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Vitamin B gegen Herzleiden bei Diabetikern
Reduktion des Cholesterinspiegels und der Lipide

Hohe Dosen an Vitamin B1 (Thiamin) verringern das Cholesterin im Blut von Diabetespatienten und helfen ihnen so dabei, Herzleiden zu vermeiden. Das haben Forscher an der Universität Essex http://www.essex.ac.uk herausgefunden. Demnach sollten Diabetiker auch geringe Defizite an Thiamin vermeiden. Die Einnahme von Thiamin-Ergänzungen könnte das Risiko für Herzerkrankungen und Nierenversagen signifikant mindern.

Diabetes erhöht das Risiko für Herzleiden bei Männern um das Doppelte bis Dreifache und bei Frauen um das Drei- bis Fünffache. Das erhöhte Risiko steht in Verbindung mit hohen Niveaus von Cholesterin und Lipiden im Blut. Frühere Studien haben nachgewiesen, dass die Verwendung von Medikamenten, wie Statinen, das Risiko für Herzleiden bei Diabetikern um 20 bis 40 Prozent verringern kann. Die Autoren der aktuellen Studie unter der Leitung von Paul J. Thornalley sind zuversichtlich, dass hohe Dosen an Thiamin ebenfalls dabei helfen, den Effekt des Cholesterins und der Lipid-Level umzukehren. Thornalley empfiehlt Diabetikern, Vitamin-B-Ergänzungen einzunehmen.


 

Protein beeinträchtigt Schmerzempfinden von Diabetikern
Neue Behandlungsformen auf Basis von RAGE

Das Schlüsselprotein RAGE ist dafür verantwortlich, dass bei Diabetikern das Schmerzempfinden schwindet. Forscher des Universitätsklinikums Heidelberg http://www.med.uni-heidelberg.de haben RAGE als Ursache für derartige Nervenschäden identifiziert. Frühere Studien hatten das Protein mit verschiedenen chronischen Entzündungs- und Alterungsprozessen, z.B. der Sepsis (Blutvergiftung), in Verbindung gebracht.

Bei dem Regulatormolekül handelt es sich um einen so genannten Rezeptor, der sich auf der Oberfläche von Zellen befindet. Er identifiziert und bindet bestimmte Eiweißstoffe, vor allem "AGE" (Advanced Glycation End products). Zusätzlich wird das Molekül NFkappaB aktiviert, das Entzündungsprozesse auslöst. "Wir konnten zeigen, dass die Menge an RAGE und an aktiviertem NFkappaB in Nervenzellen von Diabetespatienten mit Neuropathie eindeutig erhöht ist", so die Wissenschaftlerin Angelika Bierhaus.

Den Forschern ist es gelungen, die Entzündungs-Kaskade bei Mäusen zu unterbrechen. Zu diesem Zweck wurde genetisch veränderten Diabetes-Mäusen eine lösliche Form von RAGE zugeführt, das so genannte sRAGE (soluble RAGE). Dieses greift die Bindemoleküle AGE auf, bevor sie zum in der Zellmembran verankerten RAGE gelangen. So wird auch die Aktivität von NFkappaB eingeschränkt und die Mäuse weisen ein signifikant verbessertes Schmerzempfinden auf.

Diabetische Mäuse ohne RAGE-Rezeptoren haben trotz der Krankheit ein gutes Schmerzempfinden, was den RAGE-Einfluss verdeutlicht. "Bisher gibt es kaum Therapiemöglichkeiten für Patienten mit chronischer Nervenentzündung", so der Forscher Peter Nawroth. Damit erweckt das Schlüsselmolekül RAGE die Hoffnung für die Entwicklung neuer Behandlungsformen.


 

Leise Hoffnung im Kampf gegen Diabetes
Menschliche Zellen heilen Mäuse

Diabetes könnte mit menschlichen Blutzellen eingedämmt werden. Erste klinische Versuche sollen bereits in zwei Jahren stattfinden. Dies gab der Forscher Bernat Soria auf dem Bioethik Kongress in Cuenca bekannt http://www.sibi.org/3congreso/.

Die Ergebnisse, die jetzt vorsichtigen Anlass zur Hoffnung geben, beruhen darauf, dass menschliche Insulinzellen, die man in Mäuse mit Diabetes eingepflanzt hat, die Krankheit innerhalb einer Woche "heilten". Ein Wettlauf mit der Zeit, da das Tier normalerweise genau sieben Tage braucht um ein Fremdtransplantat abzustoßen. Die Forschungsergebnisse, die spanische Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit deutschen Chirurgen entwickelt haben, wurden auch schon auf dem Welttransplantationskongress in Wien und dem Weltkongress für Interne Medizin in Granada präsentiert.

Trotz des leisen Optimismus äußerte sich der Wissenschaftler wiederholt sehr vorsichtig über die konkreten Zukunftsperspektiven. Da es sich um äußerst wichtige Ergebnisse handeln würde, plädierte er vor allem für Behutsamkeit, denn man wisse noch nicht wie lange diese Zellen beim Menschen brauchen, um das Eigenblut des Patienten zu erhalten. "Ich brauche mehr Zeit, obwohl wir natürlich sehr froh sind, dass es nach fünf Jahren erstmals ein positives Ergebnis gibt", so Soria.

Als mögliche Zeitspanne für erste konkrete klinische Versuche gibt er die nächsten zwei Jahre an. Das Forscherteam um Bernat Soria überlegt, deutsche Forscher in ein, zwei Jahren zu beauftragen, die neue Technik an zwei bis drei Patienten auszuprobieren. Auch Embryonenzellenforschung schließt Soria für die Zukunft nicht völlig aus, "da sie viele Möglichkeit biete und bessere Resultate ergebe" .
 


 

Curry hilft bei Diabetes
Britische Forscher weisen Wirksamkeit traditioneller Heilmittel nach

Wissenschaftliche Tests einer Reihe von traditionellen Heilmitteln haben ergeben, dass sie wirkliche Vorteile bringen. Experten des King's College London http://www.kcl.ac.uk gehen davon aus, dass Behandlungsmethoden aus der ganzen Welt Eigenschaften haben, die bei der Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes und Krebs helfen können. Zu den genannten Heilmitteln zählt unter anderem das indische Curryblatt, das bei der Behandlung von Diabetes wirksam sein soll. Komplementärmediziner wie Edzard Ernst von der Peninsula Medical School erklärten laut BBC, dass vollständige klinische Versuche erforderlich sind, um die Wirksamkeit zu bestätigen.

Die Wissenschafter untersuchten indische Verfahren zur Behandlung von Diabetes, ghanesische Wundheilungsmittel und Mittel, die im Fernen Osten zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden. Beim Curryblatt (Murraya koenigii) zeigte sich, dass es die Funktion des Verdauungsenzyms pankreatische Alpha-Amylase einzuschränken scheint, das bei der Umwandlung von Stärke in Glukose eine Rolle spielt. Diabetiker produzieren nicht ausreichend Insulin, um mit raschen Anstiegen der Blutzuckerwerte umgehen zu können. Die Verlangsamung des Abbaus der Stärke durch die Blockierung der Alpha-Amylase kann eine gleichmäßigere Abgabe von Glukose in den Blutkreislauf ermöglichen. Derzeit wird erforscht, welcher Bestandteil des Curryblattes für diese Wirkung verantwortlich ist.

Gemeinsam mit Wissenschaftern der Kwame Nkrumah University of Science and Technology http://www.knust.edu.gh wurden Pflanzen untersucht, die von den Ashanti eingesetzt wurden. Sie interviewten traditionelle Heiler um Pflanzen zu identifizieren, die bei der Wundheilung benutzt wurden und testeten anschließend ihre Wirksamkeit. Die Climbing Dayflower (Commelina diffusa) verfügte über antibakterielle und antimykotische Eigenschaften. In einer dritten Studie untersuchte das Team thailändische und chinesische Pflanzen, die traditionell zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden. In Labortests wurde analysiert, wie wirksam sie bei der Hemmung des Wachstums von Krebszellen waren. Viel versprechende Aktivitäten konnten bei Lungenkrebszellen in Tests von Ammannia baccifera, einem Wasserunkraut, und Illicium verum, dem Sternanis, nachgewiesen werden


Genetischer Risikofaktor für Typ 2 Diabetes gefunden
Chancen für neue Therapieformen und Gentests
 

Eine einzige genetische Abweichung ist für rund 15 Prozent aller Diabetes Typ 2 Fälle verantwortlich. Mit dieser Entdeckung haben Forscher der Technischen Universität Braunschweig http://www.tu-bs.de den laut eigenen Angaben wichtigsten genetischen Risikofaktor für eines der dringendsten Probleme des 21. Jahrhunderts entschlüsselt. Es eröffnen sich damit Chancen für neue Therapieformen und Gentests. Experten rechnen bis 2030 mit einer Verdoppelung der Diabetiker auf mehr als 300 Mio. Patienten.
 

Typ 2 Diabetes, an dem mehr als 90 Prozent der Betroffenen leiden, ist durch einen relativen Mangel an Insulin bedingt. Das heißt, die relative Menge des freigesetzten Insulins ist unzureichend. In fast allen Fällen geht die Krankheit mit Übergewicht einher - Erblindung, der Verlust eines Beines, Nierenversagen oder Herzinfarkt drohen.
 

Es wird seit längerem vermutet, dass auch eine erbliche Veranlagung die Stoffwechselstörung begünstigt. Bislang wurden rund zehn bis 20 genetische Abweichungen (Polymorphismen) als mögliche Auslöser gehandelt. Christina und Mathias Schwanstecher vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der TU Braunschweig haben jetzt einen der wichtigsten aufgedeckt und die Ergebnisse in der Dezember-Ausgabe von "Diabetes" (Vol. 51, Supplement 3, Dezember 2002) http://diabetes.diabetesjournals.org publiziert.
 

Den Einfluss von Polymorphismen untersuchte das Schwanstecher-Team in einem Zellbestandteil, der eine Schlüsselrolle bei der Ausschüttung der Hormone Insulin und Glucagon besitzt, dem so genannten ATP-sensitiven Kaliumkanal. Dabei zeigte sich, dass eine Abweichung in Position 23 der Aminosäurekette zu einer wesentlichen Änderung der Eigenschaften führt. Liegt dort die Aminosäure Lysin anstelle von Glutamat vor, so ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Kanal in seinen geöffneten Zustand fällt: Die Freisetzung von Insulin wird gehemmt. Die Ausschüttung von Glucagon stimuliert. Da beide Hormone gegensinnig wirken, trägt beides zu einem Anstieg des Blutzuckers bei: Das Risiko für Diabetes steigt.
 

Das Forscherpaar Schwanstecher sieht in der Identifizierung des Polymorphismus eine wichtige Basis für bessere Behandlungsformen. "Möglich werden zum Beispiel Gentests zur Erstellung eines persönlichen Risikoprofils, das jedem Patienten seine Veranlagung für Typ 2 Diabetes aufzeigt. Wer bei starker genetischer Belastung Übergewicht vermeidet, könnte dadurch den Ausbruch der Krankheit meist dennoch verhindern", erklärte Mathias Schwanstecher. "Arzneimittel könnten direkt auf den ATP-sensitiven Kaliumkanal einwirken und der Erhöhung des Blutzuckers damit entgegensteuern." Da der ATP-sensitive Kaliumkanal nicht nur in den für Diabetes wichtigen Zellen der Bauchspeicheldrüse, sondern auch in Herzmuskel- und Gehirnzellen vorkommt, könnten die Erkenntnisse auch positive Auswirkungen für die Behandlungen anderer Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen und epileptische Anfälle haben.
 

Wie sich zeigte, tragen rund etwa 60 Prozent aller Mittel- und Nordeuropäer, Nordamerikaner und Japaner genau den vom Forscherehepaar Schwanstecher untersuchten Polymorphismus in ihrem Erbgut. Die meisten haben ihn aber nur von einem Elternteil ererbt. Sie sind im Vergleich zu Menschen ohne diese Abweichung mit einem nur geringfügig höheren Risiko belastet. Elf Prozent tragen den Polymorphismus von beiden Eltern. Sie werden mit einer etwa doppelt so hohen Wahrscheinlichkeit an Diabetes Typ 2 erkranken, so die Forscher.
 

Die nahezu identischen Häufigkeiten dieser Abweichung in den verschiedenen Bevölkerungen sind für die Wissenschaftler ein starkes Indiz dafür, dass es sich hier um den ersten balancierten Polymorphismus mit weltweiter Verbreitung handelt. Das heißt, dass die Häufigkeit der Abweichung durch den Selektionsdruck in der Entwicklungsgeschichte der Menschheit weitgehend konstant gehalten wurde.



 

Einfacher Test erkennt Diabetes
Screening-Methode für Risikogruppen
 

 Forscher des Duke University Medical Centers http://www.cfah.org testen derzeit ein einfaches Untersuchungsverfahren zur Diabetes-Erkennung. Der Test zeigt den Blutzuckerspiegel der vergangenen zwei mit drei Monate an und soll nach Angaben des Teams um David Edelman 75 Prozent der Diabetes-Fälle erkennen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden ist vor der Blutzucker-Messung kein Fasten mehr nötig, so ein BBC-Bericht http://news.bbc.co.uk . Die Forscher behaupten, dass zur Identifizierung der Diabetes-"Kandidaten" drei einfach zu erhebende Risikofaktoren herangezogen werden können. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt Journal of General Internal Medicine http://www.blackwellscience.com/journals/internal veröffentlicht.
 

Die Forscher testeten die Screening-Methode namens HgA1c an 1.253 Personen. Die Ergebnisse zeigten, dass 4,5 Prozent Diabetes hatten, die bisher nichts von ihrer Zuckerkrankheit wußten. Die Erkrankung blieb selbst bei medizinischen Untersuchungen unerkannt. Forscher gehen davon aus, dass der Test auch dann aussagekräftige Ergebnisse liefere, wenn nur einer der drei Risikofaktoren also Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes in der Familie zutreffe.
 

Die Diabetes-Organisation Diabetes UK http://www.diabetes.org.uk/home.htm rechnen damit, dass im Durchschnitt Menschen mit Diabetes zwischen neun Monate und einem Jahr unerkannt bleiben. Allein in Großbritannien sterben Schätzungen zufolge zwei von drei Diabetikern aufgrund von Komplikationen, die bei einer Früherkennung zu verhindern gewesen wären. "Daher kommt der Frühdiagnose eine sehr wichtige Rolle zu", weiß ein Sprecher von Diabetes UK. Er rechnet für Großbritannien mit rund einer Million Menschen, die von ihrer Erkrankung nichts wissen. Die Folge sei ein erhöhtes Risiko für Langzeitschäden des Herzens, der Augen und der Nieren. Das größte Risiko hätten übergewichtige Personen im Alter über 40 Jahren. Erschwerend wirkten Diabetes-Fälle in der Familie. Diabetes UK fordert die Einführung eines Programmes zur Früherkennung, das sich gezielt an diese Risikogruppen richtet.
 


 

Lasertechnologie für schmerzlose Blutzucker-Messung
Gerät misst Glukosespiegel in Sekundenschnelle – Marktreife in fünf Jahren
 

 Wissenschaftler der Heriot-Watt University http://www.hw.ac.uk entwickeln derzeit einen schmerzlosen Test zur Blutzuckermessung für Diabetiker. Der Test baut auf moderner Lasertechnologie auf und soll Zuckerkranken bei der Überwachung des Glukosespiegels unterstützten. Bereits 2003 soll das Gerät in Kliniken erprobt werden. Die Technologie funktioniert laut Entwicklern ohne Blutentnahme und dauert nur wenige Sekunden. Den weltweiten Marktwert des Geräts schätzen die Forscher auf rund 2,3 Mrd. Euro, so ein Bericht von The Scotsman http://news.scotsman.com.
 

Das Gerät nutzt Laserlicht-Pulse, um den Glukose-Spiegel zu detektieren. Diabetiker stecken den Finger in die Maschine, die kurzen Lichtimpulse reagieren mit der Glukose, um in der Folge messbare akustische Wellen zu erzeugen. "Das Gerät hat die Größe eines tragbaren CD-Players", erklärte Projektleiter Hugh MacKenzie. Labortests hätten gezeigt, dass das Gerät sowohl bei Diabetikern als auch bei gesunden Personen den Blutzuckerspiegel korrekt überwacht. MacKenzie hofft, dass die Laser-Equipment spätestens in fünf Jahren auf dem Markt ist.
 

Die Entwicklung basiert auf einer ähnlichen Technologie, wie sie von Alexander Graham Bell bei der Erfindung des Telefons angewendet wurde. MacKenzie nutzte diese Technologie bereits zur Messung von Ölverschmutzungen im Wasser.


 


 

Diabetiker Achtung: Ab Jänner 2002 neues Insulin U 100

Mit Jahresbeginn 2002 kommt es für Diabetiker, die Insulin aus der Durchstichflasche entnehmen, zu einer Umstellung. Ab Jänner wird nur mehr das neue U100 Insulin verschrieben. Dazu müssen auch neue Spritzen verwendet werden.

Im letzten Jahrzehnt hat diese Konzentration von Insulin U 100 in den Ländern der EU das bisher gebräuchliche U 40 Insulin abgelöst, in Österreich nun eben mit Jahresbeginn. Ganz entscheidend ist dabei, dass beim U 100 Insulin nur neue U 100 Spritzen verwendet werden dürfen. Wird aber U 100 Insulin mit einer alten U 40 Insulin Spritze injiziert, so erhält der Patient die 2,5-fache Menge Insulin, was fatale Folgen haben kann. Deshalb sollen sich Diabetiker bzw. auch deren Angehörige bei Unklarheiten und Fragen zum Umstieg vom alten U 40 Insulin auf das neue U 100 Insulin sofort an ihren Apotheker wenden.



 

Durchbruch bei der Behandlung von Typ I Diabetes
Klinische Versuche mit Peptid-Medikament vielversprechend
 

Tests mit Patienten lassen einen Durchbruch bei der Behandlung von Typ I Diabetes erwarten. Die Ergebnisse von klinischen Versuchen haben gezeigt, dass das Peptid-Medikament DiaPep277 das Fortschreiten einer Erkrankung stoppen kann. Mediziner der Hadassah-Hebrew University Medical School http://www.md.huji.ac.il haben nachgewiesen, dass DiaPep277 die Zerstörung von insulinproduzierenden Zellen unterbrechen und bei neudiagnostizierten Patienten die Notwendigkeit von Insulininjektionen verringern kann, berichtet das Fachmagazin The Lancet http://www.thelancet.com in seiner aktuellen Ausgabe.
 

Das Team der Universität führte eine zehnmonatige Zufalls-Doppelblindstudie mit 35 Männern durch, die kurz zuvor mit Diabetes Typ 1 diagnostiziert wurden. 18 Patienten erhielten zu Beginn der Phase 2 Studie Injektionen mit DiaPep277, sowie nach einem Monat und nach einem halben Jahr. 17 Teilnehmern wurden im gleichen Zeitraum Injektionen eines Placebos verabreicht. Nach zehn Monaten waren die C-Peptid-Werte bei jenen Teilnehmern deutlich gefallen, die das Placebo erhalten hatten. Zusätzlich war der Bedarf an Insulin-Injektionen deutlich gestiegen. Das Protein C-Peptid wird zur Feststellung der körpereigenen Insulinproduktion eingesetzt. Bei den Patienten, die das Medikament erhalten hatten, stiegen die C-Peptid-Werte und der Insulin-Bedarf erhöhte sich nicht wesentlich.
 

Die Wissenschaftler Irun Cohen und Dana Elias vom Weizman Institute of Science http://www.weizmann.ac.il hatten entdeckt, dass Injektionen mit dem Peptid-Fragment p277 bei Mäusen das Fortschreiten von Typ I Diabetes verhindern kann. In der Folge entwickelte das israelische Pharmaunternehmen Peptor http://www.peptor.com das Medikament DiaPep277. Elias erklärte, dass diese Ergebnisse einen Durchbruch ankündigen könnten. "DiaPep277 verspricht einen entscheidenden Fortschritt in der Behandlung und Prävention von Typ I Diabetes." Details: http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-11/wi-isb112001.php
 


 

Vitamin D verringert das Diabetes-Risiko
Frühe Einnahme reduziert Risiko um 80 Prozent
 

Eine finnische Studie hat einen direkten Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin D bei Kleinkindern und dem späteren Entstehen von Typ 1 Diabetes hergestellt. Es zeigte sich, dass die Einnahme der empfohlenen Vitamingaben das Diabetes-Risiko um 80 Prozent senkte. Für die Untersuchung wurden 12.000 Teilnehmer zwischen 1966 und 1997 beobachtet. Die Wissenschaftler empfehlen, laut dem Fachmagazin The Lancet, http://www.lancet.com auf eine ausreichende Versorgung von Kleinkindern mit Vitamin D zu achten. Ernährungsexperten nennen als Richtwerte unter sechs Monaten 8,5 Mikrogramm täglich und zwischen sieben Monaten und drei Jahren 7 Mikrogramm.
 

Das Team unter der Leitung von Elina Hyppönen vom Institute of Child Health http://www.ich.ucl.ac.uk beobachtete die Vitamin-Einnahme während des ersten Lebensjahres der Teilnehmer. In der Folge wurden sie entsprechend der Vitaminmenge in drei Gruppen aufgeteilt: unterhalb, innerhalb und über den empfohlenen Werten. Dabei zeigte sich, dass jede Einnahme von Vitamin D das Risiko gegenüber einer Nichteinnahme senken konnte. Bei Kindern, die regelmäßig mit entsprechenden Präparaten versorgt wurden, verringerte sich das Risiko um 80 Prozent. Bei Teilnehmern, die in ihrem ersten Lebensjahr an Rachitis erkrankten, verdreifachte sich das Diabetes-Risiko.
 

Ein Zusammenhang zwischen einem Mangel an Vitamin D und Diabetes wurde bereits in Tests mit Tieren und einer retrospektiven Studie hergestellt. Die aktuelle Untersuchung erforschte erstmals die Vitaminversorgung von Kindern und das Auftreten von Diabetes. Die genauen Ursachen für die Entstehung von Typ 1 Diabetes sind derzeit noch nicht bekannt. Fest steht, dass bei dieser Autoimmunerkrankung das Immunsystem körpereigene Zellen zerstört. Vitamin D gilt als immunsuppressiver Wirkstoff. Die Forscher gehen daher davon aus, dass dieses Vitamin übermäßig aggressive Reaktionen des Immunsystems unterdrücken kann.
 

Finnland hat weltweit das höchste Vorkommen von Typ 1 Diabetes. Im Norden des Landes scheint die Sonne im Dezember täglich nur zwei Stunden. Sonnenlicht gilt als eine der Hauptquellen von Vitamin D. Ein Mangel kann zu Erkrankungen wie Rachitis führen. Diabetes Experten warnen laut BBC jedoch davor, Vitamin D Präparate ohne einen diagnostizierten Mangel einzunehmen.
 


 

Vakuumverpackte Zellen überleben mehrere Tage
Neues Verfahren kombiniert Trocknen und Versiegeln
 

 Wissenschaftlern der University of California http://www.ucsd.edu ist es gelungen, Zellen durch einfaches Trocknen und Aufbewahren in einem vakuumversiegelten Beutel mehrere Tage lang am Leben zu erhalten. Dieses neue Verfahren könnte die Kosten von Zell-Implantaten zum Beispiel für die Behandlung von Diabetes deutlich reduzieren. Lagerung und Transport würden zusätzlich entscheidend vereinfacht, berichtet das Fachmagazin Cryobiology http://www.academicpress.com/www/journal/cy.htm in seiner aktuellen Ausgabe.
 

Das Team um Fred Levine versuchte laut New Scientist http://www.newscientist.com anfänglich, ein Verfahren für das Trocknen von Hautzellen zu optimieren. Doch auch der Einsatz von Trehalose konnte das Überleben aller behandelten Zellen nicht gewährleisten. Dieser Zucker schützt bei Wasserverlust die Strukturen innerhalb von Zellen. Die Forscher nahmen an, dass die Zellen durch freie Radikale getötet wurden. Also versuchten sie die getrockneten Zellen durch das Vakuumversiegeln in Plastikbeuteln zu schützen. Dabei stellte sich heraus, dass auch so genannte Kontrollzellen überlebten, die ohne Zugabe von Trehalose getrocknet wurden.
 

Laut Levine haben die Wissenschaftler lange mit der Veröffentlichung dieser Ergebnisse gewartet. Wiederholte Experimente bestätigen jedoch die Richtigkeit der gemachten Beobachtungen. Rund ein Drittel der Hautzellen begann nach drei Tagen bei Raumtemperatur bei der anschließenden Rehydrierung wieder zu wachsen. Rund ein Zehntel überlebte fünf Tage. Einige Zellen konnten sogar nach zwei Wochen wiederbelebt werden. Ohne Vakuum starben alle Zellen innerhalb von drei Tagen.
 

Bis jetzt waren Biologen davon ausgegangen, dass menschliche Zellen nicht in der Lage sind, sich gegen das Austrocknen zu schützen. Versuche, Gewebe durch Einfrieren oder Trocknen aufzubewahren, konzentrierten sich daher auf das Zusetzen schützender Chemikalien. Dabei handelte es sich um Substanzen, die von verschiedenen Pflanzen und Tieren zum Schutz ihrer Zellen entwickelt wurden.
 


 

MSD: Rezeptor-Blocker auch gegen Nierenschäden

 

Beim diesjährigen 16. Scientific Meeting of the American Society of Hypertension wurden die Ergebnisse einer Studie mit Typ-2-Diabetes im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen präsentiert. Daraus ging hervor, dass die Behandlung mit dem blutdrucksenkendem Wirkstoff Losartan (für Fachmedien: Handelsname: COSAAR®) schützend auf die Nieren wirke und das Risiko einer Verschlechterung der Nierenerkrankungen dramatisch reduziere.

 

 Anfang diesen Jahres mussten bereits 3.000 Menschen in Österreich zur Dialyse aufgrund eines Nierenversagens. Hauptgrund: Diabetes. Könnte man das Nierenversagen bei Typ-2-Diabetikern wirksam verhindern, hätte das einen enormen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen. Laut der neuen Studie gäbe es nun eine medikamentöse Möglichkeit, solche Nierenschäden hinauszuzögern oder sogar zu verhindern.

 

An der RENAAL Studie (Reduction of Endpoints in Non-Insulin Dependent Diabetes Mellitus with the Angiotensin II Antagonist Losartan) nahmen 1.513 Patienten aus 29 Ländern teil. Laut Firmenangaben konnte in dieser Studie das Risiko einer terminalen Niereninsuffizienz beziehungsweise eines Nierenversagens um 28 Prozent vermindert werden. Bisher habe noch keine Studie eine solche Wirkung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Nierenerkrankung gezeigt.

 

Das Medikament mit dem Wirkstoff Losartan aus dem Hause Merck Sharp & Dohme, ist seit Februar 1996 für die Behandlung von Bluthochdruck oder Hypertonie in Österreich zugelassen. Es gehört zu einer Klasse von blutdrucksenkenden Arzneimitteln, die als Angiotensin II Antagonisten (AIIAs) bezeichnet werden. Angiotensin II ist einer der wichtigsten Blutdruckregulatoren des Körpers. Dies verursacht eine Verengung der Blutgefäße sowie Salz- und Wasserretention durch die Nieren. Das Präparat senkt den Blutdruck, indem es an den AT1-Rezeptor hemmt und Angiotensin II von der Bindung an den Rezeptorort abhält.

 

Nähere Informationen:

Merck Sharp & Dohme

Mag. Martina Laschet

Tel.: +43/1/260 44 DW 235

@: martina_laschet@merck.com



 

Verkapselte Zellen bringen Fortschritt für Diabetesforschung
Gute Verträglichtkeit des Schweine-Transpantates bei Pavianen

 Zellbiologen der Duke Universität http://www.mc.duke.edu ist ein wesentlicher Schritt in der Diabetesforschung gelungen. Ein Forscherteam transplantierte insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) von Schweinen in Paviane. Der Erfolg der Studie liegt laut Forschern darin, dass die Zellen umhüllt wurden und es beim Empfängergewebe zu keiner Abstoßung gekommen ist. Die Methode könne innerhalb der nächsten zwei Jahre in klinischen Versuchen am Menschen erprobt werden. Helfen soll sie vor allem Diabetikern mit einer angeborenen Zuckerkrankheit, wie BBC http://news.bbc.co.uk berichtet. . Die Forschungsergebnisse wurden auf der Konferenz der International Pancreas and Islet Transplant Association in Innsbruck präsentiert.

Die Forscher umhüllten die so genannten Langerhans´schen Inselzellen des Schweinepankreas, die das Hormon Insulin produzieren. Die Zellen wurden mit speziellen Kohlehydraten, so genannten Alginaten, behandelt und anschließend mit einer semiporösen Membran beschichtet. Die Zellen arbeiteten, da die Poren an der Oberfläche groß genug waren, um Glukose eindringen und Insulin austreten zu lassen. Andererseits waren sie so klein, dass sie von Zellen des Immunsystems nicht attackiert werden konnten. Die Zellen können nach Ansicht der Forscher an jeder Stelle des Körpers platziert werden, an der sie mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten in Kontakt treten. "Ist der Versuch langfristig erfolgreich, könnte das eine verbesserte Lebensqualität für jene Diabetiker bedeuten, die täglich Insulin spritzen", betonte Eleanor Kennedy von Diabetes UK http://www.diabetes.org.uk . Die Verwendung von Inselzellen von Schweinen sei zwar nicht neu, wohl aber die Verkapselung, so Kennedy.

Für die Behandlung wurden dem Pavian 90 Prozent seines Pankreas entfernt. Der Erfolg der Transplantation wurde durch die Bildung eines speziellen Proteins für die Insulinproduktion gemessen. Für die Behandlung waren rund 250.000 Inselzellen nötig. Wieviele Zellen für eine Therapie bei Menschen notwendig sind, ist derzeit noch unklar. "Eingepflanzt werden die Zellen innerhalb des Bauchraumes mit Hilfe der Lapraskopie oder minimal invasiven Techniken", erklärte Emmanuel Opara vom Medical Center der Duke University gegenüber BBC News Online.

Insulin fördert die Zuckeraufnahme in die Zellen, um daraus Energie zu gewinnen. Bei vererbten Diabetes sind die Inselzellen nicht zur Gänze funktionstüchtig und produzieren kein Insulin. Ohne Insulininjektionen führt dies zur Erblindung, Nierenerkrankungen bis hin zum Tod.



 

Novo Nordisk und LifeScan:

Partnerschaft im Bereich Diabetes

 

(Phpd 23/01 vom 13. Juni 2001) LifeScan, ein Mitglied der Johnson & Johnson Gruppe und das dänische Arzneimittelunternehmen Novo Nordisk haben kürzlich eine Allianz der gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung einer völlig neuen Art von Applikationssystemen für insulinpflichtige Diabetiker gegründet. Beide Unternehmen sind überzeugt, dass diese neuen Geräte für die Betroffenen, den täglichen Umgang mit der Krankheit wesentlich erleichtern werden.  „Durch die Kooperation mit         LifeScan können wir unser Produkportfolio noch mehr erweitern und verbessern“, sagt Lars Almblom Jörgensen, Executive Vice President und Chief Operating Officer von Novo Nordisk A/S. **/ri


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:50
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