11.12.01
Harald Juhnke tritt ab.........
Der letzte große deutsche Entertainer wird nie wieder auftreten
CHRONOLOGIE: HARALD JUHNKE, DER ALKOHOL UND DIE EXZESSE
Wie sich das Ende einer Karriere anbahnte
Harald Juhnkes Gesundheitszustand gab in den vergangenen Jahren immer
wieder Anlass zu Spekulationen. Ärzte warnten nach seinen wiederholten
Alkohol-Rückfällen, der heute 72- jährige Entertainer und Schauspieler
werde solche Exzesse nicht mehr lange überleben.
April 1993: Juhnke tritt betrunken bei einer Diskussion über
Politikverdrossenheit auf und sagt Theaterauftritte ab. Der seit längerer
Zeit «trockene» Entertainer war an der Bar eines Hamburger Hotels
«versackt».
Mai 1993: Juhnke lässt seine Auftritte bei den Mülheimer Theatertagen und
im Berliner Schiller-Theater platzen. Offizielle Begründung: Er habe sich
mit den Terminen geirrt.
Dezember 1994: Der Entertainer mietet sich mit einer 18 Jahre alten
Schülerin in einem Berliner Hotel ein und posiert sichtlich betrunken vor
Fotografen. Die Weihnachtstage verbringt er im Krankenhaus.
August 1995: Nach den Dreharbeiten zum Film «Der Trinker» stürzt der
Berliner Star erneut ab. Juhnke erleidet einen Kreislaufzusammenbruch, muss
für drei Wochen ins Krankenhaus. Später gesteht er, einen
lebensbedrohlichen Herzstillstand erlitten zu haben. Ein Arzt sagt, der
nächste tiefe Schluck könne sein letzter sein.
Oktober 1995: Juhnke steht in Berlin wieder beifallumrauscht auf der
Bühne, sagt augenzwinkernd: «Mich haut kein Rum wirklich um.«
6. Januar 1996: Frühmorgens verlässt Juhnke seine Villa im Berliner
Grunewald und trinkt sich durch Berlin. Er schlägt eine Reporterin. Der
Star muss wegen seiner Sucht wieder ärztlich behandelt werden.
9. Februar 1997: In einem Hotel in Hollywood soll der betrunkene
Entertainer einen Wachmann mit den Worten beleidigt haben: «Du dreckiger
Nigger, bei Hitler wäre so etwas vergast worden.» Eine Amerikanerin stellt
Medienberichten zufolge Strafanzeige, weil Juhnke sie körperlich
angegriffen habe. Der NDR kündigt die Zusammenarbeit mit Juhnke bis auf
weiteres auf. Politiker fordern ein generelles Fernsehverbot für den
Entertainer. Juhnke entschuldigt sich.
3. Dezember 1997: Juhnke meldet sich nach seiner bisher längsten
Zwangspause in seiner Karriere und nach der Rückkehr aus einer
psychiatrischen Klinik in der Schweiz wieder in der Öffentlichkeit zurück.
11. Juli 2000: Nach TV-Dreharbeiten in Baden bei Wien betrinkt sich
Juhnke wieder und muss in die Klinik in Basel eingeliefert werden, aus der
er erst im Oktober wieder nach Hause entlassen wird.
März 2001: Juhnke muss seine Rehabilitationskur wegen schwerer
Herzstörungen abbrechen. Er wird in einer Berliner Klinik behandelt.
11. Dezember 2001: Juhnkes Manager Peter Wolf gibt bekannt, dass der
Entertainer nie wieder als Schauspieler aktiv werden wird und jetzt in
einem Pflegeheim für Demenzkranke bei Berlin lebt. Harald Juhnke sei
«einfach nicht mehr da».

05.12.01
Nationalratspräsident Fischer über das Ableben von Anton Benya zutiefst
betroffen
Nationalratspräsident Heinz Fischer zeigte sich zutiefst betroffen über das
plötzliche Ableben von Anton Benya, der 30 Jahre lang dem Österreichischen
Nationalrat angehörte (von 1956 - 1986) und 15 Jahre dessen Präsident war (von
1971 - 1986). "Anton Benya hat als Konsenspolitiker und als eine der Säulen
der österreichischen Sozialpartnerschaft bleibende Verdienste um die
Entwicklung der Zweiten Republik und um den Aufbau des Systems der sozialen
Sicherheit in Österreich", sagte der Nationalratspräsident. ****
Seinem politischen Augenmaß, seiner Hochachtung für die Sozialpartnerschaft,
seiner sprichwörtlich guten Zusammenarbeit mit
Bundeswirtschaftskammerpräsident Rudolf Sallinger und seinem verlässlichen
Sinn für das Mögliche und Zumutbare war es zuzuschreiben, dass auch in den
Zeiten der Alleinregierungen von ÖVP (1966 - 70) und SPÖ (1970 - 83)
konsensuale Lösungen möglich waren, Brücken der Zusammenarbeit aufrecht
blieben und der soziale Friede in Österreich in vorbildlicher Weise erhalten
blieb, sagte Heinz Fischer.
Benya hat als langjähriger ÖGB-Präsident und auch als Vorsitzender der
Metallarbeitergewerkschaft wesentlichen Anteil an der kraftvollen Entwicklung
der österreichischen Gewerkschaftsbewegung und er war ein von allen Fraktionen
respektierter souveräner Präsident des Österreichischen Nationalrates. Und
nicht zuletzt war er ein führender Funktionär der österreichischen
Sozialdemokratie.
Dass Anton Benya in seiner persönlichen Bescheidenheit und mit seinem Sinn für
Humor und nicht zuletzt mit seiner sprichwörtlichen Fußballbegeisterung
zeitlebens ein populärer und volksverbundener Politiker blieb, soll in dieser
traurigen Stunde nicht unerwähnt bleiben.
Nationalratspräsident Heinz Fischer hat der Witwe von Anton Benya telefonisch
seine tiefempfundene Anteilnahme ausgedrückt und das Aufziehen einer schwarzen
Fahne am Parlament als Ausdruck der Trauer um den langjährigen
Nationalratspräsidenten Anton Benya angeordnet.

25.11.01
Wir trauern um die Opfer des Klotener Flugzeugunglücks

24.11.01
Wien, am 24. November 2001
Schüssel kondoliert zum Ableben von Gerhard Stoltenberg
Als "bedeutenden Politiker, der trotz mancher Schwierigkeiten bis zum
Ende seines Lebens für seine Heimat politisch aktiv war", würdigte heute,
Samstag, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel CDU-Politiker Gerhard
Stoltenberg. Dieser habe über mehr als dreißig Jahre unterschiedliche,
wichtige Funktionen in der deutschen Innenpolitik sowohl auf Landesebene,
als auch auf Bundesebene inne gehabt und sei damit ein Beispiel "für eine
besonders breite inhaltliche Kompetenz und ein besonders ausgeprägtes
persönliches Engagement". Schüssel brachte den Hinterbliebenen des
verstorbenen Politikers sein aufrichtiges Mitgefühl zum Ausdruck.

28.10.01
Am Sonntag endet die Sommerzeit
Die Sommerzeit geht am kommenden Sonntag, dem 28. Oktober, um 3 Uhr früh zu
Ende. Die Uhren werden um eine Stunde zurückgestellt.
Rund 200 öffentliche Uhren werden von der MA 33 - Öffentliche Beleuchtung -
per Funk auf Normalzeit umgestellt. Etwaige unrichtige Zeitangaben oder
sonstige Fehlfunktionen der Uhren sollten bis spätestens am drauf folgenden
Montag behoben sein. Die MA 33 ist für allfällige Hinweise dankbar: Tel.: 79
775/8033 von 0 bis 24 Uhr.
Die nächste Sommerzeit beginnt am Sonntag, dem 31. März 2002 und dauert bis
Sonntag, 27. Oktober 2002.

26.10.01
Österreichischer Nationalfeiertag

29.09.01
Ein Zwischenruf:
"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ich bin kein Amerikaner" (von Hubert
Patterer)
Ausgabe vom 30.9.2001
Die Solidaritätschoräle, die Europa nach den Anschlägen gegen Amerika
angestimmt hat, sind rasch verklungen. Der Lack ist ab beim großen Mitgefühl.
Was jetzt zu hören ist, laut und immer dumpfer: Der tiefe Bass des
Antiamerikanismus. Er dröhnt einem auf den Web-Foren, den Klärgruben der
freien Meinungsäußerung, ebenso entgegen wie aus den Beiträgen kritischer
Intellektueller. Die Grundmelodie geht in etwa so: Schlimm, was den
Amerikanern da passiert ist, aber haben sie sich das Unheil nicht selbst zu
zuschreiben? Ist es nicht der Fall, der auf den imperialen Hochmut folgen
musste? So nach dem Motto: Zu viel Coke und Big Mac, zu viel Vietnam und
Grenada, das musste sich einfach geschichtlich rächen.
Bermerkenswert ist, dass die antiamerikanischen Chorleiter von ganz links und
ganz rechts kommen und miteinander eine bizarre ideologische Klangwolke
bilden. Zwei Extreme, die sich berühren, ganz so, wie es Aristoteles in seinen
Ethika Eudemia vorformuliert hat. Die Rechte hat Amerika Dresden nicht
verziehen und hält der Großmacht ihre Nähe zu Israel vor: In Deutschland
protestieren Neonazis mit Palästinensertüchern gegen die USA. Und aus der
linken Box dringen die pazifistischen America go home-Refrains aus den 60ern.
Es ist die reanimierte Öko-Pax-Fraktion, die George Bush zornig zuruft: Give
Peace a chance! so, als habe der Texaner den Frieden gebrochen. Eigenartig
verdreht stellt sich die Welt durch die Brille des Antiamerikanismus dar:
Nicht die Terroristen sind der Aggressor, sondern das "narzisstisch gekränkte"
Amerika. Nicht vom nihilistischen Furor der Massenmörder geht die Bedrohung
aus, sondern vom Opfer, das "wutkrank" (Sloterdijk) sei und auf Rache sinne.
Nicht das monströse Verbrechen war "garchaisch", sondern der "amerikanische
Glaube an den Krieg" ist es, wie der Schriftsteller Joseph von Westphalen
gestern in der Süddeutschen schrieb. Titel:
"Ich bin kein Amerikaner".
Muss auch niemand sein. Es geht nicht um unreflektierte Gefolgstreue. Die
Todesspritzen, das Fahnenpathos, die Selbstbezogenheit, die außenpolitischen
Fehler, die die Großmacht wie andere auch begangen haben: Vieles an
Amerika ist uns trotz der Nähe fern und fremd. Das soll man benennen dürfen,
aber es ist niederträchtig, konservierte Ressentiments in diese Katastrophe
hineinzuprojizieren, so lange, bis unten ein süffig-schäbiges Selbst- Schuld
herauskommt.
Natürlich ist es legitim, nach dem Warum zu fragen. Aber der Grat ist schmal
und gefährlich. Der Friedensforscher Johan Galtung oder die US-Autorin Susan
Sontag haben ihn beschritten und sie sind nicht allein. Sie deuten die
Anschläge als Antwort auf die soziale Asymmetrie der Welt, für die Amerika als
Ordnungsmacht verantwortlich zeichne.
Die Terroristen als postmoderne Robin Hoods? Rein in der Absicht und nur ein
bissi grob in der Ausführung? Eine infame Lesart. Sie macht das Opfer zum
moralisch Mitverantwortlichen und veredelt eine pathologische Wahnsinnstat,
die nicht im Namen der Geschundenen dieser Welt geschah, sondern nur ein
Programm hatte: Die Auslöschung eigenen und fremden Lebens.

27.09.01
Wir trauern um die Opfer des Attentats auf den Kantonalrat in Zug.

26.09.01
REGIO-PRESS gratuliert den Kollegen der Agentur Temmel & Seywald zu
ihrem 10jährigen Bestehen!

12.09.01
New York
Wir gedenken in tiefer Trauer
der Opfer, darunter auch Kolleginnen und Kollegen, und deren Angehörigen des
feigen Anschlags auf das New Yorker World Trade Center sowie des Pentagon. Wir
verurteilen diesen perversen Akt auf das schärfste und unterstützen den Aufruf
von M. Friedmann, heute, Mittwoch den 12.09. in stillen und friedlichen
Kundgebungen ein Zeichen der Demokratie zu setzen sowie sich mit den Opfern zu
solidarisieren und dem Terrorismus entgegenzutreten.
Im Namen der Redaktion,
Jörg W. Baur

07.09.01
Ehemaliger KPÖ-Vorsitzender Franz Muhri ist in Wien verstorben
Franz Muhri, der von 1965 bis 1990 Vorsitzender der KPÖ war, ist heute im
Alter von 76 Jahren in Wien verstorben.
"Franz Muhri war ein Politiker seltener Art. Für ihn war die Vertretung der
Interessen der Arbeitenden Sache des Herzens und des Verstandes. Wir verlieren
einen Genossen und Freund, der eine bedeutende Persönlichkeit der
österreichischen und internationalen ArbeiterInnenbewegung war. Wir verlieren
einen Kampfgefährten, der bis in seine letzten Lebenstage aktiv an der
Erneuerung des Kommunismus mitwirkte", so KPÖ-Vorsitzender Walter Baier.
Franz Muhri kam am 21.Oktober 1924 in einfachsten Verhältnissen im steirischen
Steyeregg zur Welt. Sein Ziehvater, selbst Bauarbeiter, brachte den 15
jährigen zunächst in seinem Bautrupp bei der Graz-Köflacher
Eisenbahngesellschaft unter. Später konnte Muhri einen Abendkurs an der Grazer
Handelsschule besuchen und als Lohnverrechner arbeiten. In dieser Zeit schloß
sich Muhri der antifaschistischen Widerstandgruppe um den jungen
kommunistischen Lehrer und Dichter Richard Zach an, der 1941 von den Nazi
verhaftet und 1943 hingerichtet wurde und als dessen Schüler sich Muhri in
gewissem Sinn Zeit seines Lebens verstand.
1942 wurde Muhri von der deutschen Wehrmacht eingezogen. 1943 konnte er auf
die Koralpe flüchten, wo er sich der dort operierenden Widerstandsgruppe
anschloß.
Nach der Befreiung begann Muhri sofort in der KPÖ politisch zu arbeiten und
wurde zunächst in seinem Heimatbezirk Deutschlandberg als Bezirkssekretär
gewählt. 1954 wurde Muhri erstmals als Kandidat in das Zentralkomitee der KPÖ
gewählt und gleichzeitig zu einem 3 jährigen Studium an die Hochschule für
Gesellschaftswissenschaften beim ZK der KPdSU nach Moskau delegiert.
Nach seiner Rückkehr arbeitete Muhri erneut in der Steiermark, ab 1959 als
Landessekretär. Seit 1961 war Muhri Mitglied des Politischen Büros und damit
der engeren Parteiführung. 1965 löste er schließlich am 19. Parteitag den
langjährigen Vorsitzenden Johann Koplenig ab.
Den Einmarsch der Warschauer Paktstaaten in die CSSR hat die KPÖ zunächst
verurteilt und die Forderung nach einem Abzug der Warschauer-Pakt Truppen
erhoben. Franz Muhri erklärte damals auf einer ZK-Tagung: "Auf der anderen
Seite sehen wir, dass im Namen der Souveränität fünf Parteien entschieden
haben, in die CSSR einzumarschieren. Damit haben sie die krasseste Verletzung
der Souveränität begangen - im Namen der Souveränität!" 1993 schrieb Muhri
bezüglich der späteren Revision der Haltung der KPÖ: "Es war ein Fehler, dass
wir von der ursprünglichen kritischen Haltung abgegangen sind."
Durch die Verurteilung des Einmarsches der Warschauer Paktstaaten in die CSSR
erreichten aber die bereits seit längerem schwelenden politischen Differenzen
in der KPÖ neue Dimensionen. Muhri versuchte am Höhepunkt der Krise, am 20.
Parteitag im Jänner 1969, eine Spaltung der Partei zu verhindern. Unter
Androhung seines Rücktritts vom Parteivorsitz setzte er sich für die
Wiederwahl von Ernst Fischer, Franz Marek und anderen Mitgliedern, die
inzwischen isoliert worden waren, in das ZK ein. Den kurze Zeit darauf
trotzdem erfolgten Bruch konnte Muhri nicht mehr verhindern.
Später schrieb Muhri in seinen Erinnerungen nicht nur über diese Zeit: "Manche
haben mich, schon bevor ich Parteivorsitzender wurde, wiederholt kritisiert,
daß ich zum "Versöhnlertum" neige, im Menschen zu sehr nur das Positive zu
sehen geneigt bin. Als Parteivorsitzender sah ich erst recht als meine
Aufgabe, einigend und ausgleichend zu wirken, soweit das möglich war. Auch
heute noch bin ich der Meinung, es ist besser, negative Seiten einer Genossin
oder eines Genossen etwas spät zu erkennen, als ihm Unrecht zu tun."
Unter dem Vorsitz Muhris beschloß die KPÖ 1982 ein neues Parteiprogramm -
"Sozialismus in Österreichs Farben"-, das unter Berücksichtigung der damaligen
Bedingungen in vieler Hinsicht eine Abkehr von dogmatischen Vorstellungen von
Sozialismus vertrat.
Der Zusammenbruch des Sozialismus in Osteuropa überraschte Muhri, wie alle
anderen Mitglieder der Führung der Partei. Aber seine Ablöse als
Parteivorsitzender und die Verjüngung der Parteileitung hatte er bereits seit
langem vorbereitet. Nach 25 Jahren an der Spitze der Partei zog er sich 1990
in die zweite Reihe zurück und half mit, nach den schweren Erschütterungen,
die die neue weltpolitische Lage in den Reihen der KommunistInnen
hervorgerufen hatte, die KPÖ auf erneuerter politisch-ideologischer Grundlage
zu konsolidieren. Einen wichtigen Grund für das Scheitern des "realen"
Sozialismus in Europa sah Muhri im Abgehen von den sozialistischen und
kommunistischen Idealen und Zielen.
1995 veröffentlichte Franz Muhri seine Erinnerungen unter dem Titel "Kein Ende
der Geschichte". Darin reflektierte er nicht nur kritisch und selbstkritisch
die jüngere Geschichte der kommunistischen Bewegung und der KPÖ. Dass es einer
sozialistischen Alternative zum Kapitalismus, eines demokratischen Sozialismus
bedarf, davon blieb Franz Muhri Zeit seines Lebens überzeugt.
"Man kann die Fehler und Versäumnisse einer politischen Partei und Bewegung
nicht rückgängig machen. Sie sind bereits Geschichte, die nicht noch einmal
begonnen werden kann. Man kann nur daraus lernen, versuchen, die Partei und
Bewegung umzugestalten und einen aktiven Beitrag zu leisten, daß die Lehren in
der Zukunft verwirklicht werden", schrieb Muhri in seinen Erinnerungen.
Ein besonderes Anliegen, dem er sich in den letzten zehn Jahren und bis
zuletzt, schon von seiner schweren Krankheit gezeichnet, widmete, war die
Rehabilitierung der österreichischen Opfer des stalinistischen Terrors, unter
denen viele Mitglieder der KPÖ waren. Gemeinsam mit Walter Baier publizierte
er im Juni dieses Jahres das Buch "Stalin und wir", in dem er die Resultate
dieser langjährigen Bemühungen und Forschungen in Form einer Liste von 245
offiziell Rehabilitierten und weiteren 55 Namen von Opfern des Terrors, seine
politische Schlußfolgerungen sowie persönliche Erinnerungen an die Zeit, die
er in Moskau verbrachte, vorlegte.

13.08.01
40ter Jahrestag des dt. Mauerbaus.
Wir gedenken der direkten, aber auch indirekten Opfer der deutsch-deutschen
Teilung´.
"Lockere", halbherzig vorgebrachte (wenn überhaupt!!) "Entschuldigungen"
machen aus der SED-nahtlos-Nachfolge Organisation PDS noch lange keine
politisch ernsthaft in Erwägung zu ziehende MIT-Regierungspartei. Nicht einmal
zum Wolf im Schafspelz mögen sich die Altgenossen gerieren - ein rot-rotes
Bündnis ist zumindest zur jetzigen Zeit und Entwicklung eine Verhöhnung der
Opfer und aller derjenigen in Ost, aber auch West die unter dem unmenschlichen
SED-Regime 28 Jahre kaserniert bzw. getrennt durch die Mauer leben mussten.
Daran kann auch ein smart-jovial auftretender Gregor Gysi nichts ändern oder
darüber hinwegtäuschen.

11.08.01
Otto Schulmeister im 86. Lebensjahr gestorben
Herausragender und kontroversieller "Presse"-Chef
Otto Schulmeister, langjähriger Herausgeber und Chefredakteur der
Tageszeitung "Die Presse"
http://www.diepresse.at , ist Freitag abend im Wilheminenspital in Wien
gestorben. Er hatte sich nach einem langen Leiden bereits die vergangenen Tage
auf der Intensivstation befunden. "Schulmeister galt als einer der größten,
aber auch der kontroversiellsten Chefredakteure der Nachkriegszeit und
Lehrmeister einer ganzen Journalistengeneration", so Hans Werner Scheidl, Chef
vom Dienst der "Presse" in einer Aussendung.
Schulmeister wurde am 1. April 1916 geboren und widmete sein Berufsleben
der "Presse", wo er ab 1953 stellvertretender Chefredakteur und von 1961 bis
1976 Chefredakteur war. Von 1976 bis 1989 fungierte er als Herausgeber der
Tageszeitung. Zudem war Schulmeister bis 1968 Mitherausgeber der Zeitschrift
"Wort und Wahrheit", gemeinsam mit Otto Mauer leitete er auch die
"Thomas-Morus-Presse" im Wiener Herder-Verlag.

06.08.01
6. August: Jahrestag zum Gedenken an Hiroshima
Zum 56. Mal jährt sich heuer der Abwurf der Atombomben der Amerikaner auf
Hiroshima und Nagasaki. Anlässlich des Gedenktages am heutigen Montag, den 6.
August, für die Opfer der Atombombenabwürfe richtete die Wiener Frauen- und
Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner eine schriftliche Grußbotschaft an
die TeilnehmerInnen einer Veranstaltung der Friedensbewegung. Diese beginnt
heute um 17 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz und wird mit einem Laternenmarsch
zum Teich vor der Karlskirche um 20.30 Uhr abgeschlossen.****
Zwtl.: Die Grußbotschaft im Wortlaut:
"Vor 56 Jahren mussten die BewohnerInnen von Hiroshima und Nagasaki etwas
durchmachen, wovon die Welt davor und danach verschont wurde - dem gezielten
Abwurf von Atombomben auf Menschen. Sie alle haben sich heute hier versammelt,
um diesem grausamen Ereignis zu gedenken und die Lehren daraus zu ziehen: Die
wichtigste Lehre muss für uns gleichzeitig Auftrag sein, nämlich für die
Weiterentwicklung einer friedlichen, demokratischen Welt einzustehen. Denn
diese friedliche, gewaltlose Welt ist unser oberstes Ziel - und genau diesen
Auftrag gilt es permanent weiterzutragen. Das Gedenken an Hiroshima muss dabei
für uns auch trauriger Auslöser sein, weiter an der weltumfassenden zivilen
Gesellschaft zu arbeiten.
Denn eine gerechte Welt, für die wir eintreten, ist frei von Atomwaffen und
frei von Gewalt. Diese beiden Forderungen müssen wir global richten und lokal
starten. Denn den zahlreichen Bekenntnissen müssen auch Taten folgen. Und
deshalb sagen wir "Nein zum atomaren Wettrüsten", "Nein zu Atomversuchen" und
"Nein zu Gewalt".
Für das Erreichen dieser Ziele ist die Arbeit der Friedensbewegung auf
nationaler wie auf internationaler Ebene ein ganz wichtiger Bestandteil, den
man gar nicht genug unterstützen kann. Nur mit einem so großen Engagement,
Beharrlichkeit und Hartnäckigkeit kann man scheinbar utopische Ziele wie das
einer atomwaffenfreien Welt in der Realität umsetzen.
In diesem Sinne bekenne auch ich mich klar zu unserem gemeinsamen Ziel, eine
atomwaffenfreie Welt zu schaffen. Konflikte müssen mit friedlichen Mitteln
gelöst werden, denn Krieg und Gewalt waren, sind und werden nie geeignete
Mittel sein. Die Politik muss hier mit gutem Beispiel vorangehen: Gerade die
Demokratie ist für uns alle Modell, partnerschaftlich und demokratisch
miteinander zu leben."

25.05.01
80. Geburtstag Paul Watzlawick
Wir gratulieren herzlichst dem Psychologen Paul Watzlawick (z.B. "Anleitung
zum Unglücklichsein" zu seinem heutigen 80zigsten Geburtstag.

18.07.01
Beate Uhse tot
Beate Uhse ist tot
Unternehmerin starb an Lungenentzündung in der Schweiz
Die 82-jährige Unternehmerin Beate Uhse ist tot. Sie starb an einer
Lungenentzündung in einem Schweizer Krankenhaus. Wie die Beate Uhse AG
http://www.beate-uhse.de
am Mittwoch bekannt gab, fand die Beisetzung bereits im engsten Familienkreis
statt, genaue Angaben über den Todestag wurden nicht gemacht.
Beate Uhse wurde 1919 in Ostpreussen geboren und verließ mit 16 die Schule,
um Fliegerin zu werden. Nach Kriegsende flog die verwitwete Beate Uhse aus
Berlin nach Schleswig-Holstein, wo sie mit ihrer Aufklärungsbroschüre "Schrift
X" ihren Versandhandel begann. Beate Uhse gründete 1949 das gleichnamige
Erotikunternehmen. Hier war sie als Aufsichtsratsvorsitzende tätig. 1981
erhielt der Konzern die Rechtsform einer AG und ist seit 1999 an der
Frankfurter Börse notiert.
Im vergangenen Jahr wurde die Gesellschaft in den M-Dax aufgenommen. Wie
aus Kreisen der Aktionäre mitgeteilt wurde, soll der frei gewordene
Aufsichtsratsposten von ihrem Sohn Ulrich Rotermund besetzt werden. Ulrich
Rotermund war viele Jahre Vorstandsvorsitzender der Beate Uhse AG.
Beate Uhse ist es durch ihr offenes und seriöses Auftreten gelungen, die
Erotikbranche aus der "Schmuddelecke" zu holen, erklärte das Unternehmen
weiter. Mit zahlreichen Aktivitäten betrieb der Konzern einen zielstrebigen
Expansionskurs. So gab das Unternehmen im Juni bekannt, verstärkt auf die zwei
Geschäftsfelder Handel und Entertainment zu setzen und in Europa und in die
USA zu expandieren. Für 2003 plant der Konzern, den Versandhandel mit
Erotikartikeln auf dem US-Markt zu starten (Siehe auch pte-Meldung
http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=010625056 ).
Anfang März startete die AG ein eigenes TV-Programm beim Pay TV-Sender
"Premiere World". Mit dem neuen Format sollen bisher noch unerreichte
Zielgruppen angesprochen werden. Mit der Zeit ging die Unternehmerin auch in
puncto Internet. So kann sich das Publikum ihres TV-Programms interaktiv auf
einer eigenen Homepage an den Sendungen beteiligen. (Siehe auch pte-Meldung
http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=010220040 ).
Die öffentliche Trauerfeier findet am 3. August um 15 Uhr im Deutschen Haus
in Flensburg statt.

Zum Tode von Frau Hannelore Kohl
/06.07./JWB/RP
Der gestern bekannt gewordene Tod von Frau Hannelore Kohl macht betroffen.
Ein Mensch der vielen anderen - in oft ausweglos erscheinenden und schweren
Lebenssituationen - sowohl menschlich als auch ideell und materiell geholfen
hat war selbst durch eigene Krankheit am Ende.
Frau Kohl gehörte noch zu einer Generation von "First
Ladys" die es geschafft haben nicht die Rolle ihres Partners zur eigenen
- oder gar umgekehrt - zu machen sondern mit einem ureigenen besonderen
Charme, Energie und Kreativität, sozialem Engagement und einem feinem Gespür
für die Bedürfnisse anderer ihrer eigenen Rolle Bedeutung - aus sich heraus
gegeben haben.
Die Gründung des von ihr initiierten Kuratoriums für ZNS, ihr Engagement
für ihre Heimatstadt Berlin, ja überhaupt den Osten Deutschlands sind sicher
nur Ausschnitte ihres unermüdlichen Schaffens und ihrer - zumindest bis
zuletzt trotz aller Unbill ungetrübten Lebensenergie.
Im Schatten eines großen Staatsmannes wie Helmut Kohl zu stehen ist gewiss
eine enorme Herausforderung. Es ist wohl nicht vermessen zu behaupten daß sie
eine absolut nicht zu unterschätzende Stütze und maßgebliches Korrektiv -
im besten Sinne - also nicht zuletzt die moralische Instanz ihres Mannes war.
Ich selbst lernte Frau Kohl im Herbst 1986 im Zuge ihres Wirkens für
ZNS-Erkrankte kennen und schätzen. Frau Kohl beeindruckte durch ihre
Tatkraft, eine sehr persönliche Art und Empathie, nicht zuletzt durch einen,
mitunter fast schlitzohrigen Humor.
An dieser Stelle möchte ich, auch im Namen der Redaktion, Herrn Dr. Kohl
und seinen Söhnen, ja all denen die Frau Kohl nahe standen unser tief
empfundenes Mitgefühl ausdrücken.
Mögen Sie die nötige Kraft finden Ihren Weg weiterzugehen.
Wien, den 06.07.2001
Jörg W. Baur

Trauer um eine treue Freundin und Helferin: zum Tode von Ehrendoktorin
Hannelore Kohl
Am einem Tag für Europa, dem 5. Mai 1995, dankte die Universität
Greifswald einer ihrer bescheidensten und treuesten Helferinnen, Frau
Hannelore Kohl, für ihre Hilfe mit der Verleihung der Würde einer
Doktorin der Medizin ehrenhalber. Heute haben wir mit Trauer von ihrem
Tod erfahren.
Hannelore Kohl hatte sich als Gemahlin des Bundeskanzlers als
Präsidentin des Kuratoriums ZNS der Fürsorge für jene Menschen
verschrieben, die durch Schäden am zentralen Nervensystem schneller und
guter ärztlicher Hilfe bedürfen. Kurz nach der Wiederbesetzung des
Ordinariats für Neurochirurgie durch Prof. Michael Robert Gaab hatte sie
dessen Klinik den entscheidenden Impuls gegeben, die rasche
Krankenerstbegutachtung und -versorgung im Flächenland
Mecklenburg-Vorpommern durch Telemedizin-Unterstützung möglich zu
machen. Wiederholt hatte Hannelore Kohl auch später als Präsidentin des
Kuratoriums ZNS die Universität Greifswald gefördert. So trug sie
entscheidend dazu bei, daß sich gleich neben der Universitätsklinik ein
Zantrum für Neurorehabilitation (zur Frührehabilitation) etablieren
konnte.
So behalten wir Hannelore Kohl sehr dankbar in Erinnerung.
