Wien: Anstieg an
Grippeneuerkrankungen
Der Wiener Grippemeldedienst der Magistratsabteilung 15 -
Gesundheitswesen und Soziales - meldet für die vergangene Woche (24. 1. 2005
- 28. 1. 2005) 15.700 Neuerkrankungen an Influenza bzw. grippaler Infekte.
"Dies weist auf den Beginn einer Influenza-Welle hin", so die ExpertInnen
der MA 15. Nach Auskunft des Virologischen Institutes der Universität Wien
werden sowohl Influenza A als auch Influenza B Viren mit steigender Tendenz
bei Erkrankten nachgewiesen. Die bisher typisierten Influenza-Stämme
entsprechen jenen, die im aktuellen Impfstoff enthalten sind. Daher
empfehlen die ExpertInnen der MA 15 weiterhin allen nichtgeimpften
Wienerinnen und Wienern sich impfen zu lassen.
Symptome der Influenza
Die Symptome einer Influenza unterscheiden sich von einem grippalen
Infekt durch schwere Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl,
hohes Fieber und Entzündungen des Rachens, Bronchitis und Kopfschmerzen.
Personen mit diesen Beschwerden wird empfohlen ihren Arzt zu kontaktieren
und sich möglichst zu schonen. Besonders gefährdet sind Personen mit
chronischen Krankheiten, Personen über sechzig Jahre aber auch Säuglinge,
Kleinkinder sowie Schwangere. Zur Vorbeugung werden vitaminreiche Kost,
Bewegung im Freien sowie Meidung von Menschenansammlungen empfohlen.
Impfschutz
Auch jetzt kann es noch sinnvoll sein, sich oder seine Angehörigen
impfen zu lassen. Es muss jedoch sorgfältig die Anamnese erhoben werden, da
eine Impfung in der Inkubationszeit (1-3 Tage) die Erkrankung nicht mehr
verhindern kann.
Die Impfung ist beim Hausarzt und in den Bezirksgesundheitsämtern
während der jeweiligen Impfzeiten, aber auch in der Impfstelle für
Auslandsreisende im 1. Bezirk möglich. (Informationen zu den Impfzeiten
finden Sie im Internet unter
www.wien.gv.at/ma15/bga.htm oder über das Gesundheitstelefon unter 533
28 28).

Erkältung? Nein, danke!
Die Erkältung hat uns fest im Griff: Landauf, landab wird geschnieft und
geschnäuzt :
Oh, mich erwischt's jeden Winter, da kann ich machen, was ich will
.../... Ich versuche mich, trotz der dunklen Jahreszeit, viel an der
frischen Luft zu bewegen, viel Tee zu trinken.../... Also ich find's total
schlimm, dass alle immer ihre benutzten Tempos überall rumliegen lassen
.../... Ich fahre im Winter meistens mit dem Fahrrad, weil in der Bahn, da
sind dann so viele Keime und Viren, da würde ich mich eher anstecken .../...
Wenn ich erkältet bin, dann bleib ich lieber zuhause, um die Leute in meiner
Umgebung nicht auch noch anzustecken, das muss ja nicht sein. Ich inhalier
dann und nehm Erkältungsbäder und kurier das für mich ganz alleine aus.
Überall sind wieder die roten Schnupfnasen unterwegs. Während es die
einen schon erwischt hat, versuchen andere noch, sich so gut wie möglich zu
schützen. Am Telefon ist Frau Dr. Gerlinde Wagner: Was kann man jetzt noch
tun, um sich gegen eine Erkältung zu wappnen?
Wichtig ist natürlich alles, was dem Körper hilft, das Immunsystem zu
stärken. Man sollte also möglichst viel an die frische Luft gehen,
Saunagänge machen, Sport und sich ausreichend mit Vitaminen versorgen. Wenn
man viel in geschlossenen, beheizten Räumen ist, sollte man möglichst häufig
lüften. Und wenn es geht, auch die Luftfeuchtigkeit erhöhen, weil
ausgetrocknete Nasenschleimhäute weitaus empfindlicher sind.
Gegen die Grippe kann man sich impfen lassen, warum nicht gegen
Erkältung?
Bei einer Grippewelle wissen die Forscher vorher weitestgehend, welche
Grippeviren dafür verantwortlich sind und so kann man einen entsprechenden
Impfstoff herstellen. Die Erkältung ist allerdings ausgelöst von einer
Vielzahl unterschiedlichster Virenstämme, die sich außerdem auch noch
ständig verändern. Und so ist es bisher leider noch nicht möglich gewesen,
einen passenden Impfstoff herzustellen. Und deshalb schützt eine
Grippeimpfung natürlich auch nicht gegen eine Erkältung.
Es gibt also keinen sicheren Schutz gegen Ansteckung?
Da haben Sie vollkommen Recht. Solange Sie nicht leben wollen wie ein
Einsiedler und jeden Kontakt mit Mitmenschen vermeiden wollen, können Sie
sich nicht richtig schützen. Und deshalb ist es in der kalten Jahreszeit
natürlich vollkommen normal, dass man auch einmal erkältet ist.
Und was kann ich tun, um die Erkältung erträglich zu machen?
Ja, die häufigsten Symptome einer Erkältung sind, neben Schnupfen, Hals-,
Kopf- und Gliederschmerzen manchmal auch noch Fieber. Da helfen Hausmittel
grundsätzlich nicht schlecht, aber häufig sind sie sehr aufwendig und wirken
oft nur gegen eines dieser Symptome. Rezeptfreie Mittel aus der Apotheke
sollten möglichst mit wenig Wirkstoffen alle drei dieser Symptome
zuverlässig bekämpfen. Aspirin Complex zum Beispiel, enthält neben dem
Wirkstoff Acetylsalicylsäure, den wir auch schon vom Aspirin her kennen,
gegen Schmerzen und Fieber nur noch einen Wirkstoff, der die
Nasenschleimhäute abschwellen lässt, was die Nase frei macht. Als Granulat,
was in Wasser eingerührt wird, unterstützt es dann außerdem noch den
erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

Bakterienhaltiger Nasenspray schützt vor Grippe
Milchsäurebakterien regen im Tierversuch Immunsystem an
Ein bakterienhaltiger Nasenspray könnte künftig vor Grippe schützen.
Zumindest bei Versuchen an Mäusen regte das in die Nase verabreichte Milchsäurebakterium
Lactobacillus casei das Immunsystem der Tiere derart an, dass ihnen
Grippeviren viel weniger anhaben konnten. Das berichten japanische Forscher im
Fachblatt "Clinical and Diagnostic Laboratory Immunology" http://cdli.asm.org
.
Die Forscher um Tetsuji Hori vom Zentralinstitut für Mikrobiologische
Forschung in Tokio behandelten die Mäuse zunächst mit abgetöteten Bakterien
und infizierten sie anschließend mit dem Influenza-Virus. Die Überlebensrate
der Tiere war viermal größer als die unbehandelter Mäuse. Zusätzlich
konnten die Forscher in den Nasen der mit dem Bakterium behandelten Tiere eine
um 90 Prozent geringere Konzentration von Viren nachweisen. Die verwendeten
Milchsäurebakterien werden aus dem Darm gewonnen und sind als lebende
Kulturen auch in so genannten probiotischen Joghurts enthalten.
