Auschwitz: 34% der ÖsterreicherInnen
wissen nicht, wo dieser Ort liegt.
15% lokalisieren Auschwitz in Österreich.
66% der ÖsterreicherInnen wissen, dass Auschwitz in Polen liegt (Frauen 64%,
Männer 68%). 15% meinen, dieser Ort liegt in Österreich (Frauen 17%, Männer
13%), auf Deutschland tippen13%, Tschechien erhält 2%, der Rest (3,5%) "weiß
es nicht".
Marketing Data-sms-research.at stellte am 27.01.2005, also am Tag der
Internationalen Auschwitz-Gedenkfeiern, die Frage "In welchem Land liegt
Auschwitz?". Dabei wurden repräsentativ 515 ÖsterreicherInnen im Alter von
15 bis 69 Jahren per SMS befragt (Erhebungszeitraum 14 bis 19 Uhr).
Die Jugendlichen (15 bis 19 Jahre) wissen es am besten: 69% orten
Auschwitz richtig, gefolgt von den 20 - 29 jährigen (68%). In den
Altergruppen 30 bis 59 Jahren sinkt dieser Wert auf 66% bis 63%. In der
"Kriegsgeneration" (60-69 Jahre) wissen wieder 68% richtig Bescheid (Frauen
73%, Männer 63%).
Im Alterssegment 40-49 Jahre meinen 19% Auschwitz liegt in Österreich,
bei den 50-69 jährigen sehen bis zu über 17% diesen Ort in Deutschland.

SJÖ fordert Bundesförderung für ZARA
Anti-Rassismus-Arbeit hat für Bundesregierung keinen Stellenwert
Ludwig Dvorak, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ),
fordert von der schwarz-blauen Bundesregierung Bundesförderungen für den in
seiner Existenz bedrohten Verein ZARA (Zivilcourage und
Anti-Rassismus-Arbeit). "Der Verein leistet wertvolle Arbeit im Bereich der
Beratung und Dokumentation. Für die Bundesregierung müsste es eigentlich
außer Zweifel stehen, dass Anti-Rassismus-Arbeit in ihrem
Verantwortungsbereich liegt, und diese auch finanzieller Mittel bedarf", so
Dvorak am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.
Dvorak verwundert es aber nicht, dass sich gerade ÖVP und FPÖ einer
Förderung verschließen: "Gerade die FPÖ ist es, die permanent Vorurteile
schürt, indem sie gegen MigrantInnen hetzt. Sie versucht von sozialen
Spannungen, die nicht zuletzt durch die Sparpolitik der Bundesregierung
hervorgerufen werden, zu profitieren. Ohne diese soziale Brandstifterei
könnte diese Partei auch nicht überleben, denn die Tatsache, dass diese
Partei den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, lässt sich schlecht
verkaufen."
Für Dvorak ist es skandalös, wie konsequent diese Bundesregierung sinnvolle
Projekte aushungert, während sie selbst das Geld für die sinnlosesten
Unterfangen hinauswirft: "Die Fälle reichen von Männerabteilungen, die bis
heute keinerlei verwertbaren Output geben, außer dass diese Abteilung keine
Existenzberechtigung hat, über Abfangjäger, die kein Mensch braucht, bis hin
zu steuerfreien Vereinen, die angeblich dem Allgemeinwohle dienen, weil im
Mittelpunkt die Person des Finanzministers steht. Die Bundesregierung könnte
sich hervortun, und zur Abwechslung einmal etwas Sinnvolles tun."

Gewalt und Rassismus
alltäglich auf Fußball-Websites
Studie: Internet-Foren bieten Raum für
Extremismus
Die Fan-Websites von Fußball-Klubs sind ein
Tummelplatz für rassistische Inhalte. Dies hat eine Studie des
Deutschen Fußballbundes (DFB)
http://www.dfb.de
und der Deutschen Bundesliga (DFL) ergeben. Im Rahmen der Erhebung
sollte den Top-Clubs geholfen werden, rassistisches und anderes
diskriminierendes Material auf den Fan-Websites zu identifizieren.
Gesucht wurde nach rassistischen und anti-semitischen Inhalten sowie
nach Feindseligkeiten gegenüber Ausländern. Nach
Gewalt-verherrlichendem und sexistischem Content wurde ebenfalls
geforscht.
Zwischen März und September 2003 wurden 339 Fan-Seiten von 63 Klubs
untersucht. Bei 37 Prozent der Sites wurden laut Studie latent
rassistischen Inhalte entdeckt. 26 Prozent würden laut Gewalt
verherrlichen. Als größtes Problem erachten die Verfasser der Studie
unkontrollierte Foren und Guestbooks.
Für die Klubs sei es nicht wünschenswert, dass sich ihre Fans im
Internet in gewalttätiger oder rechtsextremer Manier präsentieren.
Die Vereine werden in der Studie aufgerufen, Maßnahmen gegen diese
Situation zu ergreifen. Toleranz und Respekt sollten in den
Vordergrund gerückt werden, wünschen sich die Verfasser der Studie. |

Rassistische Sprechchöre
bei Spanien - England haben Nachspiel
"Kein Platz für Fremdenhass im Fußball"
Wegen rassistischer Sprechchöre während des
Freundschaftsspiels zwischen England und Spanien am Mittwoch in Madrid
hat der englische Fußball-Bund (FA)
http://www.thefa.com
Beschwerde bei der FIFA eingereicht, berichtet die BBC. Kritisiert
wird auch der spanische Manager Luis Aragones. Ihm wird zur Last gelegt
vor den Spielen schon rassistische Bemerkungen gemacht zu haben. Wenn
der Rassismus bewiesen wird, droht dem spanischen Fußball-Bund ein hohes
Bußgeld oder eine Sperre für fünf Spiele. Außerdem kann sich der Vorfall
negativ auf die Bewerbung Madrids für die Olympischen Spiele 2012
auswirken. Ironischer Weise war das Freundschaftsspiel als Promotion für
die Olympia-Bewerbung gedacht.
Ein Statement der FIFA lautete: "Wir sind besorgt wegen der neuesten
Woge des Rassismus und kritisieren sie scharf. Wir werden in jedem Fall
eine Erklärung vom spanischen Fußball-Bund verlangen." Der Präsident der
FIFA, Sepp Blatter, sagte es sei keinerlei Platz für Rassismus oder
Diskriminierung im Fußball. "In der Welt gibt es schon zu viele
Konflikte, die ihre Wurzeln dort haben. Fußball soll einen positiven
Einfluss haben."
Heute, Freitag, hat sich der spanische Außenminister, Miguel Angel
Moratinos, im Namen der spanischen Regierung bei all denjenigen
entschuldigt, die sich durch die rassistischen Ausbrüche angegriffen
fühlen. "Ich habe die Angelegenheit mit meinem britischen Kollegen Jack
Straw besprochen und ihm versichert, dass Spanien ein Land der Toleranz
ist, in dem Rassismus keinen Platz haben sollte." Der Mediensprecher der
englischen FA, Adrian Bevington, sagte, die fremdenfeindlichen Ausbrüche
seien eine Schande und alle Vertreter des internationalen Fußball
sollten sich dagegen auflehnen und ihre Entrüstung aussprechen. Auch
Tony Blair schloss sich der Kritik an.
Der englische Sport-Minister Richard Carborn meinte: "Ich werde meinem
spanischen Kollegen schreiben und ihm meine Empörung mitteilen. Ich bin
der Meinung, dass die FIFA den Fall gründlich untersuchen sollte. Im
Fußball ist kein Platz für Rassismus. Es muss etwas von höchster Stelle
dagegen unternommen werden." Schon während der U-21-Spiele am Dienstag
kam es zu solchen Vorfällen. |

Kuntzl: Rechtsextremen-Treffen in Gloggnitz ist ein Skandal
Ihren Protest gegen das heute in Gloggnitz stattfindende
Rechtsextremen-Treffen, bei dem laut Einladung auch hochrangige FPÖ-Mitglieder
teilnehmen werden, deponierte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl am
Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Anlass für das "skandalöse
Treffen" ist das vierjährige Bestehen der rechten Zeitschrift "Zur Zeit", die
von FP-Bundesrat Gudenus und EX-FP-Bundesrat Mölzer herausgegeben wird. "Die
Teilnehmerliste dieses Treffens in Gloggnitz lässt mich schaudern", so Kuntzl.
An dem Treffen werde auch der deutsche NDP-Kader und bekannte Antisemit Horst
Mahler teilnehmen. ****
Mahler habe erst jüngst wieder für Aufsehen gesorgt, weil er die
Terroranschläge vom 11. September im "Deutschen Kolleg" als das "Ende des
Amerikanischen Jahrhunderts, Ä...Ü des weltlichen Jahwe-Kultes" abgefeiert
habe, erinnert Kuntzl. In Sachen Antisemitismus stehe Mahler einem weiteren
Gast des Treffens, nämlich Istvan Csurka, in nichts nach. Csurka, Chef der
ungarischen rechtsextremen Wahrheits- und Lebenspartei, habe ebenso jede Menge
Verständnis für die Urheber der Terroranschläge von New York und Washington
gezeigt, so Kuntzl. Gemeinsam ist den Teilnehmern dieses Treffens der Glaube
an die "jüdische Weltverschwörung". Und dies sei offensichtlich auch das
Umfeld, in dem sich weite Teil der FPÖ wohlfühlen und in dem auch der Kärntner
Landeshauptmann Applaus erntet, wenn er über die "Ostküste" wettert, sagte
Kuntzl.
Kuntzl fordert Vizekanzlerin Riess-Passer erneut "eindringlich auf, endlich zu
dieser skandalösen Zusammenrottung international geächteter Rechtsextremisten
Stellung zu nehmen". Immerhin werden dabei auch aktive FPÖ-Funktionäre wie die
niederösterreichische Landtagsabgeordnete Rosenkranz anwesend sein. "Die
FPÖ-Spitze soll sich daher umgehend von den Verteidigern des Terrors
distanzieren", unterstrich die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin.
"Zur Zeit" wird übrigens im aktuellen Rechtsextremismus-Bericht erwähnt, weil
darin, "die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich geleugnet sowie die sechs
Millionen NS-Opfer in Frage" gestellt wurden. Dennoch hat "Zur Zeit" eine
Presseförderung in Höhe von 861.364 Schilling erhalten. Für diese erstmalige
Förderung dieses Blattes habe sich besonders ÖVP-Klubobmann Khol stark
gemacht, so Kuntzl.

Literatur gegen rechtsextreme Webinhalte
Bibliographie zu Rassismus und Gewalt soll zur Aufklärung
beitragen
Die Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB) http://www.bpb.de
und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels http://www.boersenverein.de/
kooperieren im Internet gegen Rechtsextremismus. Nutzer können sich durch
eine kommentierte Internet-Bibliografie http://www.bpb-aktiv.de
informieren. Die Sammlung umfasst 200 Titel in der Startphase und wird bis
April 2002 ergänzt. "Durch Rassismus, Rechtsextremismus und Gewalt ist
der innere Friede in Deutschland bedroht. Deshalb wollen wir im Internet aufklären",
teilte Börsenvereins-Vorsteher Roland Ulmer am Mittwoch in Berlin mit. Das
Angebot werde in den "nächsten Tagen" fertig gestellt.
Leser können die Titel anhand einer Schlagwortliste suchen und sich eine
Inhaltsbeschreibung anzeigen lassen. Gesamtdarstellungen der NS-Zeit sollen
ebenso erfasst sein wie Bücher über Ästhetik und Gewalt in der
Skinhead-Szene oder internationale Verflechtungen der rechtsextremen Bewegung.
"Rechtsextremistische Jugendliche werden wir wohl weniger mit diesem
Angebot erreichen können, wir richten es mehr an Pädagogen. Jugendliteratur
ist aber auch mit aufgenommen", so Ulmer gegenüber
pressetext.deutschland. Die Bücher können auf der Website nicht online
bestellt werden.
