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Genmutation führt zu Behandlungsresistenz bei Depression
Serotonin-Mangel im Gehirn

Bei depressiven Patienten ist zehnmal häufiger als bei gesunden Kontrollpersonen ein mutiertes Gen vorhanden, das für einen Serotonin-Mangel im Gehirn sorgt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Duke University http://www.duke.edu/ . Patienten mit dieser Mutation reagieren schlecht auf die gewöhnlich verschriebenen Antidepressiva, die über Serotonin wirken. Diese Erkenntnis suggeriert, dass die Mutation einem behandlungsresistenten Subtyp der Krankheit unterliegt.

Das mutierte Gen kodiert ein Gehirn-Enzym, das Serotonin produziert. Neun der 87 Depressionspatienten trugen das Gen, drei der 219 gesunden Personen und keiner der 60 Patienten mit einer manisch-depressiven Psychose. "Diese Entdeckung könnte zu einem Gentest für die Anfälligkeit für Depressionen dienen, sowie um vorherzusagen, welche Patienten gut auf Serotonin-selektive Antidepressiva reagieren", erklärt Thomas Insel, Direktor des National Institut of Mental Health (NIMH) http://www.nimh.nih.gov/ .

Die Forscher von der Duke Universität haben im Rahmen einer früheren Studie nachgewiesen, dass manche Mäuse eine kleine Variation in der Sequenz eines Gens haben, was zu 50 bis 70 Prozent weniger Serotonin führt. Damals vermuteten die Forscher, dass ein solches abweichendes Gen auch beim Menschen existiert und in Stimmungsschwankungen und Angststörungen involviert ist.

In der aktuellen Studie beobachteten die Wissenschaftler, dass eine ähnliche Gen-Variante des Menschen 80 Prozent weniger Serotonin in Zellkulturen produziert als die gewöhnliche Version des Enzyms. Mehr als zehn Prozent der 87 Patienten mit unipolarer Depression waren Träger der Mutation, im Vergleich mit einem Prozent der Kontrollgruppe. Die Experten unterstrichen die Komplexität derartiger psychischer Erkrankungen. Derzeit gehen sie von der Annahme aus, dass eine Depression zu 40 bis 70 Prozent erblich ist, aber ein Zusammenspiel verschiedener Gene mit Umweltfaktoren involviert.


 

Johanniskraut wirksam gegen Depressionen
Tryptophanabbau wird gehemmt

Wissenschaftlern von der Medizinischen Universität Innsbruck http://www.uibk.ac.at ist es gelungen, die Wirkungsweise des Johanniskrauts zu entschlüsseln. Johanniskraut gilt seit jeher als wirksames Mittel gegen Depressionen. Für die Entstehung und den Verlauf von Depressionserkrankungen sind Seratonin- und Tryptophanstoffwechsel entscheidend. Die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts unterdrücken die Störung des Tryptophanhaushaltes, indem sie die Zytokinproduktion hemmen.

Frühere Studien der Universität Innsbruck waren zu dem Schluss gekommen, dass es bei Infektionskrankheiten oder Krebs zu einem verstärkten Abbau der essentiellen Aminosäure Tryptophan kommt. Die Ursache dafür liegt im Immunsystem als Teil seiner zellteilungshemmenden Wirkungen. Je stärker das Immunsystem belastet ist, desto mehr ist die Verfügbarkeit des Tryptophans beeinträchtigt und umso wahrscheinlicher ist auch die Entstehung depressiver Stimmungslagen.

In-Vitro-Experimente mit peripheren mononukleären Blutzellen haben ergeben, dass Extrakte von Johanniskraut biochemische Prozesse unterdrücken, die durch den während der Immunreaktion gebildeten Botenstoff Interferon-gamma induziert werden. Die Johanniskrautextrakte hemmen massiv den Tryptophanabbau. Genau genommen hemmen die Inhaltsstoffe die Zytokinproduktion, was zur Unterdrückung jener Immunaktivierungskaskaden führt, die für die Störung des Tryptophanhaushalts und die damit verbundene Depressionsneigung bei verschiedenen chronischen Krankheiten verantwortlich ist.


 

Antidepressivum verändert Verhalten von neugeborenen Mäusen
Tiere können schlechter mit neuen Situationen umgehen

Mäuse, denen früh in ihrem Leben Prozac verabreicht wurde, entwickeln sich später zu erwachsenen Tieren mit emotionalen Problemen. Derzeit ist nicht erforscht, ob das Antidepressivum beim Menschen ähnliche Wirkungen hat. Die Ergebnisse werden jedoch laut NewScientist zur Debatte über die Gefahren von Prozac und anderen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRIs) für Kinder und Ungeborene beitragen. Der leitende Wissenschafter Jay Gingrich von der Columbia University http://www.columbia.edu argumentiert, dass diese Medikamente bei entsprechender Indikation eingenommen werden sollten. Es sei jedoch alarmierend, dass sie Risiken mit sich bringen können, die erst sehr viel später sichtbar würden. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science http://www.sciencemag.org veröffentlicht.

Die Forscher begannen vier Tage nach der Geburt Mäusen Prozac zu injizieren und setzten die Behandlung bis zum 21. Tag fort. Neun Wochen nach der letzten Injektion wurde mit den erwachsenen Tieren eine Reihe von Verhaltenstests zu Angst und Aggression durchgeführt. Es zeigte sich, dass Mäuse, die das Medikament erhalten hatten, von neuen Umgebungen eingeschüchterter waren und sich langsamer bewegten, um schmerzhaften Schocks zu entgehen. Laut Gingrich sind diese Tiere in neuen Situationen gehemmter. Auf den Menschen ungelegt, zeigten die Mäuse Anzeichen von Angst und Depression oder von emotionalen Problemen.

Gingrichs Forschungen legen nahe, dass sogar die vorübergehende Behandlung mit Prozac und potenziell mit anderen SSRIs zu dauerhaften, paradoxen Veränderungen führen kann. Obwohl das Medikament bei erwachsenen Tieren gegen Depressionen wirkt, scheint es bei Mäusen, die ihm als Neugeborene ausgesetzt waren, Depressionssymptome auszulösen. Es sei daher davon auszugehen, dass das unreife Nervensystem völlig anders auf das Medikament reagiere. Auch mit diesen Erkenntnissen bleibe es schwer zu entscheiden, ob Schwangere mit Depressionen derartige Medikamente einnehmen sollten. Depressionen ihrerseits bedeuteten laut Gingrich wieder ganz eigene Risiken für Mutter und Kind.


 

Depressionen erhöhen Herzrisiko
Direkter Einfluss auf automomes Nervensystem nachgewiesen

Eine Studie der Emory University http://www.emory.edu hat nachgewiesen, dass Menschen mit Depressionen eher zu einem unregelmäßigen Herzschlag neigen. Derartige Störungen des Rhythmus können plötzlich zum Tod führen. Es zeigte sich bei den an der Untersuchung teilnehmenden Zwillingen, dass die Schwere der Depressionen das Risiko direkt beeinflusste. Patienten mit Depressionen litten laut BBC http://www.bbc.co.uk wahrscheinlicher unter einer verringerten Herzfrequenz-Variabilität (HRV). HRV gilt als Maßeinheit für die Fähigkeit des Herzens, sich an verändernde Umstände anzupassen. Eine Verringerung bedeutet, dass das Herz in geringerem Ausmaß anpassungsfähig ist. Zusätzlich steigt das Risiko einer Arrhythmia.

Die Forscher untersuchten 50 männliche Zwillingspaare, die keine Anzeichen einer Herzerkrankung zeigten. Ihre Herzen wurden über den Zeitraum von 24 Stunden beobachtet. Zusätzlich wurden die Teilnehmer zu Symptomen oder einer depressiven Vorgeschichte befragt. Es zeigte sich, dass Menschen mit entsprechenden Symptomen eher eine verringerte Herzfrequenz-Variabilität (HRV) aufwiesen. Kein Zusammenhang konnte zwischen einer verringerten Herzfrequenz-Variabilität und einer depressiven Vorgeschichte hergestellt werden. Das legt nahe, dass Depressionen einen direkten Einfluss auf das automome Nervensystem haben. Der Wissenschaftler Viola Vaccarino erklärte, dass diese Ergebnisse darauf hinweisen, dass bereits schwache Depressionen einen negativen Einfluss auf das Herz haben können.
 


 

Herbst-Winter-Depression ist seltener als angenommen
Ursachen für die Saisonal Abhängige Depression unerforscht

Depressive Erkrankungen kommen ganzjährig vor und erleben in Herbst und Winter kein gehäuftes Auftreten. Lediglich die "Saisonal Abhängige Depression" (SAD), eine eher seltene Unterform depressiver Erkrankungen, tritt in diesen Jahreszeiten vermehrt auf. Betroffene entwickeln die SAD zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr (meist im Herbst). Etwa ein Prozent der Allgemeinbevölkerung leidet an dieser Form der Depression. Davon berichtet das Kompetenznetz "Depression Suizidalität" http://www.kompetenznetz-depression.de .

Als Symptome der SAD sind ein Erleben mangelnder Energie und verminderten Antriebs festzustellen, eine niedergedrückte Stimmung, Schuldgefühle und Freudlosigkeit. Im Gegensatz zu anderen Formen der Depression kommt es nicht zu Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, sondern - im Gegenteil - zu Heißhunger auf Süßes, wodurch Betroffene eher zu- als abnehmen. Ein weiterer Unterschied zur gewöhnlichen Depression mit hartnäckigen Schlafstörungen ist ein erhöhtes Schlafbedürfnis.

Über die Ursachen der SAD herrscht keine Klarheit. Ein Erklärungsversuch bezieht sich auf den Mangel an natürlichem Tageslicht sowie die verminderte Lichtintensität in den dunkleren Monaten. Der Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit verursacht biochemische Veränderungen im Gehirn, die mit verantwortlich für die Depression sein könnten. Licht beeinflusst die Produktion des körpereigenen Hormons Melatonin, das sich unter anderem auf den Schlaf-Wachrhythmus des Körpers auswirkt. Während der dunkleren Jahreshälfte ist die Melatoninproduktion erhöht, was bewirken könnte, dass sich manche Menschen schlapp und schläfrig fühlen.

"Wer mehr als zwei Wochen mehrere der genannten Symptome bei sich beobachet und darunter massiv leidet, sollte zur genaueren Abklärung auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen", rät Ulrich Hegerl, Psychiater an der Ludwig Maximilians-Universität München und Sprecher des Kompetenznetzes "Depression Suizidalität". Beim Arzt kann geklärt werden, ob es sich um eine Depression oder nur um eine Verstimmung handelt, so Hegerl. Normalerweise werden im Falle einer SAD Antidepressiva verabreicht, meist in Kombination mit einer Psychotherapie. Oftmals werden die Patienten auch einer Lichttherapie unterzogen, wo sie mit 10.000 Lux bestrahlt werden, was ihren Lichtmangel ausgleichen soll.


 

Scheinmedikamente bei Depressionen wirksam
Placebo verbessern Aktivität des präfrontalen Kortex
 

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien http://www.ucla.edu haben mittels Bildtechnologie festgestellt, dass Scheinmedikamente (Placebos) bei der Behandlung von Depressionen nahezu ebenso wirksam sind wie echte Antidepressiva. Scheinmedikamente scheinen dem Team um Andrew Leuchter zufolge bestimmte Areale in der Hirnrinde zu aktivieren, so ein Bericht der BBC http://news.bbc.co.uk . Die Wissenschaftler hoffen nun, dass Placebos auch die Heilungsrate der krankhaften Schwermütigkeit verbessert. Die Studie wurde im Fachmagazin American Journal of Psychiatry http://ajp.psychiatryonline.org veröffentlicht.
 

Für die Studie untersuchte Leuchter 51 Freiwillige mit schweren depressiven Störungen. Zehn jener 26 Patienten, die Scheinmedikamente erhielten, reagierten positiv auf die Behandlung. Dem stehen 13 von 25 Patienten gegenüber, die auf Antidepressiva reagierten. Damit sind laut den US-Forschern Medikamente mit antidepressiver Wirkung nur geringfügig besser. Den Effekt der Placebos stellte das kalifornische Team mit der so genannten quantitativen Elektroencephalographie fest, einem Verfahren, das die elektrische Aktivität des Gehirns misst. Bei den Probanden, die einen Placebo erhielten, stellten die Forscher eine gesteigerte Aktivität des präfrontalen Kortex fest. Diese Region steht mit dem Gedächtnis, der Informationsverwertung, Verhaltensmechanismen und der Aufmerksamkeit in Zusammenhang.
 

"Die Ergebnisse zeigen, dass es neben Medikamenten auch andere Wege zur Behandlung von Depresssionen geben muss", so Leuchter. Psychiater könnten somit in Zukunft bestimmen, welche Therapie bei Patienten die aussichtsreichste ist, erklärte der Forscher. Im nächsten Schritt will das Team untersuchen, mit welchen Mechanismen Scheinmedikamente wirken.
 


 

Vagusnerv-Stimulation holt aus depressiver Stimmung
Linderung der Beschwerden selbst zwei Jahre nach der Behandlung
 

Eine Langzeitstudie an 60 Patienten hat ergeben, dass eine Stimulation des Vagusnervs (VNS) die Symptome von chronischen und wiederkehrenden Depressionen mindern und teilweise vollständig beseitigen kann. Nach einem Jahr zeigten 27 Prozent der Patienten keine Symptome mehr, bei 45 Prozent linderten sich die Beschwerden der Betroffenen und bei mehr als der Hälfte war dies selbst nach zwei Jahren noch der Fall.
 

"Es besteht der Bedarf nach einer wirksameren Langzeitbehandlung, da 20 bis 30 Prozent der an einer Depression erkrankten Amerikaner auf derzeit verfügbare Therapien nicht ansprechen", erklärte Mark George von der Abteilung für Psychiatrie, Radiologie und Neurologie an der Medical University (MUSC) http://www.musc.edu . Bei dem Verfahren, wie es auch zur Behandlung von Epilepsie Einsatz findet, wird ein Gerät in den linken Brustraum implantiert. Das Gerät gibt schwache elektrische Stromstöße ab und reizt den linken Vagusnerv. Der Vagusnerv stimuliert 24 Stunden lang das limbische System, eine Gehirnstruktur - verantwortlich für Stimmung, Schlaf, Appetit und Motivation.
 

Ein zusätzlicher Vorteil der Vagus-Stimulation sei, dass diese im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung zu keinen Nebenwirkungen führt. Zu herkömmlichen Nebenerscheinungen zählen Gewichtszunahme, Verlust der Sexualfunktionen und Schlaflosigkeit. Weltweit sind mehr als 340 Mio. Menschen depressiv, davon 18 Mio. Amerikaner. Für die Betroffenen könnte die Vagus-Stimulation zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen.
 


 

Mit Depressionen richtig umgehen

Symptome wie Niedergeschlagenheit, Unlust, schlechter Schlaf, Angst oder sogar Gedanken an Selbstmord sind typisch für Depressionen. Gut oder schlecht gelaunt ist jeder, bei einer Depression gibt es jedoch extreme Ausprägungen. "Die Ursache dafür liegt entweder in der Lebensgeschichte des Patienten oder in ungelösten Konflikten. Oft ist die Ursache einem selbst gar nicht bewusst", sagt Dr. Christian Feinböck vom Österreichischen Roten Kreuz.

Die meisten Depressionen werden im Alter zwischen 30 und 35, sowie zwischen 50 und 70 Jahren registriert. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Eine Depression tritt immer wieder auf. Solche Krankheitsphasen können Wochen oder sogar Monate dauern.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Feinböck: "Es kann eine Neigung dafür in der Familie geben. Aber auch Krankheiten, die das Gehirn oder andere Organe befallen, können Depressionen auslösen. Weitere Auslöser sind aber auch Medikamente, Drogen, Alkohol, ein sehr einschneidendes Erlebnis oder auch Stress durch große berufliche Belastung."

Um Depressionen gar nicht entstehen zu lassen, hilft es manchmal, sich bewusst mit bestimmten Situationen auseinander zu setzen. Feinböck: "Intensives Nachdenken über sich selbst hilft, erfolgreiche Strategien zu entwickeln, mit denen innere Konflikte bewältigt werden können. Dafür gibt es Kurse, in denen ‚Konfliktmanagement' gelernt werden kann."

Wer schon an Depressionen leidet, kann selbst meist nicht viel dagegen tun. Er ist vielmehr auf die Unterstützung von Angehörigen angewiesen. Zuneigung ist gefragt, viel Liebe und Verständnis. "Manchmal bringt schon ein Gespräch über Depressionen Erleichterung. Ist aber einmal das Alltagsleben durch Depressionen beeinträchtig, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann pflanzliche Mittel, wie etwa Johanniskraut, oder in schwereren Fällen auch Antidepressiva verschreiben", so Feinböck.

Daneben ist aber auch eine psychotherapeutische Behandlung wichtig. Mit ihr kann der Ursache einer Depression auf den Grund gegangen werden. Feinböck: "Es ist kein persönliches Versagen, sich bei der Hilfe von seelischen Problemen auf die Hilfe anderer zu verlassen. Es ist vielmehr eine Möglichkeit, sich persönlich weiter zu entwickeln und gesund zu bleiben oder zu werden."
 


 

Schrittmacher soll aus Depression helfen
Implantiertes Gerät stimuliert Vagusnerv
 

Ein operativ implantierter "Schrittmacher" für das Gehirn wirkt bei Depressionen. Die Auswirkungen sind auch zwei Jahre nach einer Verpflanzung noch erkennbar, so die Ergebnisse einer Langzeit-Follow-up-Studie zur Überprüfung der Behandlungsmethode. Entwickelt wurde das Gerät von dem an der Nasdaq-notierten Unternehmen Cyberonics http://www.cyberonics.com . Die Stimulation des Vagusnerves (VNS) wird gewöhnlich zur Behandlung schwerer Formen von Epilepsie eingesetzt. Nachdem der Schrittmacher auch die Stimmung der Patienten positiv beeinflusste, startete Cyberonics eine Pilotstudie zum Einsatz bei Depressionen, berichtet die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist http://www.newscientist.com .
 

Bei 60 Prozent jener 60 Probanden, bei denen eine Verbesserung durch eine Therapie mit herkömmlichen Antidepressiva fehlschlug, trat eine positive Entwicklung durch den Schrittmacher ein. Bei jenen, die auf die häufigsten acht angewendeten Medikationen nicht reagierten, erzielte auch die Implantation keinen Erfolg. Die Überprüfung der Wirkung durch Mark George von der Medical University of South Carolina http://www.musc.edu und A. John Rush vom University of Texas Medical Center in Dallas ergab: Die VNS-Therapie war zwei Jahre lang wirksam. Jene Gruppe, die anfangs auf den Schrittmacher nicht reagierte, berichtete von einer Verbesserung der Depression.
 

Der Schrittmacher besteht aus einer Elektrode, die um den Vagusnerv im Nackenbereich gewickelt wird und einem Pulsgenerator. Der Pulsgenerator wird über eine Öffnung in der Brust eingeführt. Er stimuliert den Nerv in Abständen von 30 Sekunden und sendet Impulse an das limbische System – ein Gehirnareal, das auch für den Stimmungszustand verantwortlich ist. Welche Rolle nun der Schrittmacher in der Behandlung von Depression tatsächlich einnehmen wird, darüber sind sich die Experten nicht einig. "Vermutlich gibt es keinen weitläufigen Einsatz, da eine Operation notwendig ist und das Gerät ein Leben lang im Körper bleibt", erklärte Anthony Clear von der Abteilung für Neurobiologie am britischen Institut für Psychiatry. Zudem habe der Schrittmacher Nebenwirkungen, u.a. werden die Stimme des Patienten heiser, wie die Forscher auf dem Jahrestreffen des American College of Neuropsychopharmacology auf Hawaii berichteten.
 

Cyberonics führt derzeit eine internationale klinische Studie über die Wirkung des Schrittmachers gegen Depressionen durch. Die Resultate werden im Frühjahr 2002 erwartet.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:33:49
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