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Positive Bilanz für das Filmmuseum
Besucherzahlen steigen um 45 Prozent

2004 war für das Österreichische Filmmuseum http://www.filmmuseum.at ein positives Jahr. Mit 57.000 Besuchern strömten im Vergleich zu 2003 beinahe doppelt (45 Prozent) so viele Menschen in das Museum. Besondere Publikumsmagnete waren die kürzlich abgeschlossene Ernst-Lubisch-Schau und die derzeit laufende Retrospektive zu Luchino Visconti. Museumsdirektor Alexander Horwath (Foto) heute, Montag, während einer Pressekonferenz: "Ich hoffe, dass es im heurigen Jahr so weiter geht."

Das Filmmuseum forciert die internationalen Aktivitäten, wobei das Auslandsecho dementsprechend positiv ausfällt. So schreibt beispielsweise die FAZ: "Wien hat wieder eine Kinemathek von Weltrang." Neben verschiedenen Retrospektiven, die in Wien entwickelt wurden und im Anschluss auf internationale Tournee gingen, kamen auch die Projekte aus dem Archiv vermehrt außerhalb Österreichs zum Tragen. Darunter auch die Dziga-Vertov-Ausstellung des Filmmuseums beim Stummfilmfestival in Pordenone.

Ähnlich wie 2004 werde das Programm des Filmmuseums auch im Jahr 2005 von einem "unterschwelligen Motto, einer wesentlichen, unaufgelösten Fragestellung" begleitet sein - von der Frage nach Moderne. "Die Projekte Film Noir, Brasilien, Claire Denis, Re-Modern und Orson Welles sind mit dieser Frage nach der Moderne besonders stark verknüpft", so Horwath.

Neben den Buchpublikationen wird das Filmmuseum Mitte 2005 nun auch mit der Veröffentlichung von DVDs beginnen. Rare und bedeutende Beispiele aus der eigenen Sammlung sollen auch für den Forschungsbereich und die Heimnutzung zugänglich gemacht werden. Geplant sei eine Edition pro Jahr. Den Anfang macht Dziga Vertovs Tonfilmklassiker "Entuziazm", den Peter Kubelka und Edith Schlemmer im Filmmuseum rekonstruiert haben.

Ein überaus erfreulicher Aspekt ist die Ehrenpräsidentschaft des amerikanischen Regisseurs Martin Scorsese. Horwath: "Wir könnten uns keine bessere Person vorstellen." Scorsese gilt als einer der bedeutendsten lebenden Filmkünstler. Zugleich engagiert er sich seit langem für die Sicherung und Restaurierung des filmischen Welterbes. "Bereits 1995 präsentierte Martin Scorsese im Österreichischen Filmmuseum eine Gesamtschau seines Werkes. Auf Basis der seit damals bestehenden Verbindung mit dem Haus und des Aktivitäten hat das Filmmuseum ihn eingeladen, die Ehrenpräsidentschaft zu übernehmen", so Horwath.

Negativer Aspekt ist und bleibt die finanzielle Situation des Filmmuseums. Die Höhe der für 2005 zugesagten Bundesförderung beträgt 370.000 Euro. Diese Summe entspricht exakt der Bundesförderung in den Jahren 1983 und 1984. Sie sei um rund 35 Prozent niedriger als notwendig und angesucht. Horwath: "Wir werden von der Republik Österreich in die Enge getrieben. Die Situation ist würdelos und sollte beendet werden."

 

 


 

Filmmuseum geht mit erhöhtem Budget ins Jahr 2002
Erstmals gleichrangige Fördermaßnahmen von Bund und Stadt Wien
 

Die Stadt Wien wird ihre Grundsubvention für das Österreichische Filmmuseum http://www.filmmuseum.at in der Wiener Albertina im Jahr 2002 um 4,6 Mio. Schilling auf ingesamt sieben Mio. Schilling steigern. Damit übernimmt das Kulturamt der Stadt Wien bei der Finanzierung der international renommierten Filminstitution erstmals eine gleichrangige Verantwortung wie der Bund. Dies erklärte Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny heute, Dienstag, bei einem Pressegesprächs mit dem designierten Direktor des Filmmuseums Alexander Horwath. Auf Grund der erhöhten Zuwendung sei das Filmmuseum "erstmals seit langen in der Lage, seine Sammlung sowie seinen Spielbetrieb zu erweitern und neue Formen der Vermittlung zu finden".
 

Horwath wertete die Subventionserhöhung als "überaus deutliche Zuwendung der Stadt Wien". Auch der Bund habe in jüngsten Gesprächen seine Bereitschaft signalisiert, das Filmmuseum in diesem Sinne aufzuwerten. Das Filmmuseum sei "von Beginn an entscheidend unterfinanziert" gewesen, "in den letzten Jahren sogar in existenzbedrohendem Ausmaß". Das Ziel sei es, das Jahresbudget den bestehenden sowie künftigen Leistungen anzupassen und "schrittweise an internationale Vergleichswerte heranzuführen". Im Jahr 2001 standen dem Filmmuseum insgesamt rund 8,4 Mio. Schilling zur Verfügung, davon 4,1 vom Bund, 2,4 von der Stadt Wien und 1,9 aus Eigeneinnahmen. Für das kommende Jahr wurde ein Budget von 16 Mio. Schilling eingereicht, als international vergleichbares "erstrebenswertes Wunschbudget" bezeichnete Horwath "25 Mio. plus".
 

Die Sammlung internationaler Filmgeschichte, die die Filmmuseum-Gründer Peter Konlechner und Peter Kubelka seit 1964 angelegt haben, sei "in vielen Bereichen international beispielgebend", so Horwath. Im Zuge einer schrittweisen Budgetsteigerung gehe es ihm nun um eine Erweiterung und das Setzen neuer Schwerpunkte. Horwath will dabei speziell dem "unabhängigen Film", der sonst zu verschwinden drohe, besonderen Stellenwert einräumen. Darüber hinaus sei es sein Ziel, spezialisiertes Personal aufzubauen und Restaurierungsprojekte in Angriff zu nehmen. Die Abgrenzung der Kernkompetenzen gegenüber dem Österreichischen Filmarchiv http://www.filmarchiv.at , das sich dem nationalen Filmerbe widme, halte er für richtig. Die Verschmelzung zu einer großen Kinemathek stehe nicht nur zur Diskussion. Es gebe aber ein gutes Gesprächsverhältnis und man könne sich verschiedene Formen der Zusammenarbeit etwa im Bereich der Filmlagerung vorstellen.
 

In programmatischer Hinsicht will Horwath "zeitgenössisches Kino und Filmgeschichte vermehrt in Beziehung setzen". In diesem Sinne finden sich auf Horwaths erstem Spielplan für Januar 2002 Filmklassiker von Erich von Stroheim (1885-1957) neben Filmen von Ulrich Seidl. Dabei wird auch Seidls jüngstes Werk "Hundstage" gezeigt, das mit dem Großen Preis der Jury beim diesjährigen Filmfestival von Venedig ausgezeichnet wurde. Seidl selbst wird sich im Filmmuseum einem Publikumsgespräch stellen.
 

Das Österreichische Filmmuseum verfügt derzeit über rund 12.000 Mitglieder. Die Bestellung von Horwarth zum neuen Direktor wurde vom Vorstand, bestehend aus Konlechner, Kubelka und Heinrich Wille, im Juni bekannt gegeben (pte berichtete: http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=010607068 ). Horwath war von 1992 bis 1996 Co-Direktor bzw. Direktor der Viennale und ist seit 1985 als Filmpublizist tätig. Dem neuen Vorstand gehören neben Wille (Obmann), Peter Huemer, Boris Marte, Elfie Semotan, Peter Tscherkassky, Peter Zawrel und der Filmemacherin Barbar Albert ("Nordrand") auch je ein Vertreter der Republik Österreich sowie der Stadt Wien an.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:55
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