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Aktuelle Informationen aus Deutschland

 

Deutschland sucht den Mutmacher
Mittelständler sollen dem Land wieder Mut machen

Nicht länger wollen sich die Deutschen als "Bedenkenträger und Heulsusen" (Copyright Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank) abstempeln lassen. Die Initiative "Mutmacher der Nation" will deshalb zupackende Unternehmer ins Rampenlicht rücken. In einem Wettbewerb für kleine und mittelständische Unternehmen werden nun die erfolgreichsten Mutmacher gesucht.

Initiator ist die Agentur "DasÖrtliche", Schirmherren sind der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff und Lothar Späth. Den Siegern winken mehr als 50.000 Euro. Mitmachen können bis zum 20. September 2005 alle Selbstständigen und Unternehmer mit bis zu 500 Mitarbeitern. Die Anmeldung ist einfach im Internet unter http://www.mutmacher-der-nation.de/ möglich. Eine prominente Jury wird pro Bundesland zunächst drei Kandidaten und dann den Landessieger wählen. Die 16 Landessieger erhalten je 1.000 Euro und reisen im Oktober zum Finale nach Berlin.

Schon 2004 hatten sich weit über 600 krisenerprobte Mittelständler als "Mutmacher der Nation" beworben, um dem Jammern in Deutschland ein Ende zu setzen. Nun ruft "DasÖrtliche" zusammen mit den "Bürgschaftsbanken in Deutschland" und dem Unternehmermagazin "impulse" erneut zur Teilnahme auf. Gesucht werden kleine und mittelständische Unternehmer, die sich aus eigener Kraft durchgekämpft haben. Ihre Erfolgsgeschichten sollen anderen Mut machen und für einen Stimmungsumschwung im Land sorgen.


 

Rücktritt Volmers rückt Fischer auch für die Öffentlichkeit ins Zentrum der Schleuser-Affäre


Zum Rücktritt des außenpolitischen Sprechers der,
Grünen Ludger Volmer, erklärt der parlamentarische Geschäftsführer
und Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im
Schleuser-Untersuchungsausschuss, Eckart von Klaeden, MdB:

   Der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt und
außenpolitische Sprecher der Grünen, Ludger Volmer, war in der
Schleuser-Affäre nach eigenem Bekunden nur eine Randfigur. Sein
Rücktritt wirft nun ein grelles Licht auf Außenminister Fischer und
rückt Fischer nun auch für die Öffentlichkeit ins Zentrum der
Schleuser-Affäre.

   Mit seinem Rücktritt hat Herr Volmer die längst fälligen
Konsequenzen aus der Korruptions-Affäre um die Verquickung von Amt,
Mandat und seiner sog. mandatsbegleitenden Berufstätigkeit mit der
dubiosen Firma Synthesis gezogen. Es ist allerdings bedauerlich, dass
er sich zu einem Opfer zu stilisieren versucht. Ihm fehlt nach wie
vor die nötige Einsicht. Wäre er allein einer Kampagne des
politischen Gegners bzw. bestimmter Medien ausgesetzt gewesen - wie
er behauptet - hätte das den Grünen in den Wahlkämpfen nicht schaden
können und er hätte auch nicht zurücktreten müssen.

   Der Rücktritt Ludger Volmers wirft nun ein grelles Licht auf
Bundesaußenminister Fischer. Er hat in den letzen Wochen mit keinem
Wort seinen langjährigen Weggefährten und Parteifreund in Schutz
genommen.

   Bundesaußenminister Fischer ist rechtlich, politisch und moralisch
verantwortlich für die chaotischen und alarmierenden Zustände an den
deutschen Botschaften und die erschreckenden Folgen unter anderem für
die Innere Sicherheit unseres Landes. Das ist im
Bundesinnenministerium bereits festgestellt worden.

   Das was bisher bekannt ist, ist erst die Spitze des Eisbergs.

 


 

München (Reuters) -  Der Münchener Modeschöpfer Rudolph Moshammer ist tot.

Staatsanwaltschaft und Polizei gehen nach ersten Ermittlungen von einem Verbrechen aus.
Moshammer sei am Freitag gegen 09.00 Uhr von seinem Fahrer tot in seinem Haus im Münchner Nobel-Vorort Grünwald aufgefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld sagte Reuters, Moshammer sei mit einem Kabel um den Hals entdeckt worden. "Wir müssen im Moment davon ausgehen, dass es sich um ein Verbrechen handelt", sagte er. Moshammer, der selbst sein Geburtsjahr früher mit 1945 angegeben hatte und sich später als alterslos bezeichnete, galt als eine der schillerndsten Figuren der Münchner Schickeria.
Gewalteinwirkung auf den Hals Moshammers dürfte die Todesursache sein, sagte der Polizeisprecher. "Die Auffindesituation lässt eindeutig auf ein Verbrechen schließen", sagte er vor Journalisten vor dem Haus Moshammers in Grünwald. Die Polizei riegelte das Grundstück ab. Auf dem Gelände sicherten Beamte in Overalls Spuren. In der Einfahrt stand ein Rolls-Royce mit den Initialen Moshammers "RM" im Kennzeichen.
Nach Angaben der Polizei wurde Moshammer von seinem Fahrer im ersten Stock der Villa entdeckt. Daraufhin habe er die Polizei alarmiert. Spuren, die auf einen Einbruch hindeuteten, seien zunächst nicht gefunden worden. Einzelheiten wollten Polizei und Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz am Nachmittag bekannt geben.
POLITIK WÜRDIGT SOZIALES ENGAGEMENT MOSHAMMERS
Moshammer, der wöchentlich mehrmals auf Prominenten-Partys und in der Boulevardpresse auftauchte, war auch sozial engagiert. So unterstützte er etwa Obdachlose mit Sach- und Nahrungsmittelspenden und verteilte mit seiner 1993 gestorbenen Mutter einst selbst Essen an Bedürftige unter den Isar-Brücken. Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) würdigte das soziale Engagement Moshammers. "Sein aufrichtiger Einsatz für die Menschen, die auf der Straße leben, hat mich sehr beeindruckt", erklärte sie.
In der Öffentlichkeit erschien Moshammer stets mit seiner kleinen Hündin Daisy auf dem Arm. Mit tiefschwarzen Haaren, scheinbar gepudertem Gesicht und geschminkten Augen wirkte Moshammer auf viele häufig wie ein Schauspieler in einem Film über den bayerischen Märchenkönig Ludwig II. Moshammer besaß eine Boutique für Luxusmode in der Maximilianstraße in der Münchener Innenstadt. "Eigentlich verkaufe ich Schönheit und Jugend", soll Moshammer einmal gesagt haben.
Zuletzt machte Moshammer, der eine schwere Kindheit gehabt haben soll, publik, dass sein Jugendtraum gewesen sei, Eiskunstläufer zu werden. "Ich war fasziniert vom Eistanzen. Mein Vater hat gesagt, das kommt gar nicht in Frage. Dann hab ich heimlich Stunden genommen - bis der Vater draufgekommen ist", sagte er vor wenigen Wochen der österreichischen Zeitung "Der Standard". Zuletzt hatte Moshammer für die Eislauf-Show "Holiday on Ice" einige Kostüme kreiert. Vor drei Jahren hatte er auch einmal an der deutschen Ausscheidung für den europäischen Schlager-Grand-Prix teilgenommen, war mit dem Lied "Teilt Freud und Leid" aber chancenlos geblieben.
Der Nahrungsmittelkonzern Nestle stoppte eine Werbekampagne für Kaffeeprodukte, an der Moshammer mitgewirkt hatte. "Wir haben die Kampagne mit sofortiger Wirkung abgesetzt", sagte ein Sprecher der Zeitung "Financial Times Deutschland" nach deren Angaben. Im Unternehmen sei man tief erschüttert über den Tod Moshammers.
Vor knapp 15 Jahren war München schon einmal Schauplatz eines Mordes an einem Prominenten. Im Sommer 1990 war der Schauspieler Walter Sedlmayr in seiner Wohnung in München-Schwabing mit einem Hammer erschlagen worden. Einige Jahre später wurden ein früherer Freund des homosexuellen Schauspielers und sein Bruder in einem Indizienprozess wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Anklage hatte ihnen vorgeworfen, sie hätten den Verdacht auf die Stricherszene lenken wollen.


 

Der Tagesspiegel: Deutscher Staatsbürger von Amerikanern nach Afghanistan entführt? Staatsanwaltschaft ermittelt


   Berlin (ots) - Ein deutscher Staatsbürger libanesischer
Herkunft, der Ende 2003 von Bayern nach Mazedonien reiste, soll dort
festgenommen und drei Wochen später nach Afghanistan in ein geheimes
US-Gefängnis gebracht und dort misshandelt worden sein. Dies
berichtet der Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe). Die
Staatsanwaltschaft München ermittelt nun gegen Unbekannt wegen des
Verdachts auf Verschleppung. Auch die "New York Times" berichtete
über den Fall. Nach eigenen Angaben wurde der Mann namens Khaled
El-Masri fünf Monate ohne Verfahren und Kontakt zur Außenwelt
inhaftiert und in dieser Zeit misshandelt. Danach sei er nach
Albanien transportiert und in Tirana in eine Maschine nach Frankfurt
am Main gesetzt worden, jetzt wieder als freier Mann. In
Sicherheitskreisen heißt es, was El-Masri berichte, "sei nicht
unwahrscheinlich".

   Der 41-Jährige berichtete dem Tagesspiegel, dass er am 31.
Dezember 2003 mit dem Bus nach Skopje gereist sei, um dort eine Woche
Urlaub zu verbringen. An der serbisch-mazedonischen Grenze hätten ihn
Grenzbeamte gezwungen, den Bus zu verlassen. Nach El-Masris Angaben
verhörten ihn zivil gekleidete, bewaffnete Personen und beschuldigten
ihn, ein Terrorist zu sein. Sie brachten ihn in ein Hotel in Skopje
und hielten ihn dort 23 Tage fest.

   Wie El-Masri berichtet, wurde er anschließend zu einem Flughafen
gebracht. Schwarz gekleidete, maskierte Männer hätten ihn geschlagen,
ihm mit Messern die Kleidung vom Körper geschnitten und ihn nackt
fotografiert. Gefesselt, mit einem Sack über dem Kopf und unter
Drogen gesetzt habe man ihn in ein Flugzeug gebracht. Sein nächster
Aufenthaltsort war seinem Anwalt zufolge "ein Dreckskellerloch" mit
schlechter Nahrung und schmutzigem Wasser. Mitgefangene und Wärter
sagten El-Masri, er sei in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Auch
hier habe es Verhöre und Schläge gegeben.

   Es seien Amerikaner gewesen, die ihn verhörten, sagt El-Masri. Ihm
seien Verbindungen zu Al Qaida vorgeworfen worden. Weder Botschaft
noch Anwalt oder Familie habe er kontaktieren dürfen. Erst Ende Mai
wurde El-Masri nach seinen Angaben per Flugzeug nach Albanien
gebracht. Gleich nach seiner Rückkehr verständigte er seinen Anwalt
Manfred Gnjidic, der Auswärtiges Amt und Bundeskanzleramt von dem
Bericht seines Mandanten in Kenntnis setzte.

   Der Münchner Staatsanwalt Martin Hofmann sagte dem Tagesspiegel,
El- Masris Schilderungen konnten bis zum erzwungenen Verlassen des
Busses an der serbisch-mazedonischen Grenze bestätigt werden. Für
weitere Ermittlungen in Mazedonien habe das Bundeskriminalamt die
dortigen Behörden kontaktiert. Es gebe, so Hofmann, derzeit "keinen
Anhaltspunkt, dass Herr El-Masri eine Lügengeschichte erzählt".


 

Von wegen Mautpreller! / Ungerechtfertigte OBU-Sperre: Spediteure beklagen Zeit- und Imageverlust / Erste Probleme bei Maut / digipen maut connect nicht betroffen

   Einem Guthabenzahler, Dietrich Kuhlmann aus Hilgermissen, wurden wie vielen anderen Speditionen gestern durch Toll-Collect ohne jegliche Vorwarnung die OBU's gesperrt - wegen angeblich fehlendem Guthaben.

   Spediteur Dietrich Kuhlmann: "Zunächst konnte mir keiner bei Toll-Collect sagen, warum die OBU's gesperrt wurden. Glücklicherweise habe ich immer noch eine Alternativlösung an Bord, das digipen maut connect Buchungssystem von bendit GmbH. So konnten meine Fahrer doch noch ihre Buchungen erledigen und weiterfahren."

   Doch das Problem mit der abgeschalteten OBU ließ dem Spediteur keine Ruhe - schließlich war überall die Rede von Mautbetrug. Nach einiger Zeit in Warteschleifen der Firma Toll-Collect kam für Dietrich Kuhlmann die Gewissheit: "Auf Nachfrage wurde mir dann heute von Toll-Collect bestätigt, dass mein Guthaben ausreichend ist."

   Auch Hauke Ernst von der bendit GmbH kann dies bestätigen "Bei Dietrich Kuhlmann war definitiv ein Guthaben vorhanden - sonst hätte ja auch die Buchung mit dem Digipen über unsere Internetschnittstelle nicht funktioniert."

   Dietrich Kuhlmann wurde nun mitgeteilt, dass die OBU´s wahrscheinlich bald wieder aktiviert werden. "Ich finde es eine Unverschämtheit, ehrliche Unternehmer als Mautpreller zu bezeichnen, wenn doch in Wirklichkeit ein Systemfehler bei Toll-Collect vorliegt. Ich werde nun auf jeden Fall noch einige Maut-Kit's mit dem Digipen von bendit auf die LKW nehmen - wer weiß, was als nächstes passiert."

   Weitere Informationen zu digipen maut connect finden Sie unter www.mautconnect.de
 


 

Deutschland: Bewährungsprobe für Lkw-Maut
Bedienungsanleitung aus Bildern gegen babylonische Sprachverwirrung

Die Toll Collect GmbH http://www.toll-collect.de/ erlebt heute, Montag, die Feuertaufe für ihr Mautsystem. "Wir gehen nun von einem guten Start aus", zeigte sich Christoph Bellmer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Toll Collect, Mitte Dezember noch optimistisch. Täglich rund eine Mio. Lkws müssen ab sofort vom deutschen Mautsystem erfasst werden. In den vergangenen Monaten waren gerade mal 2.000 Brummer auf Deutschlands Autobahnen mit On-Board Units (OBUs) für Testzwecke unterwegs. Sollte das System nicht funktionieren, dann liegen die Strafzahlungen für Toll Collect zwischen 40 und 50 Mio Euro pro Monat, wobei die allfällige Pönale des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Monat für Monat höher wird.

Herzstück des satellitengestützten Mautsystems ist die automatische Einbuchung mittels eines Fahrzeuggerätes. Von den so genannten On-Board Units (OBU) waren zu Jahresende 297.500 in Lkw eingebaut, 500.000 sollten aber für einen reibungslosen Betrieb des deutschen Mautsystems eingebaut werden, berichtet die ARD gestern, Sonntagnacht, in einer Reportage.

Alternativ gibt es zwei manuelle Einbuchungsmöglichkeiten: per Internet beziehungsweise an den Mautstellen-Terminals in der Nähe von Autobahnauffahrten, auf Autohöfen, Rastplätzen und an Tankstellen. Im manuellen Verfahren können mautpflichtige Strecken schon drei Tage vor Fahrtantritt gebucht werden. Lkw-Fahrer und Fuhrunternehmen, die keine OBUs in ihre Fahrzeuge eingebaut haben, können so mögliche Wartezeiten an den Terminals in den ersten Tagen des Mautstarts umgehen.

Die Bedienung der insgesamt 3.600 Mautstellen-Terminals ist ohne Einschulung schwierig, deshalb stellt Toll Collect mit der Aufhebung des Sonntagsfahrverbotes am 2. Januar 2005 um 22:00 Uhr rund 5.000 Mauthelfer an den besonders stark aufgesuchten Tankstellen und Autohöfen mit Mautstellen-Terminals bereit. Sie stehen den Fahrern zur Seite und sollen die Dauer der Einbuchungen verkürzen, um damit Wartezeiten an den Terminals zu vermeiden oder zu mindern. Terminals können in deutsch, englisch, französisch und polnisch bedient werden. Eine spezielle Bedienungsanleitung aus Bildern und Bilderschriftzeichen (Piktogrammen) kommt ganz ohne Worte aus. Darüber hinaus sind Informationen über das Lkw-Mautsystem in 23 Sprachen erhältlich.

Der neue BDI-Präsident Jürgen R. Thumann feierte in einer Presseaussendung am Neujahrstag schon mal prophylaktisch den Start der Lkw-Maut als Erfolg: "Das ist ein guter Tag für den Innovationsstandort Deutschland. Geduld und kontinuierliche Arbeit zahlen sich jetzt aus. Das satellitengestützte Mautsystem ist weltweit einmalig und technisch allen Konkurrenzprodukten überlegen. Das System kann ein neuer Exportschlager werden."


 

Die unterschätzte Frau Merkel und der Männerverein

"Presse"-Leitartikel vom 7.12.2004 von Christian Ultsch 

Dem einen ist sie zu kühl und zu protestantisch, dem anderen zu ostdeutsch. Dem Dritten ist ihre Frisur nicht stürmisch genug, und dem Vierten will partout nicht gefallen, dass ihre Mundwinkel meistens in Richtung Mittelpunkt der Erde zeigen. Es wird viel an Angela Merkel herumgemäkelt. Warum? Ganz einfach: Weil sie eine Frau ist und aus dem Osten kommt. Und aus diesem Stoff sind nun einmal nicht die politischen Fantasien gestrickt, die westdeutsche Männervereine in Ekstase versetzen. Dennoch wird Merkel die Union im Herbst 2006 als Kanzlerkandidatin in die Wahlschlacht gegen die rot-grüne Regierung führen. Daran dürfte nach dem Düsseldorfer CDU-Parteitag kein ernsthafter Zweifel bestehen, auch trotz des Umstands, dass Merkel bei ihrer Wiederwahl nur noch 88,4 und nicht mehr 93,7 Prozent erreichte. Die Delegierten bedachten Merkels Auftritt nicht nur deshalb acht Minuten lang lautstark mit Applaus, um ihrer Erleichterung darüber Ausdruck zu verleihen, dass die rekordverdächtige Rede ihrer Vorsitzenden nach über zwei Stunden endlich vorbei war. Das orgiastische Klatschritual hatte vor allem den Zweck, Merkel symbolisch zur Kanzlerkandidatin zu küren. Weshalb die bayerische CSU Merkel auch jetzt nicht so schnell auf den Schild heben wird, hat taktische Gründe: Die Schwesterpartei will sich ihre Zustimmung so teuer wie möglich abkaufen lassen und, wie schon beim Kompromiss im Streit um die Pläne zur Gesundheitsreform, weitere inhaltliche Zugeständnisse herauszuholen. Seinen Traum aber, ein zweites Mal gegen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder anzutreten, kann Bayerns ehrgeiziger Landesmanager Edmund Stoiber begraben. Die CDU wird ein Da capo unter keinen Umständen zulassen. Das gab's nur einmal, in der Phase der Schwächung nach der Spendenaffäre um Kohl, das kommt nicht wieder. Sollte Merkel wider Erwarten auf der Zielgeraden doch noch stolpern, wird ein anderer aus ihren Reihen in den Ring steigen, am ehesten wohl der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. "Attacke auf die anderen, Feuer einstellen auf uns selbst", gab Merkel nun als Parole aus. Die Union täte gut daran, sich an ihren Ratschlag zu halten. In den Umfragen liegt sie zwar immer noch klar vor SPD und Grünen. Doch in den vergangenen Monaten ist den C-Parteien dank interner Streitereien das Kunststück gelungen, ihren Vorsprung einzuschmelzen. Warum sich eine Opposition den Luxus leistet, fast ein Jahr lang über eine Gesundheitsreform zu streiten, die sie erst nach einem Wahlsieg, also von heute an gerechnet frühestens in 21 Monaten, umsetzen kann, ist völlig rätselhaft. Anstatt in der Auseinandersetzung mit Rot-Grün die großen Linien vorzugeben, verhedderte sich die Union in Details, die bis heute außer einer Handvoll Experten ohnehin niemand versteht. Merkel versucht nun aus dieser Episode die Lehren zu ziehen und setzt verstärkt auf weichere Themen. Nachdem weder die Kopfpauschale noch der Stufentarif die Massen begeistert haben, soll nun offenbar das Bekenntnis zu Patriotismus und deutscher Leitkultur weiterhelfen. Ob freilich eine Debatte, die geradezu einlädt zu chauvinistischen Ausrutschern, Punkte bringt, sei dahingestellt. Vor einem Jahr auf dem Leipziger Parteitag hat sich Merkel angeschickt, der CDU mit radikalen Vorschlägen für einen Wechsel im Gesundheits- und Steuersystem ein klares neoliberales Profil geben. Seither ist die Union auf Druck der CSU wieder etwas in die wolkige Mitte gerückt, was auch damit zu tun hat, dass deutsche Bürger mittlerweile nur noch erblassen, wenn sie das Wort Reform hören. Umso erstaunlicher ist, dass Merkel in Düsseldorf keine Abstriche von ihrem wirtschaftlichem Kurs machte. Diese Frau hat das, was man Charakter nennt. Deswegen hat sie es zur unangefochtenen Chefin der CDU gebracht. Und deswegen muss Schröder sie auch als Gegnerin fürchten.


 

Protestaktion gegen die Abschaffung von Mehrwegkasten-Systemen in Berlin

Auf der heutigen Protestveranstaltung der "Initiative Mehrwegkasten" am Brandenburger Tor in Berlin machte die mittelständische Getränkeindustrie ihrem Ärger über die geplante Novelle der Verpackungsverordnung Luft. Mehrere hundert Teilnehmer protestierten gegen die Abschaffung einiger Mehrwegkasten-Systeme. Bei der Protestaktion wurden symbolisch Mehrwegkästen stellvertretend für die drohende Abschaffung dieser Mehrwegkasten-Systeme durch die Novelle der Verpackungsverordnung zerstört. Gleichzeitig demonstrierten die zumeist mittelständischen Abfüller in einer Sternfahrt mit circa 40 Getränkelastzügen zum Brandenburger Tor und Reichstag gegen die drohenden Konsequenzen der Verpackungsnovelle. "Die Aktionsveranstaltung hat gezeigt, dass die Vernichtung von 5.000 Arbeitsplätzen in rund hundert mittelständischen Unternehmen durch die Novelle der Verpackungsverordnung nicht einfach hingenommen wird" , so der Sprecher der Initiative Mehrweg, Arnold Wolters, Geschäftsführer der PETCYCLE EAG GmbH & Co. KG.

800 Millionen Euro Investitionen und 5.000 Arbeitsplätze im Mittelstand gefährdet
Besonders betroffen von der drohenden Abschaffung der Mehrwegkasten-Systeme sind die mittelständischen Mineralbrunnen, die diese Systeme intensiv nutzen. Dr. Karl Tack, Geschäftsführer der Rhodius Mineralquellen, kritisierte die Vorschläge des Bundesumweltministeriums scharf: "Ich habe 15 Millionen Euro in ein innovatives und wirtschaftliches Mehrwegkasten-System investiert und jetzt soll das Geld in den Sand gesetzt sein? So wird der Mittelstand gegängelt und geschwächt!"

Unter den Protestierenden waren zahlreiche Arbeitnehmer von Mehrwegkästen nutzenden Unternehmen, die von der Arbeitslosigkeit bedroht sind. "Warum werden die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter bedroht? Es kann doch nicht sein, dass eine völlig sinnlose bürokratische Überregulierung die Existenz der Menschen gefährdet," so Dr. Karl Tack von Rhodius Mineralquellen.

Kritik aus der Politik an der Verpackungsverordnungs-Novelle
Der stellvertretende FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Rainer Brüderle unterstützte das Anliegen der Initiative Mehrwegkasten: "Die Dosenpfand-Verordnung ist ein abschreckendes Beispiel dafür, wie man investitionsbereite Unternehmen am Standort Deutschland an der Nase herum führt. Mehr als 100 mittelständische Betriebe sind davon betroffen - und Trittin kümmert das nicht. Und da hilft es auch nichts, auf die angeblichen Zwänge aus Brüssel zu verweisen. Unsere mittelständischen Unternehmen müssen erwarten können, dass wir uns hier für ihre Interesse einsetzen und eine vernünftige deutsche Regelung finden."

Bundesrat von Initiative Mehrweg zu Änderungen aufgefordert
Der FDP-Politiker forderte entsprechende Konsequenzen bei der Abstimmung am 17. Dezember im Bundesrat: "Alle reden davon, wie wichtig der deutsche Mittelstand ist - und mit der Dosenpfandverordnung in der jetzigen Form wird er mit Füßen getreten. Am Standort Deutschland werden damit wichtige Investitionen und Arbeitplätze vernichtet. Nun sind die Länder gefragt, den Lippenbekenntnissen zum Mittelstand auch Taten folgen zu lassen."

Die Initiative Mehrwegkasten appelliert jetzt an die Bundesländer, die Novelle der Verpackungsverordnung noch zu ändern: "Warum soll kaputt gemacht werden, was gut funktioniert? Mehrwegkasten-Systeme sind verbraucherfreundlich sowie wirtschaftlich und ökologisch effizient. Gerade vor dem Hintergrund, dass Mehrweg-Kasten-Systeme von der EU akzeptiert sind und ausländischen Abfüllern einen guten Marktzugang bieten, ist der Vorschlag nicht akzeptabel. Der Bundesrat muss jetzt am 17 Dezember. für den Erhalt der Mehrwegkasten-Systeme sorgen. Die Änderungsvorschläge liegen auf dem Tisch" so der Sprecher der Initiative Mehrwegkasten, Arnold Wolters.

Die Initiative Mehrwegkasten wird unterstützt von PETCYCLE und 114 Unternehmen, u. a. Alpla-Werke Lehner; Aqua Montana; Astra Quelle; Bad Brambacher; Bad Dürrheimer; Bad Harzburger; Bad Lauchstädter; Bad Suderorder; Carolinenbrunnen; Danone Waters; Diamant Quelle; Eico-Quelle; Fürstenquellen Bad Imnau; GEFAKO; Güstrower Schlossquell; Haaner Felsenquelle; Harzer Mineralquelle Blankenburg; Mineralbrunnen Überkingen-Teinach; Mineralquellen Germete; Haaner Felsenquelle; Herzog-Mineralbrunnen; Hochwald Sprudel Schupp; Kronia Quelle; LINPAC Materials; Magnus Mineralbrunnen; Nestlé Waters; Odenwald-Quelle; Oppacher Mineralquellen; Pepsi-Cola; Peterstaler Mineralbrunnen; Quellenhof Mineralbrunnen; Rhodius Mineralquellen; Romina Quellen; Schloss-Quelle Mellis; Schoeller Wavin Systems; SLE Innovation; Stiftsquelle Joh. Spielmann; Teusser Mineralbrunnen; Teutoburger Mineralbrunnen; Thüringer Waldquell; Wasser Haindl; WeserGold; Wetterauer Getränke Industrie; Wildbadquelle Mineralbrunnen; Wittenseer Quelle


Weitere Informationen erhalten Sie auf http://www.initiative-mehrwegkasten.de .


 

Ergebnisse der aktuellen PISA-Studie im Kurz-Überblick:



Mathematik-Kompetenz

1   Finnland   544
2   Südkorea   542
3   Niederlande   538
4   Japan   534
5   Kanada   532
6   Belgien   529
7   Schweiz   527
8   Australien   524
9   Neuseeland   523
10   Tschechien   516
11   Island   515
12   Dänemark   514
13   Frankreich   511
14   Schweden   509
15   Österreich   506
16  Deutschland   503
17   Irland   503
18   Slowakei   498
19   Norwegen   495
20   Luxemburg   493

Lese-Kompetenz

1   Finnland   543
2   Südkorea   534
3   Kanada   528
4   Australien   525
5   Neuseeland   522
6   Irland   515
7   Schweden   514
8   Niederlande   513
9   Belgien   507
10   Norwegen   500
11   Schweiz   499
12   Japan   498
13   Polen   497
14   Frankreich   496
15   USA   495
16   Dänemark   492
17   Island   492
18  Deutschland   491
19    Österreich   491
20   Tschechien   489

Naturwissenschafts-Kompetenz

1   Finnland   548
2   Japan   548
3   Südkorea   538
4   Australien   525
5   Niederlande   524
6   Tschechien   523
7   Neuseeland   521
8   Kanada   519
9   Schweiz   513
10   Frankreich   511
11   Belgien   509
12   Schweden   506
13   Irland   505
14   Ungarn   503
15  Deutschland   502
16   Polen   498
17   Slowakei   495
18   Island   495
19   USA   491
20   Österreich   491

Problemlöse-Kompetenz

1   Südkorea   550
2   Finnland   548
3   Japan   547
4   Neuseeland   533
5   Australien   530
6   Kanada   529
7   Belgien   525
8   Schweiz   521
9   Niederlande   520
10   Frankreich   519
11   Dänemark   517
12   Tschechien   516
13  Deutschland   513
14   Schweden   509
15   Österreich   506
16   Island   505
17   Ungarn   501
18   Irland   498
19   Luxemburg   494
20   Slowakei   492
 


 

Casinos Austria übernimmt Spielbanken Niedersachsen

Casinos Austria steht vor der Übernahme aller zehn Casinos der Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG), wird damit den bisher größten Expansionsschritt in der Geschichte des Unternehmens setzen und erstmals in Deutschland Fuß fassen. Der für die Übernahme erforderliche Entscheid des Landtags wird für Mitte Dezember erwartet, danach steht noch die Zustimmung der niedersächsischen Spielbankenaufsicht aus.

   Die Landesregierung von Niedersachsen hat in ihrer Kabinettsitzung heute Dienstag, den 30. November 2004, grünes Licht für den Verkauf an Casinos Austria gegeben. Damit konnte sich das österreichische Unternehmen in einem europaweiten Bieterverfahren gegen mehr als 20 internationale Mitbewerber durchsetzen. Qualifiziert hatte sich Casinos Austria vor allem durch seine genauso langjährige wie erfolgreiche internationale Erfahrung und sein hohes Engagement um den Spielerschutz. Den Zuschlag bekam das österreichische Glücksspielunternehmen vor allem auch für sein innovatives Konzept, das die Positionierung der niedersächsischen Casinos mit vielseitigem Unterhaltungsangebot und damit verbundener Steigerung der Attraktivität vorsieht. Casinos Austria bezahlt für 100 Prozent der Geschäftsanteile der SNG 90,6 Millionen Euro und wird darüber hinaus in den kommenden Jahren über 40 Millionen Euro in die niedersächsischen Spielbanken investieren.

   Im Geschäftsjahr 2003/04 erwirtschaftete die SNG einen Bruttospielertrag von rund 108 Millionen Euro. Ziel von Casinos Austria ist es, den zuletzt rückläufigen Spielertrag wieder zu steigern und damit sowohl die rund 500 Arbeitsplätze als auch die Abgaben an das Land zu sichern. Der Verkauf der zehn bisher staatlichen Casinos (Bad Bentheim, Bad Harzburg, Bad Pyrmont, Bad Zwischenahn, Borkum, Hannover, Hittfeld, Norderney, Osnabrück und Wolfsburg) wird durch die bevorstehende Neugestaltung des niedersächsischen Spielbankengesetzes ermöglicht. Niedersachsen hat - wie Österreich - rund acht Millionen Einwohner. Das neue Spielbankengesetz sieht auch eine Regelung für das Internetspiel vor. Nach dem Erlass der Durchführungsbestimmung plant Casinos Austria, das Modell der erfolgreichen österreichischen Internetplattform www.win2day.at auch in Niedersachsen umzusetzen.

   Zur Casinos Austria Gruppe gehören derzeit 67 Spielbetriebe, davon 53 Casinos auf allen Kontinenten sowie 14 Casinos an Bord von Kreuzfahrtschiffen. Im Jahr 2003 konnten rund 16 Millionen Gäste begrüßt werden. Der Konzernumsatz 2003 betrug 2,32 Milliarden Euro und ist damit um +12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen (2002:
EUR 2,07 Mrd.). Im Jahr 2005 wird Casinos Austria einen weiteren außergewöhnlichen Erfolg in der internationalen Expansion verbuchen und das erste und einzige Casino in der EU Hauptstadt Brüssel eröffnen.
 


 

Toll Collect: Licht am Ende des Tunnels
Pönale auf eine Mrd. Euro erhöht

Nach Verhandlungen mit dem Betreiberkonsortium der Lkw-Maut hat die der Deutsche Bundesregierung gestern, Sonntagabend, die Kündigung des Vertrages mit Toll Collect zurück genommen. Toll Collect http://www.toll-collect.de/ will nun die Inbetriebnahme der On Board Units bis spätestens 1. Jänner 2005 garantieren. Das Konsortium müsste im Falle des Scheiterns 2005 eine Mrd. Euro Pönale zahlen. Außerdem erhält Toll Collect fünf Prozent weniger von den Mauteinnahmen als bisher vorgesehen. Bis 2006 soll das System in vollem Umfang funktionieren.

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe zeigte sich mit den Ergebnissen der Verhandlungen zufrieden. "Wir haben Fortschritte erreicht, die Technik hat sich gut weiter entwickelt und ist plausibel, die Auftragnehmer stehen dazu. Zweitens sind wir in Bezug auf die Finanzen sicherer dran und haben für den Katastrophenfall entsprechende Haftungen und Pönalen fixiert. Wir sind unterwegs ein zukunftsträchtiges System aufzubauen", sagte Stolpe gegenüber NTV. "Wir haben außerordentlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass spätestens am 31. Dezember die Mauteinnahmen kommen." http://www.bmvbw.de

Stolpe hatte den Maut-Vertrag mit dem Beitreiberkonsortium am 17. Februar gekündigt, weil ihm die von Toll Collect angebotene Höchsthaftung für die Ausfälle bei der elektronischen Mauterhebung zu niedrig war. Das Konsortium hatte in seinem Januar-Angebot eine Obergrenze von 500 Mio. Euro jährlich genannt, dies war dem Ministerium angesichts möglicher Ausfälle von jährlich zwei Mrd. Euro zu wenig.


 

Einmalig in Deutschland: Schüler kostenlos ins Museum
Über 3.000 Schülerinnen und Schüler waren schon da

Über 3.000 Schülerinnen und Schüler aus Niedersachsen haben bisher mit ihren Lehrerinnen und Lehrern das Angebot des Kunstmuseums in Wolfsburg angenommen und sind kostenlos mit Sonderbussen zu der Ausstellung "Britische Kunst im 20. Jahrhundert” gefahren. Das ist ein Rekord für eine in Deutschland einmalige Initiative, um auch Kindern und Jugendlichen außerhalb der Großstädte die Chance zu geben, ein Kunstmuseum zu besuchen. Die Busse, gefördert durch die Volkswagen Bank, können noch bis zum 18. Januar 2003 kostenlos beim Kunstmuseum Wolfsburg bestellt werden.

Das kostenlose museumspädagogische Angebot für die Schulen reicht von dialogisch aufgebauten Führungen in den Ausstellungen, mit oder ohne anschließenden praktischen Arbeiten, bis zu Projekttagen, Workshops und Kursen.

Die Ausstellung "Blast to Freeze", unter der Schirmherrschaft des britischen Premierministers Tony Blair und des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, ist noch bis zum 19. Januar 2003 mit über 350 Werken von über 100 Künstlern im Museum von Wolfsburg zu sehen. Bis jetzt zählte die Ausstellung "Blast to Freeze" schon über 30.000 Besucher.

 


 

Deutschland: E-Commerce boomt trotz Konjunkturflaute
Multichannel-Strategien als Erfolgsmittel - Umsätze 2003 von elf Mrd. Euro
 

Der Online-Handel in Deutschland zeigt sich von der derzeitigen Wirtschaftsflaute nahezu unbeeindruckt. Im Jahr 2002 legen die E-Commerce-Umsätze im Einzelhandel laut einer Umfrage des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels (HDE) http://www.einzelhandel.de um 60 Prozent zu. Der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) http://www.dmmv.de sieht sich damit in seiner zu Beginn des Jahres getroffenen Prognose bestätigt. Die Steigerung sei vor allem auf den zunehmenden Einsatz von Multichannel-Strategien zurückzuführen, so dmmv-Präsident Rainer Wiedmann heute, Freitag, in einer Aussendung.
 

Die interaktiven Medien würden nicht nur Möglichkeiten zur Vertriebs- und Marketingunterstützung bieten, sondern vor allem auch im Hinblick auf die Kundenbindung enorme Vorteile bringen. "Viele Unternehmen unterschätzen immer noch die Bedeutung des E-Commerce für die eigene Marktposition. Dabei geht es heute vor allem darum, die eigene Marktposition langfristig zu sichern und weniger darum von heute auf morgen den eigenen Umsatz zu vervielfachen. Auch wenn eine Umsatzsteigerung mit einer gezielten Erweiterung der Vertriebsaktivitäten oft einhergeht, wie aktuelle Zahlen eindrucksvoll belegen", meinte Wiedmann in Richtung Mittelstand. Wer seine künftige Marktposition nicht gefährden wolle, müsse jetzt gezielt Geld in den Ausbau seiner E-Commerce-Aktivitäten investieren.
 

Bereits jeder zweite Deutsche kauft Waren im Web ein. Die Zahl der Stammkunden der großen Online-Händler ist innerhalb nur weniger Monate rasant gestiegen, hieß es weiter. 2003 werden laut Schätzung des HDE, die Umsätze im E-Commerce von acht Mrd. Euro in diesem Jahr (2001: ca. fünf Mrd. Euro) auf mehr als elf Mrd. Euro steigen. Die Entwicklungen im Mobile Commerce erweitern dabei das Spektrum der Möglichkeiten und kommen vor allem den Gewohnheiten junger Ziegruppen entgegen.
 


 

Lachlabor-Zwischenbericht: Deutsche sind Spaßvögel
Humor von Frauen und Männer ist ein anderer
 

Das nach eigenen Angaben größte Experiment über die Psychologie des Humors hat nun erste Ergebnisse geliefert. Richard Wiseman von der University of Hertfordshire veröffentlichte jene Witze, die die häufigsten Lacher erzielten. Der lustigste Witz bisher, den 47 Prozent der Teilnehmer das höchste Rating gaben, wurde von einem Briten eingereicht. Das Projekt, das im September dieses Jahres startete, ist eine Kooperation des Laugh Lab http://www.laughlab.co.uk und der British Association for the Advancement of Science (BA) http://www.dti.gov.uk/ost/ostbusiness/puset/sciconn/p08.htm .
 

"Die Reaktionen waren enorm. Mehr als 10.000 Witze wurden eingereicht. Über 100.000 Personen aus mehr als 70 Ländern bewerteten deren Witzreichtum", erklärte Wiseman. Männer und Frauen bevorzugen verschiedene Witztypen. Bei Männern ziehen aggressive Witze und jene mit sexuellen Anspielungen, während Frauen Witze mit Wortspielen bevorzugen. "Es scheint, als nutzten Männer Humor, um anderen überlegen zu sein. Frauen hingegen sind linguistisch bevorteilt und spielen lieber mit Worten", vermutet der Psychologe.
 

Auffällig fanden Psychologen des Laugh Lab, dass deutsche Teilnehmer Witze am so genannten "Smileometer" häufiger als sehr lustig bzw. lustig empfanden als andere Nationen. Einem ersten Ranking zufolge scheinen die Deutschen die witzigsten zu sein. 35 Prozent der deutschen Teilnehmer beurteilten die Witze als "sehr lustig", gefolgt von den Franzosen mit 34 Prozent und Belgien mit 33 Prozent. Kanada stellt das Schlusslicht. Nur 26 Prozent empfanden die Witze als "sehr lustig". Die unterschiedliche Bewertung hält Wiseman für verblüffend.
 

Die Ergebnisse sind allerdings nur vorläufig, erklärte Wiseman. "Die Daten werden noch bis zum März 2002 gesammelt. Bis dahin sind Humoristen aufgefordert, noch lustigere Witze als den Top-Joke einzureichen." Witze-Oscar der deutschen Bewerter ist u.a. "Why is a television called a medium? – It is neither rare nor well-done."


 


 

Keine Milzbrandsporen in Deutschland nachgewiesen


Bei einem verdächtigen Brief aus Thüringen und zwei Paketen, die in
Schleswig-Holstein aufgefunden worden waren, sind keine Milzbrandsporen
nachgewiesen worden. Die abschließenden Untersuchungen wurden im
Sicherheits-labor des Robert Koch-Instituts durchgeführt. Im
Elektronenmikroskop wurden vorwiegend begeißelte Bakterien nachgewiesen,
wohingegen Anthraxbakterien keine Geißeln tragen. Mit einem
molekularbiologischen Verfahren (Polymerasekettenreaktion), bei dem mit
Markern nach verschiedenen, für das Erbgut des Milzbranderregers
typischen Erbgutabschnitten gesucht wird, konnten keine Milzbranderreger
nachgewiesen werden. Diese moderne Methode ist außerordentlich
zuverlässig und sensitiv.
Zum Hintergrund:
In Thüringen war einer Mitarbeiterin im Arbeitsamt Rudolstadt ein
verdächtiger Brief aufgefallen. Der Brief, der nicht geöffnet worden
war, wurde von den örtlichen Behörden  sichergestellt und im
Sicherheitslabor des Bundesinstituts für gesundheitlichen
Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) in Jena untersucht. Die
Probe wurde dem Robert Koch-Institut zur weiteren Untersuchung am
02.11.01 übersandt.
In Neumünster waren an verschiedenen Stellen in der Stadt verdächtige
Pakete aufgefunden worden (diese waren nicht mit der Post verschickt
worden). Die Pakete sind in ein Labor zur weiteren Untersuchung gebracht
worden, die meisten Pakete waren nicht geöffnet worden. Bei zwei Paketen
wurde ein Verdacht auf das Vorliegen des Milzbranderreger gestellt.
Diese Proben wurden ebenfalls zur weiteren Untersuchung an das BgVV in
Jena  und am 02.11.01 an das RKI in Berlin zur weiteren Analyse
gebracht.
Alle drei Proben wurden am Robert Koch-Institut am gestrigen Nachmittag
(02.11.01) und vergangene Nacht - mit negativem Ergebnis - abschließend
analysiert.

 


Mitarbeiter der BCT Technology Opfer des Anschlags
Allianz Personal aus dem WTC gerettet
 

Unter den Passagieren der United Airlines Maschine, die in den zweiten Tower des World Trade Centers gestürzt ist, waren drei Mitarbeiter der BCT Technology AG http://www.bct-technology.com aus Willstätt. Die Firma gab heute bekannt, dass ihr Vorstandsvorsitzender Heinrich Kimmig und zwei seiner leitenden Mitarbeiter Opfer des Anschlages geworden sind. Sie waren für das kleine aber weltweit agierende Unternehmen mit 40 Mitarbeitern im Rahmen einer einwöchigen Reise zu Vertragsverhandlungen mit Partnern in den USA unterwegs.
 

Die knapp 300 Mitarbeiter der Allianz Gruppe, die sich am Dienstag im World Trade Center aufgehalten haben, sind nach Informationen der Allianz dagegen wohlauf und in Sicherheit.
 

Die Allianz Gruppe http://www.allianz.de hat sowohl in den USA als auch international Hotlines eingerichtet, unter denen rund um die Uhr Informationen zu erhalten sind. Kunden und Vertreter können in den USA bei dringenden Schadenfällen unter der Telefonnummer 1-800-486-6380 Kontakt zur Tochtergesellschaft Firemans Fund http://www.firemansfund.com aufnehmen. Allgemeine Informationen sind in den USA unter der Nummer
1-800-843-3863 zu erhalten. Die internationale Telefonnummer lautet:
+49-800-1122776.
 

 

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:50
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