Fahrradhandel und -industrie gegen Anti-Dumpingzoll der
EU
Räder mit Shimano-Ausstattung würden empfindlich teurer
Die europäische Kommission will die Einführung von einem Anti-Dumpingzoll
auf Nabenschaltungen aus Japan. Der europäische Rat wird nun bis zum
26.10.2001 endgültig über den vollkommen umstrittenen Fall entscheiden. Es
kommt auf jede Stimme an!
Ein Anti-Dumping-Zoll führt in einem wettbewerbsintensiven Markt zu
empfindlichen Preiserhöhungen für den Verbraucher. Bei einem um 20 Prozent
rückläufigen Markt wird die gesamte österreichische Fahrradindustrie und der
Fahrradhandel hart getroffen, wie auf der größten Fahrradmesse Österreichs in
Salzburg von sehr vielen Marktteilnehmern befürchtet wird.
Mit einem Anti-Dumping-Verfahren der Europäischen Union gegen die Firma
Shimano versucht die Firma SRAM Deutschland GmbH auf dem Gebiet der
Nabenschaltungen die absolute Monopolstellung zu erhalten.
Bereits heute ist die Firma SRAM mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent
Marktführer in Europa. Mit dem Anti-Dumping-Verfahren wird nun versucht, auch
die restlichen 30 Prozent an sich zu reißen, jede Konkurrenz auszuschalten und
damit zum Monopolisten zu werden.
Die Europäische Kommission in Brüssel macht enormen Druck auf die
österreichische Bundesregierung, für diesen verhängnisvollen Anti-Dumping-Zoll
zu stimmen. Die Einführung dieses zusätzlichen Zolls von 11,3 Prozent würde
eine empfindliche Verteuerung des in Österreich populären Rücktrittfahrrades
für den Konsumenten bedeuten. Dies läuft allen Bestrebungen zur Förderung des
Fahrradfahrens zuwider. Bei einem rückläufigen Gesamtmarkt würde dies zu einem
nicht unerheblichen Arbeitsplatzverlust im Fahrradhandel sowie in der
Fahrradindustrie führen.
Wir von der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad, in der die wesentlichen
Industriebetriebe und Importeure Österreichs zusammengeschlossen sind, haben
uns bei der österreichischen Bundesregierung, insbesondere dem dafür
zuständigen Stellen im Wirtschaftsministerium klar dagegen ausgesprochen. Da
das Verfahren bislang keine klare Mehrheiten erhielt, kommt es auf jede Stimme
an. Wir fordern im Namen der gesamten Fahrradindustrie, des Fahrradhandels und
im Sinne der Endverbrauchers ein Überdenken der Position der österreichischen
Bundesregierung. Sie soll bei der endgültigen Entscheidung in einer der
nächsten wöchentlichen Sitzungen des europäischen Rates gegen einen
Anti-Dumping-Zoll stimmen.
