerhards das Studienergebnis mit den
ersten 150 Patienten. Die Resultate dieser Therapie seien ebenso gut gewesen
wie sie bei stationären Aufenthalten in Tinnitus-Kliniken erzielt werden.
An diesen Erfolg anknüpfend haben Gerhards und sein Team jetzt ein
Computerprogramm entwickelt, das den Patienten den Weg in die Universität
ersparen soll: Die Übungen werden von den Patienten daheim am Computer
absolviert. Eine angenehme Stimme erzählt die Geschichte und über eine
spezielle Software wird eine Lampe gesteuert, die für den zum Szenario
passenden Sinnesreiz sorgt. Die Teilname an dem neuen Forschungsprojekt ist
kostenlos. Allerdings müssen die Teilnehmer über einen Computer mit
Soundkarte, CD-ROM-Laufwerk und 35 MB freiem Festplattenspeicher mit
Internetzugang verfügen.

Gehirn unterstützt Gehörlose beim Musikgenuss
Forscher: Training der Hörrinde lässt Töne hören
Wissenschaftler der University of Washington
http://www.washington.edu
sind in der Frage, warum Gehörlose Musik genießen könnten, einen deutlichen
Schritt voran geschritten. Der Radiologe Dean Shibata hat entdeckt, dass
gehörlose Personen Vibrationen in jenem Teil des Gehirns empfinden, den andere
Personen zum Hören nutzen. Die Erkenntnisse stellte Shibata auf dem "87th
Scientific Assembly and Annual Meeting of the Radiological Society of North
America"
http://www.rsna.org/rsna2001 vor.
Die Eindrücke Gehörloser und Hörender sind nach Ansicht des Radiologen beim
Musikhören sehr ähnlich. "Die Wahrnehmung der Vibrationen ist bei Gehörlosen
ähnlich real wie entsprechende Töne", erklärte Shibata. Seine Erkenntnisse
beruhen auf Experimenten mit zehn gehörlosen und elf hörenden Probanden, so
ein BBC-Bericht
http://news.bbc.co.uk . Den Versuchspersonen wurden stoßweise Vibrationen
an den Händen verabreicht. Mittels des funktionellen
Magnetresonanz-Bildgebungsverfahrens (fMRI) beobachtete der Radiologe, wie
diese Vibrationen im Gehirn der Personen verarbeitet wurden. Demnach hatten
alle eine Gehirnaktivität in genau jenem Bereich, der für die Verarbeitung von
Vibrationen zuständig ist.
"Das Gehirn ist enorm anpassungsfähig", erklärte Shibata. Zusätzlich zeigte
sich, dass es bei Gehörlosen eine Aktivität im akustischen Cortex (Hörrinde)
gibt. Diese Hirnregion wird normalerweise einzig für die Verarbeitung von
Tönen und Geräuschen aktiv. Bei Hörenden kam es zu keiner derartigen
Aktivität. Shibata meint, dass es sinnvoll wäre, gehörlose Kinder bereits im
frühen Alter an Musik zu gewöhnen. Dadurch könnte sich die Hörrinde des Gehirn
entwickeln, damit Gehörlose später Musik gewisser Maßen maximal genießen
können.
"Die Erkenntnisse untermauern die von Gehörlosen berichteten Erfahrungen
beim Hören von Musik", erläuterte John Low, Direktor des Royal National
Institute für taube Menschen (RNID). Das Institut arbeitet an einer
Technologie, um tauben Menschen musikalische Hörgenüsse näher zu bringen.

Genetische Ursache für Niederfrequenz-Hörverlust
identifiziert
Mutationen des Gens WFS1 entscheidend
Ein internationales Forscherteam hat das Gen identifiziert, das für eine
seltene Form von Gehörverlust, die so genannte
Niederfrequenz-Schallempfindungsstörung verantwortlich ist. Kinder, die ein
Exemplar des mutierten Gens WFS1 erben, verlieren Schritt für Schritt die
Fähigkeit niederfrequente Töne zu hören. Im Laufe der Zeit wird diese
Beeinträchtigung immer schwerer, so dass in der Folge häufig ein Hörgerät
notwendig wird. Patienten mit beide Exemplare des Gens betreffenden
Mutationen, erkranken am Wolfram Syndrom 1. Diese ebenfalls seltene Krankheit
umfasst Jugend-Diabetes, Optikusatrophie und häufig Taubheit sowie
psychiatrische Störungen. Mutationen von WFS1 könnten allgemein auch für den
weitverbreiteten Niederfrequenz-Hörverlust sein, berichtet das Fachmagazin
Human Molecular Genetics
http://hmg.oupjournals.org in seiner aktuellen Ausgabe.
Die leitenden Wissenschaftlerinnen Marci Lesperance und Margit Burmeister
von University of Michigan Medical School
http://www.med.umich.edu
erklärten, dass die entscheidenden Proteine in winzigen Mengen im Innenohr
produziert werden, einem Bereich, der für das Sammeln von Gewebeproben nicht
zugänglich ist. Zusätzlich wird ein Niederfrequenz-Hörverlust von vielen
Betroffenen nicht bemerkt, da die Fähigkeit Sprache zu verstehen nicht
beeinträchtigt ist. Entscheidend war daher die Identifizierung von sechs
Familien in Amerika und den Niederlanden, die über eine entsprechende
medizinische Vorgeschichte verfügten. Dafür arbeiteten Lesperance und
Burmeister eng mit Wissenschaftlern der Universiteit Antwerpen
http://www.ua.ac.be/eng/international/index.html und der Rockefeller
University
http://www.rockefeller.edu zusammen.
Laut Burmeister zeigten die Betroffenen in ihrem WFS1-Gen eine von fünf
geringen Variationen, so genannte Missense-Mutationen. "Die Veränderung einer
einzelnen Aminosäure in dem aus 890 Aminosäuren bestehenden Protein ist für
die Entstehung eines zunehmenden Gehörverlustes ausreichend." Lesperance geht
von einem Zusammenhang zwischen WFS1-Mutationen und der verbreiteteren Form
einer progressiven Schallempfindungsstörung aus, bei der auch hochfrequente
Töne wie die menschliche Sprache nicht mehr gehört werden. Familienmitglieder
mit WFS1-Mutationen, die in als Kinder einen Niederfrequenz-Hörverlust
erlitten, konnten später häufig auch keine hochfrequenten Töne mehr hören.
"Ein Hochfrequenz-Hörverlust wird durch das Alter, Lärm oder die Toxizität von
Medikamenten hervorgerufen. Mutationen von WFS1 machen die Menschen dafür
anfälliger." Details:
http://www.med.umich.edu/opm/newspage/lowfrequency.htm

HNO-Ärzte der Universitätsklinik Würzburg implantierten erstmals in
Deutschland einem Patienten Hörsystem in beide Ohren / Erste Ergebnisse nach
Programmierung des Gerätes erwartet
Erstmalig in Deutschland wurde einem Patienten
ein implantierbares Hörsystem auch in das zweite Ohr eingesetzt. Nach
der gelungen Operation wird das Gerät heute durch eine
Hörgeräteakustikerin programmiert. Erst nach der erfolgreichen
Anpassung wird für den Patienten eine seitengleiche Hörverbesserung
erreicht.
Das Hörsystem "Vibrant Soundbridge" ist eine neu entwickelte
Alternative für Patienten, die aus medizinischen, audiologischen oder
sonstigen Gründen kein konventionelles Hörgerät tragen können. Das
Hörimplantat lässt den Gehörgang frei und beeinträchtigt nicht das
Resthörvermögen des Trägers.
Im Rahmen des chirurgischen Eingriffs wird dem Patienten ein
Empfänger und elektromagnetischer Schallwandler hinter dem Ohr unter
die Haut implantiert. Durch ein Leitungskabel ist er mit einem
winzigen Zylinder verbunden, der wie ein "Knopf im Ohr" direkt am
Gehörknöchelchen (Amboss) im Mittelohr sitzt. Dieser Zylinder wandelt
die akustischen Signale in Schwingungen um, die den Schall über das
Innenohr zum Hörzentrum im Gehirn weiterleiten. Der externe
Audio-Prozessor, ausgestattet mit allen Funktionen eines modernen
digitalen Hörgerätes, wird durch den Magneten an den internen
Empfänger fixiert. Er ist so klein wie ein Zwei-Mark-Stück und sitzt
"versteckt" unter dem Haar. Er wird in der Regel acht Wochen nach der
Implantation vom Hörgeräteakustiker programmiert, d.h. der Chip zur
digitalen Signalverarbeitung wird technisch justiert und an das
Hörvermögen des Patienten angepasst. Der Audio-Prozessor nimmt den
Schall auf, verstärkt ihn und sendet ihn an das Implantat.
Der Gehörgang bleibt frei und nimmt zusätzliche
Schallinformationen auf. Im Vergleich zu konventionellen Hörsystemen
sorgen die verbesserten akustischen Übertragungseigenschaften für
einen natürlichen Klang, auch der eigenen Stimme. Rückkoppelungen
(Pfeifen) gehören mit diesem System der Vergangenheit an.
"Vibrant Soundbridge" eignet sich besonders für Menschen mit
mittlerer bis schwerer Innenohrschwerhörigkeit, deren Mittelohr
funktionell intakt ist. Das System ist eine gute Alternative für
diejenigen, die konventionelle Hörgeräte nicht tragen können. Es löst
keine Kontaktallergien aus und ist unempfindlich für Feuchtigkeit. In
der Regel kann der Patient einige Tage nach der Operation die Klinik
verlassen. Danach übernimmt der Hörgeräteakustiker die weitere
Betreuung des Hörsystems.
Internationale Erfahrungen mit derzeit über 500 einseitigen
Implantationen belegen eine hohe Akzeptanz des neuen Systems. An der
Universitätsklinik Würzburg wurden bisher 13 Systeme implantiert.
"Der besondere Vorteil der ,Vibrant Soundbridge' liegt im besseren
Sprachverstehen und im Richtungshören", so Dr. Stefan Dazert,
Oberarzt der HNO-Klinik, Universitätsklinik Würzburg.
"Vibrant Soundbridge" ist ein Gemeinschaftsprodukt der
amerikanischen Firma Symphonix und Siemens Audiologische Technik. Es
ist das einzige Mittelohrimplantat, das in Europa zugelassen ist und
auch die strengen amerikanischen FDA-Anforderungen erfüllt.

Handy-Headset für Hörgeschädigte
Soundmate soll Interferenzen beseitigen
Der britische Mobilfunkbetreiber Orange bietet hörgeschädigten Handynutzern
ein spezielles Handset an, das die lästigen Interferenzen zwischen
Mobiltelefon und Hörgerät beseitigen soll. "Soundmate" vom schottischen
Hersteller Hearing Enhancement ist eine daumengroßer Ohrclip, mit dem Signale
zwischen Handy und allen handelsüblichen Hörgeräten störungsfrei transportiert
werden können.
http://www.orange.co.uk/owner/soundmate.html
Durch die Größe von 9 x 6 x 2,6 cm ist das Headset weniger sichtbar als die
meistem am Markt befindlichen Geräte. Die Kabellänge beträgt 11,6 cm.
Soundmate ist allerdings nur für Handys mit einem 2,5 mm-Slot nutzbar, was
derzeit lediglich bei einigen Motorola- oder Trium-Modellen der Fall ist. Für
alle anderen Mobiltelefone ist ein spezieller Connector erforderlich. Das
Spezial-Headset ist zum Preis von 80 Pfund (247 Euro) erhältlich.

"Cocktailparty-Phänomen" wirkt auch bei Affen
Tamarinen reagieren auf Erkennungsruf nur bei konstantem
Geräuschpegel
Lautes Stimmengewirr auf einer Party erschwert zwar die Verständigung.
Dennoch ist eine Unterhaltung möglich, da das Gehirn wahrgenommene
Gesprächsfetzen zu sinnvollen Worten verbindet. Dieses
"Cocktailparty-Phänomen" haben amerikanische Forscher jetzt auch bei
südamerikanischen Affen beobachtet, berichten sie im Fachmagazin "Nature
Neuroscience" (Ausg. 4, Nr. 8, S. 783f.)
http://www.nature.com/neuro
.
Für ihre Versuche haben Marc Hauser und seine Kollegen den Erkennungsruf
genutzt, mit dem Tamarinen ihre Gruppe finden. Die Wissenschaftler wollten
wissen, ob die kleinen Affen, die im Regenwald am Amazonas leben, Teilstücke
des Geräusches noch in einen Zusammenhang bringen.
Sie fanden heraus, dass die Tiere Anfang und Ende des Rufes nur dann als
Erkennungsruf wahrnehmen, wenn die Lücke zwischen den Teilstücken mit einem
Geräusch gefüllt ist. Spielten die Forscher lediglich Anfang und Ende des Rufs
mit einer Pause dazwischen ab, erhielten sie keine Antwort. Das ergibt auch
Sinn, sagen die Wissenschaftler: In der Natur kann der Ruf zwar durch andere
Geräusche gestört, nicht jedoch durch Stille unterbrochen werden.

Elektronische Nase erkennt feinste Geruchsunterschiede
Genetische Unterschiede und Geruch hängen zusammen
Wissenschaftler der Universität Tübingen
http://www.uni-tuebingen.de
haben mit einer elektronischen Nase feine Geruchsunterschiede bei Mäusen
festgestellt. Diese Ergebnisse bringen die Gerüche der Nagetiere mit
genetischen Unterschieden in Verbindung. Damit werden Theorien bestätigt,
wonach Mäuse Inzucht verhindern, indem sie Familienmitglieder und Fremde am
Geruch unterscheiden. Das Team um Hans-Georg Rammensee ist laut BBC überzeugt,
dass dieses Verfahren in Zukunft auch für das Studium menschlichen Verhaltens
eingesetzt werden kann. PNAS
http://www.pnas.org
"Unsere Daten erlauben jetzt einem biochemischen Ansatz, den Einfluss von
genetisch bestimmten Geruchstypen auch auf das soziale Verhalten des Menschen
zu untersuchen." Bei Mäusen stellte die Nase nicht nur Geruchsunterschiede
zwischen Tieren unterschiedlichen Geschlechts fest, sondern auch zwischen
gleichgeschlechtlichen Nagern, die bestimmte genetische Unterschiede
aufwiesen. Diese Unterschiede, Variationen des MHC Gens, stehen mit der
Arbeitsweise des Immunsystems in direktem Zusammenhang. Der Nachwuchs von
Mäusen, die einen Partner mit MHC Genen wählen, die sich von den eigenen
unterscheiden, scheint widerstandsfähiger gegen Krankheiten zu sein. Frühere
Studie waren bereits davon ausgegangen, dass Mäuse einen guten Partner am
Geruch erkennen.
Die elektronische Nase wurde ursprünglich von einem anderen Institut der
Universität entwickelt und wird heute bereits in der Lebensmittelindustrie
eingesetzt. Sie kann die Unterschiede zwischen verschiedenen Sorten von
Olivenöl, Kaffee, Bier und sogar unterschiedlichen Autoinnenräumen
feststellen. Laut Rammensee kann die Nase Geruch A von Geruch B unterscheiden.
Sie ist jedoch nicht in der Lage, einen Geruch selbstständig zu
identifizieren. Eine Reihe von 16 Sensoren vergleicht Gerüche miteinander und
leitet die Ergebnisse zur Analyse an einen Computer weiter.

Hightech-Halsband für schwer Hörgeschädigte
US-Entwicklung "Bumerang" ermöglicht effektives
Richtungshören
Eine Ergänzung zu herkömmlichen Hörgeräten, entwickelt von Bernard
Widrow, Professor für Elektroingenieurwesen an der Stanford University http://www.stanford.edu
, ermöglicht Schwerhörigen wieder ein beinah normales Leben. Das Bumerang-förmige
Gerät namens "D-HEAR" wird um den Hals getragen und ermöglicht
nicht nur das Richtungshören, sondern es verbessert auch die Spracherkennung
der Schwerhörigen deutlich. In das Gerät, dessen neueste Version Widrow auf
dem Kongress der Acoustical Society of America http://asa.aip.org
in Chicago präsentiert wurde, sind sechs Mikrofone und ein Signalprozessor
eingearbeitet. Es verarbeitet die eingefangene Information und leitet sie an
das Hörgerät im Ohr weiter.
Damit ist es in der Lage, auch auf einer Party das gleichzeitige
Stimmengewirr aller Gäste auszublenden und gezielt nur die Stimmen Einzelner
zu verstärken. Der Prototyp des Gerätes hatte in einer ersten Studie im Jahr
1999 bereits erstaunliche Erfolge gezeigt: Alle neun schwer hörgeschädigten
Patienten hatten mit Hilfe des Gerätes deutlich mehr Worte verstehen können
als nur mit einem Hörgerät allein. Zum Teil machte dies den Unterschied
zwischen 25 Prozent und 95 Prozent aller Worte aus.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Hörgeräten und Verstärkern, bei denen nur
ein Mikrofon die Umgebungsgeräusche aufnimmt, wird Lärm durch D-HEAR eher
ausgeblendet, während interessantes Gespräch verstärkt wird. Die Mikrofone
im Gerät sind so angeordnet, dass die Träger der Kette ein "Hörfeld"
von 60 Grad vor sich nutzen. Drehen sie ihren Körper in die Richtung des
Interesses, so bestimmen sie dadurch die Wichtigkeit der Töne. Der
Signalprozessor verarbeitet die Signale der verschiedenen Mikrofone und verstärkt
gezielt das gewünschte Signal, während er Echos und anderen Umgebungslärm
reduziert. Drahtlos gelangt das optimierte Signal über das Halsband in die
Magnetspule des Hörgerätes im Ohr.

Konsistenz des Ohrensekrets ist genetisch bedingt
Frühe Migrationsbewegungen für Zusammensetzung
verantwortlich
Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Universität Tokio
http://www.u-tokyo.ac.jp
deuten darauf hin, dass die Zusammensetzung des menschlichen Ohrensekrets
stark von genetischen Faktoren bestimmt wird. Die "trockene" Genvariante fehlt
bei Europäern und Afrikanern fast völlig. Bei den Ureinwohnern Amerikas und
Menschen aus Nordost-Asien kommt die Variante jedoch sehr häufig vor, so der
Tokyoter Forscher Hiroaki Tomita auf dem Internationalen Kongress für
Humangenetik
http://www.ichg2001.org in Wien.
Forscher nehmen an, dass dieses Verteilungsmuster frühe
Migrationsbewegungen des Menschen reflektieren. Nur die Ureinwohner Amerikas
stammten von Menschen ab, die über die Beringstraße aus Nordost-Asien
einwanderten. Die Ergebnisse legen nahe, dass das "trockene" Ohrenschmalz
irgendwo auf dem Weg der ursprünglichen Diaspora des Menschen zwischen Afrika
und Asien entstanden ist. Weiters zeigen die Ergebnisse, dass bei den
Bevölkerungen Osteuropas, des Mittleren Ostens und Südafrikas die Häufigkeiten
der "trockenen" Genvariante zwischen jenen der Europäer und Afrikaner
einerseits sowie den Ureinwohnern Amerikas und den Nordasiaten andererseits
liegen.
Ohrenschmalz, in der Fachsprache Cerumen, existiert in trockener und
feuchter Form. Der "feuchte" Typ (hell- oder dunkelbraun und klebrig) ist am
weitesten verbreitet, da dieser dominant über die trockene Variante ist. Daher
besitzen nur jene Personen trockenes (grau oder bräunlich und bröselig)
Ohrenschmalz, welche von beiden Elternteilen die Genvariante für trockenes
Cerumen erben.
