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Greenpeace weist unwahre Stenzel-Behauptungen mit Empörung zurück

"Die Unterstellung von Frau Stenzel, Greenpeace würde das Demonstationsrecht mißbrauchen, weisen wir mit Empörung zurück", so Greenpeace-Kampagnenleiter Matthias Schickhofer angesicht der heutigen Aussagen von Urusla Stenzel zur Untersagung einer für morgen geplanten Greenpeace-Kundgebung zum Thema illegaler Walfang.

"Wenn Stenzel unsere Kundgebung durch einen Willkürakt verhindern will, dann ist es unser gutes Recht, auf dem Grundrecht der Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu beharren und die Kundgebung nun als Demonstration anzumelden", so Schickhofer.

Entgegen den Behauptungen von Stenzel sei Greenpeace gegenüber auch niemals ein alternativer Ort für die Kundgebung angeboten worden. "Ganz im Gegenteil: der Stenzel-Sprecher hat anläßlich der heutigen Begehung ausdrücklich von einer 'Sperrzone im ersten Bezirk' gesprochen."

"Ich rufe Frau Stenzel dringend auf, bei der Wahrheit zu bleiben und wieder zu demokratischen Gepflogenheiten zurückzukehren", so Schickhofer abschließend.


 

Greenpeace startet Feinstaub-Messtour durch Österreich

Feinstaubbelastung bereits dritthäufigste Todesursache 

Vergangene Woche hat Greenpeace in Wien und Umgebung Feinstaubmessungen begonnen. Die Ergebnisse zeigen: Die tatsächliche Belastung, der die Menschen ausgesetzt sind, liegt meist deutlich höher als die offiziellen Messstationen angeben. Laut Ö-Norm wird auf einer Höhe von mindestens drei Meter gemessen, manche Messstellen können allein aufgrund ihrer Lage keine ernstzunehmenden Ergebnisse liefern: So misst beispielsweise eine Messstelle nahe Wien die Feinstaubbelastung hinter einem Friedhof. "Nasen und Lungen richten sich im Allgemeinen nicht nach der Ö-Norm", kommentiert Greenpeace-Verkehrsexperte Jurrien Westerhof. "Die amtlichen Zahlen verschleiern, was wir tatsächlich einatmen müssen."

   Verkehrslärm und Feinstaub sind in Österreich in einem Kompetenzwirrwarr geregelt: Für Lärm sind Bund und Länder zuständig, die Kompetenzen sind aber nicht klar abgegrenzt. Für Feinstaubbelastungen sind in erster Linie die Landeshauptleute in die Verantwortung zu nehmen. Dieser Zuständigkeitswirrwarr hat zur Folge, dass dringende Maßnahmen nicht durchgeführt werden. Die zuständigen Behörden oder Landeshauptleute können sich durch Gesetzeslücken vor ihren Pflichten drücken.

   Seit dem 1. Jänner 2005 sind jährlich dreißig Grenzwertüberschreitungen erlaubt, praktisch alle österreichischen Ballungszentren sind betroffen. Im Jahr 2010 werden "nur" mehr 25 Überschreitungen pro Jahr toleriert, die Bundesländer müssen also dringend Maßnahmen ergreifen.

   Feinstaubbelastung ist mit etwa 2.500 Todesfällen die dritthäufigste Todesursache in Österreich hinter Rauchen (12.000) und Alkohol (8.000) - Asthma, Bronchitis und Lungenkrebs können durch Feinstaub ausgelöst werden. Weitere mögliche Folgen sind: Atemnot, Husten, Einschränkung der Lungenfunktion und Atemwegs- (u. a. Entzündungen) sowie Herz- und Kreislauferkrankungen.

   Greenpeace fordert rasche Maßnahmen zur Feinstaubbekämpfung: keine Steuer-Vorteile für Diesel-Treibstoff sowie keine Neuzulassungen von Diesel-KFZ ohne Russpartikelfilter. "Die Landeshauptmänner Pröll und Häupl mögen bitte erklären, wie sie unter diesen Gesichtspunkten die Lobau- und die Nordost-Autobahn bauen wollen", fragt Westerhof. Ohne eine Verkehrsreduktion - und besonders ohne eine Reduktion im Transportsektor - wird das Feinstaubproblem nicht in den Griff zu bekommen sein. "Greenpeace fordert die Landeshauptleute auf, sofort zu reagieren und Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung zu setzen", so Jurrien Westerhof abschließend.
 


 

Greenpeace: Heringsschmaus schwimmt in Konservierungsstoffen

Greenpeace-Marktcheck bewertet zum Aschermittwoch Fischprodukte 

Kein Heringsschmaus im Glas ist ohne Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe zu haben. Das zeigen Greenpeace-Recherchen in österreichischen Supermärkten. Ein bitterer Beigeschmack zum Ende der Faschingszeit, wenn Matjes, Gabelroller, Russen & Co. auf vielen österreichischen Einkaufslisten stehen. Auch aus ökologischer Sicht ist das Vergnügen getrübt: Die Situation der Fischbestände hat sich nicht verbessert, die Meere bleiben überfischt. Details dazu verrät der neue Greenpeace-Einkaufsführer "Fisch & Facts 2005": Lediglich Hering, Makrele, Karpfen sowie Fisch aus Bio-Aquakulturen können aus ökologischer Sicht guten Gewissens empfohlen werden. Alle anderen Fischarten werden als "kritisch" bzw. "katastrophal" eingestuft.

Unter www.marktcheck.at stellt Greenpeace eine breite Palette von Fischprodukten -Heringsroller, Tunfisch, Räucherfisch, Tiefkühl- sowie Frischfisch - nach unterschiedlichen Kriterien bewertet ins Netz. Unter die Lupe genommen wurden die Situation der Fischbestände, die Auswirkungen der jeweiligen Fangmethode auf die Meeresumwelt, die Transportentfernung, Verpackung und Zusatzstoffe. "Die Unterscheidung der Fischprodukte in "grün", "orange" und "rot" gibt den österreichischen Konsumenten die Möglichkeit, für den Heringsschmaus bewusst einzukaufen", erklärt Nina Thüllen, Sprecherin von Greenpeace.

Seit 1. Jänner 2002 gilt eine EU-weite Kennzeichnungspflicht von Fischprodukten. Über Fangebiet und Fangmethode muss nun Auskunft erteilt werden. Allerdings nur für ganze und filetierte Fische. Verarbeitete Produkte sind davon ausgenommen. "In Sachen Heringsschmaus und Tunfischdose tappt der Konsument weiterhin im Dunkeln. Die Richtlinie muss auf verarbeitete Fischprodukte erweitert werden", fordert Thüllen.

Greenpeace-Recherchen bei Merkur, Billa, Spar, Hofer und Zielpunkt haben ergeben, dass kaum ein Heringsschmaus im Glas ohne Konservierungs- oder andere Zusatzstoffe zu haben ist. Die Heringsgläser der österreichischen Marken "Ozean", "Elfin" und "Warhanek" enthalten durchwegs die Konservierungsstoffe Kaliumsorbat (E 202) und Natriumbenzoat (E 211). Diese Konservierungsstoffe können gesundheitsschädliche Wirkungen haben und allergische Reaktionen hervorrufen. "Es ist möglich auf Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker zu verzichten. In Deutschland kommen nahezu alle "Heringshappen" ohne Konservierungsstoffe in die Kühlregale", so Nina Thüllen von Greenpeace.

"Fisch&Facts" kann kostenlos bestellt werden unter 01-5454580, per Mail: service@greenpeace.at oder im Internet:
www.greenpeace.at Die Bewertung der Fischprodukte finden Sie unter www.marktcheck.at
 


 

Greenpeace-Menschenteppich gegen "Dow Chemical" in Davos

Trotz massiver militärischer Sicherheitsvorkehrungen ist es Greenpeace gelungen, den weltweiten Protest gegen "DOW Chemical" an das World Economic Forum (WEF) in Davos heranzutragen. Rund sechzig Aktivisten, darunter auch sieben Österreicher/innen, protestieren mit einem Menschenteppich gegen DOW´s Weigerung, endlich Wiedergutmachung in Bhopal/Indien zu leisten und die längst fälligen Aufräumarbeiten einzuleiten. Tausende von Menschen leiden seit 1984 an den Folgen der schlimmsten Chemiekatastrophe aller Zeiten, für die der amerikanische Konzern "DOW Chemical" nach wie vor keine Verantwortung übernehmen will.

   Die als Skelette verkleideten Aktivisten legen symbolisch für die weit über 20.000 Todesopfer in Indien Zeugnis ab. Schilder mit den DOW-Logos und der Aufschrift «DOW, clean up Bhopal NOW!» fordern unmissverständlich, die trotz weltweiter Proteste bis heute verleugnete Verantwortung für Bhopal endlich wahrzunehmen und die Schulden zu begleichen.

   So erhielt DOW gestern, am 26. Jänner 2005, von der WEF-Gegenveranstaltung "Public Eye on Davos" auch einen erstmals vergebenen "Preis" in der Kategorie "Menschenrechtsverletzungen". Greenpeace hatte den US-Konzern im Namen der "International Campaign for Justice" dafür nominiert (siehe auch www.evb.ch).

   Rachna Dhingra, Vertreterin der Überlebenden-Organisationen aus Bhopal,verlas die Anklageschrift zur "Preisverleihung": "Die Menschen in Bhopal sterben und leiden wegen DOW, denn diese Katastrophe dauert an. Bhopal zeigt auf, wie weit die Verantwortungslosigkeit von Konzernen gehen kann, und wurde zum Symbol für Corporate Crimes. Und DOW selbst ist für die Opfer zum Inbegriff des Corporate Criminal geworden."

   Den WEF-Slogan "Taking responsibility for tough choices" kommentiert Matthias Wüthrich von Greenpeace: "Wie kann das WEF als Club der selbst ernannten 'Global Leaders' von Verantwortung reden, wenn WEF-Mitglieder wie DOW alles tun, um ihre Verantwortung zu verleugnen und Umwelt- und Menschenrechte mit Füßen treten? Die Konzerne müssen zuerst ihre Schulden begleichen, bevor sie von Verantwortung zu reden beginnen."

   Auch beim World Social Forum in Porto Alegre werden DOW und seine Schuld gegenüber Bhopal ein Thema für Greenpeace sein, weil dieser Fall überaus deutlich zeigt, wie wichtig ein internationales Regelwerk zur Unternehmensverantwortung und Schadenshaftung wäre.

Bilder der Aktion stehen nach 14 Uhr unter
www.greenpeace.ch/pressebilder zur Verfügung

Zusätzliche Infos auch unter www.bhopal.net, www.greenpeace.org und
www.greenpeace.ch
 


 

Personalwechsel in Medienabteilung von Greenpeace

Die Medienabteilung von Greenpeace Zentral- und Osteuropa steht seit heute unter einer neuen Führung. Matthias Schickhofer, wird zukünftig als Direktor den zentralen Bereich "Kampagnen, Medien und Aktion" leiten. Der 37-Jährige begann seine Karriere während seines Studiums der Psychologie bei Greenpeace Österreich vor 14 Jahren. Später arbeitete er als Experte für Verkehrsangelegenheiten und leitete die Kampagnenabteilung bei Greenpeace. Zuletzt war Schickhofer Leiter der Medienabteilung von Greenpeace Zentral- und Osteuropa (CEE). Schickhofer ist nun verantwortlich für die Gesamtleitung der Kampagnen von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa in den Ländern Österreich, Slowakei, Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzogowina.

Neuer Leiter der Medienabteilung von Greenpeace CEE wird Attila Cerman. Der 41-Jährige war bereits zwischen 1994 und 1997 Medienreferent bei Greenpeace Österreich und dort auch im Fundraising tätig. Cerman war zwei Jahre lang als Pressesprecher, Marketing-Leiter und Geschäftsführer der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Österreich tätig. Seit Frühjahr 2004 leitete er den Internetbereich bei Greenpeace in Österreich.

Pressesprecher bleiben der Jurist und Politologe Franko Petri, zuständig für Energie, Atom, Klima, Verkehr, Chemie, Umweltkatastrophen, Umweltrecht und Medienbeobachtung sowie der ehemalige Radiojournalist Axel Grunt, der inhaltlich für die Bereiche Gentechnik, Artenvielfalt, Meere, Wale und Wälder zuständig sein wird.
 


 

Greenpeace: EVN wird Speerspitze des Atomstromriesen EdF in Osteuropa

Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet, dass die österreichischen Energieversorger zu Marionetten für den französischen Atomstromkonzern Électricité de France (EdF) für den Ausbau der Atomkraft in Osteuropa werden. Bereits 1996 verkaufte das Land Steiermark eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent an den Atomkonzern. Nun hat die EdF sich über deren deutsche Tochter Energie Baden-Württemberg (EnBW) auch noch beim niederösterreichischen Landesenergieversorger EVN eingekauft. "Offenbar versucht die EdF, der größte Atomstromkonzern Europas, seine Bauern in Stellung zu bringen, um den Ausbau der Atomkraft in den neuen EU-Staaten im Osten voran zu treiben. Auch die beiden neuen Reaktoren im slowakischen Mochovce an der österreichischen Grenze könnten mit dem Knowhow der EdF gebaut werden", warnt Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer und kritisiert die Landeshauptleute Pröll und Klasnic, die das einfach so hinnehmen.

Die angeblich "österreichische" Stromlösung, nach der die Landesenergieversorger Anteile an den jeweils anderen Energieversorgern haben, führte nur dazu, dass sich ausländische Konzerne in Österreich einkaufen, rügt Greenpeace. Der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll tritt nach außen gegen Atomkraft auf, hat aber noch nicht gegen den Bau der neuen Reaktoren in Mochovce protestiert. Auch die steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic hat zugelassen, dass die steirischen EVN-Anteile an den Atomkonzern EdF verkauft werden, der beim Bau des grenznahen AKW Mochove beteiligt war. "Während sich die Atomkonzerne in Österreich einkaufen, wird der Strompreis durch dieses Oligopol für die Kunden künstlich in die Höhe geschraubt", kritisiert Mayer das österreichische Energiechaos.

Einerseits versucht die Slowakei die Lebensdauer der Reaktoren in Bohunice zu verlängern, andererseits wird bereits am Neubau der Reaktoren in Mochovce gearbeitet. Greenpeace fordert, dass sich sowohl die Bundesregierung als auch die Landeshauptleute Klasnic und Pröll endlich gegen den Neubau der Risikoreaktoren an Österreichs Grenze einsetzen. "Die österreichischen Politiker scheinen taub für die neue Atomgefahr an unserer Grenze zu sein. Im Rahmen der Espoo-Konvention hätte Österreich die Möglichkeit, sich bei der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau der Mochovce-Reaktoren einzubringen", ruft Mayer die österreichische Politik endlich zum Handeln auf.
 


 

Greenpeace und GLOBAL 2000 feiern Absage von Anti-Ökostromgesetz

Greenpeace und Global 2000 feiern heute den Sieg über die Unvernunft der Bundesregierung. Die geplante Ökostromgesetznovelle, die das faktische Aus für die Förderung des Ökostroms in Österreich im Verfassungsrang gebracht hätte, wird durch die Weigerung der SPÖ, diesem Gesetz zuzustimmen, nicht beschlossen werden. Damit bleibt die derzeitige Regelung in Kraft, die eine vorbildliche Förderung des Ökostroms in Europa vorsieht. Greenpeace stellt dennoch klar, dass Minister Bartenstein trotzdem noch per Verordnung niedrigere Einspeisetarife für Wind-, Sonne- und Biomassekraftwerke festlegen kann. "Damit könnte der Minister die Ökoenergie-Förderung zwar weiter behindern, hat aber kein Verfassungsgesetz als Rechtsgrundlage dafür", warnt Greenpeace-Energiesprecher Erwin Mayer. Auch GLOBAL 2000 ist erfreut, dass die bisher sehr effektive Ökostromförderung nicht zu Gunsten von Kohle- und Gaskraftwerken und steigenden Atomstromimporten aufgegeben wurde. "Mit dem Ökostromgesetz überlebt ein wichtiges Mittel gegen die Klimakatastrophe", so GLOBAL 2000-Energiesprecher Thorben Becker.

Nach den Plänen von Industrieminister Martin Bartenstein und Landwirtschaftsminister Josef Pröll sollte das in den letzten Jahren sehr effektive Ökostromgesetz heute im Wirtschaftsausschuss und anschließend im Nationalrat novelliert werden. Speziell die Förderung von Windenergie, aber auch die Verstromung von Biomasse- und -gas wäre mit der geplanten Novellierung dramatisch reduziert worden. Auch die Haushaltskunden wären mit dieser Novelle nicht entlastet worden. Außerdem hätten die Haushaltskunden anstatt von Ökostromanlagen unter anderem Gas- und Kohlekraftwerke subventioniert und noch mehr Atomstromimporte mitfinanziert. Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern weiterhin den raschen Ausbau von Ökostromanlagen und das Ziel von zehn Prozent Ökostrom bis zum Jahr 2010. Die gestrandete Novelle hätte nur sieben Prozent vorgesehen.
 


 

Greenpeace: Kernfusion nur auf der Sonne, Sonnenenergie auf der Erde!

Die Umweltorganisation Greenpeace lehnt die Kernfusion auf der Erde ab und wendet sich gegen den Kernfusionsreaktor ITER der EU und anderer Atomstaaten. Greenpeace kritisiert, dass die Kernfusion ernorm hohe Kosten verursacht und erst in ferner Zukunft möglich sein wird. Greenpeace weist auch auf das Gefahrenpotential solcher Reaktoren und auf die Entstehung von Atommüll bei der Kernfusion hin. "Die Österreichische Bundesregierung darf dem Kernfusionsprogramm ITER heute in Brüssel auf keinen Fall zustimmen", fordert Greenpeace Energieexperte Erwin Mayer. "Die Kernfusion findet bereits auf der Sonne ununterbrochen statt und diese Energie kommt ganz von allein auf die Erde. Statt die Sonne auf der Erde nachzubauen, sollten wir mit der Sonnenenergie arbeiten und die Gelder besser in die Entwicklung und Förderung von erneuerbaren Energien wie Wind, Biomasse und Kleinwasserkraft stecken", so Mayer.

Sowohl beim heutigen EU-Wettbewerbsrat als auch später bei der Festlegung des Euratom-Forschungsprogramms in einem Jahr verlangen die Umweltschützer eine klare Anti-Atom-Haltung der Bundesregierung. Während die Atomstaaten in Europa mit Japan um den Standort für den geplanten Forschungsreaktor ITER streiten, droht Europa ein im Verfassungsrang festgeschriebener Euratom-Vertrag. Dieser Vertrag sichert der Atomenergie - und auch der Kernfusion - eine privilegierte Stellung vor allen anderen Energieformen.

In dem Vorschlag zur europäischen Verfassung selbst sollten "neue und erneuerbarere" Energieformen gefördert werden. Mit "neu" ist hier aber die Kernfusion gemeint. Greenpeace fordert die Abschaffung des Euratom-Vertrages als Einstieg in den Ausstieg aus der europäischen Atomwirtschaft. Stattdessen sollte das österreichische Ökostromgesetz ausgebaut werden und gemeinsam mit anderen erfolgreichen Förderregimen dazu beitragen in Europa die Atomenergie zu ersetzen.
 


 

Greenpeace: Todesstoß für Ökostrom

Greenpeace kritisiert die heute von den Bundesministern Bartenstein und Pröll sowie von FPÖ-Energiesprecher Hofmann präsentierte Einigung für eine Kürzung der Ökostromförderung. "Eine Kürzung um 86 Prozent für die Ökostromförderung bedeutet das Aus für den raschen Ökostrom-Ausbau der letzten beiden Jahre", warnt Erwin Mayer, Energie-Experte von Greenpeace.

   Greenpeace befürchtet als Folge dieser Entscheidung den massiven Anstieg von Atomstrom-Importen und CO2-Emissionen. "Jetzt wird der zurückgestutzte Ökostrom nicht einmal mehr den Stromver­brauchsanstieg pro Jahr abdecken können, der in den letzten Jahren zwei bis drei Prozent betrug", so Mayer weiter.

   Allein bei der Windenergie bedeutet das statt über hundert Windrädern pro Jahr eine Reduktion auf etwa zehn Windräder pro Jahr. Auch die Biomasse- und Biogas-Verstromung wird auf niedrigem Niveau gedeckelt. Greenpeace vergleicht die Förderung von Ökostrom in Österreich mit den erst vor kurzem von der EU gewährten Subventionen für das AKW Ignalina in Litauen und das AKW Bohunice in Tschechien. Umgerechnet auf die Förderung pro KWh erhält Ignalina 0,3 Cent/KWh und Bohunice 0,25 Cent/KWh. Das entspricht ungefähr dem Betrag, den die Österreicher im letzten Jahr für den Ausbau von Ökostrom zu bezahlen hatten. "Wir brauchen mehr Ökostrom in Österreich statt hoch subventionierten Atomstrom-Importen aus Nachbarländern", fordert Mayer.

   Nach den für Greenpeace enttäuschenden Verhandlungen zwischen Industrieminister Bartenstein und Landwirtschaftsminister Pröll sowie der Zustimmung durch die FPÖ setzt Greenpeace jetzt seine Hoffunungen auf die Oppositionsparteien. Im Gegensatz zu vielen anderen Novellen, die von der Regierung im Alleingang beschlossen werden können, braucht eine Ökostrom-Gesetznovelle die Zustimmung zumindest der SPÖ, weil im Gesetz Verfassungsbestimmungen enthalten sind. Diese können nur mit einer Zweidrittelmehrheit abgeändert werden. Damit ist mit dem Ministerratsvortrag laut Greenpeace noch nicht alles verloren, sondern die Verhandlungen mit den Oppositionsparteien beginnen erst und könnten das notwendige Ausbauziel von zehn Prozent Ökostrom und zwölf Prozent Kleinwasserkraft bis 2010 noch im Ökostromgesetz verankern.
 


 

Greenpeace verurteilt Atomstromimport-Drohungen von Verbund

Die Umweltorganisation Greenpeace verurteilt die Drohungen von Verbund-Chef Hans Haider, Kraftwerke abzuschalten und Atomstrom zu importieren. Der Verbund ist der größte Atomstrom-Importeur Österreichs und die Importe werden immer mehr, unabhängig vom Handel mit Verschmutzungszertifikaten. "Der Verbund tut so, als müsste er seine Kraftwerke abschalten, wenn er nicht genügend Gratiszertifikate bekommt. Dabei ist er nicht gezwungen, fossile Energieträger zu verfeuern. Der Verbund könnte auch vermehrt Biomasse zuheizen oder eigene Biomasse-Kraftwerke errichten, dann würde er weniger Verschmutzungszertifikate brauchen. Biomasse gibt es genug in Österreich", so Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer.

Greenpeace kritisiert außerdem, dass der Verbund ein ständiger Bremser beim Ökostromgesetz ist und eine Deckelung für den Ökostromausbau vertritt. "Die Wind-, Sonne- und Biogas-Verstromung wird blockiert und gleichzeitig regt sich Verbund auf, dass er mehr Verschmutzungszertifikate braucht", so Mayer. Stattdessen sollten die Zertifikate durch CO2-neutrale Energieträger ersetzt werden. "Der simple Zusammenhang - ohne Atomstrom oder genügend gratis Verschmutzungsrechte geht uns das Licht aus - ist irreführend", so Mayer klarstellend und weist darauf hin, dass die österreichischen Steuerzahler letztlich auch noch die Rechnung für den schmutzigen Strom und den Klimawandel zahlen müssen.
 


Greenpeace: Unverständliche Empfehlung der Bioethikkommission

Greenpeace kritisiert den heute bekannt gewordenen Beschluss der Bioethikkommission, die Implementierung der sogenannten Biopatentrichlinie zu empfehlen. "Die Aussage des Vorsitzenden der Kommission Huber, dass die Richtlinie die Patentierung des menschlichen Körpers oder Teilen davon ausschließt, ist bestenfalls auf Unkenntnis der gängigen Praxis zurückzuführen," kritisiert Greenpeace Gentechnik-Experte Thomas Fertl. Die Richtlinie schafft die rechtliche Grundlage um Lebewesen oder Teile davon patentieren zu können: Aktuelles Beispiel ist das vom Europäischen Patentamt bereits erteilte Brustkrebsgenpatent, gegen das sich eine breite Allianz gebildet hat. Vor wenigen Tage hat das Luxemburger Parlament nach einer entsprechenden Empfehlung des nationalen Ethikrates die Umsetzung der Bioethikrichtlinie auf Eis gelegt. "Die Entscheidung der Bioethikkommission kommt der Empfehlung gleich, die Patentierung von Lebewesen zu legalisieren", so Fertl.

"Greenpeace fordert die Bioethikkommission auf, diese Entscheidung zu überdenken und von der Politik die umstrittenen Richlinie neuzuverhandeln anstatt sie umzusetzen. Alles andere wäre ein Affront gegen die 1,2 Millionen Österreicher, die sich im Rahmen des Gentechnik-Volksbegehren gegen die Patentierung von Leben ausgesprochen haben", so Thomas Fertl heute. Dass die Biopatentrichtlinie die Grundlage für die Patentierung von Leben bildet, beweist das Europäischen Patentamt (EPA) in München: Das EPA erteilt seit Jahren auf Grundlage der Biopatentrichlinie Patente auf Leben oder Teile von Lebewesen. Es wurden bereits hunderte Patente auf Pflanzen, Tiere, Mensch-Tier-Mischwesen, menschliche Organe und Gene erteilt. So wurden der Firma "Myriad Genetics" zwei Patente auf das sogenannten Brustkrebsgen zuerkannt. Greenpeace hat gegen dieses Patent Einspruch erhoben und wird dabei unter anderen unterstützt von der Deutschen Ärztekammer, der evangelischen und katholischen Kirche und Patientenorganisationen. Sie alle befürchten, dass dieses Patent die medizinische Forschung behindert und letztendlich auf Kosten der Brustkrebspatienten geht. Das Wissenschaftsmagazin Nature publizierte vor kurzem eine Studie, die diese Befürchtungen untermauert: Ein Patent auf das Haemochromatose-Gen hat zu einem Rückgang der Forschung über die Bekämpfung dieser Krankheit geführt.

Die "Richtlinie zum Schutz biotechnologischer Erfindungen" (kurz Biopatentrichlinie) wurde 1998 vom Europäischen Parlament beschlossen und hätte in der Folge bis zum Sommer 2000 in den Eu- Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Gegen diese Richlinie gab es von Anfang an großen Widerstand, daher haben bislang nur fünf der 15 Staaten (Irland, England, Dänemark, Finnland und Griechenland) die Richtlinie umgesetzt.

Hintergrundinformationen über die Biopatentrichlinie sowie das Brustkrebsgenpatent finden Sie im Internet unter:
http://www.greenpeace.at/umweltwissen/gentech/patente/index.htm
 


Greenpeace: Österreich Vorbild für Saatgut-Regelung in EU
Umweltorganisation fordert Einhaltung der Nachweisgrenze
 

Die Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.at hat heute, Freitag, die EU-Kommission aufgefordert, europaweit Massnahmen gegen die gentechnische Verunreinigung von Saatgut zu ergreifen. Die am ersten Januar in Kraft getretene österreichische Regelung diene dabei EU-weit als Vorbild, so Greenpeace in einer Aussendung. Auch Italien wird heute darüber entscheiden, ob es diesem Vorbild folgt.
 

Die Umweltorganisation befürchtet, dass im Falle einer Nicht-Regelung in der Anbausaison 2002 die Gefahr droht, dass EU-weit auf großen Flächen unbewusst und unkontrolliert Gentech-Saatgut ausgebracht wird. Gefordert wird, dass in Saatgut keine gentechnischen Verunreinigungen nachweisbar sein dürfen. Die Nachweisgrenze liege bei ca. 0,1 Prozent. "Eine aktuelle Recherche zeigt, dass selbst US-Saatgut-Firmen sauberes Saatgut liefern können", so Greenpeace-Gentech-Experte Thomas Fertl. EU-weit müssen daher strenge Vorschriften gegen gentechnische Verunreinigungen in Saatgut eingeführt werden.
 

Selbstverständlich sei der Bundesminister für Landwirtschaft Wilhelm Molterer aufgefordert, die
Einhaltung der Vorschriften streng zu überwachen und bei Verstößen unverzüglich einzugreifen. Nur so könne gewährleistet werden, dass die österreichische Landwirtschaft weiterhin gentechnik-frei bleibe, meint Fertl.
 

Die Europäische Kommission hat schon mehrmals eine Richtlinie zur Regelung gentechnischer Verunreinigungen in Saatgut von konventionellen, nicht genmanipulierten Sorten angekündigt. "Allerdings verzögert die Kommission diese Richtlinie ständig. In der Folge werden großflächig Gentech-Pflanzen ungewollt und unkontrollierbar angebaut", so der Gentechnik-Experte. Teile der Saatgut- und Biotech- Industrie behaupten, dass es nicht möglich sei, die Grenzwerte von 0,1 Prozent einzuhalten und fordern Grenzwerte bis ein Prozent.
 

Eine neue Studie von CropChoice.com http://www.cropchoice.com , einer amerikanischen
Bauern-Informationsplattform, listet über 30 US-Saatgutfirmen auf, die Mais- und Soja-Saatgut anbieten, in dem keine gentechnischen Verunreinigungen nachweisbar sind. http://www.cropchoice.com/leadstry.asp?RecID=561
 

Im Mai 2001 haben Analysen gezeigt, dass in Österreich verkauftes Mais-Saatgut mit nicht zum Anbau zugelassenem Gentech-Mais verunreinigt war. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr in Österreich etwa 180 Tonnen gentechnisch verunreinigtes Saatgut verkauft. Das entspricht einer Anbaufläche von ca. 6.000 Hektar.
 


Greenpeace kündigt rechtliche Schritte gegen Wienstrom an
Umweltorganisation liefert Zahlen über Atomstrom in Österreich
 

Nach der Kennzeichnungspflicht des Stromgesetzes (ElWOG) sind seit dem 1. Oktober 2001 alle Stromhändler, die in Österreich Strom an Endkunden liefern, verpflichtet, den Anteil von Atom, Kohle, Wasser und Ökostrom auf der Stromrechnung auszuweisen. Trotz der gesetzlichen Verpflichtung hat die Wienstrom auf ihrer Stromrechnung noch keine Informationen über ihren Atomstromanteil bekannt gegeben. Die Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.at hat angekündigt, diese Woche sowohl eine Beschwerde beim Stromregulator der e-control einzureichen und eine Sachverhaltsdarstellung an die Wiener Landesregierung übermitteln.
 

"Die Teilrechung der Wienstrom ist die erste Greenpeace bekannt gewordene Stromrechnung, die nach dem 1. Oktober an Haushalte verschickt wurde und keine Kennzeichnung enthält", so Greenpeace-Energie-Experte Erwin Mayer zu pte. "Die Österreicher haben ein Recht darauf, zu erfahren woher ihr Strom kommt. Jeder soll sich frei entscheiden können, welche Art von Strom er beziehen will", so Mayer. Die Bestimmungen in den Landesstromgesetzen schreiben dies unabhängig von den immer noch ausständigen Durchführungsverordnungen zur Präzisierung der Kennzeichnung vor. "Eine Durchführungsverordnung zu Landesstromgesetzen gibt es bisher nur in Vorarlberg", so Christian Schönbauer, Koordinator für Ökoenergie von e-control gegenüber pte. Es gebe noch immer große Lücken.
 

Fraglich sei auch, ob die Kennzeichnungspflicht nur auf der Jahresendabrechnung oder auf den Teilrechnungen erfolgen müsse, so Schönbauer. "Einige Landesgesetzgeber planen in ihren Durchführungsverordnungen explizit die Stromkennzeichnung nur auf die Jahresstromrechnung zu beschränken. Greenpeace kündigt für diesen Fall eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof wegen Erlassung einer gesetzeswidrigen Verordnung an", so Mayer. Seiner Ansicht nach bedeute der Gesetzeswortlaut "den Anteil der Primärenergieträger auf der Stromrechnung auszuweisen", eine Stromkennzeichnung auch auf allen Teilstromrechnungen.
 

Die Umweltorganisation kündigte auch an, gegen andere Stromhändler in Österreich mit rechtlichen Schritten vorzugehen, sobald weitere Fälle von fehlender Stromkennzeichnung bekannt werden. Weil der Landesgesetzgeber säumig ist, und die Stromhändler noch nicht die Wahrheit über ihren Strommix veröffentlicht haben, stellt die Umweltorganisation die aktuellen Atomstromanteile und die Prozentsätze für Kohle, Wasserkraft und Ökostrom aller in Österreich anbietenden Stromhändler den Stromkunden zur Verfügung. Die fünf größten Atomstromhändler in Österreich sind Switch, Tiwag, EVN, Wienstrom und VKW. Der Stromdiscounter Switch mit ausschliesslich nicht zertifiziertem Strom liefert den europäischen UCTE-Strommix mit 37 Prozent Atomstrom und 47 Prozent aus fossilen Brennstoffen. Die Tiwag verfügt über 21 Prozent Atomstrom und die EVN über 20 Prozent. Der Strommix der Wienstrom besteht aus 30 Prozent Wasserkraft, zu 54 Prozent Strom aus fossilen Brennstoffen (die wegen dem hohen CO2-Ausstoss das Klima belasten), 16 Prozent Atomstrom und nur 0,4 Prozent Ökoenergie (Wind, Sonne, Biomasse). Auch die VKW hat noch 15 Prozent Atomstrom. Positiv hingegen ist der Strommix in ökologischer Reihung bei der Ökostrom AG, der Alpen-Adria Energy und der Bewag sowie der RWA Wasserkraft zu bewerten.
 


Greenpeace: Pioneer startet durchsichtiges Ablenkungsmanöver



In einem Brief an Saatguthändler erklärte Pioneer, dass Analysen in Oberösterreich gezeigt hätten, dass Pioneer-Saatgut nicht gentechnisch verunreinigt sei. Gleichzeitig versuchte der Konzern den Eindruck zu erwecken, Bio-Saatgut sei in großem Ausmaß verunreinigt. Der Biobauernverband "Ernte für das Leben" hat diese Unterstellungen heute in einer Aussendung dementiert. Sämtliche Proben waren demnach bei Kontrolluntersuchungen negativ, das Bio- Saatgut wurde vor der Aussaat als Gentechnik-frei zertifiziert. "Pioneer will offensichtlich von den eigenen Problemen ablenken", kritisiert Thomas Fertl, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Dass Pioneer heuer 200 Tonnen gentechnisch verunreinigtes Saatgut verkauft hat, ist durch Analysen der staatlichen Saatgutbehörde wasserdicht belegt", so Fertl.

Greenpeaace liegt ein Schreiben von Pioneer vor, das am 30. September 2001 an Saatguthändler verschickt wurde. Unter dem Titel "Gentech Beschuldigungen gegen Pioneer, laut neuesten Untersuchungen haltlos und unfair" wird über angebliche Ergebnisse von Mais- Untersuchungen berichtet. Pioneer sieht in den (noch nicht veröffentlichten) Daten eine Bestätigung dafür, dass die Pioneer- Maissorte PR39D81 nicht gentechnisch verunreinigt war. In dem Schreiben heißt es im Original: "Von ca. 100 Muster aus Maisfeldern von Biobauern waren ca. 30% positiv, wobei uns eindeutig u. a. auch von ABG (Austria-Bio Garantie) und Ernteverband bestätigt wurde das von diesen 30% Positivproben keine einzige Pioneer Sorte betroffen ist." Fertl dazu: "Mindestens 3 Partien der Pioneer-Sorte PR39D81 waren mit in Österreich nicht zum Anbau zugelassenen Gentech-Mais verunreinigt".

"Insgesamt hat Pioneer fast 200 Tonnen verunreinigtes Saatgut verkauft, was einer Anbaufläche von etwa 7.000 Hektar entspricht", erläuterte Fertl. "Pioneer soll sich auf die Produktion von Gentechnik-freiem Saatgut konzentrieren, anstatt Gerüchte über den Biolandbau in die Welt zu setzen." Greenpeace fordert jetzt von der Politik die Veröffentlichung sämtlicher Meßergebnisse und Maßnahmen zur Vermeidung von Saatgutverunreinigung. "Der derzeit geplante Festschreibung von Grenzwerten zu deren Legalisierung erteilen wir jedenfalls eine klare Absage", so Fertl abschließend.

Weitere Informationen über Saatgutkontamination in Österreich finden Sie im Internet unter:
www.greenpeace.at/umweltwissen/gentech/saatgut/index.htm

 


Greenpeace bestreitet Verunsicherung der Öffentlichkeit

In einer schriftlichen Reaktion auf das AIZ, Ausgabe Nr. 10440, vom 21. September 2001, Titel "Österreichs Maisstärkeproduktion kontrolliert gentechnikfrei" bezieht sich Greenpeace auf Aussagen aus Getreidehandelskreisen, wo es heißt: "... seien die möglicherweise von der leichten Verunreinigung des Saatgutes betroffenen Felder den Umweltaktivisten weitgehend bekannt, würden von Greenpeace allerdings vor dem Abernten nicht bekannt gegeben. Vielmehr hätten diesen Berichten zufolge Greenpeace-Aktivisten den Drusch dieser Maispartien nahe den Feldern abgewartet und die LKWcs beim Abtransport zur Stärkefabrik verfolgt, um dann kurz vor der Probennahme durch AGRANA selbst von diesen LKWäs Proben zu ziehen. In der Branche wird dies so bewertet, dass es Greenpeace mit dieser Vorgangsweise offensichtlich nicht um die Sache, sondern vielmehr nur um den Effekt 'einer völlig unbegründeten Verunsicherung der Öffentlichkeit' gehe." Laut Greenpeace entbehre dies jeder Grundlage. "Jene Flächen, die Greenpeace bekannt waren, haben wir Minister Haupt allesamt genannt. Die sonst sicherlich sehr gut informierten Getreidehandelskreise sind in diesem Fall offensichtlich nicht am Laufenden", heißt es dazu in der Darstellung von Greenpeace. ****

Die genannte Behauptung unterstelle, so die Reaktion, "Greenpeace, wider besseres Wissen gehandelt zu haben und eine Umweltgefährdung beziehungsweise ökonomische Schäden bei Betroffenen in Kauf genommen zu haben. Diese Behauptungen treffen nicht zu".

Ausdrücklich begrüßt Greenpeace allerdings im Zusammenhang mit den Probennahmen in der Maisstärkeproduktion, "dass die Firma AGRANA den Forderungen der Umweltschutzorganisationen sowie der österreichischen Bevölkerung nach Gentechnik-freien Lebensmitteln (sic!) Rechnung trägt".


Greenpeace zeichnet Hersteller für PVC-freie Wasserrohre aus / Markenlizenz für aquatherm: Grüne Wasserrohre sind auch ökologisch auf der grünen Seite

Wasserrohre ohne umweltschädliches PVC
sind ein umweltfreundliches und zukunftsfähiges Produkt. Deshalb hat
die Greenpeace Media GmbH jetzt die Firma aquatherm für die
Herstellung von PVC-freien Wasserohren ausgezeichnet. Der im
Sauerland und dem sächsischen Radeberg ansässige
Rohrleitungshersteller kann in Zukunft sein Produkt "fusiotherm(r)",
ein PVC-freies Rohrsystem aus Polypropylen, mit der Marke "future
product approved by Greenpeace" kennzeichnen. Mit der Vergabe der
Markenlizenz für dieses Produkt will Greenpeace ein Zeichen für
umweltfreundliche Alternativen ohne PVC setzen.
  
   Die grünfarbigen "fusiotherm(r)" Rohre sind eine ökologische und
technische Alternative zu herkömmlichen PVC- und Kupferleitungen.
Aufgrund seines Chlorgehaltes ist sowohl die Herstellung als auch die
Anwendung und Entsorgung von PVC mit erheblichen ökologischen Risiken
verbunden. Bei der Müllverbrennung von PVC-haltigen Produkten
entstehen Dioxine und Salzsäure. Beide Gifte müssen aufwendig und
teuer entsorgt werden. Auch Kupfer, das gerade in den ersten Monaten
nach einer Kupferrohr-Hausinstallation in erhöhten Konzentrationen
auftritt, kann gesundheitliche Beeinträchtigungen auslösen.
Greenpeace fordert den Verzicht auf PVC und fördert den Einsatz der
PVC-Alternativen wie z. B. Polypropylen.
  
   Das "fusiotherm(r)" System ist hygienisch einwandfrei sowie
physiologisch und mikrobiologisch unbedenklich. Polypropylen eignet
sich aufgrund seiner hygienischen Eigenschaften im Kontakt mit
Lebensmitteln hervorragend als Werkstoff für Trinkwasserrrohre. Es
ist recyclebar und ist ein langlebiger Werkstoff. Seine technische
Eignung hat das "fusiotherm(r)" System der Firma aquatherm in mehr
als 25 Jahren der weltweiten Anwendung unter Beweis gestellt. Es
überzeugt auch durch seine Installations- und Verbindungstechnik.
Durch Erwärmen von Rohrende und Verbindungsteil verschmilzt der
Kunststoff nach dem Fügen der Elemente zu einer Masse.
  
   Mit der Marke "future product" will Greenpeace zum Wandel der
Wirtschaft beitragen. Ökonomische und ökologische Interessen müssen
kein Widerspruch sein, wie das Beispiel des "fusiotherm(r)" - Systems
beweist. Mit der Kaufentscheidung für ein "future product approved by
Greenpeace" können umweltbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher
Einfluss auf den Markt nehmen, indem sie sich für beste Qualität mit
hohen ökologischen und sozialen Standards entscheiden. Die Lizenz
wurde bisher für Nahrungsmittel, Holz- und Papierprodukte vergeben.
 


Greenpeace feiert 30. Geburtstag
15. September 1973: Startschuss für ein globales Umweltschutznetzwerk
 

 Die Umweltschutzorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.org feiert heute, Samstag, ihren 30. Geburtstag. Am 15. September 1971 startete der Fischkutter "Phyllis Cormack" zu einer damals unscheinbaren Aktion. Als erklärtes Ziel der zwölf Umweltschützer galt es, die Atomversuche der USA in Amchitka nahe Alaska zu stoppen. In den folgenden Jahren wurde Greenpeace zu einem weltweiten Symbol für jene, die sich gegen Verschmutzung und Zerstörung des Planeten wehren. Aus aktuellem Anlass verzichtet Greenpeace derzeit auf jegliche Feierlichkeiten.
 

"Greenpeace hat den Auftrag zur Stelle zu sein, um die Umweltzerstörer zur Rechenschaft zu ziehen", formulierte Gert Leipold, der neue Geschäftsführer von Greenpeace International. Zu den Prinzipien der Organisation zählen Gewaltlosigkeit und direkte Aktion. Die physische, aktionistische Präsenz am Ort der Umweltbedrohung, notfalls unter dem Einsatz des Lebens und vor den Augen der Öffentlichkeit, wurde zu einem Markenzeichen. Einer der größten Visionäre von Greenpeace, der in diesem Jahr verstorbene David McTaggart, hatte eine tragende Rolle bei der Expansion nach Osteuropa und Asien, so die Organisation in einer Aussendung.
 

Trotz vieler Erfolge, die heuer in einem Verbot der Produktion gefährlicher, langlebiger organischer Umweltgifte (POPs) gipfelten, gebe es noch viel zu tun, schreibt Greenpeace. Denn neben Erfolgen gab es auch Misserfolge zu verzeichnen. Es existierten noch Tausende Regionen, die als "Umwelt-Krisengebiete" bezeichnet werden müssen. So gebe es u.a. noch einigen Handlungsbedarf in Mayak, Russland, wo die größte Nuklearanlage der Erde steht. Weitere Krisengebiete sind die Marshall-Inseln, die noch immer als militärisches Testgelände der USA zur freien Verfügung stehen, und das Große Barrier-Riff in Australien. Wissenschaftler schätzen, dass die steigenden Wassertemperaturen dazu führen könnten, dass die tropischen Korallenriffe in 30 Jahren verschwunden sein werden. Weiters nennt Greenpeace die russischen Urwälder, die durch große Holzkonzerne bedroht werden, und China, das sich als bevölkerungsreichstes Land der Erde zunehmend zur Konsumgesellschaft wandelt, ohne nachhaltige Entwicklung zu betreiben.
 

Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, bedarf es laut Greenpeace allerdings auch eines wirtschaftlichen und politischen Konsenses. Durch ständigen Druck konnte bereits vieles realisiert werden, was anfänglich bei Regierung und Industrie auf heftige Kritik stieß. Greenpeace ist heute in 39 Ländern präsent und hat laut eigenen Angaben weltweit über 2,6 Mio. Unterstützer. Die Organisation führt Kampagnen in den Bereichen Klima, Chemie, Gentechnik, Atomkraft und Atomwaffen sowie Umwelt- und Meeresschutz.
 


Greenpeace sagt die Aktivitäten zum 30. Jahrestag ab

Angesichts der Tragödie in den USA sagt Greenpeace die geplanten Aktivitäten anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Organisation ab und verschiebt sie auf unbestimmte Zeit.

 


Greenpeace: Energiekapitel mit Tschechien nicht abschließen!

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace ist empört über die Ablehnung einer internationalen Ausstiegskonferenz durch EU- Erweiterungskommissar Verheugen. Greenpeace verlangt von Verheugen, dass er im Interesse Österreichs und Deutschland auf einer solchen Konferenz besteht und diese noch heuer durchgeführt wird, auch wenn Tschechien derzeit noch dagegen ist. "Wenn der tschechische Chefverhandler Telicka eine solche Konferenz nicht unterstützt, dann vergibt sich die Tschechische Republik jede Chance auf eine vernünftige Lösung", sagte Franko Petri, Pressesprecher von Greenpeace.

Bundeskanzler Schüssel darf sich jetzt nicht zurücklehnen und sich auf die Ablehnung Tschechiens und Verheugens berufen, mahnt die Umweltorganisation. "Es liegt jetzt an Schüssel, weitere Gespräche mit Verheugen und Ministerpräsident Zeman zu führen sowie ein konkretes Ausstiegspaket zu entwerfen, das der tschechischen Regierung unterbreitet werden kann, sagte Petri. Die Umweltorganisation warnt davor, das Energiekapitel mit Tschechien abzuschließen, weil sich dabei der Verhandlungsspielraum auf Null reduziert. Greenpeace fordert von Verheugen und Schüssel, die Resolution des Europäischen Parlaments mit der Forderung nach einer internationalen Ausstiegskonferenz zu unterstützen.
 


Greenpeace outet Gen-Reis mit menschlichen Genen
Freisetzung gentechnisch manipulierter Lebewesen nicht kontrollierbar
 

 Die Umweltorganisation Greenpeace http://www.greenpeace.org hat heute, Freitag, in Kalifornien ein Feld mit genmanipuliertem Reis, dessen Zellen Pharmazeutika produzieren, geoutet. Die Aktivisten markierten das bisher geheim gehaltene Feld mit überdimensionalen Spritzen, um auf die drohende Gefahr hinzuweisen. Greenpeace warnt nun davor, dass dieser Gentech-Reis die umliegenden Speise-Reis Felder verunreinigen kann. Auch die ökologischen Auswirkungen sind praktisch nicht untersucht.
 

"Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass einmal in die Natur freigesetzte Pflanzen nicht mehr unter Kontrolle sind", sagte Kimberly Wilson, Gentechnik-Expertin von Greenpeace USA. Erst vor kurzem ist in den USA ein, wegen Allergie-Gefahren nur als Futtermittel zugelassener, Gen-Mais in unzähligen Lebensmitteln nachgewiesen worden.
 

Bei dem von Greenpeace geouteten Feld handelt es sich um einen Freisetzungsversuch der Firma Applied Phytologics, Inc. http://www.apinc.com (API). Mittels gentechnischer Methoden wurden in den Reis menschliche Gene eingebaut. Weltweit arbeiten etwa 20 Biotech-Unternehmen daran, so genannte "Pharm-Crops" herzustellen. Dabei werden etwa Mais, Reis und Gerste gentechnisch manipuliert, damit sie Pharmazeutika und andere Substanzen wie Enzyme für die Industrie oder Labor-Chemikalien produzieren. Gentech-Medikamente können in geschlossenen Systemen auf sichere Weise hergestellt werden. Um Risken für Umwelt und Gesundheit zu vermeiden, sollte daher das Vorsorgeprinzip gelten und die Freisetzung gentechnisch manipulierter Lebewesen untersagt werden, fordert Greenpeace http://www.greenpeace.at .


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:00
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