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Forscher enthüllen warum die Krebse rot werden
Quantentheorie gibt Antwort auf unverstandene Farbreaktion

Die Antwort auf die Frage, warum Krustentiere vor dem Kochen schwarzblau sind und nach dem Kochen leuchtend rot sind, haben holländische Forscher der Universität Leiden nun herausgefunden. Mithilfe einer Technologie namens Magnetresonanz-Spektroskopie konnten die Forscher um Francesco Buda nachweisen, dass es zwei Moleküle sind, die miteinander interferieren, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Zwei Proteine spielen bei der interessanten Farbveränderung eine Rolle: das Crustacyanin und das orangerote Karotin Astaxanthin. Die Tiere sehen in lebendigem Zustand schwarzblau aus, weil sich das Crustacyanin mit dem Astaxanthin verbindet und das ursprünglich rote Astaxanthin durch die Bindung seine Lichtabsorption verändert. Rote Pigmente absorbieren blaues und grünes Licht und reflektieren den roten Teil im Farbspektrum. Mit der Hitze beim Kochen verändert Crustacyanin seine Struktur, Astaxanthin-Pigmente fallen dann weg, weil sie nicht mehr am Crustacyanin andocken können. Dann sieht das Tier frisch rot aus.

Die Forscher haben gezeigt, dass Astaxanthin-Moleküle in den Crustacyanin-Proteinen in Paaren gruppiert sind, die einander in einer X-Form kreuzen. Diese Paarbildung, so zeigen die Berechnungen, interferieren miteinander. Das führt auch dazu, dass ihre Quantenenergiezustände sich verändern. Das ist auch der Grund, warum sich die Wellenlänge des absorbierten Lichts ändert. Dass es so lange gedauert hat, hinter die Lösung des Rätsels zu kommen, wundert Buda, obwohl er einräumt, dass die Technologie erst in den vergangenen Jahren dazu in der Lage gewesen ist. Die Erforschung von Astaxanthin hat aber auch für die Humanmedizin größte Wichtigkeit, denn das Protein ist ein hochwirksames Antioxidant, das in der Medizin als Lieferant für nicht-wasserlösliche Medikamente in Frage kommt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Astaxanthin eine bis zu 550fach höhere Wirkung als Vitamin E hat, sowie eine zehnmal höhere als Beta-Karotin.


 

Forscher arbeiten an Barcode für alle Tiere
Revolution der Taxonomie und besseres Verständnis für Evolution

Wissenschaftler planen einen gigantischen Katalog aller Lebewesen der Erde zu schaffen. Damit wollen die Forscher die genetischen Unterschiede der einzelnen Spezies genau ausarbeiten. Die Initiative http://barcoding.si.edu ist bei der Internationalen Konferenz für das Barcoding der Lebewesen vorgestellt worden. Die Daten werden in einer riesigen Datenbank des Consortium for the Barcode of Life (CBOL) gesammelt.

"Bis jetzt sind rund 1,7 Mio. Spezies bekannt. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass es mindestens zehn bis 30 Mio. Tiere, vom Plankton bis hin zum Blauwal, gibt", so Richard Lane, wissenschaftlicher Direktor des Londoner Naturhistorischen Museums http://www.nhm.ac.uk . Der Forscher glaubt, dass eine kurze DNA-Sequenz schon ausreicht, jedes Lebewesen zu charakterisieren. Die Gentests kosten pro Einheit nur 1,8 Dollar. Den Anfang sollen Fische und Vögel machen.

In weitere Folge sollen Suchmaschinen wie Google bei der Eingabe eines gewissen Lebewesens den Barcode mitliefern. Zusätzlich sollen dann auch gleich Bilder und eine biologische Beschreibung nachfolgen. Für die Zukunft, wenn Wissenschaftler mit Handhelds auf Forschungsreisen gehen, sollen Spezies schnell erkannt werden, berichten die Forscher. Dan Janzen von der University of Pennsylvania vergleicht das System mit jenem eines Polizisten, der anhand eines Autokennzeichens den Fahrzeughalter ausforschen kann. Das soll dann bei der Erforschung von Lebewesen ähnlich sein.

Die Beschreibung aller Arten auf dem Planeten Erde würde, so die Forscher, helfen fundamentale Fragen der Evolution und der Ökologie zu verstehen. Weiters würde dies auch helfen, gezielte Möglichkeiten für den Umweltschutz zu ergreifen. Das Barcoding-System soll das Wissen der Taxonomie, die Systematik der Lebewesen, fundamental erneuern. Die DNA-Sequenz, die für das Barcoding verwendet wird, findet sich im Gen namens Cytochrome C Oxidase I (COI).
 


 

Forscherin löst "Erbgutverpackung" in Zellen
Innsbrucker Molekularbiologin erforscht Chromatin-Modulation

Der Innsbrucker Molekularbiologin Alexandra Lusser ist ein wesentlicher Schritt zum besseren Verständnis des menschlichen Erbgutes gelungen. Die Forscherin hat gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of California in San Diego ein spezielles Protein identifiziert, das für die "Verpackung" des Erbguts in der Zelle von entscheidender Bedeutung ist. Besondere Bedeutung haben die Erkenntnisse für das bessere Verständnis von Krebs und Erbkrankheiten, berichtet die Innsbrucker Universität http://www.i-med.ac.at .

Als lange Kette betrachtet kann die DNA mehrere Meter lang sein. Im Zellkern ist aber nur sehr wenig Platz, deshalb muss die DNA "verpackt" werden. Basische Proteine namens Histone, die um die DNA herumgewickelt wird, können die Länge um das 50.000-Fache verkürzen. Außerdem wird auf diese Weise eine übergeordnete Ebene der Regulation geschaffen, die all jene Prozesse beeinflusst, die Zugang zur DNA benötigen. Die Erforschung zur "Verpackungs"-Struktur namens Chromatin hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark weiterentwickelt. Viele der Faktoren, die für die Modulation der Chromatinstruktur verantwortlich sind, werden mit der Entstehung einer großen Anzahl von Krebserkrankungen wie Leukämien, Brust- und Lungenkrebs aber auch Erbkrankheiten wie dem Williams-Syndrom in Verbindung gebracht. Die Prozesse, die die Packung der DNA und Histone regulieren, spielen eine zentrale Rolle bei der Verdoppelung der Chromosomen, bei Transkription, der Reparatur von DNA-Schäden und bei der Rekombination des genetischen Materials.

Lusser ist es gemeinsam mit Forscherkollegen gelungen, ein molekulares Motorprotein, CHD1, zu identifizieren und zu charakterisieren, das die Packung der DNA und Histone im Reagenzglas beschleunigt, so dass Chromatin entsteht, das dem natürlichen Chromatin der Zelle sehr ähnlich ist. Die Forschungsarbeit, die unter anderem vom US National Institute of Health (NIH) und von der Volkswagenstiftung unterstützt wurde, erscheint in der kommenden Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Structural & Molecular Biology http://www.nature.com .
 


 

US-Forscher entwickelt neues Kalendersystem
Regelmäßige Wiederkehr der Wochentage in innovativem Kalendarium

Um das Neudrucken des Kalenders ein für alle Mal zu stoppen, hat ein US-Forscher ein völlig neues Kalendarium entwickelt. Von Vorteil ist, dass jeder Tag im Jahr auf exakt den gleichen Wochentag im darauf folgenden Jahr fällt. Im neuen Kalender haben nur die Monate März, Juni, September und Dezember 31 Tage, alle anderen Monate nur 30, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Der neue Kalender, der von Dick Henry, Physiker der Johns Hopkins University in Baltimore unter dem Namen "Calendar-and-Time" (C&T) entwickelt wurde, hat 364 Tage im Jahr auf 52 Wochen verteilt. Um den fehlenden Tag im Jahreskalender zu ergänzen soll alle fünf oder sechs Jahre eine Extra-Woche eingeschoben werden, die so genannte "Newton-Woche". Der Physiker, dessen großes Vorbild Isaac Newton ist, kann sich vorstellen, diese Newton-Woche als bezahlten Urlaub freizugeben.

Dass Henrys Kalender nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird, ist dem Forscher selbst klar. Denn unter anderem fällt jeder Geburtstag auf immer denselben Wochentag. Außerdem würden einige Geburtstage quasi ins Wasser fallen, da es etwa keinen 31. Jänner mehr gibt. Für Menschen, die in der Kalender- oder Zeitplanung beschäftigt sind, würde das neue System jedenfalls eine Erleichterung bedeuten wie der Astronom und Historiker Owen Gingerich von der Harvard University ausführt. "Bisherige neue Kalendermodelle sind in erster Linie deshalb gescheitert, weil sie an der Sieben-Tages-Woche gerüttelt haben", so der Wissenschaftler. Gingerich betont, dass es außerdem bereits in der Geschichte ziemlich lange gedauert habe, ehe sich der Gregorianische Kalender wie er heute üblich ist, durchgesetzt hat. "England und die Kolonien haben dieses Kalendarium erst 1752 eingeführt und waren damit 200 Jahre später dran als Rom".

Henrys Kalendarium könnte allerdings bereits am 1. Jänner 2006 angewendet werden, denn dieser Tag fällt sowohl nach dem alten, als auch nach dem neuen Kalender auf einen Sonntag. Dass der Physiker auch bis dahin nicht aufhört zu rechnen und Modelle zu schaffen, zeigt er anhand eines anderen Vorschlags: der Einführung der Greenwich-Mean-Time (GMT) für den gesamten Planeten. Danach würden die Menschen in den östlichen Teilen der USA erst gegen 17 Uhr zu Mittag essen. "Menschen sind sehr schnell anpassungsfähig, wenn es Vorteile gibt", meint der Forscher dazu.
 


 

Forscher entlarven schlampige Zitierpraxis
Literaturliste lang aber kaum gelesen

Eine Statistik entlarvt Forscher als schlampige Berichterstatter. Demnach würden sie bei ihren wissenschaftlichen Publikationen Kollegen, auf deren Arbeit ihre Ergebnisse basieren, in der Literaturliste zwar angeben, die Originalarbeit aber kaum lesen. Diese Entdeckung machten die Forscher Vwani Roychowdhury und Mikhail Simkin von der University of California/Los Angeles http://www.ucla.edu im Zuge einer Untersuchung, wie sich Informationen über verschieden Netzwerke ausbreitet. Der Ratschlag der Forscher: Zuerst lesen, dann zitieren.

In einer Zitat-Datenbank stellte das Forscherduo fest, dass beim Zitieren häufig Druckfehler auftraten und diese meistens identisch waren. Dies legte nahe, dass viele Wissenschaftler eine "Abkürzung" vornehmen, also die Literaturreferenzangabe von einer anderen wissenschaftlichen Arbeit (Paper) kopieren und den Quelltext nicht lesen. Simkin und Roychowdhury gingen darauf hin der Frage nach, wie häufig derartige Abkürzungen sind und untersuchten eine 1973 veröffentlichte Arbeit. Wie sich herausstellte, wurde das Paper 4.300 Mal in anderen wissenschaftlichen Arbeiten zitiert. Unter diesen 4.300 Verweisen waren 196 fehlerhafte Zitate. Prinzipiell wären unsagbar viele von Fehlern möglich gewesen, aber es waren lediglich 45 verschiedene. Der populärste Fehler erschien sogar 78 Mal, berichtet das Fachblatt New Scientist http://www.newscientist.com .

Es scheint demnach so zu sein, dass 45 Wissenschaftler den Artikel tatsächlich gelesen haben. Beim Zitieren machten sie Fehler und 151 andere Wissenschaftler übernahmen diese Fehler. Demnach haben laut den US-Detektiven bis zu 77 Prozent der Forscher die Originalarbeit nicht gelesen.

Man könnte davon ausgehen, dass die Lage bei denjenigen, die richtig zitierten, anders ist. Mit nichten, behaupten Roychowdhury und Simkin. Ein eigens entwickeltes Modell zur Ausbreitung von Fehlern konnte die beobachtete Häufigkeit der einzelnen Fehler nur dann erklären, wenn 78 Prozent aller Zitate inklusive den richtigen, mit "copy and past" von einer Sekundärquelle übernommen wurden. Das Problem ist aber nicht für diese 1973 veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit spezifisch, erklären die Forscher. Ähnlich fielen die Ergebnisse anderer sehr berühmter Arbeiten aus. "Anscheinend vertrauen Forscher anderen Wissenschaftler so sehr, dass die wesentliche Aussage der Arbeit bedenkenlos übernehmen", schreiben die Forscher. Simkin und Roychowdhury versprechen, dass sie alle in ihrem Paper zitierten Arbeiten auch tatsächlich gelesen haben – inklusive Sigmund Freuds "Zur Psychopathologie des Alltagslebens".

Paper im Web unter: http://www.arxiv.org/ftp/cond-mat/papers/0212/0212043.pdf


 

Österreich nur Durchschnitt bei Forschungsaktivitäten
Fehlen von Hochtechnologiesektoren hemmt Aufholprozess

Österreich liegt bei der Forschungsquote im europäischen Mittelfeld. Dies berichtet das Wifo http://www.wifo.ac.at im heute, Mittwoch, veröffentlichten österreichischen Forschungs- und Technologiebericht 2002. Demnach hat Österreich in den neunziger Jahren einen Aufholprozess gestartet. Die Forschungsquote konnte zwar von 1,39 Prozent des BIP 1990 auf 1,95 Prozent 2002 erhöht werden, doch nach wie vor besteht ein deutlicher Rückstand gegenüber den führenden Ländern wie Finnland oder Schweden. Die gesamte Forschungs- und Entwicklungsdynamik weist in diesen Ländern noch immer besondere Wachstumsdynamik auf.

Laut Forschungsbericht würden heimische Unternehmen eine vergleichsweise niedrige Bereitschaft zur Finanzierung und Durchführung von Forschungsaktivitäten zeigen. Die Forschungsintensität gestaltet sich in den einzelnen Industriezweigen sehr unterschiedlich. Der hohe Anteil arbeitsintensiver Branchen an der gesamtösterreichischen Branchenstruktur und eine Spezialisierung auf Produkte mit mittlerem Technologieniveau würden den Aufholprozess hemmen. Vor allem Hochtechnologiesektoren sind in Österreich stark unterpräsentiert. Patentanmeldungen erfolgen hauptsächlich in Sektoren mit geringem technologischen Niveau. Auch im Bereich wissenschaftlicher Publikationstätigkeiten erreicht Österreich nur einen Platz im Mittelfeld.


 

Forschungspreis für Entwicklung von Supraleitern
Züricher ETH-Professor gewinnt Braunschweig Preis 2001
 

Der Braunschweig Preis 2001 geht an das Forscherteam um Bertram Batlogg vom ETH Zürich http://www.ethz.ch . Zum Team gehören Christian Kloc und Jan Hendrik Schön von Bell Labs, dem Forschungs- und Entwicklungsbereich von Lucent Technologies http://www.lucent.de . Die Wissenschaftler erhielten die mit 100.000 Mark dotierte Auszeichnung für die Erforschung und Entwicklung von elektronischen und optoelektronischen Bauelementen aus organischen Materialien.

Das Forscherteam hat durch die Entwicklung einer Reihe neuartiger elektronischer Bauelemente die Silizium-Halbleitertechnologie ergänzt. Wirtschaft und Forschung stehen mit den Ergebnissen neue technische und wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten offen. Dazu gehören Gebrauchsgegenstände des Alltags sowie die Herstellung neuartiger Supraleiter - Materialien ohne elektrischen Widerstand.
 

Der Arbeitsgruppe war es gelungen, fußballförmige Kohlenstoffmoleküle aus 60 Atomen - die Buckyballs - bereits bei Temperaturen von minus 156 Grad Celsius supraleitend zu machen. Durch das Einfügen von Chloroform und Bromoform erhöht sich die elektronische Zustandsdichte, eine Eigenschaft, die wesentlich die kritische Temperatur beeinflusst. Zusätzlich wurde das Material mit Hilfe eines elektrischen Feldes mit Ladungsträgern angereichert. Mit Buckyball-Molekülen als Supraleiter wird schon einige Zeit experimentiert. Trotz intensiver Bemühungen wurde bisher eine Supraleitfähigkeit nicht über minus 233 Grad Celsius erreicht.
 

Der Braunschweig Preis wird in zweijährigem Turnus international ausgeschrieben. Mit diesem Preis unterstützt die Stadt Braunschweig anwendungsnahe Forschungsprojekte, die wirtschaftlichen Nutzen bringen und zu einem effizienten Einsatz natürlicher Ressourcen beitragen.
 


 

32 Jungforscher bei EU-Wettbewerb ausgezeichnet
Drei erste Preise gehen an Österreich, Deutschland und Großbritannien
 

Im Rahmen des 13. EU-Wettbewerbes http://www.eucontest.org für junge Wissenschaftler sind heute, Freitag, 32 Forscher ausgezeichnet worden. Die drei ersten Preise, dotiert mit je 5.000 Euro, gingen an Studenten in Österreich, Deutschland und Großbritannien. Ihre Themen behandelten Hauterkrankungen, Wolkenbeobachtung und Medikamentenresistenz in Hefe. Insgesamt wurden 65 Projekte von 95 Studenten aus 35 EU-Ländern eingereicht. Die Bewertung erfolgte durch eine internationale Jury.
 

Zu den Gewinnern der ersten Preise zählen die beiden 19-jährigen Schüler Thomas Aumeyr und Thomas Morocutti für die Entwicklung eines Kontrollgerätes bei der Behandlung von Hauterkrankungen, der 18 Jahre alte Sebastian Abel für die Katalogisierung von Wolken durch Satellitenbilder der Erdatmosphäre und James Lee Mitchell. Er erforschte drei Aspekte für das Problem der Medikamentenresistenz in Candida tropicalis.
 

Die drei zweiten Preise waren mit 3.000 Euro, die drei dritten Preise mit 1.500 Euro dotiert. Die Jury wählte zudem einzelne Gewinner aus, um die EU bei internationalen Veranstaltungen zu vertreten und Forscherteams im Zuge einer Weiterbildung zu besuchen. "Die diesjährigen Projekte haben wieder einmal mehr gezeigt, dass Europa ein großes Reservoir für Jungforscher darstellt. Das heutige Problem ist eher, junge Menschen zu ermutigen, eine Karriere in den Bereichen Wissenschaft und Technologie einzuschlagen", betonte der Generaldirektor der EU-Kommission, Achilleas Mitsos bei der Verleihung in der King Haakon´s Hall.
 

Der EU-Wettbewerb ist Teil des EU-Programmes "Improving Human Potential". Ziel dieses Programmes ist es, das sinkende Interesse der Jugend für wissenschaftliche Laufbahnen wieder anzuheben. Teilnahmeberechtigt sind nur Projekte, die bereits mit einem Preis in einem nationalen Jungforscher-Wettbewerb ausgezeichnet worden sind. Rund 30.000 wissenschaftlich tätige Schüler zwischen 15 und 20 Jahren nehmen jährlich an den nationalen Wettbewerben teil.
 

Weitere Infos unter: http://europa.eu.int/comm/research/press_en.html
 


 

Nanotechnologische Halstücher weisen Wasser und Fett ab
In Zukunft sollen vife Kleidungsstücke auch Schwankungen der Körpertemperatur erkennen
 

 Wissenschaftler der Chinese Academy of Sciences (CAS) ist es mit Hilfe der Nanotechnologie gelungen, wasserfeste und fettabweisende Textilien aus Baumwolle, Seide und Wolle zu entwickeln.. Die als "Nano-Halstücher" bezeichneten Kleidungsstücke sind ein weiteres Anwendungsgebiet der Nanotechnologie, der bereits im Jahr 2001 ein Marktvolumen von mindestens 55 Mrd. Euro weltweit prognostiziert wird. Gegenüber 1996 bedeutet das eine Steigerung um mehr als das Doppelte in sechs Jahren, so ein Bericht des Forschung & Entwicklungsinformationsdienstes der Europäischen Union CORDIS http://www.cordis.lu/en/home.html .
 

Ziel der ursprünglichen Forschung war es, herkömmliche Imprägnierungstechniken an Halstüchern anzuwenden. "Letztendlich fühlte sich die Seide allerdings rauh an", so ein Halstuchproduzent. Mit Unterstützung der Nanotechnologie kehrten die weichen Eigenschaften des Materials wieder zurück. "Wir verwendeten eine spezielle Technik, um ein kleines Gerüst ähnlich eines Fussels auf der Oberfläche des Kleidungsstückes zu entwickeln. Seine Größe beträgt weniger als 100 Nanometer", erklärte Yanlin Song vom CAS im Gespräch mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua http://www.xinhuanet.com . Das Fussel absorbiert dabei Moleküle aus der Luft, um anschließend einen Schutzbelag gegen Wasser und Öl zu bilden.
 

Forscher gehen davon aus, dass sich mit dieser Technik behandelte Kleidungsstücke eine Zeit lang selbst reinigen und nicht regelmäßig gewaschen werden müssen. Wisssenschaftler des CAS haben u.a. auch nanotechnologische Methoden entwickelt, die Kleidungsstücke aus Wolle vor dem Schrumpfen schützen und Seidenteile vor dem Ausbleichen bewahren. "Eines Tages wird die Nanotechnologie so weit fortschreiten, dass Kleidungsstücke die Umwelt wahrnehmen können und Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Strahlung und sogar Schwankungen der Körpertemperatur registrieren", resümiert Song. Bisher hat die Technologie des 21. Jahrhunderts bei fast allen Branchen Einzug gehalten. Dadurch ergeben sich Anwendungspotenziale für Informationstechnik, Medizintechnik und Pharmazie, Umweltschutz, Optik und Hochpräzisionsoptik, Halbleitertechnik, Bauindustrie, Maschinenbau, Fahrzeugbau und Chemie.
 


 

Fußballmoleküle werden bei minus 156 Grad supraleitend
US-Forscher bauen bromierte Kohlenwasserstoffe in Kohlenstoff-Molekül ein
 

US-Forscher haben einen neuen Rekord für die Sprungtemperatur in den supraleitenden Zustand - so genannter Buckyballs - aufgestellt. Die Physiker der Bell Laboratories http://www.lucent.com/minds/innovating/index.html in Murray Hill erreichten in Zusammenarbeit mit deutschen Wissenschaftlern der Universität Konstanz http://www.uni-konstanz.de für die fußballförmigen Kohlenstoff-Moleküle einen Wert von minus 156 Grad Celsius. Der bisherige Rekord für supraleitende Fullerene, wie diese Strukturen auch genannt werden, lag bei ca. minus 221 Grad.
 

Die Forscher lagerten dazu bromierte Kohlenwasserstoffen in das Kristallgitter der Fullerene ein. Sie erklären den großen Anstieg der Sprungtemperatur mit einer Zunahme von elektronischen Zuständen, die die Elektronen in dem veränderten Fulleren einnehmen können. Eine große Rolle spielt dabei das verstärkte Zusammenspiel der Elektronen mit den möglichen Schwingungen im Kristall, die durch ein virtuelles Teilchen, das Phonon, physikalisch beschrieben werden.
 

Die gleichen Physiker konnten bereits vor wenigen Monaten nachweisen, dass Fullerene zwischen isolierenden und supraleitenden Eigenschaften wechseln können. Der neue Rekord der Sprungtemperatur liegt zudem oberhalb des Siedepunktes vom flüssigem Stickstoff, weswegen eine Kühlung der Fullerene durch dieses günstige Kühlmittel und nicht mehr mit teurem flüssigen Helium oder durch andere aufwendige Kühltechniken erfolgen muss. Da solche Fullerene auch die Grundlage für die milliardstel Meter kleinen Röhrchen aus Kohlenstoff bilden, könnte dieses Ergebnis weitreichende Auswirkungen für die Zukunft kleinerer elektronischer Bauteile haben.
 


Forschung zum Anfassen in der "Nacht der Wissenschaften"
Humboldt-Universität lässt hinter die Kulissen ihrer Institute blicken
 

Einen tiefen Einblick in die Vielfalt der Lebenswissenschaften gewährt die Humboldt-Universität Berlin http://www.hu-berlin.de am 15. September bei der ersten "Langen Nacht der Wissenschaften". An 13 Standorten in der Stadt stellen Wissenschaftler aktuelle Forschungsprojekte aus Medizin, Biologie und Chemie, aus Physik, Genetik, Mathematik und Informatik, Sprach-, Theater- und Altertumswissenschaften vor. Von 18 bis zwei Uhr zeigen sie spannende Experimente, Sonderausstellungen und Filme und lassen bei zahlreichen Führungen hinter die Kulissen der verschiedenen Institute blicken. Viele Häuser öffnen zum ersten Mal ihre Tore für die Öffentlichkeit.
 

Zum "Snoezelen" lädt etwa das Institut für Rehabilitationswissenschaften ein. Das Entspannungskonzept aus "snuffelen" (schnüffeln, schnuppern) und "doezelen" (dösen, schlummern) will mit äußeren Reizen Wohlbefinden auslösen. In speziell eingerichteten Räumen sollen die Besucher durch die einzigartige Kombination von Klängen, Lichteffekten und Düften eine "Symphonie der Sinne" erleben. Der Operationssaal der Zukunft ist in der Medizinischen Fakultät der Charite aufgebaut. Chirurgen des Cyberspace demonstrieren unter anderem virtuelle Realität und Roboter im OP, Lichtmammographie, 3D-Ultraschall und neue Diagnosemethoden bei Tumorerkrankungen.
 

Ein molekularbiologisch-gentechnisches Labor wird im Institut für Biologie für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Besucher können nicht nur transgene Pflanzen, Bakterien, die Fruchtfliege Drosophila oder Methoden der Gen- und Protein-Analyse beobachten. Sie dürfen auch selbst den Kittel überstreifen, zum Reagenzglas greifen und DNA aus Bakterien oder Lebensmitteln isolieren.
 

Die Mathematiker stellen ihr Programm unter das Motto "Lust statt Frust" und versuchen zu beweisen, dass Zahlenakrobatik keineswegs die Hirnwindungen verknotet, sondern Spaß macht. Nachdem sie erst kürzlich den ersten Preis in der Liga der "Sony Legged Robots" gewannen, lassen die "Humboldt Heroes" die Atmosphäre bei den German Open des Roboterfußballs aufleben. Im Viertelstundentakt können Experten aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen ins Kreuzverhör genommen werden. Das gesamte Programm ist unter http://www.hu-berlin.de/presse/wissnacht/programm.html#mus im Internet abrufbar.
 


 

Forscher entdecken photosynthetischen Lichtsammel-Komplex
Proteinkomplexe sind flexibler als bislang angenommen
 

 Photosynthetische Proteinkomplexe sind flexibler als bislang angenommen. Das haben Botaniker der Universitäten Bochum http://www.uni-bochum.de , Bielefeld http://www.uni-bielefeld.de und Groningen (Niederlande) http://www.ppsw.rug.nl/ festgestellt. Ihnen ist es erstmals gelungen, die molekulare Funktion des Proteinkomplexes IsiA nachzuweisen, den Blaugrüne Algen (Cyanobakterien) bei Eisenmangel ausbilden. Mit seiner Hilfe passen sich die Organismen den veränderten Lebensbedingungen an, indem sie ihre Antennen vergrößern. So können sie mehr Sonnenlicht zur Photosynthese einfangen.
 

Um Energie aus Sonnenlicht zu gewinnen, absorbiert die Alge das Licht mit speziellen Antennenpigmenten. Von den Pigmenten wird das Licht zu den Reaktionszentren von zwei Proteinkomplexen geleitet, den Photosystemen I und II (PS I und PS II). Cyanobakterien haben neben den Chlorophyllmolekülen, die an diese Photosysteme gebunden sind, zusätzlich so genannte Phycobilisomen. Sie sind als äußere Antennenkomplexe für die Bereitstellung von Lichtenergie verantwortlich.
 

In den natürlichen Lebensräumen der Algen, dem Süß- und Meerwasser, ist das Wachstum der Cyanobakterien aber häufig durch eine geringe Eisenkonzentration begrenzt. Eisenmangel bewirkt, dass die Phycobilisomen abgebaut werden. Die Algen gleichen den Verlust jedoch aus, indem sie neue Proteine bilden - in besonders hohem Maß IsiA. Dessen molekularer Funktion kamen die Wissenschaftler auf die Spur, als sie die Zusammensetzung des weitverzweigten inneren Membransystems der Zelle, der Thykaloidmembran, in der sich die Photosystem-Komplexe befinden, unter normalen Wachstumsbedingungen und unter Eisenmangel verglichen. Stand den Algen nur sehr wenig Eisen zur Verfügung, fanden die Forscher in der Zelle auch weniger PS I, das normalerweise dominiert. Dafür tauchte ein neuer Membran-Proteinkomplex auf. Biochemische Untersuchungen zeigten, dass dieser zum einen sämtliche PS I-Untereinheiten enthielt, zum anderen zusätzliche Bestandteile aufwies.
 

Das unbekannte Protein konnten die Botaniker als IsiA Protein identifizieren. Dessen molekulare Masse war dabei mit 1.700 kDa (Kilodalton) weit größer als die des PS I (900 kDa). Den Grund entdeckten die Forscher unter dem Elektronenmikroskop: Der Komplex bestand aus trimerem PS I, das von einem Ring aus 18 IsiA-Molekülen umgeben war. Diese Moleküle hatten zusätzliche Chlorophylle gebunden. Dadurch vergrößerte sich die PS I-Antenne um 60 Prozent - die Alge konnte somit mehr Licht einfangen und den Eisenmangel kompensieren.
 

Diese Erkenntnisse könnten genauere Daten über den CO2-Verbrauch in den Ozeanen liefern und damit helfen, bessere Klimamodelle zu berechnen. Auf lange Sicht könnten sie auch in die Planung schonender, biologischer Energiegewinnungsanlagen eingehen, spekulieren die Wissenschaftler. Ihre Studie veröffentlichten sie am Donnerstag im Fachmagazin "Nature" http://www.nature.com .
 


 

Antibakterielle Wirkung von Holz nachgewiesen
Bakterienbelastung teilweise nur halb so hoch wie auf Kunststoff

Holz besitzt eine bei weitem stärkere antibakterielle Wirkung als Kunststoff. Das stellten Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) http://www.bba.de in Braunschweig und des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik http://www.dil-ev.de/ in Quakenbrück fest. Sie hatten die Wechselwirkungen zwischen einheimischen Holzarten und Bakterien untersucht. Die Forscher entdeckten, dass die Anzahl lebensfähiger Bakterien auf den getesteten Hölzern schnell sehr stark abnimmt. Bei Kiefernholz ist der Effekt am größten. Die Zahl der Bakterien reduziert sich dabei nicht nur an der Holzoberfläche, sondern auch im Holzinneren. Selbst bei wiederholtem Bakterien-Eintrag bleibt die antibakterielle Wirkung erhalten.

In einem Feldversuch überwachten die Wissenschaftler 14 Betriebe aus der Fleisch- und Milchwirtschaft sowie dem Gemüse- und Backwarenbereich. Dabei wurden handelsübliche Holzpaletten, spezielle Holz-Hygienepaletten und Paletten aus Kunststoff verglichen. Die Holz-Hygienepaletten waren aus Kiefernholz gefertigt und durch ein spezielles Trocknungsverfahren in ihren hygienischen Eigenschaften optimiert. Messungen ergaben, dass die durchschnittliche Keimzahl auf handelsüblichen Holzpaletten unterschiedlicher Holzarten um insgesamt 15 Prozent niedriger war als auf Kunststoffpaletten. Der Einsatz der Paletten aus Kiefernholz brachte nochmals eine deutliche Verbesserung: Hier lag die Bakterienbelastung im Durchschnitt nur halb so hoch wie bei der Kunststoffpalette.

Bisher wurden Holz tendenziell schlechte hygienische Eigenschaften attestiert. Nach landläufiger Meinung war eher Kunststoff als hygienisch eingestuft worden - auf Grund seiner geschlossenen Oberfläche und der Tatsache, dass er gereinigt werden kann. Dabei wurde nicht beachtet, dass Holz in früheren Zeiten bei der Zubereitung, Verpackung und dem Transport von Lebensmitteln unverzichtbar war. http://www.paletten.de

 

 


Weltraumradar ortet unterirdische Wasserspeicher
Forscher identifizieren erhöhte Bodenflächen nach Regenfällen

 Satellitenaufnahmen sollen Aufschluss über mögliche Unterwasserreservoirs auf der Erde geben. Das berichten Zhong Lu und Wesley R. Danskin vom U.S. Geological Survey http://www.usgs.gov im Fachmagazin "Geophysical Research Letters" http://www.agu.org/grl/ . Die Geowissenschaftler hatten mit Hilfe von Satellitenaufnahmen ein unterirdisches Wasserreservoir entdeckt. Dieses war nach starken Regenfällen entstanden und hatte das über ihm liegende Erdreich angehoben.

Für ihre Analyse hatten die Forscher in den Jahren 1992 bis 1995 angefertigte Aufnahmen von Kalifornien verwendet. Ein Vergleich der Landschaftsprofile vor uns nach der Regenperiode ergab, dass sich die Erdoberfläche an einer Stelle um mehrere Zentimeter gehoben hatte. Wahrscheinlich befinde sich dort ein natürlicher Wasserspeicher, der durch das Regenwasser aufgefüllt worden sei.

Die zu Grunde liegenden Aufnahmen stammten von zwei europäischen Satelliten, auf denen ein Radar zur Fernerkundung namens InSAR (interferometric synthetic aperture radar) stationiert war. Mit diesem Radar wird die Erdoberfläche bestrahlt. Die zurückreflektierende Strahlung wird aufgefangen und gibt Auskünfte über Höhe und Material der Landschaft.

 

 


Roboter kann sich räumlich orientieren
Mit 3D-Laser sind Hindernisse in Echtzeit erfassbar

 Selbstständige mobile Roboter konnten sich in ihrer Umgebung bisher nur mit Hilfe von 2D-Laserscannern – also anhand von Flächen - orientieren. Nun hat eine Forschergruppe am Institut für Autonome intelligente Systeme (AiS) http://ais.gmd.de/de/ais.html in Sankt Augustin für diese Anwendung einen 3D-Laserscanner entwickelt. Der präzise und schnelle Sensor soll es den Robotern ermöglichen, komplette Räume und Gebäude dreidimensional zu erfassen. http://capehorn.gmd.de:8080/scanner/index.html

Der 3D-Laserscanner wurde mittels eines handelsüblichen 2D-Scanners und einer neuartigen Drehvorrichtung realisiert. Ein Servomotor dreht den Scanner um seine horizontale Drehachse. Auf diese Weise kann ein Bereich von 180 Grad in der Horizontalen und 90 Grad in der Vertikalen innerhalb weniger Sekunden erfasst und vermessen werden. Zeit spart der Roboter vor allem, weil er seine Umwelt nicht mit passiven Landmarken modifizieren muss. Grundlage für die Software ist das Echtzeitbetriebssystem RT-Linux.

Dank des 3D-Laserscanners kann ein Roboter Objekte im Nahbereich ab der Größe eines Hühnereis erkennen und ohne zeitliche Verzögerung darauf reagieren. Bei den bisherigen Navigationsmöglichkeiten konnten die Roboter ihre Umgebung nur horizontal abtasten. Dabei war es oft nicht möglich, Hindernisse wie Tische und Objekte mit überstehenden Kanten in Echtzeit zu erfassen.



Roboter läuft mit Nanometer-Schritten
Nanomaschine soll Moleküle umbauen und Erbgut untersuchen - Deutscher Nanomotor
 

 Wissenschaftlern vom Massachusetts Institute of Technology http://biorobotics.mit.edu/ haben einem Streichholz großen Roboter das Laufen mit Nanoschritten beigebracht. Auf drei Beinen bewegt sich die kleine Maschine fort und soll in naher Zukunft Atome betrachten, Moleküle umbauen und den detaillierten Aufbau des genetischen Codes untersuchen. Dies berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" http://www.newscientist.com.
 

Da die winzigen Computerchips der Zukunft wahrscheinlich nicht mehr mit der heute verbreiteten Technik der Fotolithografie herstellbar sein werden, könnte diese Nanotechnik auch hier eingesetzt werden. Der "Nanowalker" bewegt sich mit bis zu 4000 Nano-Schritten pro Sekunde fort. Da keine noch so feine Mechanik mit dieser Präzision arbeiten kann, nutzen die Forscher ein Ensemble aus piezoelektrischen Kristallen. Diese Keramik-Elemente verlängern sich kontrolliert um einige Nanometer, wenn eine Spannung angelegt wird. Das Material schrumpft dagegen wieder auf die Ursprungsgröße, wenn die Spannung abgeschaltet wird. Durch die Kombination von vier Piezoteilen pro Bein gelang es den Forschern, diesen Roboter in langsamen Schritten laufen zu lassen.
 

"Mit diesen Nanomaschinen lassen sich Atome kontrollieren, Moleküle verändern oder neue Materialien entwickeln", meint MIT-Forscher Sylvain Martel optimistisch. Als erstes plant Martel plant nun, mit diesem Nanoroboter exakte Bilder von einzelnen Atomen aufzunehmen. Dazu stattete er die kleine Maschine mit der atomfeinen Sensorspitze eines Rastertunnelmikroskops aus. In Zukunft hofft er auch andere Werkzeuge entwickeln zu können, mit denen der Nanoroboter Strukturen in Siliziumkristalle ritzen oder einzelne Moleküle gezielt an beliebigen Punkten deponieren kann.
 

Einen einfacheren aber bereits ausgereiften Nanomotor hat die Aachener Firma Klocke Nanotechnik http://www.nanomotor.de entwickelt. Dieser verbirgt sich in einem Zylinder, der etwa halb so groß wie ein Streichholz ist. Über eine angelegte Spannung wird ein Piezokristall in diesem Motor so genau in seiner Ausdehnung gesteuert, dass eine feine Nadel in atomkleinen Schritten linear bewegt werden kann. Mit dieser Präzision könne dieser Motor sowohl kleinste Bauteile als auch größere Gewichte von bis zu zwei Kilogramm bewegen. Verschiedene Werkzeuge lassen sich auf diesen Motor aufsetzen, so dass sich mit einem Mikroskalpell einzelne Zellen sezieren oder mit einer Nanospritze winzige Tropfen dosieren lassen


 

Thüringer erforschen neues Material für Solarzellen
Kupfer-Indium-Schwefel-Verbindungen als Halbleiter für Photovoltaik-Anlagen
 

Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität in Jena http://www.uni-jena.de haben bei der Suche nach einem neuen und billigeren Material für Solarzellen eine interessante Entdeckung gemacht: Anstelle der bisher üblichen Silizium-Solarzellen haben die Forscher erfolgreiche Versuche mit Halbleitern aus Kupfer-Indium-Schwefel-Verbindungen (CIS) durchgeführt. Wie der Projektleiter Wolfgang Witthuhn erklärte, besitze das neue Material eine sehr gleichmäßige Struktur und verspreche bei der Energiegewinnung in Photovoltaik-Anlagen einen sehr hohen Wirkungsgrad.
 

"Mit der Halbleiterverbindung kann das besonders strahlungsintensive Sonnenlicht im grünen Spektralbereich effektiv ausgenutzt werden. Obwohl die Halbleiterschichten 100 Mal dünner als herkömmliche Siliziumzellen sind, ist die Ausbeute an Elektroenergie genauso groß", so Witthuhn. Außerdem sei das neue Material in der industriellen Herstellung deutlich einfacher und damit preiswerter sowie umweltfreundlicher.
 

Bis die CIS-Halbleiter jedoch im großen Maßstab in der Praxis eingesetzt werden können, sei noch Einiges an Forschungsarbeit erforderlich. "Um die Solarzelle optimal konfigurieren zu können, brauchen wir zum Beispiel einen Solargenerator, der unter Laborbedingungen präzise die natürliche Sonneneinstrahlung simuliert", meint der Physiker. Schwierig gestalte sich die Beschaffung von Fördermitteln aus öffentlicher Hand. Aber auch die Unterstützung der Industrie lasse zu wünschen übrig.
 

"Unter den etablierten Herstellern will niemand ohne eine garantierte Erfolgsaussicht von der erprobten Silizium-Technologie ablassen. Dabei könnte sich Deutschland mit den Thüringer Forschungsergebnissen international Wettbewerbsvorteile verschaffen", so Witthuhn. Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass auch die Japaner ihre Photovoltaik-Produktion aufrüsten. Die Solarenergie erlebte Steigerungsraten von zuletzt 30 Prozent pro Jahr.
 

Das Interesse an der Solarenergie ist auch in Deutschland stark gestiegen. Bei der größten Messe für Solartechnik, der Intersolar http://www.intersolar.de , die vom 6. bis 8. Juli in Freiburg stattfinden wird, sind bereits Monate vor der Eröffnung die Ausstellungsflächen überbucht. Mehr als 240 Aussteller aus ganz Europa haben sich angekündigt. Die Veranstalter rechnen mit 13.000 Besuchern. (ddp)
 


Supraleiter bei Raumtemperatur möglich?
Berichte kroatischer Wissenschaftler stoßen weltweit auf Skepsis
 

Es wäre eine wissenschaftliche Revolution: Strom ohne jeden Widerstand und Leistungsverlust bei Raumtemperatur leiten. Den dazu notwendigen Supraleiter http://pubwww.srce.hr/ccacaa/djur98.html wollen nun kroatische Forscher von der Firma A. Volta Applied Ceramics (AVAC), entdeckt haben, berichtet das Magazin "New Scientist" http://www.newscientist.com. Doch diese Ergebnisse, die enorme wirtschaftliche Auswirkungen nach sich ziehen könnten, stotßen in der Forschergemeinde weltweit auf Skepsis.
 

Eine Mischung aus Blei, Bleicarbonat und Silberoxiden soll bereits ab plus 30 Grad Celsius den Sprung in den supraleitenden Zustand machen. Erst vor wenigen Wochen hat der bislang "heißeste" metallische Supraleiter, Magnesiumdiborid, mit einer Sprungtemperatur von etwa minus 240 Grad Celsius Aufsehen erregt. Obwohl andere Experten die Beschreibungen der kroatischen Wissenschafter als durchaus plausibel erachten, überwiegt das Misstrauen. "Wir haben Versuche mit dieser neuen Formel unternommen, konnten die Ergebnisse jedoch noch nicht reproduzieren", meint der US Forscher Paul Chu von der University of Houston gegenüber dem "New Scientist" http://www.newscientist.com. "Aber wir werden es noch ein wenig weiter versuchen, da es zu wichtig ist, um es zu ignorieren."
 

Bereits in den 1980er Jahren will der kroatische Forschers Danijel Djurek will diese sensationellen Mischung gefunden haben, konnte aber die exakte Zusammensetzung nicht bestimmen. Erst nah den Wirren des letzten Balkan-Krieges nahm er seine Forschungen wieder auf, so dass er nun die Ergebnisse vollständig präsentieren konnte. Nun warten viele Wissenschaftler weltweit, dass sie Proben des neuen Supraleiters von Djurek zugesandt bekommen. Dann könnten sie vollkommen unabhängig die kroatischen Ergebnisse bestätigen oder als Wissenschafts-Ente entlarven. Laut Aussage von Djurek will er in den nächsten Wochen soweit sein, diese Proben zu verschicken.
 


 

 Schockantrieb für das Raumschiff der Zukunft
US-Forscher beobachten Bewegung beim Schalten eines Supraleiter-Magneten

Beim Anschalten eines Magneten mit supraleitenden Spulen beobachteten US-Forscher des Instituts für Kernphysik in Germantown http://www.er.doe.gov/production/henp/henp.html , Maryland, eine winzige Bewegung des Magneten. Jedesmal bewegte sich dieser um ein bis zwei Zentimeter voran, bevor sich das Magnetfeld endgültig aufgebaut hat. So klein dieser Effekt ist, so denken die Forscher, dass sich durch eine schnelle Wiederholung dieses Effektes ein effektiver Antrieb für die Raumschiffe der Zukunft entwickeln ließ, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Als supraleitende Spulen dienen feine Drähte aus einer Niob-Titan-Legierung. Werden sie mit flüssigem Helium auf etwa minus 269 Grad Celsius gekühlt, leitet dieses Metall Strom ohne jeden Widerstand. Es wird supraleitend. Die Ursache für den winzigen Vortrieb beim Anschalten des Magneten erklärt Physiker David Goodwin mit einer "kleinen Asymmetrie im magnetischen Feld". Wenn dieser Magnet nun mit einem sehr schnellen Schalter bis zu 400.000 Mal pro Sekunde an- und ausgeschaltet wird, könnte diese schnelle Abfolge von "Schocks" für einen Antrieb im Weltraum genutzt werden, meint Goodwin.

"Es ist sehr spekulativ. Wir wissen nicht, ob es klappen wird", schränkt Goodwin allerdings diese praktische Anwendung ein. Auch NASA-Antriebsexperte Marc Millis vom Glenn Research Center http://cto.grc.nasa.gov in Lewis Field, Cleveland, bleibt skeptisch: "Es ist gut möglich, dass jede Kraft nur auf den Magneten selbst wirkt und keinen Netto-Vortrieb erzeugt." Zur Klärung dieses spannenden Effektes bei supraleitenden Magneten müssten noch viele Fragen beantwortet werden, so Millis.


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:56
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