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Erster "Runder Tisch" zu Floridsdorfer Asylwerberheim

BV Lehner: "Die Bedenken der Anrainer werden weniger, dafür
      gibt es immer mehr spontane Hilfe" 

 In Floridsdorf konnten weitere Bedenken gegen das Asylwerberheim in Jedlersdorf ausgeräumt worden. Bei einem "Runden Tisch" gemeinsam mit Anrainern, Vertretern des "Fonds Soziales Wien", dem Arbeiter Samariterbund als Heimbetreiber, der örtlichen Polizei und Bezirksvorsteher Ing. Heinz Lehner wurden die bisherigen und die zukünftigen Aktivitäten im und um das Aslywerberheim und der Ausbau der Straße zu den benachbarten Kleingartenanlagen besprochen.

   "Bis jetzt hat es keinerlei Zwischenfälle rund um die Besiedlung des Asylwerberheims gegeben, es sind ja zu einem Großteil Kinder eingezogen. Die Bedenken der Anrainerinnen und Anrainer sind merkbar weniger geworden", lobt Bezirkvorsteher Lehner die sachliche Gesprächsatmosphäre.

   Während die Proteste immer weniger werden, steigt die Hilfsbereitschaft der FloridsdorferInnen. Lehner berichtet von spontanen Hilfsaktionen: Spielzeug und Gewand für Kinder und Erwachsene werden im Heim abgegeben. Auch bei den Bewohnern des Asylwerberheims bemerkt Lehner eine große Bereitschaft zur Integration: Deutsch-Lernen sei der größte Wunsch der Asylwerber.

   "Mit einer behutsamen Besiedlung in Absprache mit den Anrainer-Vertretern ist beides zu schaffen: auf der einen Seite größtmögliche Sicherheit für die Anrainer, auf der anderen Seite Hilfe für Schutzbedürftige", erklärt Lehner. Für Februar wurde ein weiterer Gesprächstermin vereinbart. Dabei sollen Fragen des Asylverfahrens und der Abwicklung eventueller Abschiebungen von der Fremdenpolizei beantwortet werden.


 

Stoisits: Strasser will Rechtsstaat für Schutzsuchende aushebeln

"Mit der heute im Ministerrat von Innenminister Strasser vorgestellten Punktation für eine Asylgesetznovelle wird der Rechtsstaat für Schutzsuchende weitgehend außer Kraft gesetzt", so Terezija Stoisits, Menschenrechtssprecherin der Grünen. Entgegen dem Verfassungsgerichtshof-Erkenntnis sollen Inschubhaftnahmen und Abschiebungen erleichtert und der Rechtsweg beschnitten werden, indem keine Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof mehr möglich sein soll. Schutzsuchende können damit künftig abgefertigt werden, ohne daß sie vor ihrer Abschiebung Rechtsmittel ergreifen können.

Trotz der schlechten Qualität der erstinstanzlichen Bescheide, der sinkenden Asylantragszahlen und der massiv sinkenden Anerkennungsquote sei das einzige Ziel von ÖVP und FPÖ, das Asylverfahren negativ zu beenden und die Betroffenen vor, während und nach dem Asylverfahren fremdenpolizeilich zu behandeln, das heißt so schnell wie möglich abzuschieben.

Zynisch sei auch die Behauptung der Justizministerin, der österreichische Strafvollzug werde durch die nichtösterreichischen Häftlinge ausgeschaltet. Damit soll nach dem Motto "Der Ausländer ist schuld an allem" das eigene Versagen in der Kriminal- und Justizpolitik kaschiert werden.

Für die Beschleunigung von Asylverfahren fordern die Grünen die Aufstockung des Personals und die Verbesserung der Qualität der Bescheide der ersten Instanz, damit die Berufungsinstanz wegen der Schlampigkeit der ersteren nicht ganze Verfahren neu aufrollen muß. "Es ist unerträglich, daß das Bundesasylamt AsylwerberInnen oft mit Schimmelbriefen abfertigt, ohne auf die Verfolgungsgründe wirklich einzugehen", so Stoisits.
 


 

Königsberger-Ludwig fordert Entschärfung statt Verschärfung des Asylgesetzes

"Respektieren Sie den Rechtsstaat, rütteln Sie nicht an seinen Grundfesten und beweisen Sie Respekt den Menschen gegenüber", betonte SPÖ-Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig am Mittwoch im Nationalrat in Richtung Minister Strasser - und kritisierte dessen "schlampigen, verantwortungslosen und abgehobenen Umgang mit dem Rechtsstaat". In diesem Sinne forderte die SPÖ-Abgeordnete den Innenminister dazu auf, das - vom Verfassungsgerichtshof beanstandete - Asylgesetz zu entschärfen, statt es zu verschärfen. Es gelte, die menschenrechtswidrigen Passagen aus dem Gesetz zu nehmen, um der Verantwortung gegenüber den Menschen, Österreichern genauso wie Asylwerbenden, gerecht zu werden


Informations-Hotline zur Fremdengesetznovelle

Utl.: Telefonische Auskunft österreichweit zum Ortstarif unter 0810
244 230 =

Am 1. Jänner tritt die Fremdengesetz-Novelle 2002 in Kraft. Schwerpunkt der Fremdengesetz-Novelle ist die "Integrationsvereinbarung". Für Zuwanderer sind verpflichtende Deutschkurse vorgesehen. Der Bund beteiligt sich an den Kosten der Deutsch-Integrationskurse. Der Flüchtlingsfonds zertifiziert seit September 2002 die in Frage kommenden Sprachinstitute.

Für Fragen zur Fremdengesetz-Novelle hat das Innenministerium eine Hotline eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0810-244230 (österreichweit zum Ortstarif) werden von Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr und am Freitag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr Auskünfte erteilt.

Information gibt es im Internet unter: http://www.bmi.gv.at , http://www.fif.at , http://www.integrationsvereinbarung.at , http://www.integrationsvertrag.at
 


 

NEWS: Polizeiskandal in Wien: Polnische Urlauber in Schubhaft

Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, ist es Anfang März in Wien zu einer skandalösen Amtshandlung der Polizei gekommen. Dabei wurde eine Touristengruppe aus Polen in Schubhaft genommen, die folgende ÄAmtshandlungü soll mit Schlägen und Beschimpfungen geführt worden sein.

Aus der Sachverhaltsdarstellung, die derzeit vom Innenministerium geprüft wird, geht hervor, dass die fünf jungen Polen am 9. März 2002 über Drasenhofen nach Österreich eingereist waren. Weil sie ihren Wagen in Wien-Josefstadt in einem Haltverbot parkten, wurden die Touristen zunächst perlustriert und noch am selben Abend in Schubhaft genommen. Grund: In ihren Pässen fehlte der Einreisestempel der heimischen Zöllner, weil der Wagen der Polen an der Grenze durchgewinkt worden war. Bei den Vernehmungen der "Schubhäftlinge" soll es dann zu Übergriffen gekommen sein. Anna F., eine der Inhaftierten über die polizeiliche Behandlung: "Wir mußten uns nackt ausziehen, dann wurden wir kontrolliert." Eine Beamtin soll ihr Verhör mit den Worten eingeleitet haben: "Wenn du mit mir sprechen, du müssen schön bitte, bitte sagen."

Erst nach vier Tagen in Schubhaft wurden die Polen in ihre Heimat abgeschoben. Unter ihnen war auch eine 19jährige Studentin, die für ihr in Polen zurückgebliebenes Baby Muttermilch abgepumpt hatte. Ihr wurde erst nach drei Tagen Haft ein Anruf bei der Familie gestattet.



 

Partik-Pable befürwortet Idee einer europäischen Grenzpolizei

"Die Idee einer europäischen Grenzpolizei, wie sie nun von Innenminister Strasser angeregt wurde, ist auf alle Fälle zu befürworten", sagte heute FPÖ-Sicherheitssprecherin Abg. Dr. Helene Partik-Pable.****

Die ungeheure Zahl von 50.000 aufgegriffenen Illegalen zeige, mit welcher Intensität Österreich von Illegalen "angesteuert" werde. "Überdies muß die Zahl jener, die im Inland überhaupt nicht aufgegriffen werden, als mindestens gleich hoch betrachtet werden", betonte Partik-Pable.

Durch die EU-Osterweiterung würde Österreich aber nur dann vor einer weiteren illegalen Zuwanderung verschont, wenn die Beitrittskandidaten ihre Grenzschutzmaßnahmen drastisch verbesserten. "Derzeit sind die Grenzen in den Beitrittsländern ziemlich undicht, so daß sich die organisierte Kriminalität rasch verbreiten könne und sich auch die Zahl der illegalen Einwanderer drastisch erhöht", meinte Partik-Pable

Die Europäische Union müsse nun den Beitrittsländern strengere Richtlinien betreffend Schutz ihrer EU-Außengrenze auferlegen, schloß Partik-Pable.


 

Überprüfungen in Wien 3.,

In den frühen Morgenstunden des 27.2.2002, wurden in einem Haus in Wien 3., unter Leitung des Fremdenpolizeilichen Büros, Kontrollen durchgeführt. Mit eingebunden waren auch Beamte des Magistrates der Stadt Wien, der Baupolizei, des Arbeitsinspektorates usw. Im Zuge der Amtshandlung wurden insgesamt neun Personen nach den Bestimmungen des Fremdengesetzes und zwei Personen nach den Bestimmungen der Strafprozessordnung festgenommen. Diese zwei Personen stehen im Verdacht, aus einem Zimmer ein Behältnis in den Innenhof geworfen zu haben, welches eine größere Menge Suchtgift enthielt. Es wurde auch im Zimmer eine geringe Menge Suchtgift sichergestellt. Die Amtshandlung führt das Fremdenpolizeiliche Büro.
 



 

KHOL: NACH VFGH-URTEIL RASCHE KORREKTUR DES FREMDENGESETZES NOTWENDIG

Initiativantrag der Regierungsfraktionen in der heutigen Sitzung des Nationalrates

Wien, 24. Oktober 2001 (ÖVP-PK) Die Regierungsparteien haben in der heutigen Sitzung des Nationalrates einen Initiativantrag eingebracht, mit dem eine Änderung des Fremdengesetzes in die Wege geleitet werden soll. Diese Initiative wurde durch ein Urteil des Verfassungsgerichtshofes notwendig, der die Bestimmung aufgehoben hatte, dass Beförderungsunternehmen die Identität der von ihnen beförderten Menschen feststellen mussten und für den Fall der Nichtbefolgung dieser Verpflichtung einen pauschalierten Kostenersatz vorgesehen hatte. Grund für die Aufhebung war nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes der Mangel ausreichender Bestimmtheit dieser Verpflichtung. Das erläuterte ÖVP-Klubobmann Dr. Andreas Khol heute, Mittwoch. ****

Durch den eingebrachten Antrag soll den Bedenken des Verfassungsgerichtshofes im Interesse der Rechtssicherheit Rechnung getragen werden aber gleichzeitig die Verpflichtung einschließlich eines pauschalierten Kostenersatzes aufrecht erhalten werden können. Dies ist von enormer Wichtigkeit, um die Einreise Illegaler verhindern zu können. Da die Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof mit sofortiger Wirkung erfolgte, ist auch eine rasche Korrektur notwendig, schloss Khol.


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:57
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