Greenpeace weist unwahre
Stenzel-Behauptungen mit Empörung zurück
"Die Unterstellung von Frau Stenzel, Greenpeace würde das
Demonstationsrecht mißbrauchen, weisen wir mit Empörung zurück", so
Greenpeace-Kampagnenleiter Matthias Schickhofer angesicht der heutigen
Aussagen von Urusla Stenzel zur Untersagung einer für morgen geplanten
Greenpeace-Kundgebung zum Thema illegaler Walfang.
"Wenn Stenzel unsere Kundgebung durch einen Willkürakt verhindern will, dann
ist es unser gutes Recht, auf dem Grundrecht der Versammlungs- und
Meinungsfreiheit zu beharren und die Kundgebung nun als Demonstration
anzumelden", so Schickhofer.
Entgegen den Behauptungen von Stenzel sei Greenpeace gegenüber auch niemals
ein alternativer Ort für die Kundgebung angeboten worden. "Ganz im
Gegenteil: der Stenzel-Sprecher hat anläßlich der heutigen Begehung
ausdrücklich von einer 'Sperrzone im ersten Bezirk' gesprochen."
"Ich rufe Frau Stenzel dringend auf, bei der Wahrheit zu bleiben und wieder
zu demokratischen Gepflogenheiten zurückzukehren", so Schickhofer
abschließend.

Greenpeace startet Feinstaub-Messtour
durch Österreich
Feinstaubbelastung bereits dritthäufigste Todesursache
Vergangene Woche hat Greenpeace in Wien und Umgebung Feinstaubmessungen
begonnen. Die Ergebnisse zeigen: Die tatsächliche Belastung, der die
Menschen ausgesetzt sind, liegt meist deutlich höher als die offiziellen
Messstationen angeben. Laut Ö-Norm wird auf einer Höhe von mindestens drei
Meter gemessen, manche Messstellen können allein aufgrund ihrer Lage keine
ernstzunehmenden Ergebnisse liefern: So misst beispielsweise eine Messstelle
nahe Wien die Feinstaubbelastung hinter einem Friedhof. "Nasen und Lungen
richten sich im Allgemeinen nicht nach der Ö-Norm", kommentiert
Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof. "Die amtlichen Zahlen
verschleiern, was wir tatsächlich einatmen müssen."
Verkehrslärm und Feinstaub sind in Österreich in einem Kompetenzwirrwarr
geregelt: Für Lärm sind Bund und Länder zuständig, die Kompetenzen sind aber
nicht klar abgegrenzt. Für Feinstaubbelastungen sind in erster Linie die
Landeshauptleute in die Verantwortung zu nehmen. Dieser
Zuständigkeitswirrwarr hat zur Folge, dass dringende Maßnahmen nicht
durchgeführt werden. Die zuständigen Behörden oder Landeshauptleute können
sich durch Gesetzeslücken vor ihren Pflichten drücken.
Seit dem 1. Jänner 2005 sind jährlich dreißig Grenzwertüberschreitungen
erlaubt, praktisch alle österreichischen Ballungszentren sind betroffen. Im
Jahr 2010 werden "nur" mehr 25 Überschreitungen pro Jahr toleriert, die
Bundesländer müssen also dringend Maßnahmen ergreifen.
Feinstaubbelastung ist mit etwa 2.500 Todesfällen die dritthäufigste
Todesursache in Österreich hinter Rauchen (12.000) und Alkohol (8.000) -
Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs können durch Feinstaub ausgelöst werden.
Weitere mögliche Folgen sind: Atemnot, Husten, Einschränkung der
Lungenfunktion und Atemwegs- (u. a. Entzündungen) sowie Herz- und
Kreislauferkrankungen.
Greenpeace fordert rasche Maßnahmen zur Feinstaubbekämpfung: keine
Steuer-Vorteile für Diesel-Treibstoff sowie keine Neuzulassungen von
Diesel-KFZ ohne Russpartikelfilter. "Die Landeshauptmänner Pröll und Häupl
mögen bitte erklären, wie sie unter diesen Gesichtspunkten die Lobau- und
die Nordost-Autobahn bauen wollen", fragt Westerhof. Ohne eine
Verkehrsreduktion - und besonders ohne eine Reduktion im Transportsektor -
wird das Feinstaubproblem nicht in den Griff zu bekommen sein. "Greenpeace
fordert die Landeshauptleute auf, sofort zu reagieren und Maßnahmen gegen
die Feinstaubbelastung zu setzen", so Jurrien Westerhof abschließend.

Greenpeace: Heringsschmaus schwimmt
in Konservierungsstoffen
Greenpeace-Marktcheck bewertet zum Aschermittwoch Fischprodukte
Kein Heringsschmaus im Glas ist ohne Konservierungs- oder andere
Zusatzstoffe zu haben. Das zeigen Greenpeace-Recherchen in österreichischen
Supermärkten. Ein bitterer Beigeschmack zum Ende der Faschingszeit, wenn
Matjes, Gabelroller, Russen & Co. auf vielen österreichischen Einkaufslisten
stehen. Auch aus ökologischer Sicht ist das Vergnügen getrübt: Die Situation
der Fischbestände hat sich nicht verbessert, die Meere bleiben überfischt.
Details dazu verrät der neue Greenpeace-Einkaufsführer "Fisch & Facts 2005":
Lediglich Hering, Makrele, Karpfen sowie Fisch aus Bio-Aquakulturen können
aus ökologischer Sicht guten Gewissens empfohlen werden. Alle anderen
Fischarten werden als "kritisch" bzw. "katastrophal" eingestuft.
Unter www.marktcheck.at
stellt Greenpeace eine breite Palette von Fischprodukten -Heringsroller,
Tunfisch, Räucherfisch, Tiefkühl- sowie Frischfisch - nach unterschiedlichen
Kriterien bewertet ins Netz. Unter die Lupe genommen wurden die Situation
der Fischbestände, die Auswirkungen der jeweiligen Fangmethode auf die
Meeresumwelt, die Transportentfernung, Verpackung und Zusatzstoffe. "Die
Unterscheidung der Fischprodukte in "grün", "orange" und "rot" gibt den
österreichischen Konsumenten die Möglichkeit, für den Heringsschmaus bewusst
einzukaufen", erklärt Nina Thüllen, Sprecherin von Greenpeace.
Seit 1. Jänner 2002 gilt eine EU-weite Kennzeichnungspflicht von
Fischprodukten. Über Fangebiet und Fangmethode muss nun Auskunft erteilt
werden. Allerdings nur für ganze und filetierte Fische. Verarbeitete
Produkte sind davon ausgenommen. "In Sachen Heringsschmaus und Tunfischdose
tappt der Konsument weiterhin im Dunkeln. Die Richtlinie muss auf
verarbeitete Fischprodukte erweitert werden", fordert Thüllen.
Greenpeace-Recherchen bei Merkur, Billa, Spar, Hofer und Zielpunkt haben
ergeben, dass kaum ein Heringsschmaus im Glas ohne Konservierungs- oder
andere Zusatzstoffe zu haben ist. Die Heringsgläser der österreichischen
Marken "Ozean", "Elfin" und "Warhanek" enthalten durchwegs die
Konservierungsstoffe Kaliumsorbat (E 202) und Natriumbenzoat (E 211). Diese
Konservierungsstoffe können gesundheitsschädliche Wirkungen haben und
allergische Reaktionen hervorrufen. "Es ist möglich auf Konservierungsstoffe
und Geschmacksverstärker zu verzichten. In Deutschland kommen nahezu alle
"Heringshappen" ohne Konservierungsstoffe in die Kühlregale", so Nina
Thüllen von Greenpeace.
"Fisch&Facts" kann kostenlos bestellt werden unter 01-5454580, per Mail:
service@greenpeace.at oder im
Internet:
www.greenpeace.at Die
Bewertung der Fischprodukte finden Sie unter
www.marktcheck.at

Greenpeace-Menschenteppich gegen "Dow
Chemical" in Davos
Trotz massiver militärischer Sicherheitsvorkehrungen ist es
Greenpeace gelungen, den weltweiten Protest gegen "DOW Chemical" an das
World Economic Forum (WEF) in Davos heranzutragen. Rund sechzig Aktivisten,
darunter auch sieben Österreicher/innen, protestieren mit einem
Menschenteppich gegen DOW´s Weigerung, endlich Wiedergutmachung in
Bhopal/Indien zu leisten und die längst fälligen Aufräumarbeiten
einzuleiten. Tausende von Menschen leiden seit 1984 an den Folgen der
schlimmsten Chemiekatastrophe aller Zeiten, für die der amerikanische
Konzern "DOW Chemical" nach wie vor keine Verantwortung übernehmen will.
Die als Skelette verkleideten Aktivisten legen symbolisch für die weit
über 20.000 Todesopfer in Indien Zeugnis ab. Schilder mit den DOW-Logos und
der Aufschrift «DOW, clean up Bhopal NOW!» fordern unmissverständlich, die
trotz weltweiter Proteste bis heute verleugnete Verantwortung für Bhopal
endlich wahrzunehmen und die Schulden zu begleichen.
So erhielt DOW gestern, am 26. Jänner 2005, von der
WEF-Gegenveranstaltung "Public Eye on Davos" auch einen erstmals vergebenen
"Preis" in der Kategorie "Menschenrechtsverletzungen". Greenpeace hatte den
US-Konzern im Namen der "International Campaign for Justice" dafür nominiert
(siehe auch www.evb.ch).
Rachna Dhingra, Vertreterin der Überlebenden-Organisationen aus
Bhopal,verlas die Anklageschrift zur "Preisverleihung": "Die Menschen in
Bhopal sterben und leiden wegen DOW, denn diese Katastrophe dauert an.
Bhopal zeigt auf, wie weit die Verantwortungslosigkeit von Konzernen gehen
kann, und wurde zum Symbol für Corporate Crimes. Und DOW selbst ist für die
Opfer zum Inbegriff des Corporate Criminal geworden."
Den WEF-Slogan "Taking responsibility for tough choices" kommentiert
Matthias Wüthrich von Greenpeace: "Wie kann das WEF als Club der selbst
ernannten 'Global Leaders' von Verantwortung reden, wenn WEF-Mitglieder wie
DOW alles tun, um ihre Verantwortung zu verleugnen und Umwelt- und
Menschenrechte mit Füßen treten? Die Konzerne müssen zuerst ihre Schulden
begleichen, bevor sie von Verantwortung zu reden beginnen."
Auch beim World Social Forum in Porto Alegre werden DOW und seine Schuld
gegenüber Bhopal ein Thema für Greenpeace sein, weil dieser Fall überaus
deutlich zeigt, wie wichtig ein internationales Regelwerk zur
Unternehmensverantwortung und Schadenshaftung wäre.
Bilder der Aktion stehen nach 14 Uhr unter
www.greenpeace.ch/pressebilder zur Verfügung
Zusätzliche Infos auch unter
www.bhopal.net,
www.greenpeace.org und
www.greenpeace.ch

Personalwechsel in Medienabteilung
von Greenpeace
Die Medienabteilung von Greenpeace Zentral- und Osteuropa steht seit
heute unter einer neuen Führung. Matthias Schickhofer, wird zukünftig als
Direktor den zentralen Bereich "Kampagnen, Medien und Aktion" leiten. Der
37-Jährige begann seine Karriere während seines Studiums der Psychologie bei
Greenpeace Österreich vor 14 Jahren. Später arbeitete er als Experte für
Verkehrsangelegenheiten und leitete die Kampagnenabteilung bei Greenpeace.
Zuletzt war Schickhofer Leiter der Medienabteilung von Greenpeace Zentral-
und Osteuropa (CEE). Schickhofer ist nun verantwortlich für die
Gesamtleitung der Kampagnen von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa in den
Ländern Österreich, Slowakei, Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Slowenien,
Kroatien und Bosnien-Herzogowina.
Neuer Leiter der Medienabteilung von Greenpeace CEE wird Attila Cerman. Der
41-Jährige war bereits zwischen 1994 und 1997 Medienreferent bei Greenpeace
Österreich und dort auch im Fundraising tätig. Cerman war zwei Jahre lang
als Pressesprecher, Marketing-Leiter und Geschäftsführer der
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Österreich tätig. Seit Frühjahr 2004
leitete er den Internetbereich bei Greenpeace in Österreich.
Pressesprecher bleiben der Jurist und Politologe Franko Petri, zuständig für
Energie, Atom, Klima, Verkehr, Chemie, Umweltkatastrophen, Umweltrecht und
Medienbeobachtung sowie der ehemalige Radiojournalist Axel Grunt, der
inhaltlich für die Bereiche Gentechnik, Artenvielfalt, Meere, Wale und
Wälder zuständig sein wird.

Greenpeace: EVN wird Speerspitze des
Atomstromriesen EdF in Osteuropa
Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet, dass die
österreichischen Energieversorger zu Marionetten für den französischen
Atomstromkonzern Électricité de France (EdF) für den Ausbau der Atomkraft in
Osteuropa werden. Bereits 1996 verkaufte das Land Steiermark eine
Sperrminorität von mehr als 25 Prozent an den Atomkonzern. Nun hat die EdF
sich über deren deutsche Tochter Energie Baden-Württemberg (EnBW) auch noch
beim niederösterreichischen Landesenergieversorger EVN eingekauft. "Offenbar
versucht die EdF, der größte Atomstromkonzern Europas, seine Bauern in
Stellung zu bringen, um den Ausbau der Atomkraft in den neuen EU-Staaten im
Osten voran zu treiben. Auch die beiden neuen Reaktoren im slowakischen
Mochovce an der österreichischen Grenze könnten mit dem Knowhow der EdF
gebaut werden", warnt Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer und kritisiert
die Landeshauptleute Pröll und Klasnic, die das einfach so hinnehmen.
Die angeblich "österreichische" Stromlösung, nach der die
Landesenergieversorger Anteile an den jeweils anderen Energieversorgern
haben, führte nur dazu, dass sich ausländische Konzerne in Österreich
einkaufen, rügt Greenpeace. Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin
Pröll tritt nach außen gegen Atomkraft auf, hat aber noch nicht gegen den
Bau der neuen Reaktoren in Mochovce protestiert. Auch die steirische
Landeshauptfrau Waltraud Klasnic hat zugelassen, dass die steirischen
EVN-Anteile an den Atomkonzern EdF verkauft werden, der beim Bau des
grenznahen AKW Mochove beteiligt war. "Während sich die Atomkonzerne in
Österreich einkaufen, wird der Strompreis durch dieses Oligopol für die
Kunden künstlich in die Höhe geschraubt", kritisiert Mayer das
österreichische Energiechaos.
Einerseits versucht die Slowakei die Lebensdauer der Reaktoren in Bohunice
zu verlängern, andererseits wird bereits am Neubau der Reaktoren in Mochovce
gearbeitet. Greenpeace fordert, dass sich sowohl die Bundesregierung als
auch die Landeshauptleute Klasnic und Pröll endlich gegen den Neubau der
Risikoreaktoren an Österreichs Grenze einsetzen. "Die österreichischen
Politiker scheinen taub für die neue Atomgefahr an unserer Grenze zu sein.
Im Rahmen der Espoo-Konvention hätte Österreich die Möglichkeit, sich bei
der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau der Mochovce-Reaktoren
einzubringen", ruft Mayer die österreichische Politik endlich zum Handeln
auf.

Greenpeace und GLOBAL 2000 feiern
Absage von Anti-Ökostromgesetz
Greenpeace und Global 2000 feiern heute den Sieg über die Unvernunft
der Bundesregierung. Die geplante Ökostromgesetznovelle, die das faktische
Aus für die Förderung des Ökostroms in Österreich im Verfassungsrang
gebracht hätte, wird durch die Weigerung der SPÖ, diesem Gesetz zuzustimmen,
nicht beschlossen werden. Damit bleibt die derzeitige Regelung in Kraft, die
eine vorbildliche Förderung des Ökostroms in Europa vorsieht. Greenpeace
stellt dennoch klar, dass Minister Bartenstein trotzdem noch per Verordnung
niedrigere Einspeisetarife für Wind-, Sonne- und Biomassekraftwerke
festlegen kann. "Damit könnte der Minister die Ökoenergie-Förderung zwar
weiter behindern, hat aber kein Verfassungsgesetz als Rechtsgrundlage
dafür", warnt Greenpeace-Energiesprecher Erwin Mayer. Auch GLOBAL 2000 ist
erfreut, dass die bisher sehr effektive Ökostromförderung nicht zu Gunsten
von Kohle- und Gaskraftwerken und steigenden Atomstromimporten aufgegeben
wurde. "Mit dem Ökostromgesetz überlebt ein wichtiges Mittel gegen die
Klimakatastrophe", so GLOBAL 2000-Energiesprecher Thorben Becker.
Nach den Plänen von Industrieminister Martin Bartenstein und
Landwirtschaftsminister Josef Pröll sollte das in den letzten Jahren sehr
effektive Ökostromgesetz heute im Wirtschaftsausschuss und anschließend im
Nationalrat novelliert werden. Speziell die Förderung von Windenergie, aber
auch die Verstromung von Biomasse- und -gas wäre mit der geplanten
Novellierung dramatisch reduziert worden. Auch die Haushaltskunden wären mit
dieser Novelle nicht entlastet worden. Außerdem hätten die Haushaltskunden
anstatt von Ökostromanlagen unter anderem Gas- und Kohlekraftwerke
subventioniert und noch mehr Atomstromimporte mitfinanziert. Greenpeace und
GLOBAL 2000 fordern weiterhin den raschen Ausbau von Ökostromanlagen und das
Ziel von zehn Prozent Ökostrom bis zum Jahr 2010. Die gestrandete Novelle
hätte nur sieben Prozent vorgesehen.

Greenpeace: Kernfusion nur auf der
Sonne, Sonnenenergie auf der Erde!
Die Umweltorganisation Greenpeace lehnt die Kernfusion auf der Erde
ab und wendet sich gegen den Kernfusionsreaktor ITER der EU und anderer
Atomstaaten. Greenpeace kritisiert, dass die Kernfusion ernorm hohe Kosten
verursacht und erst in ferner Zukunft möglich sein wird. Greenpeace weist
auch auf das Gefahrenpotential solcher Reaktoren und auf die Entstehung von
Atommüll bei der Kernfusion hin. "Die Österreichische Bundesregierung darf
dem Kernfusionsprogramm ITER heute in Brüssel auf keinen Fall zustimmen",
fordert Greenpeace Energieexperte Erwin Mayer. "Die Kernfusion findet
bereits auf der Sonne ununterbrochen statt und diese Energie kommt ganz von
allein auf die Erde. Statt die Sonne auf der Erde nachzubauen, sollten wir
mit der Sonnenenergie arbeiten und die Gelder besser in die Entwicklung und
Förderung von erneuerbaren Energien wie Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft
stecken", so Mayer.
Sowohl beim heutigen EU-Wettbewerbsrat als auch später bei der Festlegung
des Euratom-Forschungsprogramms in einem Jahr verlangen die Umweltschützer
eine klare Anti-Atom-Haltung der Bundesregierung. Während die Atomstaaten in
Europa mit Japan um den Standort für den geplanten Forschungsreaktor ITER
streiten, droht Europa ein im Verfassungsrang festgeschriebener
Euratom-Vertrag. Dieser Vertrag sichert der Atomenergie - und auch der
Kernfusion - eine privilegierte Stellung vor allen anderen Energieformen.
In dem Vorschlag zur europäischen Verfassung selbst sollten "neue und
erneuerbarere" Energieformen gefördert werden. Mit "neu" ist hier aber die
Kernfusion gemeint. Greenpeace fordert die Abschaffung des Euratom-Vertrages
als Einstieg in den Ausstieg aus der europäischen Atomwirtschaft.
Stattdessen sollte das österreichische Ökostromgesetz ausgebaut werden und
gemeinsam mit anderen erfolgreichen Förderregimen dazu beitragen in Europa
die Atomenergie zu ersetzen.

Greenpeace: Todesstoß für Ökostrom
Greenpeace kritisiert die heute von den Bundesministern Bartenstein
und Pröll sowie von FPÖ-Energiesprecher Hofmann präsentierte Einigung für
eine Kürzung der Ökostromförderung. "Eine Kürzung um 86 Prozent für die
Ökostromförderung bedeutet das Aus für den raschen Ökostrom-Ausbau der
letzten beiden Jahre", warnt Erwin Mayer, Energie-Experte von Greenpeace.
Greenpeace befürchtet als Folge dieser Entscheidung den massiven Anstieg
von Atomstrom-Importen und CO2-Emissionen. "Jetzt wird der zurückgestutzte
Ökostrom nicht einmal mehr den Stromverbrauchsanstieg pro Jahr abdecken
können, der in den letzten Jahren zwei bis drei Prozent betrug", so Mayer
weiter.
Allein bei der Windenergie bedeutet das statt über hundert Windrädern pro
Jahr eine Reduktion auf etwa zehn Windräder pro Jahr. Auch die Biomasse- und
Biogas-Verstromung wird auf niedrigem Niveau gedeckelt. Greenpeace
vergleicht die Förderung von Ökostrom in Österreich mit den erst vor kurzem
von der EU gewährten Subventionen für das AKW Ignalina in Litauen und das
AKW Bohunice in Tschechien. Umgerechnet auf die Förderung pro KWh erhält
Ignalina 0,3 Cent/KWh und Bohunice 0,25 Cent/KWh. Das entspricht ungefähr
dem Betrag, den die Österreicher im letzten Jahr für den Ausbau von Ökostrom
zu bezahlen hatten. "Wir brauchen mehr Ökostrom in Österreich statt hoch
subventionierten Atomstrom-Importen aus Nachbarländern", fordert Mayer.
Nach den für Greenpeace enttäuschenden Verhandlungen zwischen
Industrieminister Bartenstein und Landwirtschaftsminister Pröll sowie der
Zustimmung durch die FPÖ setzt Greenpeace jetzt seine Hoffunungen auf die
Oppositionsparteien. Im Gegensatz zu vielen anderen Novellen, die von der
Regierung im Alleingang beschlossen werden können, braucht eine
Ökostrom-Gesetznovelle die Zustimmung zumindest der SPÖ, weil im Gesetz
Verfassungsbestimmungen enthalten sind. Diese können nur mit einer
Zweidrittelmehrheit abgeändert werden. Damit ist mit dem Ministerratsvortrag
laut Greenpeace noch nicht alles verloren, sondern die Verhandlungen mit den
Oppositionsparteien beginnen erst und könnten das notwendige Ausbauziel von
zehn Prozent Ökostrom und zwölf Prozent Kleinwasserkraft bis 2010 noch im
Ökostromgesetz verankern.

Greenpeace verurteilt
Atomstromimport-Drohungen von Verbund
Die Umweltorganisation Greenpeace verurteilt die Drohungen von
Verbund-Chef Hans Haider, Kraftwerke abzuschalten und Atomstrom zu
importieren. Der Verbund ist der größte Atomstrom-Importeur Österreichs und
die Importe werden immer mehr, unabhängig vom Handel mit
Verschmutzungszertifikaten. "Der Verbund tut so, als müsste er seine
Kraftwerke abschalten, wenn er nicht genügend Gratiszertifikate bekommt.
Dabei ist er nicht gezwungen, fossile Energieträger zu verfeuern. Der
Verbund könnte auch vermehrt Biomasse zuheizen oder eigene
Biomasse-Kraftwerke errichten, dann würde er weniger
Verschmutzungszertifikate brauchen. Biomasse gibt es genug in Österreich",
so Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer.
Greenpeace kritisiert außerdem, dass der Verbund ein ständiger Bremser beim
Ökostromgesetz ist und eine Deckelung für den Ökostromausbau vertritt. "Die
Wind-, Sonne- und Biogas-Verstromung wird blockiert und gleichzeitig regt
sich Verbund auf, dass er mehr Verschmutzungszertifikate braucht", so Mayer.
Stattdessen sollten die Zertifikate durch CO2-neutrale Energieträger ersetzt
werden. "Der simple Zusammenhang - ohne Atomstrom oder genügend gratis
Verschmutzungsrechte geht uns das Licht aus - ist irreführend", so Mayer
klarstellend und weist darauf hin, dass die österreichischen Steuerzahler
letztlich auch noch die Rechnung für den schmutzigen Strom und den
Klimawandel zahlen müssen.

Greenpeace: Unverständliche Empfehlung der Bioethikkommission
Greenpeace kritisiert den heute bekannt gewordenen Beschluss der
Bioethikkommission, die Implementierung der sogenannten Biopatentrichlinie zu
empfehlen. "Die Aussage des Vorsitzenden der Kommission Huber, dass die
Richtlinie die Patentierung des menschlichen Körpers oder Teilen davon
ausschließt, ist bestenfalls auf Unkenntnis der gängigen Praxis
zurückzuführen," kritisiert Greenpeace Gentechnik-Experte Thomas Fertl. Die
Richtlinie schafft die rechtliche Grundlage um Lebewesen oder Teile davon
patentieren zu können: Aktuelles Beispiel ist das vom Europäischen Patentamt
bereits erteilte Brustkrebsgenpatent, gegen das sich eine breite Allianz
gebildet hat. Vor wenigen Tage hat das Luxemburger Parlament nach einer
entsprechenden Empfehlung des nationalen Ethikrates die Umsetzung der
Bioethikrichtlinie auf Eis gelegt. "Die Entscheidung der Bioethikkommission
kommt der Empfehlung gleich, die Patentierung von Lebewesen zu legalisieren",
so Fertl.
"Greenpeace fordert die Bioethikkommission auf, diese Entscheidung zu
überdenken und von der Politik die umstrittenen Richlinie neuzuverhandeln
anstatt sie umzusetzen. Alles andere wäre ein Affront gegen die 1,2 Millionen
Österreicher, die sich im Rahmen des Gentechnik-Volksbegehren gegen die
Patentierung von Leben ausgesprochen haben", so Thomas Fertl heute. Dass die
Biopatentrichtlinie die Grundlage für die Patentierung von Leben bildet,
beweist das Europäischen Patentamt (EPA) in München: Das EPA erteilt seit
Jahren auf Grundlage der Biopatentrichlinie Patente auf Leben oder Teile von
Lebewesen. Es wurden bereits hunderte Patente auf Pflanzen, Tiere,
Mensch-Tier-Mischwesen, menschliche Organe und Gene erteilt. So wurden der
Firma "Myriad Genetics" zwei Patente auf das sogenannten Brustkrebsgen
zuerkannt. Greenpeace hat gegen dieses Patent Einspruch erhoben und wird dabei
unter anderen unterstützt von der Deutschen Ärztekammer, der evangelischen und
katholischen Kirche und Patientenorganisationen. Sie alle befürchten, dass
dieses Patent die medizinische Forschung behindert und letztendlich auf Kosten
der Brustkrebspatienten geht. Das Wissenschaftsmagazin Nature publizierte vor
kurzem eine Studie, die diese Befürchtungen untermauert: Ein Patent auf das
Haemochromatose-Gen hat zu einem Rückgang der Forschung über die Bekämpfung
dieser Krankheit geführt.
Die "Richtlinie zum Schutz biotechnologischer Erfindungen" (kurz
Biopatentrichlinie) wurde 1998 vom Europäischen Parlament beschlossen und
hätte in der Folge bis zum Sommer 2000 in den Eu- Mitgliedsstaaten in
nationales Recht umgesetzt werden müssen. Gegen diese Richlinie gab es von
Anfang an großen Widerstand, daher haben bislang nur fünf der 15 Staaten
(Irland, England, Dänemark, Finnland und Griechenland) die Richtlinie
umgesetzt.
Hintergrundinformationen über die Biopatentrichlinie sowie das
Brustkrebsgenpatent finden Sie im Internet unter:
http://www.greenpeace.at/umweltwissen/gentech/patente/index.htm

Greenpeace: Österreich Vorbild für Saatgut-Regelung in EU
Umweltorganisation fordert Einhaltung der Nachweisgrenze
Die Umweltorganisation Greenpeace
http://www.greenpeace.at
hat heute, Freitag, die EU-Kommission aufgefordert, europaweit Massnahmen
gegen die gentechnische Verunreinigung von Saatgut zu ergreifen. Die am ersten
Januar in Kraft getretene österreichische Regelung diene dabei EU-weit als
Vorbild, so Greenpeace in einer Aussendung. Auch Italien wird heute darüber
entscheiden, ob es diesem Vorbild folgt.
Die Umweltorganisation befürchtet, dass im Falle einer Nicht-Regelung in
der Anbausaison 2002 die Gefahr droht, dass EU-weit auf großen Flächen
unbewusst und unkontrolliert Gentech-Saatgut ausgebracht wird. Gefordert wird,
dass in Saatgut keine gentechnischen Verunreinigungen nachweisbar sein dürfen.
Die Nachweisgrenze liege bei ca. 0,1 Prozent. "Eine aktuelle Recherche zeigt,
dass selbst US-Saatgut-Firmen sauberes Saatgut liefern können", so
Greenpeace-Gentech-Experte Thomas Fertl. EU-weit müssen daher strenge
Vorschriften gegen gentechnische Verunreinigungen in Saatgut eingeführt
werden.
Selbstverständlich sei der Bundesminister für Landwirtschaft Wilhelm
Molterer aufgefordert, die
Einhaltung der Vorschriften streng zu überwachen und bei Verstößen
unverzüglich einzugreifen. Nur so könne gewährleistet werden, dass die
österreichische Landwirtschaft weiterhin gentechnik-frei bleibe, meint Fertl.
Die Europäische Kommission hat schon mehrmals eine Richtlinie zur Regelung
gentechnischer Verunreinigungen in Saatgut von konventionellen, nicht
genmanipulierten Sorten angekündigt. "Allerdings verzögert die Kommission
diese Richtlinie ständig. In der Folge werden großflächig Gentech-Pflanzen
ungewollt und unkontrollierbar angebaut", so der Gentechnik-Experte. Teile der
Saatgut- und Biotech- Industrie behaupten, dass es nicht möglich sei, die
Grenzwerte von 0,1 Prozent einzuhalten und fordern Grenzwerte bis ein Prozent.
Eine neue Studie von CropChoice.com
http://www.cropchoice.com
, einer amerikanischen
Bauern-Informationsplattform, listet über 30 US-Saatgutfirmen auf, die Mais-
und Soja-Saatgut anbieten, in dem keine gentechnischen Verunreinigungen
nachweisbar sind.
http://www.cropchoice.com/leadstry.asp?RecID=561
Im Mai 2001 haben Analysen gezeigt, dass in Österreich verkauftes
Mais-Saatgut mit nicht zum Anbau zugelassenem Gentech-Mais verunreinigt war.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Österreich etwa 180 Tonnen
gentechnisch verunreinigtes Saatgut verkauft. Das entspricht einer Anbaufläche
von ca. 6.000 Hektar.

Greenpeace kündigt rechtliche Schritte gegen Wienstrom an
Umweltorganisation liefert Zahlen über Atomstrom in
Österreich
Nach der Kennzeichnungspflicht des Stromgesetzes (ElWOG) sind seit dem 1.
Oktober 2001 alle Stromhändler, die in Österreich Strom an Endkunden liefern,
verpflichtet, den Anteil von Atom, Kohle, Wasser und Ökostrom auf der
Stromrechnung auszuweisen. Trotz der gesetzlichen Verpflichtung hat die
Wienstrom auf ihrer Stromrechnung noch keine Informationen über ihren
Atomstromanteil bekannt gegeben. Die Umweltorganisation Greenpeace
http://www.greenpeace.at
hat angekündigt, diese Woche sowohl eine Beschwerde beim Stromregulator der
e-control einzureichen und eine Sachverhaltsdarstellung an die Wiener
Landesregierung übermitteln.
"Die Teilrechung der Wienstrom ist die erste Greenpeace bekannt gewordene
Stromrechnung, die nach dem 1. Oktober an Haushalte verschickt wurde und keine
Kennzeichnung enthält", so Greenpeace-Energie-Experte Erwin Mayer zu pte. "Die
Österreicher haben ein Recht darauf, zu erfahren woher ihr Strom kommt. Jeder
soll sich frei entscheiden können, welche Art von Strom er beziehen will", so
Mayer. Die Bestimmungen in den Landesstromgesetzen schreiben dies unabhängig
von den immer noch ausständigen Durchführungsverordnungen zur Präzisierung der
Kennzeichnung vor. "Eine Durchführungsverordnung zu Landesstromgesetzen gibt
es bisher nur in Vorarlberg", so Christian Schönbauer, Koordinator für
Ökoenergie von e-control gegenüber pte. Es gebe noch immer große Lücken.
Fraglich sei auch, ob die Kennzeichnungspflicht nur auf der
Jahresendabrechnung oder auf den Teilrechnungen erfolgen müsse, so Schönbauer.
"Einige Landesgesetzgeber planen in ihren Durchführungsverordnungen explizit
die Stromkennzeichnung nur auf die Jahresstromrechnung zu beschränken.
Greenpeace kündigt für diesen Fall eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof
wegen Erlassung einer gesetzeswidrigen Verordnung an", so Mayer. Seiner
Ansicht nach bedeute der Gesetzeswortlaut "den Anteil der Primärenergieträger
auf der Stromrechnung auszuweisen", eine Stromkennzeichnung auch auf allen
Teilstromrechnungen.
Die Umweltorganisation kündigte auch an, gegen andere Stromhändler in
Österreich mit rechtlichen Schritten vorzugehen, sobald weitere Fälle von
fehlender Stromkennzeichnung bekannt werden. Weil der Landesgesetzgeber säumig
ist, und die Stromhändler noch nicht die Wahrheit über ihren Strommix
veröffentlicht haben, stellt die Umweltorganisation die aktuellen
Atomstromanteile und die Prozentsätze für Kohle, Wasserkraft und Ökostrom
aller in Österreich anbietenden Stromhändler den Stromkunden zur Verfügung.
Die fünf größten Atomstromhändler in Österreich sind Switch, Tiwag, EVN,
Wienstrom und VKW. Der Stromdiscounter Switch mit ausschliesslich nicht
zertifiziertem Strom liefert den europäischen UCTE-Strommix mit 37 Prozent
Atomstrom und 47 Prozent aus fossilen Brennstoffen. Die Tiwag verfügt über 21
Prozent Atomstrom und die EVN über 20 Prozent. Der Strommix der Wienstrom
besteht aus 30 Prozent Wasserkraft, zu 54 Prozent Strom aus fossilen
Brennstoffen (die wegen dem hohen CO2-Ausstoss das Klima belasten), 16 Prozent
Atomstrom und nur 0,4 Prozent Ökoenergie (Wind, Sonne, Biomasse). Auch die VKW
hat noch 15 Prozent Atomstrom. Positiv hingegen ist der Strommix in
ökologischer Reihung bei der Ökostrom AG, der Alpen-Adria Energy und der Bewag
sowie der RWA Wasserkraft zu bewerten.

Greenpeace: Pioneer startet durchsichtiges Ablenkungsmanöver
In einem Brief an Saatguthändler erklärte Pioneer, dass Analysen in
Oberösterreich gezeigt hätten, dass Pioneer-Saatgut nicht gentechnisch
verunreinigt sei. Gleichzeitig versuchte der Konzern den Eindruck zu erwecken,
Bio-Saatgut sei in großem Ausmaß verunreinigt. Der Biobauernverband "Ernte für
das Leben" hat diese Unterstellungen heute in einer Aussendung dementiert.
Sämtliche Proben waren demnach bei Kontrolluntersuchungen negativ, das Bio-
Saatgut wurde vor der Aussaat als Gentechnik-frei zertifiziert. "Pioneer will
offensichtlich von den eigenen Problemen ablenken", kritisiert Thomas Fertl,
Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Dass Pioneer heuer 200 Tonnen gentechnisch
verunreinigtes Saatgut verkauft hat, ist durch Analysen der staatlichen
Saatgutbehörde wasserdicht belegt", so Fertl.
Greenpeaace liegt ein Schreiben von Pioneer vor, das am 30. September 2001 an
Saatguthändler verschickt wurde. Unter dem Titel "Gentech Beschuldigungen
gegen Pioneer, laut neuesten Untersuchungen haltlos und unfair" wird über
angebliche Ergebnisse von Mais- Untersuchungen berichtet. Pioneer sieht in den
(noch nicht veröffentlichten) Daten eine Bestätigung dafür, dass die Pioneer-
Maissorte PR39D81 nicht gentechnisch verunreinigt war. In dem Schreiben heißt
es im Original: "Von ca. 100 Muster aus Maisfeldern von Biobauern waren ca.
30% positiv, wobei uns eindeutig u. a. auch von ABG (Austria-Bio Garantie) und
Ernteverband bestätigt wurde das von diesen 30% Positivproben keine einzige
Pioneer Sorte betroffen ist." Fertl dazu: "Mindestens 3 Partien der
Pioneer-Sorte PR39D81 waren mit in Österreich nicht zum Anbau zugelassenen
Gentech-Mais verunreinigt".
"Insgesamt hat Pioneer fast 200 Tonnen verunreinigtes Saatgut verkauft, was
einer Anbaufläche von etwa 7.000 Hektar entspricht", erläuterte Fertl.
"Pioneer soll sich auf die Produktion von Gentechnik-freiem Saatgut
konzentrieren, anstatt Gerüchte über den Biolandbau in die Welt zu setzen."
Greenpeace fordert jetzt von der Politik die Veröffentlichung sämtlicher
Meßergebnisse und Maßnahmen zur Vermeidung von Saatgutverunreinigung. "Der
derzeit geplante Festschreibung von Grenzwerten zu deren Legalisierung
erteilen wir jedenfalls eine klare Absage", so Fertl abschließend.
Weitere Informationen über Saatgutkontamination in Österreich finden Sie im
Internet unter:
www.greenpeace.at/umweltwissen/gentech/saatgut/index.htm

Greenpeace bestreitet Verunsicherung der Öffentlichkeit
In einer schriftlichen Reaktion auf das AIZ, Ausgabe Nr. 10440, vom 21.
September 2001, Titel "Österreichs Maisstärkeproduktion kontrolliert
gentechnikfrei" bezieht sich Greenpeace auf Aussagen aus
Getreidehandelskreisen, wo es heißt: "... seien die möglicherweise von der
leichten Verunreinigung des Saatgutes betroffenen Felder den Umweltaktivisten
weitgehend bekannt, würden von Greenpeace allerdings vor dem Abernten nicht
bekannt gegeben. Vielmehr hätten diesen Berichten zufolge
Greenpeace-Aktivisten den Drusch dieser Maispartien nahe den Feldern
abgewartet und die LKWcs beim Abtransport zur Stärkefabrik verfolgt, um dann
kurz vor der Probennahme durch AGRANA selbst von diesen LKWäs Proben zu
ziehen. In der Branche wird dies so bewertet, dass es Greenpeace mit dieser
Vorgangsweise offensichtlich nicht um die Sache, sondern vielmehr nur um den
Effekt 'einer völlig unbegründeten Verunsicherung der Öffentlichkeit' gehe."
Laut Greenpeace entbehre dies jeder Grundlage. "Jene Flächen, die Greenpeace
bekannt waren, haben wir Minister Haupt allesamt genannt. Die sonst sicherlich
sehr gut informierten Getreidehandelskreise sind in diesem Fall offensichtlich
nicht am Laufenden", heißt es dazu in der Darstellung von Greenpeace. ****
Die genannte Behauptung unterstelle, so die Reaktion, "Greenpeace, wider
besseres Wissen gehandelt zu haben und eine Umweltgefährdung beziehungsweise
ökonomische Schäden bei Betroffenen in Kauf genommen zu haben. Diese
Behauptungen treffen nicht zu".
Ausdrücklich begrüßt Greenpeace allerdings im Zusammenhang mit den
Probennahmen in der Maisstärkeproduktion, "dass die Firma AGRANA den
Forderungen der Umweltschutzorganisationen sowie der österreichischen
Bevölkerung nach Gentechnik-freien Lebensmitteln (sic!) Rechnung trägt".

Greenpeace zeichnet Hersteller für PVC-freie Wasserrohre aus / Markenlizenz
für aquatherm: Grüne Wasserrohre sind auch ökologisch auf der grünen Seite
Wasserrohre ohne umweltschädliches PVC
sind ein umweltfreundliches und zukunftsfähiges Produkt. Deshalb hat
die Greenpeace Media GmbH jetzt die Firma aquatherm für die
Herstellung von PVC-freien Wasserohren ausgezeichnet. Der im
Sauerland und dem sächsischen Radeberg ansässige
Rohrleitungshersteller kann in Zukunft sein Produkt "fusiotherm(r)",
ein PVC-freies Rohrsystem aus Polypropylen, mit der Marke "future
product approved by Greenpeace" kennzeichnen. Mit der Vergabe der
Markenlizenz für dieses Produkt will Greenpeace ein Zeichen für
umweltfreundliche Alternativen ohne PVC setzen.
Die grünfarbigen "fusiotherm(r)" Rohre sind eine ökologische und
technische Alternative zu herkömmlichen PVC- und Kupferleitungen.
Aufgrund seines Chlorgehaltes ist sowohl die Herstellung als auch die
Anwendung und Entsorgung von PVC mit erheblichen ökologischen Risiken
verbunden. Bei der Müllverbrennung von PVC-haltigen Produkten
entstehen Dioxine und Salzsäure. Beide Gifte müssen aufwendig und
teuer entsorgt werden. Auch Kupfer, das gerade in den ersten Monaten
nach einer Kupferrohr-Hausinstallation in erhöhten Konzentrationen
auftritt, kann gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen.
Greenpeace fordert den Verzicht auf PVC und fördert den Einsatz der
PVC-Alternativen wie z. B. Polypropylen.
Das "fusiotherm(r)" System ist hygienisch einwandfrei sowie
physiologisch und mikrobiologisch unbedenklich. Polypropylen eignet
sich aufgrund seiner hygienischen Eigenschaften im Kontakt mit
Lebensmitteln hervorragend als Werkstoff für Trinkwasserrrohre. Es
ist recyclebar und ist ein langlebiger Werkstoff. Seine technische
Eignung hat das "fusiotherm(r)" System der Firma aquatherm in mehr
als 25 Jahren der weltweiten Anwendung unter Beweis gestellt. Es
überzeugt auch durch seine Installations- und Verbindungstechnik.
Durch Erwärmen von Rohrende und Verbindungsteil verschmilzt der
Kunststoff nach dem Fügen der Elemente zu einer Masse.
Mit der Marke "future product" will Greenpeace zum Wandel der
Wirtschaft beitragen. Ökonomische und ökologische Interessen müssen
kein Widerspruch sein, wie das Beispiel des "fusiotherm(r)" - Systems
beweist. Mit der Kaufentscheidung für ein "future product approved by
Greenpeace" können umweltbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher
Einfluss auf den Markt nehmen, indem sie sich für beste Qualität mit
hohen ökologischen und sozialen Standards entscheiden. Die Lizenz
wurde bisher für Nahrungsmittel, Holz- und Papierprodukte vergeben.

Greenpeace feiert 30. Geburtstag
15. September 1973: Startschuss für ein globales
Umweltschutznetzwerk
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace
http://www.greenpeace.org
feiert heute, Samstag, ihren 30. Geburtstag. Am 15. September 1971 startete
der Fischkutter "Phyllis Cormack" zu einer damals unscheinbaren Aktion. Als
erklärtes Ziel der zwölf Umweltschützer galt es, die Atomversuche der USA in
Amchitka nahe Alaska zu stoppen. In den folgenden Jahren wurde Greenpeace zu
einem weltweiten Symbol für jene, die sich gegen Verschmutzung und Zerstörung
des Planeten wehren. Aus aktuellem Anlass verzichtet Greenpeace derzeit auf
jegliche Feierlichkeiten.
"Greenpeace hat den Auftrag zur Stelle zu sein, um die Umweltzerstörer zur
Rechenschaft zu ziehen", formulierte Gert Leipold, der neue Geschäftsführer
von Greenpeace International. Zu den Prinzipien der Organisation zählen
Gewaltlosigkeit und direkte Aktion. Die physische, aktionistische Präsenz am
Ort der Umweltbedrohung, notfalls unter dem Einsatz des Lebens und vor den
Augen der Öffentlichkeit, wurde zu einem Markenzeichen. Einer der größten
Visionäre von Greenpeace, der in diesem Jahr verstorbene David McTaggart,
hatte eine tragende Rolle bei der Expansion nach Osteuropa und Asien, so die
Organisation in einer Aussendung.
Trotz vieler Erfolge, die heuer in einem Verbot der Produktion
gefährlicher, langlebiger organischer Umweltgifte (POPs) gipfelten, gebe es
noch viel zu tun, schreibt Greenpeace. Denn neben Erfolgen gab es auch
Misserfolge zu verzeichnen. Es existierten noch Tausende Regionen, die als
"Umwelt-Krisengebiete" bezeichnet werden müssen. So gebe es u.a. noch einigen
Handlungsbedarf in Mayak, Russland, wo die größte Nuklearanlage der Erde
steht. Weitere Krisengebiete sind die Marshall-Inseln, die noch immer als
militärisches Testgelände der USA zur freien Verfügung stehen, und das Große
Barrier-Riff in Australien. Wissenschaftler schätzen, dass die steigenden
Wassertemperaturen dazu führen könnten, dass die tropischen Korallenriffe in
30 Jahren verschwunden sein werden. Weiters nennt Greenpeace die russischen
Urwälder, die durch große Holzkonzerne bedroht werden, und China, das sich als
bevölkerungsreichstes Land der Erde zunehmend zur Konsumgesellschaft wandelt,
ohne nachhaltige Entwicklung zu betreiben.
Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, bedarf es laut Greenpeace
allerdings auch eines wirtschaftlichen und politischen Konsenses. Durch
ständigen Druck konnte bereits vieles realisiert werden, was anfänglich bei
Regierung und Industrie auf heftige Kritik stieß. Greenpeace ist heute in 39
Ländern präsent und hat laut eigenen Angaben weltweit über 2,6 Mio.
Unterstützer. Die Organisation führt Kampagnen in den Bereichen Klima, Chemie,
Gentechnik, Atomkraft und Atomwaffen sowie Umwelt- und Meeresschutz.

Greenpeace sagt die Aktivitäten zum 30. Jahrestag ab
Angesichts der Tragödie in den USA sagt Greenpeace die geplanten Aktivitäten
anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Organisation ab und verschiebt sie
auf unbestimmte Zeit.

Greenpeace: Energiekapitel mit Tschechien nicht abschließen!
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist empört über die Ablehnung einer
internationalen Ausstiegskonferenz durch EU- Erweiterungskommissar Verheugen.
Greenpeace verlangt von Verheugen, dass er im Interesse Österreichs und
Deutschland auf einer solchen Konferenz besteht und diese noch heuer
durchgeführt wird, auch wenn Tschechien derzeit noch dagegen ist. "Wenn der
tschechische Chefverhandler Telicka eine solche Konferenz nicht unterstützt,
dann vergibt sich die Tschechische Republik jede Chance auf eine vernünftige
Lösung", sagte Franko Petri, Pressesprecher von Greenpeace.
Bundeskanzler Schüssel darf sich jetzt nicht zurücklehnen und sich auf die
Ablehnung Tschechiens und Verheugens berufen, mahnt die Umweltorganisation.
"Es liegt jetzt an Schüssel, weitere Gespräche mit Verheugen und
Ministerpräsident Zeman zu führen sowie ein konkretes Ausstiegspaket zu
entwerfen, das der tschechischen Regierung unterbreitet werden kann, sagte
Petri. Die Umweltorganisation warnt davor, das Energiekapitel mit Tschechien
abzuschließen, weil sich dabei der Verhandlungsspielraum auf Null reduziert.
Greenpeace fordert von Verheugen und Schüssel, die Resolution des Europäischen
Parlaments mit der Forderung nach einer internationalen Ausstiegskonferenz zu
unterstützen.

Greenpeace outet Gen-Reis mit menschlichen Genen
Freisetzung gentechnisch manipulierter Lebewesen nicht
kontrollierbar
Die Umweltorganisation Greenpeace
http://www.greenpeace.org
hat heute, Freitag, in Kalifornien ein Feld mit genmanipuliertem Reis, dessen
Zellen Pharmazeutika produzieren, geoutet. Die Aktivisten markierten das
bisher geheim gehaltene Feld mit überdimensionalen Spritzen, um auf die
drohende Gefahr hinzuweisen. Greenpeace warnt nun davor, dass dieser
Gentech-Reis die umliegenden Speise-Reis Felder verunreinigen kann. Auch die
ökologischen Auswirkungen sind praktisch nicht untersucht.
"Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass einmal in die Natur
freigesetzte Pflanzen nicht mehr unter Kontrolle sind", sagte Kimberly Wilson,
Gentechnik-Expertin von Greenpeace USA. Erst vor kurzem ist in den USA ein,
wegen Allergie-Gefahren nur als Futtermittel zugelassener, Gen-Mais in
unzähligen Lebensmitteln nachgewiesen worden.
Bei dem von Greenpeace geouteten Feld handelt es sich um einen
Freisetzungsversuch der Firma Applied Phytologics, Inc.
http://www.apinc.com (API).
Mittels gentechnischer Methoden wurden in den Reis menschliche Gene eingebaut.
Weltweit arbeiten etwa 20 Biotech-Unternehmen daran, so genannte "Pharm-Crops"
herzustellen. Dabei werden etwa Mais, Reis und Gerste gentechnisch
manipuliert, damit sie Pharmazeutika und andere Substanzen wie Enzyme für die
Industrie oder Labor-Chemikalien produzieren. Gentech-Medikamente können in
geschlossenen Systemen auf sichere Weise hergestellt werden. Um Risken für
Umwelt und Gesundheit zu vermeiden, sollte daher das Vorsorgeprinzip gelten
und die Freisetzung gentechnisch manipulierter Lebewesen untersagt werden,
fordert Greenpeace
http://www.greenpeace.at .
