Akne: Ärzte raten von Therapie mit UV-Strahlung ab - 30.
Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer
Akne wird in der Bevölkerung vorwiegend als
kosmetisches Problem betrachtet, als vorübergehende
Pubertätserscheinung mit Pickeln im Gesicht, die mit dem Beginn des
Erwachsenenalters abheilt. Dass es sich bei Akne auch um eine ernst
zu nehmende Krankheit mit einer Vielzahl an Ausprägungen handeln
kann, die einen großen Leidensdruck erzeugt, betonten heute in Berlin
Experten auf dem 30. Interdisziplinären Forum "Fortschritt und
Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer in Berlin. Heute
können aber selbst bei schweren Verläufen der Akne gute
therapeutische Erfolge erzielt werden. "Der zielgerichtete Einsatz
von Medikamenten zur innerlichen und äußerlichen Anwendung kann die
Schwere der Erkrankung mildern, den Verlauf verkürzen und Narben
verhindern", sagte Prof. Dr. Gerd Plewig, Direktor der Klinik und
Poliklinik für Dermatologie und Allergologie an der Universität
München. Nicht zu empfehlen sind dagegen ältere therapeutische
Ansätze wie die Behandlung mit Schwefel, Schieferöl oder
Hefeextrakten. Auch von einer Therapie mit UV-Strahlung raten die
Experten wegen des erhöhten Krebsrisikos ab.
Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können
bestimmte Akneformen zu schwersten körperlichen Schäden führen. Die
durch Umweltgifte und Chemikalien ausgelöste Chlorakne verläuft
manchmal sogar tödlich. Vor über 100 Jahren wurde diese Erkrankung in
der Chemiefabrik Höchst in Frankfurt am Main erstmalig beschrieben.
"Bis heute hat die Chlorakne ihren Schrecken und ihre Unheimlichkeit
nicht verloren. Große Industriekatastrophen und kriminelle Absichten
lassen diese furchtbare Krankheit immer wieder auftauchen", sagte
Plewig. Durch Dioxineinlagerung im Fettgewebe der Betroffenen
verlaufe die Erkrankung oft über Jahrzehnte, manchmal ein Leben lang.
Chlorakne ist eines der typischen Zeichen dieser Vergiftung. Das
prominenteste Opfer aus jüngerer Zeit sei der heutige ukrainische
Präsident Viktor Juschtschenko, so Plewig.
Akne durch Doping
Große Sorgen bereitet den Ärzten der Missbrauch anaboler Steroide
bei Freizeitsportlern und Besuchern von Fitness-Einrichtungen in
Deutschland. Nach einer aktuellen Studie der Universität Tübingen
haben etwa 13,5 Prozent der Besucher von Fitnessstudios mindestens
einmal solche Dopingmittel genommen. Neben den gefährlichen
Langzeitnebenwirkungen für das Herz-Kreislaufsystem und die Psyche
tritt bei der Hälfte der Anwender solcher Substanzen die sogenannte
Bodybuilding-Akne auf. Besonders häufig betroffen sind junge Männer
im Alter zwischen 21 und 25 Jahren. "Eine verbesserte Aufklärung der
Ärzteschaft, vor allem über die Langzeitnebenwirkungen der
anabol-androgenen Steroide, verbesserte Prävention mit gezielten
Interventionsprogrammen sowie konsequentes Handeln
gesundheitspolitisch Verantwortlicher im Jugend- und
Verbraucherschutz sind längst überfällig", sagte Prof. Dr. Bodo
Melnik, Lehrbeauftragter im Fachbereich Humanwissenschaften der
Universität Osnabrück.

Sonne stoppt
Krebserkrankungen der Haut
Zwei Studien bestätigen unabhängig voneinander
Wirksamkeit
Sonne kann bei Hautkrebs helfen. Eine Studie des
Karolinska Institutet
http://info.ki.se hat die Wirkamkeit von Sonnenstrahlen beim
Non-Hodgkin-Lymphom untersucht. Die zweite Studie von
Wissenschaftern der University of New Mexico
http://www.unm.edu
konzentrierte sich auf maligne Melanome. Das Journal of the
National Cancer Institute
http://jncicancerspectrum.oupjournals.org geht davon aus, dass
die Bildung von Vitamin D durch die der Sonne ausgesetzte Haut von
entscheidender Bedeutung sein könnte. Experten warnten bisher davor,
dass zuviel Sonne Krebs verursachen kann und rieten dazu sich
entsprechend zu schützen.
Die schwedische Studie wurde vom Karolinska Institutet in
Zusammenarbeit mit der Uppsala Universitet
http://www.uu.se
und dänischen Wissenschaftern durchgeführt. Sie wies nach, dass die
UV-Strahlung der Sonne und von entsprechenden Lampen das Risiko
einer Krebserkrankung um 30 bis 40 Prozent verringerte. Diese
Ergebnisse basieren auf Interviews mit mehr als 3.000
Lymphom-Patienten und 3.000 gesunden Personen. Die Wissenschafter
der University of New Mexico untersuchten den Einfluss von
Sonnenlicht auf das Risiko an einem malignen Melanom zu sterben. Es
zeigte sich, dass Patienten, die mehr Zeit an der Sonne verbrachten,
seltener an den Folgen ihrer Erkrankung starben.
Frühere Studien hatten laut BBC darauf hingewiesen, dass von der
Sonne geschädigte Hautzellen absterben und so das Krebsrisiko
verringern. Es ist laut den Studienautoren auch denkbar, dass die
erhöhte Produktion von Vitamin D das Krebsrisiko herabsetzt.
Experten von Cancer Research UK halten es auch für möglich, dass
bereits an einem Melanom erkrankte Patienten, die sich viel an der
Sonne aufhielten, zu weniger aggressiven Tumoren neigten. |

Auch Väter vererben
Ekzeme
Auftrittswahrscheinlichkeit unabhängig von
väterlicher oder mütterlicher Seite
Die Wahrscheinlichkeit der Vererbung eines Ekzems
durch den Vater ist so hoch wie eine Vererbung durch die Mutter. Zu
diesem Ergebnis kommt die Studie "Children of the 90s" der Bristol
University
http://www.bris.ac.uk/ . Bisher war unter Experten die Meinung
verbreitet, dass ein Ekzem eher von der mütterlichen Linie kommt.
Die Studie, an der 8.000 Kinder beteiligt waren, kommt außerdem zu
dem Schluss, dass ein elterliches Ekzem ein aussagekräftigeres
Kennzeichen ist als elterliches Asthma oder Heuschnupfen.
Die Eltern füllten Fragebögen zu einer etwaigen Familiengeschichte
von Allergien oder Atopien wie Asthma, Heuschnupfen oder
Hautausschlägen aus. Dann verglichen die Studienmitarbeiter diese
Daten mit den Aufzeichnungen über Ekzeme bei den Kindern bis zum
Alter von dreieinhalb Jahren. In Familien, wo keiner der beiden
Elternteile ein Ekzem hatte, zeigten 28 Prozent der Kinder Anzeichen
einer derartigen Erscheinung. Wenn entweder die Mutter oder der
Vater ein Ekzem hatte, stieg die Wahrscheinlichkeit beim Kind auf 40
Prozent und wenn beide Eltern eines hatten, stieg sie auf 52
Prozent. Es gab kein Anzeichen darauf, dass eine atopische Allergie
mütterlicherseits stärkere Auswirkungen hat als eine Atopie
väterlicherseits.
Eine Krankheitsgeschichte mit Ekzemen war wichtiger als eine
Geschichte allgemeiner Allergie. Studienleiterin Nellie
Wadonda-Kabondo sagte: "Obwohl die Mediziner dazu neigten, atopische
Erkrankungen zusammenzugruppieren, unterstützen unsere Erkenntnisse
die Theorie, dass verschiedene Gene involviert sind." Es sei
wichtig, die Muster der Vererbung zu erforschen, um herauszufinden,
welche Gene die Krankheit verursachen. Margaret Cox von der National
Ekzema Society
http://www.eczema.org/ sagte, die Behandlung von Ekzem im
Kindheitsalter könnte den Ausbruch anderer Allergien wie Asthma oder
Heuschnupfen verhindern. |

Konservierungsmittel
in Kosmetika fruchtschädigend
Expertenstreit über Gefährlichkeit von
Methylisothiazolinone
Ein häufiger Konservierungsstoff von zahlreichen
Kosmetika, der seit jeher als Allergieauslöser gilt, steht nach
jüngsten Untersuchungen nun auch in Verdacht fruchtschädigend zu
sein. Methylisothiazolinone (MIT) wird in vielen kosmetischen
Produkten wie Shampoos oder Handcremes verwendet, berichtet das
Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Methylisothiazolinone zerstört Bakterien und macht kosmetische
Artikel dadurch länger haltbar. Der Stoff kann bei manchen Menschen
zu leichten Hautrötungen führen. Der Neurobiologe Elias Aizenman von
der University of Pittsburgh/Pennsylvania konnte keine Informationen
über irgendwelche Probleme bei der Entwicklung von Nervenzellen
durch MIT feststellen. In der Arbeit mit seinem Team hatte der
Forscher dann untersucht, wie die Chemikalie auf Neuronen aus dem
Hirn von Rattenembryos wirkt. Innerhalb von zehn Minuten hatten die
relativ hohen Dosen des Stoffes sämtliche Neuronen getötet. In
weiteren Untersuchungen mit niedrigeren Dosen von einem Mikromolar
(Ein Gramm der Substanz auf 8.000 Liter Wasser) ergaben immer noch
ein deutlich reduziertes Wachstum der Zellen.
"Wir denken, dass diese Erkenntnisse als Warnung für werdende Mütter
gelten soll", so Aizenman. Insbesondere warnt der Forscher davor,
dass Schwangere nicht in der Produktion von Kosmetischen Produkten
arbeiten sollen, da dort die Gefahr einer Fruchtschädigung zu groß
sei. Der Forscher präsentierte seine Erkenntnisse beim jährlichen
Treffen der American Society for Cell Biology in Washington DC.
Aizenmans Erkenntnisse stießen aber nicht bei allen Forscherkollegen
auf ungeteilte Freude. So meinte der Forscher Tony Dayan von der
University of London sei die Ableitung, dass eine Substanz nur weil
das Neuronenwachstum verändert werde, nicht notwendigerweise Anlass
zu Sorge gibt. Zellen reagieren in in-vitro Studien besonders
empfindlich, da sie besonders exponiert sind. "Daraus kann kein
Schluss gezogen werden, wie sich die Substanz tatsächlich im Körper
auswirkt", so Dayan. Dieser Meinung stimmt auch der Toxikologe
Wilson Steele von der University of East London zu, obgleich er
einräumt, dass die Substanz genauer untersucht werden müsse.
Aizenman geht dennoch davon aus, dass MIT ein potenzieller
Risikostoff ist. Shampoos enthalten 100 bis 200 Mal höhere Dosen als
jene des Experiments. "Wir können nicht genau sagen, was diese
Substanz anrichten kann. Bisher fehlen jegliche Untersuchungen in
diese Richtung", so der Experte, der einräumt, dass Untersuchungen
an Tieren mehr Informationen bringen sollen.
|

| Die
"Hautverjüngungsspritze" ist da
Unsere Haut verliert mit zunehmendem Alter Tonus und
Elastizität. Schuld daran ist die Reduktion des Hautbestandteils
Hyaluronsäure, eines Polysaccharids, das überall in der interzellulären
Matrix des Gewebes vorkommt. Die meisten äußeren Zeichen der
Hautalterung (Fältchen, Trockenheit, Elastizitätsverlust) hängen mit
dieser Reduktion von Hyaluronsäure zusammen. Nun besteht die
Möglichkeit, hautidentische, unvernetzte Hyaluronsäure durch Injektion
mit winzigen Nadeln und einer speziellen Injektionstechnik (Mesotherapie)
in die Haut einzubringen und damit einen verjüngenden Effekt auf die
Haut zu erzielen.
Verwendet wird dazu eine Hyaluronsäure-Natriumsalz-Lösung. Nötig sind
zwei Injektionsbehandlungen im Abstand von 14 Tagen, wobei das
Hyaluronsäure-Präparat in die Dermis injiziert wird. Gelegentliche
Auffrischungen sind empfehlenswert. Behandelt werden können alle
Hautpartien (Gesicht, Hals, Decollete, Brust, Oberschenkel etc.). Ab
welchem Alter ist diese Behandlung sinnvoll? Grundsätzlich profitiert
die Haut davon, sobald die ersten Zeichen der Hautalterung zeigen, dass
der Hyaluronsäuregehalt der Haut zurückgeht. Dies ist individuell
verschieden, meist aber so ab 30 Jahren der Fall. Infos über die Methode
sind unter
http://www.ddrheinrich.com erhältlich. ( |

Sonnenbrand selbst repariert
Immunsubstanz Interleukin-12 aktiviert
DNA-Reparaturmechanismen
Eine Substanz des menschlichen Immunsystems ist laut Forschern imstande,
diverse, durch die Sonne ausgelöste Hautschäden wieder zu reparieren. So
genannte Interleukine könnten demnach Sonnenschäden durch die Aktivierung von
Reparaturmechanismen des Erbguts reduzieren. Die Ergebnisse des
Forschungsteams um Thomas Schwarz von der Universität Münster
http://www.nature.com lassen
hoffen, dass die Chemikalie zur Behandlung bei Hautkrebs eingesetzt werden
kann.
Die Forscher kultivierten menschliche Hautzellen und behandelten diese mit
dem Protein Interleukin-12 (IL-12). Zeigten die Zellen kurz nach der
Bestrahlung mit hochenergetischem UV-Licht zwar eine quantitativ ähnliche
Schädigung wie die Kontrollzellen, reduzierte sich diese bei
Interleukin-behandelten Zellen nach einigen Stunden wieder drastisch.
Bestätigt sehen sich die Forscher durch den selben Effekt, der bei der
Behandlung von Mäusehaut auftrat. Vermutlich fördert IL-12 eher die
Reparaturmechanismen als es die UV-Strahlung abblockt, so die Forscher im
Wissenschaftsjournal Nature
http://www.nature.com . "Das Protein bewirkt einen Prozess, bei dem
geschädigte DNA-Stücke aus der Sequenz ausgeschnitten werden", erklärte
Schwarz. Er stellt allerdings gleichzeitig klar, dass Sonnencremen trotz der
"äußerst attraktiv erscheinenden Methode gegen Sonnenbrand" nicht ersetzt
werden könnten.
"Interleukin 12 wird umgehend nach der Bestrahlung mit Sonnenlicht
produziert", erläuterte Barbara Gilchrest von der Boston University School of
Medicine. Gibt man IL-12 noch vor der UV-Bestrahlung zu den Zellen, trickst
die Chemikalie das System aus und lässt es im Glauben, dass es bereits
sonnengeschädigt ist. Die Reparaturmechanismen werden in Gang gesetzt,
vermutet Gilchrest.
IL-12 ist allerdings nicht die erste Substanz,die DNA-Reparaturmechanismen
nach einer UV-Schädigung fördert. Bereits in diesem Jahr haben Forscher
bewiesen, dass ein bakterielles Enzym die Formierung neuer kanzerogener
Regionen bei Menschen mit hohem Krebsrisiko verhindert. Vorteil von IL-12 sei
das natürliche Vorkommen im menschlichen Körper. Jetzt müsse untersucht
werden, ob die Substanz Nebenwirkungen auslöst.

Sonnencreme mit Vitamin C schützt vor UV-Strahlung
Antioxidationsmittel verhindert Bildung schädlicher freier
Radikale
Die meisten Sonnenschutzprodukte bieten keinen vollständigen Schutz gegen
gefährliche UV-Strahlung. Laut Forschern der University of Illinois
http://www.uiuc.edu besteht
allerdings Dank neu entwickelter Technik, die Einblicke in die Haut
ermöglicht, dafür zukünftig Hoffnung. Mit einem Zwei-Photonen Fluoreszenz
Mikroskop stellte Kerry Hanson vom Laboratory for Fluorescence Dynamics fest,
dass die äußerste Schicht der Epidermis (Stratum corneum) unter UV-Einfluss
besonders viele schädliche freie Radikale bildet.
Für die Studie kreierte Hanson nach der UV-Bestrahlung Bilder in den
verschiedenen Hauttiefen. Verschiedene fluoreszierende Marker wiesen zudem auf
bestehende freie Radikale hin. "Freie Radikale verursachen beträchtliche
Schäden im Cytoplasma und der Lipidmatrix", so Hanson. Gegen diese bilden
herkömmliche Sonnencremen keinen Schutz. So blockt ein Sonnenschutzmittel mit
dem Faktor 15 nur 94 Prozent der UV-Strahlung ab, das restliche Licht gelangt
in die Haut, um dort hochreaktive Moleküle zu bilden. Diese schwächen und
zerstören die Zellmembran sowie die Erbsubstanz und führen zur Faltenbildung
bzw. schwächen das Immunsystem. Zudem erhöhen freie Radikale das
Hautkrebsrisiko, erklärte die Forscherin.
Der Zusatz von Antioxidantien kann laut Hanson die Bildung der schädlichen
Moleküle deutlich unterdrücken. "Jüngste Studien haben gezeigt, dass Vitamin C
bei weitem der beste Radikalfänger ist. In unserer Haut gibt es natürliche
Enzyme, die ein Reservoir für das Vitamin bilden", betonte die
Wissenschaftlerin. Die bestmöglichen Ergebnisse erzielen Mehrfach-Anwendungen,
nachdem sich Vitamin C angereichert hat. Die Forschungsergebnisse präsentiert
Hanson auf dem Biennial Sunscreen Symposium, das vom 13. bis 16. September in
Orlando, Florida, stattfindet.

Studie: Menschen mit Gesichtsfalten haben seltener
Hautkrebs
Hautärzte finden überraschenden Zusammenhang
Hautärzte um Christopher Griffiths vom Hope University Hospital
http://www.hop.man.ac.uk
in Manchester haben einen überraschenden Zusammenhang festgestellt: Alte
Menschen mit sehr faltigem Gesicht neigen offenbar weniger zu Hautkrebs. Dies
widerspricht der gängigen Annahme, dass faltige Haut eine Folge hoher
Sonneneinstrahlung sei und die Sonneneinstrahlung das Hautkrebsrisiko
gesteigert habe. Das Forscherteam hatte 239 Patienten mit einem
Durchschnittsalter von 70 Jahren untersucht und kam zum Schluss: Je faltiger
das Gesicht, desto seltener die häufigste Form von Hautkrebs, das so genannte
Basalzellen-Karzinom (BCC). Den Grund für diesen Zusammenhang können die
Mediziner noch nicht liefern, im Fachblatt Archives of Dermatology
http://archderm.ama-assn.org äußern sie nur Vermutungen.
So könnte der Reparaturmechanismus der Haut beteiligt sein. Ultraviolette
Sonnenstrahlung zerstört die elastischen Kollagenfasern der Haut. Falten
entstehen, so vermutet man, wenn die Haut sich selbst repariert, ohne das
Kollagen zu ersetzen. Glatte alte Haut scheint jedoch in der Lage,
verlorenenes Kollagen zu ersetzen. So könnte sie besser fähig sein, den so
genannten Wachstumsfaktor TGF-ß zu produzieren. Er stimuliert auch das
Wachstum von Blutgefäßen und schwächt das Immunsystem - zwei Punkte, die mit
Hautkrebs in Verbindung gebracht werden.
Griffiths Team hatte 239 Patienten mit weißer Hautfarbe - jene ethnische
Gruppe, die am meisten von BCC betroffen ist - in so genannte
"Faltigkeitsstufen" eingeteilt. Der niedrigste Wert von 1 bedeutete "kaum
faltig", der höchste von 8 stand für "hochgradig faltig". Nachdem die Forscher
andere Einflüsse für Faltenbildung untersucht hatten, etwa Rauchgewohnheiten,
Alter, Geschlecht oder frühere Hautbehandlungen, ergab sich ein klares Bild:
Personen mit "Faltigkeitsstufen" 2 oder 3 waren mit 90 Prozent höherer
Wahrscheinlichkeit an BCC erkrankt als solche mit Stufe 5 oder höher. Die
Forscher halten nun ausführlichere Studien mit größerem Personenkreis
unterschiedlicher Hauttypen für notwendig.

Kapillaren als Fallen für Fremdstoffe
Erstmals erfolgen Untersuchungen direkt an der menschlichen
Haut
Am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität
Erlangen http://www.uni-erlangen.de
ist eine Möglichkeit gefunden worden, Fremdstoffe beim Eindringen in die Haut
abzufangen. Mit Hilfe der Mikrodialyse sollen offene Fragen zum Einfluss von
Hautreizungen, zur Wirkung von Hautpflegeprodukten oder zum Stoffwechsel in
der Haut erstmals direkt am Menschen systematisch bearbeitet werden.
Dafür bringen die Wissenschaftler spezielle Kapillaren in das Gewebe ein.
Diese bestehen aus einer halb durchlässigen Membran, die Stoffe nur von außen
nach innen eintreten lässt. Die Kapillaren werden dann mit einer Trägerlösung
durchströmt. Dem Konzentrationsgefälle entsprechend dringen die Fremdstoffe
daraufhin durch die Membran in das Innere der Kapillaren ein. Sie können so
zusammen mit der Trägerlösung aufgefangen und analysiert werden.
Die Mikrodialyse bietet sich vor allem dann an, wenn das Eindringen von
Gefahrstoffen direkt an der menschlichen Haut untersucht werden soll. Abstoßende
Gerüche, ein unangenehmer, fremdartiger Geschmack machen darauf aufmerksam,
dass mit der Nahrung oder der Atemluft möglicherweise Schadstoffe in den Körper
gelangen. Für die Haut fehlt ein solches über die Sinne vermitteltes
Warnsystem, obwohl auf diesem Wege fortlaufend Stoffe aus der Umwelt
aufgenommen werden.
Möglicherweise könnte die Methode der Mikrodialyse langfristig auch die
Zahl der Tierversuche - etwa in der Kosmetik-Industrie - verringern. Gefördert
wird das Projekt bis zum Jahr 2002 mit insgesamt 675.000 Mark.

Aus Haaren lässt sich Hautersatz züchten
Schweizer Forscher transformieren Stammzellen aus dem
Haarbalg
Eine Methode namens "EpiDex", entwickelt von Forschern der
Schweizer Firma Modex Therapeutics http://www.modex-t3r.com
, macht es möglich, aus Zellen ausgerissener Haarbüschel im Labor Hautlappen
zu züchten. Damit lassen sich Wunden und offene Geschwüre bedecken und in
der Heilung unterstützen. Die Methode könnte herkömmliche Techniken der
Hautverpflanzung ersetzen, bei denen Haut von anderer Stelle des Körpers
entnommen wird. Erste Tests an 80 Patienten in deutschen und Schweizer
Kliniken verliefen bereits erfolgreich, berichtete ein Firmensprecher auf
einer Londoner Konferenz, so das Magazin "New Scientist".
Die Schweizer Forscher nutzten so genannte Stammzellen der äußeren
Wurzelschaft des Haars und transformieren sie binnen weniger Wochen zu
Hautzellen. Thomas Hunziker und Alain Limat hatten die Methode zunächst an
der Universitätsklinik Bern entwickelt. Ein behandelnder Arzt zupft 20 bis
100 Haare von einer beliebigen Körperstelle des Patienten und sendet sie ins
Labor der Firma. Dort sammelt man die Stammzellen und platziert sie in Schalen
über eine Schicht fremder menschlicher Hautzellen. Diese produzieren so
genannte Wachstumsfaktoren, die die unspezifizierten Stammzellen zu basalen
Hautzellen werden lassen, zu primären Keratinozyten. Diese Zellen können
sogar vorübergehend eingefroren gelagert werden.
Lässt man allerdings Luft an eine Lage dieser Zellen, so entwickelt sie
sich zu echter Haut: Samt verhornter Oberhautschicht, einer Lage von
Basalzellen ganz unten und dazwischen einem geschichteten Epithelgewebe. Nach
knapp einem Monat sendet das Labor von Modex Therapeutics Hautlappen von rund
einem Zentimeter Durchmesser und einem Zehntel Millimeter Dicke zurück an den
Arzt. Damit lässt sich die Hälfte einer kleinen Wunde abdecken, binnen rund
drei Monaten wächst der Lappen und bedeckt die gesamte Wundfläche. Derzeit
arbeiten die Forscher der Firma an Möglichkeiten, auch größere Wunden zu
behandeln.

Hässliche Narben müssen nicht sein
Selbstbehandlung auf sanfte Art
Ohne Drüsen und Haare aber Narben sind keine "tote Haut"
Eine Reparatur mit kleinen Schönheitsfehlern
Die Haut ist mit einer Fläche von 1,5 2m2 das größte Organ des Menschen.
Sie besteht aus drei funktionellen Schichten: Oberhaut(Epidermis),
Lederhaut(Dermis) und Unterhaut(Subcutis). Narben entstehen immer dann, wenn
die Oberhaut durchtrennt wird und die Verletzung bis in die Lederhaut reicht.
Der menschliche Organismus ist bestrebt, jede Wunde so schnell wie möglich
zu schließen und die Funktionen des Geschädigten Gewebes wiederherzustellen.
Zur Wundheilung sind mit Ausnahme der Zähne alle Körpergewebe befähigt.
Zwei verschiedene Mechanismen kommen dabei infrage. Regeneration und
Reparation.
Unter Regeneration versteht man den gewebespezifischen Ersatz eines
verloren gegangenen Körperteils oder Organs, wie dies beispielsweise im
Tierreich bei Regenwürmern oder Molchen feststellbar ist. Beim Menschen ist
die Regeneration nur noch im Bereich der Epithelien (Epidermis, Schleimheute
des Magen-Darm-Trakts sowie der weiblichen Genitalien) vollständig möglich.
Die Behebung von Gewebedefekten erfolgt daher überwiegend durch Reparation.
Dabei wird das zerstörte, hochspezialisierte "Biomaterial" nicht in gleicher
Weise ersetzt, sondern die Wunde mit Bindegewebe repariert. Dieses stellt
jedoch wie fälschlicherweise oft angenommen wird keineswegs tote Haut dar.
Narbengewebe ist ebenfalls durchblutet, jedoch im Gegensatz zu gesunden
Hautzellen deutlich schwächer. Während im unverletzten Gewebe die
Kollagenfasern nach bestimmten, den Hauptzugrichtungen folgenden Mustern
ausgerichtet sind, wird diese geordnete Struktur im Rahmen der Wundheilung nur
ansatzweise erreicht. Deshalb ist das Narbengewebe teilweise uneben, wulstig,
nicht so elastisch und strapazierfähig. Außerdem fehlen Talg- und
Schweißdrüsen sowie Haare. Da die farbstoffbildenden Zellen (Melanozyten)
nicht regenerierbar sind, bräunt eine Narbe später nicht und hebt sich deshalb
farblich von der angrenzenden Haut ab.
Nach ein bis zwei Jahren gilt eine Narbe unter Experten als "ausgereift".
Doch viele Menschen werden feststellen, dass sich auch später noch
Veränderungen ergeben. Das Remodeling bezeichnet den Umbau des Narbengewebes
und stellt die am längsten dauernde Phase der Wundheilung dar sie kann sich
über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren erstrecken. Im Wesentlichen erfolgt
dabei eine Umstrukturierung der Kollagenfasern, wobei diese teilweise durch im
Gewebe enthaltene Enzyme (Kollagenasen) abgebaut oder aber neu vernetzt
werden.
Das Remodeling lässt sich durch äußere Einwirkungen, z.B. die Verwendung
von Hansaplast Narben Reduktion, positiv beeinflussen.
Kosmetisch bessere Heilungsergebnisse sind somit nicht nur bei frischen,
sondern auch bei erhabenen alten Narben möglich.

Hansaplast Narben Reduktion
Selbstbehandlung auf sanfte Art
Innovatives Produkt mit hoher Erfolgsquote
Drei Dinge braucht der Pirat im Film oder Fasching: einen Säbel, eine
schwarze Augenklappe und eine große Narbe quer übers Gesicht. Gilt bei
Freibeutern und einigen studentischen Bewegungen der "Schmiss" als sichtbarer
Beweis von Mut und Entschlossenheit, so ist der "Normalbürger" zumeist nicht
unglücklich, sollten ihm Narben im Gesicht oder am Körper fehlen.
Doch: Ein Sturz von der Treppe, ein Autounfall oder eine Operation im
Laufe des Lebens gibt es viele unerwartete Ereignisse, die ihre Spuren auf der
Haut hinterlassen. Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung werden durch Narben an
solche Situationen erinnert. Zum einen können Narben, z.B. in der Nähe von
Gelenken, erhebliche Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken.
Zum anderen können Narben vor allem im Gesicht das Selbstbewusstsein
derart beeinträchtigen, dass psychologische Hilfe notwendig ist.
Ähnlich wie bei einem Auto, das in einen Unfall verwickelt war und sogar
nach der Reparatur in einer Fachwerkstätte kleine Farbunterschiede im Lack
aufweist, gibt es keine Möglichkeit, einmal entstandene Narben "unsichtbar" zu
machen. Allerdings sind durch eine neue Methode deutliche Rückbildungen bzw.
"Verschönerungen" möglich damit sich die Betroffenen wieder wohler in ihrer
Haut fühlen.
In jahrelanger Forschung hat Hansaplast ein Pflaster entwickelt, das auf
wirksame und dennoch sanfte Art hilft, Narben zu reduzieren. Und so könnte der
Name des Produkts nicht passender sein:
Hansaplast Narben Reduktion.
Hansaplast Narben Reduktion sind sanft haftende, atmungsaktive Pads (7x4
Zentimeter), die einfach auf die Narbe geklebt werden. Die ideale Tragedauer
beträgt 24 Stunden am Tag, mindestens aber 12 Stunden.
Zum einen erhöht sich unter den Pads die lokale Hauttemperatur, überschüssige
Feuchtigkeit wird aufgenommen und durch angeregte Stoffwechselprozesse die
Neustrukturierung im Narbengewebe aktiviert.
Zum anderen üben die Pads einen Gegendruck auf die Narbe aus und "simulieren"
somit die verloren gegangene Hautspannung.
Klinische Studien beweisen: Hansaplast Narben Reduktion verringert in 95
Prozent der Fälle deutlich und dauerhaft die Sichtbarkeit und Spürbarkeit von
geröteten und erhabenen Narben. Diese werden auf natürliche Weise flacher,
heller, weicher und weniger sichtbar. Das Produkt wirkt sowohl bei frischen
als auch alten Narben im Gesicht und am Körper.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Wichtig: Vor der Anwendung von Hansaplast
Narben Reduktion muss die Wunde vollständig geschlossen sein.
Eine Packung enthält jeweils 21 Pads sowie Fixierstreifen.
Information erhalten Sie unter der Gratis-Hotline 0800-190 120 oder im
Internet unter www.narbenreduktion.at

Forscher entschlüsseln Allergien
Hautkrankheiten bei 23.000 Deutschen als Berufskrankheit
anerkannt
Die Bayerische Akademie der Wissenschaften
http://www.badw.de/ hat einen
Berichtband zum Thema "Allergie, eine Zivilisationskrankheit" herausgebraucht.
Darin stellen Immunologen, Epidemiologen, Arbeitsmediziner und Psychologen den
Stand zum Thema Allergien vor. Beschrieben werden nach Auskunft der Autoren
die aus immunologischer Sicht an Allergien beteiligten Mechanismen der
Körperabwehr des Menschen.
Im Zusammenhang mit einer erblichen Vorbelastung konnten in den vergangenen
Jahren einige dafür wichtige Genorte identifiziert werden. Diskutiert werden
auch die Risikofaktoren, die zum Ausbruch der Allergie aus klinischer Sicht
beitragen können, etwa das so genannte passives Rauchen während der ersten
Lebensmonate.
Thema in der Publikation sind auch Allergien am Arbeitsplatz. So führten
1998 in Deutschland Hautkrankheiten bei 23.000 Patienten zur Anzeige als
Berufskrankheit. Vorgestellt werden epidemiologische Studien, die verschiedene
Faktoren wie Sozialstatus, Familiengröße (Geschwistereffekt) und Kontakt zu
Tieren untersucht haben. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass in einer
Familie mit mehreren Geschwistern, häufiger Infektionskrankheiten im frühen
Lebensalter auftreten. Dabei sinke gleichzeitig das Risiko an Heuschnupfen,
allergischer Empfindlichkeit oder Hautleiden zu erkranken.
