Datenspeicherdienst my-files.de führt Gebühren ein
Firmenchef: Zeiten des "Kostenlos-Kults" im
Internet sind vorbei
Der bisher kostenlose Datenspeicherdienst my-files.de http://www.my-files.de
wird ab 20. Juli nur noch gegen eine Nutzungsgebühr zur Verfügung stehen. Für
50 MB Speicherplatz auf einer virtuellen Festplatte werden dann fünf Euro im
Monat berechnet, teilte das Unternehmen am Freitag in München mit.
Die Zeiten des "Kostenlos-Kults" im Internet sind vorbei,
prognostizierte my-files.de-Chef Reinhardt Altmann. Professionelle
Dienstleistungen im Internet könnten nicht über Werbung und
Kooperationsgeschäfte refinanziert werden. In naher Zukunft würden
kostenpflichtige Dienste im Netz "normal" sein.
Auch Web.de http://www.web.de
will künftig Dienste anbieten, die sich nicht durch Online-Werbung
refinanzieren lassen. Am Donnerstag hatte der Portal-Betreiber ein eigenes
Billing-System mit Zahlungsmöglichkeit per Kreditkarte, Lastschrift oder
Mobiltelefon eingeführt. Mit dem System können namentlich registrierte
Anwender digitale Produkte verkaufen, dafür Rechnungen stellen und online
abwickeln.

BBC plant Online-Gebühren
Internetdienst kostet das Unternehmen jährlich 86,8 Mio.
Euro
Aufgrund steigender Kosten hat die britische Sendeanstalt BBC die Einführung
von Online-Gebühren für ihre Serviceleistungen im Web geplant. Laut
Finanzbericht kostete der Internetdienst seit Mitte vergangenen Jahres dem
Unternehmen insgesamt rund 86,8 Mio. Euro. http://news.bbc.co.uk/
Der Chef von BBC New Media, Ashley Highfield, möchte künftig
konzerneigene TV- und Radio-Sendungen nach ihrer Ausstrahlung als Streams ins
Internet stellen. Dies erklärte er in einem Interview mit der Londoner
"Financial Times". Die Kosten dafür könnten allerdings nicht
allein durch die Rundfunkgebühren gedeckt werden, räumt Highfield ein. http://news.ft.com/home/rw/
Deshalb erwägt er, das Streaming oder den Download von BBC-Sendungen gegen
Gebühren anzubieten. Der Online-Chef wies außerdem darauf hin, dass die Hälfte
der zehn Mio. Nutzer des BBC Online-Angebots schließlich nicht von Großbritannien
aus darauf zugreifen, somit also keine Rundfunkgebühren zahlen.
Die kommerziellen Bestrebungen stoßen allerdings auf die Kritik der
Internet-Industrie: Die Organisation "British Internet Publisher Alliance",
zeigte sich empört darüber, dass die BBC mit diesem Vorhaben immer weniger
die Grundsätze einer nicht-kommerziellen öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt
achte.
