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Für Finnlands Präsidentin ist "globales Ungleichgewicht untragbar"

"Das gegenwärtige globale Ungleichgewicht ist ethisch und politisch auf Dauer untragbar." Das erklärte Tarja Halonen, Präsidentin Finnlands, heute, Donnerstag, beim Weltkongress des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG). "Investitionen in Ausbildung und Gesundheit verbessern nicht nur die Lebensbedingungen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Daher beginnt die Bewältigung der Globalisierung zu Hause."++++

   Halonen, die gemeinsam mit dem Präsidenten von Tansania die Vorsitzende der von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingesetzten "unabhängigen Kommission zur sozialen Dimension der Globalisierung" ist, hat in dieser Funktion einen ausführlichen Bericht über "Eine faire Globalisierung: Chancen für alle schaffen" vorgelegt. Darin heißt es: "Die Ergebnisse der Globalisierung sind unter den Ländern nicht fair verteilt." Reichtümer würden zwar geschaffen, aber zu viele Länder und zu viele Menschen würden davon nicht profitieren und hätten keine Möglichkeit der Mitgestaltung.

   "Globalisierung muss jedem Land nutzen und den Wohlstand aller Menschen auf der Welt verbessern", so Halonen. Nicht alle Probleme seien jedoch auf die Globalisierung zurückzuführen, so Halonen. Häufig sei auch die Unfähigkeit von Regierungen damit umzugehen die Ursache. Die Weltkommission für soziale Dimension der Globalisierung habe festgestellt, dass der Umgang der Nationalstaaten mit der Globalisierung für deren Qualität ausschlaggebend sei. "Die Art wie Nationalstaaten mit ihren internen Herausforderungen umgehen, beeinflusst das Ausmaß wie eine Bevölkerung von der Globalisierung profitiert und vor ihren negativen Auswirkungen beschützt wird." Halonen weiter: "Investitionen in Ausbildung und Gesundheit verbessern nicht nur die Lebensbedingungen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Daher beginnt die Bewältigung der Globalisierung zu Hause."

   An die Gewerkschaften richtete Halonen die Aufforderung, sich noch stärker der internationalen Zusammenhänge bewusst zu sein: "In einer globalisierten Welt müssen sich die Gewerkschaften darüber klar sein, dass sie nicht länger ausschließlich an die Mitglieder ihres Landes denken dürfen. Sie müssen verstärkt multinational arbeiten und sich bewusst sein, dass sich ihre Aktivitäten zu Hause auch auf andere Länder auswirken."

   Halonen fordert, dass das Thema Beschäftigung klarer als Ziel der nationalen und internationalen Wirtschaftspolitik festgelegt wird. Die Rechte der ArbeitnehmerInnen müssen sowohl in den industrialisierten als auch den Entwicklungsländern anerkannt und geschützt werden. Die beste Möglichkeit dazu sei die Einhaltung der entsprechenden ILO-Erklärung über die "grundlegenden Rechte bei der Arbeit". Die Garantie grundlegender ArbeitnehmerInnen-Rechte sei nicht nur ein Ausdruck gelebter Demokratie, sondern gäbe ArbeitnehmerInnen auch die Möglichkeit "ihren fairen Anteil der wachsenden Produktivität, die sie geschaffen haben" zu bekommen.

   Die finnische Präsidentin betonte die langjährige Erfahrung internationaler Zusammenarbeit der Gewerkschaften. "Unsere Kommission hat festgestellt, dass starke ArbeitnehmerInnen-Interessenvertretungen für einen fruchtbaren sozialen Dialog und bessere Gestaltung der Globalisierung ungemein wichtig sind."
 


 

Sonera startet UMTS-Betrieb in Finnlands Großstädten
Kommerzielles Angebot erst für 2004 erwartet
 

Sonera hat mit dem Jahreswechsel sein UMTS-Netz in Betrieb genommen. Ein kommerzielles Angebot wird es allerdings erst mit der Verfügbarkeit von entsprechenden Endgeräten geben. Bis dahin wird das Netz ausschließlich für den internen Testbetrieb des Telekommunikationsunternehmens genutzt. Sonera rechnet allerdings damit, dass der umfassende kommerzielle UMTS-Betrieb erst 2004 oder 2005 aufgenommen wird. http://www.sonera.fi/english/pressinfo/releases/EngSonera2002/2002/1.html
 

Das Netz deckt vorerst nur die vier größten Städte Finnlands, Helsinki, Oulu, Tampere und Turku ab. Ein größeres Sendegebiet für das Mobilfunknetz der dritten Generation ist erst mit steigenden Bedarf geplant. Das Unternehmen hat insgesamt 500 Mio. Euro für den Ausbau der UMTS-Infrastruktur veranschlagt. Der Ausbau soll bis 2009 abgeschlossen sein. Die Netzwerktechnologie wird von Ericsson und Nokia geliefert. Sonera ist in Deutschland, Spanien und Italien an Mobilfunkgesellschaften, die UMTS-Lizenzen halten, beteiligt.
 


 

Finnland ist Europas Wirtschaftsland Nummer Eins
Pleiten: Zunahme in Deutschland, Abnahme in Österreich und der Schweiz
 

Finnland ist derzeit das "Wirtschafts-Wunderland" in Europa. Die Nordländer haben (laut Weltwirtschaftsforum) das höchste Wachstumspotenzial, erreichen außerdem mit 4,8 Prozent den mit Abstand höchsten Budgetüberschuss in der EU und weisen in der internationalen Insolvenzstatistik den größten Rückgang an Insolvenzen in Westeuropa aus. Die Pleiten verringerten sich in Finnland in den ersten Monaten 2001 gegenüber dem Vorjahr um 10,4 Prozent auf 1.375, teilte der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) http://www.ksv.at heute, Donnerstag, in einer Aussendung mit.
 

Nur in wenigen Nationen gingen die Insolvenzen heuer zurück: Neben Finnland sind dies Frankreich (- 9,9 %), Spanien (-7,0%), Schweiz (4.260 Insolvenzen / -3,6 %), Belgien (-2,0%) sowie Österreich (4.450 / -1,2%). Die höchsten Zunahmen bei Pleiten verzeichneten Deutschland (23.000 / + 24,3 %), Dänemark (+ 30,2 %) sowie die Niederlande mit 49,1 %, wobei hier laut KSV die Änderung des Insolvenzrechtes eine wesentliche Rolle spielt. In Westeuropa nahmen die Gesamtinsolvenzen um insgesamt 4,4 Prozent zu. In Osteuropa blieb diese Zahl - bei starken Schwankungen zwischen den einzelnen Ländern - unverändert. In Japan verringerten sich die Insolvenzen trotz allgemein schlechter Wirtschaftslage um 16,2 Prozent, in den USA schoss die Zahl der Pleiten auf 767.235 (+ 21 %) hinauf.
 


 

Finnland entwickelt sich zum stabilen, starken Markt für österreichische Exporte

In Zeiten, in denen die Konjunktur weltweit zurückgeht, richten Exporteure ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf Länder, in denen weiterhin eine stabile Nachfrage herrscht. Ein Markt, der diese Kriterien nach wie vor erfüllt, ist Finnland. Georg Karabaczek, österreichischer Handelsdelegierter in Helsinki, verweist auf die schlimmen Erfahrungen, die Finnland Anfang der Neunziger Jahre nach dem Zusammenbruch seines größten Handelspartners Sowjetunion machen musste, und erklärt:"Die Finnen haben seither hart gearbeitet, um die Strukturschwächen ihrer Wirtschaft zu beseitigen. Daher ist das Land heute für einen weltweiten Konjunktureinbruch besser gerüstet als viele andere."

Die treibende Kraft hinter dem finnischen Aufschwung ist der Export. Seit 1991 konnten stark ansteigende Exportüberschüsse erwirtschaftet werden. Aufgrund einer mehrjährigen gemäßigten Lohnpolitik lag Finnland (laut IMD Competitiveness Report 2000) im Vorjahr in der Wettbewerbsfähigkeit hinter den USA und Singapur weltweit an dritter Stelle. Dazu kommt eine hohe Wertschöpfung. Getragen von einer überdurchschnittlichen Forschungsquote von 3,1 Prozent hat Finnland mit 22 Prozent einen der höchsten High-Tech-Exportanteile der Welt.

Zwar mussten die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr - wie anderswo auch - bereits mehrmals zurückgenommen werden, von anfangs 4,7 auf nunmehr 1,8 Prozent. "Hier wirkt sich die Abschwächung der Auslandsnachfrage aus," so der Handelsdelegierte. "Der Inlandskonsum ist aber weiterhin stabil, sodass insgesamt keine dramatischen Auswirkungen erwartet werden."

In diesem attraktiven Markt konnte Österreichs Exportwirtschaft heuer einen bemerkenswerten Erfolg erzielen: Mit einem Zuwachs von 19,9 Prozent nahmen die Ausfuhren nach Finnland im ersten Halbjahr 2001 deutlich stärker zu als die Einfuhren (+ 16 Prozent). Karabaczek:
"Dies ist allerdings erst der Anfang des Aufholprozesses, den wir noch vor uns haben". Denn mit 5,9 gegenüber 2,95 Mrd. Schilling (ca. 430 gegenüber ca. 215 Mio. Euro) waren die Warenströme von Finnland nach Österreich immer noch doppelt so stark wie in der Gegenrichtung.

An erster Stelle der österreichischen Exporte nach Finnland liegen Maschinen und Fahrzeuge, die rund die Hälfte der Lieferungen ausmachen. Zuletzt besonders erfolgreich waren die Lieferanten von Spezialmaschinen (+ 144 Prozent), PKW und Papiermaschinen (jeweils + 100 Prozent), gefolgt von elektronischen Spielen (+82 Prozent) sowie Hebe- und Fördereinrichtungen (+ 50 Prozent). Weitere wichtige Exportprodukte sind Spezialgarne, Schuhe, Papier, Motoren für Skibobs, Komponenten für Mobiltelefone, Schienenwartungsmaschinen, Zucker, Eisen und Stahl, verschiedene Metallwaren, Ski, Tonträger und Energy Drinks.

Zu den erfolgreichsten Exportfirmen gehören der Salzburger Kranhersteller Palfinger, der Seilbahnbauer Doppelmayr, der - neben den meisten Sesselliften in finnischen Skigebieten - im Vorjahr die erste Personenseilbahn im Skizentrum Levi in Lappland errichtet hat, und die Textilfabrik Brüder Baumann, deren Produkte bei finnischen Hotel- und Kreuzfahrtschiffausstattern stark gefragt sind. Im Mutterland von Nokia gibt es natürlich auch gute Chancen im Bereich Mobiltelefone: So liefert etwa die oberösterreichische Firma Engel Spritzgussmaschinen für Handygehäuse, die steirische AT&S die dazugehörigen Leiterplatten. Aber auch der Energy Drink von Red Bull ist mittlerweile überall in Finnland erhältlich.

Karabaczek: "In einigen Marktbereichen sind wir bereits sehr erfolgreich, aber es gibt noch viele ungenützte Möglichkeiten." Die Außenhandelsstelle in Helsinki setzt daher neben der individuellen Betreuung österreichischer Exporteure laufend Schwerpunktaktionen, um neue Märkte für österreichische Produkte zu erschließen.

2001 und auch 2002 stehen die Bereiche Umweltschutz und Bioenergie im Mittelpunkt. Nach umfangreichen Vorgesprächen, die unter Einbindung der entsprechenden österreichischen Branchen-Cluster mit finnischen Organisationen und Firmen geführt wurden, wird das österreichische Angebot im November bei der wichtigsten finnischen Energiemesse, der Energy 2001, präsentiert. Im Herbst 2002 folgt die Teilnahme an der wichtigsten Umweltschutzmesse.

Gelegenheit zu einem persönlichen Kontakt mit dem österreichischen Handelsdelegierten in Helsinki bietet der Aussenhandelssprechtag "Europa 1" vom 5. bis 9.11.2001 (Linz: 5.11., Graz: 6.11., Klagenfurt: 7.11., Wien: 8.11.).

Im Rahmen der Initiative "Export gewinnt" wird ab nun jeden Montag ein Bericht über einen interessanten Markt für österreichische Exportunternehmen als Service der AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO) erscheinen.


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:55
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