Wissenschaft lernt aus alpinen Katastrophen
Uni Innsbruck: Führend bei Erforschung von Naturgefahren
Als Reaktion auf das Lawinenunglück von Galtür wurde 2002
das Zentrum für Naturgefahren Management alpS in Innsbruck gegründet. Die
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
http://www2.uibk.ac.at
stellt als wichtigster Forschungspartner ihr Know-how zur Verfügung und
ist derzeit weltweit führend in der Erforschung von alpinen Naturgefahren.
Damit sollen in Zukunft Katastrophen in den Bergen verhindert und abgewendet
werden.
Über 120 Wissenschaftler von verschiedenen Fakultäten der Innsbrucker
Universität sind in über 20 Projekten von alpS damit beschäftigt, mögliche
Gefahrenquellen in den Alpen zu erkennen. Neue Strategien und Technologien
wie etwa ein Lawinenradar sollen helfen, die Schneedecke zu analysieren und
eine mögliche Lawinengefahr besser einschätzen zu können. Auch die Suche
nach Lawinenopfern soll mit dieser Technologie schneller und damit
erfolgreicher werden. Zentrale Forschungsbereiche sind die Schaffung von
Datenbanken und Modellierung, technische Schutzmaßnahmen und
sozio-ökonomischen Risikoanalysen.
Für die Universität Innsbruck und die alpine Forschung sind die Alpen ein
Großlabor für die Untersuchung globaler Veränderungen und deren Auswirkungen
auf die Umwelt, berichtet die Universität Innsbruck. Die Wissenschaftler
wollen die Ursachen für Naturkatastrophen erkennen, und dann Schutzmaßnahmen
entwickeln, damit in Zukunft Naturkatastrophen im Alpenraum schon im Vorfeld
verhindert werden können.

China fürchtet: Mt.
Everest schrumpft
Experten sollen "Dach der Welt" neu vermessen
China will den Mouth Everest
http://www.mounteverest.net neu vermessen. Die Gründe dafür sind
Angaben, wonach der höchste Berg der Welt wegen der globalen
Erwärmung um 1,3 Meter geschrumpft sein soll. Die Höhe des Everest,
der an der Grenze zwischen China und Nepal liegt, ist seit langem
ein Auslöser zahlreicher Kontroversen, berichtet BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .
Erstmals wurde der Mount Everest von indischen Forschern im Jahr
1954 vermessen. Die Wissenschaftler bedienten sich eines so
genannten Theodoliten und haben die Höhe des Berges mit 8.848 Metern
errechnet. 1999 haben US-Forscher den Berg erneut vermessen. Damals
arbeiteten die Wissenschaftler bereits mit einem GPS. Das Ergebnis,
das auch von der National Geographic Society bestätigt wurde, war
überraschend: Die Gipfelhöhe wurde um zwei Meter höher als 1954
berechnet.
Doch nun hat die globale Erwärmung auch dafür gesorgt, dass die
Himalaya-Gletscher langsam zurückgehen. Der Mount Everst soll sogar
um mehr als einen Meter geschrumpft sein. Chinesische
Wissenschaftler sollen nun bis März die exakte Höhe des höchsten
Berges der Welt ermitteln. Egal wie hoch der Everest auch sein mag,
er bleibt definitiv der höchste Berg des blauen Planeten. Außerdem
sorgen Bewegungen in den tektonischen Platten dafür, dass sich das
gesamte Himalaya-Massiv stetig um einen Zentimeter im Jahr hebt.
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Gas aus dem äußeren
Erdmantel
Wahrscheinlichkeit von Kohlenwasserstoffen in
Planetenkruste
Wissenschaftler der University of Indiana haben
Beweise dafür, dass tief unter der Erdoberfläche gewaltige
Gasvorräte schlummern. In Labor-Simulationen, die Bedingungen, des
äußeren Erdmantels imitierten, konnte allein aus Wasser und
Mineralien das Gas Methan entstehen. Die Simulationen bezogen sich
auf Tiefen von rund 100 Kilometer unter der Erdoberfläche, berichten
die Forscher im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National
Academy of Sciences
http://www.pnas.org .
Erdöl und Erdgas werden normalerweise aus Tiefen von wenigen
Kilometern hervorgeholt. Die Entstehungsgeschichte geht auf
Rückstände von fossilen Tier- und Pflanzenresten zurück, die dort
unter hohen Drücken und Hitze gebildet wurden. Die Forscher hat
bisher die wesentliche Frage beschäftigt, ob es in tieferen
Erdschichten ohne biologische Materien dazu kommen kann, dass sich
Kohlenwasserstoffe wie Erdöl oder Erdgas bilden können. Im
Laborversuch haben die Forscher Eisenoxid, Kalkspat und Wasser unter
extrem hohen Druck auf 1.500 Grad Celsius erhitzt. Bei der
nachfolgenden Analyse fanden sich große Mengen von Methan.
Nach Angaben der Forscher hatte sich das Methan durch Reduktion des
Kohlenstoffs im Kalkspat gebildet. Unter geringerem Druck und
niedrigeren Temperaturen könne eine solche Reaktion allerdings nicht
erfolgen, schreiben die Wissenschaftler. Die extremen Bedingungen
verändern jedoch die chemischen und physikalischen Eigenschaften von
Stoffen. Es sei also durchaus anzunehmen, dass sich im Erdmantel
größere Mengen von Kohlenwasserstoffen befinden.
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Geheimnis der größten
Sanddünen gelüftet
Wasser spielt bei Naturbauwerken wesentliche
Rolle
Wasser ist das Geheimnis der größten Sanddünen der
Welt. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of
Queensland in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature
http://www.nature.com . Demnach bleiben die höchsten Sanddünen
im Badain Jaran in China nur durch das Grundwasser so hoch.
Obwohl die Dünen außen vollkommen trocken sind, werden sie durch ein
weit verzweigtes Grundwassersystem, das bisher unbekannt war,
zusammengehalten, berichtet Ling Li von der australischen
Universität. Das Wasser unter der Oberfläche hält die Teilchen
zusammen. Dadurch bleiben sie auch fest, wenn sie Wind und Wetter
ausgesetzt sind. Nur 20 Zentimeter unter der Sandoberfläche fanden
die Wissenschaftler bereits Wasser. In einer Tiefe von einem Meter
stießen die Forscher auf große Mengen von Grundwasser. Dieses kommt
von den umliegenden Qilian Bergen, die etwa 500 Kilometer
südwestlich der Wüste liegen.
Niemand konnte ahnen, dass so nahe bei den Dünen, die von mehr als
70 Seen umgeben sind, solche großen Mengen von Wasser vorhanden
sind. Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass der
Wasserspiegel in der Dünenregion 17 Meter höher liegt als bei den
Seen. Die Forscher haben errechnet, dass etwa 500 Mio. Kubikmeter
Wasser jährlich durch die Region fließt. Die Erkenntnis über diese
großen Wassermengen hat bereits zu ehrgeizigen Plänen der Regierung
geführt. Demnach sollen mindestens 250 Mio. Kubikmeter Wasser von
den Qilian Bergen abgezweigt werden. Die Forscher meinen, dass dies
unnötig sei. Umgekehrt warnen sie vor schwerwiegenden Folgen für die
Umwelt.
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Meteoritenkrater
liefert Klimadaten
Österreichische Forscher untersuchen
westafrikanischen Kratersee
Ein Forschungsteam des Instituts für Geologische
Wissenschaften der Universität Wien
http://www.univie.ac.at hat im Bosumtwi-Krater in Ghana wichtige
Hinweise auf das Klimageschehen Westafrikas gefunden. Bereits nach
kurzer Zeit liefert dieses vom Wissenschaftsfonds FWF
http://www.fwf.ac.at geförderte internationale Projekt unter
österreichischem Management eine reiche Ausbeute an Probenmaterial.
Besonders interessant macht den Bosumtwi-Krater ein acht Kilometer
großer See, der den elf Kilometer umfassenden Krater füllt. "In
diesem See haben sich seit einer Million Jahren Sedimente
abgelagert. Je nach Jahreszeit wurden Einträge durch den
atlantischen Monsun oder von der Sahelzone abgelagert", berichtet
der österreichische Projektleiter Christian Köberl. "Damit bietet
diese Sedimentschicht ein vollständiges Archiv der Klimavorgänge der
letzten Million Jahre in Westafrika", erklärt der
Geowissenschaftler. Diese Sedimentschicht liegt direkt über jener
Gesteinsschicht, die durch den Meteoriteneinschlag geformt wurde und
damit den eigentlichen Krater ausmacht. Mit Bohrungen in den
Untergrund des bis zu 80 Meter tiefen Sees können also gleichzeitig
Informationen über Klimavorgänge in Westafrika als auch über den
Ablauf des Meteoriteneinschlags gesammelt werden.
Die 2.200 Meter tiefen Bohrungen in einem der jüngsten
Meteoritenkrater der Erde, er ist etwa eine Mio. Jahre alt, führen
zu einer bisher noch rätselhaften Erkenntnis: Die durch die Hitze
des Meteoriteneinschlags geformte Gesteinsschicht ist nur halb so
groß wie erwartet. Auch das war für das Wissenschaftsteam eine
bisher unbekannte Tatsache. Der Krater weist außerdem eine
geologische Besonderheit auf: die obersten Gesteinsschichten wurden
während des Einschlags in Glas verwandelt.
Das wissenschaftliche Team aus sieben Nationen hat seit Mitte 2004
insgesamt 1.850 Meter Bohrkerne, die sich ideal ergänzen, gezogen.
Damit liegt nun ein komplettes Probenmaterial über den Aufbau der
Sedimentschicht vor. Nun werden die Gesteinsproben in Wien
analysiert. |

Mount St. Helens arbeitet
wieder
Wissenschaftler fürchten baldigen Vulkanausbruch
Wissenschaftlern zufolge steht der Vulkan Mount St.
Helens
http://www.fs.fed.us/gpnf/mshnvm im US-Bundesstaat Washington knapp
vor einem weiteren Ausbruch. Geologen haben einen Teil der Umgebung des
Berges gesperrt. Nach ersten Angaben zufolge wird die Eruption nicht so
stark sein wie die am 18. Mai 1980. Dennoch sei es unvorhersehbar, was
genau passieren kann, berichtet BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .
Nur 80 Kilometer von Portland/Oregon entfernt hat der Mount St. Helens
bei seinem letzten Ausbruch mehr als eine halbe Mrd. Tonnen Asche in die
Atmosphäre geschleudert. 57 Menschen sind beim Ausbruch 1980 gestorben.
Portland lag danach unter einer dicken Ascheschicht.
Den Wissenschaftlern hat sich in den vergangenen Tagen ein deutliches
Zeichen für eine baldige Eruption geboten: Dampf tritt aus dem Krater
aus und Steine werden durch austretende Gase umgedreht. Nach Angaben der
Seismologen haben kleinere Erdstöße den Vulkan zu neuem Leben erweckt.
Der Mount St. Helens Nationalpark wurde für Besucher vorübergehend
gesperrt.
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Satelliten überwachen Vulkan-Aktivitäten auf Insel Stromboli
Eutelsat
und Alltel installieren Netzwerk für italienische Zivilschutzagentur
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www.netnet.it |
Die
italienische Zivilschutzagentur setzt zur Überwachung der sehr starken
vulkanischen Aktivitäten auf der mittlerweile evakuierten Insel Stromboli auf
Satelliten. Zu diesem Zweck haben der Satellitenbetreiber Eutelsat
http://www.eutelsat.de
und das italienische Partnerunternehmen Alltel ein Netzwerk mit
Satelliten-Terminals aufgebaut. Das Netzwerk soll gewährleisten, dass
Mitarbeiter des Zivilschutzes sofort einen Zugriff auf eine ganze Reihe von
Kommunikationsverbindungen haben.
Darüber hinaus wird das Netzwerk direkt zur Live-Fernüberwachung der
Vulkan-Aktivitäten und von Veränderungen des Meeresspiegels als Teil eines
Frühwarnsystems vor möglichen Erdrutschen und Flutwellen eingesetzt. Dafür
sendet eine Boje, die rund 100 Meter vor der Inselküste gefestigt und mit
Sensoren bestückt ist, laufend aktuelle Daten an ein Satellitenterminal auf
der Insel. Von dort werden die Daten via Satellit in die Zivilschutzzentrale
in Rom und an andere Büros in Italien übermittelt. Die Terminals wurden
bereits für Videokonferenzen und zum Wiederaufbau eines Telefondienstes
eingesetzt, da am 5. Januar dieses Jahres das terrestrische Netz auf der Insel
durch die vulkanischen Aktivitäten komplett ausgefallen war.
Bei dem Vulkanausbruch handelt es sich um den größten Ausbruch seit 17 Jahren.
Lava floß aus einem Krater in etwa 700 Metern Höhe direkt ins Meer. Am 30.
Dezember 2002 wurden durch eine starke Explosion rund acht Mio. Kubikmeter
Lavagestein vom Vulkan gelöst und stürzten ins Meer. Dort lösten sie eine
mehrere Meter hohe Flutwelle aus, die eine Ortschaft komplett verwüstete. Die
nur zwölf Quadratkilometer große Insel Stromboli wurde daraufhin evakuiert:
Rund 140 Menschen wurden ausgeflogen. Vulkan-Experten gehen davon aus, dass
der Ausbruch im Zusammenhang mit der Aktivität des Ätna steht.

Forscher stellen geologische Uhr neu
Zerfallsgeschwindigkeit von Lutetium um vier Prozent
korrigiert
Bereits 200 Mio. Jahre nach Entstehung der Erde vor 4.56 Mrd. Jahren muss
es erste Kontinente gegeben haben. Zu diesem Schluss kommen Mineralogen der
Universität Münster
http://www.uni-muenster.de , weil sie die Zerfallsgeschwindigkeit des
Elementes Lutetium zum Element Hafnium nach unten korrigiert haben. Wie die
Forscher im Wissenschaftsmagazin "Science"
http://www.sciencemag.org
schreiben, wich die bisher angenommene Halbwertszeit des Lutetium um mehr als
vier Prozent von der neu bestimmten Halbwertszeit ab.
Aus der neuen Halbwertszeit ergibt sich, dass die ältesten Minerale der
Erde aus Grönland und Australien von Kontinenten stammen, die fast so alt wie
die Erde sind. Dies widerspricht nach Ansicht der Münsteraner zumindest
teilweise dem bisherigen Kenntnisstand. Danach wurden Erde und Mond vor etwa
4.56 bis 4.0 Mrd. Jahren von Meteoritenschauern bombardiert, die
wahrscheinlich jede feste Kruste und frühes Leben zerstört haben. Die ältesten
Kontinente der Erde haben das Meteoritenbombardement im frühen Sonnensystem
aber offenbar überlebt. Somit könnte bereits zu dieser Zeit einfaches Leben
auf der Erde existiert haben.
Die Zerfallsgeschwindigkeit natürlich vorkommender radioaktiver Isotope ist
in den Geowissenschaften das Maß für die Bestimmung des Alters von Gesteinen.
Außer dem Lutetium-Hafnium-Isotopensystem gibt es noch das
Uran-Blei-Isotopensystem. Dabei zerfällt das Isotop 238 Uran mit der Zeit zu
dem stabilen Isotop 206 Blei, so wie das Isotop 176 Lutetium zum stabilen 176
Hafnium zerfällt. Mit Hilfe der Halbwertszeit und dem Wissen, wie viel Uran
oder Blei beziehungsweise Lutetium oder Hafnium in einer Gesteinsprobe
vorhanden ist, können Aussagen über die Zeit getroffen werden, die seit seiner
Bildung vergangen ist. Jedes Mineral und Gestein enthält deswegen seine eigene
innere Uhr, die mit Gesteinsbildung zu ticken beginnt.

Neues Verfahren ermöglicht präzisere Datierung von
Gestein
Elektronische Mikrosonde reduziert Spielraum entscheidend
Geologen der University of Massachusetts
http://www.umass.edu haben ein
neues Verfahren zur Altersbestimmung von Gestein entwickelt. Diese
elektronische Mikrosonde soll neben größerer Effizienz, den Zugang zu
detaillierteren geologischen Aufzeichnungen ermöglichen. Zusätzlich sollen
Proben bis auf ein bis zwei Millionen Jahre genau bestimmbar werden.
Der Wissenschaftler Michael Williams erklärte, dass derzeit das Alter einer
Gesteinsprobe nur innerhalb von fünf bis zehn Millionen Jahren bestimmbar sei.
Die elektronische Mikrosonde kann chemisch Bereiche von einem Tausendstel
Millimeter analysieren, ohne dass die Probe wie bisher während dieses
Vorganges beschädigt wird. Die neuen Verfahren High-resolution Age Mapping und
Microprobe Dating schließen die Analyse von Monazit ein, einem Mineral, das in
vielen Gesteinen nur in geringsten Mengen vorkommt und daher in geologischen
Studien nur selten berücksichtigt wird.
Die Untersuchung der gesamten Lebensspanne eines Musters anstelle der
Ermittlung eines Durchschnittswertes ist laut Williams für die Geologie
entscheidend. Sie ermöglicht anstatt einer einzelnen Momentaufnahme das
Erkennen einer ganzen Reihe von Ereignissen. "Wir wollen nicht nur wissen,
wann und wo ein Gestein entstanden ist, sondern auch, wann es vergraben,
verformt, erhitzt, geschmolzen und schließlich zur Erdoberfläche aufgestiegen
ist. Eurekalert
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-08/uoma-ugt080801.php

US-Geologen starten neues Erdbebenüberwachungssystem
250 GPS-Stationen sollen künftig präzise Vorhersagen liefern
Wissenschaftler verschiedener US-amerikanischer
Forschungseinrichtungen und der NASA
http://www.nasa.gov haben in
Südkalifornien ein neues System zur Erdbebenvorhersage offiziell seiner
Bestimmung übergeben. Seit den frühen 90er Jahren hatten Forscher des Southern
Californian Earthquake Center (SCEC)
http://www.scec.org ein
Netzwerk von Beobachtungsstationen aufgebaut. Mit der 250. Station ging das
sogenannte Southern California Integrated GPS Network (SCIGN)
http://www.scign.org jetzt
endgültig in Betrieb. Es arbeitet auf der Basis von Satellitendaten des Global
Positioning System (GPS) und registriert Verschiebungen und Verformungen des
Untergrunds auch im Millimeterbereich zuverlässig.
"Südkalifornien hat über 50 Prozent des gesamten Erdbebenrisikos der USA.
GPS-Daten werden dabei helfen, dieses Risiko künftig besser einzuschätzen",
sagt der SCIGN-Vorsitzende Ken Hudnut von der Behörde US Geological Survey
http://www.usgs.gov. In
Kalifornien stoßen die Nordamerikanische und die Pazifische Platte aufeinander
und sorgen immer wieder für größere und kleinere Beben. Das neue Netzwerk soll
künftig rechtzeitig erkennen, wo und wann sich zwischen den einzelnen
Erdplatten Spannungen aufbauen, die sich in plötzlichen Erdbeben entladen.
Erdbebenprognosen sollen so zeitgenauer und exakter ausfallen und mehr
Sicherheit für die kalifornische Bevölkerung garantieren. Bereits jetzt
verzeichnet das System monatlich über 50.000 Zugriffe von Wissenschaftlern,
Notfallzentren und Behörden. Die Daten sind für jedermann auch im Internet
unter www.scign.org einsehbar.
Eine Laserstation soll das Southern California Integrated GPS Network
künftig mit Messungen unterstützen, die noch 100 bis 1.000 mal exakter sind.
Laserstrahlen bewegen sich in einer 600 Meter langen Röhre zwischen den beiden
Endpunkten hin und her und ermitteln die zurückgelegte Entfernung. Jedes noch
so leichte Erdbeben wird durch winzige Positionsabweichungen signalisiert.

Geoinformatik-Symposium in Salzburg
Universität Salzburg präsentiert Zukunftsvisionen
Aus Anlass der AGIT (Symposium für Angewandte Geographische
Informationsverarbeitung) http://www.agit.at
und der AGIT-EXPO (Fachmesse für Geoinformatik) http://www.agit.at/expo
, die vom 4. 6. Juli in Salzburg stattfindet, hat heute, Mittwoch, das
Zentrum für Geographische Informationsverarbeitung Salzburg (ZGIS) http://www.zgis.at
im Rahmen eines Pressegespräches neue Entwicklungen in der Geoinformatik
vorgestellt.
Das ZGIS arbeitet eng mit Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Es
entwickelt neue Methoden im Forst-Management, bei Datenbanken für
Landesregierungen und der Evaluation innovativer Bildanalyse-Techniken.
Gemeinsam mit den Firmen des GIS-Clusters einem Zusammenschluss von
spinoff-Firmen und Wirtschaftspartnern in der Region Salzburg sollen neue
technische und wissenschaftliche Entwicklungen in die Praxis umgesetzt werden.
Zum Beispiel soll das Handy zum universellen Reiseführer weiterentwickelt
werden.
Geographische Informationssysteme gelten heute in zahlreichen
Anwendungsgebieten als wichtige Arbeitswerkzeuge. Sie dienen der Erfassung,
Verwaltung, Bearbeitung, Analyse und Visualisierung raumbezogender Daten und
ihrer Beziehungen. Geographische Information ist für Dokumentation, Analyse
und Planung unserer Umwelt von großer Bedeutung. Sie findet ihre Anwendung
zum Beispiel in Umwelt- und Ressourcenschutz, Landschaftsplanung, Vertrieb,
Landwirtschaft, Geologie und Geographie.
Das ZGIS besteht seit 1988. Es ist am Institut für Geographische und
Angewandte Geoinformatik an der Universität Salzburg als Kompetenzzentrum für
GIS angesiedelt. Die Aufgaben des ZGIS bestehen in Aus- und Weiterbildung, F
& E, Ausbau internationaler Beziehungen und Organisation von Fachtagungen.
Ziel ist die Unterstützung der GIS-Praxis in allen Anwendungsgebieten in
enger Kooperation mit der Wirtschaft. Außerdem soll die zukünftige
Entwicklung gemeinsam mit internationalen Institutionen vorangetrieben werden

Magmakanäle im Erdmantel entdeckt
Wissenschaftler sind geologischem Rekord auf der Spur
Amerikanische Wissenschaftler der University of Rhode Island http://www.uri.edu
haben im Erdmantel aufsteigende Magmaklumpen entdeckt, die ein Netzwerk von
Magmakanälen bilden können. In solchen Kanälen würde Magma binnen 30.000
Jahren bis zur Erdoberfläche aufsteigen, was nach geologischen Maßstäben
als ein atemberaubendes Tempo gilt. Paul Hall und Chris Kincaid sind damit
laut Experten einem geologischen Rekord auf der Spur.
Die beiden Wissenschaftler konstruierten ein einfaches Modell, das aus
einer durch Zuckersirup gezogenen Plastikfolie bestand. Auf der Folienoberfläche
befand sich eine leichte Alkohollösung, aus der sich einzelne Tropfen lösten
und im Zuckersirup nach oben stiegen. Die Situation ähnle der in einer so
genannten Subduktionszone, erklärte Hall. In einem solchen Gebiet wird eine
ozeanische Erdplatte unter eine Kontinentalplatte geschoben.
Die ozeanische Platte wird so zum Abtauchen in den Erdmantel gezwungen und
schmilzt dabei teilweise. Das entstehende Magma, hat eine geringere Dichte als
das umgebende Mantelmaterial und steigt durch die Kontinentalplatte nach oben.
Die als "Feuergürtel" bezeichnete Vulkankette um den Pazifik sei
laut Hall ein gutes Beispiel dafür.
Bei dem Modell zeigten sich verschiedene Verhaltensweisen: Je nach Dichte
der Lösungen und der Geschwindigkeit der Folie stiegen die Tropfen in gleichmäßigen
Abständen langsam an die Oberfläche. Unter bestimmten Bedingungen hinterließen
die Tropfen aber Flüssigkeitskanäle, die sich zu einem ganzen Netzwerk
verbanden. Nachfolgende Tropfen konnten darin sehr rasch aufwärts fließen.
Ähnliches könnte sich auch im Erdmantel abspielen, glauben die
Geowissenschaftler. Solche Netzwerke seien keine starren, sondern dynamische
Gebilde, die neue Kanäle bilden, während andere "austrocknen".
Daher konnten die aufsteigenden Tropfen nur selten eine durchgehende
Expressroute zur Oberfläche nehmen.
Sollten sich in Subduktionszonen tatsächlich ähnliche Netzwerke bilden, käme
es deshalb nur gelegentlich zu verheerenden Vulkanausbrüchen durch rasch
aufgestiegene Magma. Den Berechnungen von Hall und Kincaid zufolge dürfte
dies einmal pro einer Million Jahre der Fall sein.
