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Atkins-Opfer klagt Konzern
Cholesterinwerte während Diät von 146 auf 230 angestiegen

Ein Mann aus Florida hat den Nachlass von Robert C. Atkins und seine Firma http://atkins.com verklagt. Der 53-Jährige musste operiert werden, nachdem seine Arterien nach zwei Jahren Atkins-Diät verstopft waren. Dies ist die erste Klage, die gegen die umstrittene Diät, die den Verzicht auf Kohlenhydrate propagiert, eingereicht wird, berichtet die New York Times (NYT) heute, Donnerstag.

Der Antragsteller, Jody Gorran, hat im Jahr 2001 mit der Diät begonnen, um ein paar Kilo abzuspecken. Innerhalb von zwei Monaten sei sein Cholesterinspiegel von 146 auf 230 angestiegen, sagte Gorran. Gorran dachte daran, die Diät abzubrechen. Im Buch stand jedoch, dass sich bei einem von drei Menschen, die der Diät folgen, der Cholesterinspiegel erhöhen kann. Man solle nur magere Proteine wie Truthahn, Hühnchenbrust oder Fisch zu sich nehmen, jedoch nicht mehr als fünf Gramm Kohlenhydrate essen, heißt es in "Dr. Atkins´ New Diet Revolution". Fühlt man sich mit der "mageren Variante" nicht wohl, kann man ruhig weiterhin die von Atkins empfohlenen Lebensmittel, vor allem rotes Fleisch und gesättigte Fette, essen, so das Buch weiter. Zwei Wochen nach Abbruch der Diät war der Wert wieder auf 146 gesunken.

Nach dreimalig wiederkehrenden Brustschmerzen wurde 2003 festgestellt, dass eine Hauptarterie zu 99 Prozent verstopft war. Es wurde eine Angioplastik durchgeführt und ein Stent implantiert, um die Arterie zu öffnen und offen zu halten. Vor der Diät waren die Arterien laut Eigenangaben Gorrans nicht verstopft gewesen.

Von Seiten des Atkins-Unternehmens heißt es, dass die Diät sicher und gesundheitsfördernd sei, wie Studien angeblich beweisen. Die American Heart Association hat keinen Kommentar abgegeben, jedoch eine Mitteilung veröffentlicht. In dieser heißt es, dass es aufgrund des vermehrten Konsums von fettreichem Essen über einen längeren Zeitraum zu Herzkrankheiten, Diabetes, Schlaganfall und verschiedenen Arten von Krebs kommen kann.

Frank M. Sachs, ein Professor von der Harvard School of Public Health, meinte nach der Betrachtung der Laborwerte Gorrans, dass diese Werte bereits nach zwei Wochen erreicht werden können. Die Werte jedoch erhöhen sich bei der Mehrheit der Menschen nicht so drastisch wie bei Gorran.

Gorran hat Atkins auf 28.000 Dollar verklagt, will jedoch vor allem erreichen, dass Menschen über die Gefahren der Diät informiert werden. Er wünscht sich Warnhinweise auf Büchern, Lebensmitteln und auf der Atkins-Website. Einem Rechtsanwalt zu Folge stehen die Chancen für Gorran jedoch schlecht, die Klage zu gewinnen. Das Deliktrecht sieht es nicht vor, gegen Theorien in Büchern zu klagen.

Unterstützt wird Gorran von dem Physicians Committee for Responsible Medicine (PCRM) http://www.pcrm.org , eine Vereinigung von Ärzten, die eine vegane Ernährungsweise propagiert und sich gegen Tierversuche engagiert. Kritiker wie zum Beispiel das Atkins-Unternehmen sehen dies jedoch nicht als den optimalen Weg an, da das PCRM immer wieder derartige Taktiken einsetzt, um die Bevölkerung vom Fleischkonsum abzuhalten.

Der Diät-Guru Atkins selbst ist im vergangenen Jahr 72 jährig gestorben. Er soll gestürzt sein, was zum Tode geführt haben soll, sagte damals seine Frau Veronica. Medienberichten zu Folge wog Atkins zum Zeitpunkt seines Todes 116 Kilo und war bei einer Größe von 1,80 Metern stark übergewichtig. pte berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=040211043 .
 


 

Hungern nach der Operation bringt keine Vorteile
Wissenschaftler stellen Lehrmeinung in Frage
 

Wissenschaftler der University of Bristol http://www.bris.ac.uk haben nachgewiesen, dass das nach Magen-Darm-Operationen übliche Nichtessen und Nichttrinken den Patienten eigentlich keine Vorteile bringt. Die im British Medical Journal http://www.bmj.com präsentierten Ergebnisse stellen damit eine weit verbreitete Lehrmeinung in Frage. Dieses Verfahren will eine Übelkeit verhindern und dem Gewebe Zeit zur Erholung geben.
 

Das Team um Steven Thomas verglich Daten von hungernden Patienten mit jenen von Teilnehmern, die innerhalb von 24 Stunden Nahrung erhielten. Dabei zeigte sich laut BBC, dass es nur wenige Hinweise auf die Vorteile der gängigen Praxis gab. Zusätzlich verringerte eine frühere Nahrungszufuhr das Infektionsrisiko und verkürzte den Krankenhausaufenthalt. Laut Thomas zeigen auf Versuchen beruhende Daten, dass mit diesem neuen Ansatz die Wundheilung gefördert und eine positive Stimulation des Darmtraktes erreicht wird. Größere klinische Versuche seien jedoch notwendig, bevor eine Veränderung der gängigen Praxis allgemein empfohlen werden könne.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:50
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