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Spermien-Sortiergerät ermöglicht Geschlechterwahl
MicroSort-System wählt Chromosomen nach Größe aus

US-Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, um Spermien als "Produzenten" weiblicher Embryonen durch ihr Gewicht zu erkennen. Mit Hilfe des MicroSort-Systems http://www.microsort.net soll Eltern die Wahl des Geschlecht ihres Kindes ermöglicht werden. Der "Spermiensortierer" dient nach Meinung der Entwickler auch dazu, eine Übertragung geschlechtsabhängiger Krankheiten von den Eltern auf das Kind auszuschließen. Die Technik wurde am Genetics and IVF Institut in Fairfax entwickelt und am Kongress der European Society of Human Reproduction and Embryology http://www.eshre.com in Lausanne vorgestellt.

Normale männliche Zellen besitzen sowohl ein X- als auch ein Y-Chromosom. Ein einzelnes Spermium allein trägt entweder ein X- oder ein Y-Chromosom. Befruchtet ein Spermium ein Ei und trägt das X-Chromosom, entsteht ein weiblicher Embryo, trägt es ein Y-Chromosom entwickelt sich ein männlicher Embryo. Die Forscher wollten nun einen Weg finden, die 50:50-Chance zu umgehen, und Y von X zu trennen. Den Schlüssel dazu lieferte der wesentliche Größenunterschied der Chromosomen. So besitzt das Y-Chromosom um 2,8 Prozent mehr DNA als das X-Chromosom. Dieser Unterschied wird von einem Durchflusszytometer registriert und leitet anschließend die Y- und X-Chromosomen-tragenden Spermien in zwei verschiedene Richtungen.

MicroSort wappnet sich bereits gegen Kritiker, die aus religiösen oder kulturellen Gründen bei der Verwendung der Selektionsmethode künftigen Missbrauch vermuten. Die Forscher sehen in der neuen Methode mehr als eine frivole "Lifestyle"-Technik. Viele genetische Erkrankungen, wie z.B. die Hämophilie (die nur bei männlichen Babys auftritt) oder Muskeldystrophie werden durch Defekte des X-Chromosoms verursacht. Jetzt könnten sich zum Beispiel Eltern, mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit ein Baby mit Hämophilie zu bekommen, für ein Mädchen entscheiden. Zudem kann die Technik laut Microsort die Zahl der weiblichen Embryonen nach einer Invitrofertilisation (IVF) erhöhen. Derzeit sind nach einer IVF 50 bis 90 Prozent der Embryonen männlich.


 


Assistierte Reproduktionstechniken für Familien problemlos
Studie begleitet Kinder erstmals bis zu Beginn der Pubertät

Durch assistierte Reproduktion wie künstliche Befruchtung oder Samenspende empfangene Kinder sind allgemein emotional gesund, ausgeglichen und wachsen in stabilen und liebevollen Familien auf. Zu diesem Ergebnis ist die Wissenschaftlerin Susan Golombok vom Family and Child Psychology Research Centre der City University gekommen. Für die erste Studie zum Schicksal dieser Kinder vom Säuglingsalter bis zum Beginn der Pubertät wurden Daten aus Italien, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien ausgewertet. http://web.city.ac.uk/human/Psychology/Fam&Child.htm Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-07/aaft-wsa070201.php

Alle vier Länder haben an der European Study of Assisted Reproduction Families teilgenommen. In der ersten Phase der Studie wurden 1996 Daten von Kindern, die durch künstliche Befruchtung oder Samenspende empfangen wurden mit adoptierten und auf natürlichem Weg gezeugten verglichen. Im Alter zwischen vier und acht Jahren zeigte sich bei den mehr als 100 Familien jeder Gruppe, dass die Besorgnis über das emotionale Wohlbefinden der Kinder wahrscheinlich unbegründet war.

Auf der von 1. bis 4. Juli stattfindenden European Conference of Human Reproduction and Embryology http://www.eshre.com/home.asp erklärte Golombok, dass vor allem jedoch beim Heranwachsen Fragen der Identität und Konflikte zwischen Eltern und Kindern entscheidend werden. Aus diesem Grund wurden 400 Familien in einer Folgeuntersuchung nochmals befragt, als die Kinder zwischen elf und zwölf Jahre alt waren. Mütter, Väter und Kinder wurden interviewt und füllten Fragebögen aus.

Mehr als 90 Prozent der Eltern waren noch immer verheiratet. Die Forscher fanden keine Anzeichen für emotionale oder eheliche Probleme. "Wenn es überhaupt Unterschiede zwischen den beiden großen Elterngruppen gibt, dann verfügen die mit medizinischer Unterstützung empfangenen Kinder über ein besser funktionierendes Familienleben. Vor allem Väter scheinen eine engere und weniger autoritäre Beziehung zu haben." Auch der Mangel einer genetischen Verwandtschaft zwischen Vater und Kind hat laut Golombok keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung einer positiven Beziehung. Die meisten Kinder hatten keine Ahnung von der Vorgeschichte ihrer Geburt. Durchschnittlich gab nur einer von zehn Vätern diese Informationen weiter.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:54
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