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Hier stellen wir Ihnen  Rezensionen aktueller Bücher vor......

Die Buchneuerscheinungen der Jahre 2000 - 2006.

 

  D (1)

 

D

 

Das Echolot

Das goldene Zeitalter

Das Klinsor Paradox

Das Leben im Krieg 1939 - 1946

Das Herzenhören

Das Mädchen im roten Mantel

Das Mädchen aus Mailand

Das sexuelle Leben der Catherine M.

Das Verschwinden der DDR

Der Bienenkönig

Der Blick unter die Haut

Der Detektiv-Report

Der Feuerberg

Der Heiler

Der König von Washington

Der letzte Akt

Der letzte Samurai

Der Medicus von Saragossa

Der melancholische Mörder

Der Mond über den Schokoladenbergen

Der Sommermörder

Der Gebrauch der Erinnerung

Der Rattenfänger von Hameln

Der Tag an dem ich.......

Der Zeitmörder

Denn Du trägst meinen Namen

Die 100 besten italienischen Rotweine

Die Erfinder des Todes

Die Fotografin

Die Ghana-Briefe

Die große Flucht

Die Inkas - Prinzessin der Sonne

Die Kunst des Küssens in Manhattan

Die Landkarte der Liebe

Die Päpstin

Die Unberührbaren

Die Verbrechen des Van Gogh

Die verspielte Revolution

Die wilden Zahlen

Die zweite Aufklärung

dim sum

Doktorspiele

Du bist mein Augenstern

Durch Mark und Bein

 


 

Das Herzenhören

Jan-Philipp Sendker


Roman
288 Seiten
Geb., € 19,90 [D] / € 20,50 [A] / sFr 33,60
ISBN 3-89667-192-8
Die junge New Yorker Rechtsanwältin Julia Win weiß, dass sie in Kalaw,
diesem malerischen
Dorf in den Bergen Birmas, nichts verloren hat. Noch nie in ihrem Leben hat
sie sich so fremd
gefühlt. Dennoch hat sie die beschwerliche Reise um die halbe Welt auf sich
genommen, weil
sie hofft, hier ihren Vater zu finden, der vor vier Jahren von einem Tag auf
den anderen und
ohne eine Nachricht zu hinterlassen verschwand. Ein vierzig Jahre alter
Liebesbrief hat sie auf
diese Spur gebracht.
Kurz nach ihrer Ankunft spricht ein alter Mann sie an, der behauptet, ihren
Vater zu kennen.
Julia ist misstrauisch und hält ihn für einen Betrüger. Aber woher kennt er
ihren Namen? Und
so viele Details aus ihrem Familienleben in New York? U Ba erzählt ihr dann
die Geschichte
ihres Vaters Tin Win: Seine Mutter hat ihn schon als Kind verlassen, weil
sie ihn als Un-
glücksbringer empfand. Darüber ist Tin Win blind geworden, hat dafür aber
die Gabe des Hö-
rens entdeckt; seine Ohren waren so empfindsam, dass er Schmetterlinge an
ihrem Flügel-
schlag erkannte, Bäume am Rascheln ihrer Blätter und Menschen an ihrem
Herzschlag. Später
hat er sich in Mi Mi verliebt, ein Mädchen von betörender Schönheit, aber
mit verkrüppelten
Beinen. Er hat sie auf seinem Rücken getragen und durch ihre Augen die Welt
erfahren. Es ist
eine Liebe gewesen, von der die Menschen in Kalaw noch heute reden, "eine
Liebe, die
Blinde zu Sehenden macht, die stärker ist als die Angst, und die den
Gesetzen der Zeit und des
Verfalls nicht gehorcht".
Julia hört diese Geschichte, in der es um den Einfluss der Sterne und die
Macht des Glaubens
geht, um Wunder und buddhistische Weisheiten - vor allem aber um die Kraft
der Liebe. Ihre
Verwirrung wächst von Stunde zu Stunde, ihre New Yorker
Selbstverständlichkeiten und
Gewissheiten gelten nicht mehr. Was U Ba ihr erzählt, passt so gar nicht in
das Bild, das sie
von ihrem Vater hat. Kann es sein, dass diese Liebe ein halbes Jahrhundert
überdauert hat? Ist
es möglich, dass Tin Win zu Mi Mi zurückgekehrt ist? Julia weiß noch immer
nicht, ob und
wie sie ihren Vater finden wird, aber sie weiß, dass sie ihn nie zuvor
besser verstanden hat
und ihm nie näher war als jetzt. Und dass sie bald am Ende ihrer Suche
angelangt sein wird.
Der Journalist Jan-Philipp Sendker, geboren 1960 in Hamburg, war von 1990
bis 1995
Amerika- und von 1995 bis 1999 Asien-Korrespondent des Stern. Nach einem
weiteren Ame-
rika-Aufenthalt ist er nach Deutschland zurückgekehrt und arbeitet als Autor
für den Stern. Er
lebt mit seiner Familie in Berlin. Bei Blessing erschien 2000 seine
eindringliche China-
Reportage Risse in der Großen Mauer.

 


 

Der Rattenfänger von Hameln

Mieder

edition praesens


 

Der Tote im Stall

Lisa Lercher

Milena - Verlag

Kriminalroman - Giftmelange 13 - Br., 216 S., € 12  / SFr 21,20


Der Tag an dem ich..........

Dobler

Westerngedichte - Kunstmann-Verlag / FR 32.40 / € 16.90


 

Der Gebrauch der Erinnerung

 


 

Die verspielte Revolution

Uwe Wesel

1968 und die Folgen


352 Seiten
Geb., € 21,90 [D] / € 22,60 [A] / sFr 37,-
ISBN 3-89667-190-1


Uwe Wesel kam 1968 nach Berlin, wurde Professor an der juristischen Fakultät
der Freien
Universität und war von 1969 bis 1973 erster Vizepräsident der FU, gewählt
von der linken
Fraktion. So geriet er in die Szene und lernte die linken Studenten kennen,
deren Aktionen das
Geschehen an der Universität weitgehend bestimmten. Er war einbezogen in die
turbulenten
Zirkel und blieb doch ein Außenseiter, der aber mit wachem Blick das
hektische Treiben ver-
folgte. Mitreißend und humorvoll schildert er als Zeitzeuge das Geschehen
jener Jahre und
analysiert, welche Auswirkungen diese Revolution auf die deutsche Politik
bis heute hat.
Dabei verknüpft er historische Fakten mit eigenen Eindrücken von markanten
Ereignissen und
Personen, er schildert präzise die optimistische Aufbruchsstimmung unter den
Studenten,
deren Aktivisten tatsächlich glaubten, sie könnten bald eine Revolution
organisieren mit einer
Räterepublik als Ziel. Wesel blickt weniger im Zorn als vielmehr höchst
amüsiert zurück auf
jene Jahre, in denen Kommunen und Wohngemeinschaften, Kinderläden und
antiautoritäre
Erziehung von den saturierten und verunsicherten Bürgern erbittert
kommentiert wurden.
So entsteht ein Panorama jener Zeit, die nicht nur von universitärem Klamauk
geprägt war,
sondern auch durch den Vietnamkrieg und das Wiedererstarken der braunen
Szene. Ausführ-
lich schildert Wesel den Sozialistischen Deutschen Studentenbund SDS und
seine wichtigsten
Protagonisten (Dutschke, Kunzelmann, Krahl u.a.) und versucht das Globale
der Studenten-
bewegung zu erklären. Weitere Themen: die Berufsverbote der 70er Jahre und
die ständige
Verschärfung des politischen Strafrechts, der Kampf gegen den Erzfeind Axel
Caesar
Springer, die Rote Armee Fraktion und die Bewegung 2. Juni, der Stammheimer
Prozess
gegen die RAF, der "deutsche Herbst" 1977 mit der Entführung der
Lufthansa-Maschine
"Landshut" und der Ermordung Hanns-Martin Schleyers, der Frankfurter
Häuserkampf und
die Hausbesetzerszene in Berlin, dazwischen der Zerfall der
Außerparlamentarischen Opposi-
tion, der APO, in verschiedene untereinander verfeindete Gruppen und der
Aufstieg einiger
Aktivisten auf dem "Marsch durch die Institutionen" in die rot-grüne
Regierung von 1998. -
Und er stellt immer wieder die Frage: Was ist geblieben von 1968?
Uwe Wesel, 1933 in Hamburg geboren, Studium der Philologie und der
Jurisprudenz. Bis
2001 Professor an der Freien Universität Berlin. Zahlreiche Publikationen,
darunter Fast alles,
was Recht ist, Der Honecker-Prozess, Geschichte des Rechts und Risiko
Rechtsanwalt (2001
bei Blessing). Lebt in Berlin.
 


 

Du bist mein Augenstern

 


 

Das Echolot  - Barbarossa '41

Walter Kempowski

Stalin war völlig überrascht, als am 22. Juni 1941 deutsche Kampfbomber angriffen. Bis zuletzt hatte die Sowjetunion alle Verpflichtungen erfüllt, die an den Hitler-Stalin-Pakt geknüpft waren. Hitler aber hatte den Angriff unter dem Decknamen „Fall Barbarossa“ von langer Hand geplant. Ein von beiden Seiten mit ungeheurer Brutalität geführter Zermürbungskrieg zeichnete sich ab. 3,5 Millionen deutsche Soldaten und 9 Millionen Rotarmisten verloren ihr Leben. SS, SD und Teile der Wehrmacht ermordeten zwei Millionen Juden in der Sowjetunion. Weitere 10 Millionen Menschen starben an Hunger, Krankheit oder Erschöpfung.

Seit 1980 hat Kempowski systematisch Quellen für sein Projekt einer „Geschichte von unten“ gesammelt, über 6500 Textdokumente, von einfachen Kladden bis zu mehrbändigen Tagebüchern. Von dieser einzigartigen Collage erfuhr auch Anatolij Platizyn, Deutschlehrer, Journalist und Übersetzer in Moldawien, der den Krieg als Kind in der Ukraine miterlebte und später Pressesprecher von Alexander Lebed wurde. Im Brief mit Kempowski entwickelte sich die Idee, in den neuen Echolot-Band verstärkt Stimmen aus der ehemaligen Sowjetunion einzubeziehen.

Barbarossa ‘41 zeigt die Schrecken des Krieges aus wechselnden Perspektiven: menschenverachtende Politiker kommen ebenso zu Wort wie ranghohe Militärs, Intellektuelle ebenso wie einfache Zivilisten und Soldaten. Da ist der Lazarettarzt, der pausenlos operieren und amputieren muss, da ist der Divisionspfarrer, der den Massenmord an Juden in der Babi-Jar-Schlucht bei Kiew miterlebt, und da sind schließlich die hungernden Frauen und Kinder im belagerten Leningrad. Entstanden ist so ein erschütterndes Mosaik des Krieges über alle Grenzen hinweg.

Walter Kempowski geboren 1929 in Rostock, 1948 von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er acht Jahre in Bautzen verbüßte. Er lebt in Nartum bei Bremen, wo er Schriftstellerseminare gibt. Romane: u.a. Tadellöser & Wolff (1971), Ein Kapitel für sich (1975), Aus großer Zeit (1978), Herzlich willkommen (1984) oder Heile Welt (1998). Seine monumentalen Collagen Das Echolot (1993) und Das Echolot. Fuga Furiosa (1999) wurden zum literarischen Ereignis.

 

Ein kollektives Tagebuch

736 Seiten

Geb., €49,90 {DJ 1€ 51,40 [ / sFr 86,00

ISBN 3-8135-0205-8

KNAUS VERLAG, München

 


 

Der Blick unter die Haut

Sherwin Nuland

Der Weg der Medizin von der Magie zur Wissenschaft — und zurück

 „Der ist der erfolgreichste Heuer, dem die Menschen am meisten vertrauen.“ Sherwin Nuland zeigt, dass dieser Satz, den der Arzt Galen im 2. Jahrhundert geprägt hat, auch im Zeitalter der Hightech-Medizin nichts von seiner Gültigkeit verloren hat.

Unsere frühen Vorfahren stellten sich die inneren Organe als lebendige Kreaturen vor, als Wesen mit eigenen Launen, die wanderten, wohin sie wollten. Noch für Platon war die Gebärmutter „ein Lebewesen in einem Lebewesen, das mit schmerzlichem Unwillen allerwärts im Körper umherschweift“.

Sherwin Nuland kennt die menschlichen Organe so gut wie kaum jemand — aus seiner Arbeit als Chirurg und in seiner Eigenschaft als Medizinhistoriker. Beide Aspekte gehen in diesem Buch eine Verbindung ein und machen die „Chroniken“ der einzelnen Organe — d. h. die er zählerische Zusammenfassung des verfügbaren Wissens, von den mythischen Anfangen bis hin zu den heutigen Schamanen der Molekularmedizin — so anschaulich und überzeugend. Es ist ein Stoff, der viele Überraschungen birgt, reich an abstrusen Theorien und kuriosen Experimenten ist und mit eindrucksvollen historischen Figuren vertraut macht.

Hat die Medizinwissenschaft ihr magisches und mythologisches Erbe vollständig überwunden? Nuland ist nicht dieser Meinung. Für ihn gehört die Magie auch heute noch zum Heilen wie in allen früheren Epochen. Sie erscheint lediglich in anderer Gestalt.

Nuland lenkt in diesem Buch den Blick tief unter die Haut und beleuchtet die Organe Magen, Leber, Milz, Herz und Gebärmutter auf ungewöhnliche Weise — in einer Mischung aus Mythen, Folklore und Medizingeschichte, einer Fülle von lebendigem Detailwissen und packenden Fallgeschichten.

Sherwin Nuland hat eine Professur für klinische Chirurgie und Medizingeschichte an der Universität Yale. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter den mehrfach preisgekrönten Bestseller Wie wir sterben (1994), der in 16 Sprachen übersetzt wurde. Nuland lebt in Connecticut.

Aus dem Amerikanischen von Enrico Heinemann und Werner Roller

320 Seiten  / Geb., € 22,90 [ 1€ 23,60 [ / sFr 40,20 / ISBN 3-89667-094-8

KARL BLESSING VERLAG, München


 

Der Heiler

Petra Werner

Tuberkuloseforscher Friedrich F. Friedmann

Beflügelndes Fieber, Stickfluß, Wiener Krankheit — die Liste der Namen für die Tuberkulose ist lang, ebenso wie die Liste ihrer Opfer: sie heißen Rousseau, Chopin, Novalis, Paganini, und Orwell. Lungentuberkulose macht blaß, traurig und interessant, Gottfried Benn schrieb Gedichte darüber, Verdi brachte sie als rauschendes Fest auf die Bühne. Bis heute gibt es keinen Langzeitschutz gegen die Krankheit. Auch der jüdische Arzt Friedrich F. Friedmann (1 876-1953) hat Zeit seines Lebens gehofft, eine Heilung und Immunisierung erreichen zu können. Mit einem Serum aus Keimen infizierter Schildkröten gewann er in Deutschland und den USA größte Aufmerksamkeit, bevor er mit riskanten Experimenten seinen Ruf aufs Spiel setzte. Thomas Mann gehörte zu Friedmanns Bewunderern. Zunächst von bedeutenden Gelehrten unterstützt, wurde er später als »Geschäftsmann« diffamiert und von der nationalsozialistischen Schulmedizin aus Deutschland vertrieben. Sein Leben ist geprägt von vielen Stationen, das Buch folgt seinen Spuren.

Die Seuchen kehren zurück und Friedmanns Methoden werden wieder diskutiert. Professor Kaufmann, Direktor des Max-Planck-lnstituts für Infektionsbiologie, stellt in seinem Essay den Bezug her zum heute aktuellen Tuberkuloseproblem.

Petra Werner, Schriftstellerin, Biochemikerin und Wissenschaftshistorikerin hat ein spannendes Kapitel der Medizingeschichte recherchiert. Sie arbeitet in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und lehrt an der Technischen Universität Berlin.

DVA  / Koehler & Amelang  / € 19,90 / 300 Seiten

Frühjahr 2002

 


 

Der melancholische Mörder

Emmanuel

An Tabucchis unfreiwillige Helden erinnert der Killer wider Willen Leonard Gründ, der sich gemeinsam mit dem Opfer auf den Weg macht, um die Tat zu verhindern. Ein hintersinniger Krimi voll subtilem Witz.

Kunstmann-Verlag

€ 16.90

 


 

Durch Mark und Bein

Kathy Reichs

Roman

Aus dem Amerikanischen von Klaus Berr

An einem sonnigen Oktobertag wird Tempe Brennan zum Schauplatz eines Flugzeugabsturzes in North Carolina gerufen, wo sie ein Horrorszenario erwartet. Die Bergung und Identifikation der Opfer wird ein grausiges Puzzlespiel, das selbst der hart gesottenen forensischen Anthropologin einiges abverlangt.

Erschöpft sucht Tempe einige Tage später Erholung in einem kleinen Waldstück abseits der Unglücksstelle und beobachtet ein Rudel Kojoten, die sich um einen menschlichen Fuß balgen. Beherzt rettet sie das Beweisstück. Bei der Analyse macht Tempe jedoch die sonderbare Entdeckung, dass er nicht zu einem der Passagiere gehören kann. Woher kommt dann aber der Fuß? Ihr Verdacht richtet sich schnell auf ein altes verlassenes Haus in der Nähe der Absturz- stelle, doch zu weiteren Nachforschungen kommt sie nicht, denn sie wird ohne Begründung, aber offenbar auf Veranlassung höchster Stellen von der Untersuchung ausgeschlossen. Nur der raubeinige weibliche Sheriff des Counties, Lucy Crowe, und Primrose Hobbs, eine alte Mitarbeiterin des pathologischen Instituts, halten zu ihr. Bei einem Spaziergang zu dem geheimnisvollen Haus machen sie einen verdächtigen Fund: Die Erde unterhalb der Gartenmauer ist nachweisbar durch Leichenflüssigkeit verseucht und von Maden befallen.

Nach wie vor stimmen die Behörden unter fadenscheinigen Begründungen einer Hausdurchsuchung nicht zu, doch damit haben die Schikanen gegen Tempe noch kein Ende. Sie wird fast von einem Auto überfahren, ihr Pensionszimmer wird verwüstet, und ihr Vorgesetzter kündigt ihr schwere disziplinarische Maßnahmen an. Dennoch gibt Tempe, die sich mittlerweile sicher ist, einem großen Verbrechen auf der Spur zu sein, nicht auf. In der Bibliothek stößt sie auf einen seltsamen Sachverhalt, der sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Counties zieht: Immer dann, wenn einer der Honoratioren starb, verschwand kurze Zeit darauf ein älterer Mensch aus der Gegend spurlos. Alle Hinweise fuhren direkt an einen Ort —jenes düstere Haus im Wald. Als in den Erdresten von der Gartenmauer ein identifizierbares Zahnfragment gefunden wird, kann Lucy Crowe endlich aktiv werden. Im Kellergewölbe des Hauses werden die Skelette von acht Leichen gefunden — und einige von ihnen haben Schnitte am Oberschenkelknochen, die eine grausige Vermutung nahe legen

Kathy Reichs wurde in Chicago geboren. Sie unterrichtet an der University of North Carolina und ist eine von nur fünfzig zugelassenen forensischen Anthropologen in Kanada und den USA. Ihre Romane Tote lügen nicht, Knochenarbeit und Lasst Knochen sprechen erklommen die Bestsellerlisten und wurden auch in Deutschland zu großen Erfolgen.

416 Seiten

Geb., € [ 22,90 / € [ 23,60 / sFr 40,20

ISBN 3-89667-197-9

KARL BLESSING VERLAG, München

 


 

Die große Flucht

Guido Knopp


 

Die Fotografin

Chaplet, Die Fotografin           

In Frankfurt hat eine Buchhändlerin Selbstmord begangen, in

Südfrankreich wird die Leiche einer Fotografin entdeckt - neben beiden

eine Waffe von dubioser Herkunft: Das ist ein Fall für Staatsanwältin

Karen Stark, auch wenn ihre Behörde sie in Zwangsurlaub schickt…..

 

FR 39.30 / EUR 21.90            (97292)

VERLAG ANTJE KUNSTMANN

 


 

Der Bienenkönig

Mick Jackson

Eine Bande von fünf frechen Jungs erlebt den Zweiten Weltkrieg als Zeit voller Freiheit und Abenteuer. Sie machen Jagd auf deutsche Spione, und auf dem Dach der Dorfkirche spielen sie mit Pflaumen Schiffe versenken. Als der Krieg zu Ende ist, sitzen plötzlich schweigsame fremde Männer, die ihre heimgekehrten Väter sein wollen, am Abendbrottisch, und das Leben dreht sich nur noch um sie.

All das ändert sich jedoch mit der Ankunft des „Bienenkönigs“, eines schweigsamen Imkers, der nichts mit den erwachsenen Bewohnern zu tun haben will. Doch gegenüber den Jungen ist er wie ausgewechselt. Sie werden herzlich empfangen und so ernst genommen wie von niemandem zuvor. Der Bienenkönig erklärt ihnen den Bienenstaat als perfekt organisierte Gemeinschaft: Die Jungen lernen staunend, dass der Bienenstock gleichermaßen der Monarchie und dem Kommunismus als Modellgesellschaft diente. Sie hören Bienengeschichten nach Plato, üben beim Honigkuchenbacken, wie Teamwork funktioniert, und zu guter Letzt studieren sie auch noch den Wackeltanz ein, mit dem die Bienen kommunizieren.

Durch die Bienen bekommt ihr ereignisloses Leben einen Sinn, und auch die Eltern bemerken bald die Veränderung. Als der sonst so stille Lewis die Lehrerin durch die Frage, ob sie Monarchistin oder Kommunistin sei, in hysterische Zustände versetzt, rüsten sich die Eltern zu einem chaotischen, aber folgenreichen Aufstand. Doch der Bienenkönig, der mit der Dorfgemeinschaft sowieso noch eine alte Rechnung offen hat, rächt sich

Mick Jackson 1960 in Lancashire geboren, studierte Theaterwissenschaften und arbeitete als Dokumentarfilmer. Sein erster Roman Der Untergrundmann, erschienen 1997 im Knaus Verlag, 1999 bei btb, stand auf der Vorschlagsliste für den Booker Prize und den Whitbread First Novel Award und gewann den Royal Society of Authors‘ First Novel Award. Jackson lebt in Brighton, wo er während der Arbeit an Der Bienenkönig selbst begann, Bienen zu züchten.

Roman / Aus dem Englischen von Gerald Jung  / 304 Seiten

Geb., € 21,90 [ 1€ 22,60 [ / sFr 38,50

ISBN 3-8135-0198-1

KNAUS VERLAG, München

 


 

Doktorspiele

 

Eichborn Verlag

Dr. Gert Postel:

Geständnisse eines Hochstaplers

Gert Postel ist gelernter Briefträger — seine Leidenschaft aber gilt dem Arztberuf, den er auch immer wieder ausübte. In seinem Buch “Doktorspiele — Geständnisse eines Hochstaplers“ (Eichborn Verlag) berichtet er von seinen spektakulärsten “Streichen“. Sie ermöglichten ihm, anderthalb Jahre als Oberarzt in der psychiatrischen Abteilung des Sächsischen Krankenhauses in Zschadraß zu arbeiten, mit Ministerialien im Dresdner Sozialministerium um Leitungspositionen zu verhandeln, psychiatrische Gutachten für sachsische Schwurgerichte zu schreiben, eine Privataudienz beim Papst zu erhalten und wahrend seiner Flucht Polizisten zum Narren zu halten.

Dieses Buch gibt nicht nur die amüsanten Memoiren eines geläuterten Schwindlers wider, dessen sprachliches und menschliches Einfühlungsvermögen so weit geht, dass er immer wieder “Kollegen“ von sich überzeugte und Juristinnen bezirzte. Es ist nicht nur die kurzweilige Erzählung eines Meisters der Verstellung, der mit Witz, Chuzpe und souveränem Auftreten (und einer gewissen Nonchalance gegenüber den Strafgesetzen) seine Vorstellung von akademischen Weihen und gesellschaftlicher Anerkennung verwirklichen wollte.

Sondern es ist auch eine doppelbödige Hommage an seine enttäuschte Umgebung: an Anwälte, Politiker, Mediziner, Psychotherapeuten, Richter, Sachverständige, Freundinnen, kurz: an alle, die die unglaubliche Karriere des Dr. Gert Postel erst möglich gemacht haben.

Authentisch und überraschend — die literarischen Bekenntnisse des charmanten Hochstaplers Gert Postel.    

Doktorspiele - Geständnisse eines Hochstaplers         

Eichborn Verlag          

200 Seiten, gebunden mit Fotos

DM 36,-; sFr 33,-; öS 263,-; ab 1.1.2002: Euro 18,90 ISBN 3-8218-3917-1         

 

 

 

 


 

Die Verbrechen des Van Gogh

José Pablo Feinmann

Sein oscarverdächtiges Thriller-Drehbuch erprobt Fernando Castelli erst einmal auf seine Tauglichkeit. Leichen pflastern seinen Weg zum Ruhm, ein paar Ohren sind seine Trophäen: Eine hinreissende Romanparodie auf die blutrünstige Massenkultur.

Kunstmann   ISBN- 3-88897-277-9


 

Das sexuelle Leben der Catherine M.

Catherine Millet

Goldmann  ISBN  3-442-30964-6


 

Das Klingsor Paradox

Jorge Volpi

Ein Rätsel
 
Ein Mann im Zwiespalt
zwischen der Wissenschaft
und dem Bösen, zwischen Liebe
und Sex, zwischen Wahrheit und Lüge.
 
Das Klingsor-Paradox ist zugleich Spionage-
roman und Geschichte der Quantenphysik,
ein Thriller, der im Nazideutschland spielt, und
eine Geschichte über den Zufall im 20. Jahr-
hundert, ein metaphysisches Spiel mit dem Leser
und ein Roman über die Verwandlung der Wahr-
heit in einer Zeit von Verrat und Ungewissheit.
 

 

Klett-Cotta  ISBN 3-608-93066-3


 

Die Erfinder des Todes

Val McDermid

"Ich werde sie abschreiben, werde ihre Namen mit Blut schreiben und laut und klar meine Botschaft hören lassen.
Sie sind selbst verantwortlich für ihr Unglück, das werde ich sagen. Lebe nach dem Wort, stirb nach dem Wort."
 
Drei der erfolgreichsten Thrillerautoren der Welt werden tot aufgefunden, ermordet nach exakt den Szenarien, die sie in ihren Büchern entwarfen. Profilerin Fioana Cameron fällt es schwer, ihren berühmten kühlen Kopf zu bewahren, - denn ihre große Liebe schreibt Bestseller ersten Ranges.......
 
Eiskalt und mt hintergründigem Geschick geht Val McDermid in ihrem neuen großen Spannungsroman der eigenen Spezies an den Kragen - so hautnah, dass dem Leser der Atem stockt.

 

Droemer  ISBN 3-426-19567-4


 

Die Inkas  Prinzessin der Sonne

Antoine B. Daniel

Hoffmann und Campe, ISBN 3-455-01388-0


 

Die 100 besten italienischen Rotweine

Burton Anderson

Heyne, ISBN-3-453-17680-4


 

dim sum

Vicki Liley

Heyne, ISBN-3-453-17679-0


 

Der Feuerberg

Stanley Williams

C.Bertelsmann, ISBN-3-570-00540-2


 

Der Sommermörder

Nicci French

Es ist heiß in diesem Sommer in London, ungewöhnlich heiß, und die Stadt heizt sich täglich mehr auf. Der Jahrhundertsommer, am Anfang freudig begrüßt, wird langsam zur Qual. Die Menschen sind wie unter einer Glocke gefangen.
 
Nur einer genießt die Hitze.
 
Er beobachtet die heißen Körper der Frauen. Er riecht sie, er prägt sie sich ein, er ergötzt sich an ihrer schweißnassen Haut. Heimlich.
 
Ein Mann, der in diesem Sommer Frauen terrorisiert und scließlich ermordet, versetzt die Polizei in hektische Aufregung.
Doch der Sommermörder ist immer eine Spur schneller - bis er an sein drittes Opfer gerät. Dieses eine Mal hat er seine Macht überschätzt.
 
 

 

Bertelsmann-Verlag, ISBN-3-570-00304-3


Der Detektiv-Report

 

Detektive sind die James Bonds
 
für den Mann von der Straße. Bei ihrer Suche nach Ehemännern, Schwarzarbeitern und anderen Betrügern erleben sie oft ihre blauen Wunder ...
 
Für das Scheidungsverfahren braucht Frau A den Beweis, dass ihr Ehemann untreu war.
Eine Bank will endlich ihr Geld von Herrn B zurück, der seit Monaten nicht mehr auffindbar ist. Die Firma C will einen Mitarbeiter loswerden, der während ausgiebiger Krankenstände
sein Wochenendhäuschen renoviert.
Sie alle melden sich bei einem Privatdetektiv. Der soll ihnen die Unterlagen und Beweise bringen, die sie vor Gericht brauchen. Dass das nicht immer ganz einfach und nicht immer ganz legal ist gehört zum Job. Und das macht die Arbeit mit Mikrofon, Videokamera und Cornputer auch  so spannend.
 
Wie spannend, das zeigt Bernhard Maier in seinem Insider Report.
 
- Die besten Storys aus, Österreich und Deutschland
- Ein Insider Report voll Daten und Fakten
- Mit praktischen Tipps für zukünftige Auftraggeber
 
ISBN 3-8000-3821-8, Verlag Carl Ueberreuter

 

 


Das goldene Zeitalter

 

Gore Vidal

DAS GOLDENE ZEITALTER

Roman

Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz

576 Seiten

Geb., € 27,- / DM 54,- / öS 394, / sFr 48,20 (*unverbindliche Preisempfehlung)

ISBN 3-8135-0181-7

KNAUS VERLAG, München

Das goldene Zeitalter ist der krönende Abschluss von Gore Vidals viel gerühmtem Roman- zyklus über die Geschichte der USA, seines Heimatlandes, dem er zeitlebens kritisch gegen überstand. In seinen vorangegangenen sechs Romanen über das amerikanische Imperium — Burr, Lincoln, 1876, Empire, Hollywood und Washington, D.C.— hat er ein lebenswahres Porträt der amerikanischen Nation seit ihrer Gründung entworfen. Vidals faszinierender neuer Roman schildert das politische und kulturelle Leben in den Staaten von 1939 bis 1954, als zwei epochale Ereignisse — Zweiter Weltkrieg und Kalter Krieg — das Selbstverständnis der USA von Grund auf veränderten. Die vom Isolationismus geprägte Republik mutierte zu einem die Welt beherrschenden Imperium.

Kritische Zeugen dieser Wandlung sind in Vidals Roman Caroline Sanford und ihr Neffe Peter, beide Zeitungsverleger in Washington. Sie verfolgen die meisterhaften, nicht immer ganz legalen Schachzüge des Präsidenten Franidin D. Roosevelt, der seine kriegsunwilligen Landsleute von der Notwendigkeit der Teilnahme am Kriegsgeschehen überzeugen musste, und später die Aktivitäten seines Nachfolgers Harry S. Truman, der die Nation auf eine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Kommunismus einschwor. Die beiden Sanfords begleiten die politischen Vorgänge mit ausgeprägter Skepsis, obgleich sie einsehen müssen, dass diese politischen Aktivitäten, die sie bekämpfen, ihrem Land zu einer neuen einflussreichen Stellung in der inter nationalen Staatengemeinschaft verhelfen.

„Vidals einzigartige Fähigkeit, eine ganze Epoche der amerikanischen Geschichte lebendig werden zu lassen, zeigt sich in seinem neuen Roman wiederum in voller Blüte.“ New Yorker

Gore Vidal wurde 1925 geboren. Als Autor von 22 Romanen, fünf Theaterstücken, vielen Filmdrehbüchern, Kurzgeschichten und über 200 Essays zählt er zu den wichtigsten Vertretern der amerikanischen Literatur. Für United States: Essays 1952 — 1992, eine Sammlung seiner Kritiken, erhielt er den National Book Award. Gore Vidal war mit nahezu der gesamten Prominenz des Nachkriegsamerikas, den Kennedys und den Gores, Tennessee Williams und Jack Kerouac, Cary Grant und anderen Hollywood-Stars, vertraut und veröffentlichte 1996 seine Memoiren Palimpsest. Bei Knaus erschien 2000 Gore Vidals Essayband Das ist nicht Amerika!. Der Autor lebt in Ravello und Los Angeles.

 


 

Die Kunst des Küssens in Manhattan

 

David Schickler

DIE KUNST DES KÜSSENS IN MANHATTAN

Ein Roman in elf Episoden

Aus dem Amerikanischen von Barbara Heller

288 Seiten

Geb., € 21,- /DM 42,-! öS 307,_* / sFr 37,80 (*unverbindliche Preisempfehlung)

ISBN 3-89667-167-7

KARL BLESS1NG VERLAG, München

Eine Hand voll New Yorker wohnt in einem altmodischen Apartmenthaus auf der Upper West Side, direkt am Riverside Drive. So unterschiedlich wie diese Menschen selbst sind auch ihre Lieblingsbeschäftigungen: Einer verbringt seine Abende am liebsten allein in einem Restaurant und genießt dort Opossum oder Klapperschlange, ein anderer macht zur selben Zeit die Bekanntschaft makelloser Frauen. Doch was sie verbindet, ist eine unerfüllte Sehnsucht nach der großen, wahren Liebe.

James Branch ist einer der Bewohner. Er arbeitet als Buchhalter an der Wall Street. Tagsüber spricht er mit fast niemandem, doch jede Nacht erzählt er Otis, dem Fahrstuhl jenes Gebäudes, ausgiebig, was er erlebt hat. Otis erfährt daher als Erster, dass James auf einer der wilden Parties seines reichen Mitbewohners Patrick eine Frau namens Rally kennen gelernt hat — vielleicht die Frau, deren Erscheinen ihm vor kurzem ein rätselhafter Edelsteinhändler angekündigt hat? James hatte nie etwas zu schaffen mit den unzähligen schönen Frauen, die im Abendkleid hinter Patricks Tür verschwinden und Stunden später in einem Jogginganzug fluchtartig die Wohnung verlassen. Doch mit Rally scheint das anders, und dies verändert auch das Leben des arroganten, erfolgsverwöhnten Patrick

Auch Jacob und Rachel leben im Preemption Building. Sie sind seit vielen Jahren verheiratet, auf den ersten Blick ein normales, konservatives Ehepaar. Doch sie pflegen ein seltsames Ritual: Seit ihrer Hochzeitsnacht, in der Jacob einem Stinktier zum Opfer fiel, badet ihn seine Frau — ausnahmslos an jedem Abend, selbst wenn sie an diesem Tag ein Kind zur Welt gebracht oder er sie betrogen hat. Doch als Rachel in einem Moment der Schwäche einer befreundeten Klatschreporterin von ihrer intimen Gewohnheit erzählt und die prompt einen Artikel über „Die Legende von Jacobs Bad“ schreibt, ist nichts mehr so, wie es mal war.

Mit trockenem Humor, profunder Kenntnis des Balzverhaltens der New Yorker und einem so unbestechlichen wie liebevoll-ironischen Blick auf menschliche Schwächen erzählt David Schickler von Heiratsanträgen, erotischen Avancen im Fahrstuhl und zarten Gesten tiefer Zuneigung. Er errichtet ein verzaubertes Großstadtgebäude, hinter dessen Türen so manche Überraschung wartet.

David Schickler ist 30 Jahre alt, studierte Politologie und Literatur und unterrichtete Englisch. Heute wohnt er in Manhattan und schreibt an einem neuen Roman.

 

 


Die Landkarte der Liebe

Mit ihrem zweiten Roman Die Landkarte der Liebe ist Ahdaf Soueif eine episch erzählte, vielschichtige Geschichte über ihre Heimat Ägypten gelungen. Sie erzählt von einer grossen Liebe zwischen Okzident und Orient in der ausgehenden viktorianischen Ara, die ihre Entsprechung am Ende dieses bewegten 20. Jahrhunderts findet. Die Erzählung umspannt das ganze Jahrhundert, sie führt in ausführlichen Rückblenden vom modernen Ägypten zu den tiefen Wunden, die während der Kolonialzeit geschlagen wurden und die bis heute nicht verheilt sind. Kunstvoll wie in einem prächtigen orientalischen Teppich verknüpft Ahdaf Soueif die Fäden dieser Geschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Als die junge Amerikanerin Isabel einen braunen Koffer mit Erinnerungsstücken, Tagebüchern und Briefen in arabischer Sprache, die ihre Urgrossmutter Anna hinterlassen hat, von New York nach Ägypten bringt, um aus ihrer Geschichte einen Dokumentar-Film zu machen, ahnt sie nicht, wie eng ihr eigenes Schicksal mit der Familie, die ihr helfen soll, die Dokumente zu ordnen, datieren und die arabischen Briefe zu übersetzen, verknüpft ist. Omar, ein weltbekannter Stardirigent, den lsabel in New York kennen gelernt hat, bittet seine in Kairo lebende Schwester Amal, Isabel bei der Recherche zu helfen und Kontakte in Kairo zu ermöglichen. Amal beginnt die Briefe und Tagebücher von Anna zu lesen und wird von Annas Leben völlig in Bann gezogen.

Anna, eine Lady aus der viktorianischen Gesellschaft, die nach kurzer Ehe früh verwitwet ist, reist nach um dort Ablenkung von ihrer Trauer zu finden: Sie trifft auf die größtenteils bornierte Gesellschaft der damaligen Kolonialherren, ist jedoch entschlossen, sich selbst ein Bild von diesem Land und seinen Bewohnern zu machen. Verkleidet als Mann und in Begleitung eines ägyptischen Dieners, macht sie sich auf die Suche nach dem „wahren“ Ägypten, mit dem sie in der konventionellen Gesellschaft mit ihren Dinners, Bällen und Empfängen nicht in Berührung kommen kann. Auf einem dieser Ausflüge wird sie als politische Geisel entführt und gerät in die Wirren der damaligen Zeit. Auch für die Entführer ist es ein Problem, eine Frau als Geisel zu haben, denn eigentlich sollten die Kolonialherren unter Druck gesetzt werden, um der Forderung nach Freilassung eines verhafteten Mitglieds der verächtlich „Debattierclub“ genannten ägyptischen Opposition Nachdruck zu verleihen. In der Gefangenschaft lernt Anna zunächst Layla ‚ die Grossmutter von Amal und die Ehefrau des verhafteten Oppositionellen kennen. Und sie trifft den Anwalt Sharif, den Bruder von Layla, einen führenden Kopf der Opposition, der ihrer grosse Liebe werden wird. Gegen alle Konventionen heiraten sie, bekommen eine Tochter und Anna lebt in Kairo, bis Sharif einem Anschlag zum Opfer fällt. Sie kehrt mit der Tochter, die die Grossmutter von lsabel sein wird, nach Europa zurück. Hier verlieren sich die Familiengeschichten, bis der braune Koffer sie wieder zusammenbringt.

Die beiden Liebesgeschichten zwischen Okzident und Orient haben erstaunlich schlüssige

Parallelen, auch wenn sie nahezu ein Jahrhundert trennt. Die Arroganz des Westens, die sich zu

Beginn des Jahrhunderts in einer Haltung der absoluten Überlegenheit gegenüber den

„afrikanischen Untermenschen“ zeigt, findet ihre Entsprechung auch heute.

Ahdaf Soeif wurde 1950 in Kairo geboren, wuchs in Ägypten und England auf und lebt heute mit Mann und Kindern abwechselnd in Kairo und London.

Ahdaf Soueif

Die Landkarte der Liebe

Originaltitel: The Map of Love

DM 48.— / öS 3 50.-

Kremayr & Scheriau Verlag

Verlagsgruppe Bertelsmann GmbH

 

 

 


Der Letzte Samurai

Helen DeWitt

DER LETZTE SAMURAI

Roman

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

512 Seiten

Geb., ca. € 24,90 / DM 49,80 / öS 364,_* / sFr 44,60 (*unverbindliche Preisempfehlung)

ISBN 3-89667-155-3

KARL BLESSING VERLAG, München

London, Circle Line: Der vierjährige Ludo sitzt mit seiner Mutter Sibylla seit Stunden in der U-Bahn und dreht Runde um Runde durch die Stadt, denn Sibylla, die ihren Unterhalt mühselig mit dem Abtippen von Zeitschriften verdient, kann sich die Heizkosten für ihr kleines Häuschen nicht leisten. Außer einem Stoffgorilla, einer Riesenkampfschildkröte aus Plüsch und einer kleinen Gummimaus hat Ludo auch Lektüre dabei: Homers Odyssee (im altgriechischen Original), 30 Märchen aus Tausendundeiner Nacht (Arabisch), Ovids Metamorphosen (Latein) sowie Algebra leicht gemacht. Für die anderen Fahrgäste Grund genug zum Staunen, denn der Knirps, der sich da mit Feuereifer durch seine kleine Bibliothek ackert, ist ganze vier Jahre alt.

Ludo ist ein Wunderkind. Seine Mutter Sibylla, die sich nach einem abgebrochenen Studium mehr recht als schlecht durchs Leben kämpft, liebt ihn über alles, aber oft treibt er sie an den Rand der Verzweiflung. Mit fünf zum Beispiel, als er ihren (und seinen) Lieblingsfilm Die sieben Samurai zum Anlass nimmt, Japanisch zu lernen. Oder im Alter von sechs, als er eingeschult wird und mit seinen komplizierten Multiplikationstabellen nicht nur seine Mitschüler, sondern auch die Lehrerin auf eine harte Probe stellt.

Die Jahre vergehen. Nur einen Wunsch hat Sibylla Ludo stets versagt: Sie hat ihm den Namen seines Vaters verschwiegen. Denn an jenen verhängnisvollen Abend, an dem sie bei einer Verlagsparty den miesesten Schriftsteller der Welt kennen lernte und mit ihm eine verhängnisvolle Nacht verbrachte, erinnert sie sich nicht gerne. Schließlich nimmt der mittlerweile elfjährige Ludo die Sache selbst in die Hand und konfrontiert — ganz im Sinne seines Lieblingsfilms — sieben Männer mit der Aussage, er sei ihr Sohn. Ob sein leiblicher Vater tatsächlich unter den Kandidaten war, spielt am Schluss jedoch keine große Rolle mehr, denn wie es scheint, präsentiert sich einer von ihnen als durchaus passabler Ersatzvater und Mann für Sibylla

Helen DeWitt wurde 1957 in Maryland als Tochter eines Diplomaten geboren und wuchs in Südamerika auf. Nach einem Studium in Oxford schrieb sie Der letzte Samurai, ihren ersten Roman. Sie lebt in England. 

 


 

Die Bibliothek des Attentäters

Franz-Maria Sonner

Als am 20. April 1998 über die Nachrichtenagentur Reuters in Köln die Auflösungserklärung der Rote Armee Fraktion gemeldet wird, haben Jakob Amon - Attentäter wider Willen - und Konrad Bärloch - Staatsschützer im Ruhestand - ähnliche Gefühle: Eine Epoche ist zu Ende, und für beide ist das vielleicht die Möglichkeit , ihrem Leben nocheinmal eine Wendung zu geben.

Franz-Maria Sonners Buch ist ein subtiler Roman über Gewissen und Gewalt, spannend wie ein Krimi. Ein Roman, der ein Kapitel bundesrepublikanischer Geschichte erzählt, das für die Biographie einer Generation grotesk aktuelle Auswirkungen hat.

Kunstmann-Verlag 
ISBN-3-88897-278-7

 


 

Der Mond über den Schokoladenbergen

 


 

Denn Du trägst meinen Namen

 Das schwere Erbe der prominenten Nazi-Kinder

Es gibt Menschen, die sich aus einer unheilvollen Verstrickung mit dem Nationalsozialismus nicht lösen können, obgleich sie unschuldig sind: die Kinder prominenter Naziführer. Sie führen ein Leben mit besonderer Haftung, und die Biographie der eigenen Familie liegt wie ein Fluch auf ihnen.

Die Konstruktion des Buches ist einzigartig: Vater und Sohn Lebert, beide renommierte Journalisten, sprachen im Abstand von 40 Jahren mit diesen Menschen, die von der Vergangenheit immer wieder eingeholt werden. So entstanden Momentaufnahmen von seltener Eindringlichkeit.

1959 besuchte Norbert Lebert die Nazi-Kinder, die damals am Anfang ihres Berufslebens standen. 40 Jahre später nimmt Stephan Lebert, nach dem Tod des Vaters, erneut Kontakt zu diesem Personenkreis auf und führt dessen Arbeit fort. Die Wiedergabe seiner Gespräche ist mehr als nur die Fortschreibung der Lebensgeschichten, es ist ein persönlich gehaltener Augenzeugenbericht zu einem bedrückenden Thema: Was bedeutet es, einen Vater zu haben, der an einem Massenmord von nie gekanntem Ausmaß beteiligt war. Und es zeigt sich, dass diese Schicksale mehr mit dem Deutschland von heute zu tun haben, als vielen lieb ist.

Eine Auswahl: Wolf-Rüdiger Heß ist todkrank und verbittert. Der einzige Held, der ihm geblieben ist : sein Vater Rudolf Heß. Martin Bormann, katholischer Priester, reist durch Deutschland und predigt gegen den Nationalsozialismus. In der Brieftasche trägt er eine Postkarte seines lieben Vaters. Gudrun Himmler ist immer noch gefangen im tödlichen Netz des Vaters und engagiert sich in der rechten Szene. Klaus von Schirach ist ein freundlicher kluger Mann, der sich von der Welt seines Vaters distanziert, aber Gelegentlich Tee trinkt mit Hitlers Sekretärin. Niklas Frank wird belächelt und verteufelt, weil er mit seinem Vater abgerechnet hat. .......

 

Karl Blessing Verlag, 224 S., DM 42,- / € 21,- / öS 307,- / sFr 39,- /  ISBN 3-89667-105-7


 

Der Zeitmörder

Als jugendlicher war Tom Jones felsenfest davon überzeugt, dass er einmal als männliche Jungfrau enden würde. Selbst die Tatsache, dass auch sein großes Vorbild, der Mathematiker Isaac Newton, der Legende nach unberührt ins Gras gebissen hatte, war ihm damals kein Trost. Einige Jahre später scheinen sich Toms düstere Prophezeiungen zu bestätigen : Er ist ein mittelprächtig begabter Mathematiker und arbeitet an seiner Dissertation bei dem ungarischen Professor Béla Bartók (Sohn ebenso phantasievoller Eltern wie der von Tom), aber die Frauenwelt lässt ihn noch immer links liegen.

Bis eines Tages zwei neue Leidenschaften in Toms Leben treten: die Liebe zu der Psychologiestudentin Anna, einer passionierten Cellospielerin und - zu Toms großer Freude - ebenso unersättliche Bettgenossin; und die Konstruktion einer Maschine nach Plänen des Physikers Locke, mit der man, wie auf einer Daguerreotypie, Vergangenes abbilden kann.

Während die Konstruktion der Maschine voranschreitet, kommt es in Toms Beziehung zu Anna zu kleinen Eintrübungen. Er hat nämlich nicht nur die Liebe entdeckt, sondern auch eine ihrer Schattenseiten: die Eifersucht. Ausgerechnet die Lockesche Maschine, die er in seinem Schlafzimmer für sein erstes Experiment aufstellt, liefert ihm schließlich den Beweis für Annas Untreue - und Tom hat ein Problem mehr: die Beseitigung einer Leiche im dicht besiedelten London.....

Eine düstere Komödie aus dem London von heute: boshaft, sexy und mit erfrischend wenig Moral

 

Autor : Frank Tallis

Karl Blessing Verlag, 288 S., DM 38,- / öS 277,- / sFr 35,- /  ISBN 3-89667-112-X


 

Der Medicus von Saragossa

An einem Augusttag des Jahres 1498 wird in einem Olivenhain bei Toledo der junge Meir, Sohn eines jüdischen Silberschmiedes, grausam ermordet. Doch sein Tod ist nur der Auftakt der Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel. Drei Jahre später, im denkwürdigen Jahr 1492, hat die Inquisition Spanien fest in ihrem Griff. Per Edikt wird verkündet, daß alle Juden das Land zu verlassen hätten, und ein großer Exodus beginnt.

Der dreizehnjährige Jona steht nach der Ermordung seines Bruders Meir und dem Tod seines Vaters durch einen aufgebrachten Mob völlig alleine da. Immer auf der Hut vor den Schergen der Inquisition, versucht er einfach nur zu überleben. Sein Weg führt ihn quer durch Spanien. Mal verdingt er sich als Knecht, mal als Gefängniswärter, mal als Schafhirte, doch die Furcht vor den überall präsenten Milizen treibt ihn immer wieder weiter. Erst Jahre später trifft er in Granada endlich wieder auf Glaubensgenossen: der Familie des Seidenhändlers Saadi. Er verliebt sich in dessen schöne Tochter Inés, aber als Mann ohne Familie und Besitz kommt er als Schwiegersohn nicht in Frage.

Als seine Odyssee ihn nach Gibraltar führt, wo er als Lehrling bei dem Waffenschmied Fierro unterkommt, scheint er endlich eine Art Zuhause gefunden zu haben. Doch der Schein trügt, denn auch Fierro muß vor der Inquisition fliehen und bittet Jona, ihn zu seinem Bruder Nuno, einem alten Medicus, zu begleiten. Als Fierro ermordet wird, beschließt Jona, dennoch seinen Weg nach Norden fortzusetzen. In Saragossa angekommen, entscheidet die Begegnung mit Nuno Jonas Schicksal, denn er spürt sofort, daß in der Heilkunst seine wahre Berufung liegt. 

Noah Gordon beherrscht wie kaum ein anderer die Kunst, seinen Lesern detailliertes historisches Wissen in abenteuerlichen Handlungen nahezubringen und sie in andere Welten zu entführen. Seine drei Romane Der Medicus, Der Schamane und Die Erben des Medicus wurden sensationelle Erfolge. Der Medicus von Saragossa hat in Deutschland Weltpremiere.

Noah Gordon wurde 1926 in Massachusettts geboren. Nach dem Studium wandte er sich dem Journalismus zu und arbeitete als wissenschaftlicher Redakteur beim Bostoner Herald. Er hat drei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Brookline, Massachusetts.

512 Seiten, DM 48,-/öS 351,- , ISBN 3-89667-013-1  Karl Blessing Verlag, München

 


  

Das Verschwinden der DDR

Und der Untergang des Kommunismus

Charles S. Maier, S. Fischer Verlage, ISBN 3-10-046108-8

 

Hier veröffentlichen wir in Kürze eine Rezension des o.g. Titels.

 


 

Die zweite Aufklärung

Neil Postman 

Das Buch :

"Die Zukunft ist natürlich eine Illusion. Nichts ist da bisher geschehen. Was Gertrude Stein über Oakland in Kalifornien gesagt hat, könnten wir über die Zukunft sagen: Es gibt kein Da da!" In seinem Tagebuch hat Sören Kierkegard, wie Postman bemerkt, niedergeschrieben, daß Voraussicht eigentlich der Blich zurück ist, eine Widerspiegelung der Zukunft, die sich dem Auge erschließt, wenn es den Blick auf die Vergangenheit richtet. Der Schlüssel zum nächsten Jahrhundert könnte also in den Erkenntnissen der Vergangenheit liegen, vor allem in den Rezepten jenes Zeitalters der Vernunft, das wir Aufklärung nennen, also im 18. Jahrhundert.

     Postman versucht eine Definition der großen vor uns liegenden Herausforderungen und ihrer Lösungsmöglichkeiten, wie sie die Vergangenheit anbietet. Seine Themen sind Fortschritt, Technologie, Sprache, Information, Demokratie und Erziehung. Wie immer sind Postmans Ansätze radikal - er verweist uns in verblüffender Einfachheit und mit einem gerüttelt Maß Polemik auf erfolgsversprechende politische und kulturelle Modelle, die von den Denkern der Vergangenheit entwickelt, aber nie umgesetzt worden sind. In ihnen liegt ein Schatz der Erfahrung und der praktischen Intelligenz, der nur gehoben werden muß. Postmans Analysen in seinen früheren Büchern sind von der realen Entwicklung in den modernen Industriegesellschaften außnahmslos bestätigt worden - manchmal in erschreckender Weise. Hier liefert er Handlungsmodelle, die sich für die Probleme eines neuen Zeitalters als fruchtbar erweisen können.

 

Neil Postman Die zweite Aufklärung /Vom 18. zum 21. Jahrhundert256 S., DM 38,- /EUR 19,43 / sFR 36,80 /öS 277,-  ISBN 3-8270-0171-4

 

 


 

Die unberührbaren

Die Unberührbaren erzählt die Geschichte von Antonia und Balthasar, zwei Bauernkindern aus dem Rheintal, die in der Zeit der großen Depression in den zwanziger Jahren zur Kinderarbeit nach Amerika verkauft werden.

Antonia lernt auf der Passage nach New York diesen Jungen kennen, der kein Wort spricht und verstört in einer Ecke des Zwischendecks kauert. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen. Er hat traurige, ermattete Augen, und sie gibt ihm den Namen Balthasar, den Namen ihrer Katze, an die er sie erinnert.

Die beiden gelangen nach New York, der Sprache nicht mächtig, ohne Bleibe. In einem Pfeiler der Brooklyn Bridge bauen sie sich aus Abfallholz einen Unterschlupf, und dort verbringen sie fast sieben Jahre in zunehmender Verwahrlosung, leben von der Hand in den Mund. Um zu überleben, verkauft Antonia ihren Körper. Trost findet sie nur bei den heimatlosen Tieren am Pier 16, für die sie ab und zu eines der Lieder ihrer Kindheit singt.

Eines Tages entdeckt der Korrepetitor Aron Fleisig von der Metropolitan Opera das singende Mädchen am Pier. Er verliebt sich augenblicklich in diese Stimme und später in das Mädchen selbst. Antonia steht vor der Prüfung ihres Lebens: Bei Balthasar zu bleiben,  endlich Englisch zu lernen oder eine Karriere im Chor der Met anzustreben............

"Wir alle haben einmal unser Leben vorausgesehen. Unser geglücktes Leben. Seitdem tasten wir mit blinder Sehnsucht durch die Zeit."

 

Robert Schneider,geboren 1961, lebt in Meschach, einem Bergdorf in Vorarlberg. Sein Debütroman Schlafes Bruder (1992) wurde ein sensationeller erfolg und erhielt zahlreiche in- u. ausländische Preise. Er wurde in 24 Sprachen übersetzt, verfilmt und für Ballett, Theater und Oper bearbeitet. 1998 erschien, als zweiter Teil seiner rheintalischen Triologie, der Roman Die Luftgängerin. Theaterstücke: Dreck. Monolog eines Rosenverkäufers über das Fremdsein (1993); Komödie vom deutschen Heimweh (1998)

 

Knaus-Verlag  256 S., DM 38,- / öS 277,- / sFr 35,-  / ISBN 3-8135-0161-2


 

Die wilden Zahlen

Von Kindheit an sucht Isaac Swift in den "Ekstasen mathematischer Offenbarungen" Trost - für Ungerechtigkeiten im Elternhaus, für scheiternde Beziehungen und geplatzte Kinderträume. Jetzt lehrt er zwar an einer angesehenen Universität Mathematik, doch eine Veröffentlichung in der maßgebenden Fachzeitschrift Numbers ist ihm bislang versagt geblieben. Dieser Mangel nagt gewaltig an seinem Selbstbewusstsein. Besserung ist nicht in Sicht: Seine Freundin Kate wirft ihm vor, den Reichtum seiner Gefühle am Altar der höheren Mathematik geopfert zu haben, und untersagt ihm strengstens die allabendliche Flucht ins Studierzimmer. Isaac hält sich an die Abmachung, bis er sich ausgerechnet nach einer rauschhaften Liebesnacht wieder heimlich in seine Klause stiehlt - und seine Freundin endgültig verliert.

Als ihn die Midlife-Crisis schon fest in den Klauen hält, winkt ihm unverhofft der große Ruhm. In seiner Verzweiflung vergräbt er sich nämlich in ein Problem, das der Franzose Anatole Millechamps de Beauregard, "der Mozart unter den Mathematikern", schon 1823 formuliert hatte: das Problem der sogenannten wilden Zahlen, eine Herausforderung, an der sich seiher zahlreiche Koryphäen die Zähne ausgebissen haben. Und Isaac Swift findet die Lösung!

Doch kurz vor dem großen Triumph muß Isaac Swift feststellen, dass Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen - und dass nichts gefährlicher ist als ein Konkurrent, der sich geistig bestohlen fühlt.

Ein wundervoll ironischer und zugleich tiefgründiger Roman über einen Forscher, der kurz vor der grossen Entdeckung steht. Liebevoll und doch satirisch porträtiert Schogt verschrobene Ehrgeizler und seltsame Paradiesvögel, wie sie am besten immer noch im Treibhausklima der Universitäten gedeihen.

 

Philibert Schogt wurde 1960 in Amsterdam geboren und verbrachte einen großen Teil seiner Jugend in Amerika und Kanada. Er studierte Philosophie und Mathematik an der Universität von Amsterdam. Die wilden Zahlen ist sein erster Roman und wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

 

Knaus-Verlag, 224 S., DM 36,- / öS 263,- / sFr 33,-  / ISBN 3-8135-0137-X


 

Die Päpstin

 


 

Das Leben im Krieg 1939 - 1949

 

Ein TagebuchAufgezeichnet in der damaligen Gegenwart

von Paulheinz Wantzen 

Es ist ein ungewöhnliches Buch - man schlägt es auf, beginnt zu lesen und ist sofort gefesselt! Viel zu entdecken gibt es auch in den Abbildungen der Zeitungssauschnitte, der Flugblätter der alliierten und der vertraulichen Informationen. Dieses Buch ist nicht nur ein Tagebuch - es ist ein zeitgeschichtliches, ein kulturgeschichtliches Dokument und vermittelt die Vorgänge während des Krieges in der Heimat. Es berichtet über das Leben der Zivilbevölkerung und macht die Situationen verständlich, mit denen die Menschen damals konfrontiert wurden. 60 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges und dem Beginn der Aufzeichnungen ist es Geschichte pur - anschaulicher kann man sich über die Geschehnisse dieser Zeit kaum informieren. Besonders die jüngere Generation findet hier Antworten auf die Frage: "Wie war das denn damals?"

1.700 Seiten, ca. 1.400 Abbildungen, 21 x 30 cm., DM 128.- /€ 65,50 - , ISBN 3-9806958-1-6 , Verlag Das Dokument

 


 

Das Mädchen aus Mailand

Duca Lamberti hat keine andere Wahl: Er muss den Job annehmen, den Kommissar Carrua von der Mailänder Polizei ihm vermittelt, denn der Arzt steht mittellos auf der Straße. Wegen Sterbebeihilfe verurteilt und gerade erst aus dem Gefängnis entlassen, soll Lamberti sich um den Sohn eines reichen Industriellen kümmern, der vor einem Jahr scheinbar grundlos zu trinken begonnen hat. Bald weiß Lamberti, warum Davide im Alkohol Vergessen sucht; Er fühlt sich schuldig am Tod der kleinen Verkäuferin Alberta, mit der er gegen Bezahlung einen Abend verbrachte und die ihn inständig anflehte, mit ihr zu verreisen. Davide lehnte ab - und am nächsten Morgen war das Mädchen tot. Aber Alberta hat Filmnegative In Davides Auto verloren, und nun, ein Jahr später, führt dieser Fund Lamberti auf die richtige Spur. Mit Hilfe von Albertas Freundin Livia macht er ein zweifelhaftes Fotostudio ausfindig, wo mit kompromittierenden Fotos Mädchen gefügig gemacht werden. Überzeugt, dass dahinter ein international organisierter Verbrecherring steckt, setzt Lamberti die schone Livia als Lockvogel ein. Doch er hat die Skrupellosigkeit der ehrenwerten Gesellschaft und ihrer Helfershelfer unterschätzt... Kurz vor seinem Tod schuf Giorgio Scerbanenco seinen Krimihelden Duca Lamberti, der zu den modernen Klassikern des Genres gehört. Wie sein berühmter Kollege Maigret nimmt sich Lamberti der kleinen Leute an, die in den Sog des Verbrechens geraten. Unsentimental und illusionslos ermittelt er in jenen Quartieren Mailands, wo die Stadt ihr Herz zu verlieren beginnt.

Verlag Kremayr & Scheriau (Bei Bertelsmann)

 

 

 


 
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