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Geheimnis von fleischfressender Pflanze gelüftet
Kannenpflanze: Aquaplaning lässt Insekten tief fallen

 

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Forscher vom Biozentrum der Uni Würzburg http://www.biozentrum.uni-wuerzburg.de haben entdeckt, welche Fangvorrichtungen für den Jagderfolg der fleischfressenden Kannenpflanze am wichtigsten sind: Die Pflanze nutzt eine Mikrostruktur an der Oberfläche, die bei den Insekten zu Aquaplaning führt. Die Tiere fallen dann in die Pflanze und werden dort von Enzymen zersetzt, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS http://www.pnas.org .

Bisher hatten die Forscher verschiedene Erklärzungen dafür, warum und wie die Kannenpflanze Nepenthes bicalcarata ihre zusätzliche Nahrung erbeutet. Die Fallen des Tropengewächses bestehen aus Blättern, die zu länglichen Kannen umgeformt sind und an deren Rand süßer Nektar produziert wird, der die Insekten anlockt. Unklar war auch, warum die Insekten in die Kanne hineinfallen. Die Biologen Holger Bohn und Walter Federle glauben daran, dass sie den wichtigsten, bisher völlig übersehenen Fangmechanismus entdeckt haben: der Kannenrand weist eine regelmäßige Mikrostruktur aus radial verlaufenden Rillen auf, die selbst wiederum treppenartig aufgebaut sind. Die Stufen fallen zum Inneren der Kanne hin ab. Im Gegensatz zu fast allen anderen Pflanzenoberflächen ist diese Oberfläche komplett benetzbar, entweder mit Regenwasser oder mit dem Nektar, der am Rand der Kanne produziert wird. Sie ist darum oft mit einem dünnen Flüssigkeitsfilm überzogen. Für Insekten kommt dies einer Rutschbahn gleich.

Das ausgeklügelte System haben die Forscher mit Weberameisen beobachtet. Diese haben mit Flüssigkeit gefüllte Haftkissen auf ihren Beinen. So können die Tiere selbst auf perfekt glatten Oberflächen immer noch gut Halt finden. Die Bodenhaftung ist sogar so groß, dass sie mehr als das Hundertfache ihres eigenen Körpergewichts als Zusatzlast tragen können. Hinzu kommen an jedem Fuß zwei Krallen, die der Anheftung an rauen Oberflächen dienen. Die Kannenpflanze schafft es jedoch, beide Haftmechanismen gleichzeitig wirkungslos zu machen. Indem sie den Rand ihrer Falle mit Wasser benetzt hält, nimmt sie den Haftkissen jegliche Wirkung. Und die speziell strukturierte Oberfläche sorgt dafür, dass die Krallen der Ameisen nur in einer Richtung Halt finden. Die Tiere können zwar in die Kanne hineinlaufen, aber nicht mehr aus ihr entkommen. Bei trockenem Wetter funktioniert dieser Mechanismus jedoch nicht. Ist der Rand der Pflanze allerdings benetzt, wird die Kannenpflanze zu einer tödlichen Falle.

Ähnliche Beobachtungen machten die Forscher bei anderen fleischfressenden Kannenpflanzen. Die Insekten sind für diese Pflanzenarten, die an nährstoffarmen Stellen wachsen, eine Art Zusatzfutter.
 
 


 

Ältestes Lebewesen der Welt entdeckt
Creosote-Strauch in Palm Springs Wüste bis 11.700 Jahre alt
 

Amerikanische Wissenschaftler haben in der Palm Springs Wüste das älteste Lebewesen der Erde entdeckt: der Creosote-Strauch (Larrea tridentata) wird auf mindestens 11.000 Jahre geschätzt. Das verdörrte Buschwerk verfügt über erstaunliche Fähigkeiten und kann bis zu zwei Jahre ohne Wasser auskommen. In der Wüste von Palm Springs herrschen häufig Temperaturen bis zu 45 Grad Celsius und heftige Stürme bis zu 160 Stundenkilometer fegen über die karge Landschaft.
 

Die Entdeckung der Pflanze wurde von Jim Cornett, dem Kurator des Palm Springs Desert Museum http://www.psmuseum.org , gemacht, der mit einem kleinen Flugzeug über das Gelände flog. Cornett entdeckte den fast 20 Meter langen Busch. Bei der Betrachtung aus der Nähe konnte er feststellen, dass es sich um eine einzelne Pflanze handelte. "Je länger, desto älter. So einfach lautet die Formel bei dieser Art von Lebewesen", erklärte Cornett gegenüber BBC. "Die meisten der Creosote-Arten sind knorrige knapp zwei Meter hohe Büsche, die so aussehen, als habe sie jemand schräg eingepflanzt", so Cornett. Die Pflanzen wären in der Palm Springs Wüste auch keineswegs selten anzutreffen.
 

Erste Untersuchungen nach der Radiokarbonmethode ergaben für die Pflanze ein Alter von 11.700 Jahren. "Das Interessante an der Pflanze ist die Tatsache, dass einzelne Teile zwar nicht älter als 100 bis 200 Jahre sind, das gesamte Pflanzensystem mit seinen genetisch identen Klonen aber dieses unglaubliche Alter erreichen kann", so Cornett. Der Forscher erhofft sich von der genaueren Untersuchung des Strauches Hinweise auf Umweltkatastrophen wie Überschwemmungen, Erdbeben und globale Erwärmung. Der Fundort des Strauches liegt übrigens knapp zehn Minuten außerhalb des Zentrums von Palm Springs. Knapp neben der wissenschaftlichen Sensation türmen sich ausgediente Fernsehapparate und sonstiger Sperrmüll.
 

Weitere Informationen: http://waynesword.palomar.edu/ww0601.htm#oldest und http://www.bbc.co.uk/nature/plants/worldplants/picpops/desert_creosote.shtml
 


 

Antarktische Flora besitzt hohe UV-Resistenz
Pflanzen passen sich Auswirkungen des Ozonlochs an
 

Die antarktische Pflanzenwelt schützt sich gegen die Auswirkungen des Ozonlochs vermutlich mit einem eingebauten Regeneriersystem. Dies ermöglicht den Pflanzen, Schäden durch aggressive UV-Strahlung beinahe über Nacht wieder auszugleichen, so ein Bericht des Fachmagazins New Scientist http://www.newscientist.com . Laut Forschern des Smithsonian Environmental Research Center (SERC) http://www.serc.si.edu produzieren zahlreiche Arten wie Moose und Leberblümchen zum Schutz vor der Sonne Pigmente und Carotinoide, die die UV-Strahlung abhalten. Zellschädigende freie Sauerstoff-Radikale werden absorbiert.
 

"Die antarktische Flora verfügt wahrscheinlich über diesen Überlebensmechanismus, da sie im Sommer in der südlichen Hemisphäre bereits vor der Entstehung des Ozonlochs einer hohen UV-Strahlung ausgesetzt war", erklärte Patrick Neale vom SERC. Phytoplankton und andere Kleinstlebewesen im Meer hätten weitaus stärker mit aggressivem Sonnenlicht zu kämpfen als Pflanzen am Land.


 


 

Neue Theorie zum Ursprung der Zitrusfrüchte
Aus nur drei Arten soll die heutige Vielfalt hervorgegangen sein
 

 Pflanzenforscher der University of Florida in Gainesville http://www.ufl.edu/ haben den Ursprung aller rund 500 verschiedenen Sorten von Zitrusfrüchten http://www.citruspflanzeninfo.de/ auf drei Arten zurückgeführt, berichtet das Magazin "New Scientist" http://www.newscientist.com. Die drei Arten Zitrone, Mandarine und Pomelo – eine Dessertfrucht in Südostasien – sollen die Züchtungs-Grundlage zu Beginn der Kultivierung vor rund 4000 Jahren gelegt haben. Frühere Theorien gingen von nur einer Ursprungsart aus.
 

Diese Früchte der Gattung "Citrus" http://www.wuerzkraut.de/inhalt/zitrus.htm aus der Familie der Rautengewächse stammen mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Dreieck von Ost-Indien, Nord-Burma und Südwest-China. Von dort verbreiteten sie sich gen Westen nach Europa und bildeten nach und nach die heutige Sortenvielfalt. Nur mit historischen und geographischen Daten konnte der Ursprung von Bitterorange und Konsorten nur vermutet werden. Nun verknüpften die US-Forscher erstmals diese Informationen mit DNA-Analysen der verschiedenen Sorten und folgerten daraus, dass die drei Arten die Basis für alle anderen Sorten gelegt haben.
 

Diese Forschungen sein vor allem wegen der verschiedenen Fortpflanzung-Strategien der Zitrusfrüchte schwierig. Denn einige Sorten reproduzieren sich asexuell, so dass sich sie quasi über Klone ihrer selbst verbreiten. Dies erwies sich nicht selten sogar als evolutionärer Vorteil gegenüber der klassischen Fortpflanzung bei anderen Arten. So entstand die heutige Vielfalt aus zufälligen Hybriden, spontanen Mutationen oder auch aus gezielten Züchtungen. Die Limette ist daher wahrscheinlich aus der Zitrone und der Pomelo hervorgegangen. Die Limone dagegen sind ein Hybrid aus Zitronen und Sevilla-Orange. Diese wiederum ähnelt sehr der Mandarine und trägt einige Gene der Pomelo.
 


 

Erste Pflanzen besiedelten das Land vor 700 Millionen Jahren
US-Forscher datieren Landgang 100 Millionen Jahre früher als bisher angenommen
 

 Die ersten Pflanzen sollen das Festland vor etwa 700 Mio. Jahren besiedelt haben - viel früher als bisher angenommen. Dies haben Daniel S. Heckman und seine Kollegen von der Pennsylvania State University http://www.psu.edu durch umfangreiche Gen-Untersuchungen an Algen, Pilzen und höheren Pflanzen herausgefunden.

"Die Besiedlung des Festlandes wurde wahrscheinlich durch die Symbiose zwischen den photosynthese-treibenden Algen und den Pilzen erleichtert", erklärte Heckmann. Laut der Fachzeitschrift Science http://www.sciencemag.org hatten die Forscher an Ribosomen-Genen der Zellen so genannte Proteinsequenz-Analysen durchgeführt. Mit dem genetischen Artenunterschied gelang es den Forschern auch zu berechnen, wann die Organismen sich entwickelten und sie in verschiedene Zweige aufzuspalten.
 

Bisherige Gen-Untersuchungen mit Ribosomen-Genen hatten den "Landgang" vor 600 Mio. Jahren angesetzt. Doch Heckman und seine Kollegen untersuchten jetzt die Zellkern-Gene der Organismen und kamen so zu einem wesentlich älteren Zeitpunkt. Die ältesten Pflanzenfossilien sind zwar lediglich 470 Mio. Jahre alt, aber laut den Forschern waren die ersten Pflanzen wahrscheinlich zu zart, um gut erhaltene Fossilien zu ermöglichen.
 


 

Kalzium steuert Verdunstungsmechanismus von Pflanzen
Schließzellen reagieren auf Schwankungen im Minaralstoffspiegel

 Wissenschaftler der Universität Tübingen http://www.uni-tuebingen.de haben herausgefunden, wie die Bewegungen der Spaltöffnungen in Blättern gezielt beeinflusst werden können. Dazu simulierten sie Schwankungen im Kalziumspiegel der Schließzellen. Wurde dieser erhöht, schlossen sich die Spaltöffnungen der Versuchspflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) jedes Mal sehr schnell und nur für kurze Zeit. Abhängig von der Häufigkeit, der Dauer und der Stärke der Schwankungen im Kalziumspiegel konnten die Forscher dann auch langfristig den Schließungszustand der Poren steuern.

Die Untersuchungen an den Spaltöffnungen der Blätter sollen die grundsätzlichen Mechanismen aufdecken, die das Öffnen und Schließen der Zellen regulieren. Auf diesem Wege hoffen die Wissenschaftler, bessere Erkenntnisse darüber zu erhalten, warum beispielsweise bei manchen Nutzpflanzen die Regulation der Spaltöffnungen nicht mehr optimal funktioniert und die Pflanzen besonders anfällig für Trockenschäden sind.

Auf einem Quadratmillimeter Blattfläche finden sich zwischen 100 und 1.000 Schließzellen. Bei normaler Öffnung werden nur etwa ein bis zwei Prozent der Oberfläche freigelegt. Der überwiegende Teil des Gasaustauschs mit der Umgebung findet unmittelbar an den Spaltöffnungen statt. Die Schließzellen stellen den Hauptbestandteil des Spaltöffnungsapparates. Wenn in diesen Mechanismus Flüssigkeit einströmt, wölbt der ansteigende Druck die Zellen, die Öffnungen werden freigegeben und die Pflanze verdunstet die Feuchtigkeit. Bei hohen Temperaturen oder Trockenheit werden die Öffnungen geschlossen, so dass die Pflanze nicht zu viel Wasser verliert. Den Wissenschaftlern war bereits bekannt, dass die Schließzellen neben den Reizen von außen auch Signale aus der Pflanze selbst aufnehmen. Das Verfahren, diese Signale künstlich zu steuern, veröffentlichten sie jetzt im Fachmagazin "Nature" http://www.nature.com .



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:55
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