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Gliazellen bei der Bildung von Synapsen entscheidend
Erkenntnisse sollen bessere Epilepsie-Behandlung ermöglichen

Wissenschafter der Stanford University School of Medicine http://med.stanford.edu haben entdeckt, dass auch Gliazellen eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Synapsen während des Entwicklungsprozesses direkt nach der Geburt spielen. Bisher war nur bekannt, dass diese Zellen die Funktion der Neuronen im erwachsenen Gehirn unterstützen. Die neuen Einblicke in den normalen Vorgang der Bildung von Synapsen sollen eine verbesserte Behandlung von Drogenabhängigkeit und Epilepsie ermöglichen. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die teilweise durch das Vorhandensein von zu vielen Synapsen gekennzeichnet sind. Die Kommunikation im Gehirn findet von einer Nervenzelle zur anderen über Synapsen statt. Diese Neuronenverbindungen bilden sich früh in der Gehirnentwicklung. Es wurde angenommen, dass ihre Bildung von den Nervenzellen selbst gelenkt wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Cell http://www.cell.com veröffentlicht.

Gliazellen machen rund 90 Prozent der Zellen im Gehirn von Säugetieren aus. Bis vor kurzem konzentrierte sich die Wissenschaft auf ihre unterstützende Rolle. Das Team um Ben Barres entwickelte ein neues Verfahren zur Züchtung von Neuronen im Labor, das ohne Gliazellen auskommt. Die Forscher isolierten Proteine, die von den Gliazellen produziert wurden. Sie untersuchten in der Folge, was passiert, wenn diese Proteine einer Neuronenkultur hinzugefügt werden. Zwei der Proteine, Thrombospondin 1 und 2, führten zur Bildung von Synapsen. Diese Synapsen erwiesen sich allerdings als nicht voll funktionsfähig. Sie konnten Signale übertragen, aber waren nicht in der Lage sie zu empfangen.

Das Neuron, das das Signal überträgt, kann einen Neurotransmitter bilden. Das benachbarte Neuron, das das Signal empfängt, ist jedoch nicht in der Lage das Vorhandensein eines Neurotransmitters zu erkennen. Vollständig funktionsfähige Synapsen erfordern das Vorhandensein von Gliazellen. Laut Barres ist bekannt, dass die Gliazellen zumindest ein weiteres entscheidendes Protein produzieren, das man derzeit noch nicht identifiziert habe. Dieses unbekannte Protein ermöglicht dem empfangenden Neuron den Neurotransmitter zu entdecken, der von dem Neuron ausgeschickt wird, das bei der Bildung von Synapsen Signale überträgt.

In einem nächsten Schritt entwickelten die Wissenschafter einen Mäusestamm, dem die Fähigkeit Thrombospondin 1 und 2 zu bilden, fehlte. Die Gehirne diese Tiere wiesen 40 Prozent weniger Synapsen auf als jene normaler Mäuse. Gliazellen sondern diese Thrombospondine nur in den frühen Phasen der Gehirnentwicklung gleichzeitig mit der Bildung von Synapsen ab. Diese Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die relativ geringe Fähigkeit des erwachsenen Gehirns neue Synapsen zu bilden, auf das Vorhandensein von nur geringen Mengen dieser Thrombospondine zurückzuführen sein könnte.


 

Übersehene Krampfanfälle - Altersepilepsie anfangs mit unscheinbaren Symptomen

Ein großer Krampfanfall bei älteren Menschen
kommt meistens sehr überraschend - weil vorher kleinere Anfälle
übersehen oder falsch gedeutet wurden. Die Altersepilepsie zeigt
anfangs nur milde Symptome: eine Schwindelattacke zum Beispiel, ein
Schmatzen oder nur ein kurzer, starrer Blick, berichtet das
Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau". Wenn Hirnzellen rebellieren,
macht die Wahrnehmung eine Pause: Den Betroffenen selbst sind die
kurzen Ausfälle gar nicht bewusst - es sei denn, sie stürzen und
verletzen sich. Behandelnde Ärzte sind deshalb auf Beobachtungen von
Angehörige angewiesen. Weil aber viele alte Menschen allein leben und
die Symptome auch bei anderen häufigen Alterskrankheiten vorkommen,
sind Fehldiagnosen häufig. Auf 140.000 mit steigender Tendenz schätzt
Dr. Rani von Wrede, Neurologin an der Universitätsklinik für
Epileptologie in Bonn, die Zahl der Altersepileptiker in Deutschland.
Mehr Aufmerksamkeit für diese Krankheit würde ihnen viel Kummer
ersparen, denn sie lässt sich mit Medikamenten gut behandeln.


 

Internationale Spezialisten warnen vor Abbruch der Epilepsiebehandlung

Patienten mit Epilepsie, die die Einnahme ihrer Medikamente ohne medizinische Aufsicht beenden, benötigen eher eine Intensivbehandlung und mehr Arztbesuche. Dies ergab eine neue Studie mit über 200 internationalen Epilepsieexperten (1), die auf dem Jahreskongress der American Epilepsy Society (AES) präsentiert wurde. Viele dieser Notfälle sind jedoch verhinderbar, wenn Patienten Anti-Epilepsy-Drugs (AEDs) mit guten Retentionsraten einnehmen.

   Die neue Studie zeigte, dass fast ein Drittel der Patienten mit Epilepsie ihre AED Therapie unterbrechen oder unterbrechen möchten. Über 50 % der teilnehmenden Ärzte gaben den dosisabhängigen und kognitiven Nebenwirkungen und der inadäquaten Kontrolle von Epilepsieanfällen die Schuld an diesen niedrigen Retentionsraten (1).

   Die Ergebnisse einer bedeutenden Langzeitstudie, die ebenfalls auf dem AES Kongress präsentiert wurde, zeigten jedoch, dass die langfristigen Retentionsraten (ein Mass aus kombinierter Wirkung und Toleranz) verbessert werden können, wenn die Patienten eine gute Kontrolle der Epilepsieanfälle erleben(2). Fast zwei Drittel von 811 Patienten mit chronischer Epilepsie, die auf andere Behandlungen nicht reagierten, setzten die Behandlung mit neueren AED fort, Keppra(R) (+) (Levetiracetam), für Zeiträume bis zu 41 Monaten fort, wobei 18 % der Patienten mit refraktärer Epilepsie, die auf andere AEDs nicht angesprochen hatten, vollkommene Anfallsfreiheit erzielten.

   Im Zuge des Berichtes der Studienergebnisse, beschrieb Dr. Gunter Krämer, Medizinischer Leiter des Schweizer Epilepsie Zentrums in Zürich, Schweiz, die Gefahren des Absetzens der AED Behandlung:

   "Eine schlechte Retention in der AED Therapie frustriert die Ärzte und gefährdet die Patienten, da dies zu unkontrollierten Anfällen mit der gesamten, damit verbundenen Morbidität, Mortalität, Intensivbehandlung und mit erhöhten Kosten einhergeht", führte er aus.

   "Bei der Auswahl einer AED sollten Ärzte Behandlungen in Betracht ziehen, die langfristige Anfallsfreiheit mit minimalen Nebeneffekten bieten, was die Patienten ermutigen wird, ihre Medikation langfristig einzunehmen", fügte er hinzu.

   Fast zwei Drittel der in die Studie eingebundenen Ärzte berichteten, dass schlechte Langzeit Retentionraten für AEDs zu einer höheren Anzahl von Invensivbehandlungen und in mehr als 50 % zu Durchbruchsanfällen führten, die den schlechten Langzeit Retentionsraten zugeschrieben wurden (1).

   Daten aus der neuen Langzeit Keppra Behandlungsstudie zeigten eine signifikante Anzahl an Patienten, die lange Zeit hindurch keine Epilepsieanfälle hatten (2). Etwa ein Patient von fünf wurde für einen bis 35 Monate anfallsfrei, wobei der Durchschnitt bei 11 Monaten lag und weitere 29% hatten eine Abnahme von 50 % oder mehr während einer gewissen Periode im Follow-up-Zeitraum (2). Vollkommene Anfallsfreiheit wurde bei einem grossen Anteil der Patienten mit Teilanfällen und allgemeiner Epilepsie erreicht (2).

   "Diese breit angelegte Studie bestätigt nicht nur das hohe Wirkungs- und Toleranzniveau von Keppra, das zuvor in klinischen Versuchen festgestellt worden war, sondern zeigt auch, dass diese bei einer längeren Behandlung mit niedrigen Drop-out-Raten aufrechterhalten werden", sagte Dr. Ley Sander von den Departments of Clinical and Experimental Epilepsy am Institute of Neurology, London und der National Society for Epilepsy, Chalfont St Peter, UK.

   46 Patienten, die an der Studie teilnahmen, konnten ihre Epilepsie auch mit der Levetiracetam Monotherapie(2) unter Kontrolle halten. Von diesen erzielten 26 Patienten anfallsfreie Perioden von 2 bis 35 Monaten (durchschnittlich 13 Monate)(2).

   Die Ergebnisse der Studie tragen zur wachsenden Evidenz bei, dass Levetiracetam gute Raten in Bezug auf die Anfallsfreiheit bei unübertroffener Toleranz bietet, was es zu einer idealen Wahl für eine Ergänzungstherapie macht.

   (+) Keppra(R) ist eine geschützte Handelsmarke der UCB Gruppe. Bitte beachten Sie ihre nationale Produktinformation, da der Handelsname, sowie die Verschreibungsinformation von Land zu Land verschieden sein können.


 


 

Gen-Analyse sorgt für bessere Medikation bei Epilepsie
Maßgeschneiderte Therapie für Betroffene

Genetische Variationen zwischen Epilepsie-Patienten entscheiden über den Erfolg oder Misserfolg einer medikamentösen Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegten Studie am Wiener Allgemeinen Krankenhaus AKH http://www.akh-wien.ac.at . Die neuen Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine maßgeschneiderte Epilepsie-Therapie, die auf den jeweiligen Patienten angepasst wird. Die Studie wird beim Europäischen Epilepsie-Kongress, der im Mai in Wien stattfinden wird, der Fachwelt vorgestellt.

Bis zu drei Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Epilepsie. Mit den modernen Medikamenten können zwei Drittel aller Betroffenen ein fast anfallfreies Leben führen. Nur etwa ein Drittel der Patienten spricht nicht gut auf die Behandlung an. Genau mit dieser Gruppe befasste sich die neue Studie. Wissenschaftler der Universitätsklinik für Neurologie am AKH haben unter Leitung von Fritz Zimprich über 630 Patienten untersucht, warum die Effektivität der Medikamente stark zwischen individuellen Patienten variiert. Hintergrund der Studie war die Tatsache, dass es auch im Hirn Proteine gibt, die für eine Art "chemische Entgiftung" sorgen. Diese Transportproteine sorgen dafür, dass potenziell schädliche Substanzen aus den Zellen abgeführt werden. Dieser Schutzmechanismus bewirkt aber auch, dass die medikamentöse Behandlung kranker Gewebe oftmals erschwert wird, da diese Proteine nämlich auch heilende Medikamente aus den Zellen "entsorgen".

"Dass es diese so genannten Multi Drug Resistance Proteine auch im Hirn gibt, wissen wir erst kurze Zeit", so Zimprich. Die Überlegung der Forscher ging dahin, dass die bekannten individuellen Unterschiede der Medikamentenwirksamkeit bei Epilepsie-Patienten vielleicht auch davon abhängen könnten, wie viele dieser Proteine im Hirn eines jeden Patienten aktiv sind. "Dieser Grad der Aktivität kann wiederum von kleinen Variationen in jenem Gen beeinflusst werden, das diese Proteine codiert." Mit Hilfe einer genetischen Sequenzierung gelang es den Forschern die Unterschiede der Patiententypen herauszufinden.

"Zukünftig können durch Analysen der relevanten Genabschnitte bei Epilepsie-Patienten gute Vorhersagen über die Wirksamkeit einer Medikamententherapie gemacht werden", erklärt Zimprich. Zusätzlich bilden die Erkenntnisse die Grundlage für eine zukünftige Kombinationstherapie, bei der die Transportproteine durch ergänzende Therapeutika ausgeschaltet und so die Effektivität der traditionellen Medikamente gesteigert werden kann.
 


 

Risiko großer Verletzungen bei Epilepsie gering
Balance zwischen Vorsicht und Lebensqualität entscheidend

Wissenschafter der Mayo Clinic http://www.mayoclinic.org haben nachgewiesen, dass das Risiko einer größeren Verletzung während eines Epilepsieanfalls als gering einzustufen ist. 39 von 247 Personen mit Epilepsie wurden während Anfällen verletzt. 80 Prozent der Verletzungen waren jedoch geringfügig. Laut der in Neurology http://www.neurology.org veröffentlichten Studie bestehe für Menschen mit einer gut kontrollierten Epilepsie kein größeres Verletzungsrisiko als in der allgemeinen Bevölkerung. Experten gehen laut BBC davon aus, dass 70 Prozent der Betroffenen mit einer entsprechenden Medikation ohne Anfälle leben können. Die Studie betont, dass Arbeitgeber und Schulen über Epileptiker keine automatischen Einschränkungen verhängen sollten.

Der leitende Wissenschafter Elson So erklärte, dass eine Balance zwischen den Vorkehrungen für einen möglichen Anfall und der Freiheit das Leben zu genießen entscheidend sei. "Unnötige Einschränkungen können die Lebensqualität oft negativer beeinflussen als es ein Anfall kann. Die Überschätzung des Risikos kann für Patienten mit einer gut eingestellten Epilepsie unfairerweise zu Einschränkungen in ihren Rechten führen." Studien, die in der Vergangenheit das Verletzungsrisiko hoch angesetzt hätten, werteten die Daten von Patienten aus, die nicht optimal behandelt wurden. Menschen mit Epilepsie können das Verletzungsrisiko verringern, in dem sie bei Aktivitäten im Freien entsprechende Vorkehrungen treffen, ihre Medikamente regelmäßig einnehmen und Situationen vermeiden, die wie Schlafmangel das Wiederauftreten von Anfällen begünstigen. Körperlicher Fitness wird zusätzlich ein positiver Effekt zugesprochen.
 


 

Frühwarnystem für Epilepsieanfall erhält Auszeichnung
Marburger Entwicklung erhält 200.000 Euro Förderpreis
 

Neurologen der Philipps-Universität Marburg http://www.uni-marburg.de wollen Epilepsieanfälle mit Hilfe eines implantierten Frühwarnsystems schneller erkennen und über einen Impuls stoppen. In etwa fünf Jahren sollen erste Patienten vom implantierbaren "EpiBloc" profitieren. Heute, Mittwoch, wurde das Marburger Projekt im Zuge des diesjährigen Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) http://www.bmbf.de mit einem Preis in der Höhe von 200.000 Euro ausgezeichnet. Die Verleihung von zehn weiteren Förderpreisen erfolgte auf der Messe MEDICA 2002 in Düsseldorf.
 

Das Preisgeld soll in weitere Forschungsarbeiten am System fließen. Dieses soll durch eine intelligente Software binnen Sekunden vollautomatisch auf einen nahen Anfall reagieren und ihn durch Stimulation einer bestimmten Hirnregion stoppen. Dafür nutzen die Neurologen mathematische Analysen der hirnelektrischen Aktivität, der Elektroenzephalogramme (EEGs). In der EEG-Analyse lassen sich laut Forschern deutliche Zeichen eines herannahenden Anfalls finden: Die betroffenen Gehirnregionen zeigen für das normale Gehirn untypisch synchrone Entladungen der Nervenzellen.
 

"Ein wesentlicher Punkt der nun kommenden Arbeiten ist es, die mathematischen Formeln zur Anfallserkennung zu verbessern", erklärte Felix Rosenow von der Klinik für Neurologie. Im ersten Schritt müsse sicher gestellt werden, dass das System die epileptischen Anfälle sicher erkennt und keinen "Fehlalarm" auslöst. Danach muss die Einheit mit einem Stimulationsmechanismus gekoppelt werden, der den Anfall sofort unterbricht. Im dritten Schritt steht die Miniatuisierung des "EpiBloc" auf dem Plan, um es später leichter implantieren zu können. Letztendlich soll das System epileptische Anfälle im Vorfeld oder maximal zwei Stunden nach Beginn registrieren und durch Impulse sofort stoppen.
 


 

Neues Epilepsie-Gen bei Mäusen identifiziert
Entscheidende Ansatzpunkte für Medikamente erwartet
 

Ein Wissenschaftlerteam des Howard Hughes Medical Institute http://www.hhmi.org hat ein neues Gen identifiziert, das bei Mäusen verändert ist, die als Reaktion auf laute Geräusche spontan epileptische Anfälle erleiden. Das von den Mutationen betroffene Gehirnprotein unterscheidet sich laut dem Fachjournals Neuron http://www.neuron.org von allen anderen bei Menschen und Mäusen als epilepsieverursachend bekannten Proteinen. Die Forscher um Louis J. Ptacek von der University of Utah http://www.utah.edu erwarten von diesen Ergebnissen entscheidende Impulse für neue Epilepsie-Modelle und Ansatzpunkte für die Entwicklung von Medikamenten.
 

Die Wissenschaftler haben mit MASS1 (Monogenic Audiogenic Seizure-Susceptible) jenes Gen sequenziert und geklont, das für eine audiogene Form der Reflexepilepsie bei den so genannten Frings-Mäusen verantwortlich ist. Obwohl dieser Mäusestamm seit langem in der Forschung zum Einsatz kommt, war die genetische Ursache für seinen Defekt bis jetzt unbekannt. Laut Ptacek zeigt diese spezielle Mäusestamm eine Epilepsieform, die menschlichen Reflexepilepsien ähnelt, die durch Reize wie Stroboskop-Licht ausgelöst werden.
 

In einer früheren Studie hatte das Team die Suche für den Frings-Defekt bereits auf eine Region auf dem Chromosom 13 der Mäuse eingeschränkt. Diese Tiere schienen sich von anderen Mäuse-Modellen dadurch zu unterscheiden, dass ihre Mutation auf einen einzelnen Bereich beschränkt war. In der Folge wurde dieser Bereich genauestens abgebildet, um das verantwortliche Gen zu identifizieren. Schließlich wurden 36.000 Basenpaare sequenziert. Dabei stellte sich heraus, dass nur ein Gen innerhalb dieses Bereiches lag. Innerhalb von MASS1 fanden Ptacek und seine Kollegen eine einzelne Zerstörung eines Basenpaares, die ein Stoppsignal verursachte, das das normale Protein verstümmelte und es so funktionsunfähig machte.
 

Zusätzlich haben die Wissenschaftler die menschliche Entsprechung von MASS1 identifiziert. Sie arbeiten derzeit mit einem weiteren Forscherteam zusammen, das eine Familie entdeckt hat, deren Epilepsie wahrscheinlich durch eine derartige Mutation verursacht wurde. Erforscht werden soll, ob das menschliche MASS1 die Ursache für diese Epilepsie-Erkrankungen ist. Details: Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-08/hhmi-neg082901.php
 


 

Epileptologie: Neuer Sonderforschungsbereich unter Bonner Führung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat grünes Licht für die
Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs zur Epilepsieforschung
gegeben. Das "Transregio"-Verbundprojekt umfasst Arbeitsgruppen in
Berlin, Bonn, Freiburg und Magdeburg. Die Federführung hat die Klinik
für Epileptologie der Universität Bonn übernommen, deren Direktor Prof.
Dr. Christian E. Elger Sprecher des neuen Sonderforschungsbereichs ist.


Rund 800.000 Epilepsiepatienten gibt es allein in Deutschland. Die
großen Fortschritte in den Neurowissenschaften machen grundlegende
Einblicke in die Entstehungsmechanismen epileptischer Erkrankungen
möglich. Für einige erbliche Epilepsie-Varianten konnten die
verantwortlichen Gene bereits identifiziert und charakterisiert werden.
Mit neuen Forschungsansätzen verbinden sich nicht nur die Hoffnung auf
ein besseres Verständnis epileptischer Erkrankungen, sondern auch die
Aussicht auf noch wirkungsvollere und nebenwirkungsarme Behandlungen.

Der neue Sonderforschungsbereich konzentriert sich auf die so genannten
mesialen Temporallappen-Epilepsien, eine Form der Epilepsie, die durch
epilepsiechirurgische Eingriffe sehr erfolgreich behandelt werden kann.
Die Bonner Klinik für Epileptologie ist mit derzeit 150 Eingriffen pro
Jahr eine der weltweit größten Forschungs- und Behandlungsstätten auf
diesem Gebiet.

Ansprechpartner für die Presse: Prof. Dr. Christian E. Elger, Klinik für
Epileptologie der Universität Bonn, Telefon: 0228/287-5727, E-Mail:
christian.elger@ukb.uni-bonn.de



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:52
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