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SP-Haider: "Exekutive in OÖ. durch Zusammenlegung massiv verunsichert!"

Auch Land Oberösterreich seitens des Innenministeriums bisher nicht umfassend informiert 

Derzeit herrschen bei Gendarmerie und Polizei in OÖ. massive Verunsicherung und Unruhe. Der Grund dafür sind die unklaren Abläufe der für heuer vorgesehenen Zusammenlegung der beiden Wachkörper. LH-Stv. Haider: Bekanntlich soll heuer die Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei erfolgen. Bis dato hat es das Innenministerium aber verabsäumt, das Land OÖ, die Städte und Gemeinden unseres Bundeslandes, aber auch die betroffenen Exekutivbeamten umfassend über die geplanten Maßnahmen zu informieren."

Da sehr viele Führungsfunktionen neu ausgeschrieben werden, befürchten viele der derzeitigen Amtsinhaber durch ÖVP-Parteigänger ersetzt zu werden. "Ich halte das für grob fahrlässig, handelt es sich bei diesem Prozess doch um die größte Organisationsänderung im Bereich der inneren Sicherheit seit 1945. Da sollte die Unruhe nicht auch noch durch befürchteten Postenschacher verstärkt werden. Ich habe daher Innenministerin Prokop brieflich ersucht, diese Mißstände zu beheben und für die nötige Information sowie Transparenz zu sorgen," merkte dazu LH-Stv. DI Erich Haider, Vorsitzender der SP OÖ, nun an.

In den letzten Jahren habe unser Bundesland einen massiven Anstieg der Kriminalität hinnehmen müssen. So sei die Zahl der Verbrechen und Vergehen im Jahr 2003 um 5,4 % und im Jahr 2004 um 2,9 % gestiegen. Gleichzeitig seien die Aufklärungsquoten um 2,3 % (2003) und 0,6 % (2004) zurückgegangen. Obwohl die Exekutive ausgezeichnet arbeite und ständig am Limit tätig sei, sei sie mit diesem Personalstand machtlos gegen die Negativentwicklung. Speziell die Einbruchskriminalität, die man nur mit großem personellen Einsatz wirksam bekämpfen könne, sei das große Sorgenkind. 2004 habe es eine Zunahme dieser Delikte um 12,8 % gegeben. Die Aufklärungsquote liege nur mehr bei 16,4 %. Das bedeute, Einbrecher blieben in 83,6 % der Fälle völlig ungeschoren. "Das könne in einem Rechtsstaat nicht einfach hingenommen werden", ergänzte Haider.

"Ich halte es für untragbar, dass angesichts dieser wichtigen Aufgaben für die Exekutive, auch noch durch mangelnde Information und Untätigkeit seitens der Verantwortlichen im Ministerium, Verunsicherung und Demotivation geschürt und verbreitet werden. Die Beamtinnen und Beamten hätten sich bei ihrer schwierigen Arbeit Unterstützung durch mehr Personal und vor allem bessere Information über die einschneidenden Veränderung verdient," stellte Erich Haider fest.


 

Zollexekutive: Richtigstellung zum Rechnungshofbericht

Bezugnehmend auf diverse Meldungen in der Presse und im ORF vom 21.u. 22.12.2004 möchten wir um folgende Richtigstellung ersuchen:

   Der Bericht des Rechnungshofes umfasst nur die Tätigkeiten der damaligen Zollwache (jetzt Zollexekutive) in der Abteilung Reiseverkehr für den Zeitraum Jänner bis Juni 2002 und 2003. Zitat aus dem Rechnungshofbericht GZ 002.763/003-C7/03, Seite 11/45:
Das ZA Flughafen Wien beschäftigte zum 1. Jänner 2003 insgesamt 143 Bedienstete, wovon 77 der Zollwache angehörten.

   Daraus resultiert, dass 66 Bedienstete der zivilen Zollverwaltung angehören, die in keinster Weise durch diesen Bericht erfasst wurden.

   Aus diesem Grunde möchten wir bei allem Verständnis für die durch den Dienstgeber herbeigeführte Demotivierung der Kollegen von der Zollexekutive und den daraus resultierenden Folgeerscheinungen feststellen, dass die zivilen Bediensteten ihren Dienst  trotz schwieriger Bedingungen (Schicht- und Wechseldienst ) ordnungsgemäß und gesetzeskonform ganzjährig täglich vollziehen. Folglich verwehren wir uns entschieden dagegen, dass die zivilen Bediensteten in diskriminierender Weise als faul und übermäßig häufig sich im Krankenstand befindend dargestellt werden!

   Wir fordern daher entschlossen eine mediale Richtigstellung der pauschalen Verunglimpfung der zivilen Zollbediensteten beim Zollamt Flughafen-Wien !

   Ab 1. Juli 2005 fällt die Abfertigung Reiseverkehr in den Bereich der zivilen Zollverwaltung (Auflösung der "Zollexekutive"), wo nach dem Abgang der meisten Kollegen der Exekutive zum BMI eine Verschärfung der Personalsituation trotz Neuaufnahmen zu befürchten ist .
 


 

Partik-Pablé: Zusammenlegung der Wachkörper bringt mehr Sicherheit

   Nach der heutigen Aussage von SP-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni im Zusammenhang mit dem neuen Sicherheitpolizeigesetz ist es für die FPÖ-Sicherheitssprecherin Helene Partik-Pablé nicht verwunderlich, dass die SPÖ der Zusammenlegung der Wachkörper nicht zustimmen wolle, da es ja zur Strategie der SPÖ gehöre, Gesetze der Regierungsparteien abzulehnen. Die SPÖ müsste ja bei einer Zustimmung zugeben, dass endlich weitere notwendige Reformen im Sicherheitsbereich geschaffen wurden, welche die SPÖ-Innenminister nicht zuwegebrachten.

Bei der Zusammenlegung der Wachkörper handle es sich um ein Reformprojekt, dass mehr Effizienz, mehr Wirtschaftlichkeit und damit mehr Sicherheit bringen werde, erläuterte Partik-Pablé. Wenn der SP-Sicherheitssprecher Parnigoni weiters meine, die Beamten würden verunsichert, müsse man "den Ball zurück schießen". Tatsächlich setze die SPÖ ihre Politik der Verunsicherung so wie in anderen Bereichen fort und missachte die dringende Notwendigkeit von Reformen. Fakt sei, dass 500 Exekutivbeamte mehr für sicherheitsrelevante Arbeiten zur Verfügen stünden , da sie von Verwaltungstätigkeiten entlasten werden.
 


 

SP-Haider: Bei Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei droht Chaos

Gegenwärtig herrschen in den Dienststellen von Gendarmerie, Polizei, Kriminaldienst und Sicherheitsverwaltung nichts als Verunsicherung und Ungewissheit. Schuld an dieser Negativentwicklung ist die ÖVP mit ihrem Innenminister Ernst Strasser.

Denn außerhalb des Innenministeriums wissen die Beamtinnen und Beamten der Sicherheitsexekutive nicht, wie ab 1. Jänner 2005 die Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei genau ablaufen soll. Wie schon bei den Kürzungen und Schließungen von Dienststellen in den letzten Jahren, von der VP als 'Reformen' bezeichnet, herrscht eine Mentalität des Drüberfahrens und der Nichtinformation.

"Daher droht bei dieser von Innenminister Strasser undurchdachten und schlecht vorbereiteten Zerschlagung von Polizei und Gendarmerie ein gewaltiges Chaos", so Oberösterreichs SP-Landesvorsitzender LH-Stv. Erich Haider in einer Pressekonferenz mit Personalvertretern der Exekutive. "Oberösterreich braucht dringend 500 Polizisten mehr", fordert Haider weiter. Diese drohende Fehlentwicklung wird weitere dramatische Folgen für die Sicherheitslage in Österreich haben. Das beweisen zahlreiche internationale Beispiele. Erfahrungen in den Niederlanden, Belgien oder auch in Deutschland haben gezeigt, dass bei derart schlecht vorbereiteten Megaprojekten die Effizienz der Sicherheitsexekutive unter die Räder kommt. Das liegt daran, dass die neuen Strukturen den Beamtinnen und Beamten völlig fremd sind, Kompetenzen dadurch nicht erkannt werden und Demotivation um sich greift.

Dazu kommt, dass in Österreich die Zuordnung der Exekutive zu den Sicherheits- und Gerichtsbehörden nicht klar und neu geregelt wurde. Ein weiteres Konfliktfeld, das viele Reibungsverluste bringen wird. Es wäre der richtige Weg gewesen, wie von der SPÖ immer wieder vorgeschlagen, zuerst eine Neuorganisation der Sicherheitsbehörden vorzunehmen und erst dann die Wachkörperstruktur anzupassen. Die schwarz - blaue Bundesregierung hat das Pferd aber vom Schwanz her aufgezäumt und nur die Wachkörper zerschlagen.

Bestürzend ist auch die Tatsache, dass Innenminister Strasser die Reform mit 2005 umsetzen will und bis dato die oberösterreichische Landesregierung und der Landtag nicht umfassend über die neue Struktur informiert worden sind. Und das bei einer Organisationsänderung, welche die Sicherheitsexekutive völlig umkrempelt. Ganz zu schweigen von einer Information der Städte und Gemeinden in unserem Land.

Angesichts dieser Fakten ist klar, dass die ständigen Behauptungen, die Umorganisation der Exekutive würde die Sicherheitslage in unserem Land verbessern, nur die übliche ÖVP-Propaganda darstellen. Vielmehr droht die Gefahr, dass Österreich zum Paradies für Straftäter verkommt.

Denn die objektiven Sicherheitsdaten, erhoben durch das Innenministerium selbst, sprechen eine deutliche Sprache:

Kriminalität schnellt weiter in die Höhe

Seit Anfang 2000 ist die ÖVP mit ihrem Innenminister für die Sicherheitslage in unserem Land verantwortlich. Das hatte auf die innere Sicherheit in unserem Bundesland mehr als schlechte Auswirkungen. Dieser Befund wird durch einige wenige offizielle Zahlen belegt:

Kriminalität in OÖ unter VP-Innenminister um 12,4 % explodiert

Im Jahr 1999 wurden in Oberösterreich 72.438 Straftaten von der Exekutive angezeigt. Im Jahr 2003 waren es bereits 81.403 Delikte. Das ist eine den Menschen in OÖ unzumutbare Steigerung um 12,4 %.

Erschreckender Weise geht diese Entwicklung auch in den ersten 10 Monaten 2004 ungebremst weiter. Die Kriminalität steigt nochmals um 2,7 %. Mit Ende Oktober wurden bereits rund 67.000 Kriminalfälle gezählt.

Aufklärungsquote gleichzeitig eingebrochen - Minus 10,3 %

1999 konnten die überaus engagierten und tüchtigen Beamtinnen und Beamten bei Polizei, Gendarmerie, Kriminaldienst und Sicherheitsverwaltung in OÖ  noch 58,3 % aller Straftaten aufklären. Das warauch im internationalen Vergleich ein absoluter Spitzenwert.

Bis einschließlich Oktober 2004 gerechnet, konnten trotz des weiterhin äußerst hohen Einsatzes der Beamtinnen und Beamten nur mehr 48,01 % der Kriminalfälle aufgeklärt werden.

Unter VP-Innenminister Ernst Strasser musste unser Bundesland einen Rückgang von 10,3 % bei der Aufklärung hinnehmen.

Es gab in der 2. Republik noch keinen Innenminister, der eine ähnlich blamable Entwicklung bei gleichen Rahmenbedingungen in einem so kurzen Zeitraum zu verantworten hatte.

Millionenstädte Berlin und München haben bessere Aufklärung

Wie blamabel diese Negativentwicklung für den Innenminister ist, zeigt ein Blick über die Grenze. In der Millionenstadt München betrug die Aufklärungsquote im Jahr 2003 fast 58 %. Und das bei großstädtischen Verhältnissen. Beim Blick auf die Personalstände wird die Ursache aber rasch klar: München beschäftigt 7.900 Menschen bei der Polizei. Davon sind 7.000 Polizisten und 900 Verwaltungsbeamte. Mittlerweile hat uns sogar schon die 3,4 Millionen-Metropole Berlin überholt. Dort liegt die Aufklärungsquote nämlich bei 49,7 %. Dort hat die Polizei aber auch knapp 26.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Für diese Negativentwicklung gibt es neben allen anderen Einflussfaktoren wie zunehmende Bandenbildung, stärkere Aktivitäten ausländischer Tätergruppen u.a., eine klare Ursache:

Kahlschlag bei Gendarmen und Polizisten - Minus 12,3 %

Gleichzeitig mit dieser alarmierenden Fehlentwicklung kürzte der VP-Innenminister gemeinsam mit Bundeskanzler und Finanzminister die Zahl der uniformierten Außendienstbeamten bei der OÖ. Exekutive um 12,3 %.

Waren mit 1. Jänner 2000 noch 3.637 Beamtinnen und Beamte bei Gendarmerie, Sicherheitswache und Zollwache im Exekutivdienst tätig, so sind es mit Oktober 2004 nur mehr 3.189.

448 Beamtinnen und Beamte stehen damit weniger für die Verbrechensbekämpfung zur Verfügung. Und das obwohl mittlerweile die Zollwache in Gendarmerie und Polizei übernommen wurde.

Paradox - mehr Kriminalität, weniger Kripo

Wie falsch diese Linie ist, beweist die Personalentwicklung bei der Kriminalpolizei. Obwohl die Kriminalität immer mehr wächst, werden die Beamtinnen und Beamten bei der Kripo immer weniger:

Personalstand Kripo Linz:        126 im Jahr 2000
                                                  106 im Jahr 2004

Personalstand Kripo Wels:        35 im Jahr 2000
                                                   28 im Jahr 2004

Personalstand Kripo Steyr:       35 im Jahr 2000
                                                  24 im Jahr 2004

Daneben wurde die Datenstation der Kripo, wo alle kriminalistisch wichtigen Daten verarbeitet werden, von 12 Planstellen im Jahr 2000 auf 8 im Jahr 2004 gekürzt. Die Kripo hat unter Innenminister Strasser somit alleine in OÖ in den letzten Jahren 42 Beamtinnen und Beamte verloren.

Personalkürzung musste sich negativ auswirken

Diese Politik des Kürzens und Sparens bei der Sicherheit konnte nur negative Konsequenzen für die Sicherheit des Oberösterreicherinnen und Ober-österreicher bringen. Denn alle Statistiken belegen, dass die stark ansteigende Zahl der Straftaten ihre Ursache im rasanten Anwachsen der Eigentumskriminalität (Diebstähle, Einbrüche usw.) hat. Wie die jüngsten großartigen Erfolge von ermittelnden Sonderkommissionen in OÖ belegen, kann man diese Verbrechen nur mit massivem Personaleinsatz in oft monatelangen Ermittlungen aufklären. Stünde für solche Sonderermittlungsgruppen noch mehr Personal zur Verfügung, könnte die Aufklärungsquote wieder deutlich angehoben werden.

Oberösterreich braucht sofort 500 zusätzliche Polizisten

Alle internationalen Vergleiche und die Praktiker der Exekutive zeigen es, wir brauchen alleine für Oberösterreich 500 zusätzliche Planstellen. Nur mit diesem Mehreinsatz an gut ausgebildeten und motivierten Exekutivbediensteten können die neuen Herausforderungen in der inneren Sicherheit unseres Landes gelöst werden. Die jetzt von Innenminister Strasser angekündigten 145 Neuaufnahmen bis einschließlich 2005 sind nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.

Prävention sehr wichtig

Mit diesem zusätzlichen Sicherheitspersonal ist es auch möglich, die Prävention in gefährdeten Bereichen deutlich zu stärken. Denn zusätzliche Streifentätigkeit in solchen Gebieten erfordert viel mehr Personal, sonst kann sie nicht effizient umgesetzt werden.

Motivation für Exekutive Schlüssel zum Erfolg

Derzeit tut der Innenminister offenbar alles, um die Motivation der Exekutive zu beinträchtigen. Seit Jahren herrscht Verunsicherung durch undurchdachte Reformen und durch Postenschacher zu Gunsten VP-naher Beamter.

Einkommensverluste bis zu 250 Euro

Die Benachteiligung der Exekutive bei den Pensionen, bedeutende Einkommensverluste, Verschlechterungen bei der Dienstzeit und die noch immer offene Schwerarbeiterregelung für die Exekutive tun ihr Übriges. Die geplante Änderung des Dienstsystems im Zuge der Zusammenlegung bringt für die Beamtinnen und Beamten Einkommensverluste im Ausmaß von bis zu 250 Euro pro Monat.

Auch Justizwache kämpft mit großen Problemen

In den oberösterreichischen Justizanstalten leidet seit Jahren der Strafvollzug. Auch die Justizwache musste drastische Personalkürzungen verkraften. Dabei steigen die Häftlingszahlen permanent an:

•    der Häftlingsstand ist seit 2001 um 1900 Insassen gestiegen
•    die jetzt angekündigte Überleitung von 250 Planstellen aus dem

Bereich
      des Verteidigungsressorts ist eine Mogelpackung. Denn gleichzeitig
      wurde die Einsparungsquote von 7 % für die Justizwache (dzt. rund

      3000) nicht zurück genommen. Das bedeutet ein Minus von 210
      Planstellen, womit nur mehr 40 Planstellen zusätzlich übrig bleiben.

Mit dem vorhandenen Personal kann nur mehr die Bewachung der Häftlinge sichergestellt werden. Alle Vorbereitungsmaßnahmen zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach der Haft, sind nicht mehr möglich.

VP - Personalvertreter mitschuldig an den Verschlechterungen für Exekutive

Die Personalvertreter der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter beklagen in diesem Zusammenhang auch, dass ihre Kollegen der FCG diesen Kaputtsparkurs der ÖVP mitgetragen und sogar jetzt noch verschleiern und beschönigen. Dieses Hinters- Licht-Führen der Kolleginnen und Kollegen wird von der FSG scharf abgelehnt und kritisiert:

Norbert Höpoltseder, FSG Gendarmerie:

"Im Gendarmeriebereich in OÖ fehlen derzeit 83 Beamte durch Pensionierungen der letzten Jahre und weitere 81 durch Zuteilungen bzw. Karenzierungen. Diese Situation wird sich bis Ende 2005 noch weiter verschärfen, da erst mit November 2005 15 und mit Dezember 2005 21 Exekutivbeamte die Grundausbildung beenden.

Wenn BM Strasser im Zuge der Budgetverhandlungen auch wieder großartig verkündet hat, 400 zusätzliche Planstellen für 2005 und 2006 erkämpft zu haben, aber verschweigt, dass in diesen zwei Jahren ca. 1400 in den Ruhestand treten und sich deshalb wieder ein Minus von rd. 600 ergibt, wird der Öffentlichkeit bewusst ein falsches Bild dargestellt. Da bis dato nicht bekannt ist, welches Dienstsystem der neue Wachkörper haben wird und aufgrund vorliegender Unterlagen die Kollegenschaft die berechtigte Befürchtung hat, durch eine massive Verschlechterung der Wochenenddienstzeitregelung sowohl einen sozialen und auch einen finanziellen Schaden zu erleiden".

Robert Kallaschek, FSG BPD Steyr:

"Mein Ziel ist es, den strikten Sparkurs des Innenministers zu stoppen und Neuaufnahmen in den Exekutivdienst zu bekommen, um den bereits erfolgten Personalabbau wieder absorbieren zu können. Es geht darum, die sozialen, familiären und finanziellen Einbußen der letzten Jahre wieder  gut zu machen. Zum Wohle der Bediensteten und um wieder das tun zu können, was der ureigenste Zweck der Exekutive ist. Für die Sicherheit der im Land lebenden Menschen zu sorgen."

Gerhard Klein, FSG BPD Wels:

"Die ansteigende Kriminalität macht auch vor Oberösterreich nicht halt. Dies spüren nicht nur die Menschen im Zentralraum, sondern auch in den ländlichen Gebieten unseres Landes. Herr Minister: Den Bürgerinnen und Bürgern von OÖ wäre am meisten geholfen, wenn sie den Personalstand der Exekutive endlich wieder auf die vorgesehe  Stärke anheben würden.Nur mehr Personal bringt die Sicherheit, die wir uns alle wünschen."

Helga Eilmsteiner, FSG Sicherheitsverwaltung BPD Linz:

"Als FSG-Spitzenkandidatin mit Team der PV-Wahl Sicherheitsverwaltung stehe ich für eine offene, ehrliche und faire Personalvertretung. Das soll uns von den Mitbewerbern unterscheiden. Die KollegInnen der Sicherheitsverwaltung haben ein Recht darauf, zu wissen, wo sie nach der Reform arbeiten werden. Denn Ungewissheit macht krank. Herr Innenminister, sagen Sie uns endlich die Wahrheit!"

Markus Ortner, FSG Justizwache:

"Für uns hat Sicherheit Vorrang - in den Strafanstalten und außerhalb. Denn die Bevölkerung hat ein Recht auf Sicherheit. Beschäftigung und Arbeitsbetriebe für Insassen von Haftanstalten bringen mehr Sicherheit. Dazu ist aber eine Personalaufstockung nötig. Schließlich ist der Häftlingsstand seit 2001 um 1900 Insassen gestiegen. Statt dessen wurde Personal durch die Bundesregierung gekürzt. Das ist kontraproduktiv, weil wir die Leute nur noch wegsperren und nichts mehr für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft tun können."
 


 

LH Haider: Exekutivbeamte sind keine Schachfiguren

Scharfe Kritik an den Plänen des Innenministeriums, Kärntner Exekutivbeamte zum Winterdienst in Tourismusgebiete Salzburgs, Tirols und Vorarlbergs abzuziehen, übte heute, Samstag, Landeshauptmann Jörg Haider. Diese Bundesländer sollten ihre Sicherheitsprobleme für sich lösen und nicht durch "Verdünnung" des Sicherheitsnetzes in anderen Ländern, betonte Haider.

    Konkret seien zehn Beamte der Polizeidirektion Villach sowie zehn weitere des Landesgendarmeriekommando Kärnten für die Winterzuteilung 2004/05 in Salzburg, Tirol und Vorarlberg vorgesehen, erklärte der Landeshauptmann. Die Beamten sollten jedoch nicht "wie Schachfiguren" hin und her geschoben werden. Kärnten, das selbst einen regen Wintertourismus habe, brauche seine Polizisten und Gendarmen in den eigenen Schigebieten.

    Mehr finanzielle Mittel für die Exekutive würden allerdings zur Verfügung stehen, wenn der Asylmissbrauch in Österreich effektiv eingeschränkt werden würde, meinte Haider weiters in Richtung Innenminister Ernst Strasser.
 


 

Parnigoni: Exekutivbeamte werden mit leeren Versprechen abgespeist

Anlässlich der heutigen Beschlussfassung des Sicherheitspolizeigesetzes über die Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie gab SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni zu bedenken, dass die versprochenen dienstrechtlichen Begleitmaßnahmen für die Exekutivbeamten nicht im Gesetzesentwurf festgeschrieben sind. "Die Versprechen über höhere Zulagen und die Einbindung der Exekutivbeamten in eine vernünftige Schwerarbeiterregelung werden sich nach den Personalvertretungswahlen im Dezember in Luft auflösen", sagte Parnigoni am Dienstag unter Verweis auf das Versprechen von ÖVP-Chef Schüssel vor der Nationalratswahl 1999, dass es zu keiner Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie kommen werde.
****

        Mit der heutigen Ankündigung von Kanzler Schüssel, wonach durch das Sicherheitspolizeigesetz 500 Mitarbeiter mehr im Außendienst tätig sein werden, "findet die Täuschung der Bevölkerung ihre Fortsetzung". Tatsache sei, dass 3.000 Exekutivbeamte fehlen, pro Jahr gehen weitere 600 bis 800 Beamte in Pension; "wenn durch Umstrukturierungen irgendwann tatsächlich 500 Beamte für den Außendienst frei werden, was ich bezweifle, ist das beim aktuellen Personalmangel in der Exekutive nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte Parnigoni zum SPÖ-Pressedienst.


 

FSG: Sicherheitspolizeigesetz

Die APA-Nachricht Nr. 0280 am 30.9.2004 um 12.16 Uhr brachte die Jubelmeldung über "Sicherheitspolizeigesetz fix - ÖVP und FPÖ einig". Im Vorfeld dieser Aussendung wurde am 29.9.2004 vom KdEÖ - Vorsitzenden Kastner die Meldung "Haider schließt sich den Forderungen der KdEÖ" an, verbreitet.++++

   In der APA - Aussendung vom 30.9.2004 Nr. 0280 wird u.a. angeführt, dass die letzte Entscheidung in Verhandlungen mit der Personalvertretung und FP-Chefin Ursula Haubner gefallen sei. Bei diesen Verhandlungen können jedoch nur die Regierungspersonalvertreter der KdEÖ anwesend gewesen sein, da von der AUF mit der APA-Aussendung 0228 vom 30.9.2004 um 14.32 Uhr festgestellt wird, dass diese Einigung ohne Zustimmung unserer Exekutivgewerkschaft erfolgt sei. Von den FSG-Personalvertretern kann sich gleichfalls kein Funktionär an eine Verhandlung mit der FPÖ-Chefin erinnern.

   Die massive Kritik nach der Einigung, hat nun ebenfalls die Regierungsgewerkschafter der KdEÖ veranlasst, sich von diesem Ergebnis zu distanzieren.

   Diese Vorgangsweise der Regierungsgewerkschafter der KdEÖ ist ein Verkaufen von mehr als 30.000 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Exekutive und wird vom Vorsitzenden in der FSG in der GÖD, Richard Holzer, entschieden abgelehnt.


 

ÖGB: Reform der Exekutive kein Quantensprung, sondern Rückschritt

"Sowohl Innenminister Dr. Ernst Strasser als auch Staatssekretärin Ursula Haubner haben mit ihrer heutigen Übereinkunft zur Zusammenlegung von Polizei, Gendarmerie und Kriminalpolizei über die Köpfe der Exekutivbediensteten hinweg entschieden", kritisieren mit scharfen Worten Gottfried Haselmayer, Vorsitzender der Kriminalbeamtengewerkschaft, Franz Pail, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft sowie der stellvertretende Vorsitzende der Gendarmeriegewerkschaft, Kurt Kaipel. "Einen Quantensprung für die Sicherheit Österreichs, stellt diese Reform gewiss nicht dar und auch von 'Besser Stärker - Effizienter', wie die FPÖ-Chefin Haubner meint, kann ebenfalls nicht gesprochen werden", so die Exekutivgewerkschafter, die bei ihrer Kritik bleiben, dass die Reform "Team 04" kein Quantensprung, sondern ein Rückschritt wäre, der weniger Sicherheit in Österreich mit sich bringen würde und eindeutig zu Lasten der Exekutivbediensteten gehe.++++

Absichtserklärungen, wie von Strasser, Haubner, Scheibner und Haider sind eine Sache, schriftliche Vereinbarungen zu einem Lebensarbeitszeitmodell/EDG sowie zur finanziellen Besserstellung eine andere. Mit diesen können aber weder FPÖ noch ÖVP aufwarten, da derzeit darüber erst Verhandlungen laufen.

Haselmayer: "Damit sollen offensichtlich bis zu den Personalvertretungswahlen die Exekutivbediensteten bei guter Laune gehalten werden." Dafür spricht auch die Reaktion der FCG-Gewerkschaftsvertreter Kastner, Keiblinger und Sonnleithner, die überhaupt nicht auf die Zusammenlegung der Wachekörper eingehen, sondern nur einzelne Punkte kritisieren. Für diesen Zickzack-Kurs haben Haselmayer, Pail und Kaipel kein Verständnis und erinnern, dass es einen gemeinsamen Beschluss aller Fraktionen innerhalb der Exekutivgewerkschaften gibt, der sich eindeutig gegen die Zusammenlegung von Polizei, Gendarmerie und Kriminaldienst richtet.

"Im Interesse der österreichischen Bevölkerung verlangen die Exekutivgewerkschafter daher von dieser unsozialen Reform Abstand zu nehmen und fordern die ÖVP und FPÖ auf, beim Ministerrat am kommenden Dienstag keine Änderungen im Sicherheitspolizeigesetz zu beschließen", so Haselmayer abschließend.


 

Kranzl: Gendarmeriepostenschließungen der letzten Jahre zeigen Wirkung!

"Zahlreiche Postenschließungen bzw. Postenzusammenlegungen von Gendarmeriedienstposten zeigen ihre Wirkung - allerdings in negativer Hinsicht, denn wie die aktuelle Kriminalitätsstatistik beweist, sind allein in Niederösterreich die Straftaten um 7.650 bzw. 11,8% angestiegen, gleichzeitig wurden aber weniger Fälle (-5,26%) aufgeklärt", so Konsumentenschutzlandesrätin Christa Kranzl.****

Ein zentrales Anliegen der Niederösterreichischen Bevölkerung ist neben einem sicheren Arbeitsplatz, einer guten sozialen Versorgung, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch die Gewissheit "sicher" - also vor Straftaten bestmöglich geschützt - leben zu können. Immer mehr Menschen haben mittlerweile Angst, diese ist laut Kriminalitätsstatistik auch berechtigt. Vom Jänner bis September 2004 wurden in Österreich fast 484.000 gerichtlich strafbare Handlungen zur Anzeige gebracht - um 0,5% mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In Niederösterreich haben sich diese von 64.571 auf 72.221 erhöht, die Aufklärungsrate ist parallel dazu aber um 5,26% gesunken.

"Trauriger Spitzenreiter ist somit unser Bundesland NÖ, weshalb ich die zuständigen Stellen auffordere, alles daran zu setzen, um die Kriminalitätsrate in Niederösterreich wieder zu senken", so Konsumentenschutzlandesrätin Christa Kranzl.


 

Exekutive verhindert erfolgreich häusliche Gewalt

03.2004 - Wien - Seit 1. Mai 1997 ist das Gewaltschutzgesetz in Kraft. Dieses Gesetz gibt der Sicherheitsexekutive die Befugnis, einen häuslichen Gewalttäter zu verpflichten, sich von der Wohnung fern zu halten, in der die gefährdete Person wohnt. "Der Staat respektiert zwar den privaten, häuslichen Bereich; jedoch findet dieser Anspruch dort eine Grenze, wo vor allem sozial oder physisch Schwächere vor körperlichen Übergriffen geschützt werden müssen", begründet Innenminister Dr. Ernst Strasser die wichtige Kriseninterventionsfunktion der Exekutive.

   Mit dem Gewaltschutzgesetz konnte eine Veränderung im öffentlichen Bewusstsein eingeleitet werden. Strasser: "Häusliche Gewalt wird nicht mehr als Privatsache, sondern als eine staatliche und gesamtgesellschaftliche Verantwortung wahrgenommen."

   Im Vorjahr wurden von Gendarmerie und Polizei 4179 Betretungsverbote verhängt - eine Steigerung um 235 Fälle oder sechs Prozent im Vergleich zum Jahr 2002 (3944). Ein Anstieg wurde auch bei den Verwaltungsstrafen, die wegen Nichteinhaltung des Betretungsverbotes verhängt werden mussten, verzeichnet:  633mal - das ist ein Plus von 33 Prozent gegenüber 2002 (475 Fälle) - wurden entsprechende Strafen verhängt. Ein Zeichen dafür, dass die Exekutive die Betretungsverbote auch überwacht und ihre Einhaltung exekutiert.

   Der Rückgang bei den so genannten Streitschlichtungen von 7391 auf  6558  Fälle (11 Prozent) ist bezeichnend; er belegt, dass mit

dieser wenig eingreifenden Maßnahme oft nicht das Auslangen gefunden wird, da damit das Ausmaß potentieller häuslicher Gewalt als verbale Auseinandersetzung bagatellisiert wäre.

   Mit dem österreichischen Gewaltschutzgesetz wurde ein Modell zur Verhinderung von Gewalt im häuslichen Umfeld geschaffen, das für andere Staaten beispielgebend ist. So wurde im  Jahr 2002 - nach österreichischem Vorbild - ein Gewaltschutzgesetz in Deutschland in Kraft gesetzt, im Jahr 2003 folgte Luxemburg dem österreichischen Modell mit seinem Gewaltschutzgesetz.
 


Verstärkung für die Exekutive

140 Exekutivbeamtinnen und -beamten drücken seit Montag, 1. März, die Schulbank in den Bildungszentren der Sicherheitsexekutive in Wien, Tirol und Oberösterreich. Nach 24 Monaten Ausbildung in Theorie und Praxis werden sie dann die Bundespolizeidirektion Wien (67), das Landesgendarmeriekommando Oberösterreich (23), das Landesgendarmeriekommando Tirol (35) und die Bundespolizeidirektion Innsbruck (15) verstärken.

   "Mit dieser neuerlichen Ausbildungsoffensive für Exekutivbeamte wird ein wesentlicher Beitrag zur Aufrechterhaltung des hohen Sicherheitsniveaus, das Österreich auszeichnet, geleistet", freut sich Innenminister Dr. Ernst Strasser.
 


 

Exekutivgewerkschafter: Schüssel will Exekutive privatisieren

Wesentliche Aufgaben der Exekutive sollen nach Ansicht von Bundeskanzler Schüssel privatisiert werden. Das geht aus einem Brief hervor den Schüssel an den Vorsitzenden der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, geschrieben hat. "Jetzt geht es ans Eingemachte" sind der Vorsitzende der Kriminalbeamtengewerkschaft Gottfried Haselmayer, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Franz Pail, der stellvertretende Vorsitzende der Gendarmeriegewerkschaft Kurt Kaipl, der Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft Franz Pauser und der stellvertretende Vorsitzende der Zollwachegewerkschaft Hubert Bogner, alarmiert.

   Die Personalsituation im Innenressort sei als "günstig" zu bezeichnen, meint der Bundeskanzler im Brief an Neugebauer und führt als Begründung dafür an, dass einerseits in Kürze Zollwachebedienstete ins Innenressort übernommen werden und anderseits umfangreiche Pläne zur Privatisierung von Exekutivaufgaben bestünden. Konkret angeführt werden neben dem "Uniformwesen" auch verkehrspolizeiliche Aufgaben. Die Exekutivgewerkschafter sind überzeugt, dass die tatsächlichen Pläne noch viel umfangreicher sind als im Kanzlerbrief angedeutet.

   Offensichtlich dienen die Pläne im Rahmen des so genannten "Team 04" nur zur Vorbereitung einer viel umfassenderen Privatisierung von "hoheitsrechtlichen Aufgaben des Staates". Die Exekutivgewerkschafter: "Damit könnte das 'staatliche Gewaltmonopol" in Frage gestellt. Das "Team 04"- Konzept stellt sich damit auch als verfassungsrechtlich bedenklich dar." Es sei daher nun klar, warum Innenminister Strasser und sein Bundeskanzler ihre Vorhaben "in beinahe diktatorischer Weise" durchdrücken wollen.

   Unterstützt werde der Eindruck der Exekutivgewerkschafter durch Aussagen von Finanzstaatssekretär Finz, der in einer Besprechung laut Mitschrift eines Teilnehmers Folgendes behauptete: "Diesen Beschluss der GÖD haben wir nicht angenommen und er interessiert uns nicht. Der Zentralvorstand der GÖD kann beschließen was er will, wir nehmen das nicht zur Kenntnis. Wenn die GÖD glaubt Maßnahmen setzen zu müssen, dann soll sie diese halt setzen. Wenn auf einer Liste von 1.000 Bediensteten 50 oder 60 betroffen sind, d.h., die lässt man nicht ins Bundesministerium für Inneres, dann möchte ich die GÖD sehen, welche besonderen Maßnahmen sie dann setzen will, das stehe ich in der Öffentlichkeit locker durch."

   Anmerkung: Der Zentralvorstand der GÖD hatte beschlossen, wenn es bei der Übernahme der Zollwache durch das Innenministerium nicht nach dem Prinzip der Freiwilligkeit gehe, dann werden Maßnahmen ergriffen.

   Die Exekutivgewerkschafter: "Da erübrigt sich wohl jeder Kommentar.


Fahndung per SMS: Strache für Einführung auch in Wien

 Die SMS-Fahndung, wie sie deutsche Polizeibehörden ab sofort gegen Straftäter einsetzen können, wäre auch für das kriminalitätsgeplagte Wien eine hervorragende Hilfe für die Polizei, so heute der Wiener FPÖ-Sicherheitssprecher Heinz-Christian Strache. ****

"Wir dürfen hier nicht den gemütlichen Weg gehen", so Strache. Hierzulande stehe diese neue Fahndungsmethode immerhin seit eineinhalb Jahren zur Diskussion. Einziges Ergebnis: Man wolle die Entwicklung in der Bundesrepublik verfolgen. "Der explosionsartige Anstieg der heimischen Kriminalität rechtfertigt nicht länger das Zuwarten und Beobachten. Hier sind Handlungen gefragt. Die SMS-Fahndung ist mit Sicherheit ein tauglicher Weg, die Fahndung nach Kriminellen zu vereinfachen", so Strache.

"Während in Wien illegale Demonstrationen oder auch Straftaten längst mit SMS koordiniert werden und die Exekutive mit durchaus antiquierter Technik das Auslangen finden muß, kann es nur als sicherheitspolitische Fahrlässigkeit gewertet werden, wenn wir weiterhin Platz in der Beobachtungs-Loge nehmen. Nicht noch länger prüfen, zuwarten, schauen, beobachten, während wir zweistellige Kriminalitätszuwächse haben, sondern endlich handeln", so Strache, der dazu aufforderte, dass wir uns quasi im Huckepack-Verfahren an die nun in der Bundesrepublik implementierte SMS-Fahndung anschließen.


 

Partik-Pable: Augenmaß bei Zusammenführung von Gendarmerie und Polizei

Grundsätzlich sei die Zusammenführung von Gendarmerie und Polizei sinnvoll, aber diese müsse mit der nötigen Sensibilität angegangen werden, meinte die freiheitliche Sicherheitssprecherin Abg. Dr. Helene Partik-Pable. ****

Die schon vor mehreren Jahren begonnene Zusammenlegung hatte die Intension, durch Einsparungen und Maßnahmen die Effizienz zu steigern. Daß sich Österreich jahrzehntelang zwei Exekutivkörper, mit allen daraus resultierenden Zweigleisigkeiten leistete, sei ein nicht einzusehender Luxus gewesen.

"Es müssen nun aus beiden Dienstsystemen jene Komponenten heraus gefiltert werden, die zur Vergrößerung der Sicherheit und zur Effizienzsteigerung der Exekutive wichtig sind. Dabei soll vermieden werden, daß durch die Zusammenführung beider Wachkörper nicht positive Bestandteile auf der Strecke bleiben. Bei gleicher Leistung kann schon durch die Vereinheitlichung der Führungsstrukturen viel Geld eingespart werden", erläuterte Partik-Pable abschließend.
 


 

Medienguide für Polizei in Krisenfällen
Janes`s veröffentlicht Richtlinien anlässlich der Sniper-Attacke
 

Das britische Militär- und Sicherheitsmagazin Jane´s http://www.janes.com wird im Dezember 2002 einen Krisenguide für Polizeibehörden und Notdienste herausgeben, der Anleitungen zum richtigen Medienverhalten in Krisensituationen wie der Sniper-Attacke von Washington enthält. Fälle wie dieser seien heute keine Seltenheit mehr. Jane´s analysiert die Gemeinsamkeiten derartiger Krisen wie Hektik und Verwirrung im Zuge von erhöhter Medienpräsenz, Schulschließungen und anderen Maßnahmen. Zumeist sei die Entwicklung von Eskalation, Falschinformation und stark steigendem Medieninteresse geprägt.
 

In dieser Situation empfiehlt Jane´s elf Punkte einzuhalten. Zunächst sei es entscheidend, eine zentrale Person mit der Öffentlichkeitsarbeit und dem Kontakt mit den Medien zu beauftragen. Die Behörde bzw. der Notdienst müsse erste Quelle der Information für Medien bleiben, ansonsten suchen sich Medienvertreter außenstehende Experten um zu Inhalten zu gelangen. In diesem Fall müssen die Publikationen zur Krise beobachtet werden, um Spekulationen sofort entgegen zu treten. Ein weiteres Grundprinzip sei, dass Informationen über Opfer zuerst an die Angehörigen, erst dann an die Medien gehen müssen.
 

Pressekonferenzen sollten gut organisiert, Pressekontakte geschaffen und gepflegt werden. Dennoch müsse das Publikum die Öffentlichkeit bleiben, nicht die Medien. Informationen sollten klar festhalten, was bewiesen und sicher ist. Über unklare Sachverhalte sollte nicht diskutiert werden. Ebenfalls vermieden werden sollten Aussagen, die Nachahmungstäter oder Trittbrettfahrer ermutigen könnten. Auch nach dem Ende der Krise sei gute Medienarbeit erforderlich, beispielweise die Verteilung von Hintergrundmaterial.



 

Jarolim: Strassers Personalpolitik nur mehr mit purer Machtgier erklärbar

Wien (SK) SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim kritisierte am Samstag heftigst die von Innenminister Ernst Strasser heute präsentierten Entscheidungen zu den Personalbestellungen im Bundesministerium für Inneres und den nachgeordneten Behörden. "Strassers Personalpolitik ist nur mehr mit purer Machtgier erklärbar", so Jarolim gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Die Entscheidung, dass Generalinspektor Franz Schnabl seinen Posten verlieren solle, wurde von Jarolim folgendermaßen kommentiert:
"Dieses Vorgehen, dass der eindeutig Bestgereihte und Fähigste, zugunsten eines Parteifreunds des Innenministers übergangen wird, zeigt in seltener Offenheit, was die ÖVP unter regieren versteht:
Nämlich die eiskalte Anhäufung von Machtpositionen." ****

Dies sei für Jarolim mit einem kompetenten Ausüben der Regierungsgewalt nicht vereinbar. Jarolim kritisierte daher das Verhalten des Innenministers als "Inkompetenz", die sich auch an der "willkürlichen und rational nicht nachvollziehbaren Schließung von Polizei- und Gendarmeriekommissariaten" gezeigt habe, so Jarolim abschließend.


 

VP-Feichtinger: Kriminalkommisariat-Mitte nach Wien-Mariahilf

Wien (ÖVP-Klub): "Ich finde die Entscheidung der Bundespolizeidirektion Wien, das Kriminalkommissariat Wien-Mitte in Wien-Mariahilf zu belassen, sehr vernünftig und für unseren Bezirk erfreulich!", kommentierte die ÖVP-Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Maria Feichtinger die Entscheidung über den Verbleib des Kriminalkommisariats-Mitte in der Kopernikusgasse 1 im 6. Bezirk mit der Außenstelle Kandlgasse 4 im 7. Bezirk.****

Parkplatzprobleme für Fahrzeuge des Kriminaldienstes, hohe Umbaukosten und die räumliche Platznot beim ursprünglich vorgesehenen Standort in der Taubstummengasse 11 in Wien-Wieden, hatten zu neuen Überlegungen geführt. Eine Objektanalyse des Kriminalamtes führte zu einer Bevorzugung des Standortes Wien-Mariahilf. Die zwei Amtsgebäude in der Kopernikusgasse und in der Kandlgasse würden bereits über die notwendige technische Infrastruktur verfügen. Die Kosten für Gebäudeadaption sind somit geringer, zudem könnte der Betrieb des KK-Mitte ehest möglich aufgenommen werden. Die Verkehrsanbindung und die Lagen zu den ‚neuralgischen Punkten' Westbahnhof, Margaretengürtel, Karlsplatz sprachen auch für den Verbleib.

"Ich bin froh, dass mein persönlicher Einsatz bei Innenminister Strasser unseren Bezirk dieses Erfolgserlebnis beschert hat," zeigte sich Feichtinger erfreut über die Früchte ihres Engagements. "Dass auch die Kriminalbeamten selber für den Verbleib des Kriminalkommissariats gewesen sind, unterstreicht die Akzeptanz dieser Lösung", schloss Feichtinger.


 

Exekutivgewerkschaft fordert Strassers Rücktritt

Empört regagiert die Exekutivgewerkschaft auf die nunmehr bekannt gewordenen Pläne von Innenminister Strasser hinsichtlich massiver Umstrukturierungen im Innenministerium.++++

Polizeigewerkschafts-Vorsitzender Franz Pail, Kriminalbeamtengewerkschafts-Vorsitzender Gottfried Haselmayer, der stellvertretende Vorsitzende der Gendarmeriegewerkschaft Kurt Kaipel sowie Anton Schuh, Bundessektion Hohheitsverwaltung, in einer gemeinsamen Erklärung:
"Bei uns laufen seit gestern die Telefone heiß, die Verunsicherung ist groß, überall macht sich Empörung über die jüngsten Ankündigungen Strassers breit. Es droht die Zerschlagung jahrzehntelang bewährter Sicherheitsstrukturen. Das können die österreichischen Exekutivbeamtinnen und Exekutivbeamten sowie die Kolleginnen und Kollegen der Sicherheitsverwaltung nicht hinnehmen!"

Strassers jüngste Pläne seien nämlich nur die Spitze eines Eisberges, der den Sicherheitsapparat nachhaltig beeinträchtige.

Die Gewerkschafter: "Seit Strassers Amtsantritt wurden der inneren Sicherheit 3.000 Exekutivbeamtinnen und Beamte entzogen, die Kriminalitätsrate ist seitdem dramatisch gestiegen, die Aufklärungsquote erheblich gesunken. 119 Gendarmerieposten wurden landesweit geschlossen, in Wien stehen 23 Kriminaldienststellen und neun Bezirkspolizeikommissariate kurz vor der Schließung. Die sicherheitsdienstliche Nahversorgung ist künftig nicht mehr gegeben. Österreich war bislang eines der sichersten Länder der Welt, Wien die sicherste Großstadt Europas. Dies soll auch weiterhin so bleiben! Innenminister Strasser steht aber in all seinen Handlungen dem entgegen. Im Interesse der Bevölkerung und der Sicherheit in unserem Land fordern wir ihn daher zum Rücktritt auf!"
 


 

Jarolim zu Wega-Skandal: Fordere Innenminister zu Stellungnahme auf!

Als "völlig indiskutables Vorgehen der Polizei" und "bezeichnend für das politische Klima in diesem Land, das ins Autoritäre abzugleiten droht", bezeichnete am Donnerstag SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim die Vorgänge rund um einen Drogenprozess in Wien, bei dem die Wega ohne Rücksichtnahme auf den Verhandlungsrichter bzw. die Gerichtsbarkeit der Öffentlichkeit und Journalisten nach eigenem Ermessen den Zutritt zu einer Gerichtsverhandlung verwehrte. "Damit stellt sich die Polizei über die Kompetenzen der Gerichte, das ist ein Skandal", betonte Jarolim. Er forderte Innenminister Strasser dringend zu einer Stellungnahme auf.****

Für Jarolim ist dies ein weiterer Beweis für das Abdriften der entscheidungstragenden politischen Kräfte Österreichs in einen Bereich "wenn überhaupt dann nur mehr knapp am Rechtsstaat". Nach dem Zulassen einer Neonazi-Kundgebung am geschichtsträchtigen Heldenplatz und dem sogenannten Anti-Terror-Paket, das die Möglichkeit der Dauerüberwachung unbescholtener Bürger einräumt sowie dem Sicherheitspolizeigesetz, das de facto ein "Blockwart-Ermächtigungsgesetz" sei und an "unsägliche Zeiten erinnert", mit dem sich andienende Privatpersonen mit Ermittlungs- und Bespitzelungsaufgaben beauftragt und dafür belohnt werden sollen, lassen die gestrigen Vorgänge die Vermutung zu, dass es sich dabei "um einen weiteren Schritt hin zum autoritären Überwachungsstaat" handle, kritisierte Jarolim abschließend.


 

Parnigoni: Sicherheitsdefizit in Innsbruck

"Besorgnis erregend" stellt sich für SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni die Personalsituation der Exekutive in Innsbruck dar. Bei seinem heutigen Besuch bei der Bundespolizeidirektion Innsbruck musste Parnigoni feststellen, dass der Personalstand der Sicherheitswachebeamten von vormals knapp 450 bereits auf unter 400 gefallen ist. Auch bei der Kriminalpolizei wurden von Innenminister Strasser bereits Posten gestrichen. Auch wird in der Tiroler Landeshauptstadt befürchtet, dass es durch Umstrukturierungsmaßnahmen rund um das neue Bundeskriminalamt und die "Cobra neu" zu einer weiteren Planstellenreduktion kommt. ****

Parnigoni: "Das Resultat dieser mutwilligen Personalkürzungspolitik ist in Innsbruck bereits spürbar, denn vor allem die Diebstahlsdelikte sind im Jahr 2001 deutlich gestiegen. Skandalös ist für mich, dass FPÖ und ÖVP früher bei einem Personalstand von 450 Innsbrucker Sicherheitswachebeamten permanent mehr Personal verlangt haben, bei zehn Prozent weniger Beamten aber auf einmal betreten schweigen!"


 

Bundespolizeidirektion Wien - Führerscheinausgabe online

Ab 14.5.2001 wurden im Rahmen eines Probebetriebes im Verkehrsamt der Bundespolizeidirektion Wien Anträge auf Ausstellung neuer Führerscheine (Duplikate) online ausgegeben. Der Probebetrieb ging nun in den Echtbetrieb über. Das bedeutet, dass alle Antragsteller ihr Führerscheinduplikat sofort erhalten. Die durchschnittliche Erledigungsdauer beträgt ca. 30 Minuten.


 

Toleranztraining für österreichische Exekutivbeamte

Gestern fand im Bundesministerium für Inneres (BMI) eine Informationsveranstaltung zu einer Seminarreihe der Anti-Defamation League (ADL) für alle Führungskräfte der Bundespolizeidirektionen, Landesgendarmeriekommanden und Ausbildungsverantwortlichen statt.

Den Start zur Zusammenarbeit mit ADL bildete die Vertragsunterzeichnung von Bundesminister Dr. Ernst Strasser und US-Botschafterin Kathryn Hall am 26.4. 2001. Damit wurde eine dreijährige Ausbildungkooperation mit der "Anti Defamtion League" besiegelt.

Die ADL wurde 1913 in den USA gegründet und setzt sich seither als eine der führenden Bürgerrechtsorganisationen mit einem großen Bildungsangebot gegen alle Formen von Diskriminierung, Vorurteilen, Antisemitismus und Fremdenhass ein.

"Exekutivbeamte treffen tagtäglich auf soziale Spannungen, aufgestaute Konfliktsituationen, Vorurteile im Umgang miteinander insbesondere im Hinblick auf die vielschichtige kulturelle Zusammensetzung unserer Gesellschaft. Damit zurecht zu kommen, erfordert einen hohen Ausbildungsgrad und große sozial-kommunikative Fähigkeiten unserer Mitarbeiter", so Bundesminister Dr. Ernst Strasser.

Gemeinsam mit dem BMI veranstaltet die ADL von April bis November 2002 in allen Bundesländern eine Seminarreihe für Führungskräfte der Sicherheitsexekutive. Das Training soll den Rahmen bieten, Wissen über andere Einstellungen und Kulturen zu revidieren und authentisch zu erfahren. Ziel ist es, Methoden und Mittel zu erarbeiten und anzuwenden, um konstruktiv gegen Vorurteile und Diskriminierung aufzutreten.

19 Mitarbeiter aus dem Exekutivbereich wurden im Vorjahr zu Trainern ausgebildet. Sie werden gemeinsam mit ADL-Trainern rund 40 Seminare in Österreich durchführen. Das Trainingsprogramm läuft in Kooperation mit der EU bereits in 11 europäischen Staaten.

 


Personalvertretung der Sicherheitswache gegen Skandalberichterstattung

Utl: Uniformierte Polizei nicht in die Nähe des organisierten Verbrechens bringen=

Wien (ÖGB). Die Art und Weise der medialen Berichterstattung, die darauf abzielt, die uniformierte Polizei in die Nähe des organisierten Verbrechens zu bringen, wird seitens des Zentralausschusses der Bundessicherheitswache auf das Schärfste verurteilt.++++

Die Stellungnahme im Wortlaut:

Wir stellen dazu fest, dass dem Zentralausschuss der Bundessicherheitswache kein einziger derartig gelagerter Fall im Bereich der uniformierten Polizei bekannt ist.

Wir verwehren uns entschieden gegen die begriffliche Pauschalverurteilung der Bundessicherheitswache.

Die Personalvertretung erwartet sich von einer Einheit wie dem Büro für interne Angelegenheiten (BIA), das in einem derart sensiblen Bereich seine Aufgabe wahrzunehmen hat, dass es mit Zahlen, die Schlüsse auf verbrecherisches Handeln von Polizeibeamten zulassen, korrekt umgeht, und nicht an einem Tag drei verschiedene Zahlen präsentiert. Außerdem wird die im Interview des BIA-Mitarbeiter geäußerte Unterstellung, dass Polizisten dazu in der Lage wären auf Autos von BIA-Angehörigen Bomben anzubringen oder sonst hinter BIA-Angehörigen her zu sein, auf das Schärfste zurückgewiesen. Solche Unterstellungen lassen wir uns nicht gefallen.

Rund 11.000 Sicherheitswachebeamte leisten ausgezeichnete Arbeit und genießen dafür auch das Vertrauen der Bevölkerung. Dieses Vertrauen lassen wir uns durch derart unprofessionelle Arbeit des BIA nicht zerstören. Der Schaden für die Exekutive ist enorm.

 


Exekutivgewerkschaft: Korruptionsverdacht - weisen falsche Zahlen zurück

Utl: Gegen schwarze Schafe konsequent vorgehen, aber Ansehen der Exekutive nicht beschädigen=

Wien (Exekutivgewerkschaft/ÖGB). Die Exekutivgewerkschaft nimmt zu den in den Medien kolportierten Zahlen über angeblichen Fälle der Korruption in der Exekutive Stellung.++++

"Die Exekutivgewerkschaft ist für ein konsequentes Vorgehen gegen Korruption in den Reihen der Exekutive. Wir verlangen in diesen Fällen eine offene und transparente Untersuchung der behaupteten Verfehlungen. Was wir aber nicht wollen, ist die Veröffentlichung irgendwelcher Zahlen über angebliche Korruptionsfälle in den Reihen der Exekutive, die nicht bewiesen oder falsch sind", sind sich der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Franz Pail, der Vorsitzende der Kriminalbeamtengewerkschaft Gottfried Haselmayer und der Vorsitzende-Stv. der Gendarmeriegewerkschaft Kurt Kaipel einig.

Es sei unseriös, wenn nun das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) im Innenministerium in den Medien Zahlen lanciere, die später korrigiert werden müssen. Sie verlangen daher Aufklärung wie es dazu kommen konnte, dass ein Beamter der BIA im Radio von 225 Fällen der Korruption in der Exekutive gesprochen habe und später das Innenministerium diese Zahl weit nach unten korrigierte. Das sei inakzeptabel und komme einer Denunzierung der Vielzahl der korrekt arbeitenden Beamtinnen und Beamten gleich. Auch stelle sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie korrekt eine solche Dienststelle arbeite, die so wenig sorgfältig mit Zahlen umgehe, ergänzten die Gewerkschafter.

Das Innenministerium hat rund 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In wenigen Fällen soll es nun angeblich zu Verfahren gegen verdächtige Beamte kommen, die noch dazu nicht alle aus der Exekutive stammen. Da fragen sich die Personalvertreter wie Innenminister Strasser zu seiner Aussage kam, in der Exekutive sei ein Prozent der Beamtinnen und Beamten korrupt. Auch diese Ausssage weisen Pail, Haselmayer und Kaipel daher entschieden zurück.

 


Belastungen der Exekutive müssen anerkannt werden

Innenminister Dr. Ernst Strasser hat im vergangenen Jahr mit der Exekutivgewerkschaft die Eckpunkte eines neuen Exekutivdienstgesetzes erarbeitet. Die außergewöhnlichen Belastungen und Gefährdungen dieser Berufsgruppe sollen darin berücksichtigt werden. Kernelemente sind eigenständige Regelungen im Bereich des Dienstrechtes, neue Gehaltsansätze und ein auf die Exekutive zugeschnittenes Pensionsrecht.

Nun liegt dieser Entwurf schon einige Monate bei der zuständigen Ressortministerin und Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess-Passer. "Der interne Meinungsbildungsprozess im BM für öffentliche Leistung und Sport dauert schon zu lange. Die Exekutivbeamtinnen und -beamten wollen endlich Ergebnisse sehen. Verhandlungen mit der Exekutivgewerkschaft sollen umgehend aufgenommen und zu einem Abschluss gebracht werden", meint dazu der GÖD-Vorsitzende Fritz Neugebauer. Für Neugebauer ist es eine "Selbstverständlichkeit, dass berufsgruppenspezifische Belastungen und Gefahren Auswirkungen auf die Besoldung und auf die Lebensarbeitszeit haben müssen".
 


 

KÖSSL: BUNDESKRIMINALAMT IST MEILENSTEIN IN DER KRIMINALITIÄTSBEKÄMPFUNG

ÖVP-Exekutivsprecher: SPÖ verspielt jede Glaubwürdigkeit in der Sicherheitspolitik!

Wien, 12. Dezember 2001 (ÖVP-PK) Das Gesetz über die Einrichtung des Bundeskriminalamts (BKA), das heute, Mittwoch, im Nationalrat beschlossen werden soll, ist für den Exekutivsprecher des ÖVP-Parlamentsklubs Abg. Günter Kössl ein Meilenstein in der Bekämpfung der organisierten Kriminalität.****

Im BKA werden sämtliche Einheiten zusammengefasst, die bisher getrennt oder parallel ermittelt hätten. Gerade bei den modernen Erscheinungsformen der Kriminalität wie der Menschen- und Drogenhandel, die organisierte Autoschieberei und die Geldwäscherei sei eine koordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Einheiten eine unbedingte Notwendigkeit, betonte Kössl. Die Einflechtung der wissenschaftlichen Analyse von Kriminalität ist für die Verbrechensprävention eine unbedingte Notwendigkeit. Daher stößt das Bundeskriminalamt auch auf große Zustimmung der Exekutivbeamten.

Heftige Kritik übt Kössl am Verhalten der SPÖ: Diese habe die Verhandlungen rund um das BKA aus fadenscheinigen Gründen aufgeschoben, unterbrochen und schließlich dem Gesetzesentwurf nicht zugestimmt: "Die Sozialdemokraten wollen offensichtlich das Parlament zu einem Theater umfunktionieren und treiben damit in Wahrheit ein gefährliches Spiel mit der Demokratie. Die Glaubwürdigkeit und Kompetenz in der Sicherheitspolitik hat die SPÖ schon längst abgelegt", so Kössl abschließend.


 

Bundeskriminalamt: Parnigoni weiterhin gesprächsbereit

Seine Gesprächsbereitschaft mit Innenminister Strasser über das Bundeskriminalamt (BKA) bekräftigte SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Bereits morgen, Freitag, werde weiterverhandelt, informierte Parnigoni. Bis 4. Dezember habe man Zeit, eine Lösung zu finden. Die zentralen Forderungen der SPÖ: Die für das BKA erforderlichen Sicherheitskräfte dürfen nicht aus den Städten und Gemeinden abgezogen werden. Außerdem fordert die SPÖ aufgrund der "geballten Möglichkeiten der Überwachung" die Einsetzung eines Rechtsschutzbeauftragten. ****

Für das Bundeskriminalamt bestehe ein Personalbedarf von 700 bis 900 Mitarbeitern, berichtete Parnigoni. Dieses Personal müsse zusätzlich aufgenommen werden. Ein Abzug von Personal aus den bestehenden Sicherheitseinrichtungen wie Polizeidirektionen, Landesgendarmeriekommanden und Kriminaldienst sei für die SPÖ unvorstellbar, zumal die Regierung bereits auf Kosten der Sicherheit starke Personalreduzierungen durchgeführt habe.

Das Bundeskriminalamt werde über "große Observationsmöglichkeiten" verfügen, was für die SPÖ die Verstärkung des Rechtsschutzes unabdingbar mache. Ein Rechtsschutzbeauftragter sollte deshalb über verdeckte Ermittlung und erweiterte Gefahrenerforschung informiert werden, dessen Zustimmung sei einzuholen. (Schluss) se

 


"profil": BKA-Gründung gerät ins Stocken

Keine Einigung zwischen Innenminister Strasser und SPÖ über Bundeskriminalamt - ohne Zweidrittelmehrheit Gründung als eigene Behörde unmöglich - Strasser plant weitere Gespräche mit der SPÖ

Der Endspurt für das geplante Bundeskriminalamt gestaltet sich schwieriger, als von Innenminister Ernst Strasser geplant. Wie Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, wollte der Innenminister das Projekt vergangenen Freitag im Innenausschuss zur Entscheidungsreife bringen. Für die Schaffung einer eigenen Behörde benötigt Strasser jedoch eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.

Wenige Stunden vor dem Innenausschuss hatte der Innenminister ein zweistündiges Vorgespräch mit SP-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni geführt, bei dem es zu keiner Einigung kam. Der Innenausschuss wurde deshalb auf Anfang Dezember vertagt.

Um doch noch eine Lösung zustande zu bringen, plant Strasser weitere Gespräche mit der Opposition. Gelingt es dem Innenminister nicht, die SPÖ für sein Projekt zu gewinnen, bleibt ihm nur eine einfachgesetzlich mögliche Änderung der Geschäftsordnung des Innenministeriums.

Ein im Sommer ausgesandter erster Gesetzesentwurf, der darauf abzielt hatte, eine eigene Behörde auch ohne Verfassungsmehrheit zu schaffen, war vom Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes als verfassungswidrig qualifiziert worden. Der Rechnungshof hatte überdies Zweifel an der behaupteten Kostenneutralität des Projekts geäußert.

 


INNENAUSSCHUSS: NOCH KEINE EINIGUNG ÜBER BUNDESKRIMINALAMT Regierungsparteien wollen weitere Gespräche mit der Opposition

Die Verhandlungen des Innenausschusses über die Errichtung eines Bundeskriminalamtes wurden heute unterbrochen. Die Regierungsparteien wollen noch weitere Gespräche mit den Oppositionsparteien führen, um in diesem, wie Abgeordneter Paul Kiss (V) sagte, "Jahrhundertwerk" zu einer Einigung im Verfassungsrang zu kommen. Die gegenständliche Regierungsvorlage beabsichtigt, zum Zwecke einer wirksamen bundesweiten Bekämpfung gerichtlich strafbarer Handlungen und zur Wahrnehmung zentraler Funktionen im Bereich der internationalen polizeilichen Kooperation mit 1. Jänner 2002 ein Bundeskriminalamt zu schaffen. Als zentrale Aufgaben sind neben grundsätzlichen Steuerungs- und Koordinationsaufgaben insbesondere die Bekämpfung der Geldwäscherei und des Drogenhandels sowie die Sicherung und allfällige Vernichtung von aufgefundenem Kriegsmaterial verankert. Außerdem sollen die Interpol, die nationale Europol-Stelle und das Sirene-Büro im Bereich des Bundeskriminalamtes angesiedelt werden. Formal wird das Bundeskriminalamt eine Organisationseinheit der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit sein.

AIRLINES MÜSSEN PASSAGIERDATEN 10 TAGE AUFBEWAHREN

Nachdem der Verfassungsgerichtshof eine Passage im Fremdengesetz wegen nicht zureichender Klarheit als verfassungswidrig aufgehoben hat, hat der Innenausschuss jetzt eine Novellierung verabschiedet. Danach müssen Beförderungsunternehmen die Identitätsdaten der von ihnen beförderten Fremden und die Daten der für die Einreise erforderlichen Dokumente während der auf die Beförderung folgenden 10 Tage für eine Auskunft an die Grenzkontrollbehörde bereithalten. Vor Antritt der Reise hat der Beförderer die sachliche Richtigkeit des Reisedokuments durch Augenschein auf seine Plausibilität zu überprüfen. Auf Verstöße gegen diese Bestimmungen sind - in Übereinstimmung mit dem Schengen-Abkommen - Sanktionen in Höhe von 3000 Euro vorgesehen.

Während die Sprecher der Regierungsparteien die Änderung als Schritt zur Klarheit begrüßten, sahen die Abgeordneten Rudolf Parnigoni und Gisela Wurm (beide S) praktische Probleme bei der Durchführung der Plausibilitätsprüfung durch das Beförderungsunternehmen. Die Sozialdemokraten erklärten sich grundsätzlich einverstanden mit den Intentionen der Novellierung, wünschten aber bis zum Plenum noch eine präzisere Gestaltung der Bestimmung über die Glaubhaftmachung.

Scharfe Kritik kam von den Grünen. Die Abgeordneten Therezija Stoisits und Madeleine Petrovic warfen der Koalition vor, staatliche Verpflichtungen nun wirtschaftlichen Unternehmungen aufzubürden, was zu Schikanen an den Fremden führen werde. Beförderungsunternehmen würden sich nun wegen der angedrohten Strafen weigern, potentielle Asylwerber ins Land zu bringen, befürchtete Petrovic.

Ein Antrag der Abgeordneten Stoisits auf Aufnahme eines entsprechenden Hinweises auf die Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention fand bei der Abstimmung keine Mehrheit.

Abgeordneter Robert Egghart(F) sah in der Novelle eine Reaktion auf den 11. September und meinte überdies, Unternehmen, die Geschäfte mit den Reisenden machen, sollten auch gewisse Sorgfaltspflichten übernehmen.

Innenminister Ernst Strasser betonte, die gängige Praxis werde durch diese Novellierung nicht im geringsten geändert. Die Frage nach der Identität sei durchaus berechtigt und könne nicht als Schikanierung von Fremden gesehen werden. Diesbezügliche Vorwürfe der Grünen wies Strasser mit scharfen Worten zurück.

Die Änderung wurde mit den Stimmen der Regierungsparteien verabschiedet.


 

Gendarmerieposten Übelbach: Kräuter kritisiert Strasser scharf

An Deutlichkeit nichts vermissen lässt die Kritik des steirischen SPÖ-Nationalratsabgeordneten Günther "Kräuter an Minister Strasser nach dem Bekanntwerden skandalöser Details im Zusammenhang mit der parteipolitischen Bevorzugung des Gendarmeriepostens Übelbach." Laut Kräuter soll es zu der Schließung von objektiv wesentlich wichtigeren Posten in der Mittel- und Weststeiermark kommen. Genäß einer Aussage einer Mitarbeiterin des Innenministeriums sei laut Daten Minister Strassers die nächstgelegene Dienststelle von Übelbach 60 Kilometer entfernt. Dass der nur sieben Kilometer entfernte Posten Deutschfeistritz bei der Auswahl der Schließungsposten zugunsten von Übelbach einfach "unterschlagen" wird, ist für Kräuter ein beispielloser Skandal. ****

Kräuter am Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ: "Herr Minister Strasser, ihre parteipolitische Vorgangsweise im Zusammenhang mit dem Gendarmerieposten Übelbach ist zum untragbar. Zum Schutz des Postens eines Parteifreundes, der als ÖVP-Personalvertreter in Übelbach hockt, werfen sie objektive sicherheitspolitische Kriterien über Bord. Bedenkenlos nehmen sie eine massiv verschlechterte Sicherheitssituation in der Mittel- und Weststeiermark in Kauf, nicht einmal vor getürkten Auswahlkriterien im Ministerium bei den Postenschließungen wird zurückgeschreckt. Ich protestiere im Namen der Bevölkerung auf das Schärfste!"

Schon nächste Woche wird Kräuter eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Strasser einbringen: "Dieser üble Skandal findet ein heftiges Nachspiel im Nationalrat!"


 

Gaßner: Schließung von Gendarmerieposten untragbar

Die spürbaren Konsequenzen, die die schwarz-blaue Verwaltungsreform für die Bevölkerung bewirkt, dürften nicht unwidersprochen bleiben, betonte der SPÖ-Kommunalsprecher und Schwertberger Bürgermeister Kurt Gaßner. Faktum sei, dass die Verwaltungsreform nicht den von den Einsparungen betroffenen Menschen diene. An einem konkreten Beispiel, der Schließung bzw. "Zusammenlegung" (lt. Regierungsdiktion) von Gendarmerieposten soll dies demonstriert werden:. "Ich habe den Innenminister in einer parlamentarischen Anfrage zu den Schließungsvorhaben der Gendarmerieposten befragt. Die Antworten waren jedoch äußerst widersprüchlich," so Gaßner am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Besonders ärgerlich sei die Tatsache, dass die politischen Entscheidungsträger nicht in die Erarbeitung der Entscheidungsgrundlagen eingebunden wurden. Alle zuständigen Bürgermeister seien erst am Tag der Entscheidung über die konkreten Zusammenlegungsvorhaben informiert worden. "Damit sind die Regionalverantwortlichen vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Seit die blau-schwarze Regierung angetreten ist, gibt es keine Konsenspolitik mehr in Österreich und die Gemeinden und Regionen sollen anscheinend infrastrukturell ausgehungert werden", so Bürgermeister Gaßner. "Ich frage mich, wie lange sich die ÖVP-Bürgermeister diese Bevormundung durch die eigenen Regierungskollegen gefallen lassen."

Aus der parlamentarischen Anfragebeantwortung von Innenminister Strasser geht eines deutlich hervor: Nicht objektive Kriterien seien maßgeblich für die Schließungentscheidungen der einzelnen Standorte gewesen, sondern vermutlich parteipolitische Überlegungen. "Wie ist es sonst zu erklären, dass von den 15 Gendarmerieposten, die in Oberösterreich geschlossen bzw. zusammengelegt werden, alle Überstunden machen mussten, um die anfallende Arbeit erledigen zu können", so der Kommunalsprecher der SPÖ. Die Beteuerung vom Innenminister, dass Verwaltungskapazitäten in den Außendienst verlagert würden, sei mehr als zweifelhaft, da nicht anzunehmen sei, dass die große Zahl an Überstunden überwiegend im Innendienst geleistet wurde. "Ich überlasse es jedem, sich selbst ein Bild davon zu machen, wie die Schließung folgender Posten mit einer hohen Überstundenzahl zu einer besseren Abdeckung des Sicherheitsbedürfnisses der Bevölkerung führen wird", empört sich Gaßner über die widersprüchlichen Antworten der Regierung.

Im Folgenden die Aufstellung gemäß der Anfragebeantwortung:
Gend.-Posten OÖ: Üst. Schnitt pro Monat:
Alkoven 92,3
Rainbach/M 52,5
Unterweißenbach 65,8
Wartberg/Krems 69,2
Kronstorf 117,4
Baumgartenberg 66,6
Schwertberg 138,8
Haslach/M 61,9
Hofkirchen/M 71,2
Taufkirchen/Pram 86,2
Feldkirchen 98,1
Regau 221,3
Attersee 164,2
Weyregg/A. 224,9
Stadl Paura 194,2
SUMME ÜBERSTUNDEN 1724,6
Quelle: parl. Anfragebeantwortung 2676/AB XXI.GP

"BM Strasser musste dabei sogar zugeben, dass die Gendarmerieposten Schwertberg, Regau, Attersee und Weyregg/Attersee überstundenmäßig über dem Durchschnitt liegen - und trotzdem werden sie geschlossen!", so Gaßner abschließend.


 

Parnigoni fordert Fachhochschule für Exekutivbeamte

"Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie es um die Sicherheit des Landes bestellt ist", erklärte SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni und kritisierte, dass Blau-Schwarz den Sicherheitsbericht 2000, der eine "dramatische Entwicklung" aufzeige, nur im Innenausschuss, nicht aber im Plenum des Nationalrates diskutieren will. Außerdem forderte Parnigoni am Freitag in einer Pressekonferenz die rasche Schaffung einer Fachhochschule für Exekutivbeamte. Dass im Zuge der geplanten Schaffung eines Bundeskriminalamts 20 Monate "durch permanente Positionskämpfe" vergeudet worden seien, gehe zu Lasten des Innenministers. ****

Parnigoni zitierte aus dem Sicherheitsbericht 2000, der kommende Woche im Innenausschuss behandelt wird: Die Zahl der strafbaren Handlungen ist im Jahr 2000 gegenüber 1999 um 67.000, bzw. 14 Prozent gestiegen, die Aufklärungsquote hingegen stark gesunken. Im selben Zeitraum sind Zuwächse im Bereich der Sachbeschädigung (plus 17 Prozent) und der Diebstähle (plus 16,5 Prozent) zu verzeichnen, während die Aufklärungsquote bei den Diebstählen von 27 Prozent (1999) auf 23 Prozent (2000) gesunken ist. Auf diese dramatische Entwicklung reagiere der Minister mit einer Zerschlagung der bewährten Sicherheitsstruktur: 119 Gendarmerieposten werden gesperrt, Kriminalabteilungen werden zusammengelegt, über 2000 Exekutivbeamte werden bis 2003 abgebaut, im Zuge der Gendarmeriereform werden über 900 Beamte rückgestuft und auf die geplante Polizeireform würden die leitenden Beamten mit großer Skepsis und Sorge um die Sicherheit reagieren. "Das kann nicht die Antwort sein", so Parnigoni, der auf eine tiefe Verunsicherung der Exekutivbeamten und auf die Sorge der Bevölkerung um ihre Sicherheit verwies. "Sparen bei der Sicherheit ist Sparen am falschen Platz."

Bei der Sicherheitsakademie habe Innenminister Strasser "Millionen in den Sand gesetzt", so Parnigoni weiters. Diese sei monatelang - bei einer Miete von zwei Millionen Schilling monatlich - leer gestanden, bevor der Innenminister in diesem Punkt dem SPÖ-Konzept gefolgt sei, und nun die Akademie doch für die Ausbildung der Exekutive nutze. Allerdings vermisst Parnigoni nach wie vor eine Fachhochschule für die Exekutivbeamten: "Das ist ein bildungspolitischer Betrug an den Gendarmerie- und Kriminalbeamten." Während dem Bundesheer drei Akademien und eine Fachhochschule zur Verfügung stünden, verwehre man der Exekutive diesen Wunsch und behandle sie gegenüber dem Bundesheer als "zweitklassig".

Eine schwere Niederlage habe der Innenminister im Zusammenhang mit dem Bundeskriminalamt erlitten. 20 Monate, also seit Strassers Amtsantritt, sei die Kriminalpolizei praktisch gelähmt und permanent in Positionskämpfe verwickelt gewesen. "Das geht zu Lasten Strassers", so Parnigoni. Der Entwurf zum Bundeskriminalamt habe eine "Monsterbehörde", einen "Beamtenmoloch" mit 1000 Personen vorgesehen, die wiederum "auf der Fläche" gefehlt hätten. In einer Umfrage hätten sich 80 Prozent der Kriminalbeamten gegen diese Reform ausgesprochen; die Stellungnahmen im Begutachtungsverfahren seien vernichtend gewesen. Auch der Rechungshof habe die Schaffung einer Kriminalbehörde kritisiert, weil das Ziel der strafferen Gestaltung verfehlt und es zu einem weiteren Auseinanderdriften zwischen Fach- und Dienstaufsicht kommen würde. Mit dem nunmehr vorgelegten Gesetzesvorschlag, der lediglich eine Änderung der Geschäftseinteilung vorsieht, habe Strasser einen "Akt des Rückzugs" gesetzt.

Mit Unverständnis reagierte Parnigoni auf die Vorgangsweise Strassers im Zusammenhang mit der Flughafensicherheit. So seien dem Flughafen aufgrund einer Gefährdungsanalyse der Stapo zusätzliche 89 Exekutivkräfte zugeordnet worden; Strasser habe allerdings in einem Ministerratsvortrag vom 28. September von "wesentlichen Einsparungen" und "Optimierungen" gesprochen.

Am 6.10.2001, ab 14.00 Uhr, findet in der Krieau der Tag der Wiener Polizei statt. Zwischen den Pferderennen stellen sich die verschiedensten Einsatzorganisationen der Polizei vor und präsentieren ihr Können (z.B. Diensthundeabteilung, WEGA, Selbstverteidigungsteam). Weiters bietet der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst die verschiedensten Präventionstipps an. Neben den Vorführungen werden auch diverse polizeiliche Ausrüstungen vorgestellt und zahlreiche Kolleginnen und Kollegen stehen für Informationen zur Verfügung. Die ganze Veranstaltung wird musikalisch von der Polizeimusik Wien gestaltet. Die Bundespolizeidirektion Wien lädt zu dieser Veranstaltung die Bevölkerung herzlich ein. Kostenloser Eintritt, Dauer der Veranstaltung bis ca. 19.00 Uhr. Die Medienvertreter(innen) werden ab 14.00 Uhr, im VIP-Zelt (nächst Richterturm) zu persönlichen Gesprächen und zu einem Buffet eingeladen.
 


 

Polizei stellt Ausrüstung des Amokläufers ins Web
Zuger reagieren professionell auf internationales Medieninteresse
 

Das Attentat auf den Zuger Kantonsrat von gestern Donnerstag mit 15 Todesopfern und ebenso vielen Verletzten hat einen internationalen Medienansturm ausgelöst. Die Zuger Behörden haben trotz grosser Betroffenheit professionell reagiert. Neben Medienkonferenzen wird auch das Internet zur Verbreitung von Informationen in Text und Bild genutzt. So sind bereits auch das Waffenarsenal und die Polizei-Kampfmontur-ähnliche Bekleidung des Täters im Internet unter der Adresse http://www.zug.ch/polizei/45_17.htm abrufbar.
 

An einer Medienkonferenz von heute Freitag morgen wurde professionell und umfangreich über die schrecklichen Vorfälle von gestern informiert.
 

Ein Foto des 57jährigen Täters Friedrich Leibacher, der offenbar schon 1970 in Zug für diverse Delikte, unter anderem für Unzucht mit Kindern bestraft worden war, konnte die Zuger Polizei bis anhin noch nicht zur Verfügung stellen.
 

Hingegen aber ist das Waffenarsenal, bestehend unter anderem aus einer Pump Action, einem Sturmgewehr der Schweizer Armee und einer "Sigg"-Faustfeuerwaffe auf dem Bild ersichtlich. Ein weiteres Bild zeigt die teilweise blutverschmierte "Kampfmontur" des Täters mit Aufschrift "Polizei".
 

Ebenso ist im Internet eine Liste der 15 Verletzten abzurufen, von denen alle ausser einer Person mittlerweile ausser Lebensgefahr sind.
 

Neben den Parlamentsmitgliedern und dem Protokollführer wurden beim Attentat auch drei Journalisten verletzt, es handelt sich dabei um Karl Etter aus Menzingen sowie um Bodo Lamparski und Simone Hinnen aus Zug.
 


 

Ein Schnüffler packt aus!

Das diskrete Geschäft der privaten Ermittler ist nicht immer ganz einfach und nicht immer ganz legal ist. Der Wiener Berufsdetektiv Mag. Bernhard Maier gewährt in seinem spannenden Insider-Report Einblick in eine Branche, die gelegentlich haarscharf an den Grenzen der Moral und des Gesetzes arbeitet. Manchmal auch jenseits davon.

Zahlreiche Fälle, die Detektive in Österreich und Deutschland bearbeitet haben, sind detailgetreu im Detektiv-Report wiedergegeben. Dabei wird eines deutlich: Die privaten Ermittler sind längst nicht mehr nur im Schatten untreuer Ehepartner unterwegs. Die Ermittlungen im Betrugsfall Lucona, die Nachforschungen im politisch brisanten Mordfall Christian Waldner in Südtirol, die Beweismittelbeschaffung für den Lockerbie-Schadenersatzprozess und die Suche nach der vermissten Natascha Kampusch führen vor Augen, wie weit und delikat das Feld ist, das Detektive beackern.

Der Detektiv-Report berichtet über die Methoden und die technischen Möglichkeiten heimischer Detektivbüros. Die Observation von Fahrzeugen aus dem All via GPS und GSM, die getarnte Überwachung von Räumen mit Mini-Spion-Kameras sowie der Einsatz von DNA-Analytik zum Nachweis des Ehebruchs sind bei den Spürnasen Gang und Gebe.

Ohne Schönfärberei weist der Detektiv-Report auf die gravierenden Probleme des Gewerbes in der Gegenwart hin: illegale Ermittlungsmethoden, Kampf mit dem Datenschutz und nicht zuletzt Gestalten im Detektiv-Gewerbe, die eine höchst fragwürdige Vergangenheit aufweisen.

Schließlich ist der Detektiv-Report auch ein Ratgeber für potenzielle Auftraggeber. Und für jene, die den Verdacht hegen, ein Beobachter hat sich an ihre Fersen geheftet, hat der Detektiv-Report ein paar nützlich Tipps parat.

Der Detektiv-Report ist im September 2001 im Verlag Car Ueberreuter/Wien erschienen.
 

Flüchtige Fingerabdrücke / NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND: Fingerabdrücke umgehend sichern

Bei der Spurensicherung nach Straftaten, an denen
Kinder beteiligt sind, kommt es mehr als sonst auf die
Geschwindigkeit an. Wie das Magazin NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND
(Ausgabe 10/2001, EVT 24. September) berichtet, stellten Chemiker des
staatlichen Labors in Oak Ridge, Tennessee, fest, dass Fingerabdrücke
unterschiedlich lange haltbar sind. Die Abdrücke von Kindern können
binnen 24 Stunden komplett verschwinden. Grund dafür ist, dass
kindliche Abdrücke viel mehr flüchtige Substanzen enthalten als die
von Erwachsenen, die eher fettige und damit langlebige Spuren
hinterlassen.
 


 

Offener Brief von Stadträtin Pittermann an Wiener Spitäler betreffend Weitergabe von Gesundheitsdaten


 

Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker
Amtsführende Stadträtin
für Gesundheits- und Spitalswesen in Wien


 

An alle kollegialen Führungen


 

Wien, am 17. Juli 2001


 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie Sie der heutigen Ausgabe der Zeitung Standard - Seite 6, "Polizei sammelt Gesundheitsdaten" - entnehmen können, ist es offenbar gängige Praxis der Bundespolizei- und Sicherheitsdirektionen, bei den Krankenkassen regelmäßig Gesundheitsdaten abzufragen.

Ich halte diese Praxis für problematisch unseren Patienten gegenüber. Da ich nicht ausschließen kann, dass Sie in Ihrem Verantwortungsbereich mit ähnlichen Wünschen und Begehrlichkeiten konfrontiert werden, möchte ich Folgendes klarstellen:

Alle Menschen, die in den öffentlichen Spitälern der Stadt Wien behandelt werden, haben das Recht auf spitzenmedizinische und pflegerische Behandlung sowie auf einen umfassenden Schutz all ihrer persönlichen und gesundheitlichen Daten, die dem Spital in Ausübung der Behandlung bekannt werden. Sollten Sie von einem Organ einer Sicherheitsbehörde um patientenbezogene Auskünfte ersucht werden, so dürfen Sie diese - im Interesse des Patienten - nur dann weitergeben, wenn ein gesetzlich normierter Tatbestand vorliegt und der Nachweis der Notwendigkeit des Bedarfes dieser Daten von der Sicherheitsbehörde erbracht wird.

Ich weiß, dass Sie mit patientenbezogenen Daten schon bisher korrekt und sehr vorsichtig umgegangen sind. Aus aktuellem Anlass möchte ich Ihnen jedoch dieses Schreiben in die Hand geben, um ihr korrektes Verhalten - auch bei offenbar steigendem Druck des Sicherheitsapparates - aufrechterhalten zu können.

Herzlichst Ihre

                                        Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker


 

Internationales Cybercop-Treffen in Wien

Innenminister Ernst Strasser übernimmt Ehrenschutz

Vom 13. bis zum 17. Juni 2001 findet das diesjährige, internationale Polizeitreffen der „Cybercops“ in der Bundeshauptstadt Wien statt.

Die „Cybercops“, der E-Mail Club für deutschsprachige Polizeibeamte besteht seit 1996, aus rund 400 Mitgliedern aus zwölf Ländern. Ziel des Clubs ist es, eine Plattform zu schaffen, um global unter Gleichgesinnten auf elektronischem Wege über das Internet zu kommunizieren. Außer in den meisten europäischen Ländern gibt es auch in Kanada Polizisten, die dieses Netzwerk nutzen.

Die Teilnehmer kommen aus den verschiedensten Verwendungsbereichen im Polizeidienst. So finden sich bei den Cybercops Polizeijuristen, Hubschrauberpiloten, Internet-Fahnder, Streifenbeamte, Autobahnpolizisten, usw., wieder.

Die Mitglieder, die ihrem Hobby in ihrer Freizeit nachkommen, können bereits zwei besondere Projekte, welche nunmehr umgesetzt wurden, verbuchen. Neben der Webseite www.odmp.de, welche als zentraleuropäische Gedenkseite, für im Dienst gefallene Polizeibeamte ein Andenken setzt, wurde im Jahr 2000 der Verein „Copcare - die helfende Hand“ gegründet.

Copcare (www.copcare.de) versteht sich als unterstützende Einrichtung für im Dienst verunglückte Exekutivorgane oder deren Angehörige und dies, ohne Rücksicht auf nationale Grenzen.

Nachdem die Cybercops (www.cybercops.de) im vorletzten Jahr die Schweiz und im letzten Jahr die deutsche Bundeshauptstadt Berlin besuchten, treffen sich rund 100 Mitglieder nun in Wien, um Österreich und seine Exekutive nicht nur virtuell kennen zu lernen.

Das Treffen, das von zehn österreichischen Gendarmen und Polizisten gemeinsam organisiert wird, bietet neben kulturellen Events auch polizeiliche Themen, um hier die Polizeiarbeit für die internationale Kollegenschaft transparenter zu gestalten.

Unterstützt wird das Treffen von der Firma  „COMNET Computer Netzwerke GmbH“ Spezialist im Bereich Netzwerk Gesamtlösungen (www.comnet.at).


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:53
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