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Akne: Ärzte raten von Therapie mit UV-Strahlung ab - 30. Interdisziplinäres Forum der Bundesärztekammer

Akne wird in der Bevölkerung vorwiegend als
kosmetisches Problem betrachtet, als vorübergehende
Pubertätserscheinung mit Pickeln im Gesicht, die mit dem Beginn des
Erwachsenenalters abheilt. Dass es sich bei Akne auch um eine ernst
zu nehmende Krankheit mit einer Vielzahl an Ausprägungen handeln
kann, die einen großen Leidensdruck erzeugt, betonten heute in Berlin
Experten auf dem 30. Interdisziplinären Forum "Fortschritt und
Fortbildung in der Medizin" der Bundesärztekammer in Berlin. Heute
können aber selbst bei schweren Verläufen der Akne gute
therapeutische Erfolge erzielt werden. "Der zielgerichtete Einsatz
von Medikamenten zur innerlichen und äußerlichen Anwendung kann die
Schwere der Erkrankung mildern, den Verlauf verkürzen und Narben
verhindern", sagte Prof. Dr. Gerd Plewig, Direktor der Klinik und
Poliklinik für Dermatologie und Allergologie an der Universität
München. Nicht zu empfehlen sind dagegen ältere therapeutische
Ansätze wie die Behandlung mit Schwefel, Schieferöl oder
Hefeextrakten. Auch von einer Therapie mit UV-Strahlung raten die
Experten wegen des erhöhten Krebsrisikos ab.

   Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können
bestimmte Akneformen zu schwersten körperlichen Schäden führen. Die
durch Umweltgifte und Chemikalien ausgelöste Chlorakne verläuft
manchmal sogar tödlich. Vor über 100 Jahren wurde diese Erkrankung in
der Chemiefabrik Höchst in Frankfurt am Main erstmalig beschrieben.
"Bis heute hat die Chlorakne ihren Schrecken und ihre Unheimlichkeit
nicht verloren. Große Industriekatastrophen und kriminelle Absichten
lassen diese furchtbare Krankheit immer wieder auftauchen", sagte
Plewig. Durch Dioxineinlagerung im Fettgewebe der Betroffenen
verlaufe die Erkrankung oft über Jahrzehnte, manchmal ein Leben lang.
Chlorakne ist eines der typischen Zeichen dieser Vergiftung. Das
prominenteste Opfer aus jüngerer Zeit sei der heutige ukrainische
Präsident Viktor Juschtschenko, so Plewig.

   Akne durch Doping

   Große Sorgen bereitet den Ärzten der Missbrauch anaboler Steroide
bei Freizeitsportlern und Besuchern von Fitness-Einrichtungen in
Deutschland. Nach einer aktuellen Studie der Universität Tübingen
haben etwa 13,5 Prozent der Besucher von Fitnessstudios mindestens
einmal solche Dopingmittel genommen. Neben den gefährlichen
Langzeitnebenwirkungen für das Herz-Kreislaufsystem und die Psyche
tritt bei der Hälfte der Anwender solcher Substanzen die sogenannte
Bodybuilding-Akne auf. Besonders häufig betroffen sind junge Männer
im Alter zwischen 21 und 25 Jahren. "Eine verbesserte Aufklärung der
Ärzteschaft, vor allem über die Langzeitnebenwirkungen der
anabol-androgenen Steroide, verbesserte Prävention mit gezielten
Interventionsprogrammen sowie konsequentes Handeln
gesundheitspolitisch Verantwortlicher im Jugend- und
Verbraucherschutz sind längst überfällig", sagte Prof. Dr. Bodo
Melnik, Lehrbeauftragter im Fachbereich Humanwissenschaften der
Universität Osnabrück.


 

Sonne stoppt Krebserkrankungen der Haut
Zwei Studien bestätigen unabhängig voneinander Wirksamkeit

Sonne kann bei Hautkrebs helfen. Eine Studie des Karolinska Institutet http://info.ki.se hat die Wirkamkeit von Sonnenstrahlen beim Non-Hodgkin-Lymphom untersucht. Die zweite Studie von Wissenschaftern der University of New Mexico http://www.unm.edu konzentrierte sich auf maligne Melanome. Das Journal of the National Cancer Institute http://jncicancerspectrum.oupjournals.org geht davon aus, dass die Bildung von Vitamin D durch die der Sonne ausgesetzte Haut von entscheidender Bedeutung sein könnte. Experten warnten bisher davor, dass zuviel Sonne Krebs verursachen kann und rieten dazu sich entsprechend zu schützen.

Die schwedische Studie wurde vom Karolinska Institutet in Zusammenarbeit mit der Uppsala Universitet http://www.uu.se und dänischen Wissenschaftern durchgeführt. Sie wies nach, dass die UV-Strahlung der Sonne und von entsprechenden Lampen das Risiko einer Krebserkrankung um 30 bis 40 Prozent verringerte. Diese Ergebnisse basieren auf Interviews mit mehr als 3.000 Lymphom-Patienten und 3.000 gesunden Personen. Die Wissenschafter der University of New Mexico untersuchten den Einfluss von Sonnenlicht auf das Risiko an einem malignen Melanom zu sterben. Es zeigte sich, dass Patienten, die mehr Zeit an der Sonne verbrachten, seltener an den Folgen ihrer Erkrankung starben.

Frühere Studien hatten laut BBC darauf hingewiesen, dass von der Sonne geschädigte Hautzellen absterben und so das Krebsrisiko verringern. Es ist laut den Studienautoren auch denkbar, dass die erhöhte Produktion von Vitamin D das Krebsrisiko herabsetzt. Experten von Cancer Research UK halten es auch für möglich, dass bereits an einem Melanom erkrankte Patienten, die sich viel an der Sonne aufhielten, zu weniger aggressiven Tumoren neigten.


 

Auch Väter vererben Ekzeme
Auftrittswahrscheinlichkeit unabhängig von väterlicher oder mütterlicher Seite

Die Wahrscheinlichkeit der Vererbung eines Ekzems durch den Vater ist so hoch wie eine Vererbung durch die Mutter. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Children of the 90s" der Bristol University http://www.bris.ac.uk/ . Bisher war unter Experten die Meinung verbreitet, dass ein Ekzem eher von der mütterlichen Linie kommt. Die Studie, an der 8.000 Kinder beteiligt waren, kommt außerdem zu dem Schluss, dass ein elterliches Ekzem ein aussagekräftigeres Kennzeichen ist als elterliches Asthma oder Heuschnupfen.

Die Eltern füllten Fragebögen zu einer etwaigen Familiengeschichte von Allergien oder Atopien wie Asthma, Heuschnupfen oder Hautausschlägen aus. Dann verglichen die Studienmitarbeiter diese Daten mit den Aufzeichnungen über Ekzeme bei den Kindern bis zum Alter von dreieinhalb Jahren. In Familien, wo keiner der beiden Elternteile ein Ekzem hatte, zeigten 28 Prozent der Kinder Anzeichen einer derartigen Erscheinung. Wenn entweder die Mutter oder der Vater ein Ekzem hatte, stieg die Wahrscheinlichkeit beim Kind auf 40 Prozent und wenn beide Eltern eines hatten, stieg sie auf 52 Prozent. Es gab kein Anzeichen darauf, dass eine atopische Allergie mütterlicherseits stärkere Auswirkungen hat als eine Atopie väterlicherseits.

Eine Krankheitsgeschichte mit Ekzemen war wichtiger als eine Geschichte allgemeiner Allergie. Studienleiterin Nellie Wadonda-Kabondo sagte: "Obwohl die Mediziner dazu neigten, atopische Erkrankungen zusammenzugruppieren, unterstützen unsere Erkenntnisse die Theorie, dass verschiedene Gene involviert sind." Es sei wichtig, die Muster der Vererbung zu erforschen, um herauszufinden, welche Gene die Krankheit verursachen. Margaret Cox von der National Ekzema Society http://www.eczema.org/ sagte, die Behandlung von Ekzem im Kindheitsalter könnte den Ausbruch anderer Allergien wie Asthma oder Heuschnupfen verhindern.


 

Konservierungsmittel in Kosmetika fruchtschädigend
Expertenstreit über Gefährlichkeit von Methylisothiazolinone

Ein häufiger Konservierungsstoff von zahlreichen Kosmetika, der seit jeher als Allergieauslöser gilt, steht nach jüngsten Untersuchungen nun auch in Verdacht fruchtschädigend zu sein. Methylisothiazolinone (MIT) wird in vielen kosmetischen Produkten wie Shampoos oder Handcremes verwendet, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Methylisothiazolinone zerstört Bakterien und macht kosmetische Artikel dadurch länger haltbar. Der Stoff kann bei manchen Menschen zu leichten Hautrötungen führen. Der Neurobiologe Elias Aizenman von der University of Pittsburgh/Pennsylvania konnte keine Informationen über irgendwelche Probleme bei der Entwicklung von Nervenzellen durch MIT feststellen. In der Arbeit mit seinem Team hatte der Forscher dann untersucht, wie die Chemikalie auf Neuronen aus dem Hirn von Rattenembryos wirkt. Innerhalb von zehn Minuten hatten die relativ hohen Dosen des Stoffes sämtliche Neuronen getötet. In weiteren Untersuchungen mit niedrigeren Dosen von einem Mikromolar (Ein Gramm der Substanz auf 8.000 Liter Wasser) ergaben immer noch ein deutlich reduziertes Wachstum der Zellen.

"Wir denken, dass diese Erkenntnisse als Warnung für werdende Mütter gelten soll", so Aizenman. Insbesondere warnt der Forscher davor, dass Schwangere nicht in der Produktion von Kosmetischen Produkten arbeiten sollen, da dort die Gefahr einer Fruchtschädigung zu groß sei. Der Forscher präsentierte seine Erkenntnisse beim jährlichen Treffen der American Society for Cell Biology in Washington DC.

Aizenmans Erkenntnisse stießen aber nicht bei allen Forscherkollegen auf ungeteilte Freude. So meinte der Forscher Tony Dayan von der University of London sei die Ableitung, dass eine Substanz nur weil das Neuronenwachstum verändert werde, nicht notwendigerweise Anlass zu Sorge gibt. Zellen reagieren in in-vitro Studien besonders empfindlich, da sie besonders exponiert sind. "Daraus kann kein Schluss gezogen werden, wie sich die Substanz tatsächlich im Körper auswirkt", so Dayan. Dieser Meinung stimmt auch der Toxikologe Wilson Steele von der University of East London zu, obgleich er einräumt, dass die Substanz genauer untersucht werden müsse.

Aizenman geht dennoch davon aus, dass MIT ein potenzieller Risikostoff ist. Shampoos enthalten 100 bis 200 Mal höhere Dosen als jene des Experiments. "Wir können nicht genau sagen, was diese Substanz anrichten kann. Bisher fehlen jegliche Untersuchungen in diese Richtung", so der Experte, der einräumt, dass Untersuchungen an Tieren mehr Informationen bringen sollen.
 


 

Die "Hautverjüngungsspritze" ist da

Unsere Haut verliert mit zunehmendem Alter Tonus und Elastizität. Schuld daran ist die Reduktion des Hautbestandteils Hyaluronsäure, eines Polysaccharids, das überall in der interzellulären Matrix des Gewebes vorkommt. Die meisten äußeren Zeichen der Hautalterung (Fältchen, Trockenheit, Elastizitätsverlust) hängen mit dieser Reduktion von Hyaluronsäure zusammen. Nun besteht die Möglichkeit, hautidentische, unvernetzte Hyaluronsäure durch Injektion mit winzigen Nadeln und einer speziellen Injektionstechnik (Mesotherapie) in die Haut einzubringen und damit einen verjüngenden Effekt auf die Haut zu erzielen.

Verwendet wird dazu eine Hyaluronsäure-Natriumsalz-Lösung. Nötig sind zwei Injektionsbehandlungen im Abstand von 14 Tagen, wobei das Hyaluronsäure-Präparat in die Dermis injiziert wird. Gelegentliche Auffrischungen sind empfehlenswert. Behandelt werden können alle Hautpartien (Gesicht, Hals, Decollete, Brust, Oberschenkel etc.). Ab welchem Alter ist diese Behandlung sinnvoll? Grundsätzlich profitiert die Haut davon, sobald die ersten Zeichen der Hautalterung zeigen, dass der Hyaluronsäuregehalt der Haut zurückgeht. Dies ist individuell verschieden, meist aber so ab 30 Jahren der Fall. Infos über die Methode sind unter http://www.ddrheinrich.com erhältlich. (


 

Sonnenbrand selbst repariert
Immunsubstanz Interleukin-12 aktiviert DNA-Reparaturmechanismen
 

Eine Substanz des menschlichen Immunsystems ist laut Forschern imstande, diverse, durch die Sonne ausgelöste Hautschäden wieder zu reparieren. So genannte Interleukine könnten demnach Sonnenschäden durch die Aktivierung von Reparaturmechanismen des Erbguts reduzieren. Die Ergebnisse des Forschungsteams um Thomas Schwarz von der Universität Münster http://www.nature.com lassen hoffen, dass die Chemikalie zur Behandlung bei Hautkrebs eingesetzt werden kann.
 

Die Forscher kultivierten menschliche Hautzellen und behandelten diese mit dem Protein Interleukin-12 (IL-12). Zeigten die Zellen kurz nach der Bestrahlung mit hochenergetischem UV-Licht zwar eine quantitativ ähnliche Schädigung wie die Kontrollzellen, reduzierte sich diese bei Interleukin-behandelten Zellen nach einigen Stunden wieder drastisch. Bestätigt sehen sich die Forscher durch den selben Effekt, der bei der Behandlung von Mäusehaut auftrat. Vermutlich fördert IL-12 eher die Reparaturmechanismen als es die UV-Strahlung abblockt, so die Forscher im Wissenschaftsjournal Nature http://www.nature.com . "Das Protein bewirkt einen Prozess, bei dem geschädigte DNA-Stücke aus der Sequenz ausgeschnitten werden", erklärte Schwarz. Er stellt allerdings gleichzeitig klar, dass Sonnencremen trotz der "äußerst attraktiv erscheinenden Methode gegen Sonnenbrand" nicht ersetzt werden könnten.
 

"Interleukin 12 wird umgehend nach der Bestrahlung mit Sonnenlicht produziert", erläuterte Barbara Gilchrest von der Boston University School of Medicine. Gibt man IL-12 noch vor der UV-Bestrahlung zu den Zellen, trickst die Chemikalie das System aus und lässt es im Glauben, dass es bereits sonnengeschädigt ist. Die Reparaturmechanismen werden in Gang gesetzt, vermutet Gilchrest.
 

IL-12 ist allerdings nicht die erste Substanz,die DNA-Reparaturmechanismen nach einer UV-Schädigung fördert. Bereits in diesem Jahr haben Forscher bewiesen, dass ein bakterielles Enzym die Formierung neuer kanzerogener Regionen bei Menschen mit hohem Krebsrisiko verhindert. Vorteil von IL-12 sei das natürliche Vorkommen im menschlichen Körper. Jetzt müsse untersucht werden, ob die Substanz Nebenwirkungen auslöst.


 

Sonnencreme mit Vitamin C schützt vor UV-Strahlung
Antioxidationsmittel verhindert Bildung schädlicher freier Radikale
 

Die meisten Sonnenschutzprodukte bieten keinen vollständigen Schutz gegen gefährliche UV-Strahlung. Laut Forschern der University of Illinois http://www.uiuc.edu besteht allerdings Dank neu entwickelter Technik, die Einblicke in die Haut ermöglicht, dafür zukünftig Hoffnung. Mit einem Zwei-Photonen Fluoreszenz Mikroskop stellte Kerry Hanson vom Laboratory for Fluorescence Dynamics fest, dass die äußerste Schicht der Epidermis (Stratum corneum) unter UV-Einfluss besonders viele schädliche freie Radikale bildet.
 

Für die Studie kreierte Hanson nach der UV-Bestrahlung Bilder in den verschiedenen Hauttiefen. Verschiedene fluoreszierende Marker wiesen zudem auf bestehende freie Radikale hin. "Freie Radikale verursachen beträchtliche Schäden im Cytoplasma und der Lipidmatrix", so Hanson. Gegen diese bilden herkömmliche Sonnencremen keinen Schutz. So blockt ein Sonnenschutzmittel mit dem Faktor 15 nur 94 Prozent der UV-Strahlung ab, das restliche Licht gelangt in die Haut, um dort hochreaktive Moleküle zu bilden. Diese schwächen und zerstören die Zellmembran sowie die Erbsubstanz und führen zur Faltenbildung bzw. schwächen das Immunsystem. Zudem erhöhen freie Radikale das Hautkrebsrisiko, erklärte die Forscherin.
 

Der Zusatz von Antioxidantien kann laut Hanson die Bildung der schädlichen Moleküle deutlich unterdrücken. "Jüngste Studien haben gezeigt, dass Vitamin C bei weitem der beste Radikalfänger ist. In unserer Haut gibt es natürliche Enzyme, die ein Reservoir für das Vitamin bilden", betonte die Wissenschaftlerin. Die bestmöglichen Ergebnisse erzielen Mehrfach-Anwendungen, nachdem sich Vitamin C angereichert hat. Die Forschungsergebnisse präsentiert Hanson auf dem Biennial Sunscreen Symposium, das vom 13. bis 16. September in Orlando, Florida, stattfindet.
 


 

Studie: Menschen mit Gesichtsfalten haben seltener Hautkrebs
Hautärzte finden überraschenden Zusammenhang
 

 Hautärzte um Christopher Griffiths vom Hope University Hospital http://www.hop.man.ac.uk in Manchester haben einen überraschenden Zusammenhang festgestellt: Alte Menschen mit sehr faltigem Gesicht neigen offenbar weniger zu Hautkrebs. Dies widerspricht der gängigen Annahme, dass faltige Haut eine Folge hoher Sonneneinstrahlung sei und die Sonneneinstrahlung das Hautkrebsrisiko gesteigert habe. Das Forscherteam hatte 239 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren untersucht und kam zum Schluss: Je faltiger das Gesicht, desto seltener die häufigste Form von Hautkrebs, das so genannte Basalzellen-Karzinom (BCC). Den Grund für diesen Zusammenhang können die Mediziner noch nicht liefern, im Fachblatt Archives of Dermatology http://archderm.ama-assn.org äußern sie nur Vermutungen.
 

So könnte der Reparaturmechanismus der Haut beteiligt sein. Ultraviolette Sonnenstrahlung zerstört die elastischen Kollagenfasern der Haut. Falten entstehen, so vermutet man, wenn die Haut sich selbst repariert, ohne das Kollagen zu ersetzen. Glatte alte Haut scheint jedoch in der Lage, verlorenenes Kollagen zu ersetzen. So könnte sie besser fähig sein, den so genannten Wachstumsfaktor TGF-ß zu produzieren. Er stimuliert auch das Wachstum von Blutgefäßen und schwächt das Immunsystem - zwei Punkte, die mit Hautkrebs in Verbindung gebracht werden.
 

Griffiths Team hatte 239 Patienten mit weißer Hautfarbe - jene ethnische Gruppe, die am meisten von BCC betroffen ist - in so genannte "Faltigkeitsstufen" eingeteilt. Der niedrigste Wert von 1 bedeutete "kaum faltig", der höchste von 8 stand für "hochgradig faltig". Nachdem die Forscher andere Einflüsse für Faltenbildung untersucht hatten, etwa Rauchgewohnheiten, Alter, Geschlecht oder frühere Hautbehandlungen, ergab sich ein klares Bild: Personen mit "Faltigkeitsstufen" 2 oder 3 waren mit 90 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit an BCC erkrankt als solche mit Stufe 5 oder höher. Die Forscher halten nun ausführlichere Studien mit größerem Personenkreis unterschiedlicher Hauttypen für notwendig.
 


 

Kapillaren als Fallen für Fremdstoffe
Erstmals erfolgen Untersuchungen direkt an der menschlichen Haut

Am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Erlangen http://www.uni-erlangen.de ist eine Möglichkeit gefunden worden, Fremdstoffe beim Eindringen in die Haut abzufangen. Mit Hilfe der Mikrodialyse sollen offene Fragen zum Einfluss von Hautreizungen, zur Wirkung von Hautpflegeprodukten oder zum Stoffwechsel in der Haut erstmals direkt am Menschen systematisch bearbeitet werden.

Dafür bringen die Wissenschaftler spezielle Kapillaren in das Gewebe ein. Diese bestehen aus einer halb durchlässigen Membran, die Stoffe nur von außen nach innen eintreten lässt. Die Kapillaren werden dann mit einer Trägerlösung durchströmt. Dem Konzentrationsgefälle entsprechend dringen die Fremdstoffe daraufhin durch die Membran in das Innere der Kapillaren ein. Sie können so zusammen mit der Trägerlösung aufgefangen und analysiert werden.

Die Mikrodialyse bietet sich vor allem dann an, wenn das Eindringen von Gefahrstoffen direkt an der menschlichen Haut untersucht werden soll. Abstoßende Gerüche, ein unangenehmer, fremdartiger Geschmack machen darauf aufmerksam, dass mit der Nahrung oder der Atemluft möglicherweise Schadstoffe in den Körper gelangen. Für die Haut fehlt ein solches über die Sinne vermitteltes Warnsystem, obwohl auf diesem Wege fortlaufend Stoffe aus der Umwelt aufgenommen werden.

Möglicherweise könnte die Methode der Mikrodialyse langfristig auch die Zahl der Tierversuche - etwa in der Kosmetik-Industrie - verringern. Gefördert wird das Projekt bis zum Jahr 2002 mit insgesamt 675.000 Mark.


 


 

Aus Haaren lässt sich Hautersatz züchten
Schweizer Forscher transformieren Stammzellen aus dem Haarbalg

 Eine Methode namens "EpiDex", entwickelt von Forschern der Schweizer Firma Modex Therapeutics http://www.modex-t3r.com , macht es möglich, aus Zellen ausgerissener Haarbüschel im Labor Hautlappen zu züchten. Damit lassen sich Wunden und offene Geschwüre bedecken und in der Heilung unterstützen. Die Methode könnte herkömmliche Techniken der Hautverpflanzung ersetzen, bei denen Haut von anderer Stelle des Körpers entnommen wird. Erste Tests an 80 Patienten in deutschen und Schweizer Kliniken verliefen bereits erfolgreich, berichtete ein Firmensprecher auf einer Londoner Konferenz, so das Magazin "New Scientist".

Die Schweizer Forscher nutzten so genannte Stammzellen der äußeren Wurzelschaft des Haars und transformieren sie binnen weniger Wochen zu Hautzellen. Thomas Hunziker und Alain Limat hatten die Methode zunächst an der Universitätsklinik Bern entwickelt. Ein behandelnder Arzt zupft 20 bis 100 Haare von einer beliebigen Körperstelle des Patienten und sendet sie ins Labor der Firma. Dort sammelt man die Stammzellen und platziert sie in Schalen über eine Schicht fremder menschlicher Hautzellen. Diese produzieren so genannte Wachstumsfaktoren, die die unspezifizierten Stammzellen zu basalen Hautzellen werden lassen, zu primären Keratinozyten. Diese Zellen können sogar vorübergehend eingefroren gelagert werden.

Lässt man allerdings Luft an eine Lage dieser Zellen, so entwickelt sie sich zu echter Haut: Samt verhornter Oberhautschicht, einer Lage von Basalzellen ganz unten und dazwischen einem geschichteten Epithelgewebe. Nach knapp einem Monat sendet das Labor von Modex Therapeutics Hautlappen von rund einem Zentimeter Durchmesser und einem Zehntel Millimeter Dicke zurück an den Arzt. Damit lässt sich die Hälfte einer kleinen Wunde abdecken, binnen rund drei Monaten wächst der Lappen und bedeckt die gesamte Wundfläche. Derzeit arbeiten die Forscher der Firma an Möglichkeiten, auch größere Wunden zu behandeln.



 

Hässliche Narben müssen nicht sein
Selbstbehandlung auf sanfte Art
 

Ohne Drüsen und Haare – aber Narben sind keine "tote Haut"
Eine Reparatur mit kleinen Schönheitsfehlern
 

Die Haut ist mit einer Fläche von 1,5 – 2m2 das größte Organ des Menschen. Sie besteht aus drei funktionellen Schichten: Oberhaut(Epidermis), Lederhaut(Dermis) und Unterhaut(Subcutis). Narben entstehen immer dann, wenn die Oberhaut durchtrennt wird und die Verletzung bis in die Lederhaut reicht.
 

Der menschliche Organismus ist bestrebt, jede Wunde so schnell wie möglich zu schließen und die Funktionen des Geschädigten Gewebes wiederherzustellen. Zur Wundheilung sind – mit Ausnahme der Zähne – alle Körpergewebe befähigt. Zwei verschiedene Mechanismen kommen dabei infrage. Regeneration und Reparation.
 

Unter Regeneration versteht man den gewebespezifischen Ersatz eines verloren gegangenen Körperteils oder Organs, wie dies beispielsweise im Tierreich bei Regenwürmern oder Molchen feststellbar ist. Beim Menschen ist die Regeneration nur noch im Bereich der Epithelien (Epidermis, Schleimheute des Magen-Darm-Trakts sowie der weiblichen Genitalien) vollständig möglich. Die Behebung von Gewebedefekten erfolgt daher überwiegend durch Reparation. Dabei wird das zerstörte, hochspezialisierte "Biomaterial" nicht in gleicher Weise ersetzt, sondern die Wunde mit Bindegewebe repariert. Dieses stellt jedoch – wie fälschlicherweise oft angenommen wird – keineswegs tote Haut dar.
Narbengewebe ist ebenfalls durchblutet, jedoch im Gegensatz zu gesunden Hautzellen deutlich schwächer. Während im unverletzten Gewebe die Kollagenfasern nach bestimmten, den Hauptzugrichtungen folgenden Mustern ausgerichtet sind, wird diese geordnete Struktur im Rahmen der Wundheilung nur ansatzweise erreicht. Deshalb ist das Narbengewebe teilweise uneben, wulstig, nicht so elastisch und strapazierfähig. Außerdem fehlen Talg- und Schweißdrüsen sowie Haare. Da die farbstoffbildenden Zellen (Melanozyten) nicht regenerierbar sind, bräunt eine Narbe später nicht und hebt sich deshalb farblich von der angrenzenden Haut ab.
 

Nach ein bis zwei Jahren gilt eine Narbe unter Experten als "ausgereift". Doch viele Menschen werden feststellen, dass sich auch später noch Veränderungen ergeben. Das Remodeling bezeichnet den Umbau des Narbengewebes und stellt die am längsten dauernde Phase der Wundheilung dar – sie kann sich über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren erstrecken. Im Wesentlichen erfolgt dabei eine Umstrukturierung der Kollagenfasern, wobei diese teilweise durch im Gewebe enthaltene Enzyme (Kollagenasen) abgebaut oder aber neu vernetzt werden.
 

Das Remodeling lässt sich durch äußere Einwirkungen, z.B. die Verwendung von Hansaplast Narben Reduktion, positiv beeinflussen.
Kosmetisch bessere Heilungsergebnisse sind somit nicht nur bei frischen, sondern auch bei erhabenen alten Narben möglich.


 


 

Hansaplast Narben Reduktion –
Selbstbehandlung auf sanfte Art
Innovatives Produkt mit hoher Erfolgsquote
 

Drei Dinge braucht der Pirat im Film oder Fasching: einen Säbel, eine schwarze Augenklappe und eine große Narbe quer übers Gesicht. Gilt bei Freibeutern und einigen studentischen Bewegungen der "Schmiss" als sichtbarer Beweis von Mut und Entschlossenheit, so ist der "Normalbürger" zumeist nicht unglücklich, sollten ihm Narben im Gesicht oder am Körper fehlen.
 

Doch: Ein Sturz von der Treppe, ein Autounfall oder eine Operation – im Laufe des Lebens gibt es viele unerwartete Ereignisse, die ihre Spuren auf der Haut hinterlassen. Mehr als 30 Prozent der Bevölkerung werden durch Narben an solche Situationen erinnert. Zum einen können Narben, z.B. in der Nähe von Gelenken, erhebliche Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken. Zum anderen können Narben – vor allem im Gesicht – das Selbstbewusstsein derart beeinträchtigen, dass psychologische Hilfe notwendig ist.
 

Ähnlich wie bei einem Auto, das in einen Unfall verwickelt war und sogar nach der Reparatur in einer Fachwerkstätte kleine Farbunterschiede im Lack aufweist, gibt es keine Möglichkeit, einmal entstandene Narben "unsichtbar" zu machen. Allerdings sind durch eine neue Methode deutliche Rückbildungen bzw. "Verschönerungen" möglich – damit sich die Betroffenen wieder wohler in ihrer Haut fühlen.
 

In jahrelanger Forschung hat Hansaplast ein Pflaster entwickelt, das auf wirksame und dennoch sanfte Art hilft, Narben zu reduzieren. Und so könnte der Name des Produkts nicht passender sein:
Hansaplast Narben Reduktion.
 

Hansaplast Narben Reduktion sind sanft haftende, atmungsaktive Pads (7x4 Zentimeter), die einfach auf die Narbe geklebt werden. Die ideale Tragedauer beträgt 24 Stunden am Tag, mindestens aber 12 Stunden.
Zum einen erhöht sich unter den Pads die lokale Hauttemperatur, überschüssige Feuchtigkeit wird aufgenommen und – durch angeregte Stoffwechselprozesse – die Neustrukturierung im Narbengewebe aktiviert.
Zum anderen üben die Pads einen Gegendruck auf die Narbe aus und "simulieren" somit die verloren gegangene Hautspannung.
 

Klinische Studien beweisen: Hansaplast Narben Reduktion verringert in 95 Prozent der Fälle deutlich und dauerhaft die Sichtbarkeit und Spürbarkeit von geröteten und erhabenen Narben. Diese werden auf natürliche Weise flacher, heller, weicher und weniger sichtbar. Das Produkt wirkt sowohl bei frischen als auch alten Narben – im Gesicht und am Körper.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Wichtig: Vor der Anwendung von Hansaplast Narben Reduktion muss die Wunde vollständig geschlossen sein.
 

Eine Packung enthält jeweils 21 Pads sowie Fixierstreifen.
 

Information erhalten Sie unter der Gratis-Hotline 0800-190 120 oder im Internet unter www.narbenreduktion.at
 


 

Forscher entschlüsseln Allergien
Hautkrankheiten bei 23.000 Deutschen als Berufskrankheit anerkannt
 

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften http://www.badw.de/ hat einen Berichtband zum Thema "Allergie, eine Zivilisationskrankheit" herausgebraucht. Darin stellen Immunologen, Epidemiologen, Arbeitsmediziner und Psychologen den Stand zum Thema Allergien vor. Beschrieben werden nach Auskunft der Autoren die aus immunologischer Sicht an Allergien beteiligten Mechanismen der Körperabwehr des Menschen.
 

Im Zusammenhang mit einer erblichen Vorbelastung konnten in den vergangenen Jahren einige dafür wichtige Genorte identifiziert werden. Diskutiert werden auch die Risikofaktoren, die zum Ausbruch der Allergie aus klinischer Sicht beitragen können, etwa das so genannte passives Rauchen während der ersten Lebensmonate.
 

Thema in der Publikation sind auch Allergien am Arbeitsplatz. So führten 1998 in Deutschland Hautkrankheiten bei 23.000 Patienten zur Anzeige als Berufskrankheit. Vorgestellt werden epidemiologische Studien, die verschiedene Faktoren wie Sozialstatus, Familiengröße (Geschwistereffekt) und Kontakt zu Tieren untersucht haben. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass in einer Familie mit mehreren Geschwistern, häufiger Infektionskrankheiten im frühen Lebensalter auftreten. Dabei sinke gleichzeitig das Risiko an Heuschnupfen, allergischer Empfindlichkeit oder Hautleiden zu erkranken.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:49
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