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Lilly beteuert: Keine "fehlenden" Prozac-Dokumente und keine neuen wissenschaftlichen Informationen

Behauptungen, dass Dokumente bei einer Gerichtsverhandlung verloren  gingen, sind grundlos

   Eli Lilly and Company (NYSE: LLY) bestätigte heute nach Durchsicht einer  Sammlung von Prozac-Dokumenten, die angeblich in der Ausgabe vom 1. Januar  des British Medical Journal (BMJ) "fehlten", dass die Dokumente keine neuen  klinischen oder wissenschaftlichen Informationen enthüllen. Die Informationen  in den Dokumenten wurden bereits der US-Arzneimittelbehörde FDA und anderen  Aufsichtsbehörden mitgeteilt, in medizinischen Journalen veröffentlicht oder  aufgrund rechtlicher Ermittlungen erstellt, und standen weiterhin seit über einem Jahrzehnt bei verschiedenen Gerichtsverhandlungen zur Verfügung. Lilly  erhielt diese Dokumente gestern Abend, und zwar nicht vom BMJ, sondern vom  Büro des US-Kongressabgeordneten Maurice Hinchey (D-NY), dem die Dokumente  vom BMJ zur Verfügung gestellt worden waren.

   "Es gehört zu den Grundsätzen von Lilly, Aufsichtsbehörden, Mitarbeitern  im Gesundheitswesen und Patienten wichtige Sicherheits- und  Wirksamkeitsinformationen hinsichtlich Prozac sowie anderen Lilly- Medikamenten zur Verfügung zu stellen", sagt Alan Breier, MD, Vizepräsident  und medizinischer Direktor von Eli Lilly and Company. "Unsere Durchsicht der  Dokumente zeigt, dass Lilly seiner Verpflichtung zur vollständigen und  wichtigen Offenlegung zu diesem Thema nachgekommen ist", sagt Breier.   "Ferner ist Lilly
ausserordentlich beunruhigt, dass ein angesehenes  medizinisches Journal sich auf eine anonyme Quelle verlässt und Daten veröffentlicht, ohne die vorliegenden Informationen zur überprüfen oder ein  standardmässiges Peer-Review durchzuführen," fährt er fort. "Dies ist ein  bedenklicher Präzedenzfall, der schädliche Auswirkungen auf Patienten wie auf  Ärzte haben kann."

   Die Dokumente bestehen grösstenteils aus alten, bereits vorgelegten  Schriftstücken

   Lilly überprüfte die Dokumentensammlung, die durch den Kongressabgeordneten Hinchey vorgelegt wurde, und bestätigt, dass es sich  hauptsächlich um Schriftstücke handelt, die von Lilly erstellt wurden, um von  den Klägeranwälten bei Gericht verwendet zu werden. Alle Dokumente, die bei  Lilly ihren Ursprung haben, sind durch einen Stempel als Urkunden  gekennzeichnet, die von Lilly in den 90er Jahren bei zwei Prozac- Produkthaftungsprozessen vorgelegt wurden. Alle Dokumente, die von Lilly  ausgehen, haben einen Stempel von Lilly und wurden daher unbestreitbar von  Lilly den Klägeranwälten zur Verwendung bei Gericht zur Verfügung gestellt.   Tatsache ist,
dass mehrere Dokumente im Fall Wesbecker bereits von den  Klägern als Beweisstücke vor Gericht verwendet wurden.

   Aktivierung und Sedierung

   Der BMJ-Artikel erörtert Aktivierung (ein Begriff, der individuelle  unerwünschte Nebenwirkungen wie Nervosität, Angstzustände, Unruhe und  Schlaflosigkeit zu einer Gruppe zusammenfasst) und Sedierung (ein Begriff,  der individuelle unerwünschte Nebenwirkungen wie Schlafsucht oder Asthenie  umfasst). Der BMJ-Artikel zitiert nur ein Beispiel für angeblich fehlende wissenschaftliche Daten (38 Prozent der mit Fluoxetin behandelten Patienten,  die von erneuter Aktivierung berichteten,  gegenüber 19 Prozent, die Placebos  erhalten hatten); dieser Behauptung von BMJ widerspricht die Tatsache, dass  dieser Befund im Jahr 1992 von Lilly im Journal of Psychopharmacology  veröffentlicht wurde (1). Lilly hat mehrere Studien durchgeführt und in  verschiedenen anderen führenden Peer-Review-Journalen umfassende  Informationen zu den Themen Aktivierung und Sedierung veröffentlicht  (ebenfalls weiter unten vermerkt (1)). Insgesamt melden die veröffentlichten  Studien von Lilly einen Aktivierungsbereich von etwa 18 bis 40 Prozent, je  nach Studie und Behandlungsdosis, wobei es sich hier um eine von Ärzten akzeptierte Quote handelt.

   Es ist ausserdem wichtig, zu vermerken, dass Lilly systematisch Informationen zu diesen und allen anderen unerwünschten Nebenwirkungen aus  den klinischen Versuchen und der Nachverkaufsbeobachtung  (Drogensicherheitsüberwachung) des Produktes Prozac an die US-amerikanische  Arzneimittelbehörde FDA weitergeleitet hat. Informationen zu diesen  Nebenwirkungen werden ausserdem seit Jahren auf den Produktetiketten von  Prozac aufgeführt.

   Offenlegung wissenschaftlicher Informationen

   Lilly ist überzeugt von der kompletten und angemessenen Offenlegung  klinischer Testdaten und hat kürzlich durch die Einführung seiner  Registrierungsdatenbank für klinische Versuche seine Verpflichtung hierzu  noch weiter unterstrichen. Die Datenbank finden Sie unter www.lillytrials.com  und sie gehört zur umfassendsten Datenbank dieser Art in der Branche. Lilly  hat die Webseite lillytrials.com bereits mit pädiatrischen Daten für Prozac bevölkert und wird damit fortfahren, sie weiterhin komplett mit Prozac-Daten  füllen. Lilly hat sich der Gesundheit und der Sicherheit aller Patienten, die  mit seinen Medikamenten behandelt werden, verschrieben und ebenso der  Garantie, dass Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Familien alle  Informationen erhalten, die sie für sachkundige Entscheidungen benötigen.

   Lilly ist ein führendes, innovationsorientiertes Unternehmen, das ein  wachsendes Portfolio an erstklassigen pharmazeutischen Produkten mit dem Ruf  Best-in-Class entwickelt, indem es neueste Forschungen aus seinen Labors in  der ganzen Welt und aus der Zusammenarbeit mit hervorragenden  wissenschaftlichen Organisationen zur Verwendung bringt. Von der  Hauptgeschäftsstelle in Indianapolis in Indiana, USA, aus kommt Lilly - über  Medizin und Informationen - einigen der notwendigsten medizinischen  Bedürfnisse in der Welt entgegen. Zusätzliche Informationen über Lilly finden  Sie auf der Webseite www.lilly.com.
 


 

Lilly reagiert auf Artikel im British Medical Journal

   Indianapolis (ots/PRNewswire) -

   Als Reaktion auf einen Artikel im British Medical Journal vom 1. Januar 2005 unter dem Titel "FDA to review missing drug company documents" ("FDA untersucht fehlende Dokumente eines Pharmaunternehmens") veröffentlichen Eli Lilly and Company folgende Stellungnahme:

   Unseres Wissens nach existieren keinerlei Anschuldigungen über fehlende Dokumente vom Gerichtsfall Wesbecker oder anderen Gerichtsfällen, in die Lilly involviert ist. Darüber hinaus war es schon immer ein Anliegen von Lilly, sowohl die Wirksamkeit als auch das Sicherheitsprofil von Fluoxetin der Öffentlichkeit offen darzulegen. Lilly versuchte mehrfach, vom BMJ Kopien dieser angeblich "fehlenden" Dokumente zu erhalten. Auf diese Kopien warten wir immer noch. Dies überrascht uns sehr und es stimmt bedenklich, dass eine führende medizinische Fachzeitschrift es als unwichtig erachtet, diese Dokumente mit uns zu teilen, damit wir der Öffentlichkeit eine befriedigende Stellungnahme geben könnten.

   Der Artikel im BMJ bezieht sich auf das "Activation Syndrome". Dazu wollen wir darauf hinweisen, dass Lilly bezüglich des Activation Syndroms bei Fluoxetin umfangreiches Material publiziert hat. Lilly hat ständig Resultate für die Behördenstellen weltweit bereitgestellt, die entweder aus klinischen Studien stammen oder Post-Marketing Surveillance (Überwachung der Sicherheit nach der Zulassung eines Medikamentes), einschliesslich denen im Zusammenhang mit Fluoxetin. Basierend darauf ist Lilly der Auffassung, dass keine neuen wissenschaftlichen Informationen über dieses Thema zur Überprüfung vorliegen. Des weiteren und im klaren Gegensatz zu den Behauptungen im BMJ Artikel hat die Wissenschaft festgestellt, dass Fluoxetin nicht in derselben Weise wirkt wie Kokain.

   Lilly glaubt an eine lückenlose und sachgemässe Offenlegung von Resultaten aus klinischen Studien und hat erst kürzlich dieses Engagement unterstrichen durch die Lancierung von Lillys Online-Verzeichnis der klinischen Studien unter www.lillytrials.com. Von der Industrie wurde dieses Verzeichnis als eines der umfassendsten in diesem Bereich anerkannt. Lilly hat sich sowohl der Gesundheit und Sicherheit von allen Patienten verschrieben, die mit unseren Medikamenten behandelt werden, als auch der Informationsverfügbarkeit für die Ärzteschaft und Familien, die für eine fachgerechte Behandlungsentscheidung nötig ist.

 


 

Eli Lilly verletzt Privatsphäre von Patienten
US-Pharmakonzern veröffentlicht E-Mail-Adressen – Computerfehler als Sündenbock
 

Der US-Pharmakonzern Eli Lilly http://www.lilly.com hat gestanden, die E-Mail-Adressen von mehr als 700 Prozac-Patienten versehentlich veröffentlicht zu haben. Die Konzernsprecherin Anne Griffin spricht von einem Fehler im Computerprogramm. Das Unternehmen bietet seit 1999 jenen Patienten, die das Antidepressivum einnehmen, per E-Mail einen Erinnerungsservice. Die Kunden können entscheiden, ob sie dieser Dienst auf die Einnahme des Medikaments oder auf einen Sprechstunden-Termin hinweisen soll. Ein E-Mail am 27. Juni, der eine Unterbrechung des Dienstes ankündigte, führte allerdings zu einer Auflistung jener Adressen, die den Service in Anspruch nahmen, so berichtet das British Medical Journal in der aktuellen Ausgabe http://www.bmj.com .
 

Das Unternehmen hat sich für den Vorfall bereits entschuldigt. Dennoch hat die unabsichtliche Missachtung der Privatsphäre erneut zu Diskussionen über die Schwierigkeiten des Schutzes von vertraulichen Patientendaten geführt, wenn diese elektronisch gespeichert und über das Internet verbreitet werden können. Die US-Bürgerrechtsorganisation forderte die Federal Trade Commission zu einer Untersuchung der Übertretung auf http://www.aclu.org/news/2001/n070501b.html . "Bleibt die Pflichtverletzung unbeachtet, könnten andere Unternehmen ermutigt werden, ähnliche unfaire und betrügerische Praktiken anzuwenden", so der Brief.
 

Nicht nur die Diskussion um die Missachtung der Diskretionspflicht hat Eli Lilly in die Medien gebracht. Auch das Medikament Prozac, ein Antidepressivum, das den Serotoninspiegel hebt, steht in Verruf. Rund 30 Prozent der Patienten sollen auf das Medikament nicht ansprechen. Zudem kann es zu einem so genannten Serotoninsyndrom führen. Dabei werden Rezeptoren im Stammhirn und des Rückenmarks überstimuliert, was zu Fieber, Schüttelfrost, Muskelzucken, Unruhe und Verwirrung führt. Bei der US-Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov häufen sich die Beschwerden.


 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:51
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