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Winzige Krustentiere
zur Bekämpfung von Denguefieber
Tests in Vietnam sehr erfolgreich verlaufen
In Vietnam werden winzige Krustentiere zur
Bekämpfung des Denguefiebers eingesetzt. Die Tiere werden in
Wassertanks und Brunnen ausgesetzt und fressen dort die Moskitos,
die das Fieber übertragen. Über die Erfolge dieser Methode berichtet
eine Studie des Queensland Institute of Medical Research
http://www.qimr.edu.au . Der leitende Wissenschafter Brian Kay
erklärte, dass das Team in 37 Gemeinden gemeinsam mit der lokalen
Bevölkerung einen fast totalen Erfolg erzielen konnte. Das
Moskitokontrollprogramm, das Kay gemeinsam mit Vu Sinh Nam vom
vietnamesischen Gesundheitsministerium
http://www.moh.gov.vn/English aufbaute, soll mehr als 380.000
Menschen vor der Krankheit geschützt haben. Die Ergebnisse der
Studie wurden in The Lancet
http://www.thelancet.com veröffentlicht.
Entscheidend für den in Vietnam durchgeführten Test war die
Beteiligung der lokalen Bevölkerung an dem Einsammeln von so
genannten Mesocyclops aus Wassertanks und Brunnen und ihre
Transferierung in nicht befallenes Wasser. Diese Krustentiere
ernähren sich von den Moskitolarven, die sich im stehenden Wasser
voll entwickeln. Zusätzlich wurden die Menschen dazu angeregt,
kleine Wasserbehälter zu entfernen. Er habe nie ein Dorf besucht, in
dem keine Mesocyclops vorkamen, sagte Kay. Sie sind nur einen
Millimeter lang und verfügen über eine charakteristische Form der
Fortbewegung. Kay und Nam entwickelten ihr Programm in neun
Gemeinden im Norden Vietnams. 2001 wurde das Programm in weiteren 37
Gemeinden eingeführt. Dabei gelang es die Moskitos in 32 der
Gemeinden vollständig zu eliminieren. In keiner der Gemeinden wurden
seit 2001 Erkrankungen gemeldet. In nahe liegenden Gemeinden, die
die Krustentiere nicht einsetzen, liegen die Erkrankungsraten bei
112 Fällen pro 100.000. Die Wirkung des Kontrollprogramms sollte
noch größer werden, wenn die stärker betroffenen zentralen
Landesteile miteinbezogen werden.
Seit 1970 hat sich das Denguefieber von neun Ländern auf 60
ausgebreitet. Erkrankungen werden derzeit laut NewScientist aus
Asien, Nord-, Mittel- und Südamerika sowie aus dem pazifischen Raum
gemeldet. Die Ursache für den Anstieg der Erkrankungen ist nicht
vollständig erforscht. Es wird jedoch angenommen, dass die
Vermischung der vier verschiedenen Virusstämme durch den
internationalen Reiseverkehr eine entscheidende Rolle gespielt hat.
Zusätzlich hat die Entstehung von Barackensiedlungen am Rand der
größeren Städte einen Anteil an der Verbreitung, da hier der Aedes
aegypti Moskito ideale Lebensbedingungen vorfindet. |

Geschlechtskrankheit
LGV in Europa aufgetaucht
Vermehrtes Auftreten von Lymphogranuloma venerum
Eine Geschlechtskrankheit, die bisher nur in
Entwicklungsländern vorkam, ist nach Europa übergeschwappt. In
London und anderen europäischen Städten sind in vergangener Zeit
Fälle von Lymphogranuloma venerum (LGV) bekannt geworden. Laut BBC
http://news.bbc.co.uk waren die 24 Infizierten in England
allesamt homosexuelle Männer.
LGV wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Es wird
durch denselben Bakterienstamm verursacht, der für die Bildung von
Chlamydien (STI) verantwortlich ist. In den vergangenen Monaten
wurde von Ausbrüchen in Rotterdam, Antwerpen, Paris, Stockholm und
Hamburg berichtet. "In der westlichen Welt war LGV zuvor kaum
bekannt. Es kam in Gebieten von Afrika, Asien, Südamerika und der
Karibik vor. Was wir jetzt erleben, ist etwas ganz Neues und es
betrifft vor allem homosexuelle Männer", so Neil Macdonald von
Englands Health Protection Agency (HPA)
http://www.hpa.org.uk .
Seit vergangenem Oktober hat die HPA ein wachsames Auge auf LGV. Bis
heute sind in England 24 Fälle aufgetreten. Die HPA konnte 19 der 24
infizierten Männer ausfindig machen. Sie alle sind homosexuell und
17 von ihnen sind HIV-positiv. Macdonald: "Wir wissen, dass LGV hier
ist und wir wissen, dass es ein Problem darstellt." Schwierig sei
vor allem, dass sich LGV nicht wie ein typisches STI äußert. So
wüssten die Patienten oftmals nicht, dass sie infiziert sind. Auch
viele Ärzte seien nicht in der Lage, die Infektion zu erkennen.
Anfangssymptom ist meist ein schmerzloses Knötchen oder Bläschen im
Genitalbereich, was meist unbemerkt bleibt. Dazu kommt eine
Entzündung des Mastdarms. Dies äußert sich durch Schmerzen, Ausfluss,
rektale Blutungen und blutigen Stuhl. Nach frühestens einer Woche
vergrößern sich die Lymphknoten in der Leistengegend. Später bilden
sich im Genitalbereich Abszesse, die ein eitriges, später
milchig-seröses Sekret absondern.
LGV kann ganz einfach durch eine dreiwöchige Antibiotika-Kur
behandelt werden. Aber wenn es nicht entdeckt wird, können
Komplikationen auftreten - Fieber, Gewichtsverlust und Vernarbungen
im Analbereich, die oftmals operativ behandelt werden müssen.
Oftmals werden die Symptome mit Darmproblemen abgetan, was die
richtige Diagnose hinauszögert. "Wir arbeiten mit HIV-positiven
Männern zusammen. Das Bewusstsein für LGV muss wachsen", so Will
Mutland von Terrence Higgins Trust
http://www.tht.org.uk . |

Apotheken unterstützen
österreichweite Zeckenimpfaktion
Vergünstigter Impfstoff in den Apotheken bis 31. Juli 2005
Österreich ist reich an Zecken. Die kleinen Parasiten sind hauptsächlich im
Gras, in Sträuchern, in Parks, Gärten und im Wald zu finden. Wer von einem
Zeck "gestochen" wird, läuft Gefahr, an Gehirnhautentzündung zu erkranken.
Soweit muss es nicht kommen: Denn mit der Zeckenschutzimpfung kann einfach
und kostengünstig vorgebeugt werden. Den Impfstoff gibt es bis 31. Juli 2005
zu stark vergünstigten Preisen in allen Apotheken.
Der Impfstoff kostet vergünstigt für Kinder 19,30 EUR und für Erwachsene
EUR 22,50. Das entspricht einer Einsparung von knapp 30 Prozent. Im Rahmen
dieser Impfaktion verzichten die österreichischen Apothekerinnen und
Apotheker auf einen beträchtlichen Teil ihrer Spanne, um die wichtige
Zeckenschutzimpfung zu diesem Sonderpreis anbieten zu können. Je nach
Krankenkasse werden noch Zuschüsse zwischen EUR 3,60 und EUR 15 geleistet.
Auf Grund der Zeckenhäufigkeit sollte sich jeder in Österreich impfen
lassen. "Wir bieten den FSME-Impfstoff zu einem derart günstigen Preis an,
weil uns die Gesundheit der Menschen am Herzen liegt. Durch diese einfache
Impfung wird Leben gerettet", so Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der
Österreichischen Apothekerkammer. Für die Grundimmunisierung lautet das
Schema: Die erste Impfung möglichst noch in der kalten Jahreszeit. Die
zweite Impfung sollte einen Monat danach erfolgen, die dritte Impfung ein
Jahr darauf. Die Schutzdauer beträgt fünf Jahre.

Impfstoffe gegen SARS
sind gefährlich
Wahrscheinlichkeit einer Infizierung kann steigen
Forscher, die an Impfstoffen gegen das schwere
akute respiratorische Syndrom (SARS) arbeiten, müssen sehr
vorsichtig sein. Einige Impfstoffe können sich gegen bestimmte
Stämme als nutzlos erweisen, so eine Studie. Was noch schwerer
wiegt, ist die Möglichkeit, dass sie eine Infektion sogar
verschlimmern können, berichtet Nature
http://www.nature.com .
Als SARS 2002 in China auftrat, kostete es beinahe 800 Menschen das
Leben und in der ersten Jahreshälfte 2003 breitete sich die
Erkrankung in der ganzen Welt aus. Seit der ersten Epidemie wurde
aber nur noch eine Handvoll isolierter Ausbrüche bekannt. Im Wissen,
dass die Krankheit wieder auftreten kann, machten sich verschiedene
Gruppen daran, einen Impfstoff gegen das Virus herzustellen. Sie
beschränkten sich dabei hauptsächlich auf die rekombinante Vakzine.
Dabei wird als Impfung nicht das gesamte (inaktivierte) Virus
verabreicht, sondern nur Teile davon. Dies sind in der Virushülle
eingelagerte Eiweißmoleküle, die der Erreger benötigt, um in eine
fremde Körperzelle einzudringen. Ein solches Protein ist beim
SARS-Erreger das so genannte Spike-Protein. Es soll dem Immunsystem
dabei helfen, den Virus zu erkennen und Antikörper zu produzieren.
In der neuen Studie injizierte Gary Nabel und seine Kollegen vom
National Institute of Allergy and Infectious Diseases
http://www.niaid.nih.gov/ Mäusen das Spike-Protein von einem
SARS-Patient, der Anfang des Jahres 2003 infiziert wurde. Danach
sammelten sie die von den Mäusen produzierten Antikörper. In
Laborversuchen stellten sie fest, dass diese Antikörper nicht in der
Lage waren, das Spike-Protein eines Patienten anzugreifen, der Ende
2003 infiziert wurde. In einem nächsten Versuch testeten die
Forscher, ob die Antikörper SARS-Stämme von Schleichkatzen angreifen
würden, die das Virus ursprünglich auf den Menschen übertragen
hatten. Dabei stellten sie fest, dass die Antikörper die
Wahrscheinlichkeit einer Zellinfizierung sogar erhöhen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Virus von Zeit zu Zeit
verändert. Nabel: "Das Virus steht nicht still und wir müssen das
berücksichtigen." Dies steigert die Annahme, dass eine Impfung gegen
einen Stamm des SARS-Virus nutzlos gegen andere Stämme sein kann.
Schlimmer ist die Möglichkeit, dass eine Impfung gegen einen Stamm
die Gefahr einer Infektion mit dem Virus von Schleichkatzen oder
anderen Tieren vergrößern kann. |

Erreger der Hasenpest
als Biowaffe
Francisella tularensis verbreitet sich extrem
schnell
Experten haben die komplette DNA-Sequenz eines
extrem ansteckenden Krankheitskeims entschlüsselt. Das Bakterium
Francisella tularensis kommt für die Verwendung als Bioterror-Waffe
in Frage - es sind nur zehn Mikroben erforderlich, um den Menschen
krank zu machen. Die Erzeugung der Genom-Sequenzierung beschleunigt
die Suche nach einem Impfstoff gegen das potenzielle tödliche
Bakterium, berichtet BBC
http://news.bbc.co.uk/ .
"Ich kenne keinen anderen Erreger, der infektiöser ist", so Richard
Titball vom Defence Science and Technology Laboratory (DSTL)
http://www.dstl.gov.uk/ . "Es gibt einige wenige Erreger, die in
derselben Liga spielen und ebenfalls zu den Biowaffenkandidaten
zählen." Das Bakterium führt in Mensch und Tier zur Krankheit
Tularämie, auch Hasenpest genannt. Wegen seiner schnellen
Verbreitung steht es auf der Liste von Biologieexperten ganz oben -
es besteht die Gefahr, dass das Bakterium bei einem Terroranschlag
eingesetzt wird. "Bisher schenkte man Francisella tularensis in
England keine große Beachtung und es gab auch fast keine
Krankheitsfälle. Aber nun, angesichts des Terrorismus, sieht die
Lage anders aus", so Bill Keevil, Mikrobiologe an der Universität in
Southampton.
Natürliche Fälle von Tularämie gab es bisher in Nordamerika, Europa
und Asien. Auf den Menschen wird die Krankheit durch Zecken-,
Fliegen- oder Moskitobisse sowie durch das Inhalieren von
Luftpartikeln übertragen. 2002 gab es in Martha's Vineyard (USA)
einen Ausbruch, als beim Rasenmähen ein Hasenkadaver überfahren
wurde. Die Bakterien in der Luft infizierten zwei Menschen. Die
Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt an, dass 50 Kilogramm
Bakterium über einer urbanen Region mit fünf Mio. Einwohnern
verteilt, 19.000 Menschen umbringen und weitere 250.000 außer
Gefecht setzten würde. Titball: "Auch Menschen, die nicht sterben,
sind für Wochen oder Monate chronisch krank." Es wird gehofft, dass
die Erzeugung der Genom-Sequenzierung, welche fünf Jahre dauern
wird, auch ein weltweites Bio-Abwehrprogramm in Gang setzt.
1911 wurde Tularämie zuerst als seuchenähnliche Krankheit angesehen,
die ursprünglich von Nagetieren stammt. Die Japaner waren die
ersten, die die Erreger als Kriegswaffe in Betracht zogen
(1932-1945). Ken Alibek, ein früherer sowjetischer Wissenschaftler
für Biowaffen, hatte der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg
vorgeschlagen, die Bakterien gegen die deutschen Truppen
einzusetzen. |

Würmer zur Behandlung
der Crohn-Krankheit
Parasiten unterdrücken Immunantwort auf Bakterien
Parasitäre Würmer sind scheinbar eine effektive
Behandlungsmethode für die entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn.
Ein Forscherteam von der Universität Iowa
http://www.uiowa.edu/ wies bei einer großen Mehrheit von 29
Crohn-Patienten nach, dass sie eine Besserung erfuhren, wenn sie
über einen Zeitraum von 24 Wochen einen bestimmten parasitären Wurm
schluckten. Die Wissenschaftler glauben, dass Darmwürmer, wie
beispielsweise Spulwürmer und Fadenwürmer, die Crohn-Krankheit in
den Entwicklungsländern verhindern. Dort ist es durchaus gewöhnlich,
dass Menschen diese Würmer beherbergen und die Raten einer
Crohn-Erkrankung sind niedrig. Dagegen sind sie in der entwickelten
Welt relativ hoch, wo nur wenige Menschen Darmwürmer in sich tragen.
In den Entwicklungsländern kontaminieren die Eier des Wurms Essen,
Wasser, Luft, Fäkalien, Haus- und Wildtiere. Sie treten auf
Toilettensitzen und Türklinken auf. Sind die Eier erst einmal im
Körper, schlüpfen im Darm bald die ersten Würmer aus den Eiern. Im
Gegensatz zu anderen Würmern, wie Bandwürmern, verursachen sie keine
Krankheiten und breiten sich nicht zu anderen Körperteilen aus. In
der aktuellen Studie wurden 29 erwachsene Crohn-Patienten
angehalten, alle drei Wochen 2.500 Peitschenwurm-Eier der Spezies
Trichuris suis, die normalerweise beim Schwein auftritt, für einen
Zeitraum von 24 Wochen zu schlucken.
Fünf der Patienten stiegen aus, aber schon nach der Hälfte der
Behandlungszeit berichteten 22 Patienten eine signifikante
Verbesserung ihrer Symptome. 19 Personen hatten gar keine Symptome
mehr. Am Ende des Versuchs hatten alle bis auf einen Patienten
Verbesserungen gezeigt, 21 waren nach eigenen Angaben symptomfrei.
Es gab keinen Hinweis darauf, dass die Würmer irgendwelche
Nebenwirkungen verursachten, doch denjenigen Probanden, die
zusätzlich Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems nahmen,
ging es noch eine Spur besser.
Die Crohn-Krankheit wird durch eine übertriebene Immunantwort auf
normale Eingeweidebakterien verursacht. Die Forscher gehen davon
aus, dass die Darmwürmer die Immunantwort unterdrücken und
infolgedessen die Entzündung dämpfen. Damit wären sie eine einfache
Alternative zu herkömmlichen Therapien oder könnten kombiniert
genutzt werden. Die Eier der Würmer werden im Stuhl ausgeschieden,
können aber keinen anderen Wirt besiedeln, bevor sie nicht einige
Wochen lang im Erdboden ausgebrütet worden sind. Somit stellen sie
kein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Es sind aber noch
Studien in größerem Umfang notwendig, um diese Ergebnisse zu
bestätigen. |

Anti-Syphilis-Kampagne
nicht im US-TV
Für lokale Sender ist Aufklärungs-Spot ungeeignet
Ein TV-Spot von der Gesundheitsbehörde Los Angeles
County ist von vielen Fernsehstationen abgelehnt worden. Der Spot,
der auf die Gefahren von Syphilis aufmerksam machen soll, wurde von
den lokalen TV-Stationen als unpassend eingestuft, so die Los
Angeles Times
http://www.latimes.com/ . Dies vor allem, weil sich der Spot an
die Syphilis-Risikogruppe der homosexuellen Männer richtet.
Hauptfigur des 30-Sekunden-Spots ist "Phil the Sore" - eine rote
Comicfigur. Phil folgt zwei Männern, die zusammen nach Hause gehen.
Als der eine nach dem Sexualakt gehen will, sagt der andere: "Lass
es uns irgendwann wieder tun." Phil ruft daraufhin seine Familie
herbei, die beschriftete Kisten trägt: "Hirnschaden",
"Hautausschlag" und "Blindheit" - die Folgeschäden von Syphilis.
Nach der Nipplegate-Affäre von Janet Jackson sind die TV-Stationen
vorsichtig auch bei Werbeeinschaltungen. Der Sprecher von KCBS-TV
Channel 2, Mike Nelson, findet, dass der Spot in einer zu
unbeschwerten Weise mit dem ernsten Thema Geschlechtskrankheiten
umgeht.
"Es ist erschreckend zu hören, dass wichtige Gesundheitsbotschaften
nicht verbreitet werden", so Jonathan Fielding, Direktor der
Gesundheitsbehörde. Er wirft die Frage auf, ob sich der Inhalt
dieses Spots weniger für Erwachsene eigne als andere Sendungen des
Nachtprogramms. Er finde ihn nicht anstößig, wobei er ihn einem
5-Jährigen nicht zeigen würde.
Offizielle des Gesundheitsamtes erklären, dass sie für diese
Kampagne mit der AIDS-Healthcare-Foundation zusammen gearbeitet
haben. Das Ziel der Initiative ist es, das vermehrte Aufkommen von
Geschlechtskrankheiten zu bekämpfen. Diese hätten nach 2000
dramatisch zugenommen - vor allem bei homosexuellen Männern. Bei
dieser Risikogruppe ist die Zahl der Syphilisfälle in der Zeit von
2000 bis 2003 von 93 auf 364 Erkrankungen angestiegen, so die
Behörde. Dieses Jahr habe es schon 254 Fälle gegeben. |

Psoriasin schützt
gegen E. coli
Protein tötet Bakterien ab
Wissenschafter der Christian-Albrechts-Universität
http://www.uni-kiel.de haben erforscht, wie sich die Haut an den
Fingerspitzen gegen E. coli schützt. Die Haut gibt mit Psoriasin ein
Protein ab, das mehrere Stämme der Bakterie dadurch abtötet, dass es
ihr das lebensnotwendige Zink nimmt. Die meisten E. coli Stämme sind
harmlos und leben im Darm. Einige wie O157 können jedoch zu einer
Lebensmittelvergiftung mit tödlichem Ausgang führen. Die Ergebnisse
der Studie wurden in Nature Immunology
http://www.nature.com/ni veröffentlicht.
Die Forscher analysierten das Wasser, mit dem die Teilnehmer ihre
Hände sowie andere Teile des Körpers gewaschen hatten und Hautproben
von verschiedenen Bereichen des Körpers. Es konnten keine lebenden
Spuren bestimmter E. coli Stämme auf der Haut und im Wasser
nachgewiesen werden. Der Nachweis gelang auch unter Bedingungen
nicht, wenn den Teilnehmern heiß war und sie schwitzten. Weitere
Labortests ermöglichten dem Team um Jens-Michael Schröder diesen
Effekt auf das Psoriasin festzulegen. Dieses Protein wurde laut BBC
vor einigen Jahren bei Patienten mit Psoriasis in größeren Mengen
als normal nachgewiesen. Zusätzlich wurde es auf der Haut von
Neugeborenen gefunden. Aus diesem Grund könnte dies das Kind während
der Geburt vor Infektionen schützen.
Die aktuellen Ergebnisse erklären laut den Wissenschaftern warum
Hautregionen, die häufig großen Mengen von E. coli ausgesetzt sind,
wie die Haut rund um den After, selten mit dieser Bakterie infiziert
sind. Größere Mengen Psoriasin wurden auf den Händen, in den
Achselhöhlen und im Gesicht nachgewiesen. Geringere Mengen wurden
auf der Rückseite der Beine und Arme gefunden. Die Autoren der
Studie gehen davon aus, dass Psoriasin bei der angeborenen Abwehr
der gesunden Haut gegen E. coli eine entscheidende Rolle spielt. |

Warnung vor tödlichen
Pneumokokken
Apotheker: Bakterieninfektion als unterschätzte
Gefahr
Nach einer Untersuchung der Apothekerkammer
http://www.apotheker.or.at herrscht in der österreichischen
Bevölkerung große Unwissenheit über die Gefahren einer
Pneumokokken-Infektion. Eine solche Infektion, die durch diese
Bakterien ausgelöst wird, fordert jährlich etwa 1.200 Menschenleben.
Abhilfe kann nur durch eine Schutzimpfung geschaffen werden.
Die Apothekerkammer startet Anfang Oktober wieder eine
österreichweite Impfaktion. Die Impfung wird Kindern, Jugendlichen
und allen Erwachsenen ab 60 Jahren empfohlen. "Zur Risikogruppe
zählen vor allem Menschen mit einem schwachen Abwehrsystem,
Kleinkinder, Personen mit chronischen Krankheiten wie
Herz-Kreislauf-Beschwerden, Diabetiker, Lungenkranke, Alkoholiker
und starke Raucher", so Christiane Körner, Vizepräsidentin der
österreichischen Apothekerkammer.
Für Kinder in den ersten beiden Lebensjahren ist aufgrund der noch
bestehenden Unreife ihres Immunsystems ein eigener Impfstoff
entwickelt worden, der laut dem Zentrum für Krankheitskontrolle in
den USA nicht nur die Zahl der Erkrankungen deutlich senkt, sondern
auch die Zahl der Keimträger. "Offenbar wird durch die
Pneumokokken-Impfung ein Kollektivschutz bei Kleinkindern erreicht",
erklärt Wilhelm Sedlak, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde
sowie Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer. "Wir konnten im
Geriatriezentrum Am Wienerwald zeigen, dass die Pneumokokken-Impfung
bei betagten und chronisch Kranken die Zahl aller Lungenentzündungen
um mehr als 50 Prozent reduziert", berichtet Wolfgang Popp, Leiter
des "Gesunde Lunge"-Instituts für Atemwegs- und Lungenerkrankungen
und Vizepräsident des Österreichischen Grünen Kreuzes.
Experten schätzen, dass Pneumokokken jährlich etwa 18.000 Fälle von
Lungenentzündung auslösen. Die Bakterien können außerdem
Mittelohrentzündung, akute eitrige Gehirnhautentzündung,
Bauchfellentzündung oder Herzmuskelentzündungen hervorrufen.
Angesichts der Schwere und der Häufigkeit der Erkrankungen zählen
Pneumokokken-Erkrankungen zu den gefährlichsten
Infektionserkrankungen in Österreich, die auch eine der häufigsten
Todesursachen bei Menschen über 65 Jahre sind. Rund 80 bis 90
Prozent aller durch Pneumokokken bedingten Todesfälle fallen in
diese Altersgruppe. Pneumokokken sind winzige Bakterien, die durch
Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden.
|

Tödliche Grippe im Labor
nachgebildet
Experten fordern bessere Beobachtung von Virusstämmen
Heutige Grippeviren können durch kleinste
Veränderungen so tödlich gemacht werden wie der Stamm von 1918, der
Millionen von Menschen getötet hat. Das haben Wissenschaftler von der
Universität von Wisconsin
http://www.wisc.edu/ unter der Leitung von Yoshihiro Kawaoka
nachgewiesen. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat einem modernen
Stamm zwei Gene von einer Probe des 1918er-Virus zugefügt, von dem
bekannt war, dass er keinen Effekt auf Mäuse hat. Tiere, die diesem
Gemisch ausgesetzt wurden, starben innerhalb weniger Tage an den
gleichen Symptomen wie die menschlichen Opfer der Epidemie von 1918.
Diese Erkenntnisse wurden im Journal Nature
http://www.nature.com publiziert.
Die Forschungsarbeit wurde unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen
durchgeführt. Die Experten konzentrierten sich auf zwei Gene, die eine
Schlüsselrolle beim Infektionsprozess zu spielen scheinen. Eines
kontrolliert die Produktion eines dornenähnlichen Moleküls,
Hämagglutinin (HA), das vom Virus benutzt wird, um sich an Zellen
anzuhängen, die er infizieren wird. Frühere Studien haben HA als
entscheidendes Element identifiziert, das den 1918er-Virus so tödlich
machte. Die aktuelle Arbeit scheint das zu bestätigen. Obduktionen von
Mäusen, denen das Virusgemisch in die Nase injiziert worden war,
zeigten, dass es sich zu den Lungen ausbreitete, wo es Entzündungen und
Blutungen verursachte. Die Forscher betonen aber, dass das Experiment
nur für Mäuse beweiskräftig sei, nicht für Menschen.
Allerdings hoffen sie, dass ihre Arbeit zu besseren Möglichkeiten führt,
die potenzielle Gefahr eines Grippevirus zu beurteilen. "Werden die
Eigenschaften des (1918) HA-Gens besser verstanden, das die tödliche
Infektiosität verursacht, sollte es möglich sein effektive
Kontrollmaßnahmen zu entwerfen und globale Beobachtungsnetzwerke für
Influenza-Viren zu verbessern, die eine große Bedrohung für Menschen und
Tierspezies darstellen." Die Wissenschaftler glauben, dass der
1918er-Virus von einem mutierten Vogelgrippevirus auf den Menschen
übergesprungen ist. Wahrscheinlich ist er vom Schwein übertragen worden,
das sowohl den menschlichen als auch den Vogelvirus beherbergt und ihnen
so einen Genaustausch ermöglicht, wenn sich der Virus reproduziert. Aus
diesem Grund sind die Experten zutiefst besorgt, dass sich die
Vogelgrippe, die in Geflügelherden in Südostasien ausgebrochen ist, Gene
aneignet, die sie für Menschen hochinfektiös und unter Umständen sogar
tödlich macht. Die Botschaft, die dahinter steckt, formuliert der
Virologie-Experte John Oxford vom Queen Mary College in London
folgendermaßen: "Jeder Grippevirus transportiert Gepäck, das uns
potenziell schaden kann, und wir sind gut beraten, diese Tatsache nicht
zu ignorieren."
Die Epidemie von 1918, auch als "Spanische Grippe" bekannt, hat
angeblich eine Mrd. Menschen infiziert, die Hälfte der Weltbevölkerung
zu dieser Zeit. Der Virus tötete mehr Menschen als die Pest im
Mittelalter. Obwohl die Ursprünge der Epidemie wahrscheinlich im Fernen
Osten liegen, wurde sie als "Spanische Grippe" bezeichnet, weil die
spanische Presse die erste war, die sich intensiv mit den Auswirkungen
beschäftigt hat. |

Desinfizierende Seifen gegen Schlafkrankheit
Triclosan
stoppt Wachstum des Parasiten Trypanosoma brucei
Die
Organochlorverbindung Triclosan könnte sich zur Behandlung der Schlafkrankheit
(Trypanosoma) eignen. Im Labor stoppte Triclosan das Wachstum des Parasiten
Trypanosoma brucei (T. brucei), berichtet Kimberly Paul von der Johns Hopkins
School of Medicine in Baltimore/Maryland
http://www.hopkinsmedicine.org/medicalschool auf dem Jahrestreffen der
American Society for Cell Biology in San Francisco
http://www.ascb.org/meetings/am2002/main02mtg.htm . Triclosan wird wegen
ihrer desinfizierenden Wirkung in kosmetischen Präparaten, als desodorierender
Zusatz in festen Seifen und Flüssigseifen sowie in desinfizierenden Seifen und
chirurgischen Händedesinfektionsmitteln eingesetzt.
Paul´s Team entdeckte, dass bestimmte Gene des Parasiten, die er zum Aufbau
von Fettsäuren benötigt, eine nähere Verwandtschaft zu Genen in Bakterien
aufweisen als zu Genen in Säugetieren oder Hefen. Die Forscher stellten dies
unter Verwendung von DNA-Sequenzdaten des T.-brucei-Genom-Projekts fest. Die
Ergebnisse überraschen die Wissenschaftler, da Triclosan eine antibakterielle
Chemikalie, T. brucei aber kein Bakterium ist.
Triclosan könnte eine Verbesserung gegenüber bestehenden Medikamenten,
insbesondere Arsen-Derivaten, darstellen, die für Patienten toxisch sind.
Triclosan greift nur den Parasiten und keine menschliche Zellen an. Noch
müssen die Forscher aber testen, ob die Substanz tatsächlich auch die Symptome
der Schlafkrankheit lindert. Selbst wenn sich die Wirkung bestätigt, könnte
der Parasit durch die Resistenz-Entwicklung auf Triclosan die Hoffnung der
Forscher zunichte machen. Die Schlafkrankheit wird durch die Tse Tse Fliege (Glossina
morsitans centralis) übertragen.
In Afrika südlich der Sahara leiden mehr als eine halbe Million Menschen an
Trypanosoma. Unbehandelt ist die Schlafkrankheit in der Regel eine tödlich
verlaufende Infektionskrankheit. Es treten schwere Schlafstörungen mit
Schlaflosigkeit in der Nacht und gesteigertem Schlafbedürfnis am Tag auf. Das
Spätstadium der Schlafkrankheit ist durch eine Vielzahl neurologischer
Symptome gekennzeichnet, wie verwaschene Sprache, Gang- und
Koordinationsstörungen sowie Krampfanfälle. Sie sind die Folge einer
Entzündung des Gehirns und des Rückenmarkes durch auf dem Blutweg verschleppte
Parasiten. Eine gestörte Nahrungsaufnahme führt zur typischen drastischen
Gewichtsabnahme.

"Infektionsnetz Österreich" geht online
Infos und
News für Fachkreise
Medizinischen
Fachkreisen steht ab heute, Donnerstag, das "Infektionsnetz Österreich"
http://www.infektionsnetz.at kostenlos zur Verfügung. Das Netz stellt
Ärzten, Apothekern, Gesundheitsbehörden, Studenten, Pharmamitarbeitern und
Gesundheitspersonal aktuelle Infos über Infektionen, Erreger und Antiinfektiva
wie z.B. Antibiotika bereit. Die Initiatoren hoffen, dass auch an Österreich
grenzende Länder diese Idee aufgreifen, um Infektionskrankheiten besser in den
Griff zu bekommen.
"Infektionsnetz Österreich" ist eine Initiative der Klinischen Abteilung für
Infektionen und Chemotherapie
http://www.univie.ac.at/infektionsmedizin der Universitätsklinik für
Innere Medizin I am Wiener AKH und der Österreichischen Gesellschaft für
Chemotherapie. An der Plattform sind Institutionen und Experten aus ganz
Österreich beteiligt. Die teilnehmenden Institutionen können das
Infektionsnetz mit entsprechenden Fakten füllen und entwickeln. Es wird
laufend ergänzt und aktualisiert. Ein Redaktionsteam unter Aufsicht des
Infektionsspezialisten Wolfgang Graninger von der Abteilung für Infektionen
und Chemotherapie und ein wissenschaftlicher Beirat, in den alle teilnehmenden
Institutionen ihre Vertreter entsenden, sorgen für die Qualitätskontrolle der
medizinischen Inhalte. Die Internet-Plattform soll darüber hinaus den Dialog
zwischen dem niedergelassenen Bereich und den Experten in den universitären
Zentren fördern und anregen.
Das "Infektionsnetz Österreich" ist auch als Appell zur nationalen
Zusammenarbeit zu sehen. Die Infektionsbekämpfung und die Resistenzsituation
kann selbst in verschiedenen Abteilungen stark variieren, weshalb eine
gemeinsame Informationsgrundlage erforderlich ist. Innerhalb des kommenden
Jahres soll der Informationspool noch wesentlich erweitert werden. Die neu
eröffnete Plattform versteht sich somit als elektronisches "work in progress".

Krankenhaus-Superbakterium auf tödlichem Vormarsch
Experten:
Einfaches Händewaschen könnte Problem schnell lösen
Die
multiresistenten "Superbakterien" MRSA sorgen in Großbritannien für Aufregung.
Nach Aussagen von Wissenschaftlern werden sie für eine immer größere Zahl von
Krankenhauspatienten zu einer tödlichen Gefahr. 1993 sind an dem
Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus 13 Patienten gestorben, knapp
fünf Jahre später waren es bereits 114, berichtet BBC-Online
http://news.bbc.co.uk
heute, Freitag.
Das multiresistente MRSA wird nach Ansicht der Wissenschaftler durch mangelnde
Hygiene zur tödlichen Falle. Nach Angaben der Forscher vom Public Health
Laboratory Service (PHLS), die sämtliche Todesfälle untersucht haben, hätten
die Todesfälle relativ einfach verhindert werden können. Häufigeres
Händewaschen der Krankenhausbediensteten sei eine effektive Methode, so die
Forscher. Ohne weitere Maßnahmen hat MRSA jedenfalls freie Wildbahn und die
Experten befürchten, dass das Superbakterium bis zu 5.000 Todesopfer jährlich
fordern könnte.
"Die Präsenz von Antibiotika hat die Menschen faul und unaufmerksam gemacht",
so Claire Rayner von der britischen Patients Association. Nach Ansicht der
Expertin müsse man wieder zu den Zeiten zurückgehen, in denen Krankenhäuser
nach Seifen und antiseptischen Mitteln gerochen haben und in denen sich sowohl
Ärzte als auch Krankenpfleger regelmäßig die Hände waschen. Warnungen vor dem
MRSA hat es in diesem Jahr schon einmal gegeben: das National Audit Office
hatte vor den Folgen des Virus gewarnt. (pte berichtete
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021007039 )
Das Public Health Department hat nach der jüngsten Studie 6.700 Todesfälle
nach Staphylococcus aureus untersucht. Der Anteil der multiresistenten
MRSA-Fälle stieg von acht Prozent 1993 auf 44 Prozent im Jahr 1998. "Die 114
Todesfälle sind zwar zahlenmäßig niedrig, wenn man bedenkt, wie viele tausende
Menschen an anderen Erkrankungen sterben. Andererseits ist die Zahl extrem
hoch, wenn man in Betracht zieht, dass einfaches Händewaschen den Tod der
Menschen hätte verhindern können", so Natasha Crowcroft vom Public Health
Service. Wie hoch in diesem Jahr die Opferzahlen sein werden, darüber wagt
offensichtlich noch niemand zu sprechen. Das britische Gesundheitsministerium
hat lediglich gemeint, dass fast 94 Mio. Euro für die Reinigung der
Krankenhäuser und Kliniken aufgewendet werden und der Hygiene-Zustand mehrmals
jährlich untersucht wird.
Das Forschungsergebnis über die MRSA-Bakterien wird auch im British Medical
Journal (BMJ) http://bmj.com
erscheinen.

Mittelalterpest vielleicht auch heute möglich
Forscher verdächtigen Ebola-ähnliches Virus als
Epidemieursache
Nicht die Beulenpest, sondern ein Ebola-ähnliches Fieber soll im
Mittelalter rund ein Viertel der europäischen Gesamtbevölkerung mindestens
25 Mio. Menschen -dahingerafft haben. Das behaupten zwei Wissenschaftler der
University of Liverpool gegenüber der britischen Zeitung "The Independent"
http://www.independent.co.uk . Danach wurde die Krankheit wahrscheinlich
nicht über Bakterien, sondern über Viren übertragen.
http://news.independent.co.uk/uk/health/story.jsp?story=84800
Die beiden Spezialisten für Infektionskrankheiten haben die
Epedemieverläufe im 14. Jahrhundert studiert und sind zu dem Schluss gekommen,
dass die zu Grunde liegende Krankheit eine viel größere Ähnlichkeit mit der
Krankheitsklasse der hämorrhagischen Fieber hat. Diese werden durch Viren wie
Ebola ausgelöst und sind in den letzten Jahrzehnten vermehrt aufgetreten. Für
diese These spreche, dass die mittelalterlichen Pestepidemien durch eine
40-tägige Quarantäne der betroffenen Menschen unter Kontrolle gebracht werden
konnten. Da sich Ratten, deren Flöhe die Beulenpestbakterien übertragen,
jedoch nicht an Quarantänebestimmungen halten, hätte die Bakterienkrankheit
durch Quarantäne nicht ausgemerzt werden können.
Die Forscher behaupten weiter, dass parallel zum Grassieren des Schwarzen
Todes im menschlichen Genom jene Gen-Mutation aufgetaucht sei, die manche
HIV-infizierte vor dem Ausbruch der Immunschwächekrankheit schütze. Die hohe
Verbreitung der Mutation lasse darauf schließen, dass sie auch ein Schutz
gegen das damals grassierende Virus gewesen ist.
Sollte sich das Untersuchungsergebnis bewahrheiten, bestünde durchaus die
Möglichkeit, dass eine moderne Version des Schwarzen Todes unabhängig von
unhygienischen Bedingungen auftauchen könne.

Parvovirus B19 soll seine Infektionswege offenbaren
Ringelrötel-Erreger gibt Forschern immer noch Rätsel auf
Ein internationaler Forschungsverbund
http://www.uni-bonn.de ,
finanziell gefördert von der EU, will die Infektionswege des Parvovirus B19
bestimmen. Das Virus ruft die Ringelröteln hervor, die häufig mit
lebensbedrohlichen Komplikationen verbunden sind. Da sich das Virus nicht in
Zellkulturen züchten lässt, wissen Mediziner nur sehr wenig über die einzelnen
Infektionsabläufe. Darüber hinaus lässt sich eine Infektion bislang nur in
wenigen Laboratorien zuverlässig diagnostizieren - tragisch vor allem deshalb,
weil die Gefahr einer Ansteckung über Bluttransfusionen bestehen kann. Zudem
fehlen ausreichende Therapiemöglichkeiten sowie eine prophylaktische Impfung.
Das Parvovirus B19 wurde im Jahr 1975 per Zufall in der Blutprobe eines
ansonsten gesunden Blutspenders mit der Codenummer B19 entdeckt. Es vermehrt
sich in den Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen und zerstört sie. Bei
vorbelasteten Personen kann diese Abnahme der roten Blutzellen (Anämie)
lebensbedrohende Ausmaße annehmen. Die Virusvermehrung erfolgt äußerst
effizient: Pro Milliliter Blut treten Konzentrationen von bis zu 1.000 Mrd.
Viruspartikeln auf - so viele wie bei keinem anderen Virus. Mitunter
beobachten die Mediziner nach einer Infektion schmerzhafte, chronische
Gelenkbeschwerden, die über Monate und Jahre bestehen bleiben können, ebenso
schwere, zum Teil transplantationsbedürftige Leber- und
Herzmuskelentzündungen. Gefürchtet ist auch eine Infektion während der
Schwangerschaft. In bis zu 15 Prozent der Fälle führt sie zum Tod des
ungeborenen Kindes. Nur vereinzelt kann die Erkrankung durch die Transfusion
roter Blutkörperchen therapiert werden. Aktuelle Untersuchungen zeigen zudem,
dass etwa sieben Prozent der Knochenmarkstransplantierten an einer
B19-Infektion sterben.

Vitaminrezeptoren transportieren tödliche Viren
Medikamente gegen Ebola und Marburg-Virus in weiter Ferne
Amerikanische Wissenschaftler scheinen einen Weg gefunden zu haben, wie man
zwei tödlichen Viren den Weg durch den menschlichen Körper abschneiden kann.
Wie das Team um Mark A. Goldsmith von der University of California im
Fachmagazin "Cell"
http://www.cell.com berichtet, benutzen das Ebola- und das Marburg-Virus
einen Vitaminrezeptor, um in Körperzellen einzudringen. Diesen Transportweg
entdeckten die Forscher, als sie nach der Stelle an der Zellmembran suchten,
an der die Viren andocken können.
Die Forscher isolierten vereinzelte Gene von infizierbaren Zellen und
schleusten sie in andere Zellen ein, die normalerweise nicht von den Viren
befallen werden können. Einige der genetisch-veränderten Zellen waren
anschließend mit den Viren infizierbar, andere nicht. Als unterscheidendes
Merkmal identifizierten die Forscher das Gen mit dem Bauplan für den
Folsäure-Rezeptor. Der befand sich in allen Zellen, die infiziert werden
konnten.
Sobald dieser Rezeptor in den Zellen blockiert wurde, konnten die Viren
nicht mehr in die Zelle eindringen. Auch wenn Antikörper gegen den
Folsäurerezeptor in die Zellen eingebracht wurden, fanden die Viren keinen
Eingang mehr. Bis zu entsprechenden Medikamenten sei es aber noch ein langer
Weg, schreiben die Wissenschaftler. Möglicherweise benutzen die Viren auch
noch andere Wege auf der Zellmembran als Eintrittsort.
Das Marburg-Virus hat morphologisch eine große Ähnlichkeit mit dem
Ebola-Virus und gehört wie dieses zu den Auslösern eines hämorrhagischen
Fiebers. Es ist erstmalig 1967 in Deutschland und Jugoslawien aufgetreten. Ein
Viertel der infizierten Menschen stirbt an der Infektion. Ebola trat erstmals
1976 in Zaire auf und ist erst seit 1997 bekannt geworden. Die Sterberate
liegt bei 50 bis 80 Prozent.

Virus zerstört tödliche Bakterien
Forscher hoffen auf neue Medikamente gegen Lungenentzündung
und Cholera
Forscher der Texas A&M University http://www.tamu.edu
haben ein Virus entdeckt, das tödliche E. Coli Bakterien, die für
Lebensmittelvergiftungen verantwortlich sind, zerstört. Die Wissenschaftler
suchen nun nach weiteren Viren, die krankheitsauslösende Bakterien abtöten
sollen. Dies könnte letztendlich zu neuen Medikamenten für die Behandlung
von Erkrankungen wie der Cholera, der Lyme-Erkrankung sowie der Lungenentzündung
führen. http://www.news.bbc.co.uk
.
Die Forschergruppe um den Genetiker Douglas Struck von der Texas
Agricultural Experiment School entdeckte in einem Virus, bekannt als Q-beta
Phage, ein Protein, das wie Antibiotika gegen Bakterienzellen vorgeht. Es
blockiert die Zelle in der Erstellung einer zähen Außenwand. Dadurch zerstört
sich das Bakterium viel eher selbst als sich in mehrere Zellen zu teilen. Tote
Bakterienzellen bedeuten ein Ende der Erkrankung. "Letztendlich begeht
die Zelle Selbstmord", erklärte der Biochemiker Ry Young. "Ein
Pharmaunternehmen könnte durchaus diesen kleinen Proteinteil nachahmen und
ein Medikament entwickeln, das allgemein gegen viele Bakterien oder spezifisch
gegen einige wenige Pathogene wirkt", so Struck ergänzend.
Als Phagen werden Viren bezeichnet, die nur Bakterien befallen. Sie
bestehen aus DNA (Desoxyribonukleinsäure) oder RNA (Ribonukleinsäure) und
werden von einem Proteinmantel umhüllt. Beim Kontakt mit Bakterien
replizieren sie sich in der Zelle. "Phagen sind eine Goldgrube für
Protein-Antibiotika", so der Forscher Ing-Nang Wang. Dies vor allem
aufgrund der derzeitigen weltweiten Antibiotika-Resistenz-Krise.

Viren-Diagnostik per Chip
Forscher machen geringste Konzentrationen messbar
Israelische Forscher http://www.gdch.de
haben eine Methode entwickelt, mit der Viren als elektrisches Signal angezeigt
werden. Damit überbrücken sie eine große Schwierigkeit bei der Entwicklung
von DNA-Chips, die Keime anhand ihres Erbgutes entlarven sollen: Die Analyse
der Gene muss auf einer festen Oberfläche ablaufen. Sie braucht wegen der
winzigen Konzentrationen eine Verstärkung und eine Übersetzung in ein
einfach messbares Signal. Außerdem soll sie möglichst eine Quantifizierung
zulassen.
Herzstück der Detektionseinheit ist ein elektrischer Signalwandler
eine winzige Elektrode oder ein piezoelektrischer Kristall http://abraxas.physik.uni-mainz.de/Anne/examen_html/node6.html
mit einer Oberfläche aus Gold. Darauf werden kurze Nukleinsäurestränge
verankert. Die Stränge sind das Gegenstück zu einer spezifischen Sequenz,
die nur in der Nukleinsäure der jeweils gesuchten Virenspezies auftritt.
Kommen diese Viren in der jeweiligen Probe vor, bleiben ihre Nukleinsäuren an
den Strängen kleben wie an einer Leimrute. Dann wird ein Enzym in Aktion
gesetzt, das die kurzen "Leimruten" entlang der Virus-Nukleinsäure
wie an einer Blaupause zu einem fast kompletten Gegenstück vervollständigt.
Einen Teil der dazu verwendeten Bausteine versahen die Wissenschaftler
zuvor mit einer zusätzlichen molekularen "Anhängerkupplung". Im nächsten
Schritt dockt dort der passende "Anhänger" an, der wiederum mit dem
Enzym "Alkalische Phosphatase" zusammengeschweißt wurde. Die "Phosphatase-Kette",
die nun an der Detektionseinheit hängt, bildet den so genannten ersten Verstärungsschritt.
Als Substrat für die Phosphatase wählten die Forscher eine lösliche
Indigo-Verbindung. Sobald die Phosphatase reagiert und eine Phosphatgruppe
abspaltet, wird das Indigo unlöslich und schlägt sich auf dem Detektor
nieder (zweiter Verstärkungsschritt).
Für die Signalbildung haben sich die Forscher zwei Alternativen überlegt:
Basiert der Mini-Detektor auf einer Mikroelektrode, können sie messen, wie
stark die entstehende Schicht den Elektronentransfer behindert. Wählen sie
dagegen einen piezoelektrischen Kristall als Träger, lässt sich die
Massenzunahme der Schicht registrieren, da die Schwingungsfrequenz des
Kristalls massenabhängig ist. Dicke und Masse der Schicht wiederum sind abhängig
von der Virenkonzentration in der Probe. Die kleinste auf diese Weise
registrierte Konzentration waren 60 Viren in einem 10-µl-Tröpfchen.

Keine Zeckenimpfung für deutsche Kinder
Baxter-Serum trotz teilweise auftretender Nebenwirkungen in
Österreich zugelassen
Die deutschen Behörden haben heuer keinen FSME-Impfstoff für Kinder unter
zwölf Jahren zugelassen. Grund dafür seien die Nebenwirkungen, die der neue
Impfstoff hervorrufe, berichtet heute, Montag, die Gesundheitsplattform
Surfmed http://www.surfmed.at.
Eine Studie von Baxter mit deutschen Kindern musste im Oktober des Vorjahres
abgebrochen werden, da das neue Serum bei 64 Prozent der 178 Geimpften Fieber
über 38 Grad ausgelöst hatte. In Österreich wird mit diesem Präparat,
FSME-Immun-Inject 2001, seit einigen Wochen - mit einer empfohlenen
Kinderdosis - geimpft. FSME wird ebenso wie Borreliose durch Zecken
übertragen.
"Es hat sich nämlich herausgestellt, dass unser in der deutschen Studie
verwendete Impfstoff noch zu frisch war", zitiert Surfmed Susanne
Schober-Bendixen, beim Impfstoffhersteller Baxter
http://www.baxter.at zuständig
für den Bereich Produktqualität. Eine derzeit laufende Studie habe von
inzwischen 226 geimpften Kindern "nur bei 26 Prozent Nebenwirkungen,
hauptsächlich Fieberreaktionen, gezeigt". Mit dem Argument, es handle sich
ohnehin nur um eine geringe Rezepturänderung des seit zwanzig Jahren bewährten
Impfstoffes, haben die österreichischen Gesundheitsbehörden den Baxter-Antrag
genehmigt. Es seien aber diesmal keine so schweren Fieberreaktionen wie im
Vorjahr aufgetreten, wird die Expertin der Herstellerfirma zitiert.
Beim Impfstoff des Vorjahres von Baxter-Immuno, TicoVac, gingen beim Paul
Ehrlich Institut in Langen weit mehr als tausend Nebenwirkungsmeldungen ein,
vor allem wegen Fieberattacken mit Temperaturen über 39 Grad. Die Produktion
von TicoVac wurde inzwischen eingestellt. Der Impfstoff 2001 ist ein Mix aus
der Rezeptur von TitoVac und des Impfstoffes von 1999, so Surfmed.
Auch in Österreich sei eine Zulassung des Impfstoffes nur für Kinder und
Erwachsene über zwölf Jahren erwogen worden. "Das Risiko konnten und wollten
wir dann aber doch nicht übernehmen", so Ingomar Mutz, Vorstand des
Impfausschusses des Obersten Sanitätsrates. In der österreichischen
Ärztezeitung von 25. Februar dieses Jahres bat Baxter die Ärzte, die Eltern
darauf hinzuweisen, dass "es insbesondere bei Erstimmunisierungen von Kindern
je nach individueller Reaktionsbereitschaft zu Fieber über 39 Grad Celsius
kommen kann".
In Österreich liegt die Durchimpfungsrate in der Bevölkerungsgruppe der
Sieben- bis Dreißigjährigen bei 94 Prozent. Die Zahl der Hirnhautentzündungen
durch Zeckenbisse ging von 700 Infektionen in den 70er Jahren auf 60
FSME-Fälle im Vorjahr zurück.
http://www.surfmed.at/surfmed-redaktionstool/index.php3?action=showarticle&ressortname=thema&ueberblick=j

Halsentzündung als Grund für CJD
US-Forscher hat Verbindung zwischen Creutzfeld-Jakob und
Mandelentzündungen entdeckt
Halsinfektionen und Halsweh könnten nach Ansicht eines amerikanischen
Forschers der Grund für das Ausbrechen der Variante der Creutzfeldt-Jakobschen
Erkrankung (vCJD) sein. Die Patienten hätten kontaminiertes Fleisch zu der
Zeit gegessen, als sie Infektionen im Hals- und Rachenraum hatten. Das
berichtet der Nachrichtensender BBC heute, Freitag.
Die Theorie stammt vom berühmten amerikanischen Forscher Stephen deArmond
von der Universität von Kalifornien in San Francisco
http://www.ucsf.edu . Er geht
davon aus, dass dies auch der Grund sei, warum so wenige Patienten daran
erkrankt sind.
Britische Wissenschaftler hingegen zweifeln an der Theorie des Amerikaners.
Sie sei zwar plausibel, es fehle aber an genauen Daten um sie zu beweisen. Die
Forscher wissen über die vCJD noch immer viel zu wenig. Vor allem die
Tatsache, dass manche Personen erkranken, andere hingegen nicht, gibt den
Wissenschaftlern Rätsel auf. Bis heute sind 94 Personen in Großbritannien an
CJD gestorben. Acht andere sind möglicherweise daran erkrankt, leben aber noch
immer. Die Zahl der Opfer unter 35 Jahren ist relativ hoch.
DeArmond, Spezialist auf dem Gebiet der Erforschung der Prionen, die für
die Erkrankung verantwortlich sein sollen, glaubt, dass die Entzündungen im
Hals- und Rachenraum der Schlüssel zur Lösung der CJD sind. "Alles was ich
beweisen will, ist der Weg, wie die Prionen ins lymphoretikuläre System des
Menschen gelangen konnten", so der Wissenschaftler. "Die Mandeln sind ein
Reservoir für Prionen. Daher müssen wir den Zusammenhang mit Halsentzündungen
genau untersuchen"
Kalifornische Wissenschaftler arbeiten zurzeit an einer Therapie, um die
Wirksamkeit der infizierten Prionen zu blockieren. Diese Therapie, die
vielversprechend ist, wird in den kommenden 12 Monaten im Tierversuch
getestet. "Falls diese Experimente erfolgreich sind, könnten sie ein
effektives Behandlungsmittel für spongiforme Erkrankungen beim Menschen
innerhalb der nächsten zehn Jahre sein", so Professor deArmond.
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk/hi/english/sci/tech/newsid_1223000/1223872.stm

Experten: 30 Jahre Inkubationszeit bei vCJK
Britischer BSE-Spezialist rechnet mit bis zu 10.000 neuen
Fällen
Die Inkubationszeit der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK)
könnte bis zu 30 Jahre betragen. Experten rechnen daher mit Tausenden oder
sogar Zehntausenden neuen Fällen der für den Menschen tödlichen Erkrankung,
wie BBC http://news.bbc.co.uk
berichtet.
Die Zeitberechnung stammt von John Collinge, Mitglied der von der
britischen Regierung eingesetzten Untersuchungskommission zu BSE (SEAC). In
einem BBC-Interview heute, Donnerstag, reagierte er auf eine unter seiner
Mitarbeit entstandene Studie. Diese stellte fest, dass in fünf Fällen die
menschliche Form des Rinderwahnsinns offenbar über die Messer eines Fleischers
übertragen wurden.
"Obwohl die Studie von einer geschätzten Inkubationszeit zwischen zehn und
16 Jahren ausgeht, ist es sehr wahrscheinlich, dass die größte Gefährdung vor
1985 bestand", so Collinge. Die derzeitigen Fälle seien per Definition jene
mit der kürzesten Inkubationszeit. In Großbritannien sind bisher 97 Menschen
an vCJK erkrankt, von denen heute nur noch sieben leben. Der BSE-Spezialist
ist aber dennoch überzeugt, dass die Erkrankung keine sechsstellige Zahl
erreichen wird. Das vollständige Interview ist auf BBC-Online zu hören.
