Sperma-Magnet soll
Unfruchtbaren helfen
Innovatives System als Hilfe bei
in-vitro-Fertilisation
Eine Sperma-Sortiermaschine, die beschädigte
Spermien effektiv aussortiert, soll in Zukunft die Erfolge einer
in-vitro-Fertilisation deutlich verbessern und zudem noch
Kinderkrebserkrankungen vorbeugen. Das neuartige System ist von
australischen Forschern der University of Newcastle
http://www.newcastle.edu.au und dem kommerziellen Partner Life
Therapeutics of Sydney
http://www.gradipore.com entwickelt worden, berichtet das
Wissenschaftsmagazin New Scientist.
John Aitken und Chris Ainsworth haben zur Sicherung der
Spermaqualität ein mechanisch arbeitendes Filtersystem entwickelt.
Dieses System soll vor allem älteren Vätern, starken Rauchern oder
Männern, die gefährlichen chemischen Substanzen oder Umweltgiften
ausgesetzt waren, zu Hilfe kommen. Das Sortiersystem basiert auf dem
Prinzip, dass Spermien mit den am stärksten negativ geladenen
Membranen die wenigsten DNA-Fehler aufweisen. Warum dies so ist,
darüber sind sich die Forscher nicht ganz einig. Aiken nimmt an,
dass diese Spermien auf dem natürlichsten Weg gereift sind.
Die Sortierbox ist etwas kleiner als eine Schuhschachtel und mit
zwei Kammern und einem Polykarbonat-Filter mit Poren, die fünf
Mikrometer Durchmesser haben, versehen. Dadurch sollen eventuelle
Verunreinigungen wie weiße Blutkörperchen hängen bleiben.
Spermaproben werden in die obere Kammer eingefüllt und für rund fünf
Minuten unter Strom gesetzt. Dadurch sollen die negativ geladenen
Spermien dazu gebracht werden in die zweite Kammer zu wandern. In
ersten Tests konnten die Forscher bereits zeigen, dass nach dem
Filtern deutlich weniger DNA geschädigte Spermien übrig waren.
Bisher wurden Spermaproben in Zentrifugen für 45 Minuten
beschleunigt. Das nahm vor allem in einer Klinik, in der zahlreiche
Untersuchungen durchgeführt wurden, zu viel Zeit in Anspruch.
Zusätzlich dazu konnte dabei keine Garantie abgegeben werden, dass
Spermien mit beschädigter DNA damit ausgesondert werden konnten. Die
Mediziner suchten zusätzlich noch nach jenen Samenzellen, die am
gesündesten aussehen, also jenen mit regelmäßigem ovalen Kopf.
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Baby nach
Eierstocktransplantation
Unfruchtbare Krebspatientin hat gesundes Kind zur
Welt gebracht
Mediziner nennen es eine kleine Sensation: eine
32-jährige Belgierin hat nach einer Krebserkrankung und der
Implantation eines Eierstocks ein gesundes Kind zur Welt gebracht.
Die Frau war nach der Chemotherapie unfruchtbar geworden. Nun gelang
es dem belgischen Ärzteteam dennoch, eine Schwangerschaft
einzuleiten und ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, berichtet das
Fachmagazin the Lancet
http://www.thelancet.com .
Der Frau, die sich nach dem Ausbruch eines Hodgkin's Lymphom (Tumor
des lymphatischen Systems) einer Chemotherapie unterziehen musste,
wurde vor sieben Jahren Eierstockgewebe entnommen, das anschließend
gefroren wurde. Im vergangenen Jahr wurde ihr dieses Gewebe wieder
eingesetzt, berichtet BBC-Online
http://news.bbc.co.uk. Nach Auskunft der Mediziner von der
Brüssler Universitätsklinik Saint Luc konnte die Frau wie jede
andere das Kind empfangen und zur Welt bringen. Dem Kind und der
Mutter gehe es gut, so eine Sprecherin der Klinik.
Für den leitenden Wissenschaftler Jacques Donnez von der
Katholischen Universität von Louvain bedeutet die Geburt des Kindes,
dass es für jüngere Krebspatientinnen immer noch Chancen gibt,
eigene Kinder auf die Welt zu bringen. Ethische Grenzen sieht der
Wissenschaftler aber dort, wo die Behandlungsmethode die Menopause
umgehen soll. Frauen produzieren von der Geburt an etwa eine Mio.
Eizellen, die im Laufe ihres Lebens langsam absterben. Bei der neuen
Methode namens orthotope Transplantation werden anders als bei der
in-vitro-Fertilisation die entnommenen Eizellen an den Enden der
Eileiter aufgebracht. Dadurch kann es zu einer natürlichen
Schwangerschaft kommen.
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Fruchtbarkeit führt zu
hässlicher Kritik
Frauen beurteilen Geschlechtsgenossinnen während
Eisprung als Rivalinnen
Frauen finden andere Frauen an fruchtbaren Tagen
hässlich und nicht attraktiv. Zu diesem Schluss kommt die Forscherin
Maryanne Fisher von der York University in Toronto in einer
Untersuchung. Demnach sehen Frauen während des Eisprungs andere
Geschlechtgenossinnen offensichtlich als Rivalen, berichtet die
Forscherin im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the Royal Society:
Biology Letters
http://www.pubs.royalsoc.ac.uk/bio_let_homepage.shtml .
Das Phänomen sieht die Forscherin, die 57 weiblichen Probandinnen
Bilder von anderen Frauen zeigte und dabei nach dem jeweiligen
Status des Zyklus fragte, als Strategie im Konkurrenzkampf um
Männer. Die untersuchten Frauen schätzten andere Frauen nämlich
unterschiedlich ein. "Frauen werden vielfach als sehr kooperativ,
warmherzig und nicht konkurrierend charakterisiert", erklärte
Fisher. "Das Ergebnis zeigt aber, dass Frauen auch indirekt
aggressiv sein können", führt die Psychologin aus. Das äußere sich
nicht darin, dass Frauen sagen "Ich würde diese Frau gerne schlagen,
weil sie dich angesehen hat", sondern eher durch Aussagen wie "Sieh
mal wie fett ihre Beine sind".
Bei der Versuchsreihe wurden den Probandinnen sowohl Fotos von
Frauen als auch von Männern am Computermonitor gezeigt. "Die Männer
wurden, egal in welchem Teil des Zyklus sich die Frauen befanden,
als gleich anziehend beurteilt", so Fisher. Der Grund der Aggression
gegen andere Geschlechtsgenossinnen liegt nach Ansicht der
Forscherin darin, dass bei der Chance auf Nachkommenschaft andere
eher als Gegner beurteilt werden.
Auch andere Forscher finden die Untersuchungen Fishers interessant.
"Das ist die erste Untersuchung dieser Art", meinte David Parrett,
Psychologe und Experte für Gesichter-Wahrnehmung der St. Andrews
Universität in Großbritannien
http://psy.st-andrews.ac.uk . Parrett hatte in Untersuchungen
festgestellt, dass Frauen üblicherweise eher feminine Männer
bevorzugen. Eine Ausnahme bildeten allerdings die fruchtbaren Tage.
Da zeigten Frauen eher für dominant-aggressiv auftretende Männer
Interesse. |

Riechtests als
Fruchtbarkeitsbarometer
Spermien orientieren sich an Maiglöckchenduft
Ein Forscherteam um Hanns Hatt an der Ruhr-Universität
Bochum
http://www.ruhr-uni-bochum.de/ hat herausgefunden, dass der gleiche
Riechrezeptor wie auf den Spermien in der menschlichen Nase zur
Wahrnehmung von Maiglöckchenduft vorhanden ist. Erst kürzlich wurde der
Nachweis erbracht, dass Spermien ihren Weg zur Eizelle mittels eines
Riechrezeptors finden. Damit schließen die Bochumer Wissenschaftler an
den Erfolg von Richard Axel und Linda Buck an, die gestern, Montag, für
die Erforschung der Grundlagen des Riechens den Nobelpreis erhielten.
Der Geruchssinn des Menschen galt lange Zeit als der "verlorene Sinn",
weil er im Laufe der Evolution zwei Drittel seiner Riechrezeptoren
eingebüßt hat. Trotzdem sind diese Rezeptoren die größte Genfamilie im
menschlichen Genom. 350 verschiedene Riechrezeptor-Eiweiße dienen der
Wahrnehmung von Mio. von Düften. Durch den Einsatz molekularbiologischer
Techniken, "sniffing"-Riechtests an Probanden und der Messung der
elektrischen Aktivität der menschlichen Riechschleimhaut konnten die
Forscher nachweisen, dass der so genannte "Maiglöckchenrezeptor"
(hOR17-4) aus Spermien auch in Riechzellen der Nase produziert wird.
Diese Erkenntnis könnte eine Diagnostizierung von Fertilitätsstörungen
anhand von Riechtests ermöglichen.. Ist die Unfruchtbarkeit auf einen
genetischen Defekt zurückzuführen, funktionieren die Rezeptoren weder in
der Nase noch bei den Spermien. Wenn also die Nase keinen
Maiglöckchenduft wahrnehmen kann, können das Spermien auch nicht. Dieser
Defekt hat allerdings zur Konsequenz, dass die Spermien auch nicht zur
Eizelle finden. "Da in menschlichen Spermien noch weitere
Riechrezeptoren vorkommen, mit vermutlich unterschiedlicher Funktion,
wird nach Identifizierung der entsprechenden Düfte ein ganzes Set an
diagnostischen Werkzeugen zur Verfügung stehen, die Ursachen für
Unfruchtbarkeit zu entdecken", so Hatt.
Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Verwendung eines wirksamen "Blockierers"
für einen bestimmten Duft. So können unangenehme Gerüche, die im Rahmen
von Produktionsprozessen vorkommen oder auf natürliche Art entstehen,
ausgeschaltet werden, ohne dass der gesamte Geruchssinn ausgeblendet
wird, wie es beim Zuhalten der Nase der Fall ist. |

Pestizide gefährden männliche Fruchtbarkeit
Umweltgifte schädigen Menge und Bewegungsfähigkeit der
Spermien
Umweltgifte wie Pestizide und Lösungsmittel können der Spermienqualität
sowie der männlichen Fruchtbarkeit schaden. Ein Forscherteam aus Frankreich
und Argentinien behauptet erneut, dass der Kontakt mit chemischen Stoffen die
Menge und Bewegungsfähigkeit der Spermien wesentlich mehr schädigt als bisher
angenommen, so ein Bericht der BBC
http://news.bbc.co.uk . Die
Studie bestätigt eine Vermutung, die bereits 1992 von dänischen Forschern
aufgestellt wurde.
Für die Studien wurden 225 argentinische Männer aus ländlichen Regionen
untersucht, die sich zwischen 1995 und 1998 einer Behandlung gegen
Unfruchtbarkeit unterzogen haben. Untersucht wurden u.a. ihr Lebensstil sowie
ihr Kontakt mit Pestiziden. Physikalische und biologische Tests folgten. Wie
die Forscher im Journal Human Reproduction
http://humrep.oupjournals.org berichten, zeigten die Proben nach der
Giftexposition, dass der Spermiengehalt unter der Schwelle männlicher
Fruchtbarkeit lag.
Zusätzlich hatten die Männer einen höheren Spiegel an weiblichen
Sexualhormonen als jene, die nie in Kontakt mit Pestiziden kamen. Argentinien
zählt zu jenen Staaten mit dem höchsten Verbrauch an chemischen Schadstoffen
seit den 40-er Jahren.

Eizellen ohne Manneskraft befruchtet
Forscher verwenden somatische Zellen - Überlebensfähigkeit
der Embryonen unklar
Wissenschaftlern der australischen Monash Universität http://www.monash.edu.au
ist es gelungen, Eizellen mit genetischem Material jeglicher Körperzellen zu
befruchten. Die Technik, die Spermienzellen überflüssig macht, wurde von
Orly Lacham-Kaplan vom Institute for Reproduction and Development http://www.monashinstitute.org
entwickelt. Bisher ist eine erfolgreiche Befruchtung mit somatischen Zellen
aber nur bei Labormäusen garantiert, so ein Bericht in der BBC http://news.bbc.co.uk
.
Versuche scheiterten bislang daran, dass Körperzellen zwei Chromosomensätze
besitzen, während Spermienzellen nur einen einfachen Satz enthalten. Mit
einer chemischen Technik entfernten die Forscher den überschüssigen Satz.
"Dafür wurde der natürliche Prozess, der während einer Befruchtung
stattfindet, wonach zwei Chromosomensätze in der Eizelle getrennt werden,
nachgeahmt. Der verbleibende Satz wird mit einem einzelnen Satz der
Spermienzelle kombiniert", erklärte Lacham-Kaplan. Unklar bleibt, ob die
Embryonen bis zur Übertragung in das Pflegetier zur weiteren Entwicklung
lebensfähig sind. Dann erst könne festgestellt werden, ob die Jungen überhaupt
gesund sind, so die Reproduktionsexpertin.
"In den nächsten sechs bis acht Monaten können wir beurteilen, ob
die Technologie Zukunft hat", sagte Lacham-Kaplan. Theoretisch könnten
auch somatische Zellen einer Frau eingesetzt werden. Dies würde bedeuten,
dass zwei Frauen miteinander biologisch eigene Kinder haben könnten.
Problematisch sei es dennoch, da die kindliche Entwicklung mitunter von väterlichen
Genen kontrolliert wird.

Gen-Mutation verursacht Unfruchtbarkeit bei Männern
Defekt wird von der Mutter vererbt
Für Unfruchtbarkeit bei Männern könnte ein defektes Gen verantwortlich
sein. Das glauben niederländische Wissenschaftler. Im Rahmen einer Studie
hatten sie beobachtet, dass Männer nicht genügend Spermien produzieren, wenn
bei ihnen eine Mutation des Gens ZNF214 vorliegt.
Dieses Gen wird auch mit dem so genannten Beckwith-Wiedemann-Syndrom http://www.medgen.unizh.ch/PDF/BWS.pdf
in Verbindung gebracht. "Betroffene Jungen leiden unter anderem im
Erwachsenenalter unter Unfruchtbarkeit", erläuterte Judith Gianotten vom
Zentrum für Reproduktionsmedizin des Amsterdam Academic Medical Center http://www.amc.uva.nl/
. "Deshalb untersuchten wir zunächst, ob das Gen für eine gehinderte
Spermatogenese verantwortlich ist. Als sich der Verdacht bestätigte,
fahndeten wir nach Mutationen des Gens bei Männern, deren Unfruchtbarkeit auf
einer zu geringen Spermienproduktion beruhte."
Die Forscher verglichen die DNA von 77 Männern mit sehr geringer und die
DNA von 65 Männern mit normaler Spermienproduktion. Bei drei Patienten aus
der ersten Gruppe fanden sie drei neue Mutationen des Gens ZNF214. Bei der
Kontrollgruppe war keine derartige Veränderung des Erbguts aufgefallen.
Bei zwei der Patienten mit einer ZNF214-Mutation konnten die
Wissenschaftler auch das Erbgut der Eltern untersuchen. Dabei stellten sie
fest, dass die Genveränderung jeweils von der Mutter vererbt worden war.
"Das erklärt, wie sich die Krankheit durch mehrere Generationen ziehen
kann", so Gianotten. "Würde der Vater den Defekt vererben, wäre
die Mutation irgendwann ausgelöscht."
Weitere Tests sollen jetzt die Ergebnisse bestätigen. "Im Augenblick
bereiten wir Studien vor, die uns Aufschluss über die verschiedenen
Erscheinungsformen des Gens in unterschiedlichen Zelltypen geben sollen. Außerdem
suchen wir nach einem identischen Gen bei Mäusen, um die genaue Funktion
dieser Erbinformation und seiner Veränderung zu entschlüsseln."

Fruchtbarkeitstest für Heimgebrauch entwickelt
Test-Kits aus der Apotheke sollen Peinlichkeiten vermeiden
Forscher der University of Birmingham http://www.bham.ac.uk/
haben Fruchtbarkeitstests entwickelt, mit denen sich daheim überprüfen lässt,
ob die Spermien eines Mannes agil genug oder der Hormonspiegel einer Frau
ausreichend ist, um ein Kind zu zeugen. Mit den Tests sollen auch jene
erreicht werden, denen es nach Meinung von Reproduktionsmedizinern zu peinlich
ist, sich beim Arzt oder in der Klinik auf Unfruchtbarkeit überprüfen zu
lassen. Das Team um den Birminghamer Forscher Chris Barratt präsentierte die
Schnelltests auf einer Konferenz der Europäischen Gesellschaft für
Menschliche Reproduktion und Embryology (ESHRE) http://www.eshre.com/home.asp
in Lausanne. Binnen einen Jahres könnten die Tests in Apothekenregalen
stehen.
Vor allem Männer scheuten davor zurück, eine Spermaprobe abzugeben, so
Barratt. Dabei sei es gerade bei Unfruchtbarkeit wichtig, in jungen Jahren zu
therapieren, denn die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung sinken mit
jedem Lebensjahr, während die Kosten ansteigen. Die beiden Schnelltests
sollen die häufigsten Ursachen der Unfruchtbarkeit überprüfen, so Barratts
Team. Der Test für Männer stellt fest, ob die Spermien beweglich genug sind,
eine Eizelle zu befruchten. Dazu müssen die Spermien mindestens 0,7
Zentimeter zurücklegen, bevor sie mit Antikörpern reagieren und eine rote
Linie ihre Beweglichkeit bestätigt. Der Test für Frauen misst im Urin die
Menge von Hormonen, die an bestimmten Tagen des Zyklus' die Fruchtbarkeit
anzeigen. Ein Mangel solcher Hormone kann die beginnende Schwangerschaft
verhindern.
Andere, seltenere Ursachen für Unfruchtbarkeit zu finden, bleibt weiterhin
den Medizinern überlassen. Die Forscher hoffen, dass Frauen ihren Test
bereits Ende des Jahres in der Apotheke kaufen können. Männer müssen auf
ihre Variante voraussichtlich bis Februar nächsten Jahres warten.
