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Neuer Behandlungsansatz gegen Glioblastome
Protein hsFlt3L verbessert Überlebenschancen deutlich

Wissenschafter des Cedars-Sinai Medical Center http://www.csmc.edu haben ein neues Behandlungsverfahren gegen die am meisten verbreitete und tödliche Form von Gehirnkrebs entwickelt. Glioblastome (Glioblastoma multiforme) wachsen normalerweise so rasch, dass innerhalb eines Jahres nach der Diagnose der Tod eintritt. Weder eine Operation, Medikamente noch eine Strahlenbehandlung können den Krankheitsverlauf beeinflussen. Jetzt ist es gelungen, die Überlebenschancen von Laborratten durch die Injektion des Proteins hsFlt3L zu verbessern. Die Ergebnisse der Studie wurden in Molecular Therapy http://www.sciencedirect.com/science/journal/15250016 veröffentlicht.

Die Forscher setzten ein gentechnisch verändertes Virus ein, um hsFlt3L in die Gehirne von erkrankten Ratten zu transportieren. Das Protein erhöhte die Anzahl von Immunzellen im Gehirn und verlangsamte das Tumorwachstum deutlich. Sieben von zehn Ratten, die eine hohe Proteindosis erhielten, überlebten mehr als ein Jahr. Es konnten keine nachteiligen Nebenwirkungen nachgewiesen werden. Ratten, denen ein Blindpräparat verabreicht wurde, starben innerhalb einer Woche. In der hsFlt3L Gruppe waren 33 Prozent der Tiere nach drei Monaten völlig tumorfrei. Jene Ratten, die sechs Monate oder länger überlebten, wiesen keine Tumore auf.

Die leitende Wissenschafterin Maria Castro erklärte, dass in dieser Studie erstmals Glioblastome bei Ratten kleiner wurden oder gänzlich verschwanden. Dieser Effekt ist laut BBC auf die Fähigkeit des Proteins zurückzuführen, die Produktion von voll ausgereiften Zellen innerhalb des Gehirns zu stimulieren. "Nachdem uns die Gentherapie erlaubt, dieses Protein zu transportieren, hoffen wir diese Laborstudien in klinischen Tests mit Patienten realisieren zu können." Castro hofft, dass diese Tests bereits innerhalb der nächsten drei Jahre durchgeführt werden.


 

Krebsstammzellen verursachen Gehirntumore
Menschliches Gewebe für Krebs von Mäusen verantwortllich

Forscher vom Hospital for Sick Children http://www.sickkids.on.ca/ in Toronto haben Zellen isoliert, die Gehirntumoren zugrunde liegen, was die Möglichkeit für Behandlungen eröffnet, die den Krebs schon im Keim ersticken. Die Wissenschaftler glauben, dass Tumore aus einer Art "Krebsstammzellen" wachsen, die zu anderen kanzerogenen Zellen führen. Krebszellen scheinen dieselben Eigenschaften wie Stammzellen aufzuweisen, obwohl sie nicht notwendigerweise das Gleiche sind. Es könnte sich beispielsweise um differenzierte Zellen handeln, die einen Rückschritt erleben, um diese Eigenschaften anzunehmen, obwohl die Pfade unklar bleiben. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Forscher hatten bislang wenig Erfolg diese Zellen aufzuspüren, weil es so schwierig ist, sie von umgebenden Zellen zu unterscheiden. Um die Schuldigen zu finden, die für den Hirnkrebs verantwortlich sind, haben sich Sheila Singh und ihre Mitarbeiter vom Kinderspital in Toronto einem Protein namens CD133 zugewandt, das auch auf der Oberfläche anderer Stammzellen im Körper gefunden wurde. Das Team nahm Gewebeproben von den Gehirntumoren von Erwachsenen und Kindern und extrahierte die Zellen, die das Protein machten. Als die Forscher 100 dieser potenziellen Krebsstammzellen in die Gehirne von 19 Mäusen injizierten, wuchs bei 16 ein Gehirntumor. Dieses Ergebnis impliziert, dass solche Zellen eine Teilgesamtheit von Gehirnzellen sind, bei denen etwas schief geht und die dann zu Krebsstammzellen werden.

Obwohl die Forschergruppe schon zuvor Krebsstammzellen aus menschlichen Gehirnen isoliert hat, ist diese Studie die erste, die beweist, dass diese Zellen die Krankheit bei Tieren nachbilden können. Das bestätigt, dass diese Zellen diejenigen sind, die Tumore erzeugen. Außerdem entwickelten sich die Krebsstammzellen zu Tumoren, die sich gleich wie die der Patienten verhielten, mit ähnlichen Glioblastomen und Medulloblastomen. Diese Erkenntnis impliziert, dass es ein vielversprechender Ansatz ist, die menschliche Krankheit anhand der Mäuse zu studieren.

Hirnkrebse gehören zu den bösartigsten und am wenigsten erforschten Formen von Krebs, weil sie schwierig zu erforschen und behandeln sind. Die Wissenschaftler hoffen, dass die Fähigkeit, Gehirnkrebsstammzellen genau zu bestimmen zu neuen Wegen führen wird, sie zu behandeln. In Zukunft hoffen die Forscher, die verschiedenen Krebsstammzellen, die zu verschiedenen Formen von Tumoren führen, klassifizieren zu können, was eine frühe Diagnose des Typs und eine genauere Prognose und Behandlung ermöglicht. Unklar bleibt hingegen, was den kanzerogenen Status einer Zelle verursacht. Peter Dirk, einer der Studienautoren, kommentiert: "Wie eine Zelle zu einer Krebszelle wird, ist eine der schwierigsten Fragen.


 

Fortschritte bei der Erkennung von Gehirntumoren
US- und GB-Methode basieren auf Magnetresonanztomographie

Aktuelle Erkenntnisse ermöglichen eine genauere Diagnose von Gehirntumoren. Wissenschaftler von der Duke Universität http://www.duke.edu/ in Durham haben einen Weg gefunden, zwischen Abszessen und Gehirntumoren zu unterscheiden, ohne dass ein chirurgischer Eingriff notwendig ist. Forscher der Birmingham Universität http://www.bham.ac.uk/ benutzen ebenfalls Scans um den Typ des Tumors festzustellen und vorherzusagen, wie er auf die Behandlung reagieren wird. Beide Ansätze basieren auf der traditionellen Bildgebungsmethode der Magnetresonanztomographie (MRI).

Reguläre Kernspintomographie zeigt Größe und Form von Strukturen im Gehirn. Schwieriger wird eine Aussage darüber, woraus die verschiedenen Strukturen aufgebaut sind und wie sie funktionieren. Die Teams aus den USA und Großbritannien erforschten Methoden, wie sie diese Defizite ausgleichen könnten. Das Team von der Duke Universität verwendete einen Prozess namens dynamischer Empfindlichkeits-Kontrast (DSC) MRI um Ärzten dabei zu helfen, zwischen Abszessen und kanzerogenen Gewächsen zu unterscheiden. DSC MRI misst das Blutvolumen. Auf diesem Weg ist es möglich, die mehr mit Gefäßen ausgestatteten Tumore von Abszessen zu unterscheiden, die keine so gute Blutversorgung haben. Studienautor James Provenzale sagte: "Die Unterscheidung zwischen Abszess und Tumor kann chirurgisch getroffen werden, indem das Gewebe aus dem Gehirn entfernt wird, aber eine non-invasive Methode wäre natürlich besser." Natürlich erforderten verschiedene Diagnosen auch verschiedene Behandlungen - Antibiotika und chirurgische Entfernung für den Abszess, Chemo- oder Strahlentherapie gegen den Tumor. Das Worst-Case-Szenario sei, wenn einem Patienten für Wochen oder Monate aufgrund einer Fehldiagnose eine falsche Behandlung verabreicht wird.

Die Forscher aus Großbritannien bedienten sich der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR-Spektroskopie) zusätzlich zur herkömmlichen MRI, um die Gehirntumore von Kindern genauer zu diagnostizieren. Die NMR-Spektroskopie hilft den Ärzten bei der Feststellung, um welche Art von Tumor es sich handelt, ob er aggressiv oder eher gutmütig ist. Andrew Peet vom Birmingham Children´s Hospital http://www.bch.org.uk/ , wo die Technik derzeit getestet wird, sagte: "Mit Hilfe konventioneller MRI ist es sehr schwierig herauszufinden, um welchen Typ von Tumor es sich handelt." Die NMR betrachte die Chemikalien innerhalb der Gewebe. Diese Chemikalien lieferten den Fingerabdruck, der charakteristisch für die jeweiligen Tumore ist.


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:58
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