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Stammzellen machen Leberschäden reversibel
Unabhängige Studien testen neuen Behandlungsansatz

Wissenschafter der Hammersmith Hospitals http://www.hhnt.org testen, ob erwachsene Stammzellen eine Leberzirrhose rückgängig machen können. Sie werden Stammzellen aus dem Knochenmark des Patienten für die Behandlung einsetzen. New Scientist http://www.newscientist.com/home.ns berichtet, dass japanische Forscher diesen Ansatz für die Behandlung einer Leberfibrose nutzen wollen. Derzeit besteht die einzige Hoffnung für die Betroffenen in einer Lebertransplantation.

Der neue Behandlungsansatz beruht auf der Entnahme von Blut und der Trennung in seine einzelnen Bestandteile. Stammzellen werden von den weißen Blutkörperchen isoliert und in die Leberarterie injiziert. Die roten Blutkörperchen werden dem Körper über den Arm wieder zugeführt. Labortests haben gezeigt, dass dieser Ansatz die Funktion der Leber verbessern kann, in dem sie wieder mit Stammzellen besiedelt wird. Bei chronischen Lebererkrankungen kommt es zu einem Zellverlust und damit zu einer Einschränkung der Organfunktion. Derzeit werden Patienten für die Studie gesucht, um die Sicherheit und Effektivität des Behandlungsansatzes zu testen. Der leitende Wissenschafter Nagy Habib erklärte gegenüber BBC News, dass entsprechende Ergebnisse eine sehr gute Alternative für Leberpatienten ermöglichen würden.

Die japanischen Wissenschafter schädigten die Lebern von Mäusen durch Injektionen mit einer Chemikalie, die eine Fibrose verursacht. Nach vier Wochen wurden Knochenmarkszellen von Spendermäusen entnommen, die mittels eines Quallengens dahingehend verändert wurden, das sie grün leuchteten. Damit wurde der Fortschritt der Zellen für die Forscher nachvollziehbar. Nach einigen Wochen zeigte sich, dass alle Zellen in die Leber gewandert waren. In der achten Studienwoche hatte sich die Menge des geschädigten Gewebes in der Leber deutlich verringert. Die Knochenmarkszellen schienen sich in Leberzellen zu verwandeln und große Mengen eines Enzyms zu bilden, das eine wichtige Rolle bei der Heilung des Gewebes spielt. Mäuse mit Leberschaden, die nicht behandelt wurden, zeigten keine Veränderung ihres Zustandes. Inder Verma und Yoshiyuki Kanazawa vom Salk Institute for Biological Studies http://www.salk.edu erklärten gegenüber NewScientist, dass eine von ihnen bereits durchgeführte Studie kaum Hinweise auf ein geheiltes Lebergewebe ergeben habe.
 


 

Umsetzung der Gentechnik lässt auf sich warten
Angst vor Influenza-Pandemie steigt

Das vergangene Jahr war im Wissenschaftsbereich wieder von zahlreichen Themen durchzogen, die bereits im Vorjahr in den Schlagzeilen standen. Einerseits haben alte bis dato ungelöste Probleme immer noch keine Lösung erfahren, andererseits stecken zahlreiche Labors und Forschungsanstalten immer noch gigantische Mittel in Hightech-Bereiche wie etwa die Genetik. Forschungsgebiete wie Gen- oder Nanotechnologie haben zwar in Zukunft eventuell Lösungen parat, bis diese aber umgesetzt werden, wird es noch dauern.

Die Gentechnologie hat im medizinischen Bereich keine wesentlichen Änderungen herbeigeführt. Tatsächlich ist es gelungen zahlreiche Erkrankungen, vor allem Autoimmun-Krankheiten, insofern einzudämmen, als Symptome zurückgedrängt werden können. Dass die Erkrankungen selbst zwar nicht geheilt werden können, bleibt Faktum. Immer noch rechnen die Forscher mit einer Wiederkehr einer tödlichen globalen Grippe-Pandemie, die ähnlich wie 1918/19 wahrscheinlich Mio. Menschenleben fordern wird. Mit dem Ausbruch der Vogelgrippe in Ostasien und einer möglichen Veränderung der Erreger könnte diese Gefahr schon bald zur Wirklichkeit werden. Zu den immer noch unterschätzten Krankheiten zählt die Immunschwächekrankheit Aids, die auch in diesem Jahr wieder auf dem Vormarsch war. Aids bleibt immer noch jene Erkrankung, die weltweit die meisten Todesopfer fordert.

Die US-Amerikanische Wissenschaftsgesellschaft AAAS hat in einem Leitartikel des Wissenschaftsmagazins Science die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse des Jahres zusammengefasst. Im Bereich der Medizin zählen vor allem die Erfolge bei "public-private Partnerships" zwischen Industriestaaten und Ländern der Dritten Welt dazu. So konnten erstmals ein Impfstoff gegen Malaria getestet und neue Initiativen gegen Aids ins Leben gerufen werden.

Die Klon- und Stammzellforschung hat mit einem Erfolgsprojekt koreanischer Forscher immerhin dazu geführt, Klone soweit heranzuzüchten, dass Stammzellen entnommen werden konnten. Die Erkenntnisse wurden allerdings mit gemischten Gefühlen aufgenommen, da die Embryos dazu getötet werden müssen. Der Faktor "Ethik" hat die Wissenschaftsszene auch in diesem Jahr wieder beherrscht. Forscher in den USA haben sich offen darüber beklagt, dass die Verquickung von Politik und Forschung große Nachteile für die Weiterentwicklung zahlreicher Wissenschaftsgebiete brachte. Unter dem Deckmantel der Ethik wurden "unerwünschte Forschungsergebnisse" boykottiert. Als Druckmittel wird vielfach eine Sperre von Finanzierungen angedroht. Zu finanziell bedrohlichen Situationen von Forschungseinrichtungen ist es allerdings auch in Europa gekommen.

Zu den großen Entdeckungen des vergangenen Jahres zählen nach Angaben des Science-Magazins auch die Entdeckung von Wasser auf dem Mars und der Fund eines Hominiden auf der indonesischen Insel Flores. Auf dem Gebiet der Physik konnten die Forscher dem Nachweis der Einsteinschen Relativitätstheorie etwas näher kommen.

Immer noch ungelöste Probleme der Erde betreffen vor allem die Ärmsten der Armen. Die Produktivität in den Entwicklungsländern hat drastisch abgenommen. West- und Nordafrika ist von einer Heuschreckenplage heimgesucht worden, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr aufgetreten ist. Experten befürchten, dass sich diese Katastrophe im kommenden Jahr noch verschärfen könnte. In den Ländern Mittelamerikas gab es die heftigsten Wirbelstürme der vergangenen zehn Jahre. Mit diesen Naturkatastrophen nimmt die Chance auf eine wirtschaftliche Erholung dramatisch ab. Zu vielen Menschen bleibt ein Zugriff auf Nahrungsmittel und sauberes Trinkwasser nicht vergönnt. Auch die Gentechnik, die in diesen Regionen reiche Ernten versprochen hat, bleibt offensichtlich weit hinter den Erwartungen zurück.

Links zu den Themen:

Grippevirus gegen Medikamente resistent
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040830014

HIV-Medikamente fehlen weiter
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041201011

Südafrika: HIV-Infektionen um sechs Prozent gestiegen
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040925004

Forscher erhalten Einblick in die Stammzellteilung
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040819034

Afrikanische-Heuschrecken Horrorvision für 2005
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041125003


 

Erbgut des Huhns entschlüsselt
Kenntnisse der Evolution werden verfeinert

Wissenschaftler haben das Erbgut des Huhns entschlüsselt wie die Fachzeitschrift Nature http://www.nature.com berichtet. Obwohl bereits das Genom von einigen Spezies der Säugetiere und vieler primitiver Organismen entschlüsselt wurde, ist das Huhn der erste Vogel, der dieser Liste hinzugefügt werden kann. Die neuen Daten sollen helfen, die unbekannten Lücken zwischen bereits bekannten Tatsachen zu schließen. Außerdem sollen sie die Kenntnisse der Evolution verfeinern. Es wird angenommen, dass der letzte gemeinsame Vorfahr von Menschen und Hühnern eine Art primitives Reptil war, das vor 310 Mio. Jahren gelebt hat. Die Informationen des Huhn-Genoms sollen ein klareres Bild dieser Divergenz zeichnen. Auch sollen neue Kenntnisse darüber erworben werden, wann Säugetiere bestimmte Gene verloren haben und warum.

Das International Chicken Genome Sequencing Consortium, dem internationale Wissenschaftler angehören, hatte sich für das rote Dschungel-Huhn (Gallus gallus) entschieden. Dieser wilde Vorfahr des einheimischen Geflügels lebt heute noch in Teilen Süd-Asiens. Die Gruppe entschlüsselte das Erbgut anhand eines Individuums dieser Spezies. Dafür entnahmen sie dem Vogel DNA, entschlüsselten kleine Abschnitte und setzten diese dann wieder zusammen. Dabei fanden sie heraus, dass das Genom des Huhns eine Mrd. Basenpaare in der DNA besitzt. Dies entspricht nur einem Drittel der Menge des menschlichen Genoms. Doch werden insgesamt 20.000 bis 23.000 Gene vermutet, was ungefähr der menschlichen Quote entspricht.

Die Analyse der Daten hat gerade erst begonnen. Doch sind bereits einige überraschende Ergebnisse erzielt worden. Zum Beispiel wurde bisher angenommen, dass Hühner keinen Geruchssinn haben. Doch lassen eine große Anzahl von Geruchs-Genen etwas anderes vermuten. Auch das Gen für Keratin, das Protein, das für Haare und Fingernägel beim Menschen und für Schnabel und Federn beim Huhn verantwortlich ist, erregte die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler. Laut Christopher Ponting von der University of Oxford, UK, Mitglied des Konsortiums, wurde bislang angenommen, dass Keratin vom gleichen Ursprung bei Säugetieren und Vögeln abstammt. Die Keratin-Gene der Hühner sähen jedoch anders aus als die der Säugetiere. Das ließe vermuten, dass Keratin sich zweimal entwickelt hat.


 

Neues Verfahren macht Gentherapie sicherer
DNA Sequenz wird in Gene eingefügt

Wissenschafter des Children's Hospital Boston http://web1.tch.harvard.edu haben ein neues Verfahren für die Gentherapie entwickelt. Dieses Verfahren funktioniert laut dem leitenden Wissenschafter Richard Mulligan ohne den Einsatz eines Medikaments oder einer chemischen Veränderung im Körper und besteht aus nur einem Schritt. Zusätzlich kann es einfacher aktiviert und deaktiviert werden und ermöglicht so einen Behandlungsstopp beim Auftreten von unerwünschten Nebenwirkungen. Es beruht auf dem Einfügen einer speziellen DNA Sequenz in die Gene des Patienten oder in die therapeutischen Gene, die bei der Gentherapie eingesetzt werden. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature http://www.nature.com veröffentlicht.

Die eingesetzte DNA Sequenz enthält die Kodierung für die Produktion von Ribozymen. Ribozyme enthalten die Anweisungen für die Aktivierung von Genen. Sie haben jedoch die natürliche Neigung sich zu halbieren. Das bedeutet die Anweisungen können gelesen werden und die Gene bleiben trotzdem deaktiviert. Medikamente können diese Aufspaltung stoppen, damit die therapeutischen Gene aktiviert werden. Laut Mulligan ermögliche dieses Vorgehen entscheidend mehr Sicherheit als bisher. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das Entstehen von Leukämie bei einigen Kindern, die in der Vergangenheit mit gentechnischen Verfahren behandelt worden waren. Das derzeit eingesetzte Ein- und Ausschalten von Genen erfordert normalerweise den Einsatz komplizierter Systeme und kann zu ernsten Nebenwirkungen wie Krebs führen. Das neue Verfahren soll helfen, einige dieser Probleme zu überwinden. Sein Einsatz ist laut BBC in Zukunft für die Behandlung einer ganzen Reihe von Erkrankungen und Beschwerden denkbar.
 


 

Stammzellen korrigieren Herzfehler
Wissenschaftler äußern jedoch ethische Bedenken

Wissenschaftler aus New York haben Mäuseembryos embryonale Stammzellen injiziert, um einen tödlichen Herzfehler zu korrigieren. Die Zellen entwickelten sich nicht nur zu gesundem Herzgewebe, sie sendeten auch Nachrichten zur Behebung von Fehlern in den benachbarten Zellen aus. Eine Stammzelleninjektion in Muttertiere noch vor einer Schwangerschaft schützte die zukünftigen Embryos. Die Wissenschaftler vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center http://www.mskcc.org/ und vom Weill Medical College http://www.med.cornell.edu/ hoffen, dass ihre Arbeit zu neuen Behandlungsmethoden für Herzleiden beiträgt.

Die Forscher behaupteten, dass die Stammzellen fähig sind benachbarte Zellen durch die Absonderung zweier Schlüsselmoleküle zu beeinflussen. WNT5a wirkt über eine kurze Distanz, während IGF1 seinen Einfluss über eine größere Distanz hinweg ausübt. Zuvor hatten die Wissenschaftler ein Protein identifiziert, das eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Blutgefäße eines Embryos spielt. Die Mäuse in dem aktuellen Versuch wurden ohne dieses Protein gezüchtet. Ohne Stammzellenbehandlung entwickelten sie tödliche Herzfehler und starben noch vor der Geburt. Die Forscher wiesen auch nach, dass Stammzellen, denen dieses Protein entzogen war, einen geringeren positiven Einfluss auf fehlerhaftes Herzgewebe hatten.

Der Kardiologe Anthony Mathur sagte, dass die Erforschung von Behandlungsmethoden gegen Herzfehler potenziell wichtig sei, schränkte aber ein, dass die Verwendung embryonaler Stammzellen ethisch sehr umstritten sei. Außerdem gäbe es Sicherheitsbedenken hinsichtlich fremden Materials im Herz. "Andere Arbeiten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass embryonale Stammzellen wahrscheinlich der beste Weg sind, geschädigte Organe wiederherzustellen", so Mathur. Stammzellen können auch aus anderen Quellen gewonnen werden, beispielsweise aus erwachsenem Gewebe. Manche Wissenschaftler glauben, dass jene Stammzellen, die aus Embryonen entnommen werden, das größte Potenzial für die medizinische Verwendung darstellen.


Seltene Krankheitsgene entdeckt
Chromosom 14: Schlüssel für 60 Erkrankungen

Ein internationales Forscherteam hat den Bauplan des Human-Chromosoms 14 entziffert. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com in seiner jüngsten Ausgabe. Damit ist es das vierte menschliche Chromosom, das genetisch dekodiert wurde. Mit 87.410.661 DNS-Paaren ist es auch die bisher längste zusammenhängende Gensequenz.

Wissenschaftler des Institute for Systems Biology in Seattle und des französischen Genoscope-Zentrum haben 1.050 Gene am Chromosom entziffert. Darunter befindet sich auch ein Gen, das mit der Entstehung von Alzheimer in Verbindung gebracht wird. Nach Angaben der Forscher ist die Sequenzierung diesmal so genau, dass es zu keinen fehlenden Angaben im Mapping gekommen sei. Roland Heilig vom Genoscope-Centre National de Sequencage http://www.genoscope.cns.fr meinte gegenüber BBC, dass der so genannte "goldene Standard" eingehalten worden sei. Damit meint der Forscher die Definition von Krankheitsgenen auf molekularer Ebene. Das Chromosom 14 enthält zwei Gene, die für das reibungslose Arbeiten des menschlichen Immunsystems verantwortlich sind.

Insgesamt konnten die rund 100 Wissenschaftler, die seit fünf Jahren an dem Projekt arbeiten, aber auch noch andere Krankheitsgene ausmachen. Dazu zählt etwa das Usher Syndrom, eine erblich bedingte Kombination von Netzhautdegeneration und Innenohrschwerhörigkeit, benannt nach dem englischen Augenarzt Charles H. Usher, der 1914 die rezessive Vererbung des Syndroms beschrieb. Auch die seltene aber tödlich verlaufende Niemann-Pick Erkrankung, die auf einen Mangel der Aktivität eines Enzyms beruht, zählt dazu.

Bisher wurden im Zuge der genetischen Untersuchungen des Menschen bereits die Chromosomen 20, 21 und 22 dekodiert.

Weitere Informationen zum Chromosom 14: http://www.genoscope.cns.fr


 

Embryonale Stammzellen verwandeln sich zu Nervenzellen
Makaken-Stammzellen differenzieren sich zu dopamin-produzierenden Neuronen
 

Forschern der Kyoto Universität unter der Leitung von Hiroshi Kawasaki ist nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Verfahrens gelungen, mit dem sich embryonale Stammzellen in reife Gehirnzellen umwandeln lassen. Wie die Forscher in der aktuellen Online-Ausgabe der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 99/2, 2002) http://www.pnas.org berichten, war die Methode im Affenversuch erfolgreich.
 

Die Wissenschaftler vermehrten die embryonalen Stammzellen von Langschwanzmakaken (Macaca fascicularis) und schichteten diese auf so genannte Stromazellen. Die Stammzellen differenzierten sich in der Folge zu Dopamin-produzierenden Neuronen. Als bekannt gilt, dass z.B. die Stromazellen von Mäusen die Fähigkeit besitzen, die Entwicklung embryonaler Stammzellen hin zu neuronalen Vorläuferzellen und Neuronen voranzutreiben. Die Forscher hoffen, dass durch die große Ähnlichkeit von Stammzellen bei Primaten ein Versuch mit humanen embryonalen Stammzellen ähnlich vielversprechend verläuft.
 


 

Gen für saubere DNA-Reparatur entdeckt
Erkenntnisse sollen zu besseren Krebsbehandlungen führen
 

Zellbiologen haben in einem Projekt der niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) http://www.nwo.nl ein Gen nachgewiesen, das der sauberen Reparatur der DNA dient. Ohne dieses Gen repariere der Körper schadhafte Erbsubstanz weniger sorgfältig, so die Wissenschaftler. Schlechte Reparaturen von Doppelstrangbrüchen der DNA, Brüchen wie sie z.B. nach Bestrahlungen entstehen, können zu Mutationen bzw. zur Tumorbildung führen. Die Forscher hoffen, dass die Ergebnisse in Kombination mit künftigen Untersuchungen zur besseren Behandlung von Krebs führen werden.
 

Die Forscher der Rotterdamer Erasmus Universität http://www.fgg.eur.nl simulierten eine Bestrahlung, indem sie die DNA von Mäusezellen gezielt beschädigten. Bei jenen Mäusezellen, bei denen zuvor das Gen Rad54 unbrauchbar gemacht wurde, entdeckten die Zellbiologen, dass diese viel häufiger als normalerweise den DNA-Schaden unzureichend reparierten. Während in normalen Mäusezellen höchstens 60 Prozent der Reparaturen auf unsorgfältige Art und Weise erfolgen, stieg der Wert bei Zellen mit demoliertem Rad54 auf 80 Prozent. Die Forscher schlossen, dass das Gen Brüche sauber repariert und dadurch Mutationen verhindert.
 

Derzeit beobachten die Forscher Patienten, die auf eine Bestrahlung überreagieren. So könnte für jene Patienten, die jenes Gen nicht besitzen, eine leichtere Bestrahlung gewählt werden. Zudem soll ein Experiment die Reparatur von Kreuzverbindungen klären. Ein derartiger Schaden entsteht z.B. nach Chemokuren mit Melphalan, Mitomycin C oder Cisplatin. Die Forscher schalteten bei den Mäusen das Gen Snm1 aus und verabreichten ihnen in der Folge eine kleine Dosis Mitomycin. Mäuse mit ausgeschaltetem Snm1 starben bei einer niedrigeren Dosis als Mäuse mit intaktem Snm1. Vermutlich können Mäuse mit ausgeschaltetem Snm1 die Kreuzverbindungen nicht richtig reparieren, so die Forscher. Auch hier sollen Untersuchungen an Patienten, die stark auf eine Chemotherapie reagieren, klären, ob auch hier auf ein gestörtes Snm1-Gen geschlossen werden kann.
 

Die Reparatur von DNA-Brüchen kann auf drei Arten erfolgen. Die saubere Art, die homologe Rekombination, repariert den Bruch, indem sie die Informationen eines intakten DNA-Moleküls zum gebrochenen DNA-Molekül kopiert. Die unsorgfältige Art bezeichnen Forscher als homologes Kleben. Dieser Reparaturmechanismus kommt zur Anwendung, wenn dasselbe Stück DNA etwas weiter in demselben DNA-Molekül vorhanden ist. Die Zelle entfernt das unversehrte, zwischenliegende Stück DNA. Diese Art ist zwar weniger zeitintensiv, birgt jedoch das Risiko, dass Informationen verloren gehen können. Bei der dritten, einfachsten und unsorgfältigsten Möglichkeit werden die Enden um den Bruch herum direkt aneinander geklebt.
 


 

Ultimative Stammzelle entdeckt
MAPCs sollen gleiches Entwicklungspotenzial wie embryonale Stammzellen besitzen
 

Wissenschaftler der University of Minnesota http://umn.edu haben im Knochenmark von Mäusen und Ratten so genannte multipotente adulte Vorläuferzellen (MAPCs) entdeckt, die das gleiche Entwicklungspotenzial wie die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen besitzen sollen. Diesen Typ Stammzellen entdeckte das Team um Catherine Verfaillie auch in 70 von 100 Proben menschlicher Knochenmarkspender, so ein Bericht des Fachmagazins New Scientist http://www.newscientist.com . Bisher gingen Forscher davon aus, dass sich adulte Stammzellen zwar weiter entwickeln können, ihrer Differenzierbarkeit aber bei rund 200 verschiedenen Gewebetypen im menschlichen Körper ein Ende gesetzt wird.
 

MAPCs besitzen wie embryonale Stammzellen die Fähigkeit, sich beinahe endlos teilen zu können. Adulte Stammzellen hingegen haben für gewöhnlich nur eine beschränkte Lebensdauer. Verfaillie kultivierte zwei Jahre lang mehrere MAPCs-Zelllinien, ohne dass diese Zellen alterten. Unter geeigneten Bedingungen, so die Hoffnung der Forscher, könnten MAPCs zu Muskeln, Knochen und Knorpeln sowie zu verschieden Typen von Nervenzellen und anderen Geweben differenzieren, um anschließend wieder implantiert zu werden.
 

Einen bedeutenden Unterschied zwischen MAPC und embryonalen Stammzellen gibt es allerdings. MAPCs können nicht zu Krebszellen entarten, womit sie als Ausgangsmaterial für Zell- und Gewebszüchtungen an Bedeutung gewinnen. Den Beweis, dass die Zellen nicht nur differenzieren, sondern sich auch zu funktionstüchtigen Zellen entwickeln, haben die Forscher allerdings noch nicht erbracht.
 

Bis dato wurden die Forschungsergebnisse in keinem wissenschaftlichen Fachmagazin veröffentlicht. New Scientist beruft sich auf zwei Patentschriften, die beweisen sollen, dass das Team um Verfaillie umfangreiche Experimente durchgeführt haben soll. Auch das Biotech-Unternehmen MorphoGen in Kalifornien hat für sich beansprucht, als erstes entsprechende Stammzellen aus der menschlichen Haut, den Muskeln und dem Knochenmark isoliert zu haben.
 


 

Gentherapie kann Chromosomenstruktur verändern
Neu arrangierte Chromosomenabschnitte und zusätzliche Sequenzen im Laborversuch
 

Wissenschaftler der University of Washington http://www.washington.edu haben entdeckt, dass eine Gentherapie zur Veränderung der Chromosomenstruktur führen kann. Bei einer Gentherapie wird mit Hilfe von Viren ein Gen in Zellen des Patienten eingeschleust, um einen Gendefekt zu beheben. Eine Gentherapie kann aber auch Schaden anrichten, wie die Forscher in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Nature Genetics http://www.nature.com/ng berichten. Bisher ist eine Gentherapie die einzige Methode, genetisch bedingte Erkrankungen wie z.B. Mucoviszidose oder Hämophilie zu therapieren.
 

Als Genfähre nutzen Forscher immer häufiger so genannte adenoassoziierte Viren (AAV). Diese sollen im Gegensatz zu den üblicherweise auch eingesetzten Adenoviren den Vorteil haben, das transportierte Gen in die Zell-DNA einzubauen. Dadurch verlängert sich die Aktivität des Gens und wird bei Zellteilungen an die Tochterzellen weitergereicht.
 

Im Laborversuch brachten die Forscher ein mit AAV übertragendes Resistenzgen in Krebszellen ein und untersuchten jenen Chromosomen-Abschnitt, der das fremde Gen enthielt. Das Gen wurde an verschiedenen Stellen des Genoms, häufig im Chromosom 19 eingebaut. In vielen Fällen wiesen die Forscher an den Insertionsstellen fehlende DNA-Sequenzen, neu arrangierte Chromosomenabschnitte und zusätzliche Sequenzen, mit unbekanntem Ursprung, nach. Ein nicht-zielgerichteter DNA-Einbau und damit die Veränderung der Chromosomenstruktur könnte sowohl die Funktion des Gens als auch die Aktivität benachbarter Gene beeinflussen, schließen die Forscher. Ungeklärt ist noch, ob es durch den Einbau der Viren-DNA zu Chromosomenbrüchen kommt bzw. ob auch ein DNA-Einbau in bereits vorhandene Bruchstellen erfolgt.
 

Da die Versuche an kultivierten Krebszellen durchgeführt wurden, müssen die Forscher im nächsten Schritt klären, ob die Ergebnisse auch für normale Zellen im lebenden Organismus übertragbar sind. Die Wissenschaftler fordern, sich im Zuge weiterer klinischer Versuche der Gentherapie mit AAV, verstärkt dieser Frage zu widmen.
 


 

Gen für häufigen Geburtsdefekt entdeckt
Forscher hoffen auf neue Behandlungsmöglickeiten bei Embryonen
 

Wissenschaftler des Imperial College http://www.ic.ac.uk und dem Institute of Child Health des University College http://www.ich.ucl.ac.uk haben ein Gen entdeckt, das die Basisinformation für eine schwere Form von Neuralrohrdefekten, die als Spina Bifida bezeichnet wird, liefern könnte. Spina Bifida (gespaltener Rücken) gilt als einer der häufigsten Geburtsdefekte. Die Ursachen der Erkrankung sind noch wenig geklärt.
 

Der Geburtsschaden zieht die Wirbelsäule und das Nervensystem in Mitleidenschaft. Die Rückenwirbel und das Rückenmark werden nicht richtig ausgebildet. Die Langzeitfolgen sind meist geschwächte oder gelähmte Beine und Schwierigkeiten mit der Blasenkontrolle.
 

Das entdeckte Gen ist bei bestimmten Mäusearten, die für eine schwere Form von Neuralrohrdefekten anfällig sind, mutiert. "Die Form ist eng verwandt mit dem Defekt bei Menschen", erklärte Philip Stanier vom Imperial College. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dieses Gen eine wichtige Rolle im Faltprozess der Zellen, die das Gehirn und das Rückenmark bilden, einnehmen. Die Mehrheit dieser Mäusegene besitzt ein entsprechendes Gen beim Menschen. Das Gen namens Lpp1 wurde schon entdeckt. Patienten mit einer Form des Neuralrohrdefekts werden nun auf eine mutierte Form des Gens hin untersucht.
 

"Die Erkenntnis, dass einzelne Gene die normale Entwicklung der Neuralrohre in Mäusen unterbinden können, bedeutet einen neuen Ansatz auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten", sagte Robert Winston, Direktor der F&E-Abteilung des Hammersmith Hospitals. Derzeit besteht die einzige Maßnahme zur Verhinderung des Geburtsdefekts in der Gabe von Folsäure an werdende Mütter. Langfristig sollen Methoden entwickelt werden, um den Embryo bereits im Mutterbauch zu behandeln.
 


 

Gentechniksicherheit holt Experten nach Wien
Internationale Organisationen diskutieren über umstrittene Aspekte von Genprodukten
 

Experten aus Ländern der EU, USA und Kanada diskutieren von 19. bis 20. Oktober über Fragen der Gentechniksicherheit. Organisatoren sind das Wiener Umweltbundesamt http://www.umweltbundesamt.at und das Interuniversitäre Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur aus Graz http://www.ifz.tu-graz.ac.at . Im Zentrum des Workshops steht einer der umstrittensten Aspekte in der Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln, das so genannte Konzept der Substanziellen Äquivalenz. Ziel des Workshops ist es, weitere Verbesserungen der Risikoabschätzung und der Sicherheit von Gentechnikprodukten zu erörtern.
 

Mehr als 50 Vertreter internationaler Organisationen wie FAO, WHO, OECD, UNIDO, von nationalen Behörden, von Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen sowie aus den Bereichen der Agrarbiotechnologieindustrie und der akademischen Wissenschaft werden über Vorteile, Praxiserfahrungen sowie Möglichkeiten zur Verbesserung des Konzepts der Substanziellen Äquivalenz und damit der Sicherheitsbewertung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln insgesamt diskutieren. Der Workshop findet im Rahmen eines von den Bundesministerien für Wirtschaft und Arbeit sowie Soziale Sicherheit und Generationen geförderten Projektes statt, das die Verbesserung der allergologischen und toxikologischen Sicherheitsbewertung bei Gentechnikprodukten zum Ziel hat.
 

Im Juli dieses Jahres hat die Europäische Kommission einen Entwurf für eine neue Regelung für Lebens- u. Futtermittel aus gentechnisch veränderten Organismen vorgelegt. Demnach wird das in der wissenschaftlichen Diskussion umstrittene Konzept der Substanziellen Äquivalenz weiterhin eine Rolle in der Sicherheitsbewertung derartiger Produkte spielen. Nach der bisherigen Regelung können Gentechniklebensmittel unter bestimmten Voraussetzungen als substanziell äquivalent, d.h. als gleich sicher im Vergleich zu traditionellen Lebensmitteln eingestuft werden.
 

Die Voraussetzungen sind jedoch nicht genau bestimmt, woraus eine uneinheitliche Handhabung des Konzepts resultiert. Aus diesem Grund wird dieses Konzept vor allem von seiten von Umwelt- und Kosumentenschutzorganisationen kritisiert. Unbeabsichtigte möglicherweise schädliche Nebeneffekte gentechnischer Veränderungen blieben so unentdeckt. Auch wegen ungelöster Fragen in seiner praktischen Umsetzung ist das Konzept der Substanziellen Äquivalenz vor allem in der EU umstritten. Trotzdem wurde bereits eine Reihe von gentechnisch veränderten Lebensmittelprodukten auf Basis dieses Konzepts in der EU zugelassen.
 


 

Stammzellen zur Selbsterneuerung anregen
Kombination von Knochenmark-Transplantation und Gentherapie
 

Die Selbsterneuerung von Stammzellen wollen Wissenschaftler der Universität Hamburg http://www.uni-hamburg.de mit Hilfe der Gentherapie steuerbar machen. Die Methode soll vor allem Knochenmark-transplantierten Patienten helfen. Unterstützt wird das zweijährige Projekt von der Deutschen Krebshilfe http://www.krebshilfe.de mit knapp 375.000 Mark.
 

Blut besteht aus vielen verschiedenen Zelltypen, deren Vorstufe die Stammzellen im Inneren des Knochenmarks bilden. Die Stammzellen besitzen die Fähigkeit, sich entweder in reife Blutzellen zu differenzieren oder sich ständig selbst zu erneuern. Damit garantieren sie die lebenslange Blutbildung.
 

Welchen Weg die Stammzellen bei ihrer Entwicklung einschlagen, hängt von der Aktivität bestimmter Gene ab. Die Hamburger Wissenschaftler konzentrieren ihre Forschung auf ein Gen aus der so genannten HOX-Genfamilie - HOXB4 -, die nur in Stamm- und sehr frühen Vorläuferzellen aktiv ist. Mit zunehmender Differenzierung zu reifen Blutzellen werden deren Gene nacheinander abgeschaltet. In Experimenten mit Knochenmerk-transplantierten Mäusen hatten kanadische Wissenschaftler bereits zeigen können, dass HOXB4 in hohem Maß an der Regulation der Stammzell-Selbsterneuerung beteiligt ist: Gentherapeutisch veränderte Blutstammzellen waren wieder in der Lage, schon innerhalb weniger Wochen nach der Transplantation den Stammzellpool auf das natürliche Maß aufzufüllen.
 

Das Experiment wollen die Hamburger Forscher mit menschlichen Stammzellen wiederholen und Stammzellen, die transplantiert werden sollen, mit dem aktiven HOXB4-Gen bestücken. Als Gen-Fähre dient ihnen ein Virus. Im Tiermodell prüfen sie, ob auch die transplantierten, genveränderten humanen Stammzellen sich wieder in natürlichem Maß vervielfältigen. Bis die Methode auch am Menschen angewendet werden kann, ist es allerdings noch ein weiter Weg: Das ständig aktive HOXB4-Gen steht im Verdacht, Fehler bei der Bildung der unterschiedlichen Blutzellen und damit Blutkrebs (Leukämie) hervorzurufen. Die Forscher gehen im Rahmen ihres Projekts deshalb auch der Frage nach, ob das aktive HOXB4-Gen möglicherweise das Risiko der Leukämie-Entstehung erhöht.
 

Zur Behandlung verschiedener Krebsarten müssen Chemotherapeutika oftmals sehr hoch dosiert werden. Die Medikamente zerstören jedoch nicht nur die Krebszellen, sondern greifen auch die Zellen des blutbildenden Systems an, einschließlich der Stammzellen im Knochenmark. Vor einer Hochdosis-Chemotherapie entnehmen Mediziner den Betroffenen deshalb gesundes Knochenmark und übertragen es nach der Behandlung zurück. Durch diese "autologe" Knochenmark-Transplantation können die Patienten nach der Therapie wieder rote und weiße Blutzellen sowie Blutplättchen bilden. Stammt das transplantierte Knochenmark allerdings von einem Spender, sind die übertragenen Zellen meist nicht mehr "teilungsfreudig" genug, um Blutzellen in ausreichender Menge zu formen. Mögliche Folgen sind Blutarmut und Abwehrschwäche.
 


 

Blutzellen aus embryonalen Stammzellen hergestellt
Labor liefert in Zukunft Blut für Transfusionen
 

Forschern der University of Wisconsin-Madison http://www.wisc.edu ist es erstmals gelungen, undifferenzierte Stammzellen dazu anzuregen, sich in die Vorläufer von Blutzellen zu verwandeln. Diese hämopoetischen Vorläufer-Zellen entwickeln sich später in reifere Arten von Blutzellen wie weiße und rote Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Basierend auf derartigen Verfahren könnte in Zukunft das für Transplantationen und Transfusionen notwendige Blut aus dem Labor kommen, berichten die Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org in ihrer aktuellen Ausgabe.
 

Die Frage, wie aus embryonalen Stammzellen Blut entsteht, gehörte zu den grundlegenden Fragen der Biologie. Die Forschungsergebnisse zeigen, laut dem leitenden Wissenschaftler Dan Kaufman, eine effektive und effiziente Möglichkeit, Blutzellen aus ihren Vorgängern zu gewinnen. In Gewebekulturen setzte das Team undifferenzierte Stammzellen Knochenmark und anderen Zellen sowie Wachstumsfaktoren aus, um die Entwicklung von Blutzellen anzuregen. Bei den so genannten hämopoetischen Vorläufer-Zellen handelt es sich um Zellen, die ausgeprägte biochemische Marker und Genprodukte aufweisen, die für Blut- und Knochenmarkszellen charakteristisch sind. Kaufman betonte allerdings, dass sich die Forschung noch in einem frühen Stadium befinde. Mit einer klinischen Anwendung sei frühestens in einigen Jahren zu rechnen. Details: Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-09/uow-scg083101.php
 


 

Menschen besitzen mehr Gene als angenommen
Amerikanische Analyse zählt 42.000
 

Die bisher auf etwa 30.000 geschätzte Zahl menschlicher Gene muss nach oben korrigiert werden. Amerikanische Wissenschaftler ermittelten jetzt mithilfe verbesserter Computerprogramme, die sämtliche vorliegenden Sequenzen nach vermeintlichen Genen durchsuchten, mindestens 42.000 Gene - eine Zahl, die schon bald weiter steigen könnte.
 

Anfang dieses Jahres hatten das internationale Forscherkonsortium des Humangenomprojekts http://www.ornl.gov/hgmis und die amerikanische Firma Celera Genomics http://www.celera.com ihre mit verschiedenen Methoden erarbeitete so genannte "Arbeitsversion" des menschlichen Genoms vorgelegt. Beide Unternehmen schlossen aus ihren eigenen Daten, dass das Erbgut des Menschen etwa 30.000 Gene enthalte. Das wären nur doppelt so viel wie beim Fadenwurm Caenorhabditis elegans und weit weniger als die zuvor geschätzten Zahlen, die zwischen 60.000 und 140.000 lagen.
 

Michael Cooke und seine Mitarbeiter vom Genomics Institute of the Novartis Research Foundation http://www.gnf.org haben jetzt die vorliegenden Daten neu analysiert und in der Zeitschrift "Cell" http://intl.cell.com veröffentlicht. Dabei stellte sich heraus, dass die beiden Gruppen unterschiedliche Sets von Daten ermittelt hatten. In jeder der Auflistungen gab es Gene, die in der anderen nicht enthalten waren. Nach neuer Zählung kommt man danach auf mindestens 42.000 Gene. Cooke glaubt, dass diese Zahl in den nächsten Jahren weiter steigen wird und will nicht ausschließen, dass es am Ende 50.000 Gene sein könnten.
 

Auch die Zahl der Gene, die ursprünglich für das Genom der Fruchtfliege Drosophila ermittelt wurde, ist inzwischen aufgrund verbesserter Sequenzdaten und Analysemethoden um 1.000 gestiegen.
 


 

Reparatur-Protein hält gebrochene DNA
Erste detaillierte Darstellung von "Ku"
 

Forscher des Howard Hughes Medical Institute um Jonathan Goldberg http://www.hhmi.org haben die erste detaillierte Darstellung des Proteins "Ku" hergestellt, das für die Identifizierung und Reparatur gebrochener DNA-Stränge verantwortlich ist. Das Bild in der aktuellen Ausgabe von Nature http://www.nature.com zeigt, dass Ku die DNA hält, während sie mit großer Genauigkeit wieder zusammengefügt wird.
 

Brüche in der Doppelstrang-DNA können zufällig als Folge von Ionisierungsstrahlung oder absichtlich bei der für die Schaffung von Lymphozyten notwendigen Gen-Mischung auftreten. Der Ku Herodimer gehört zu der Familie von DNA-Reparaturproteinen, die für die Vollständigkeit des Genoms verantwortlich sind. Begegnet Ku einem Schaden, löst es als Reparaturprozess das so genannte Non-Homologous End Joining (NHEJ) aus, der die gebrochenen Enden wieder zusammenfügt.
 

Bis jetzt war nicht klar, wie Ku genau zwischen gebrochenen Stellen und intakter DNA unterscheidet. Goldberg http://www.hhmi.org/research/investigators/goldbergjd.html und seine Kollegen vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center http://www.mskcc.org gingen davon aus, dass die Beobachtung des Bindens von Ku an die DNA viele Fragen beantworten würde. Mittels Röntgenkristallografie machten sie daher das Wechselspiel zwischen Ku Herodimer und DNA sichtbar. Details: http://www.hhmi.org/news/goldbergj.html
 


 

Aktuelle Gentechnik-Trends auf der "Biotechnika 2001"
Deutsches Humangenomprojekt mit eigenem Stand vertreten
 

Die aktuellen Trends in der Entwicklung der Gentechnik zeigt vom 9. bis 11. Oktober die "Biotechnika" http://www.biotechnica.de/index_d?channel=1 in Hannover. Unter dem Motto "From Business to Success" erstreckt sich die internationale Fachmesse in diesem Jahr erstmals über zwei Hallen und präsentiert von Grundlagen und Anwendungen über Technologien und Produkte das gesamte Spektrum der Branche - inklusive Lösungen für Marketing, Mergers und Firmengründungen sowie Börsengängen.
 

Das "Deutsche Humangenomprojekt" Berlin ist mit einem eigenen Stand in Halle 2/H35 vertreten. Das menschliche Genom steht auch im Mittelpunkt des Eröffnungssymposiums am ersten Messetag. Unter dem Titel "Das Erbgut ist entziffert: Revolution im Gesundheitswesen" diskutieren Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Industrie über die Chancen und Risiken der Genomforschung. Die deutsche Biotech-Industrie gilt mittlerweile als die drittgrößte der Welt.
 


 

Europaweite Genomforschung zu Rheuma beginnt
Koordination des Großforschungsprojekt liegt in Deutschland
 

Führende Wissenschaftler aus Schweden, Finnland, England, Deutschland, Griechenland und der Schweiz werden in den nächsten drei Jahren zusammenarbeiten, um die genetischen Grundlagen von Rheuma zu klären. Das Großforschungsprojekt EUROME wurde kürzlich von der EU innerhalb des fünften EU-Rahmenprogramms bewilligt und wird mit zwei Mio. Euro gefördert. Eingereicht wurde das Projekt vom Institut für Immunologie der Universität Rostock http://www.uni-rostock.de , das EUROME koordinieren wird. "Im Verbund der Forschergruppen soll geklärt werden, welche genetischen Anlagen am Entstehen von Rheuma beteiligt sind", erklärte Immunologe Hans-Jürgen Thiesen gegenüber pressetext.deutschland.
 

Die Forschungspartner von EUROME werden vor allem an Mäusen und Ratten erforschen, welche Genvarianten an der Entstehung der Autoimmunerkrankung Rheuma beteiligt sind. Bei Mäusen kommen dafür 20 bis 40 Gene in Frage, so Thiesen. Außerdem soll geklärt werden, welche Kombination dieser Gene in Wechselwirkung zu bestimmten Umwelteinflüssen zum Ausbruch der Krankheit führt.
 

Parallel zu EUROME fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung http://www.bmbf.de die Erforschung von Rheuma beim Menschen http://www.proteome-alliance.de . Im Rahmen dieses Projekt arbeitet das Institut für Immunologie mit dem Proteom-Zentrum Rostock zusammen.
Beide Projekte sollen letztendlich zu neuen Diagnose- und Therapieverfahren zur Behandlung von Rheuma führen. Ein bis zwei Prozent der Menschheit leiden an Rheuma.
 


 

Totipotenz embryonaler Stammzellen noch nicht widerlegt
Wissenschaftler wollen Experiment mit Primaten-Stammzellen bestätigen

 Menschliche embryonale Stammzellen könnten tatsächlich in der Lage sein, sich zu vollständigen Lebewesen weiterzuentwickeln (Totipotenz). Das vermuten Wissenschaftler der Universität Essen http://www.uni-essen.de . Sie wollen deshalb ein Experiment wiederholen, über das der renommierte Stammzellexperte James A. Thomson 1996 in der Fachzeitschrift "Biology of Reproduction" http://www.biolreprod.org/ berichtet hatte. Er experimentierte mit den Stammzellen von Weißbüscheläffchen. Die Essener Wissenschaftler halten die bisherige Überzeugung, dass sich aus embryonalen Stammzellen zwar "embryoide Körper", aber keine ganzen Embryonen entwickeln können, für nicht ausreichend bewiesen.

In einer der Abbildungen zu Thomsons Aufsatz sahen die Essener Wissenschaftler etwas, "das einem frühen Embryo auf verblüffende Weise ähnlich war". Anstelle einer Zellmasse erkannten sie Dottersack, Amnionhöhle, embryonale Membranen und Trophoblast. Darüber hinaus war auch ein so genannter "Primitivstreifen" vorhanden gewesen. Thomson: "Dieser entspricht ungefähr der Stufe der Primitivstreifen-Bildung im normalen Primatenembryo." Der Primitivstreifen ist die erste und wichtigste Symmetrieachse werdenden Lebens und Voraussetzung dafür, dass sich ein Embryo im Muttergewebe festsetzen kann.

"Thomsons Versuch hätte in anderen Arbeitsgruppen wiederholt und fortgesetzt werden müssen, um wirklich Aussagekraft zu erhalten", so Hans-Werner Denker von der Universität Essen. "Das ist offenbar nicht geschehen." Wie sich isolierte embryonale Stammzellen weiterentwickeln, wollten die Wissenschaftler vielmehr in Versuchen mit Mäusen feststellen. Bei den Experimenten hatten sich aber keine vollständigen Embryonen entwickelt. Nach Denkers Überzeugung lässt dieses Ergebnis aber keine zuverlässigen Schlüsse auf Primaten und Menschen zu, denn bei ihnen verläuft die frühe Embryonal-Entwicklung ganz anders. Bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen müsse daher wie in Thomsons Untersuchungen eventuell die Bildung ganzer Embryonenanlagen befürchtet werden, so Denker.

Für das Projekt genehmigte das Bundesamt für Naturschutz http://www.bfn.de/ erst in der vergangenen Woche die Einfuhr embryonaler Stammzellen von Rhesus-Affen. Sollten sich humane embryonale Stammzellen als totipotent erweisen, dürften sie in Deutschland nicht für Forschungszwecke verwendet werden - es sei denn, sie dienten der Erhaltung des Embryos. Das schreibt das Embryonenschutzgesetz vor.


 


Neues Verfahren verbessert Regeneration von Neuronen drastisch
Manipulation eines einzelnen Gens ist ausreichend

Das Steigern der Expression eines einzelnen für die Entwicklung entscheidenden Gens verbessert die Regenerationsfähigkeit erwachsener Neuronen drastisch. Eine Studie der University of Utah School of Medicine http://www.med.utah.edu/som ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die intrinsischen Eigenschaften der Neuronen eine wichtige Rolle bei der neuralen Regeneration spielen. Basierend auf diesen Erkenntnissen sollen neue Ansätzen zur Behandlung der durch Schlaganfälle, Verletzungen des Rückenmarks und ähnlicher Erkrankungen entstandenen Schäden entwickelt werden. Journal of Neuroscience http://www.jneurosci.org

Die Wissenschaftlerin Maureen L. Condic untersuchte, wie eine auf die gesteigerte Produktion des Proteins Integrin abzielende gentechnische Veränderung von erwachsenen Neuronen das Wachstum der Nervenfasern beeinflusst. Dieser Ansatz gehört zu den ersten, die die fehlende Hälfte der so genannten Regenerationsgleichung erforschen, nämlich die Eigenschaften der erwachsenen Neuronen und nicht die Umgebung des Gehirns. Eurekalert http://www.eurekalert.com/releases/aha-msg062501.html

Condic benutzte ein modifiziertes Adenovirus, um zusätzliche Kopien eines Gens für eine Art von Integrin-Protein in die sensorischen Neuronen von erwachsenen Ratten einzusetzen. Eine zweite Neuronen-Gruppe erhielt zusätzliche Kopien eines anderen Integrin-Gens. Die zusätzlichen Gene produzierten in der Folge Ingegrin-Werte, die mit jenen von neugeborenen Tieren vergleichbar waren. Die Neuronen wurden dabei unter Bedingungen kultiviert, die dem Nervensystem entsprechen. Die Wissenschaftlern maß dann den Umfang des Wachstums der Nervenfasern der Neuronen mit den zusätzlichen Integrin-Genen und verglich ihn mit dem neugeborener Ratten und Neuronen, die ein Nicht-Integrin-Gen erhalten hatten.

Die Steigerung der Menge jedes Integrin-Proteins führte zu einer drastischen Vermehrung des Wachstums der Nervenfasern. Dabei war die Wachstumsrate laut Condic zehn mal höher als in früher veröffentlichten Studien zu diesem Thema. Die Neuronen mit den zusätzlichen Integrin-Genen konnten die Nervenfasern auch während des Vorhandenseins von wachstumshemmenden Proteinen deutlich vermehren. Das Ausmaß des Wachstums war dabei von jenem neugeborener Tiere nicht zu unterscheiden.


 


Fruchtfliegengene mit menschlichem Pendant entdeckt
Forscher hoffen auf bessere Therapiemöglichkeiten von genetisch bedingten Erkrankungen

 Biologen der University of California (UCSD) http://www.ucsd.edu haben in der Fruchtfliege – Drosophila melanogaster – 548 Gene identifiziert, die beim Menschen mit größter Wahrscheinlichkeit jenen entsprechen, die für mehr als 700 verschiedene genetische Erkrankungen eine Rolle spielen. Die Entdeckung könnte neben einer näheren Bestimmung krankheitsverursachender Gene bei Krankheiten wie Alzheimer, Taubheit oder Krebs auch zu einem besseren Verständnis der zugrunde liegenden biochemischen Mechanismen führen.

Wissenschaftler der UCSD screenten dafür jene Gene, die beim Menschen für 929 genetische Erkrankungen verantwortlich sind gegen Fruchtfliegengene. Zusätzlich entdeckten die Forscher, dass mehr als 200 Gene der Fruchtfliege den krankheitsverursachenden Gen-Counterparts so ähnlich sind, dass sie wahrscheinlich die gleiche Funktion ausüben. Um dies zu beweisen, müssen in Folge noch weitere Studien durchgeführt werden. Letztendlich könnten Fliegengene für die Entdeckung von bis zu 1.000 der 5.000 bekannten genetischen Erkrankungen beim Menschen eine Rolle spielen, so der Biologe Ethan Bier.

Die Studie startete 1999 und begann mit der Erstellung der menschlichen Gendatenbank, der Datenbank für Fliegengene und der von genetischen Erkrankungen beim Menschen. Diese Datenbank namens Homophila http://homophila.sdsc.edu ging vergangenen Herbst online. Anschließend wurden jene genetischen Störungen kategorisiert, die anhand der Drosophila-Fliege studiert werden sollten. Zu den aufgenommen Erkrankungen zählten u.a. neurologische, immunologische, kardiovaskuläre, metabolische Defekte sowie verschiedene Krebsformen. Die anschließende Identifizierung gelang durch einen Vergleich der Aminosäuresequenzen.

"Die Fruchtfliege stellt ein ideales Modell für Genstudien dar , da ihr genetisches System leicht verständlich ist. Zudem sind Fliegen billig und pflanzen sich schnell fort", erklärte Studienautor und Humangenetiker an der UCSD Lawrence Reiter. Dadurch sei es möglich Tausende Fliegen zu untersuchen und Genmutationen, die für krankheitsverursachende Gendefekte beim Menschen von Bedeutung sind, zu identifizieren.


 


Software beschleunigt Erkennung von Gendefekten
Computerprogramm scannt Mäuse-DNA

 Wissenschaftler der Stanford University http://www.stanford.edu haben in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Roche http://www.roche.com eine Software entwickelt, die die Suche nach krankheitsverursachenden Genen stark beschleunigen soll. Das Computerprogramm namens Digital Disease könnte die Erforschung neuer Medikamente für genetische Erkrankungen deutlich voran treiben.

"Die Idee des Programms ist denkbar einfach", so der Chemiker Jonathan Usuka von der Stanford Uni. Die Software scannt Datenbanken, die digitalisierte DNA-Molekül-Abbildungen enthalten. Anschließend spürt sie Gen-Unregelmäßikeiten auf, die für Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes verantwortlich sein könnten. Die Schnelligkeit des Programms erklärt sich dadurch, dass die DNA von Mäusen und nicht Daten des menschlichen Genoms durchsucht werden. "Mäuse-DNA und die menschliche Erbsubstanz sind zu 80 Prozent genetisch ident", so Usuka.

Gene befinden sich auf Chromosomen, die wiederum aus DNA-Molekülen bestehen. Jedes Gen besteht aus Tausenden chemischen Untereinheiten, den Nukleotiden. Die Sequenz der Untereinheiten bestimmt sowohl den Menschen als auch Mäuse von den Haaren bis zu den Augen. "Digital Disease" lokalisiert Veränderungen der Nukleotide. Die betreffenden Mutationsstellen bezeichnen Forscher als so genannte "einzelne Nukleotid-Polymorphismen" (in der englischen Abkürzung: "SNPs"). Es müssen jene SNPs "zur Strecke gebracht werden", die für Maus und Mensch schädlich sind, so der Chemiker.

Im Versuch verbuchte die Software bereits Erfolge und prognostizierte exakt jene drei Chromosomen-Stellen, die Lymphom-verursachende Gene tragen. Zusätzlich machte "Digital Disease" eine vierte Stelle aus, die laut Usuka den Weg zu einer neuen Lymphom-Forschung ebnen kann. "Dennoch ist die Software kein Ersatz für die Laborforschung. Aber die Zahl der Versuchstiere kann von einigen Hunderten auf eine Handvoll verringert werden", betonte der Entwickler.

 

 


Genmanipulation hilft Blutern
Hautzellen werden im Reagenzglas mit Blutgerinnungsfaktor VIII-DNA versetzt

 Wissenschaftlern in Boston ist es mit Hilfe der Genmanipulation gelungen, einige Auswirkungen der Hämophilie A – der Bluterkrankheit - umzukehren, wie BBC http://news.bbc.co.uk berichtet. Dafür entnahmen sie den Patienten Hautzellen, deren DNA keinen Blutgerinnungsfaktor VIII bildet. Anschließend wurden Bindegewebszellen aus den Hautzellen, so genannte Fibroblasten, isoliert und mit DNA, die den Faktor VIII produziert, "zwangsernährt".

Die Fibroblasten wurden in Reagenzgläsern gezogen und in das bauchnahe Gewebe gepflanzt. Tests an sechs Freiwilligen waren in vier Fällen erfolgreich. Die Patienten benötigten weniger Injektionen, um unkontrollierte Blutungen zu vermeiden. Bei den anderen zwei Patienten war der Blutgerinnungsfaktor VIII-Wert zumindest so hoch, dass der Schweregrad der Erkrankung bereits als "moderat" bezeichnet werden konnte. Zehn Monate nach dem Experiment waren die Zeichen der Besserung allerdings verschwunden. Die Ergebnisse für weitere Patienten stehen noch aus. "Nichtsdestotrotz ist die Technik der Zelltransplantation sicher und wahrscheinlich haben die Zellen eine dauerhafte Wirkung", sagte David Roth, leitender Hämophilie-Forscher des Beth Israel Deaconess Medical Centre. Es erreiche zwar keiner die normalen Faktor VIII-Werte, das sei auch nicht das Ziel gewesen, so Roth.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher sicher stellen, dass es zu keiner Abstoßung der transplantierten Zellen durch den Körper kommt. Die Gesellschaft für Hämophilie http://www.haemophilia.org.uk begrüßt die positiven Ergebnisse, "da jede neue Methode herkömmliche invasive Behandlungen umgeht", so die Geschäftsführerin der Karin Pappenheim der Gesellschaft für Hämophilie. Bluter benötigen regelmäßige Injektionen mit dem Blutgerinnungsfaktor VIII. Dies verursacht jedem Patienten Kosten von rund 100.000 Dollar jährlich.

Hämophilie beruht auf Fehlern in einem der zahlreichen Proteine, die sich bei einer Verletzung von Blutgefäßen an die Membranen der Blutplättchen heften. Diese Blutgerinnungsfaktoren unterstützen die Bildung des faserartigen Proteins Fibrin, aus dem Gerinnsel vorwiegend bestehen. Die Mechanismen im Allgemeinen sind gut untersucht und bekannt. Die Anheftung an die Membranen als erster Schritt ist aber noch rätselhaft. Bei den Betroffenen verursachen selbst kleine Wunden unkontrollierbare Blutungen.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:59
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