Umstrittene vCJD-Behandlung bei Teenager vollzogen
Patient
erhält Rund-um-die-Uhr-Überwachung
Nach dem Gang
zum britischen Highcourt (pte berichtete: (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021205035
), und der Suche nach einem durchführenden Krankenhaus wurde einem
Teenager jetzt die umstrittene Gehirn-Injektion (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021217050
) verabreicht. Der 19-Jährige leidet an der tödlichen vCJD-Krankheit. Von
der Behandlung mit Pentosan-Polysulphat erhoffen sich alle Beteiligten einen
verzögerten Verlauf der varianten Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD).
Im Gegensatz zur klassischen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist der
Krankheitsbeginn nicht von geistigen Abbauvorgängen gekennzeichnet, sondern
eher durch psychiatrische Symptome.
Die Behandlung gilt als umstritten, da die Substanz einzig im Tierversuch
erprobt wurde. Gegenüber BBC-Online
http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/2643279.stm erklärte Don Simms, der
Vater des Teenagers, nach der Behandlung zwar erleichtert, aber beunruhigt zu
sein. "Es ist ein Schritt ins Ungewisse", sagte Simms. Neben einer
Rund-um-die-Uhr-Überwachung wird der Fortschritt des Patienten nun mit
regelmäßigen Scans verfolgt, um Blutungen rund um die Injektionsstelle
auszuschließen. Insgesamt sind in Großbritannien mehr als 100 Menschen an der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben. Eine Handvoll lebt mit der Erkrankung.

Londoner High-Court: "Ja" zu experimenteller Gehirninjektion
Zustimmung schafft rechtlichen Präzedenzfall
Der Londoner
High-Court hat sich für die Injektion eines experimentellen Medikamentes in
die Gehirne zweier an vCJD (neue Variante der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit)
erkrankte Teenager entschieden. (pte berichtete:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=021205035 ) Zwei 15- und 18-jährige
Teenager erhalten weltweit erstmals eine Injektion mit dem Medikament Pentosan
Polysulphat direkt in das Gehirn. Die Entscheidung stellt einen rechtlichen
Präzedenzfall dar. Da ein Krankenhaus des NHS (National Health System) den
Eingriff trotz richterlicher und ärztlicher Zustimmung ablehnt, sucht man nach
einem neuen Krankenhaus.
In einem Bericht der BBC
http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/2563127.stm erklärte die mit dem Fall
betraute Londoner Richterin Dame Elizabeth Butler-Sloss: "In beiden Fällen
sind aus normalen Teenagern hilflose Invaliden geworden, die im Bett liegen
und an Lebensfreude stark verloren haben. Beide Familien sind über die
Krankheit und die vorgeschlagene Behandlung sowie deren Vor- und Nachteile gut
informiert." Verläuft die Suche nach einem behandelnden Krankenhaus
erfolgreich, könnte der Eingriff in einigen Wochen durchgeführt werden.
Die befürwortenden Mediziner hoffen, dass sich Pentosan an die die Krankheit
auslösenden Prionen, die langsam die Gehirnzellen zerstören, heftet. Die
Eltern sehen den Eingriff, über dessen Ausgang keine Klarheit herrscht als
"experimentelle Behandlung" und kein Experiment, das einfach nur erprobt
werden will.

Oberster Gerichtshof entscheidet über vCJD-Behandlung
Bei "Ja": Injektion eines experimentellen Medikaments in
Patienten-Gehirne
Die Eltern zweier im Endstadium an vCJD (neue Variante der
Creutzfeldt-Jacob-Krankheit) erkrankter britischer Teenager wenden sich heute,
Donnertag, mit einer Bitte an den Londoner High Court. Einem Krankenhaus soll
es erlaubt werden, eine experimentelle, medikamentöse Behandlung einzusetzen.
Bei einem Ja des obersten Gerichtshof wird den namentlich nicht genannten 18
und 15 Jahre alten Patienten weltweit erstmals ein Medikament direkt in das
Gehirn injiziert, berichtet die BBC
http://news.bbc.co.uk/2/hi/healht/2544061.htm .
Die Eltern haben bereits Ärzte gefunden, die diese Behandlung durchführen
würden. Das medizinische Personal verlangt aber die rechtliche Genehmigung, um
das Medikament Pentosan Polysulphat zu spritzen. Die Auswirkungen der
Verabreichung des Medikaments auf diesem Weg sind bislang ungewiss.
Das Urteil obliegt der Londoner Richterin Dame Elizabeth Butler-Sloss. Sie
wird entscheiden, ob die Behandlung ethisch zu vertreten ist, da die Patienten
selbst nicht ihr Einverständnis geben können. Butler-Sloss machte bereits im
März 2002 Schlagzeilen. Die Familienrichterin urteilte, dass eine gelähmte
Britin sterben darf. Im aktuellen Fall wird eine einstweilige Entscheidung für
Freitag erwartet, diese soll aber erst in einigen Wochen öffentlich werden.
Zurzeit gibt es für vCJD keine Behandlung. Forscher gehen davon aus, dass
die Krankheit durch so genannte Prionen, die langsam die Gehirnzellen
zerstören, ausgelöst wird. Pentosan soll sich an die Prionen heften und ihre
Gefährlichkeit abschwächen. Mitunter sollen Prionen sogar ausgespült werden.
Das Molekül muss dabei direkt in das Gehirn gespritzt werden, da es zu groß
ist, um die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Über die zu injizierende Menge
sind sich die Mediziner noch nicht sicher.

Keine Übertragungsgefahr von CJK durch Impfstoffe
Paul-Ehrlich-Institut dementiert Berichte aus Dänemark
Das Paul-Ehrlich-Institut
http://www.pei.de/ dementiert Berichte, wonach mit bestimmten Impfstoffen
der Erreger einer bestimmten Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK)
übertagen werden könnte. Ein dänischer Bericht habe das in einigen Impfstoffen
als Stabilisator eingesetzte Humanalbumin als möglichen Risikofaktor für eine
solche Übertragung beschrieben, erläutert Prof. Johannes Löwer, Präsident des
Paul-Ehrlich-Instituts. Diese Sorgen seien jedoch unbegründet - die Vorgaben
bei der Zulassung und Chargenfreigabe sowie bei der Herstellung der Produkte
gewährleisteten Sicherheit.
Darüber hinaus gäbe es bislang keinerlei Hinweise darauf, dass vCJK je
durch Blut oder Blutprodukte übertragen worden ist, so Löwer. Trotzdem stamme
das Plasma, aus dem Albumin gewonnen werde, nicht von Spendern, die dem
Risiko, selbst an vCJK zu erkranken, ausgesetzt sind. Darüber hinaus hätten
Untersuchungen gezeigt, das auf Grund des Herstellungsprozesses gerade in
Albumin keine Infektiösität nachgewiesen werden könne, selbst wenn das
Ausgangsmaterial für Studienzwecke mit großen Mengen der Erreger versetzt
wurde.
Da insgesamt jedoch noch zu wenig über vCJK bekannt sei, befolge das
Paul-Ehrlich-Institut zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. So ist beispielsweise
vorgeschrieben, bei der Herstellung von Bluttransfusionen die weißen
Blutkörperchen zu entfernen. Des Weiteren darf Blut oder Plasma aus
Großbritannien und Nordirland, wo inzwischen mehr als 100 Fälle von vCJK
bekannt geworden sind, nicht verwendet werden. Wer sich zwischen 1980 und 1996
mindestens ein halbes Jahr in Großbritannien aufgehalten hat, wird zudem nicht
als Spender zugelassen, da in dieser Zeit die größte Gefahr bestand, sich über
die Nahrung mit dem BSE-Erreger zu infizieren.
http://www.pei.de/bse/bse_infos.htm
