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Grippe

 


 

 

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Vogelgrippe  

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NEWS-Exklusiv: Der geheime Notfallplan gegen die Supergrippe

Experten rechnen mit dem Ausbruch einer "Pandemie". Im
      Ernstfall steht das ganze Land still - aus für Schulen,
      Kindergärten und Verkehrsmittel. 

Für das Fall des Ausbruchs einer Supergrippe - der sogenannten "Pandemie" - hat das Gesundheitsministerium einen bisher noch geheimen Notfallplan erstellt.

Das Papier, aus dem in der neuen Ausgabe von NEWS zitiert wird, sieht drastische Maßnahmen für einen solchen Ernstfall vor. Demnach würde im Falle des Vollausbruchs einer Pandemie - bei der Experten allein in Österreich indirekt mit hunderttausenden Toten rechnen -  das Land praktisch im Ausnahmezustand stehen.

Die wichtigsten Punkte des Planes:

- Spitäler müssten auf Behördenverordnung ganze Bettenstationen für den Patientenansturm freimachen.

- Alle Kindergärten, Schulen und öffentliche Einrichtungen mit erhöhtem Personalaufwand würden geschlossen werden.

- Konzerte und Veranstaltungen müssten abgesagt, sowie - in allerletzter Konsequenz - die öffentlichen Verkehrsmittel eingestellt werden.

   Letztlich sieht der Plan vor, dass Tote - ähnlich wie in Katastrophenregionen - innerhalb von wenigen Stunden im Kreise der engsten Angehörigen bestattet werden müssten.

   Virologe Michael Kunze dazu in NEWS: "Der Ursprungsort des Virus wird, ähnlich wie bei der Vogelgrippe, in Asien liegen." Und sich dann, so die Experten, über die modernen Verkehrswege auf die ganze Welt ausbreiten.

   Das Gesundheitsministerium stellt den drastischen Maßnahmen allerdings auch entgegen, dass "genügend Impfstoff" für den Notfall bereitstehen würde.
 


 

Tödliche Grippe im Labor nachgebildet
Experten fordern bessere Beobachtung von Virusstämmen

Heutige Grippeviren können durch kleinste Veränderungen so tödlich gemacht werden wie der Stamm von 1918, der Millionen von Menschen getötet hat. Das haben Wissenschaftler von der Universität von Wisconsin http://www.wisc.edu/ unter der Leitung von Yoshihiro Kawaoka nachgewiesen. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat einem modernen Stamm zwei Gene von einer Probe des 1918er-Virus zugefügt, von dem bekannt war, dass er keinen Effekt auf Mäuse hat. Tiere, die diesem Gemisch ausgesetzt wurden, starben innerhalb weniger Tage an den gleichen Symptomen wie die menschlichen Opfer der Epidemie von 1918. Diese Erkenntnisse wurden im Journal Nature http://www.nature.com publiziert.

Die Forschungsarbeit wurde unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt. Die Experten konzentrierten sich auf zwei Gene, die eine Schlüsselrolle beim Infektionsprozess zu spielen scheinen. Eines kontrolliert die Produktion eines dornenähnlichen Moleküls, Hämagglutinin (HA), das vom Virus benutzt wird, um sich an Zellen anzuhängen, die er infizieren wird. Frühere Studien haben HA als entscheidendes Element identifiziert, das den 1918er-Virus so tödlich machte. Die aktuelle Arbeit scheint das zu bestätigen. Obduktionen von Mäusen, denen das Virusgemisch in die Nase injiziert worden war, zeigten, dass es sich zu den Lungen ausbreitete, wo es Entzündungen und Blutungen verursachte. Die Forscher betonen aber, dass das Experiment nur für Mäuse beweiskräftig sei, nicht für Menschen.

Allerdings hoffen sie, dass ihre Arbeit zu besseren Möglichkeiten führt, die potenzielle Gefahr eines Grippevirus zu beurteilen. "Werden die Eigenschaften des (1918) HA-Gens besser verstanden, das die tödliche Infektiosität verursacht, sollte es möglich sein effektive Kontrollmaßnahmen zu entwerfen und globale Beobachtungsnetzwerke für Influenza-Viren zu verbessern, die eine große Bedrohung für Menschen und Tierspezies darstellen." Die Wissenschaftler glauben, dass der 1918er-Virus von einem mutierten Vogelgrippevirus auf den Menschen übergesprungen ist. Wahrscheinlich ist er vom Schwein übertragen worden, das sowohl den menschlichen als auch den Vogelvirus beherbergt und ihnen so einen Genaustausch ermöglicht, wenn sich der Virus reproduziert. Aus diesem Grund sind die Experten zutiefst besorgt, dass sich die Vogelgrippe, die in Geflügelherden in Südostasien ausgebrochen ist, Gene aneignet, die sie für Menschen hochinfektiös und unter Umständen sogar tödlich macht. Die Botschaft, die dahinter steckt, formuliert der Virologie-Experte John Oxford vom Queen Mary College in London folgendermaßen: "Jeder Grippevirus transportiert Gepäck, das uns potenziell schaden kann, und wir sind gut beraten, diese Tatsache nicht zu ignorieren."

Die Epidemie von 1918, auch als "Spanische Grippe" bekannt, hat angeblich eine Mrd. Menschen infiziert, die Hälfte der Weltbevölkerung zu dieser Zeit. Der Virus tötete mehr Menschen als die Pest im Mittelalter. Obwohl die Ursprünge der Epidemie wahrscheinlich im Fernen Osten liegen, wurde sie als "Spanische Grippe" bezeichnet, weil die spanische Presse die erste war, die sich intensiv mit den Auswirkungen beschäftigt hat.


 

Informations-Zelt der "Initiative gegen Grippe" auf großer Tour
1. Oktober Auftaktveranstaltung in Wien

 

[3 Pressefotos anzeigen]
 
Wien (pts, 1. Oktober 2004 15:45) - Der Herbst ist da. Und mit ihm die Virus-Grippe. Schutz bietet ausschließlich die jährliche Impfung. Daher veranstaltet die "Initiative gegen Grippe" vom 1. bis 9. Oktober 2004 eine Aktionswoche zum Thema Grippe-Impfung in den Bundesländern. Den Auftakt machte der Aktionstag "Grippe im Anflug: Jetzt impfen!" in Wien. Von 10 bis 18 Uhr machte das mobile Informations-Zelt auf dem Schwedenplatz/Franz-Josef-Kai 17 Halt. Experten beantworteten Fragen zur Impfung gegen die Virus-Grippe und verteilten die neue Broschüre "Winterzeit ist Grippezeit". Anwesend waren Mag. Max Wellan (Vize-Präsident der Apothekerkammer Wien), Univ.-Prof. Dr, Michael Kunze (Leiter des Institutes für Sozialmedizin der Universität Wien), Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze (Sozialmedizinerin), Prof. Hademar Bankhofer (Mr. Gesundheit), Tamee Harrison (Sängerin), Maria Kleedorfer-Finz (Bezirksrätin Wien Innere Stadt), Ing. Wilhelm Mohaupt (Vize-Präsident des Österreichischen Seniorenbunds).

Die Stationen der Tour im Überblick
2. Oktober: Eisenstadt, Hauptstraße/Höhe Dreifaltigkeitssäule, 10-18 Uhr
4. Oktober: Innsbruck, Museumstraße 15 vor dem Landesmuseum, 10-18 Uhr
5. Oktober: Klagenfurt, Neuer Platz, 10-18 Uhr
6. Oktober: Graz, Eisernes Tor, 10-18 Uhr
7. Oktober: Salzburg, Schrannenmarkt beim Schloss Mirabell, 8-17 Uhr
8. Oktober: Linz, Taubenmarkt, 10-18 Uhr
9. Oktober: St. Pölten, Riemerplatz, 10-18 Uhr

Virus-Grippe: Status quo in Österreich
Ca. 380.000 Menschen erkranken in Österreich jährlich an der Virus-Grippe. Ein Großteil der Bevölkerung unterschätzt die Gefahr dieser Erkrankung. Tatsache ist aber, dass in Österreich jährlich etwa 11 Menschen an Aids, ca. 931 im Straßenverkehr, aber bis zu 6.000 Menschen an den Folgen der Virus-Grippe sterben. Betroffen sind meist ältere Personen, deren Immunsystem geschwächt ist. Die Durchimpfungsrate liegt in Österreich knapp über 10 Prozent - ein geringer Anteil im europäischen Vergleich. Vergleichbare Länder haben Durchimpfungsraten von 25 Prozent.

Wer sich impfen lassen sollte
Gegen die Virus-Grippe sollten sich all jene impfen lassen, die sich und andere vor der Erkrankung schützen wollen. Besonders empfohlen ist die Impfung für
 
  • Kinder (ab dem 7. Lebensmonat), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter Gefährdung infolge eines Grundleidens (chronische Lungen-, Herz-, Kreislauferkrankungen, Erkrankungen der Nieren, Stoffwechselerkrankungen und Immundefekte)
     
  • Ebenso ist die Impfung für Personen ab 60 Jahren empfohlen.
     
  • Betreuungspersonen (z. B. in Spitälern, Altersheimen und im Haushalt) von Risikogruppen (kranke Kinder, Altersheim) sollen ebenfalls geimpft werden.
     
  • Personal mit häufigen Publikumskontakten.
     
  • Reiseimpfung: Bei Reisen in Epidemiegebiete für alle Reisenden.

    Über die Initiative gegen Grippe
    Die Aufklärungs-Kampagne der "Initiative gegen Grippe" steht unter der Patronanz von Maria Rauch-Kallat, Bundesministerin für Gesundheit und Frauen. Unterstützt wird sie nicht nur vom Ärztekammer-Präsident Dr. Reiner Brettenthaler und von der Apothekerkammer-Vize-Präsidentin Mag. Dr. Christiane Körner, sondern auch von einem Personenkomitee, dem u. a. Dr. David Fedson (Internationaler Influenza-Experte), Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze (Sozialmediziner), Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze (Sozialmedizinerin), Claudia Stöckl (Ö3-Moderatorin), Brigitte Neumeister (Schauspielerin), Tamee Harrison (Sängerin), Prof. Fritz Muliar (Kammerschauspieler), Oliver Stamm (Ex-Volleyballer), Prof. Hademar Bankhofer (Mr. Gesundheit), Karl Blecha (Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs), Stefan Knafl (Obmann des Österreichischen Seniorenbundes), Prof. Ingomar Mutz (Vorsitzender des Impfausschusses des OSR), Univ.-Prof. Dr. Herwig Kollaritsch (Mitglied des Impfausschusses des OSR), Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer (Mitglied des Impfausschusses des OSR), Univ.-Prof. DDr. Ernst Gottfried Huber (Präsident des ÖGK), Univ.-Prof. Werner Zenz (Mitglied des Impfausschusses des OSR), Dr. Michael Häupl (Bürgermeister von Wien), Mag. Matthias Stadler (Bürgermeister von St. Pölten), Dr. Heinz Schaden (Bürgmeister von Salzburg), Mag. Siegfried Nagl (Bürgermeister von Graz), Hilde Zach (Bürgermeisterin von Innsbruck) und Dkfm. Harald Scheucher (Bürgermeister von Klagenfurt) angehören.
     

  • Sind wir auf die nächste weltweite Influenza-Epidemie vorbereitet?
    Neue Technologien sorgen für rasche Reaktionsbereitschaft
     

    Wie gut sind wir auf die nächste globale Influenza-Epidemie vorbereitet? Diese Frage wurde auf der vom 20. bis 23. Oktober in Malta abgehaltenen "First European Influenza Conference" heiß debattiert.
    Der Leiter des virologischen Instituts des Erasmus Medical Centers in Rotterdam, Prof. Albert Osterhaus, sprach über die wachsende Wahrscheinlichkeit einer erneuten Influenza-Epidemie, die bei globaler Ausbreitung als Pandemie bezeichnet wird. Er wies dabei insbesondere auf die Bedeutung eines guten Bereitschaftsplanes hin, wie er von der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 1999 erstellt wurde.
    Um die hohen Sterblichkeitsraten früherer Pandemien - wie etwa der Spanischen Grippe 1918 mit weltweit mehr als 40 Millionen Toten - zu verhindern, sei eine rasche Reaktionsfähigkeit von entscheidender Bedeutung, so John Oxford, Professor für Virologie an der britischen Barts & The London Queen Mary School of Medicine. Laut Prof. Oxford kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass der bei einer Influenza-Pandemie entstehende akute Bedarf an rasch verfügbaren Impfstoffreserven nur mit Hilfe von neuen Technologien gedeckt werden kann. Oxford weiter: "Die neuen Entwicklungen auf dem Gebiet der Herstellung des Influenza-Impfstoffs in Zellkulturen und die Verbesserung der Lage-rungskapazitäten für große Mengen antiviraler Medikamente sind die Mindestvoraussetzung für eine Pandemievorsorge, die dem Stand des 21. Jahrhunderts gerecht wird."
    Tatsächlich hat die WHO bereits 1995 erkannt, dass das gegenwärtig gebräuchliche Herstellverfahren mit Hühnereiern durch ein Verfahren mit Zellkulturen ersetzt werden muss. Die derzeit verbreiteten konventionellen Influenza-Impfstoffe werden in embryonierten Hühnereiern hergestellt. Eine rasche Produktion von Influenza-Impfstoff ist damit abhängig von der Verfügbarkeit befruchteter Hühnereier, in denen das Virus herangezüchtet werden kann.
    Baxter, ein weltweit führendes Unternehmen der Gesundheitsbranche, hat nun ein Verfahren zur industriellen Produktion von Influenza-Impfstoff in einem serum- und proteinfreien Zellkulturmedium entwickelt. Anders als das konventionelle Herstellverfahren mit Hühnereiern weist das so genannte Vero-Cell-Verfahren bei einer Pandemie wesentliche Vorteile auf: Gleich nachdem das Influenzavirus isoliert, identifiziert und an die Produktionsstätten ausgeliefert wurde, kann die Produktion im großen Maßstab beginnen. Die erste Charge mit Impfstoff steht nach 9 Wochen zur Verfügung. Auf diese Weise lassen sich auch neue Virusstämme mit pandemischem Potenzial leicht bekämpfen.
    Der neue Influenza-Impfstoff von Baxter wird in einem Medium hergestellt, das auf den Zusatz von Proteinen oder anderen Rohmaterialien menschlichen oder tierischen Ursprungs verzichtet. Der Influenza-Impfstoff ist nach der Endformulierung rein und frei von Hühnereiweiß, und es wurden keine Antibiotika oder Konservierungsstoffe zugesetzt.
    Das Unternehmen hat die klinischen Phase-III-Studien mit dem im Vero-Cell-Verfahren hergestellten Impfstoff in Europa bereits abgeschlossen. Im Februar 2002 erhielt es die Zulassung in den Niederlanden. Die Zulassung in anderen europäischen Staaten wird derzeit angestrebt.
    Baxter verfügt über eine umfangreiche Produktpalette an Impfstoffen. Mehr als ein Dutzend verschiedene Impfstoffe befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Entwicklung, von der präklinischen Überprüfung bis hin zum Stadium kurz vor der Markteinführung. Dazu gehören auch Influenza-Impfstoffe sowie diverse Kombinationspräparate zur Impfung gegen Meningokokken. Zu den bereits auf dem Markt befindlichen Produkten gehören ein Impfstoff gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus sowie der Impfstoff NeisVac-C gegen die Meningokokken-C-Meningitis.
    Baxter International ist ein weltweit operierender Hersteller von Medizinprodukten und Anbieter von Dienstleistungen im Gesundheitswesen, der zusammen mit seinen Tochtergesellschaften Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen die für sie unverzichtbaren Therapien zur Verfügung stellt. Die Erzeugnisse und Dienstleistungen von Baxter aus den Bereichen Biotechnologie, Infusionssysteme und Nierenersatztherapie werden von Ärzten und Patienten in mehr als 100 Ländern weltweit genutzt. Neben Impfstoffen entwickelt und produziert der Geschäftsbereich BioScience aus Plasma und mit Hilfe von gentechnischen Verfahren therapeutische Proteine zur Behandlung von Hämophilie, von Immundefekten und von anderen Erkrankungen des Blutsystems.
     


     

    Exhumierung von Opfern der spanischen Grippe geplant
    Beschaffenheit des tödlichen Virus soll entschlüsselt werden
     

    Wissenschaftler der Queen Mary’s School of Medicine http://www.mds.qmul.ac.uk haben laut BBC um die Erlaubnis zur Exhumierung von zehn Londonern angesucht, die 1918 an der spanischen Grippe gestorben sind. Das Team um John Oxford will auf diesem Weg die genetische Beschaffenheit eines der tödlichsten bekannten Viren entschlüsseln. Im Winter 1918/1919 starben rund 40 Millionen Menschen an der spanischen Grippe.
     

    Die sterblichen Überreste der Grippe-Opfer wurden in Bleisärgen begraben. Oxford geht daher davon aus, dass die Körper so gut konserviert sein werden, dass das Virus extrahiert werden kann. Verfahren der Molekularbiologie sollen in der Folge erlauben, das Virus wiederherzustellen oder zumindest seinen genetischen Aufbau zu studieren. Es wird nicht erwartet, ein intaktes Virus zu finden. Auf jeden Fall sollte es jedoch eindeutige Spuren in den Lungen der Verstorbenen hinterlassen haben.
     

    Dieses Projekt ist der letzte Schritt einer weltweiten Suche nach den Ursachen der großen Grippe-Epidemie zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Vor zwei Jahren versuchte ein anderes Wissenschaftlerteam auf Spitzbergen das Virus aus den Körpern von Minenarbeitern zu gewinnen. Trotz des herrschenden Dauerfrostes zeigte sich, dass die sterblichen Überreste weniger gut erhalten waren als erwartet. Das Studium von Fragmenten des gefährlichen Typ A Stammes soll Experten dabei helfen, sich auf neue Ausbrüche vorzubereiten. Beim letzten Ausbruch in Großbritannien starben 20.000 vor allem ältere Menschen.
     


    Genetischer Unterschied macht Grippe-Virus tödlich
    Veränderungen des Gens PB2 entscheidend
     

    Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison http://www.wisc.edu haben nachgewiesen, dass ein kleiner genetischer Unterschied auf einem der zehn Gene des Grippe-Virus dafür verantwortlich ist, dass manche Stämme besonders bösartig sind. Die Entdeckung des Teams um Yoshihiro Kawaoka liefert die Erklärung dafür, warum 1997 die Grippe-Epidemie in Hong Kong zu ungewöhnlich vielen Todesfällen geführt hat, berichtet Science http://www.sciencemag.org in seiner aktuellen Ausgabe.
     

    Laut Kawaoka hat eine begrenzte Zahl kleinster genetischer Veränderungen des Gens PB2 einen entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit des ständig mutierenden Virus. Die Wissenschaftler konzentrierten sich auf Proben des H5N1-Virus, das bei der Epidemie in Hong Kong eine entscheidende Rolle gespielt hatte. Durch Tests mit Labormäusen konnte eine Beziehung zwischen dem durch verschiedene Virenstämme verursachten Erkrankungsausmaß bei Tier und Mensch hergestellt werden. In der Folge wurden die H5N1-Stämme in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe, die bei den Mäusen zu tödlichen Infektionen führte und eine relativ harmlose.
     

    In einem nächsten Schritt schuf Kawaoka mittels gentechnischer Verfahren Influenza-Viren. Dem systematischen Tausch von schädlichen und harmlosen Viren folgte der Test der neugeschaffenen Viren an den Versuchstieren. Dabei stellte sich heraus, dass das Virus seine Virulenz PB2 verdankt. Durch weitere Tests mit Viren, die Variationen dieses Gens enthielten, wurde schließlich eine winzige Veränderung an einer RNA des Gens als Auslöser für seine Bösartigkeit identifiziert. Die genaue Funktion von PB2 ist derzeit noch nicht erforscht. Laut Kawaoka kodiert das Gen ein Enzym, das eine entscheidende Rolle bei der vermehrten Virenproduktion in den Wirtszellen spielt.
     

    Wilde Wasservögel gelten als natürliche Träger des Influenza-Virus. Sie übertragen das Virus auf Schweine oder Hühner, die es ihrerseits an den Menschen weitergeben. Beim Ausbruch des Virus H5N1 in Hongkong gelang es erstmals, die direkte Übertragung von Hühnern auf den Menschen zu belegen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurde in der Folge mehr als eine Million Tiere getötet. Details: http://www.niaid.nih.gov/newsroom/releases/genchange.htm
     

    Weitere Informationen zum Thema Grippe finden sich im Internet unter http://www.niaid.nih.gov/newsroom/focuson/flu00
     


     
    Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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    Stand der letzten Bearbeitung:
     13.02.2007 03:34:00
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